1849 / 130 p. 1 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

atm

Reichs= und Gränzfestung Landau irgend ein Handstreih drohen

tönne (hört). Da ban habe si daher genöthigt gesehen,

nah Maßgabe des dort gültigen französischen Geseßes vom 24, Dez.

1811, die Festung in den Kriegszustand zu erklären und trage auf un=

verzüglihe Verstärkung der Garnison des Plabes demzufolge bei

der Reichsgewalt an. Die provisorishe Centralgewalt hat in Er= füllung ihrer Pflicht, die dem Reiche gehörige Reichs - und Gränz-

Festung Landau in threm Bereih gegen jeden Angriff, er komme,

woher er wolle, für das Reich sier zu stellen, die Verstärkung des

Plates mit 2 Bataillonen derjenigen Truppen verfügt, welche am

nächsten in Bereitschaft standen, und dazu ein Bataillon der îm

Reichsdienst stehenden Besaßung der Reichsfestung Mainz und ein

Großherzogl. badisches Bataillon von Mannheim bestimmt. Die

gedachten beiden Bataillone haben keine andere Bestimmung, als die

Wahrung des gedachten Reichsplaßes. Andere Truppen sind von

Reichs wegen niht nach der Pfalz gesendet. |

Jn Folge dieser Aurufungen und der darauf ertheilten Aut= wort stellen die Herren Ludwig Simou und Vogt den Antrag:

Jn Erwägung, daß die Volkserhebungen ín der bayerischen Pfalz und

in Sachsen die Durchführung der Reichs = Verfassung zum Gegen=

stand haben, daß daher der Reichsfrieden dur Unterstüßung dieser

Erhebungen gegen die renitenten Regierungen, niht aber durch

Bekämpfung derselben zu bewirken ist, aus diesen Gründen

bejchließt die National - Versammlung:

*ck die Volks - Erhebungen in Sachsen und der bayerischen Pfalz sind zur Dur(hführung der Reichs-Verfassung thatkräftig zu stüßen und zu hüten. ; 2

Die Antragsteller wollen ihren Antrag als einen dringlichen behandelt und die Berathung darüber auf die morgende Sißung

10 Uhr Vormittags unter Schließung der heutigen vertagt sehen.

Herr Schmidt von Wwenberg verwahrt sich gegen den

Schluß der Sizung, denn er hat mit mehreren Genossen einen

Antrag eingebraht, das Reichs-Ministerium des Kriegs in Anklage-

stand zu verseßen eben seines Verfahrens gegen die Rheinpfalz

wegen. *) :

Herr Sch midt verliest diesen Antrag, wona sih das Reichs= Kriegsministerinm des Verraths am Volke \{uldig gemacht und das Gesammtministerium sofort den Rückzug sämmtlicher Reichstrup- pen ‘aus der Pfalz zu verfügen hat, Von den Herren Dietsch und Schüß liegt ein gleiher Antrag auf in Anklageverseßung des Reichs= Kriegsministeriums vor. Beiden Anträgen wird vom Hause die Dringlichkeit abgesprochen, worauf sie von den Antragstellern zurü= gezogen werden. Dahingegen wird der -oben mitgetheilte Antrag der Herren L. Simon und Vogt als ein dringlicher anerkannt und seine Berathung auf die morgende Vormittagssißung unter Schließung der heutigen Sißung anberaumt.

Baden. Karlsruhe, 7. Mai. (Karlsr. Ztg.) Heute Nachmittag fand im großen Saale des Rathhause unter Vorsib des ersten Bürgermeisters , Herrn Malsch, eine äußerst zahlreiche

*) Die Antragsteller legen diesem Verlangen nachstehende Urkunde in beglaubigter Abschrift zu Grunde : : ; Frankfurt a. M., den 6, Mai 1849,

Das Reichs-Ministerium des Krieges an das ; Kommando der Großherzoglich badischen Truppen zu Mannheim. ; Das Kommando der Großherzoglich badischen Truppeu zu Mannheim wird hierdurch ersuht, Angesichts dieses zur Sicherung der Reichsfestung Landau, gegen die in der Pfalz ausgebrochene anarchische Schilderhebung, welche diesen wichtigen Gränzplaß ernstlih bedroht, durch Eisenbahn eines der beiden dort stehenden badischen Bataillone, mit Zurücklassung der noch ganz unbrauchbaren Rekruten und durch Marsch einer Eskadron des dorti- gen Dragoner-Regiments nah Lan-au zu senden und zur Berfügung des dortigen Gouvernements zu stellen, bis dessen Ablösung durch anderweitige

¿ öglich wird. R E Der Reichs - Kriegs - Minister I l Für die richtige Abschrift Mannheim, 7. Mai 1849, A Garnisons-Kommandant Roggeubach, Oberst,

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Versammlung der hiesigen Bürgerwehr statt, worin, nach längeren Erörterungen, folgende Beschlüsse getaßt wurdeu : G Ju Erwägung, daß der badische Staat die Reichsverfassung als gültig und rechtskräftig anerkannt hat; s S in Erwägung, daß auch die karlsruher Bürgerwehr sih für die Reichs- verfassung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln einzustehen ver- pflichtet z | ; in Erwägung, daß bei Durchführung der vom preußischen Kabinet und den mit ihm verbündeten Regierungen beabsichtigten Maßregeln die ganze politische Existenz des badischen Landes gefährdet erscheint; j in. Erwägung, daß jeßt hon der Augenblick gekommen is, wo die deutschen Staaten, welche die Reichsverfassung anerkannt haben, verpflichtet

sind, ihre Anerkennung durch die That zu bekräftigenz i: in Erwägung, daß unser Nachbarland Rheinbayeru , dessen Negie-

rung noch mit Anerkennung der Reichsverfassung zögert, sich für dieselbe cinmüthig erhoben hat, - beschließt die farlsruher Bürgerwehr: j ;

