1849 / 80 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

mer nichtet wée cde.

. Er vermuthe, daß das Reichs - 1 ] Ln ¡fue Majorität baben werde; dies mache ihm feinen Gram. Allein man erlaube ihm, im Namen seiner politischen Freunde eyen die Ansicht auszusprehen, von welcher ste [ur die Zulunst das Heil Deutschlands erwarteten. Es fe! Jahrzehnte hindurch der Mahlspruch der Konservativen gewesen: _ „Nach uns kommt die Sündfluth““, erlauben Sie mir, sür unsexe Partei hinzuzuslgen : “und nah der Sündfluth kommen wir,“ (Beifall) i " err von Reden erklärt, vom Standpunkte der Demokratie aus, seinem Vorgänger entgegen , die Zdeen des Erbkaisers reht- fertigen zu wollen. Zuvor aber sucht er nachzuweisen, daß die Sven- tualitét , Oesterreich könne mit gewassnetcr Hand uns an der Eini=

hindern, niht möglih sei: denn zu einem Kriege gehören 1 und Geld, Oesterrei aber könne keinen Mann von sei

Armee entbehren und daß es kein Geld habe, thut Herr ven Reden statistish dar, Denn der Paragraph der octrogirten Verfassung : die Staatsschuld ist von den Völkern garan=

nun das set eia Paragraph, auf den kcin Börsenmann et-

3 leihe. Auch die Gefährdung der materiellen Interessen Deutsch ¿ von welchen man gesprochen, sei niht vorhanden. Eine Zoll= mit Oesterreich wäre für jeßt ohnehin niht möglich, viel= in vielen Jahren erst ausführbar; dies ergebe sih aus. dem * ósterrcichischen Verfassung. Daß Prcußens Handelspolitik <land verderblich, wie Herr M. Mohl behauptet, sei irrig. cn Antivathiecn haben sich in Süddeutschland vor funfzehn gegen den Zellverein- geäußert und sie seièn späterhin doch Man zeige doch nicht den Sachsen und Bayern die

ciner Zolleinigung mit Oesterreich. Sie kann wahrhaftig aude kommen. Hierauf kommt der Redner auf sein ci

i zurück, daß es nämli<h im Interesse ‘der Denxc ‘onstituticnellen Demefkratie, liege, cin erbliches Kaiser

Spihe zu haben. VBVlicbe Preußen cin Oroßstaat

üßte, wenn kein erbliches Kaiserthum eingeseßt würde, dann würde es im Fall eines Krieges die kleineren

Staaten vLershlingen. So aber würde Preußen aus dcr

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reßmächte austreten, Deulschland darin eintreten. Ein aiser muß sich auf das Volk stüßen, denn die Fürsten sind irlichen Gegner, cin Oberhaupt auf Zeit aber wird immer inzelnen Fürsten gehen. Der König von Preußen kann leiht von seinen auswärtigen Verbindungen frei machcn, De <e Kaiser muß cs. Es i} der Scharfsinn des Jnstinkts, daß si der Partikularismus gegen das erbtiche Oberhaupt stemmt. e fährt daun fort in seinen Argumentationen, daß der ser unumgänglich nothwendig sei, wollte man nicht, ; dem Wachtmeistcr in Wallenstein?s Lager heißen folle : 1 schreiben sie uns in der wiener Kanzlei den Küchenzettel, und alles wi Herx von Reden {ließt: Ein deutscher Dich- hat auf dicscr Tribüne gesagt: es wird kein Haupt über Deutfch land leuchten, icht mit einem Tropfen demokratischen Oels ge falbt ist; ih sage Ihnen: das Erbkaiserthum ist der größte Sieg, den die Demokratie je gefeiert hat. (Beifall von den Centren.) Abgeordn, Simon von Trier: Im vergangenen Jahre seien die ósterreichischen Abgeordneten nach Frankfurt gekommen; sie hät ten die Sympathieen des Volkes mitgebracht. Keine Macht habe ie behindert. Jeßt aber sei es so weit gekommen, daß cs ein Ver brechen geworden, im deutschen Wien deutsch zu sein. Warum sei es dahin gekommen, daß das {warz - roth - goldene Banner vom Stevhansthurme herabgerissen, beschimpft und in Asche verwandelt worden sel? Niemand verschulde es, als die Versammlung. Macht, Macht, Macht! rufe man jeßt. Dieser Ruf sei der der Unmacht; un wer verschulde es, daß man sich jeßt nah Macht umsehen müße ? Habe die Versammlung die befrcundete Macht nicht zurückgewiesen, als fe ihr geboten war in derjenigen, auf welche ste allein fußen konnte, Macht der Bürgerwehr, welche die Linke vermehrt und konzentrirt n wolle. Jebt müsse sie sich an die ihr feindliche Macht, an die der Dynasticeen wendcn. Warum habe sich die Versammlung durch leere Phrasen des Ministeriums Shmerling hinhalten lassen, welches die Worte Sclbstaufopferung und Selbstverleugnung, Deutschlands Ehre ind Größe stets im Munde geführt und nichts gethan habe, nicht einmal den Beschlüssen der Mehrheit der Versammlung willfahrt habe. Kann man sich nicht mehr der Worte crinncrn, die Herr von Schmerling gesprochen, da er erklärte, die Unterhandlungen zur Anbabnung cines diplomatischen Verkehrs mit Ungarn scien im Gange, er erkenne die Wichtigkeit der Donau-Fürstenthümer für

die

Deutschland und habe bereits Vertrauenêmänner um sich vercint, um mit ihnen über die Anknüpfung von Verhältnissen mit diesen Län

dern zu berathen. ‘Und derselbe habe in Frankfurt den Grund jaß gehabt: Deutsc{land über Alles, in “Wien: Oesterreich Uber Allôs, Ob “mâátt ‘es leügnen Tonne, -vaß ‘Viele für den malmber Waffenstillstand gestimmt, weil sie dem Könige von Preußen kein Demecnti geben und dem künftigen Kaiser das Pensum iht verderben wollten, Er erinnere ‘an den 6. Oktober , da die berliner Versammlung die Deutschen in Destcrreich untcrstüht schen wollte. Man habe sie aufgelöst; man habe Wien fallen lassen, um Preußen zu heben. Anarchie sei der Vorwand gewescnz allein es set nur eine Anarchie des Privatrechts gewesen, welche nicht in Be- tracht fommen könne, wenn nah einer Gestaltung ringende Völker ¿ujammensticeßen. Seine Partei habe treu ausgehalten , cines threr edelsten und besten Glieder sci in Wien gestorben, während Welker now) „uicht von Olmüß zurückgekehrt, um zu erzählen, wie man E jene Ueberzeugung lebe und sterbe. (Bravo.) Der Redner E wri eret N zu Deutschland zu spre- nánlfarisen lat car fshaus nicht beschi>ken und die hu- Ee O N Merdan feinesfalls auch auf eine Combi- Gluéatione diaaa Ae le nur s) Absolutismus gründe. Grete griff vér) Gesanirat = airs allein dabei verschwinde der Be-= Russen retten dürfe, um nit welche man keinesweges vor den fur dasselbe thten. Man. dasselbe zu thun, was die Russen jetzt

