1849 / 81 p. 1 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

; Í inen Amme aufgewachsen. Wie Kind, unter herzlotn E ivie ctlesten! Es t be le Be- P Romeo. Ein Mißbehagen wird niedergekämpftz man sucht ih zu überreden, die Darstellerin wolle die holde Schüchternheit cines jung- fräulihen Gemüths malen, in dem zum ersten Male die Leidenschaft an die Pforte klopft und die hon ahnet, welch ungestümem Gaste sie zu öffnen im Begriffe is, Sie tritt wieder aus, Nun, Julia Capulet, dein Schifsal erfüllt sich. verhehle es dir, verhehle es uns ‘nicht länger : du bist geliebt uud du liebst, mit aller Gluth einer Ztalienerin,

L Oen Dâchtest du, ich sei Zu schnell besiegt, so will ih finster bli>en, Will widerspenstig sein und Nein dir sagen, So du dann werben willst: sonst niht um Alles, So gränzeulos is meine Huld, die Liebe, So tief, ja, wie das Meer,

Aber Julia Capulet erscheint nicht auf dem Balkon, immer noch is es Fräulein Bernhard, die mit „entseßlicher Deutlichkeit“ uns jedes Wort zuzählt, jede Splbe mit der Aengstlichkeit eines Apothekers zuwiegt. Nein, waderer Apotheker, dein Trank wirkt nicht! Wenn wir einmal die Granwage zur Hand haben, so sei es gestattet, auf das falsche Gewicht, das sie führt, aufmerksam zu machen, auf die vielen unrichtigen Betonun- gen, auf die Pausen, die oft ebenbürtige geisteöverwandte Säße gewaltsam zu trennen suchen, wie der alte stolze Capulet, der auch keine Ahnung hat, was zusammengehört und was uicht, Fast alle Endsylben mit dem stum- men e wogen um eine volle Unze zu shwerz; der Laut war nicht rein, so daß es oft klang wie: Augon, bli>on, sagon. Auch steht ein modernes rothes Seidenkleid recht hübsch, gehört aber nicht in's vierzehnte Jahrhun- dert, und einen gefüllten Becher shwenkt man nicht in der Luft vor den Augen des Zuschauers,

Doch weg mit all’ den Einzelnheiten. Betrachten wir das Ganze. All€ weiblihe Gestalten Shakespeares, sagt eine geistreihe Engländerin , weil sie eben wahrhafte Weiber sind, lieben entweder oder haben geliebt oder sind der Liebe fähígz aber Julia is die Liebe selbs, die Leidenschaft is der Be- stand ihres Wesens und außer ihr hat sie keine Existenzz sie is die Seele ihrer Seele, der Pulsschlag ihres Herzens, das Lebensblut ihrer Adern, sich mischend mit jedem Atom ihres Körpers, Die Liebe, die so keush und edel in Portiía, so âtherish zart und furchtlos in Miranda, so beständig in Jmoyen, so süß vertrauend in Perdita, so tändelnd zärtlih in Rosa- linden, so hingebend in De8demona, so glühend in Helena, so sanft

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Theil des Publikums benrtheilt, bewies unter anderen der Monolog, bevor sie den Schlastrunk nimmt. Diese Scene erhielt den lautesten Applaus und war gerade eine der verfehltesten, weil sie in Miene, Gebehrde und Ton die abentheuerlihen Wanderungen ihrer Phantasie nicht harmonisch be- gleitet, sondern vorlaut zu fommentiren sucht und dadurch parodirt._ Solche aufgedrungene Empfindungsrezepte, mit allöopathischer Dosis, müssen jedes feinere Gefühl beleidigen. Aus dem Gesagten erhellt zur Genüge, daß der Grundtou gänzlich fehlte, deshalb erscheint es auch überflüssig, einzelne gelun- gene Momente heivorzuheben, weil sie ganz zufällig und isolirt blieben, Wenn Fräul, Bernhard Talent und Liebe zur Kunst besigt was hier noch un- entschieden bleiben möge #0 ist sie in ernstem Streben (wahrscheinlich durch frühe sogenannte Theatererfolge) irre gemacht und guf falschen Pfad gelo>t worben. Herr Wagner, der die Parthie des Romco erst kurz zuvor an Stelle des Herrn Hendrichs hatte übernehmen müssen, leistete be- dingungsweise re<t Gutes. Besonders glücklich bewegt si dieser Künstler fast stets auf den höchsten Alpengipfeln der Leidenschaft, während ex im Thale, in der Ebene oft wie sonnambul umherwandelt, Seiner künstleri- schen Persönlichkeit sind von der Natur keinerlei Schranken gesegt, und alles Störende ín seiner Darstellungsweise is nur Folge von üblen Gewohnhei- ten und Mangel an Uebung, Verständniß des Dichters, Urtheil, Geschmack scheinen ihm nie zu fehlen, aber Gewandheit des äußeren Habitus und ebenmäßige Durchführung. Auch schadet der Wirkung scines an si {ü- nen Organs ein gewisses Quetschen des Tones zwischen Zähnen und Lip- pen, wie man es häufig bei dilettantirenden Sängern hört.

Von den übrigen Nollen war erst kürzlich in den Blättern die Rede, Sehr zu beklagen sind indeß die übermäßig vielen Verstümmelungen des Urtexrtes. Warum giebt man denn, allen Mahnungen zum Trobe, nicht die reine Schlegelsche Uebersezung ?

Markt: Verichte.