1) Die Regierung auf das dONREN zu ersuchen , daß sie sogleich nach dem Erscheinen der Reichsverfassung im Negierungsblatt die Beeidi- gung auf dieselbe gleich der auf die Fe agaerfalung, vornehme,

2) Die karlsruhir Bürgerwehr is bercit , die Reichsverfassung gegen jeden verfassungsverli genden Angriff zu vertheidigen, z

3) Die karlsruher Bürgerwehr fordert sämmtliche Bürgerwehren des Landes auf, sich in demselben Sinne zu erklären und sich zum Einstehen für die Neichsverfassung bereit zu halten. : i :

4) Die karlsruher Bürgerwehr fordert insbesondere tie badische Regic- rung auf, bei der Centralgewalt schleunigst die nöthigen Schritte zum Schuß des Nachbarlandes Rheinbayern, welches sich für die Reichsverfassung aus- gesprochen, zu thunz namentlich wolle die Centralgewalt keinerlei Durcl - máärsche von Trupp n solcher Staaten, die die Neich8verfassung nicht aner- kannt haben, nah Rheinbayern gestatten. i

5) Die karlsruher Bürgerwehr erläßt cinen Aufruf an ihre Kameraden in Württemberg und Hessen, in derselben Weise das Jhrize zum Zweck der Aufrehthaltung der Reichsverfassung und insbesondere zum Schuhe

Rheinbayerns einzuleiten, j; / ; j Mit der Ausführung wurde der Gemeinderath in Verbindung mit dem

Heerschaar-Kommando beauftragt,

Hesseu und bei Rhein. Darmstadt, 6. Mai. (O. P. A. Z.) Diesen Morgen brachte der Bahnzug von Frank- furt eine Abtheilung bayerischer Jufauterie, die für Rheinbayern bestimmt ist. Dieser Zug kreuzte si{ch mit einém anderen Zuge, der besonders viele Waggons" zur Aufnahme von Reiterei shleppte,

Mainz, 6. Mai. (O. P. A. Z.) So eben is die hier gar= nisonirende Schwadron österreichisher Kavallerie nach Frankfurt aufgebrochen. Morgen wird das schon gestern marschfertig gewe- sene Bataillon österreichischer Infanterie nach Homburg gehen. Vom 23stcn preußischen Jnfanterie-Regiment wird morgen ein Ba- taïllon hier einrüdcken.

‘Nassau. Wiesbaden, 5. Mai. (Frkf. J.) Jn der heutigen Kammersißung theilte der Präsident Wirth ein Schreiben der württemberger Kammer mit, welches den Dank derselben für die Zustimmung zu der reihsverfassungsmäßigen Erhebung Würt= - tembergs enthält. Lang interpellirte dringlih den Regierungs- Kommissär Giese wegen der Beeidigung des Militairs, der Be- amten und der Bürgerwehr, und was die Regierung hinsichtlich der Disposition der nassauischen Macht unter die reichsverfassungs= mäßige Centralgewalt gethan habe. Der Regierungs - Kommissär holt die Antwort ein, wodurch die Sißung pausirte, und brachte die Nachricht , daß Minister - Präsident Hergenhahn nah Frankfurt a. M. abgegangen sei, um sich der fraglichen Verhältnisse halber mit der Reichsgewalt zu benehmen. Jung interpellirt wiederholt für Anmeslie, da in der jeßigen Zeit der vaterländischen Krisis eine solche doppelt angemessen sei. Die Kammer seßt den Regie=

rungs-Exigenz-Etat für Hochbau 84,653 Fl. und für Chausseebau mit 221,517 Fl. 7 Kr. pro 1849 fest. Der kritischen Zeitverhält= nisse halber entscheidct sich die Kammer für eine zweite Sißung am Abend, um die Maßregeln zur sofortigen Volksbewaffnung zu be-

ließen.

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Ausland.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 3. Mai. Vorigen Sonntag, den 29. April, ist Se. Majestät der Kaiser wohlbehalten aus Moskau hierher zurückgekehrt. Am 1. Mai wurde der Contre-Admiral Arriens, in aufetórvelltlichem Auftrage von Sr. Majestät dem Könige der Niederlande hierher gesandt, von Sr. Majestät dem Kaiser in einer Audienz empfangen und darauf der Marine = Licutenant Arriens, Sohn des Ersteren, Sr, Lerida Majestät vorgestellt, Der Baron von Mollerus, außer= ordentliher Gésaudte und bevollmächtigter Minister des Königs der Niederlande, überreichte dem Kaiser seine neuen Beglaubigungs-= Schreiben. Auch wurdcn der Contre - Admira] Arriens und der Marine-Lieutenant Arriens Ihren Kaiserlichen Hoheiten dem Groß-= fürsten Thronfolger und seiner Gemahlin vorgestellt. i