Köder ‘hüten; bien far at E sich vor Oesterreichs materiellem

wêlce einzubeißen man“ nicht ee Angel des Absolutismus stè>e, und

die ‘Märkte in Ungarn und A irie aas Und Dann, wo seien

Blut erobern und düngen Der-Rare Man solle sie nicht erst mit Kleindeutscland zu spr chen; ee: : “b tommt auf das sogenannte Existenz zu und es könne die K hi m die Nothwendigkeit der werden. “Allein er habe dann edi ur nur durch dasselbe gerettet zwei Forderungen an desselbe

rag t Jin Ae Wahrung ‘der errungenen Volksfreiheiten zu {haf

wcitens die Vervflicht 6

Liv: Allein init ‘dem Cla neen, Sroßdeuts{land Aleindeutschland -dicse Anforderungen E fönne und werde Crhkaiscr sei es eine unrichtige Rechnung Tr hae mit ‘dem Worte des Abgeerdneten Vogt, Berlin betreffend weise auf die Perlin felbst hin. -Man becbacte “die Besthräuikur, o weise au heit, welche sich das Ministerium Manteuffel e ger Frei- wage, indem es dieselben zugleich mit der "Aussich

den meisten deutschen Staaten Minoritäts-Ministerien bestehen, man gebe vor, die Civilisation retten zu wollen und trachte zugleich da= nach, der- Demokratie den Mund zu stopfen. ( l stitutionellen Freiheiten werden in Deutschland geachtet ; daher komme es, daß keine Ruhe sei und werden könne, und man wolle Be- rá: Ob man glaube, daß jene Männer in Berlin ihre Köpfe deswegen an die Contre-Revolution geseßt, um sich-von Frank- furt Geseße geben zu lassen? Was man thun wolle, wenn sich die- jelben weigerten, ‘die Grundrechte einzuführen. und feilschen wollê mit der Volkssouverainetät? Seine Partci habe dies nie-gethan und {verde es nie thun. daß der Erbkaiser cin Großdeutshland machen werde, ob er die deutsch=österreichischen Provinzen holen werde. Man lese, wie die erbkaiserlichen Organe über jeden Sieg der Der Redner {loß damit, däß er behauptet, Nur wenn derselbe Geist, der im März 1848 wehte, der fern von Partikularismus, dessen Losung gewesen : Hingabe für das Ganze, Fürst und Volk wicder erfasse, dann könne vielleicht das Werk der Einigung dieser Geist nicht wieder heraufbeschworèn werden können, dann sei Seine Partci habe dicsen Geist nicht verloren, Mandat festgchalten, und wenn aus threm sie die frühere Fahne Sic wisse, wohin Sie werde aber auch

mebr dur< die Existenz und Schaffung mehrerer Kaiser ver= Ér komme in Versuchung, zu glauben, daß der mo= archise Begriff kindisch zu werden beginne, da er sich selbst auf- s 1 Ministerium bei der Abstim-

Nicht cinmal die con- s{ränkungen.

Ob man mäfeln Und ob man dcun glaube, Er glaube es nicht,

Magyaren trauern. ein Erbfkaiser sei kein Heil.

cutshlands gelingen.

das Volk betrogen. Sie habe dás Mârz

forttragen in den kommenden Tagen der Gefahr. die Gewalt zuerst schlage, wenn fle eintrete. zu Grunde gehen können und si<h der Worte des großen Dichters Leben is der Güter höchstes nicht, der Uebel größ- tes aber is die Schuld.“ (Bravo links.)

Heinrich von Gagern: benes Wort zuhalten

Wir haben dem Volke unscr gege - cin Wort, das ich ihm nie gebrochen habe

und so {liche i< mi< denn dem Antrage Nicht wie einem Nothanker, an den man sich klammern müßte , föndern weil darin Alles errcicht is, mas die vernünftige Lsung unserer Aufgabe auêmacht. trage anszuscbcn, so ist’s, daß die Negierungsdesiderien nit genug berücksichtigt worden, denn mit der Verständigung mit den Regie rungen war mir es steter Ernst. nicht wesentlich, aesprochen, vorbehaltenen

und_ des Verfassungs - {usses an.

an dem An Indessen find die

Aber daran halte ih fes, daß, wenn wir das lebte cinem nächsten

Abwcichungen

Veränderungcn Erschaffung

Retchstage Bundesstaatcs

Scelbstständigkeit einzelnen Staaten erhielten, so weit sie verträglich war mit ciner Volk ist berechtigt, die Verfassung Die Hindernisse, die sie

Verfassung

cinheitlichen Regierung. jobt aus unseren Händen zu empfangen. crfahren könnte, fürchte ich, aber nicht von den Regierungen, wenn nur das Volk ancrkennt, daß wir ihm geben, was unter den Um- ständen irgend möglich war. die dem Vaterlande droht, nicht dazu drängt, daß ich den Ausschuß Vorschlag annehme, so leugne ich sie doch nicht. Nicht, daß eine Octrozirung zu erwarten wäre, oder die Einsprache Regierungen,

Die Gefa V

Sie ist vorhanden.

Angelegenheiten konstituirten. ein Vorwurf Recht, daß ich úber die Stimmung des Auslandes niht so gut unterrichtct sei, als es für meine Stellung wohl wuün- Denn wohin i< keine Gesandten des Reiches 8 auch verschmäht, Spione zu sen Dies bezieht si<h u. A. auf meine Antwort über die russische Note, womit jedoch die Einwirkung der russischen Re gierung auf die f<leswig-holstéinishe Angelegenheit nicht geleugnet ‘Ich fürchte, wie gesagt, die Einmischung des Auslandes wenn sie eine feindselige wäre, gcrisches Volk von 40 Mill, , welches dann die staatliche Trennung sofort vergessen würde. Krieg, gegen cine große Nation gerichtet, is no< keine Gefahr Des Unterganges. Die einzige Gefahr vielmehr, die uns bestimmen muß, das Verfassungswerk zu beschleunigen, ist die Ungeduld unseres Vol Den Vorwurf, daß wir zu dem Ausgangspunkte unserer Re volution zurü>kehrten, den nehme i< dankbar an. dessen, daß i< fest und unverändert an dem gehalten habe, was ich zum ‘Heil des Vaterlandes für nothwendig hielt. sung Deutschlands mit wahrhafter Rcpräsentation des Volks kann Als ich diese Frage an dies Haus brachte, fühlte ih wohl, daß es die shwierigste von allen war, und daß dabei -mein ‘ganzer Ruf guf dein Spiele stand. triumvphirenden

schenswerth \chi>en konnte, dahin habe ich

denn wir sind ein krie

(Lebhafter Zuruf.) Cine Bedrohung mit

Jch rühme mich An einer Verfas

Orsterrcich keinen Theil nehmen.