Danzig, 16. März. An der Bahn wird gezahlt: für Wei- zen, fein 233—34pf\d. 75. Sgr., mittel 60 bis 70 Sgr., ordinair 15 Dis 99 3 oggen 10ND 2 Sor, 1250. 28 Cut, LLSPfD, Sgr.; Erbsen 28 bis 374 Sgr.; Gerste 100pfd. 16

a, LUSMD, 22 Sar 1100. wabe 277 Sor; Qafir 13 his 15 Sgr. pr. Scheffel, Spiritus 12% Rthlr. pr. 120 Qr. 80 % Tr.

|

Posen, 16. Mârz. (Der S{fl. zu 16 Mb. preuß.) Wei- zen 1 Rthlr. 25 Sgr. 7 Pf. bis 2 Rthlr. 4 Sgr. 5 Pf. Roggen 24 Sgr. 5 Pf. bis“ 28 “Sar. Gerste 22 Sgr. 3 Pf; bis 20 Sv, S V Hafer 14 Sgr. 5 Pl lis 16 Sar. =— Pf, Buchweizen 22 Sgr. 3 Pf. bis 24 Sgr. 5 Pf. Erbsen 26 Sgr. 8 Pf. bis 28 Sgr. 11 Pf. Kartoffeln 8 Sgr. 11 Pf. bis 10 Sgr. 8 Pf. Heu der Centner 17 Sgr. 6 Pf. bis 22 Sgr. Stroh das Scho>k 4 Rthlr. bis 4 Rthlr. 10 Sgr. Butter der Garniß zu 8 Pfund 1 Rthlr. 20 Sgr. bis 1 Rihlr. 25Sgr.

Köln, 17. März. (25 Scheffel.) Weizen direkt 6 Rthlr. Waare, altcr pr. März 6/4 Rthlr. W., 6 Rthlx. 1 Sgr, Geld, pr, Mai 5 Rthlr. 284 Sgr. W., 5! Rthlr. G. |

Roggen direkt 35 Rthlr. Waare, alter 35 Rthlxr. W,, 35 G,, pr. März 3% Rthlr. W., 3 Rthlr. 11 Sgr. G., pr.- Mai 3 Rtblrx 14 Sgr. W., pr. Nov. 33 Rthlr. W.

Gerste hiesige 25; W., oberländiche ZL

Ver Rthlr. W.,, Hafer 17 Nthlr, W,/ pr. Mat 41% Rthlr. $ Rüböl pr. 256 Pfd. mit Faß compt. 32%; R

02 Nbl, B, 31% Riblr, Q v, Oft, 30

O., geläutert 34 Rthlr. W.

Nthlr. W.

M

B etannimaGuUn ga.

Mit Bezug auf die Bekannimachung vom 12. Februar 1835, in B treff der Termine zur Näumung der Wohnungen bei deren Wechsel, wird hiermit zur öffentlihen Kenntniß gebracht, daß, da der erste April d. J. ein Sonntag ist, der ohne Unterbrehung fortzusepende und möglichst zu be- \hleunigende Umzug am zweiten desselben Monats beginnt und selbst bei den größesten Wohnungen bis zum vierten des gedachten Monats Mittags zwölf Uhr vollendet scin muß.

Berlin, den 16, März 1849,

Königliches Polizei-Präsidium, von Hin>eldey,

Nachdem über 2800 Paar wollene Strümpfe an die hiesigen Lrnpþpen

, p e 5 e: Ps Tun vertheilt worden sind, endet das unterzeichncte Comité hiermit sein Unter-

in Viole erscheint, is Jedes und Alles das in Julia: uns an sie, aber sie erinnert uns an nichts, als an ihr eigenes, s{<öónes Selbst, Fräul. B. brachte aber von allen diesen Seiten auch keine einzige

zur Anschauung und licß vollkommen falt, nicht“ weil

Verse nicht gut spricht, nicht weil das Tempo bald zu rasch, bald zu lang- sam war, nicht weil sie einzelne Momente ihrer Nolle falsch over gar nicht gufgefaßt, nicht weil ihre Haltung und Action unangemessen, sondern weil _— sie die Liebe selbs nicht kennt, oder doch sie nicht darzustellen weiß, also Anstatt ihrer an sich

geradezu den ganzen Jnhalt der Rolle verscherzt. Hangvollen Stimme die süßesten , {melzendsten Töne

zu entlo>en , forcirte sie dieselbe fast unablässig, wodurch sie die Farbe der

n

tieferen Oboentöne erhielt, Wie richtig Fräulein B, dabei einen gewissen

alle jene erinnern i : : _Vreslau, 21. Márz,

_auch gelbér 51, 56, 60 Sgx.

sie Shakespearesche

Gerste 20, 22

Her 22 24 Sat QOUE 10 17, 157 Sgr.

Kleesaat unverändert.

und Modulationen , ee Zink ohne Handel.

Weizen, weißer 53, 58, 62 Sgr

Roggen 31, 325, 344 Sgr.

Spiritus 6% Rthlr. zu bedingen. Ruböl 15 Rthlr. pr. 100 Ctr. bez,

Bei sehr flauem Markte mußte Weizen neuerdings weichen,

hm 1d \ seinen Dauk Jhrer Majestät der Hönigin, Jhren Königl. nehmen, und sagt seinen Dauk Fhrer Majestat der Non J D ‘? | Hoheiten den Prinzen und Prinzessinnen und der großen Zahl der übrigen

Wohlthäter und Wohlthäter-nnen, welche beigcsteuert haben,

Ferner dent

lithographishen ZJustitut, den Retact oncn der Zeitungen für unentgelt'iche

S R pes S E U Sh v Einschungen, entlich dem Sergeanten des Kat1}e1 Alerander Orenadter-2

x Ne

giments, Ramin, sür scine thätigen, g:ößtentheils unentgeltlichen Lienst-

leitungen.

410, Ul d Q, Keibel, Stadtrath.

(X

Es wird gebeten, no< vorhandene etwan'ge Forderungen an das L0- mité, an Fräulein von Schöning, Neue VQrünstraße Nr. 19, bis zum wo die Ncechnungen gesclossen werden, anzumelden,

Freiherr von Lens. Schaner, Stadtrath,

T S T E A I I S T Ri C I I Ri) S E L’ P E E E E C T I E

E

\ Sekanntmachungen. [114] Stedbriefs - Erledigung.