An den Metropoliten von Moskau und Kolomna, Filäaret, is folgendes Kaiserliche Handschreiben ergangen: „Hochwürdiger. Me= tropolit von Moskau, Filaret! Jn der unermüdlichen Leitung der Jhnen anvertrauten Eparchie haben Sie sich bei He nua Er- fahrung und erbaulicher Verkündigung des Worles der Wahrheit als ein eifriger Hirt der Heerde Christi bewährt. Von Achtung für diese - ausgezeichneten Eigenschasten und die unausgeseßt dem Wohle der rechtgläubigen Kirche und des Vaterlandes geweihten Bestrebungen durchdrungen, habe Jch es für Recht erkannt, Jhnen für Jhre Verdienste Meine besoudere Anerkennung durch die aller= gnädigste Verleihung der hierbeifolgenden diamantenen Insignien des Ordens des heiligen Apostels Andreas des Erstberufenen zu bezeugen. Mich Ihren Gebeten empfehlend, bleibe e N für immer wohlgewogen. Moskau, 15. April 1849. (gez.) Nikolaus,“ Ferner hat Se, Majestät mittelst Kaiserlicher Gnadenbriefe vom 10., 14. und 15. April d.n Ober - Kammerherrn, Mitglied des Reichs - Rathes, -Ribeaupierre, zum Ritter des Andreas- Ordens und den Commandeur des abgesonderten sibirischen Corps und General=Gouverneur von West =- Sibirien, General der Infanterie, Fürsten Gortschakoff 1I1., zum Ritter des Wladimir- Ordens erster Klasse ernannt und dem Präsidenten des Marstall- Comtoirs, Ober=Hofstallmeister Baron Frederiks, dem Kommandan- ten von Moskau, General der Kavallerie, Staal, so wie dem Mit- gliede des Reichsrathes, Wirklichen Geheimen Rathe Buturlin, dem Kriegs-Gouverneur von Wilna, General-Gouverneur von Grodno, Minsk und Kowno, General=Lieutenant Mirkowitsch LT., dem Chef des 1sten Bezirks des Gendarmen-Corps , General-Lieutenant Po- loso}ff}, dem Minister Staats=Secretair des Ge Polen, Ge- heimen Rath Turkul, und dem Gehülfen des Ministers der Volks- Aufklärung, Geheimen Rath und Senator, Fürsten Schirinski= Schichmatoff, die diamantenen Junsignien des Alexander - Newski- Ordens verliehen und den Präsidenten des moskauschen Hof-Com- toirs, Ober=Hofmeister Baron Bode, \o wie den Geheimen Rath, Senator Saltykofff, zu Rittern des. St. Alexauder-Newski-Ordens ernannt. Í

Der stellvertretende General - Gouverneur Ost = Sibiriens und Kommandirender der dort garnisonirenden Truppen, General-Major Muramwzjew, ist zum General=Leutenant besördert worden.

In St. Petersburg sind an der Cholera zwischen dem 21. -

und 28, April 329 Personen erkrankt und 155 gestorben. Jm Gou- vernement St. Petersburg hat sich die Epidemie am 11. April im Kreise Luga und am 13, April in den Kreisen Oranienbaum und Zarskoje-Selo aufs neue gezeigt. In den genannten drei Kreisen erkrankten bis zum 19. April 32 Personen und starben 9, Au in Krenstadt sind dem zwischen 417. und 23. April 12 Personen erkrankt und 3 gestorben, Im Gouvernement Kurland erkrankten vom 7. bis zum 14, April 8 Personen. In Rowna, Gouvernement Wolhynien, sind zwischen dem 27. März und 3. April keine Todesfälle vorge- kommen, doch erkrankt 1. Aus ‘den Gouvernements Kasan, Wi- tebsk, Podolicn, Grodno und aus Bessarabien sind keine neueren Berichte eingegangen.

Se. Kaiserliche Hoheit der R E Konstantin hat die Würde eines Ehrenmitgliedes der Gesellschaft für Geschichte und Alter- thümer zu Odessa angenommen. :

Bekanntmachungen. 221 Bekanntmachung. ;

l Die im Schildberger Kreise, Negierungs-Bezirk Po- sen, belegene, zu Johanni 1849 pachtlos werdende Bor- werk Parzvnow soll mit deu dazu gehörigen Gebäuden, mit dem Förster -Etablissement und mit der Parzynower und Kobylagoraer Forst als ein Guts-Komplex, das da- von abgezweigte Krug-Grundstück von 3 M. 10 CIN, und eine abgezweigte Fläche von 208 M. 79 0R., in 39 Parzellen zerlegt, sollen dagegen einzeln im Wege der öffentlichen Licitation an den Meistbietenden ver-

äußert werden. / e als ein Gut zu veräußernde Vorwerk mit den

Forsten enthält :

1) auf den 15. Juni c., Vormittags 10 Uhr, zur Versteigerung des Vorwerks mit den Forsten 2c, von 3431 M. 162 [INR,,

2) auf den 16. Juni c., Vormittags 8 Uhr, zur Versteigerung des Krug-Grundstücks und der kleinen Parzellen,

und laden Kauflustige hiermit ein. Nach 3 Uhr Nach- mittags des -Terminstages wird kein neuer Lizitant zu- gelassen. Die Bietungs-Caution besteht in einem Zehn- theil des Meistgebots, Die Veräußerungs- Bedingungen fönnen zu jeder Zeit in unserer Registratur, so wié auf dem Vorwerk Parzynow beim Domainenpächter Hahn, in der Registratur des Nentamts in Schildberg und in | [168] den Registraturen der Königlichen Regierungen zu Bres- lan und Liegniy, eingeschen werden.

Nachrichtlih wird bemerkt, daß von dem Kaufgeld

Zur Veräußerung haben wir den. 2 Ju ti d,

chem wir Kauflustige hiermit einladen, Posen, den 15. April 1849,

Abtheilung für die direkten Steuern, Forsten,

Offener Arre st,.

von uns der erbschaftlihe Konkurs

J: Vormittags 19 Uhr, íu dem Geschsts-Lofkale der Kö- niglichen Administration zu Karge cinen Termin vor dem Regierungs-Rath Kreßschmer anberaumt, zu twvel-

Königliche Regierung. v, Scheel, Ueber das Vermögen des Kaufmauns T. Uhlemanit

in Sorau ín der Königl. Preuß. Niederlausiß is heute

Es wird daher allen deñneu, welche von dem Gemein-

ee 4 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstätte subhastirt werden. ; Marieuwerder, den 16, April 1849, Königliches Kreisgericht, T, Abtheilung.

4 Kunsiverein

für die Rheinlande u. Westfalen.