Einer Speculation auf die Rückkehr der Oesterreicher clb ‘dürfen wir keinen Raum geben, denn sie wäre eine unbundesgenössishe, cine unsittlihe Speculation. das Band, welches zwischen Deutschland und Oesterreich bestehen gleich von Anfangs sehr cng sein werde, das bezweifle ich selbst, aber ich bezweifle nicht, daß dies Band der Entwickelung ( und Trutbündniß, wenn wir es mit Oesterreich \><{lö}en, könnte uns «állerdings die Rolle zucer- theilen, die jeßt in Siebenbürgen die Russcn spielen. wäre keine Jntcrvoention , sammt = Interessen.

ein Triumph möglich ist.

fähig scin werde. Ein Schuh = Allcin das Aufrechthalten | Gemecinschaftlichkeit und Handels - Systems berührt Herr Heinrich von Die natürliche Politik Deutschlands fei von der Oesterreichs ner kommt auf den Civilisationsberuf Oesterreichs gegen den Osftcn zurück, indem er immer noch hot, es werde, nachdem die vorliegen- den Schwierigkciten gelöst seien , diesen Beruf erfüllen. mecinsame Politik ist, daß wir Oesterreih und Deutschland niht dulden, daß Frankreich im Westen und Rußland im Osten -ir- gond ein gefährliches Uebergewicht gewinne. nächstes Înterísse dabei, daß uns die Denau nicht entfremdct werde. Anders ist ?es ‘freili<h in Bezug auf Italien. von -Gagern, auch in Jtalien durfe Deutschland scinen Posten nicht aufgeben, so lange für Italiens Einheit und Selbstständigkeit keine Es ‘scheint daher nicht blos ausführbar, daß ein weitercr Bund zwischen Deutschland und «Oesterreich erretcht werde, fondern cs ist fogar die Pflicht beider ‘Völker-Kongrésse, die Lösung dieser Aufgabe zu finden. Jeßt zur Oberhäuptsfrage. Bunde, fo bedürfte es ‘keiner Frage, wer das Oberhaupt sein ‘sollte, Vor allen Dingen weise ih mit Ent-

eine Möglichkeit.

natürlichen verschieden,

Wir haben ferner -ein

Doch glaubt Herr

Gewähr gegeben ist.

Oesterreich in unserem es ‘war von selbst gegeben. rüstung den Vorwurf der Jntrigue zurü>. (Beifall.) intriguirt, ih habe mi nir gemcinèr Mittel zur Erreichung meiner | (Wiederholter, stärkerer Beifall.) meinen Ansichten niemals cin Hehl gemacht. daran erinnern e stan! d relen gelang,

Ich habe nie Absichten bcdient. Ich habe aus Aber i< muß Sie , wie diese- Frage stand, che es -unablässigen Wühle- den Süden Deutschlands gegen Preußen und gegen iz Deutschland war stets erbliche Monarchie ({ärmender Widerspruch), ihre 1815 in Wien «uf diese Regierungs-

zu beantragen

s Art Grei (t beglei die Kammern aufzulösen, wenn sie dieselben nit annehme, E,

5 caagf f nes Königs f wolle das Wahlgeseß beschränken gegenüber der Erfahrung, ‘daßin ônigs aufzuw

man “im J

form zurükam, wer widerstand? Oesterreich, weil es die Gefahren der deutschen Herrschaft nicht zum zweitenmale bestehen wollte und die deutschen Mittelreiche, deren Souvcrainctät aus der Napoleon? schen Herrschaft herrührt. Und als darauf der deutsche Staatenbund im Jahre 1848 auseinanderfiel, so erneuerte sich der Gedanke ciner deutschen Erbmonarchie. Jn jenem die parlamentarische Versammlung Deutschlands vorbereitenden Kreise versprachen die Republikaner, mit ihren Wünschen zurü>zustehen. Dies Wort sei ni<ht wenigstens nit von allen gehalten worden. (Unterbrechung: „Namen !“/ der Redner nennt „Hecker.‘‘) Aus dem damals aufgenommenen Preto- folle gehe hervor, daß au<h Welker mit der Kaiseridee jeßt nur zu seinem ursprünglichen Verlangen zurückgekehrt sei. Herr von Gagern schildert die Einleitungen, die unter seiner wesentlichen Mitwirkung zur Herstellung cines deutschen Parlaments in den süddeutschen Staaten getroffen ‘wurden, und unter welchen Vorausseßungen sie geschahen. Es geht aus den mitgetheilten Aktenstücken hervor, daß schon damals nicht blos ein deutscher Fürst, soudern eben der Komg von Preußen selbst zur Oberhauptswürde ausersehen war, Die Antipathieen, die Preußen jeßt in Süddeutschland findet, sind weder religiösen no< materiellen Hintergrundes, es is der Parti

fularièmus hier, die unklare Auffassung des Volkes dort und durch die Bemühungen der Gebildeten werden sie geflissentlich ins Velk gebracht (Beifall), Der Name Preußen - umfaßt schon jett einen Inbegriff von Deutschland. (Lärmen.) Oder ist seine Rhein- provinz nicht süddeuts<, war Schlesien nicht einst bei Desterreich, gehört nicht die Hälfte von Sachsen zu Preußen, Westfalen und die Mark? Als die nothwendige Folge des Erbkaiserthums wird sich von selbst das Vorrücken des Mittelpunkts aus dem Norden gegen den Súden ergeben. Es ist cine banale Phrase, dies Haus verant- wortlich) zu machen für die Wendung der Dinge in Oesterreich. (Lär

mender Widerspruch und Pause in Folge davon in cinem Zwischen- falle kommt der Redner auf die "von Herrn Vogt dem Ministeriunt \chuldgegebene „Jntrigue““ zurück.) Wir stehen in der Stunde der Ent

scheidung. Niemand von uns hat vergessen, daß unscre Versammlung aus dem Volke hervorgegangen ist. Darauf baue i< meine Hoffuung. Sie werden aus der Paulskirhe in Jhre Heimat zurü>kehren, Sie werden die Vermittelung übernehmen zwischen unscren Beschlüs- sen und dem Volke. Das i} ein unermeßlicher Einfluß, auf den ich vertraue, und so erlauben Sie mir, daß auch ih mit der An- führung eines Dichters \c{ließe. Nämlich mit der bekannten Auf- forderung Walters von der Vogelweide an das deutsche Boll, si< einen König zu geben. L :

Nur Herr Berger von Wien erhält no< das Wort. Er spricht in einem dem Vortrage des Herrn Gagern entgegengeseßten Sinne. Die Abstimmung findet, nachdem heuke der Schluß Der Debatte beliebt worden is, in morgender Sibung statk. Ven De- richterstattern der Auss{huß-Mehrheit und Minderheit is das Wort dafür vorbehalteu.