Der unterm 20sten v. M, hinter den Schmiedegesellen Carl Heinrich Blücher erlassene Stebrief hat durch die Wiederergreifung desselben seine Erledigung gefunden.

Berlin, den 9, März 1849,

Königl. Kriminalgericht hiesiger Residenz, Erste Abtheilung. Harrassowigz,

Nothwendiger Verkauf. Land- und Stadtgericht zu Bromberg.

Das in der Departementéstadt Bromberg, in der Vä- renstraße sub Nr. 118 belegene Grundstück nebst 4 Wie- s]sen an der Nepe, zur Buchhalter Landowskischen Kon- fursmasse gehörig, abgeshäßzt auf 8027 Thlr. 27 Sgr. 8 Pf. zufolge der nebst Hypothekenschein und Bedin- gungen in der Registratur cinzusehenden Taxe, soll

am 15, September 1849, Vormitt. 11 Uhr, an ordentlicher Gerich!sftelle subhastirt werden. Alle unbckannten Real-Prätendenten werden aufgeboten, sich bei Vermeidung der Präklusion spätestens in diesem Termine zu melden.

[28]

[115]

Am 31. März d, J.,, Nachmittags 4 Uhr, sollen in der hiesizen Provinzial-Zukersiederei 37 Kisten havarirten Zu>ers für Rechnung der Assuradeurs öffent- lih verkauft werden.

Stettin, den 15, März 1849,

Königl, See- und Handelsgericht.

Aachen-Düsseldorfer Eisenbahn- S Gesellschaft.

Behufs Mittheilung des Erfolges der

seit der legten regelmäßigen General-

Versammlung ‘bei den Staatsbehörden

Avon uns fortgeseyten Anträge auf Ueber-

nahme resp, Unterstüßung des Unterneh-

= mens, so wie wegen der dieserhalb er-

fo Beschlußnahme und eventuell behufs Voll-

R A zur definitiven Vertrags-Abshließung

mit der Staats-? tegierung resp, Vornahme der sich dem-

E bun diesen Vertrag ergebenden Abänderung der

in en, laden wir die Actionaire der Gesellschaft zu r außergewöhnlichen General-Versammlung auf

Mittwoch Ven 20. April c., Mittags 12 Uhr, nag Düsseldorf

in den ; hierdur<z n Nhof zum Prinzen von Preußen

Der im Art, 29, ves S \ ans ,+ «9%, des Statuts vorgesehene Nachwei r den Besi der Actien erfolgt an den Le nten

age s gen 1 Uhr g Beneral-Versammlung, Vormittags von vfites R Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, auf butadwecs cte in Aachen am Burischeider Verbin- dur Boibrin Ler durch Vorzeigung der Actien oder den Besig verselb® eines genügenden Zeugnisses über von inläodita en. Diese Zeugnisse tönnen

L ( en Notarien und kompetenten Behü E in Berlin von den H g Bevörden

E, erren Anhalt an denjenigen Orten, wo Directions. Mid E uer und von diesen ausgestellt werben, r wohnen,

Gegen Vorzeigung der Actien over

der Besiy - Be-

gen trittsfarten zum Besuch der General-Ver Aachen, am 20, März 1849, sammlung, o T6460 1,

scheinigung derselben erfolgt an ven obigen be: v “A n b Y u der angegebenen Zeit die Ertheilung, der ér

at a e ad E E eme D ard pratam tern e E ——

nachbezeichnete, vom Königlichen Schaß-Kollegium am 15, Dezember 1846 ausgestellte, zu den diesseitigen fünf- | prozentigen Eisenbahn - Schulden gehörige Obligation | au porteur Ltt, D L No::1623, uber 1000: Tbir \ Courant sammt dazu gehörigen Zins-Coupons von den | Välligfeit8-Terminen 1. Juli 1819 bis 2, Jazuar 1852 | und Talon am 23, Februar d, J. auf dem Bahnhofe | zu Berlin abhanden gekommen und deshalb deren Mor- | tification beantragt ist ; | so werden die unbekannten etwanigen Besizer der vor- beschriebenen Obligation nebst den beregten Zins-Cou- pons und Talon durch die gegenwärtige Ediktal-Ladung | aufgefordert, in dem auf den 19, März fommen- | den Jahres 1850, Mittags 12 Uhr, auf hie- | slger Königl, Justiz - Kanzlei anberaumten Termine die | in ihren Händen befindlichen Urkunden im Original so unfehlbar vorzulegen, ais die legteren entgegengesegten- falls für erloschen und ungültig erklärt werden sollen, [109] SdittealoLadung,

Auf Antrag einiger der nächsten Verwandten der in | nachstehendem Verzeichnisse genannten Abwesenden, so | wie im Verfolg des von dem Königlichen Appellations-

gericht zu Leipzig wegen Erlassung von Ediktalien be- hufs der Todes - Erklärung derjenigen der obgedachten Abwesenden, welche in solchen Ortschaften, die unter die Jurisdiction der unterzeichneten Behörde nicht gehören, geboren sind, der lezteren ertheilten Auftrags, werden die im nacbbefindlihen Verzeichnisse aufgeführten Ab- tvesenden, nämlich :