Die General-Versammlung der Mitglieder des Kunst- Vereins und die Verloosung der angekauften Kunstwerke für das Jahr 1848 49 wird im Laufe des Monats August d. J. an einem noch näher zu bestimmenden Tage statthaben und die damit verbundene Ausstellung am 17, Juni d. J. eröffnet werden, Die Künstler, welche geneigt sind, ihre Werke zu derselben einzusenden, werden daher ersucht, dieses bis zum 8. Juni d. J. unter der Adresse des Herrn Juspektors Wintergerst im Akade- mie - Gebäude zu thun und gleichzeitig uns zu benah- richtigen, ob und zu welchem Preise sie verkäuflich sind, Alle Mittheilungen werden, um Portofreiheit zu genie- ßen , unter Kreuzband und mit der Rubrik: „Angele- genheiten des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen“ erbeten.

Düsseldorf, den 7. Mai 1849,

Der Verwaltungs-Rath des Kunstvereins.

Domainen und

eröffnet worden.

Wiegmann, Secretair.

Regelmäßige Dampfschifffahrt zwischen

[49b]WWisniar uns Kopenhagen. Das als vorzüglich eingerichtet bereits bekannte kupfer-

: M. (JR. | des Vorwerks incl, Forsten ein Viertheil binnen Jah- dl i

9 O D ellen A 58 resfrist und die legte Hälfte biunen drei Jahren nah | schuldner etwas an Geld, Sachen, Effekten oder Brief- Bie Min O S 4 2 | der Uebergabe zu entrichten is, Os Mou sich ate e L e fr 158 M149 CIN.1II. $ ‘lasse (Gerst- den 27, April 1849, was bezahlen oder liefern sollen, hi:rdurch angedeutet, T M Let M Fönig lihe Regierung. an E r 1e al davon verabfolgen en, , F é , , . 1 , 1 , 7 î fer- i ür die direften Steuern, Domainen und | vielmehr solches uns sogleich anzuzeigen, und die bei E a E M E Forsten. ihnen befindlichen Gelder oder Sachen, jedoch mit Vor- 260 » 138 » V. Kl. (Zjähriges v, Scheel, etn ihrer Nechte daran, in unser Depositum abzu-

- Roggenland), E LSEe iefern. : i i 1.1, (6iähri [206] Bekanntmachung Wer dieser Anweisung zuwiderhandeli und dennoch E R Das im Bomster Kreise des hiesigen Negierungsbe- | dem Gemeinschuldner oder vielmehr an dessen Erben

20g : zirfs unmittelbar an der Schlesischen Gränze und eine | etwäs bezahlt oder ausantwortet, von dem wird die A, A::

Sa. E 7 S2UREN 909 69 Viertelmeile vou der Stadt Unruhstadt belegene Do- Zahlung oder Ausanttwvortung für nicht geschehen er- Wiesen zu 12 Centner bis 3 A mainen-Vorwerk Neuvorwerk, zu w:lhem achtet, und wird das so Geleistete zuu Besten der Masse pro Morgen bonitirt, jedoch meist zu 58 11 1 Morzen 98 (1R. Hof- und Baustellen, | anderweit von ihm beigetrieben werden, au is der Jn- d E % E 5a 121 281 74 » Aer, haber solcher Gelder oder Sachen im Falle der Ver- Singen 0 I O R Ter e 202 139 41 » Wiesen, Wen und Zurückhaltung der Masse auf Höhe der NLE raats S I E R L 31 62 » Hütungen, zurückbehaltenen oder vershwicgenen Gegenjtände ver- ehmgrube und Unland... 12 123 1 1322 » Gräben, antwortlih und geht außerdem aller sciaer daran ha-

Summa ….. 1040 24

b) das Förster-Etablissement mit Gebäuden 414 16 c) die Me Forstrodeländer 259 414 d) der bestandene Kobylagoraer Forst von1178M. 104 QR. äußert werden, und der bestandene Par-

zynower Forst von .… 90 »

Summa von... 2148 108 in ganzer Summe. ZAZ1 162

taxirt auf 36,070 Thlr. i Das Krug- Grundstück is auf 600 Thlr, die Par- zellen von je 5 Mo1gen sind zu 30 Thlr. bis 113 Thlr.

taxirt. A Die Festseßung der Taxe is noch dem Königlichen

Morgen bonitirt.

25 Sgr. 11

Finanz - Ministerium vorbehalten, welche vor dem Ver- | gister können zu jeder Zeit in unserer Registratur und Gan f G: bei der Königliche. Administration zu Karge eingesehen

äußerungs-Termine erfolgen wird, , Zur B etóuherung haben wir nachstehende Termine vor dem Regierungs-Nath Meerkay in loco Parzynow

im herrschaftlichen Wohngebäude anberaumt; anzeigen wird,

Summa 455 Morgen 47 [R gehören, soll von Johannis c. ab in 8 Parzellen von 46 bis 68 Morgen Flächen - Jnhalt meistbietend ver-

Der Aer besteht zum größten Theile aus Haferbo- den, die Wiesen sind zu 2 bis 8 Ctr, Heu-Ectrag pro | [222]

Morgen, jedoh ohne die noch besonders zu bezahlenden Gebäude, Saaten und Bestellungen, is auf 18 Thir. festgestellt worden. :

Die Taxe der mit der Parzelle VII, von 65 Morgen 177 (3R. zu veräußernden Gebäude is auf 1184 Thlr. : l Pf. festgestellt.

Die Veräußerungs-Bedingungen, die Karte und Re- dem H

werden, welche leztere auch die Gränzen Parzellen vom -25, Mai c. ab den Bewerbern örtlich

Sorau, am 7. April 1849. (gez.,) Calow.

