1849 / 166 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

ierung aufzustaheln suht, Was den Terrorismus be- Me Me V geübt wurde, so is ebenfalls zur amtlichen Kennt- niß der württembergischen en gekommen , daß niht blos ein moralischer , sondern theilweise ein thatsächlicher Terrorismus geübt wurde, und besonders diejenigen, die der Adresse an die National-Versamm- lung nicht beigetreten , auf cine ganz empörende Weise , sowohl auf dem Sammelplay, als in den Straßen von Heilbronn verhöhnt worden sind, Ferner ist es eine Thatsache, daß in Folge der Weigerung, der Adresse an die National - Versammlung zuzustimmen, der frühere Reichstags - Abgeord= nete Hentges sogleich eine zwei Stunden lang dauernde Kazenmuasik erhielt. (Eine Stimme: Von der Bürgerwehr?) Ob von der Bürgerwehr, weiß ih nicht, allein jedenfalls hat sich die Bürgerwehr nicht dazu hergegeben, grobe und brutale Exzesse zu verhindern, oder wenigsiens zu rechter Zeit zu verhindern. Alle diese Gründe haben die Regierung veranlaßt, von dem ihr zuste- henden Rechte der Auflösung der Bürgerwehr und der in Aussicht gestellten Reor- ganisation Gebrauch zu machen, Was den Anfang der verlescnen Verordnung betrifft, so liegt es durchaus in der Willkür der Polizeibehörde, die Polizei- stunde auf 10 eder 11 Uhr zu seßen, und daß unter solhen Umständen eine Bestimmung auf 10 Uhr in der Natur der Sache liegt, läßt sich nicht bestreiten. Ob cin Zusammenstehen von 10 Personen verboten wurde, weiß ih nicht, allein jedenfalls ist es Thatsache, daß, - wenn je eine solche Ver- ordnung erging , sie niht gehalten wird; denn so viel ih höre , sind nicht blos 10, sondern 50, ja vielleicht 100 Personen beisammengestanden, ohne daß die Behörde, was ich übrigens sehr tadle, gegen eine solche Zusam- nenrottung eingeschritten ist. Das is die Lage der Sache. Noch hat die Regierung den Belagerungszustand nicht ausgesprochen, wenn es aber noth- wendig if, so wird sie ihn nicht nur gegen Heilbronn , sondern auch gegen andere Orte aussprechen.

Wolff: Was die Kazenmusik betrifft, so waren meistens nur Kinder und Bettler dabei betheiligt. Daß aber der für die Auflösung der Vürger- wehr in Heilbronn angeführte Grund blos ein Vorwand isst, leuchtet sehr in die Augen, denn man müßte dann alle Bürgerwehren aufiösen, So lange es sih um Vertrauens - Adressen an das Ministerium handelte, sind die Bürgerwehren sämmtlich auf diese Weise ausgerü>t und haben ihre Zustimmung ausgesprochen. Jch wurde von anderen Seiten versichert, daß zugleich von dem Balkon “des Rathhauses verkündigt wurde, die Auflösung der Bürgerwehr und die Waffen - Ablieferung finde statt, weil die Bürger- wehr in Heilbronn die Beschlüsse der National-Versammlung anerkenne und ihnen Folge leisten wolle, i

Römer: Was die Aeußerung des Abgcordneten betrifft, daß die Re- gierung die Bürgerwehren habe bewaffnet zusammenkommen lassen, wo cs ih davon handelte, Vertrauensadressen für die Regierung zu entwerfen, so mnß ich dieser Bemerkung auf das allerentsciedenste entgegentreten. Der Abgeordnete soll mir auch nur ein einziges Beispiel anführen, wo mit ir- gend einem Vorwissen der Regierung der Zusammemritt der Bürgerwehr in einem solchen Falle stattfand.