Johann Gottfried Seidel, Carl Gottlob Köhler,

Carl Gottfried Hammer, Gottsried Kirsten, Johann

Christlieb Schumann, Johann Christoph Möbius,

Christlieb Ludwig, Gottlob Stockmann, Johann Georg

Kreyschmar, Johann Christian Hoyer, Carl Gottlob

Heyne,

oder, dafern sie niht mehr am Leben sein sollten, bie- jenigen, welhe an das Vermögen derselben einige An- sprüche, sei es nun aus dem Nechte der Erbfolge oder aus irgend einem anderen Grunde, zu machen haben, hiermit öffentlich vorgeladen, bevorstehenden 27, Attguit 1849

zu rechter Gericht8zeit an hiesiger gewöhnlicher Gerichts- stelle bei Verlust der ihnen etwa zustehenden Rechts- wohlthat der Wiedereinsezuug in den vorigen Staud, so wie unter der Verwarnung, daß jene, die Abwesen- den, für todt, diese hingegen, die Anspruchsberechtigten, ihrer Forderungen für verlustig werden geachtet werden, entweder in Person oder durch gehörig legitimirte Be- vollmächtigte zu erscheinen , die erforderlichen Legitima- tionen beizubringen , ihre Anforderungen anzumelden und zu bescheinigen, mit dem bestellten Kontradiktor hierüber allenthalben re<htli< zu verfahren, dieses Ver- fahren längstens binnen se<s Wochen zu beschließen, sodann aber

| | f

j

den 9, Oftober 1849

des Schlusses der Akten und deren Versendung nach rechtlihem Erkenntnisse sowohl

den 5, Dezember 1849 der Publication des einzuholenden Urtels, nicht min- der, nah Befinden, nah Ablauf eines Jahres von dieser Urtels-Publication an gerechnet, der Ausantwor- tung des den Abwesenden gehörigen Vermögens an diejenigen, denen dasselbe rechtskräftig zuerkannt werden Aae sich zu gewärtigen, Uebrigens haben auswärtige dreien zu Annahme der künftig an sie ergehen- G R sertigungen Bevollmächtigte, welche im hiesigen

erichtsbezirke wohnhaft sind, zu bestellen.

riebstein bei Walbheim, den 6. März 1819. Avelich Arnimsche Gerichte allda. Krauße, G.-D,

Verzeichniß 26 Abwesenden,

Königliche Jusliz-Kanzlei zu Hannover, 116] den 14, März 1849,

Nachdem von Seiten des Amtsrathes Deichmann zu Bisperode, Amts Eschershausen, im Braunschweigschen bei obbemerfter Behörde zur Anzeige gebracht is, da

Î Johann Gottfried Sei \ eidel ist am 26, Dezember 1788 in Reihzenhain bei Wald-

Rochlig ie unter die ( 1h gehörigen Dorfe estellt, ist als Salt aus zur Mete | 1 als eho in Leipzig in Garnison Ghänbei, nats

rung sich hat zunäch

|

——_—_ —— aran ad diet A ————— - _ mals im Jahre 1810 in Stettin und im Jahre 1811 und 1812 in Danzig als Gemeiner der S8ten, von Hauptmann von Römer fommandirten, nachmals als Gemeiner der 4ten Compagnie des Jnfanterie - Regi- ments von Rechten si< aufgehalten und seit dem 5, April 1812 von seinem Leben“ und Aufenthalt feine Nachricht ertheilt, Jn seinem leßten, am 5. April 1812 von Danzig aus geschriebenen Briefe bemerkt er, daß das erste Bataillon, zu welchem jene vierte Compagnie gehört hat, den 9. April 1812 na< Marienburg mar- \chiren solle, Sein Vermögen beträgt dermalen 59 Thlx. 23 Nar

C R

IT. Carl Gottlob Köhler

ist am 30. Januar 1788 in Morißfeld bei Waldheim geboren, hat im Jahre 1899 von dem unter die Juris- diction der Gerichte zu Ehrenberg çejörigen Dorfe Eilebach aus zur Rekrutirung si gestellt, ist als Sol- dat ausgehoben , als gemeiner Musketier der siebenten Compagnie des Regiments von Rechten cinverleibt wor- den, hat als solcher der Armee im Jahre 1812 in den Feldzug folgen müssen und die leßte Nachricht am 3, August 1812 von Königsberg aus gegeben. Sein Ver- mögen beträgt jeyt 115 Thlr. 23 Ngr. 1 Pf.

U

Carl Gottfried Hammer

ist am 20, Juli 1808 in Beerwalde bei Waldheim ge- boren, hat na<hmals in Mittweida die Schuhmadcher- Profession erlernt, ist, nachdem er im Jahre 1827 sei- ner Militairpfliht Genüge geleistet gehabt hat, bald darauf als Schuhmachergeselle gewandert, auch nicht wieder in scine Heimat zurückgekehrt, und hat die letzte Nachricht am $8. April 1828 von Königsbrück aus gz2- geben, Sein Vermögen beträgt jegt 176 Thlr, 21 Ngr. p Pf,

DYŸ.

Gottfried Kirsten

ist am 5, November 1774 in Tanneberg bei Mittweida geboren, daselbst vom Jahre 1795 bis zum Jahre 1815 mit einem Hausgrundstü> ansässig gewesen, hat auch allda bis zum Jahre 1816 oder 1817 sih aufgehalten, in einem der zuleßt gedachten Jahre aber von Tanne- berg sich encfernt und seit dieser Entfernung von seinem Aufenthalte und Leben eine Nachricht nicht ertheilt. Auch sind die über sein Leben und seinen Aufenthalts- ort angestellte Erörterungen und Erkundigungs-Einzie- hungen erfolglos geblieben. Sein Vermögen beträgt JEBt O7 Dl 23 Vrgr,

VA

Iohann Christlieb Shumann

ist am 8, November 1789 în Unterrauschenthal bei Waldheim geboren, hat im Jahre 1809 von dem unter die Jurisdiction der Gerichte zu Kricbstein gehörigen Dorfe Heiligenborn aus zur Rekrutirung sich gestellt, ist als Soldat ausgehoben, nahmals dem zweiten Ba- taillon des Regiments von Rechten einverleibt worden, hat in diesem Regimente der Armee in den Feldzug von Jahre 1812 folgen müssen und im gedachten Jahre anfangs in Danzig und nachmals in Pillau gestanden und über sein Leben und seinen Aufenthalt von Pillau aus im Monat August 1812 die legte Nachricht gege- ben, Sein Vermögen beträgt jeßt 35 Thlr. 15 Ngr,