Der geringste Kaufpreis für den

Kummer, bestehend :

er einzelnen

benden Unterpfands- und anderer Rechte verlustig. Königl. Preuß. Kreisgericht, -

Nothwendiger Verkauf. Kreisgericht zu Marienwerder. Das in dem Dorfe Oberfeld belegene Grundstück der Emilie Johanae Friederike geborenen Quiring, früher ver- wittweten Lück, und deren jeßigen Ehegatten Franz

aus dem Hofe Nr, 21 von 25 Morgen kulmisch, dem Hofe Nr, 22 von 25 Morgen kulmisch, ofe Nr. 25 von 25- Morgen kulmish, nebst| Wohn- und Wirthfchafts-Gebäuden, abgeschägt i.n Jahre 1847 auf 9478 Thlr. 23 Sgr. -6 Pf. zu- folge der nebst Hypothekensck&ein und Bedingungen in der Registratur einzusehenden Taxe, soll am 7. No- vember d. J., Vormittags 11 Uhr und Nachmit- :

feste und kupferbodene Dampfschiff „Obotrit“', geführt von Capt. J, J. Seth, wird regelmäßig jeden iti- wo ch nah Ankunft der Eisenbahnzüge von Hamburg und Berlin, Nachmittags um 4 Uhr, mit Passagieren, Gütern und Post- Effekten von Wismar nach K°o- penhagen und jeden Sonnabend Nachmittags pee Rade abagen nah Wismar, wo L ut an die nach Pia e Berlin abgehenden Eisenbahnzüge anschließt, abgehen. / ; L assa r-Preise, so wie Güterfrahten, sind aufs bil ligste gestellt : ; a Peubagen bei den Herren Fiedler & Co.,

» Hambur » » » Hamel & Co0., » Berlin g » » H. F. Fetschow

: Sohn, » Wismar im Büreau der Dampfschifffahrt.

Wismar, im Februar 1849, / Direction

der Medlenburgischen Dampfschifffahrts - Gesellschaft»

M Deutsc{land.

.

¿r Abonnement dbetragre; 2 Athlr. für £ Jahr.

4 Arblr. - j S2IT 8 Nchlr. - Jahr. Cheilen der Monarchie L A Prets - Erhöhung. vei cinzelnen Nummern wird der Bogen mit 2 Sgr. berechnet. y

S

L 4

é 130.

Inhalt. Amtlicher T heil. :

P eußent. Berlin, ¿ Bua München. Widerlegung. Staatsrath Voly nach der

Pialz. Kaiserslautern, Erlaß desLandesverthéidigungs-Ausschusses,

Sachfem. Dresden. Weitere Nachrichten, Bekanntmachungen. Leipzig+ Peubner gefangen, Der Reichs - Kommissär Briegleb. Gefccht mit Freischärlern.

Hannover. Hannover, Die Unterhantlungen in Berlin,

vaden, Karlsruhe, Verkündigung der deutschen Reichs-Verfassung. essen und bei Nhein, Darmstadt. Bekanntmachung. chleswig- Holstein. Altona. Beschluß des Raths und der Stadt- verordneten in Beircff der deutschen Reichsverfassung. Scbleswig, Näheres über das legte Gefeht, Hadersleben. Die Civil-Ver- waltung Jütlands, Flensburg. Ausgewehselte dänische Gefangene.

Lauenburg. Raßzeburg. Die neue Verfassung vollendet,

VEGARn: Hamburg, Verhandlungen der Fonstituirenden Versamm-

unge j : Ausland.

Frankreich, National-Versammlung, Der Kommissions - Bericht über die römische Frage und der darauf angenommene Beschluß. An- flage-Antrag gegen den Präsidenten der Republik. Unverkürzte Bewilli- gung des Effektivbestandes der Armee, ZJunterpellation und Debatte

| über cin Schreiben des Präsidenten an General Oudinot, Kriegs-

5 budget. Paris, Nachrichten aus Toulon nebst Depeschen aus Jtalien.

F Großbritanien und Îrland. London, Die Erklärungen des aus- | L Ne E vie LAGRIe ZEAE Dampsschiffe nach der

o e. Annahme der i ill i General R. Wilson 4. h chifffahrtsbill im Oberhause, h Italien. Rom. Der Angriff der französischen Vorhut. Y Börsen- und Handels - Nachrichteu.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht : Den bisherigen Ober - Forstmeister von Sch bnfeldt zum Geheimer Fénanzrath uud vortragenden Rathe im- Finanz-Ministe- rium zu ernenne.

Der Rechtsanwalt und Notar Tefßmar zu Lauenburg i} in gleicher Cigenschaft an das Kreisgericht in Stargard, utt B leihung des Notariats im Departement des Appellationsgerichts zu Stettin, verseßt;

Der Obergerichts-Assessor Pre b ell zum Rechtsanwalt bei deu Kreisgerichle in Stargard und zugleih zum ‘Notar im Departe= e able ten zu Stettin;

cr bisherige ergerichts = Assessor cki = Anwalte bei dem Kreisgerichte zu fe: a. d. S. na Ries i ie des Königlichen Appellationsgerichts zu Magde- urgz un

Der Rechtsanwalt Karl Alexander Ruperti

zu Seyda auch zum Notar im Departement des Königlichen Appell - gerihts zu Naumburg ernaunt worden. bs

Die Erneuerung der Loose zur bevorstehenden At l A R A welche bis s 19. Mai. T Wi erlust des Anrechts dazu, geschehe , wi iermi = rung gebracht: dazu, geschehen muß, wird hiermit in Erinne erlin, den 13. Mai 1849. Königliche General=Lotterie=-Direction.

Angekommen: Der General-Maj n: J -Major und Commandeur der bten Landwehr=Brigade, von Webern, von Jüterbogk.

Uichtamtlicher Theil. Deutschland.