W olff: Jch habe -nicht gesagt, daß es von der Regierung ausge- gangen sei, sondern nur bemerkt, daß die Bürgerwehr in solcher Weise aus- rücfte und man sie dann auch hätte entwaffnen können,

Römer: Mir i} kein solcher Fall bekaunt, und wenn von dem Bal- kon des heilbroaner Rathhauses herab verkündigt worden is, ein Grund der Auflösung der Bürgerwehr daselbst bestehe darin, daß sih dieselbe gegen die Beschlüsse der Regierung in Beziehung auf das Verhältniß zur Natio- nal - Versammlung und zu der Reichs - Regentschaft erklärt habe, o weiß ih ebenfalls nicht, ob eine solche Verkündigung stattfand oder niht. Jch habe nichts davon gehört, und bin nicht in Heilbronn gewesen, wie der Abgeordnete Wolff, was mir bekannt is, dort war. Wenn aber auch jener Un-stand ein Motiv mit war, so ist solches durchaus gegründet, denn die Bürgerwehr in Heilbronn hat nicht das Recht, gegen einen Beschluß aufzu-

treten, den die geseggebenden Gewalten in Württemberg, nämlich Regierung und Stände, gefaßt haben. i

Schweickhardt; Man sagt, die Bürgerwehr in Heilbronn habe hon lange einen Geist gezeigt, mit welchem man nicht habe zufrieden sein fönnêm, Wurden aber auch die nöthigen Strafen, Drohungen, angeordnet, che man zu dem Aeußersten ritt ? Welche Erbitterung muß sich eines Mannes bemähtigen , welcher für die Erfüliung einer Pflicht so behandelt wird! Dies faun nur die unglü>lichsten Folgen haben und einen Geist

der Neuitenz hervorrufen.

‘Staatsrath Römer: Jch danke dem Abgeordneten , daß er besorgt ist , ‘daß nicht eiín Geist der Renitenz sih bildez ' Viele aber pflanzen einen solchen Geist eifrig, und in Heilbronn hat sih derselbe in einem sol ho- hen Grade gezeigt, daß die Obrigkeit hierher berichtete , man leiste ihren Befchlen: keine Folge mehr. Es handelt sih einzig darum, ob es erlaubt ist, politische Diskussionen mit den Waffen in der Hand zu führen. Dies ist verboten, Die Negierung hat das Recht , von dem Geseye vollen Ge- brauch zu machen, à R

_Shoder: Jh wünschte offizielle Auskunft darüber, ob wirklich die Erklärung der Bürgerwehr in Heilbronn zu Gunsten der National-Versamm- lung éines der Motive für die Entwaffnung war ? i

Staatsrath Römer: Jch brauche auf diese Frage nicht zu antwor- tenz der Jnterpellant mag seine Frage wiederholen in Anwesenheit des De- partements - Chefs des Junern. i

Schoder: Jh erwarte, daß bei etwaiger Verhängung des Belage- rungszustandes das Ministerium an den betreffenden Paragraphen der Reichz-Verfassung sich halten wird,

Staatsrath Römer+ Dies wird geschehenz wenn der Belagerungs- zustand -verhängt ist, wird es die Regierung sofort den Ständen anzeigen.

Schnitzer: Jch habe gehört, „daß das bte Negiment zur Entwaffnung nah Reutlingen fommandirt sei, wo doch die Bürgerwehr sih ganz ruhig verhalten hat. Wie mag man überhaupt gleih zur äußersten Maßregel schreiten, ohne zuver die cinzelnen Schuldigen herauszusuchen!

Staatsrath Römer: Gerade diejenigen, welche unschuldig sind, ha- ben - ihie Waffen recht- gern abgegeben, (Heiterkeit) Das Gerücht von der Entwaffnung Reutliägens is durchaus falsch. Die Bürgerrehr in Heil- bronn fám auf dein Marktplaze zusammen, um zu debattiren mit den Waf- feu i der Hand,-: hierdurch unterscheidet sie sih von der von, Schniyer an- geführten -stuttgarter Bürgerwehr, welche nur zu einer politishen Huldigung ausgezogei ist, Dies lehtere verbietet das Geseg nih. ; :

Zwergex: Ich kenne die Adresse der heilbronner Bürgerwehr an die Regentschaft uicht, aber das glaube ih, daß man in dieser Frage den Be- \{luß der Regierung und diejer Kammer in Beziehung auf die Regentschaft im. Auge . behalten muß. Die Regierung hat ausgesprochen , daß sie bei allen“ Verfügungen - der Regentschaft si die Cognition vorbebalte, Eine Bürgerwehr, welche -mit Beseitigung der Staatsregierung sich an die Natio- nal-Versammlung auf solche Weise wendet, steht niht auf dem Boden des

Gesetzes, jet Sw luß folgt.)