V1

Johann Christoph Möbius ist am 9, Januar 1791 in Aschershain bei Hartha geboren, im Jahre 1810 während seines Aufenthalts in dem Dorfe Erlau als Soldat ausgehoben worden und hat als Musketier im Jahre 1811 in Torgau ge- standen, is aber, laut seiner Angabe, gegen Pfingsten gedachien Jahres im Begriff gewesen, Torgau mit noch acht anderen Gemeinen desjenigen Regiments, bei wel- hem er gestanden hat, zur Kompletirung einer anderen Truypen - Abtheilung zu verlassen, Seit dem gedachten Zeiipunfte is über sein Leben und seinen Aufenthalt eine Nachricht nicht eingelangt, auch, der Erfundigungs- Einziehung ungeachtet, bei der betreffenden Militair- Behörde nicht zu erlangen gewesen, Sein Vermögen beträgt 75 Msl, Fl,

: Christlieb Ludwig ; ; ist am 17, Februar 1791 in Crossen bei Mittweida ge-

E aLE I ZETE E S O ME A

boren, na<hmals als Soldat ausgehoben, als gemeiner Musfetier dem Negimente von Rechten einverleibt wor- den, und hat die legte Nachricht über seinen Aufenthalt und scin Leben im Jahre 1812 von Dresden aus mit dem Bemerten gegeben, daß er der Armee nach Ruß- land folgen müße, Sein Vermögen beträgt 23 Thlr. 12 Nar, # Vf,

/ VIII.

Gottlob Stockmann

ist am 7, Janudr 1788 in Hilmsdorf bei Geringswalde geboren, mit seinem Vater Gottlob Stockmann (welcher im Jahre 1795 nah Zettwiß bei Rocblip sich gewendet und im zulcßtzedahten Dorfe vom Jahre 1795 bis zum Jahre 1834 ein Haus besessen hat, auch în Zett- wiy im Jahre 1836 gestorben ist) im Jahre 1795 nach Zettwiz gezogen, im Jahre 1812 als Soldat auëgeho- ben und am 26. August 1812 von dem in LToraau er- richteten Nekruten - Bataillon an das provisorische Ba- taillon abgegeben worden. Ueber seine ferneren Schick- sale i eine Nachricht nicht zu erlangen gewesen, Sein Vermögen betragt 54 Thlr. 4 Ngr, 9 Pf.

h ] [X

Johann Georg Kreyschmar, geboren in Bubendorf (im Staatsbezirke Borna) am 24, Januar 1770, hat sich am 29, Dezember 1817 in Zetiwiy mit einem Hause ansässig gemacht, solches bis zum Jahre 1834 besessen, au<h vom Jahre 1834 an no<h bis zum Jahre 1836 als Auszügler in jenem Hause si< aufgehalten, im Jahre 1836 aber Zettwiz verlassen und {eit dieser Zeit übec sein Leben und seinen Aufenthalt keine Nachricht gegeben. Eben \o wenig ist durch die erfolgten Erkundigungs-Einziehungen und Er- örterungen darüber: ob er noch lebt? und wo er sich aufhält ? ein sicheres Resultat zu erlangen gewesen, Sein Vermögen beträgt 48 Thlr, 17 Ngr. 3 Pf, G Johann Christian Hoyer,

geboren in Neuwallwiß bei Geringswalde am 3, Sep- tember 1790, ist im Jahre 1812 zur Königlich Säch- sishen Armee als Trainsoldat ausgehoben worden, hat als solcher im Monat Februar 1812 bci der vom Haupt- mann von Brause kommandirten ersten Batterie der er- sien Brizade in Blösto bei Guben gestanden, der Armee nah Nußland folgen müssen und im Monat Mai 1842 aus Polen die leyte Nachricht über sein Leben gegeben. Seit dieser Zeit hat man darüber: ob er noch lebt ? und wo er sih aufhält? der angestellten Erörterungen ungeachtet, Auskunft nicht erlangen können, Sein Der= mögen beträgt jeyt 94 a 24 Ngr.

Carl Gottlob Heyne, geboren in Holzhaußen am 1. März 1786, ist im Jahre 1806 als Soldat ausgehoben worden und hat als Ve- meiner dcs Regiments Prinz Maximilian oder von Low der Armee in den Feldzug von 1812 folgen müssen und die legte Nachricht über sein Leben von Königsberg aus gegeben. Seit länger als dreißig Jahren aber is dar- über: ob er noch lebt und wo ex sich aufhält? einige Nachricht nicht eingelangt, auch nicht zu erlangen ge- wesen, Sein Vermögen beträgt 45 Thlr, 19 Ngr, 9 Pf.

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e-

Preußischer

Staats-Anzeiger.

2 81. Berkin, Sonnabend deu 24, März

Alle Post-Anstalten des Jns- und

Auslandes nehmen Bestellung ai f

dieses Blatt an, für Berlin dic

Expedition des Preuß. Staats» Anzeigers :

Behren-Straße Ur. 57.

1849.

Mit dem Preußischen Staats - Anzeiger werden die vollständigen stenographischen Berichte über die Sißungen beider Kammern auch fernerhin ausgegeben werden. Wir bitten die verehrlichen Abonnenten ergebenst, ihre resp. Bestellungen für das mit dem 1. April c. beginnende Quartal gefälligst rechtzeitig o bewirken zu

wollen, daß dieselben in der regelmäßigen Zusendung keine Unterbrechung erleiden und wir in den Stand gesegt werden, die Stärke der Auflage gleih zu Anfang danach bestimmen zu können. Der vierteljährliche Pränumerations- Preis beträgt, mit Einschluß der genannten stenographischen Berichte und ohne Rü>sicht auf die Bogenzahl

derselben, L Rthlr.

S A L PRSCEO E E Ii P A R V L T

I

Umtlicker

è heil. Deutschland.

Preußen. Berlin. Freienwalde a, d. O, Konzert zum Besten

it Rinder des Generals von Auerswald.