_ Preußen. Berlin, 12, Mai M S , 12. Mai. Se. Majestät der Köni

Fieen Allergnädigst geruht: Dem Commandeur des 10ten Susaïtas

Platen "des Lu vonOppen, und dim Prewier-Licutenant von

der ihnen ven Es Regiments, die- Erlaubniß zur Anlegung

d n Perzoglih Braunschweigischen Orden Heinrichs

es Löwen, und zwar Erst É‘ , Ersterem des C s Klasse, Lepterem des Ritterkreuzes, zu T E

Ia dem ee Militair - Wo- ftl , ehmann, erster Adjutant der Ge= dib Db der Festungen, zum Mitgliede der Militair-Stu-

"n ernannt und dem Major Meyer, Inspecteur der 5ten

Festungs= Es bewilligt O, als General-Major mit Pension der Abschied

À Vayern. A enbeit: . Unchen, 9. Mai. Die Münch. í U ae eut S gendes: „Aus zuverlässiger Quelle niken bi vie A # Ministern llee fe von herrschendem Meinungszwiespalt unter den f bevorstehendem Rie deutsche Verfassungsfrage, wie von angeblich gänzlich grund] üdcktritte einiger Mitglieder des Ministeriums als Gerücht, als bèab bezeichnen. Eben so grundlos ist das andere gleich na i t sihtige das Staats-Ministerium, die Kammer \o= ohne einer Verb evorstehenden Wiederzusammentritte aufzulösen Raum zu geb: handlung der deutschen Verfassungsfrage au nur das Ministeriu n. Wir glauben vielmehr, verfichern zu können, daß tige Frage E d lebhaftesten Wunsch hegt, über diese hohwic- andlung eino e! Kammern in eine umfassende, erschöpfende Ver- en Gerüchte Agen Aus. welcher trúben Quelle alle diese fal= vorwalt As eßen und welche Absichten bei ihrer Verbreitung

Preußischer

als-Anzeiger.

Alle Poft-Anitalten des Ju- unc Auslandes nehmen Besteliuna aut dieses Blart an, für Berlin die Expedition des Preuß. Staa s- Anzeigers :

Bebren-Strraße Ur. 57,

Verlin, Sonntag den 18. Mai

Staatsrath Vol wird als Königlicher Kommissär in die Pfalz abgehen; es sollen von Würzburg, Barnber 9 pen zu seiner Unterstüßung U g und Neuburg Trup

Kaiserslautern, 3. Mai. (Münch. Ztg.) Der Landes=- Herihelvigungs Aus seus hat folgendes Schreiben an die Befehls- Yat E pf A Volkswehren ergehen lassen:

„Wir theilen Zhnen die unte; Heutizem gefaßten Beshlüsse nachstehend zur Einsicht und Danachachtung mit: Der Landes Penihtidiguege R der Pfalz beschließt auf den Antrag der dahier unter heutigem Tage ver- sammelt gewesenen Abgesandten der Volksweh,r: 1) Der schweizer General Dufour wird zum Ober - Befehlshäber der pfälzischen Volkswehr crnaunt und sofort brieflich ersucht, sich über die Annahme der Befehlshaberstelle zu erklären. 2) Die duïth den Kongreß der Volkswehr dem Landes Verthei- digungs - Ausschusse zur Ünte: stüßung bei den Berathungen über die Orga- nisation der Volksbewaffnung beigegebenen Volkswehrmänner: a. Phikhpp Heiny aus Zweibrücenz b. Dr, Hißfeld aus Kirchheimbolanden z c. Tabacks- Fabrifant Trauth aus Landau, sind- ohne Verzug einzuberufen, 3) Die Vefchlshaber der Volkswehr in den einzelnen Gemeinden haben ihre Mann- schaften folgenden Eid leisten lassen: „Zch s{chwöre, das Reich und díe Rechte des drutschen Vo!kes zu schirmen, die R-ichs-Verfassung aufrecht zu erhalten und sie mit Gut und Blut zu vertheidigen. So wahr mir Gott Gle! ai Derininial uet e 3, Mai 1849, Mit brüderlichem

uße. Ler Landes - Verthcidigungs- Ausschuß: Dr. Heyvp. j » Dr, Greiner, P. Fries, o Divi s x pi? A

Sachsen. Dresden, 9. Mai. (D. A. Z.) Jm Verlaufe des nun besiegten Aufstandes kann man drei S S Cat Momente und Wandlungen unterscheiden , die sih um so rascher und fürchterlicher entwickelten, je größer und energischer auf der an= deren Seite der Wille für Aufrechthaltung der geseßlichen Ordnung und der lkestehenden Verfassung wax. Bei den Korgiigen am Zten und vielleicht noch am 4, Mai schien die Verfassungsfrage im Vor- dergrunde zu eyes, obglei sozial-republikanische Tendenzen schon unverkennbar vervortraten. Aber nur zu bald mußte man gewahr werden, daß die Empörung die Fahne der Reichsve fassung mif brauchte und sie nur herausgesteckt. hatte, um die Sympathieen des Bolks zu erregen. Es mußle freilich von Haus aus auffallen daß Leute wie ein Tzschirner, welche noch kurz vorher Alles tha- un um die. Reichsverfassung unmöglich ‘zu machen, fie mit allen : a une Spottes beiämyften , plöplich entschlossen \cin \oll- D , Gut und Blut für sie daran-zu seßen. Allein das zweite - Stadium der fünftägigen Revolution, die. republikanische Erhebung erklärt das. Es soll auch wirkli ein Dekrét der sogenannten pro= visorischen Regierung vorhanden sein, worin diese erkläre, daß es ta nicht mehr um die dcutsche Verfassung, sondern um die Ein- uhrung der Republik handle, Der nah dem Rudtcitte der \ege- nannten provisorischen Regierung noch fortgesepte Kampf war ein völlig tendenzloser, ein Kampf der Verzweiflung und des Fang- tiêmus, geschurt und genährt durch pelnische und andere Emissäre, welche jedenfalls bci. dim ganzen Unheil eine Hauptrolle gespielt haben mögen. Unter den Gefangenen befinden sich zum z. B. zwei gallizische Geistlide. Was nun den Ausgang des Kampfes anlangt, so hat sich die Hauptmasse der Jnsurgenten heute fruh gegen 7 Uhr zum Rückzuge angeschickt und über die Dö: fer Plauen, Râckniy und Kesselsdorf in die Berge geworfen. Hicrbei mußten sie natürlich der Kavallerie und nachrückenden Infanterie in die Hände fallen, weshalb denn auch nach dicscr Gegend hin um diese Zeit ein starkes Feuern gehört wurde, - Wie viel ihrer davonge= lommen sind, läßt sich nicht ermitteln. Die Zahl der Gefangenen ist groß, und nach einer ungefähren Scätung gegen 500; in der Frauenkirche allcin sollen sih gegen 300 befinden. Die Mitglieder der provisorischen Regierung haben bei Zriten das Weile gcsucht und sind glücklich aus Dresden, man sagt als Bergleute oerkleidct, entkommen. Tzschirner soll an dem Tage, wo der Ober = Komman- dant Heinze gejsangcn wurde, schon in den Händen des Militairs gewesen, aber auf der inneren pirnaischen Gasse entsprungen sein. Zwei Soldaken wollten auf ihn feuern, aber die Gewehre derselben verjagten. Dcn Burgermcister T;schucke in Meißen haben die Bür- ger daselbst vcrhaftet. Er hate die Kemmunalgarde in Meißen ver= anlaßt, nach Dresden zu marschircn. Diese aber ma sich bald von dem Stande der Tinge überzeugt haben, und ist aleich am ersten Tage wieder umgekehrt, Bei threr Ankunft in Meißen verhaftete sie den Burgermeister, Advokat Blóde und Dr. Minckwiß sind beute fruh auf dem Rathhause verhaftet worden. Stadtrath Klette, Professor Richter und Ver. Hirschel sollen cbenfalls gefänglih ein- gezogen worden scin.