Stuttgart, 43. Juni, (Nürnb. Korresp.) Die Na- tional » Versammlung hat heute Nachmittag wirkli<h ihre 234 ste Sibung in cinem Bierhause gehalten, was einen höchst eigenthüms- liger Anbli> darbor. Der Saal war in der Mitte quer abge= sperrtz; die eine Hälfte für die National-Versammlung selbst, sammt Journalisten-Pläßen und einer Damen-Galerie (die zarte Aufmerk= samkeit für das {bne Geschlecht wird diese Versammlung bis zu ihrem leßten Athemzuge bewahren), die „andere Hälfte für das Publikum, Ju dieser Hälfte befand sich keine Vorrichtung, um sißen, ‘eben so wenig, um über einander wegschen zu können, Das Publikum \{leppte daher in großem Eifer Stühle und Bänke aus dem Garten des Wirthshauses herbei, um si dar= auf zu: seßen oder zu- stellen. Um diese Pläße gab es natür- lich lebhaften Streit, Stühle und Bänke kna>ten, der Wirth wahrte sein Eigenthum, “Hunde wurden unruhig, Stö>e fielen zu Boden z Niemand achtete auf bede>te oder unbede>te Häupterz Taba> wurde geraucht- und, hätte man nur Tische gehabt, so würde man auch Bier getrunken ‘haben. Daß es unter solhen Umständen sehr {wer war, den Verhandlungen mit Aufmerksamkeit zu folgen, wird jeder billig Denkende zugeben. Doch scheinen sie. glüdlicherweise niht außer- ordentli -wihtig gewesen zu 1042 em onans war die Sipung auf= fallend furzz/ sie begann um 445 Uhr und endigte um 5% Uhr. - Als der NmenSAufokk géecndigt war, konúte man nicht deutli ver- stehen, ob 101 oder 409 Mitglieder als anwesend verkündigt -wur-

1050

den. Nach Verlesung- des Protokolls reklamirten Uhland, Vischer und ein drittes Mitglied gegen die darin enthaltene Angabe, daß in der leßten Sißung der Antrag Ludwi Simon's, „die National= Versammlung wolle die Regentschaft h

stüßung auf dem betretenen Wege versichern“, einstimmig angenom- men worden sei, indem sie entweder dagegen gewesen seien oder sich der Abstimmung enthalten bätten. Al

mehreren weniger bekaunten Namen angemeldet : Robert Mohl, Peter in Karlsruhe, Römer in Stuttgart, Schmitt von Kaiserslautern. Federer hat an den Präsidenten ‘das Ansuchen gestellt, derselbe möchte die Motive seines Austritts der Versammlung verkündigen , der leb- tere protestirt aber auf das entschiedenste gegen die Vorlesung der= selben. Ein Abgeordneter aus Med>lenburg - Schwerin verliest das von seiner Landes-Regierung erlassene Abberufungs-Séhreiben und seine protestirende Antwort ‘auf dasselbe. Als eingetreten für Römer- wird verkündigt, Seefrid, Mitglied der württembergischen Kammer. Folgt die Verlésung oder Anzeige ciner Reihe von Zustimmungs=, Vertrauens- und Ünterstüzungs-Adressen. Nun stellt Schoder fol- gende Jüterpellation an dié Regenischaft: „Von dem Chef des würt= \ tembergischen Justiz-Departements, Römer, ist heule in der Kammer erklärt worden, die provisorische Regentschaft versuche bereits unbe=- fugtérweise in die inneren Angelegenheiten Württembergs einzu=- greifen, indem sie den General - Lieutenant Miller nit nur seines Amtes als Reichs-General, sondern auch als württembergisher Ge= neral entsegt habe. Jch frage daher an, ob diese Erklärung dem Sachverhalte entspricht, und? im Vejahungsfalle, ob es die Regent- schaft nicht angemessen findet, künftig ihre Verfügungen in Angele= gann solcher Staaten, welche die Reichs - Verfassung ancrkannt )