S Uundes-Angelegenheiten. Frank furt a, M. Verhandlungen der

_vLrsassunggebenden Reichs-Bersammlung,.

Desterreich, Wien. Bekanntmachung des Civil- und Militair -Gou- verneurs, Vermischtes, A

Schleswig - Holstein.

A Verhandlungen der Landes- Bersammlung,

S whleswig,

Á u sl'anud.

Frankreich. National - Versammlun g. Verwerfung eines Ver- solgungs-Antrags wegen Duells, Bewilligung für den Vice-Präsiden- ten der Nepublif. Früherer Anfang der Sizungen, Debatte und Erklärung des Ministeriums über den Klub-Geseg-Entwurf. Paris, Die römischen Gesandten, Vermischtes.

Großbritanien und Irland, London, Abreise König Wil- helm’s 111, nah dem Haag. Parlaments - Verhandlungen. An- tritts - Adresse des Präsidenten Taylor. Ministerkrisis in Lissabon. Vermischtes,

Italien. Turin, Wortlaut der Aufkündigung des Waffenstillstandes. Las Manifest der sardinischen Regierung. Vermischtes,

Börsen- und Handels - Nachrichten.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht : Dem General - Major von Jenichen, Inspecteur der Zten Artillerie - Jnspection, den Rothen Adler = Orden erster Klasse mit Cichenlaub zu verleihen.

Dem Bäder Engelbert Sökeland zu Haßlinghausen bei Rennebaum, im Kreise Hagen, is unter dem 21. März 1849 ein Patent ;

auf cine dur<h Zeichnung und Beschreibung dargestellke

Mühle, insoweit folhe für neu und eigenthümlich erkannt

worden ift, e auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und fur des preußischen Staats ertheilt worden.

den Umfang

ltichtamtlicher Theil. Deutschland.

93, März. Se. Majestät der König dem Platz-Major in Saarlouis, Ritt meister von Barfuß, aggregirt dem 10ten Husaren- e Erlaubniß zur Anlegung des von Sr. Majestät dem Könige vot Hannover ibm verliehenen Guelphen - Ordens vierter Klasse zu e1 theilen.

VBreußen. Berlin, haben Allergnädigst geruht :

Tpetenwalde a. d. O,, 21. März, Gestern harten wir hier

| S 4 ¿ert zu Gunsten in der Stadt ein Konzert zu Gun} : A ( des seligen Generals von Auerswald, bei welhem wir das Glüd hatten, auc Ihre Königl, Hoheit die Prinzessin Loui]e erschei-

nen zu schen.

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Bundes- Angelegenheiten.

Frankfurt a. .M.,. 24; Mârz. (D. P. A. 3.) 190ste Sitzung der verfassunggebenden Reichs - Dev pgmiare lung. Tagesordnung : Berathung über den von Welker gestellten Antrag. ¿t A ; Die Sihung wird um 97 Uhr eröffnet, Vie Gallerieen un die Zuhörerräume sind wie an den vorigen Tagen wiederum Über- ullt. Das Wort erhält zuerst: i p Rêmer als Berichterstatter der Minorität 1. Bevor der Red ner zur Tagesordnung übergeht, fommt er noch cinmal auf VE nei - liche Behauptung des Abg. Wurm zurü, es habe Württemberg em Könige von Preußen die Krone Deutschlands angeboten, um jo mehr, meint er, als der Herr Minister-Präsident gestern denselben Punlkt berührt habe. Nach der Februar - Revolution seien in Stuttgart einige Regierungen - zusammengetreten, um sich über em ihren Völkern zu gebende freie Verfassung zu berathen. Dester- reich sei nicht dabei gewesen. Metterntch habe dort noch 1 herrsht. Zur Erhaltung der Ordnung und zux sicheren Tüh- rung der deutschen Angelegenheiten habe man vorgeschlagen , dem Könige von Preußen die oberste Leitung derselben“ in einem Bunde zu übertragen, Allein die Behauptung, daß eine Krone ihm ange- boten worden, sei irrig, Württemberg hat si immer in die De-

s{lüs}se der National-Versammlung gefügt, und wird es auch heute, wenn sle den König von Preußen zum erblichen Oberhaupte er- nennen werde. (Bravo.) Der Redner kommt auf den Gegenstand der Tagesordnung und berührt zunächst die vorgeschlagene rasche Annahme der Verfassung. Er erklärt sich dagegen. Denn er fürchte feinen Krieg, ex halte ibn für keine Gefahr, er halte ihn für nothwendig, um der allgemeinen in Deutschland herrschenden Gährung ein Ende zu machen. Von dieser Ansicht ausgehend, habe er gegen den Waffenstillstand gestimmt. Rußlands Augen seien nit na< Westen gerichtetz Frankreich wende seine Blicke nach Jtalien, Oesterreich habè mit sich selbst genug zu thun. Man habe au als Grund zur Beschleunigung den \{le{<ten Stand der Gewerbe, den Mangel an Vertrauen, die Minoritäts -Ministerien in den Einzelstaaten angeführt. Daß der Kredit gesunken, daran sei eben die Furt Séhuld, Man fürchte sich nicht, man sprenge keine Gerüchte aus von beabsichtigten Revolutionen, und das Vertrauen werde zurü>kehren. Die Centralgewalt habe gewiß alle Vorsichts- maßregeln zur Erhaltung der Ruhe getroffen, Reichstruppen durch- ziehen seit September das Land, feine Schilderhebung sei möglich, also sei fein Grund zu Mißtrauen gegen die bestehenden Verhält-

nisse, Freilich gebe es. Regierungen ohne Minister, allein es gebe derea auch, die zu viel haben, Was die Reaction be- treffe, die jept Jedermann sehe, so zweifle er, daß sie und die