(Telegraphische Depesche.) Frankfurt, 2 . März, 3 Uhr Nachmittags. Die Abstimmung beginnt. Erst wird Über den Antrag auf Tagesordnung, dann über den des Verfassungs - Aus- \chusses abgestimmt. Fallen beide, so werden Anträge auf Modifi caticuen an die Reihe kommen.

4 Uhr Nachmittags. Der Antrag auf Tagesordnung verworfen mit 272 gegen 267 Stimmenz eben so der des Verfas sungs - Ausschusses mit 283 gegen 252. Die Abstimmung Uber die Modifications-Anträge dauert fort.

47 Uhr Nachmittags. Die Abstimmungen sind auf morgen vertagt.

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L a M 200 Mas Gan D. Dem öster» reichischen Gesandten, Ritter von Schmerling, ist in Bezug auf di Kündigung des malmöcr Waffenstillstandes von dcr österreichischen Regierung ngstehende Weisung zugegangen: „Wien, den 11, März. Hochwohlgcborner Herr! Beinaghe {gleichzeitig mit Jhrem Berichte Nr. 73 vom 26sten vorigen Monats ist mir die Anzcige zugegangen, daß die Königlich dänische Regierung dcn Wasffenstillstands Vertrag von Malmöe bereits wirklich) gekündigt habe. Die Besorgnisse theilend, welche diescr Entschluß des Kabinets von Kopenhagen dem Reichs - Ministerium einzuflößen gecignet ist, habe i< gern des \cn Wünschen entsprochen, und bcreits dem Kaiserlichen Gefand- tcn am dáuischen Hofe die Weisung zugehen lassen, nah Kräf= ten dabin zu wirken, um “die Königliche Regierung ¿zum Ab- {lu}se eines neucn Waffenstillstands - Vertrags für cine der Wich= tigkcit dcr Friedens-Unterhandlungen entsprechende Daucr und mit Bcibehaltung des Status quo zu bestimmen. Ueberdies Habe 1h den Freiherrn von Vrints beauftragt, dem Könige und Dessen ver antwertlichen Räthen an das Herz zu legen, bci der zu London cr- ¿fneten Friedensuntcrhandlung nur der Stimme wciser Máßi- gung zu folgen, damit aufrichtiges Entgegenkommen und reduicher Wille von allen Seiten rasch zum guten Ende führe und cin im Geiste -dcs Fricdens und der Versöhnung abgesc<lossener Bertrag in alcichem Geiste vollzogen werde. Len Crfolg. diejer Schrille werde id aucl durch gleichzeitig an den Grafen CollorcDo abgchende IVei= sungen zu fördern suchen, dur< welche ich diejem Gesandten be- dcute, nach beiden Seiten hin billige ForDerungen mit scinem gan- zen Einflusse zu unterstüßen. Ih ersuche Sw. Hochwohlgeberen, von dem durch mich Verfügten Mittheilung zu machen, und bei diesem Anlasse die Versicherung einer vollkonimènen Hochachtung zu

empfangen. Schwarzen Pera

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Hesterreich. Wien, p März. Heute if folgendes 23stes Ar Bülletin veröffenttiht worden : Nas U i e im 28sten Bülletin veröffentlichten Berichte über das Treffen von Medias sind nachfolgende Crläuterungen vom Feldmarschall- Lieutenant Puchner cingesendet worden : Nach dem am 2ten d. M. mit vieler Umsicht vom Oberst und Qua - Brigadier van der Null geleiteten Aoant- garde - Gefechtc bei Klein - Capus wurde am Zten der Feind aus dret festen Stellungen gcworsen und zum, Rückzuge „nach Medias gezwungen, Die kleinen Thäler, welche senfrect in die Kokel münden , und die Straße von Kopisch nah Medias senkrecht dur<shnciden , gaben mit ihren steilen Leh- nen dem Feinde cben 10 viele vortheilhafte Aufstellungen, welche jedoch «dutch das gut angebracht? Artilleriefcuer einer jungen erst fürzlich unterrichteten Mannschaft, und gut geleitete Umgehungen über bewaldete Höhenrücken in desFeindes linkeFlanke, genommen worden. Der glücklicheErfolg in den zwei ersten Stellungen hatte dieMannschast jedoch beim heranbrechenden Abende-derart begei- stert, daß sie, ohne den. Erfolg der Umgehung abzuwarten, seine dritte Stellung vor Medias, wo er seine Batterieen hinter Erdaufwürfen über Bank feuern ließ, -plöglich mit dem Bajonnet angriff und erstürmte, Selbst sein gelegter ‘Hinterhalt im Cibersdorfer Thale , wo er unverhoft gegen E rechten “Flügel mit 2 Geschüßen, cinigen hundert Mann O It fune Kavallerie von Eibcrôdorf heroorbrach, verfehlte gänzlich E 4 aug, und diese Truppe mußte si< über Menschen, Reichersdorf N A Sti zurü>zichen, Die cinbrehende Nacht gebot F Sve i as lung stehen zu bleiben, um so mehr, als E ie E Feind f, a „Vor der Verheerung cines flüchtigen und aen N g i 06 schüßen wollte, als auh, „um die schon drs i ganzen Tag fechten- den und ermüdeten Truppen nicht L U A acht in ein. ge- fährlihes Straßen.- oder Defilee - Gefe arf zu verwi>elu , während- k ) wußié daß der Feind neue Verstärkungen aus Schäßburg ‘fchou L O erwartete, Das ‘bedeutende Jusurgenten-Corps hatte