rer hingebendsten Unter-

s ausgetreten werden unter

aben, durch die betreffenden Regierungen ergehen zu lassen?“ Zur

Beantwortung dieser Juterpellation tritt sogleih Herr Raveaux auf: „Wir haben für gut befunden, vor Allem Maßregeln zur Wieder= herstellung des gebrocenen Reichsfriedens zu ergreifen, und daher in dieser Richtung beinahe gleithlautende Befehle an General Peucker und General Miller erlassen. Peu>er hat uns noch nicht geant- wortet, Miller aber erklärte, im Augenbli in einer Lage zu sein, in welcher ev keine Antwort geben könne. Wir fanden für gut, cine zweite Anfrage an ihn zu richten, ob er der Regentschaft Ge= horsam leisten wolle oder ni<t? Die Antwort war, die Lage der Dinge gebiete ihm, am Reichsverweser festzuhaltenz als Soldat erlaube er si< nit, zu beurtheilen, ob der Reichsverweser mit Recht abgeseut sei oder nicht, deshalb wolle er der Huldigung, die er dem Reichsverweser dargebracht, getreu bleiben. Auf Dieses hin hat die Regentschaft den General Miller des Reichsdienstes enthoben und der

württembergischen Regierung davon Anzeige gemacht mit der Auf-

forderung, einen Nachfolger desselben zur Ernennung vorzuschlagen.

Ich begreife daher nicht, wie Römer die angeführte Behauptung

wagen durfle./ Raveaux theilt ferner eine von der Regentschaft er- lassene Verfügung über Errichtung einès Reichsheeres mit. Diese

Verfügung ist erlasscn worden an die provisorischen Regierungen von

Baden und Rheinpfalz und an die württembergische Regierung. Die Antworten stchen no< aus. Jn den neu zu bildenden Auss{uß für Durchführung der Reichsverfassung werden sodann no< gewählt folgende 15 Mitglieder : Ludw. Simon, Eisenstud, Claussen, Ha- gen, Jacobi von Königsberg, Nauwer>, Schüler von Jena, Ko- lacze>, Tafel von Stuttgart, Fröbcl, Kudlich, Spaß, Schaffrath, Uhland, Rühl. Nächste Sibung Sonnabend Nachmittag 3 Uhr in dem neu erworbenen Lokal, das nah der A ee des Werkmeisters, der die Arbeit übernommen hat, bis dahin brau@hbar

sein wird. z

Heilbronn, 12. Juni. (S<wäb. M erk.) Auf die Nach= richt hin, daß bei Mosbach ein Lager von 10,000 Mann Badensern zusammengezogen werde, verbreitete sich hier. das Gerücht, daß cin

württembergishes Truppen-Corps die Gränze gegen den Odenwald besepen werde. Schon gestern wurden Durcmärsche erwartet. Diesen Morgen gegen 9 Uhr rü>len auch Infanterie, - Kavallerie und Artillerie in die Stadt, und man war so ziemli<h all- Hav der Ansicht, daß sie na<h kurzer Rast gegen die Gränze

ortmarshiren würden. Statt dessen ließen die Kavallerie-

und Jufanterie-Patrouillen dur die Straßen, die Besepung der Thore, Kirchen und öffentlichen Pläße 2c. glei<h ahnen, daß etwas Anderes der Zwe> sei. Wirklich verkündete auch der Polizei - Kommissar um 10 Uhr durch öffentliche Ablesung ciner Ministerial - Verordnung die Auflösung der hiesigen Bürger- wehr und die Entwaffnung derselben. Es wurde hierzu eine g von zwei Stunden gegeben, später dieselbe um weitcre vier Stun= den verlängert. Troßdem wurden nur wenige Gewehre abgegeben, und selbst ein Abfordern mittelst in der Stadt herumfahrender Wa= gen hatte keinen anderen Erfolg, als daß höchstens 120 Gewehre abgeliefert wurden. Um -5 Uhr zogen si< die Truppen größten= theils aus der Stadt hinaus, um ihre Quartiere auf den benach= barten Dörfern zu beziehen.

rist

Wir erhalten über die heilbronner Vorfälle folgende weitere

Nachrichten: Gestern Abend, den 12., wurden 120 Gewehre mit der- Cisenbahn von Heilbronn wegbefördertz ctwa 100 Gewehre waren no< auf dem Rathhaus. Dieselben sollen im Laufe der Nacht von Heilbronnern wieder abgeholt worden sein. Eben so sol- len Bürger- und Feuerwehr-Männer in der Naht Bonfeld zu aus= gezogen, jedoch wieder zurü>gekehrt sein. Das nach Sontheim und anderen bena<hbarten Orten verlegte Militair war diesen Morgen, “den 13., wieder im Marsch nah Heilbronn.