terdrü>t werden. Seines Wissens selen his jeßt die Grundrechte in dent Lande, dessen König man wählen wolle, noch nicht einge- führt. (Links: hört!) Der Redner berührt hierauf Oesterreich und die bsterreichische Note. Er sei vollklommenDünüt einverstanden, daß, wenn Oesterreih auf seinen Vorschlägen: bestehe, man däs Bundes- verhältniß mit hm abshneide. Allein Oesterreich habe-sein legtes Wort noch nit gespxochen. Die oetroyirte Charte kortme vor einem Jahrè nicht zur Ausführung z bis dahin könne si< viel ändern. Dann glaube er, die bósterreichische Regierung kenne die. deutschen Verhältnisse bis jeßt zu wenig, sie werde andere Vorschläge machen, wenn sie dieselben besser“ kennen gelernt. Ér sehe ni<t ein, warum man, auch_ ivenn „Gefahren drohen, Oesterreich nicht no<h eine kurze Gt gonne, Und war

der nachgebliebenen Kinder |

die Dauer einer zweiten Lesung. Sr könne gar keinen Grund zur Beschleunigung finden. Werde Oesterreich jeßt verloren, so sei ‘es für immer verloren; man werde das österreichische Kabinet zu be- ständigen Machinationen gegen Deutschland innerhalb und außerhalb Deutschlands zwingen und so troß Erbkaiser keine Ruhe haben. Das Geschenk des Verfassungs-Ausschusses scheine ihm ein höcst ¿weifelhaftes zu sein. Dieser wolle die Verfassung der nächsten Versammlung zur Revision vorgelegt wissen, allein dann werde man einen Monarchen mit einem absoluten Veto haben, und jede Ver= änderung erschwert, ja unmöglich seim. Und gesebßt, es wären in der

selben wieder viele Gelehrte, die licßen gewiß keinen Stein daran. (Heiterkeit links.) Dann hätte Deutschland die Aussicht, aus dem Konstituiren nicht herauszukommen. Eine rasche Annahme der Verfassung sehe einer Ueberrumpelung. ähnli<h und werde beim Volke eine üble Wirkung hervorbringen. Ob denn die Preußen nicht partikularistisch scien, dies möge man ihm beweisen. Er behaupte, ganz Preußen sei es, sogar die Rhein - Provinz. Nach der Kollektiv =Note würde Preußen im Staatenhause wie im Volkshause das Uebergewicht ha- ben. Man sage, es sei eine große That, die Verfassung rasch zu vollenden und Deutschland Hohenzollern in die Arme zu werfen. Er frage, ob dies eine große That sci? (Bravo links.)

Schüler aus Jena, Berichterstatter der Minorität U, nennt den Antrag, die Verfassung in Bausch und Bogen anzunehmen, einen parlamentarischen Terrorismus, da die Linke in manchen Fragen die Majorität gehabt habe. Nehme man diesen Antrag zurü>, so werde eine größere Majorität für den König von Preußen stimmen. Der Partikularismus in Deutschland sei ein dynastischer, kranker; wohl gebe es auch cinen gesunden Partikularismus, welcher auf der lin- fen Seite des Hauses vertreten sei. Und sener dynastishe Partiku- larismus sei es, welcher den König von Preußen wolle. Auf der linken Seite werden einige Oesterreicher für und einige Preußen gegen den König von Preußen stimmen. Auf der rechten aber werde gewiß kein Oesterreicher für das erbliche preußische Ober- haupt stimmen, es wäre denn der Papst. (Heiterkeit.) Er glaube, daß sih die Preußen nur darum dem deutschen Kaiser unterwerfen, weil man ihren König dazu zu machen gedenke. Der Redner er wähnt hierauf der Möglichkeit, daß durh die Wahl des Königs von Preußen Deutschland in ein Nord - und Süddeutschland zer- fallen könne, wenn Oesterreih ausgeschlossen werde, Man be haupte, etwas beschließen zu müssen, was möglih und. aus- führbar sei, und berüdcsichtige dabei die Fürsten. Das sei au eine Art von Octroyirung. Der Kaiser werde kein mit demo- fratischem Oele, sondern: nur mit dynastischem Gesalbter. sein , - ein Kaiser der Fürsten, wenn er die Würde annehme; ob man denn glaube, daß er sie direkt von der National-Versammlung übernehme und nicht zuvor die Fürsten fragen werde, Er werde si< auf die Jürsten und nicht auf das Volk stüßen. Diese werden mit ihm ge- meinschastliche Sache machen und die Demokratie niederhalten. Hätte man einen Kaiser machen wollen, der si<h auf das Volk stüßte, hätte man einen mittleren Fürsten erwählen sollen, der gezwungen gewesen wäre, si< auf die Demokratie gegen die Fürsten zu stüßen. Bei einem solchen hätte man nicht zu besorgen gehabt, daß die Haus=

politik die überwiegende sei, Nichtskönne der Freiheit und Einheit gefähr-

Bureaukratie durch die- rasche Annahme der Verfassung werde un=-

licher sein, als ein Fürst mit ciner großen Hausmacht ; die Vergängen-

heit habe dies in Frankreich wie in Deutschland gelchrt. Ob die Belgier

darauf eingegangen wären, wenn man ihnen den Hexzog von Nemours

mit einigen 100,000 Soldaten geschi>t bätte. Das erbliche preußi-

che Kaiserthum werde sonst nichts als eine Assekuranz - Anstalt für

die deutschen Fürsten sein, eine Erneuerung des alten Bundestages.