och , * S “ind war vom Rebellen Vem in Person :kemmantdirt, »: Q Be,

Der feindliche Verlust in diesen beiden Tagen beläuft sh auf 100 Todte,

0 Verwundete uud 100 Gefangene. Ueberdies wurden im Spitale zu

cdias 170 Blessirte vorgcfunden. Unsere brave Artillerie demontirte dem

inde 6 Geschüße, und sprengten zwei Karren in die Luft, Unserexrseits lieben auf dem Schlachtselde Hauptmann Baron Jugenißz von Erzherzog Carl Ferdinand Jnfanterie mit 27 Mann. Blessirt wurden 207, Der Sieg war blos durch zwei Brigaden, ungefähr 5000 Mann, crfochien, und die Neferven kamen gar nicht ins Gefecht, Den Aten bei Tagesanbruch as pes Angriff auf Medias beschlossen , welches der Feind während der Nacht verlicf , und aus dem rechten Kokel - Ufer nah Schäßbueg abzog. Aus der Bukowina wi: d geme!det, daß Oberst Urban die Jnsurgenten durch wicderholte Streifzüge forlwährend beunruhigt, so hat er neuerlih mit

nur einigen hundert Mann cin feindliches Lager bei Tihuza überfallen, gegen 1000 Mann und mehrere Offiziere gefangen genommen und nach Czernomih absühren lassen, Die Rebellen beabsichtigten bei Wisniy und Putt einzudringen und sih nah Galizien durchzuschlagen, aber die Gegend if mit Militair stark beseßt, der Landsturm gut organisirt und das Volk vom besten Geiste beseclt. Militair- und Civil - Gouverneur: Frhr. von Welden, Feldzeugmeister.

Dex Verlag der Allgemeiñen Desterreichischen Zei tung zeigt unterm heutigen Datum an: „Auf Befehl Sr. Excellenz Des Herrn Civil- und Militair - Gouverneurs, Freiherrn von Wel den, ist die Herausgabe der Allgemeinen Oesterreichischen Zeitung eingestellt worden. Die nöthigen Schritte zum Wieder erscheinen derselben werden eingeleitet und der Erfolg wird bekannt gegeben werden. Seiner Zeit werden vie Herren Abonnenten in derjelben Weise entschädigt werden, wie dies bei der ersten Sus pension während der zwei leßten Monate des verflossenen Jahres geschehen ift.“

' Das heutige Lloyd enthält folgende Nachrichten: „Es wird jeßt cine hochwichtige Kommission niedergeseßt, welche behufs vor zunchmender Abänderungen den österreichischen Zolltarif einer sorg fältigen Prüfung unterziehen wird, Der Sections-Chef im Finanz Ministerium, Herr von Baumgartner, wird deren Leitung überneh men. Vom Handels = Ministerium sind ihr die Ministcrial - Näthe Czornig und C\ch zugetheilt. Auch das Ministerium für Landes fultur und Bergwesen wird ihr cine Vertreter beiordnen. Wir vernehmen auch, daß ausgezeichnete Fachmänner zur Bcrathung he1 beigezogen werden sollen, Das Ministerium hat \si\{< bcreit cr art, falls die anderen deutschen Mächte mitwirken wollen, die Beschlüsse der zu Dresden gehaltenen ersten deutschen Post Konserenz ins Leben treten zu lassen, und hat hierdurch wiederum einen thatsächlichen Beweis geliefert, wie ernst es ihm um die deutsche Cinheit sei, Wenn in Folge dieser Maßnahme eine Ver besserung im Postdieuste, nicht allein so weit Deutschland, sondern jo weit das gesammte Ausland betroffen ift, eintritt, so ergeben sich nachher ais eine nothwendige Folge auch durchgreifende Rcformen im Postdienste des Julandes. Baron Kübeck ist jeßt in Ofen, wo er in einer amtlichen Eigenschaft dem Fürsten Windischgräß zur Seite steht, Wir haben Ursache, jenem ausgezeichneten Manne “dankbar zu jein für die Aufopferung, mit welchex er sich, troy seiner geschwäÄch ten Gesundheit, einem wichtigen und anstrengenden Dienste unter zvgen hat, Die Juteressen des Staates konnten besseren Händen t anvertraut werden. Vom 1sten des k. M. gn wind das de taillirte Budget der wiener Gemeinde über alle Einnahmen und Aus zaben alle Vierteljahre in der Wiener Zeitung veröffentlicht wer Auch foll der Gemeinde - Rath willens fein, die Rechnungen die Ofkftober-Auslagen v. J. zu veröffentlichen.“

Müllermeister Bauer , chemaliger Deputirter im Reichs tage, ist in Mannersdorf mittelst Rathsbeschluß der hiesigen Krimi nalbchörde arretirt und diesem Gerichte übergeben worden.

Die Direction der Kaiser Fcrdinands - Nordbahn hat folgcnde

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Kundmachung erlassen: „Nachdem die Vereinbarung wegen Der Ausgabe der Karten und Aufnahme des Neiscgepäcks mit den Di

‘cftoaien der Niederschlesish-Märkischen, Berlin-Hamburger und Stet iner Bahn mit dem 18ten d. M. abgelaufcn ist, so findet die Kar n-Ausgabe und Geväcks-Aufnahme für das Ausland von nun an bis Ratibor, Kosel und Breslau statt.‘ Das Josephstädter Theater, welches cinige Abende geschlossen

war, ist an Herrn Pokorny übergegangen und von dicsem wieder

ero}nel word Im Pralt dortigen (

r werden Befestigungswerke angelegt, daher cin Theil Sasthauslofalitäten wird geräumt werden müsscn.

Hannover. Harburg, 20. März. (H. C.) Die braun \c<weiger Artillerie, welche heute Morgen hier angekommen, is dDie- fen Nachmittag mittelst Dampfschiffes nach Altona expedirt worden ; ferner sind das erste Bataillon vom fünften hannoverschen Jnfan

Regiment und das erste Bataillon vom ersten” hannoverschen Regiment zur Uebcrnachtung hier eingeru>t.

! e Da Ote 1g gegen 6 Uhr traf die erste deutsche Dampffregatte, welche heren Namen „Britannia“ nun in „Barbarossa“ verwan alücflih vor: unserem Hafen cin und wurde mit ciner

aus den hier stationirten Geschüßen und mit dem donncrn

Hech der Einwohner empfangen. És soll unverzüglich mit den inrichtungen zur Armixung begonnen werden. .