Feute Mittag 1 Uhr i} ein Bataillon des 12Nen Landwehr= Infanterie-Regiments auf der \{lesisck.en Bahn hier angekommen, nachdem man in der Nacht vorher der Sicherheit wegen die Bahn bis Bauten mit Truppen beseßt hatte. Neustadt und Antcenstadt u stark mit Cinquariierung belegt. Gleihwohl is bis jebt diese

eshwerde von dcn Meisten mit Freudigkeit getragen worden; man ist froh, wieder zur Ruhe gekommen zu sein. Diesen Nachmittag U N eo bas s geöffnet, und Tausende | n nach der adt hinüber, um den Scha T: j in Augenschein zu ne in E Predeno Folgendes Plakat ist heute veröffentliht worden: Befehl, Zur Ausführung der Bekanntmachung des Gesammtmini- steriums vom 8, Mai d, J., durch welche die Stadt Dresden und ihre Um- gebung in dem Umkreise von drei Meilen in Kriegsstand erklärt worden ist befehle i hiermit: 1) Alle politischen Klubs und Vereine sind bis guf Weiteres geschlossen. 2) Bei Tage darf keine Versammlung von mehr als 20 Personen, bei Nacht keine von mehr als 10 Personen, auf öffentli- hen Pläpen und Straßen stattfinden. 3) Alle Wirths-. und Sdchänkhäu- ser müssen Abends 10 Uhr geschlossen werden. 4) Plakate dürsen ohne Er- laubniß des Oberbefeh1shabers nicht angeschlagen und Zeitungen , Druckf- schriften oder Lithographieen ohne- dieselbe auf Straßen und öffentlichen Plägen nicht verkauft werden. 5) Alle Fremde , welche über den Zweck thres hiesigen Aufenthalts sich nit auezuweisen vermögen, haben die Stadt und deren Umkreis binnen 24 Stunden zu verlassen. 6) Bewaffnet an- kommende Fremde, so wie alle sonst ohne besondere Erlaubniß des Oberble-

, fehlshabers bewaffnete Personen, werden von den Wachen , da nöthig mit

Gewalt, entwaffnet, 7) Die Kommunalgarde und die derselben beigetretenen

fn, wird wohl keinem Einsichtigen in Zweifel sein.“

_ besonderen Corps sind bis auf Weiteres aufgelöst, 8) Alle in Altstadt,

1849.

Friedrichstadt und in den altstädter Vorstädten befindlien Waffen, ohne Unterschied ihrer Eigenschaft. sind binnen 24 S bee alagene Rathhause abzuliefern. 9) Die Stadt Dresden hastet für allen Schaden, welcher bei Unterdrücfung eines jeden Widerstandes gegen die bewaffncte Macht entsteht. 10) Die geseglih bestehenden Behörden rerbleiben in ihren Functionen und werden bei ihren deu vorstehenden Bestimmurgen enisp e- he 1den Maßregeln von dem Ober-Befehlshaber auf das fräit gste unier- stüßt werden. 11) Der Betrieb der bürge:lichen Geschäfte, des Handils und der Gewerbe wid, außer den Fällen, auf welche vorstehende Bestim- mungen Anwendung erleiden, vorläufig nicht beschränft, Dresden, den 9, Mai 1849. Der Ober - Befehlshaber der bewaffnct:n Macht, von Schirnding.

Dresden, 10. Mai. (D. A. Z.) - Heute früh wimmelten in der Altstadt die Straßen von daselbst aus der Rhe ind Ferne ber- beigeströmten Neugierigen aller Klassen. Auf dcn Pläten, wo der Kampf gewüthet, ist die i und der Schaden zwar sehr greß, jedoch nicht so groß, als man nach den gehörten Erzh- lungen glauben konnte. Es isst nicht, wie früher- berichtet, mit Zwölfpfündern, sondern nur mit Sechspfündern und Kartäischen geshossen worden. An fast allen Häusern wehen aus allen Etagen noch die weißen Friedensfahnen, die theils von den Bewohnern, theils von den Soldaten herausgesteckt sein mögen, als- Zeichen fur die Kameraden, wie weit das Militair innerhalb der äuser vorge- drungen. Sie sind in der größten Eil gefertigt, eine Serviette oder sonst ein Stück Weißzeug haben das Material dazu hergilen müssen. An vielen Thuren der Verkaufslokale las man mit Kreide angeschrieben: „Das Eigenthum ist heilig“, oder: „Heilig das Ei- genthum“/; gleich zu Anfang des Aufstandes is jedo die Mide- handlung des Kaufmann Lenz, des ehemaligen Kcemmandantícn der hiesigen æKommunalgarde , total demolirt worden, Die öffentlichen Kassên sollen, wie man sagt, unversehrt geblieben sein. Dagepen er¿ählt man, daß die sogenanute provisorisde Regierung cine Art Kassen-Anweisungen zu 20 Ngr. ausgegeben und Sueise und Ge- tränke bei Speisewirthen gegen Quittungen erhoben habe, die das grüne Gewölbe als Pfand benennen. Die Häuser der ESdliß- aasse, so wie der nach dér Stadt gcwendete Theil des Königlicl en Schlosses, haben äußerlih sehr gclitten. Jn der kleinin Bruder- gasse sind zwei Häuser, ferner das alte Opernhaus mit dem gréß- tèn Theile der kostbaren Theater - Gardercbe 2c. - und ciniae in der