Einen Monarchiecn-Föderalismus gebe es nicht, auch nicht nach dem

constitutionellen Prinzipe. Das Volk wolle die Monarchie nit

wenigstens nicht die Theorie des Monarchièmus, wovon das Bolf

nichts wisse. Es wolle seine Fürsten nur aus einer persönlichen An-

hänglichkeit behalten, und es würde gewiß auch ihre vollständige Beseitigung wünschen, wenn es sehen werde, daß die Monarchie die Einheit nit zulasse, Aus Ermattung wolle man jept den Kaiser machen; man wolle, es wäre Schlafenszeit und Alles wäre vorbei, Es sei zu bedauern, daß man sich auf Ideen stüpe, welche im Abnehmen begriffen sind, daß man sih. auf das Philister- thum süße, in welchem kein Fortschritt sti. „Er fürchte vou Rußland nichts, höchstens gegen die Demokratie. Cine „Res stauration werde es freilich vorziehen, desgleichen cine andere Form des Oberhauptes- in mehreren Personen vorziehen. Woher fomme es denn, daß die preußischen Truppen nicht nach Osten zögen, wenn dort Gefahr sci. Der Redner ersucht die Versammlung, _sich direkt der Minorität anzuschließen; durch $. 1 der Majorität sei Déster- rei ausges{lossen, und Oesterreich dürfe eben so wenig ausgeshlos= sen werden, wie si< selbst auss{ließen. Wie im Mittelalter der Konfessionsstreit geherrscht, so herrsche jeßt der Streit der Nationali- täten, Die Dynastieen haben sonst den Völkern die Namen gege= ben, Allein dieses Verhältniß habe aufgehört; man dürfe nit mehr nach der Theorie der Diplomaten vom wiener Kongresse fragen, welchem Staate, sondern wel<her Nation man angehöre. Er frage, was Deutschland wünschen müsse, ob, daßOesterreich Italien oder daß Deutsch- lañd Oesterreich verliere. Wenn man ein freies Deutschland wolle, so müsse man ein freies Ungarn, Italien, Polen wollen. Die lebte wiener Erhebung sei eine nationale gewesen, und man hätte sich Oesterreich erhalten, wenn Deutschland seine ganze Krast dazu an-

gewendet, es zu wollen. (Bravo links.) Er glaube auch, daß-die österreihis<he Gesammtmonarchie in dem jeßigen Ministerium teine Verbindung mit Deutschland anknüpfen dürfe und könne, Denn Oesterreich sei sa wieder das Oesterreih der Habsburg - Lothringer mit der alten Metternichschen Politik, welche an ni<ts Theil neh= men, ihre Hände aber überall im Spiele haben wolle; der einzige Ausweg sei, Oesterreich zu holen. Die Macht dazu werde nicht fehlen. Mau wollte von Olmúüß aus zugleich die deutschen Oesterreicher unterdrüd>en, Deutschland zerreißen; der Bürgerkrieg könne auch so kommen, allein halte er es für besser, wenn man zu dem Schre>en des Bürger= frieges ohnehin gezwungen werde, ihn zu führen, um Oesterreich zu holen, als um es zuglei<h mit anderen Theilen Deutschlands zu verlieren. Er empfehle den Antrag der Minorität, denn er könne nicht für einen Antrag sprechen, welcher scinem sittlichen Rechtsge- fühl widersyre<he. (Bravo links.) i G. Riesser, als Berichterstatter der Mehrheit des Aus\{hus= sus: Jch werde bestrebt sein, die Unbefangenheit des Berichterstatters zu wahren, so weit es möglich ist bei eigener Ueberzeugung, ohne welche an der vorliegenden Frage si zu betheiligen Verbrechen ist. Es ist zuerst das Formelle des Vorschlages, das in einer Abstim= mung beschlossen werden soll, angegriffen worden. Die Nothwen= digkeit der Beschleunigung hat die große Mehrheit der Versamm= lung anerkannt. Die Art der Beschleunigung kam in Frage, und cs wurde die Abstimmung Über die einzelnen Paragraphen ohne Debatte gegen den Mehrheits-Antrag vorgeschlagen. Es is zwischen beiden Vorschlägen zu wählcn. Wohin soll cine Abstimmung auf vicle Tage hinaus bei den verlangten vielen namentlichen Ab= stimmungen führen? Ob sie wohl der Anschauung des Volkes entspricht 2 Wird aus ihr ein zusammenhängendes ausführbares, mögliches Werk hervorgehen? Der Despotismùus hat in der Geschichte oft den Sieg über die Freiheit erlangt; denn er hat die Raschheit und Einheit des Beschlusses für sich. Zeigen wir dem Volke, daß wir den Absolutismus nicht nöthig haben, um einen großen rettenden Be- {luß zu fassen. (Beifall.) Die Revision der Verfassung im. Ein-= zelnen bleibt vorbehalten. Wenn auch der Staatskünstler im Einzel= nen erwägt: in das Volk dringen nur die großen Grundzüge der Verfassung. Diese, wie sie bereits beschlossen worden siud, hat der Ausschuß nicht in Frage stellen wollen. Es ist kein Zweifel, daß der Verfassungs - Ausschuß nah dem neuen - Vorschlage für das Reichs - Oberhaupt ein dsolutes Veto beantragt. Ueber diese Ab= weichung von der ersten Lesung einige Worte, Als der Ausschuß diese Frage erwog, handelte es sich no< ni<ht um Annahme der Ver- fassung in Bausch und Bogen ; also war nicht die vermuthete Ein- wirkung vorhanden. Die Regierungen hatten in allen ihren Anträ- gen das absolute Veto verlangt. Ünd in der That, so lange es in den einzelnen Staaten existirt, würde bei suspensivcm Veto die Reichsregierung nachstehen an moralischer Kraft und Ansehen, Die gründlichsten Bedenken gegen das absolute Veto sprechen aus af das nur suspensive. Achtet die Regicrung nicht das Men T Inte teresse beim suspensiven Veto, f wird dagegen auch bus - Antrag nit helfen, Man sagt, die Majorität für den AusshuL- elnhei- a unt j 3 en die verschiedenen werde gering sein. enn, wo gegen * enfaßt, do ; iner Abstimmung zusamm ; ten sich der Widerspruch in einer A s j óber anzuschlägett. eine Mehrheit vorhanden ist, so ist diefe Un! bie es die erste Ab«

Eine wesentliche Abänderung Des Wahlgeseßes,