Die zweite Dampffregatte „Acadia““, welche unweit Terschceling

denburg. Brake, 18, März. (

auf eine Untiefe gerathen, aber ohne erhebliche Beschädigung wieder flott geworden war, is dem Vernehmen na< mm einen holländischen

Hafen eingelaufen, um die erforderlichen Reparaturen vorzunehmen,

Schleówig - Holstein. Schleswig, 19. März. (Alt, Merf.) Ju der heutigen Sißung der Landcs-Versammlung wurde nachstehendes Schreiben des Reichs-Ministeriums. an die gemeinjame Regicrung verlesen: /

Der Unterzeichnete hat mittelst Schreibens vom 1sten d, M. die gemein- same Regierung der Herzogthümer Schleswig-Holstein benachrichtigt, dap das Reichs-Ministerium an die großbritannishe Regierung die Anfrage ge- richtet habe, ob leytere die Versicherung erthcilen könne oder wolle, daß ste während ver unter ihrer Vermittelung stattfindeuten Friedens-Unterhandlun- gen die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten nicht zugeben und nöthigcn- falls mit allen erforderlichen Mitteln verhindern werde, Mittelst Schreiben vom 10ten d. M. hat der Königl. großbritannische erste Staatssecretair für die auswärtigen Angelegenheiten dem -diesscitigen Bevollmächtigten erwie- dert, daß Großbritannien eine solche Versicherung nicht ertheilen lönne, Zwar if die Aus sicht noch keineswegs verschwunden, daß vor dem 26stcn d M. cine Verlängerung der Waffcnruhe und des status quo zu Stande fomincn werde, aber alle militairischen und politischen Vorkch- rungen müssen sür den Fall des Wieder - Ausbruchs der Feind- seligfeiten am 26sten d. M, ohne Verzug getroffen „werden, Jn Erwägung des Jnhalts der von der gemeinsamen Regierung am 25

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"sten v. M, an das Reichsministerium gerichteten Erklärnng „ist daher :der Schöffe Dr, Souchay, Bevollmächtigter der freien Stadt Frankfurt bei dcr Centralgewalt, als außerordeptlicher Kommissair der Centralgewalt nah Schlestoig abgeordnet ivorden, um, für den Fall ‘des Rücktritts der jepigen gemeinsamen Negie- rung, im Einverständnisse mit derselben und mit der Landesversammlung die nöthigen Einleitungen wegen Einsezung einer Statthalterschaft in den Herzogthümern zu treffen. Diese Statthalterschast wird die Regierung der Herzogthümer im Namen der Reichsgewalt, mit Vorbehalt der Rechte des Landesherrn, -nah den Bestimmungen des in thatsächlicher Wirksamkeit be- stehenden Staatsgrundgesezes bis zum Abschlusse eiues Fricdens führen, Der Unterzeichnete hegt zu der erprobten Vaterlandsliebe der Mit- glieder der gemeinsamen Regierung das volle Vertrauen, daß sie -mit eder erforderlihen Anstrengung und Aufopferung dem Kommissair der

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Reichs8gcwalt zur Seite stehen werden, damit die Aenderung in den Re- gierungsverhältuissen der Herzogthümer ohne Erschütterung und in derselben ruhigen Haltung bewirkt werde, welcher die Herzogthümer seither auch in den schwersten Prüfungen behauptet haben. Frankfmt a. M., den 16, März 1849, Der Präsident des Ministerrathes: H, Gagern.“

Der Departemen!tschef von Harbou crklärte, daß, sofern ein Aus- {uß zur Prüfung dieser Angelegenheit erwählt weide, der Reichskommissair Dr. Souchay, wie auch die gemcinsame Regierung erbötig scien, mit dic- sem Ausschusse in Verhandlung zu treten. Es cntspann sich hierauf cine kurze Debalte über die dem Ausschusse ctwa zu ertheilende Znstruction, und Th. Ols- hausen stellte den Ant:ag, daß cin Comité von der Versammlung ernannt werde, welches nähere Mittheilungen von dem Herrn Reichskommissair und der gemein- samen Regicrung entgegennehme und der Versammlung darübcr berichte, über welche einzelne Punkte die Versammlung sich mit dem Reichskommissair und der gemeinsamen Negierung zu vereinbaren haben möchte, so wie Vorschläge über die Art dec Vereinbarung der verschiedenen Punkte hinzuzufügen, wo- durch cine Vereinbarung mit den beiden gena! nten Auteritäten von Sciten der Versammlung ermöglicht werde,“

Nach dem Schlusse der Debatte wurde die Wahl cines Comités der Versammlung einstimmig belicbt, und die von Th. Olshausen bean- tragte Justruction mit entschiedener Majorität angenommen,

Am Schlusse der Sitzung richtete der Syndifus Klenze an das De- partement des Kriecgs8wesons die Frage, worai De

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Nichteinberufung der Militairpflichtigen, woclche sich früher frei geloost hätten, beruhe, wahrend doch die âltere, zum Theil verheirathete Mannschast, welche pernultert ge wesen, wieder cinbcordert sei, Der Departcment-Chef Jacobsen erwiederte, daß man die ältere cingcübie Mannschaft gegenwärtig nicht entbehren könne ; zur Bildung der zu errichtenden Reserve-Batagillone hätte die Einberufung der bisher Üeberggngenen und der 2ljährigen, zumal da sich eine große Zahl Freiwilliger gestellt habe, genügt. Die Einberufung dieser Klassen vor denjenigen, welche auf den früheren Sessionen Freiloose gezogen hatten, beruhe auf den gesetzlichen Bestimmungen.

Altona 20 Ma (Q C) Unsere Siadt gewantt heute wieder ganz das kriegerische Aussehen, welches in den Sommermo naten des verwichenen Jahres sih uns darbot. Mit dem heutigen Tage haben nämlich die Märsche der Reichstruppen in unsere Her- zogthümcr begonnen, und zwar überschriiten zuerst diesen Morgen die hon seit längerer Zeit in. Harburg stationirt gewesenen alten turgis{<hen Truppen die Elbe. Es heißt, daß diese ungefähr 1000 Mann starke Truppenmacht bereiis morgen nach Rendsburg abgehcn

und durch eine Abtheilung bayrischer Truppen ersetzt werden wird.

Frankrei. National Versammlung. Sihung vom 19. März. Anfang 1% Uhr. Marrast ist na< Bourges abgercist, um sich vor dem Nationalgerieltshof zu stellen, darum präsidirt Grevy vom Berge. Etienne verlangt gleich nach Protokellverlef man die Debatte über die Repräfentationsgelder des Vicepräsidenten Boulay möglichst kald vornehme. (Oh, Dh! zur Linken, Zur Ta gesordnung ! rechts.) Dav y wünscht, daß man auf Erthcilung oder Verweigerung der Genehmigung zur gerichtlichen Verfolgung der ucllsache zwischen Bourbousson und Lagardelte zurüclkomme. (Dh, h! Zur Tagesordnung!) An der Tagesordnung is die zweite ‘’esung des Klubgesißes. Payer unterstüßt den ministeriellen Ge sebentwurf gegen die Klubs, Zu allen Epochen der Geschichte feien Klubs tödtlih gewesen. Er befürwortet deshalb , im“ Ju teresse der Zukunft der Republik selbst, die - Aufgcbung der Klubs. (Murren zur Linken.) Mauguin überrciht während