Nähe befindliche kleine Gebäude, eben so der cine Zwinger-Pavillon ¿um

| leßtere auf den Dörfern stationirt jind, eingetrc ffen.

Theil mit den darin befindlichen Sammlungen, und zwci E äuser a i Zwingerstraße in der Wilsdrufer Vorstadt ‘in Samen fta gen Leptere sind, wie man vermuthet, von den Ausrührern in der bsicht in Brand gesteckt worden, um fur den begonncnen Rudck,ug einigermaßen gedeckt zu sein. Auf dem Neumaikte bat Stadt Rcm am meisten gelitten, auch äußerlich die Bilder - Gallerie voch cll kein Bild von einiger Bedcutung beschädigt wordcn sein \o wie auch die Kupferstich =- Sammlung vollständig giborgen worden ist 3 nächstdem ist den Cckhäusern an der Zwingerstraße, an der Wils- drufér- und Scheffelgasse, so wie dem Postgi bäude, nit unerheb= licher Schaden zugefugt worden. Was den Mens enverlust anlançct so ist er bei dem Militair weit geringer, als bei dem Civil, Erste- res mag außer den Offizieren etwa 120 bis 130 Tedte und Ver= wundete haben, leßteres gemiß noch einmal so vicl, worunter leider aber bei obwaltenden Umständen auch unvermeidlicherweise mancher Unschuldige scin dürfte, Bei Beginn des Aufstandes sell.n auch die Gefangenen der Frohnveste versucht haben, aus; ubri cen, aber die sogenann'e provisorische Regierung dies durch die Andrc- hung bewaffneten Einschreitens verhindert haben. Die Gefangenen welche in der Srauenkirche eingesverrt sind, sißen lautlos in den Kirhständen, es ist ihnen na urlich nit erlaubt, willkurlih ibre Pläpe zu verlassen oder mit einander zu sorcchenz ringeherum ste- hen Wachen mit geladenen Gewehren und vor tem Eingang bi» B Ae Solda en. ‘Zu Zwiien werden sie in das

m Holel de Luxemburg eingricte dr i sollen bereits wieter Ala A o E Sa __ Zwischen dim Abzuge der Insurgentcnu und dcm Nack- rúden der Truppen lagen \pannende“ Momente. Um $ Uhr Morgens flüchte'en_ die leyten Haufen der Aufrührer durch die Seegasse. Dreimal drei Schläge der Kreuzthurm - Glode gaben das Zeichen dazu. Jept blieb der Altmarkt ungc- fähr eine halbe Stunde ganz leer; die Hauéthuren waren ge- \ch{lo}sen, die Arwohner harrten ängstlich der Dinge, die da kommen sollt.n. Einzelne Soltatcn licßen sich blicken, cs fiel hier und da noch ein Schuß, und sie zogen si s{ncll wirder zurück. Endlich ruckdlen ganze Abtheilungen vor, bis sih allmälig der Markt mit Pickclhauben und Käppis fullte, und die Besitnahme des Rath- hauses erfolgte, wo Advokat Blóde, als Vorstand der Stattver- ordneten, und De. Minckwiß als Stadtrath allcin zurüdcgeblicben waren. Vor dem Rathhause fand man auch die drei kleincn ‘Ka- nonen der Insurgenten, aus welchen sie mit einvfundigen cylinder- förmigen Eisenstücken oder mit 8Slintenkugeln gcfeucrt haben. Hiuute Morgen erfolgte vor dem Rathhause die Waffcn-Abli ferung. Jn Neustadt marschirten seit fruh 6 Uhr Truppen - Abtheilungen ab, und andere kamen an. Nah Freiberg und Chumniß sind mehrere Geschüße der reltenden Artillcrie , einige Scwa- dronen leichter Reiterei, das Leib = Infanterie - Regimint und mehrere Compagnieen Preußcn abgegangen, eben so nah Pirna sähsishe Schüßen und Jyfanterie. Dafür sind wieder viel Preußen, Landwehr=-Infanterie, Husaren und Ulanen, welce Gegen halb 6 Uhr Abends fand unter militairischen Ehrenbczeigungen das Ves- gräbniß der im Kampfe gefallenen beiden preußischen Offiziere statt. Spät Abends noch wurden folgende zwei Plakate veröffentlicht :

I An das sächsische Volk. „Sachsen! Schwere Gefahr droht un- serem schönen Vaterlante! Eine Anzahl theils Uebelgesinnter , theils Ver- führter, in Verbindung mit fremden Bösewichtern, sind bemüht, das Band zu lockern, welches seit Jahrhunderten Sachsens Volk mit seinen Fürsten ver- bunden hat, Sie drohen, Thron und Verfassung vmzustoßen, Recht und Ordnung aufzuheben, Glück und Wohlstand nah allen Seiten hin zu ver- nichten ; sie vershmähen cs nicht, die verwerflihsten Mittel anz wenden zu

Erreichung ihrer verbrecherishen Zwede. Wir nähern uns dem Abgrunde