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einer fleinen Pause scinen Ausfclußbericht über die für die pariscr | Bannmcile außcrordentlic wichtige Geträukstcuer, (Sehr gut!) | Jules Favre: besteigt die Tribune. Von vorn hcrcimn „epllarr er

die absolute Aufhebung des Vercinsrechts als eincn Verfassungs bruch, als cine Verlezung des Artikels 8. der Verfassung. Var {

rot habe Guizot mit denselben Waffen geschlagen, mittelst denen er

nun seine neuen Gegner sclbst bekämpfen welle. Er beschwört die Minister, diescs Recht nicht aufzuheben. Es set dies ein Staats

f : _ 7 E, % op 74 r  17 5 T M 111105414411 | \itrcich, Cr fich r1!lcn Der IVATET TAUCOEN 1 C, Q- (19 (IUTETTUIN j

behaupte, mit den Klubs könne kcine Regierung bestehen. Vas fei cin Irrthum. Die provisorische Negicrung habe allerdings bestanden. », Mai hing die

Stimme re<ts3: Abcr am 16, April und am ; j n O: April ivar

l l Regierung an cinem Haar! Pterre Levouv: v1 die Regierung uicht bedroht. Favre „¡EttichUuldigen Sie, ratit #6. April drang das Volk allerdings mit bis an die Mündung geladenen Pistolen in das Stadthaus. Jndesscn, bemerkt dcr Redner, haben die Klubs an Heftigkeit abgenommen. Sie sind jebt bei weitem ruhiger. Die Gefahr des Sozialismus ist im Verschwinden. : Wie wáre cs auch möglih, die Grundpfeiler der Gesellschaft, Religton, ] Nedner stimmt gegcit

Eigenthum und Fanilie, abzuschaffen!“ Ler r stin gc die vóllige Aufhebung Des Vereinsrechts._ Der ¡Favreschen NeDe [olgte eher Ermattung als Aufregung. Die Slßung wurde sur €1ne€ Dier

telstunde suspendirt. Fauchcr, Ministcr des Junern: Ver Redner, der \o eben die Tribüne verlassen hat, besißt so viel Talent, dasz er wahrhaftig nicht nöthig hatte, in Persönlichkeiten zu verfallen, wie er dies im Laufe feiner Rede gethan. Er wirst mir zunäch]k vor, Da ¡< das Klubageseß erst in einem Augenblick vorgelegt bätte, wo dies d

offentliche Sicherheit keinesweges erheischte. Das ist uicht meine Scl vin wellten warten, bis die Republik vom Lande geseßlich anerkannt worden. (Ah! Ah! zur Unken.) Der Vorredner negirte das Bei- spiel von 1789 und 96, indem damals keine Republik, sondern nur Revolutionen bestanden haben. Jch theile diese Ansicht. Klubs sini aut, um eine Revolution zu machenz aber ist die Revolution g( i<chen, dann muß die Regierung, das heißt die geseßgcbende Ge walt, das Vereinsrecht regeln. (Äh! Ah !) Der Geseb-Entwurf will feineswegcs das Prinzip des Vereinsrechtis aubeben (V gol nul die Permanenz dieses Reclts regeln. Täusche man sich indessen nicht über die vermeintlih cingetretene Stille in den Klubs. Die Chess

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stellen sich todt, aber das Feuer glüht unter der Asche. (Oh! L M) S ie öffentliche Meinung spricht si< übrigens gegen die unbegränzie Vercinsfreihcit aus, und cs is Pflicht des Ministeriums , de1 ¿ffentlichen Meinung zu gehorchen.“ Die Rechte katscht Die Linke zisht. Yves bekämpft den Entwurf als freiheitswidrig unter greßem. Beifall dex Linken. Kerdrel, eincr der Scecretaire der Rue de Poitiers, möchte das Vercinsrecht nicht durchaus abge haft wissen. Er bekämpft deshalb zu allgemeiner Verwundcrung den erstcn Artikel des Entwurfs, weil dicser die zufälligen Zusam menkünfte ebenfalls angreife. Für die Klubs aber habe er feine Symyathie. Die Versammlung unterbricht ihn mitten in seiner

Rede durch Vertagung auf morgcn. Sebluß 6% Uhr.

C Dcsfall.

Paris, 19. März. Aus Toulon schreibt man vom 15. März: „Auf ‘der Rhede is ne< Alles ruhig. Die zur Truppen Einschif fung gerüsteten Schiffe liegen bereit. Für den kommantirenden General sind Quartiere gemiethet.“ E

Die sardinische Regierung hat cin Manifest „an .die Nationen des civilisirten Curopa““ gerichtet, in welchem sie die Beschwerden Piemonts und des ganzen JItalicns auscinanderseßt und die Kün digung des Waffenstillstandes und Wicdcreröfsnung der Feindselig- feiten gegen Oesterreich motivirt. Das Manifest behauptet, es -jci der sardinischen Regierung kein anderes Mittel mchr übrig geblieben als der Krieg, weil ohne diesen Entschluß ‘die politische ‘und soziale Ordnung in Italien in die ernsteste Gefahr würde gerathen jein.

\chicdsmaßl, w(

Gencral Napic

der London-Tavern statt. Der Herzog Lo b

Ministcr und andcre angesehene Perfoncn

| Zukunft zu schauen; ein großes Ziel

J ourn.) Scit gestern Abend sind wir wieder blokirt, und dieses Mal einzig und allein, weil R Aussicht itehenden Feindseligkeiten mit Piemont der ganze Kanton

Außerdem hat der sardinische Miniftcr der auswärtigen Angele= genheiten, wie das Journal des Débats meldet, den Ge= sandten Englands und Frankreichs noch eine besondere Note übergeben, in welcher ebenfalls die Motive dargelegt sind, durch die sih das turiner Kabinet bewogen gesuhlt, diejen äußerten Enlschluß zu fassen. Es wird den beiden vermittelnden Mächten in dieser Note für ihre Bemühungen zu Gunsten Picmconts unD Ztalicns gedankt; dann sucht die Note darzuthun, daß Oesterreich keinen gus ten Willen gehabt habe, auf die Vermittelung cinzugehen, und {ließlich spricht sie die Hoffnung aus, daß England * und Franfk= rei, wenn viellciht cinige Sicge Sardinicns die österreichische Re=- gierung zu neuen Unterhandlungen auf ehrenvollen Grundlagen fur Piemont und Jtalien bestimmten, ihre ferncre Unterstübung Ddabct nicht versagen würden.

Herr Guizot wird nicht vor dem 15. Mai in Paris erwartet und will, wie es heißt, bei den Wahlen nicht als Kandidat auftre=- ten, würde aber wahrscheinlich cine etwa auf ihn fallende Wahl annelmen. 4

Um den Cinfluß der täglichen Gratisverthcilung in den Kajer- nen von 50 Excmplarcn des Peuple aufzuwiegen, hat das Eve=- nement ebenfalls 50 Excmylare von scinem Blatte tägli<h zur Verfügung ver Truppen gestcllt. :

Großbrita nd Irland. London, 19. Mârz. Der ueue Ler =:% ¿aber der britischen Armee in- Dstinticn, Gencral-Licutcnant Sir Charles Napicr, hatte vorgestern mil dem Premier-Minifier Lord John Russell cine amtliche Konferenz 1n Downing-Strcet und dann mit dem Hcrzog von Wellington, als Ober-Bifellshaber der ganzen britischen Landmacht, in Horse-GuardDs, wo die Anordnungen fur die Abreise Napicr’s besprochen wurden. Zu Adjutanten desselben sind die Majore Macmurdo, William Na=- pier und Sir Guy Campbcll und Capitain Byng ernannt und sein m (Hencralstab sind der Major Bunbury, der Oberst Napier und Dev Capitain Napicr, cin Neffe des Gencrals Six Charles Napier, beigege! Das Amt cines Militair-Secretairs bei demneucrnannten Ober=-BefcllsS- haber wird der Jugenieur-Capitain Pitt Kennedy versehen. Das Ab=

l L tindischen Compagnie dem

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(hes Die DITCTIOLCIT DEV L zu Chren veranstaltet lattcn, fand Lergestern in n Wellington, mehrexe Der

wohnten dem Bankett bei.

Den Vorsitz führte Six I. Lushington, der den Toast auf Napier ausbrachte und vas vollste Vertrauen. des Dircktorcnhofes zu den Eigenschaften und militgirischen Talentcn des CErnannten aué\vra, die derselbe bercits früher auf dem Kriegsschauplaz in Indien, in dem Feldzuge gegen die Emirs von Sind, bewährt habe. Hoffent= li, - fügte er l Dee Das Dostere Qo Les sich Uber die dortigen Ergebnisse gebrêitet, bald Loruberzie= hèn. Six Ch. “Napier vankte - und? crÆllivte Las c Dur den Rath und Beistand des Herzogs von Wellington und Dureh Die Unterstützung der Minister und des Direktorenhofes in seinem dwe- rcn Amt ermuthiat werde. êr Derioag Bon LOEUNAton, Dem Der

nächste Toast galt, sagt in seiner dankenden Antwort, er habe nie einem Fest der oftindischen Compagnie mit größerer Freude becige- l (7

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wohnt, als dem heutigen z (General Napier vLerdicne das ilm cene Vertrauen im vollsten Maße, ! j rigsten und wichtigsten ODpcrak führt, Uebrigens ertlarte Der Dinge in Judten “fux uicht qo betrachtet worden ; es licge feine Und man babe rente _OruUndb, 3 i DeA ja errci<ht, der Fall jener Festung Multan, dcren Befiz zur Hex beiführung des Friedens nothwendig gewes dieselbe sei nach ‘dings langer Belagerung, aber ohne Verlust von Mannschaft, ‘< unbedingte Uebergabe in die Hände der britis<hen Armee ge=- Zwar habe diese Armee in eincr Schlacht {weren Verlust / aber qroße Schlachten gingen ohne große Opfer uicht ab, auf solche Gefahrcn müsse man. gefaßt sein, wenn man Großes er- reichen wolle; leiht errungene Siege brächten au< wenig Ehre. Daun sprachen no< der Kolcuialminister Siri O. Grey, dcr Präsident l ostindischen Kontrolle, Sir J. Hobhoufe, und der vorige Ge- 1icral-Gouverneur von Ostindien, Biscount Hardinge, in Erwicde= nag auf die thnen dargebrachtcn Toaste. Lord J. Russell hatte e Abwesenheit durch cin Schreiben an den Vorsilßenden ent= Der vor cinigen Tagen in Londen gestorbcne Feldmarschall Sir ‘ge Nugent war der älteste General dcr britischen Armce. Ex Alter von 94 Zaren errei. Ult 0. Ui 1/709 t ex l

Fähnrich in den Dienst und nahu an dem crsten amcri-=

kanischen Kriege Theil. IVährend

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4 ooo an No A om 10S 049f 4. QAN e Ee 1798 befehligte er den nordUchen Bezirk von Örlan ui Jahre

803 wurde cr Gencrallieutcnant und Oberst des 6tcn Fnfantcrie=

Regiments, welches cr bis zu seinem Tode kommandirte. Jm Jahre Bef io

| in Indien ernannt, ‘beklcidete er dië=

s C Jm Juni 1846 wurde er zu cinem der neun le von England befördert.

sdsammlungen für den Papst in den katholischen Kir=

namentlich Dublins , liefern cinen fehr rei@lichen

Schweiz. Chiasso, im Kanton Tessin, 44. März. (Frankf.

( tadebky fürchtet, es könnte bci den in

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Tessin fich in se erheben, um den Lombarden zu helfen. Da zenwärtig sich gar keine Flüchtlinge mehr hicr aufhalten, so fällt 8 fehr auf. Hcute Morgen brauchte cs die größte Múhe des hiesigen

Direktors, um die Diligence und Felleiscn nach Mailand soe-

u können, da der den Gränzposten kommandirende Offizier dieselbe nicht durchlasscn wollte, obschon sie von cincm Kaijerl. öster- dischen Conducteur begleitet war. Die mit derselben angekomme nen Reisenden mußten jedoch - hier bleiben, und nun ist es durchaus

Jedermann verboten, die Gränze zu überschreiten.

Jtalien. T. 1 Ln, 12. Már3. (A. 3.) Der Finanzminister at der Deputirtenkammer zwei Gescßentwürse vorgelegt, von denen der cine die Regierung ermädhtigt, im Auslande ein Anlehen bis zu 50 Millionen zu machen, der andere, ein freiwtlliges Anlchen im Staate felbst zu erc}nen.

Turin, 15. März. (A. ZZ ‘Der König ist.in der Nacht auf den Uten d. nach Alessandria abgercist, zu seinem Stellverircti1 während feincr Abwesenheit von der Hauptstadt ist wieder der Prinz Eugen von Savoyen-Carignan ernannk.

Chrzanowsfki is zum “Generalmajor der Armee crnannt an der Stelle des General en Chef, was er hon war. Er wird dén Oberbefehl über die Armee behalten und untcr. seiner cigenen Ver- antwortlichkeit ausüben. Der König will jeine Soldaten in Person dem Feinde entgegenführen. Die Nachricht von der Aas des Waffenstillstands ist im ganzen Unde verbreitet. Fn Senn

herrscht darüber „großer Jubel,