Heilbronn, 13. Juni, 114 Uhr. (Schwäb, M.) Gestern

Nac(t wurdeu etwa 300 auf dem Rathhause in Verwahrung - des Stadtraths \<hon früher befindlichen Gewehre weggenommen ; eta 3 bis 409 Mann, namentli Turner , zogen gegen das Badische, kehrten aber zurü> und haben si< gegen den Mainhardter Wald zugewandt, wo sie bei Löwenstein gesehen worden sein sollen. Die Stadt ist in. Bela cernirt. Bereits sind gegen 800 Gewehre abgeliefert. Verhaftun- gen haben stattgefunden. Die Stadt ist nun vollkommen ruhig.

erungszustand erklärt , von Truppen beseßt uud

x

Heilbronn, 13, Juni. (S<w. M.) Diesen Morgen um

8 Uhr rüdten wicder 2 Bataillone Jnfanterie und sedis Kanonen in die Stadt. Mit dem ersten Bahnzuge kam auh unser Ober= Kommandant mit der Nachricht von Stuttgart zurü>, daß das Ministerium entschlossen sei, von der gegen die Stadt ergriffenen Maßregel nicht aïzugehen. So eben, 85 Uhr, durchreitet ein Küö= nigliher Beamter die Stadt und verkündigt für die Stadt und das Ober-Amt Heilbronn die Aufruhr-Akte, die Entwaffnung sämmt- licher Bürgerwehren mit der Erklärung, daß alle dadurch entstehen= den Kosten den in Aufruhr befindlichen Gemeinden zur Last fallen. Von unserer ausgezogenen Bürgerwehr exfährt man, daß eia Theil sich gegen Wimpfen zu gezogen habe, wie man vermuthet, nach der badischen Gränze, ein anderer, und zwar der größere Theil ins _Hohenlohische. Es sollen si<. thnen von Dorfschaften Viele beige-

sellt haben. Näheres darüber weiß man jedo) ni<ht. Es wurden

bei uns mehrere Verhaftungen vorgenommen, unter andereu der

Redacteur des Ne>ard-ampf\<{<if}s und andexe Demokraten.

Baden. Karlsruhe, 12, Juni. (Nürnb. Korr.) In der heutigen dritten Sipung der konstituirenden Versammlung fam

von denen der erste und zweite berathen worden sind, zur Be=- rathung. Der dritte Antrag, die Gemeinden zur Lieferun bensmitteln an die Ne>ar-Ärmee anzuhalten, wird ohne

Der vierte Antrag bezwe>t Aufl der Mitglieder de, fiziere bei der Volkswehr.

Nr. 3 und 4 der Hoffschen Anträge,

in der gestrigen geheimen Sißung

angenommen. merie-Corps und Verwendun toren, Unteroffiziere und O Theil des- Antrags die Auflösung wird an weil man. es für bedenflih. hält, u verpflanzen. Das Mitglied der erstattet Bericht über: die Finanz» gen Umstände sei es gelungen, mit Sache der konsti- un sein, ihn zu unterstüßen, na- digen Steuern, die jeßt ische Volk seine Denn, möge dasselbe Beispiel nicht

sselben als Insiruk-

nommen, der zweite aber nicht, iese „reactio- ‘nairen“’ Elemente in die Armee z provisorischen Regierung, Geogg, Troß der ungünsti

Verhältnisse. Mitteln bis jeyt auszukommen.

den vorhandenen tuirenden Versammlung werde es n „mentlich .bei-Eintreibung der rückstän eine Million betragen. lung erkennen, und seine Ehre im Kampfe unterliegen, ‘verloren sein und die jept ausgestre dann wurden mehrere von der pr provisorische Gesete, üb Gränze bis zur M litishe Flüchilinge 2c.

Er hoffe, daß das bad wahren werde.

so werde doch dieses ute Saat einmal. aufgehen. Sos. ovisorishen Regierung erlassene andes von der nördlichen ber die Amnestie für po=- Die Wahl der pro- den Sízung statt.

(D. A. Z.) : Nah Eröffnung der nggebenden Vers llirte Abgeordn ufs des „angeblichen“ badische Volk. t wiederholte Aeußerung Das ist von Mathy g noch keine amtliche Not Veranlassung habe, Ansicht darüb

er Erklärung des L n Kriegszustand, Ü berathen und genehmigt. visorishen Regierung findet erst in der morgen

Karlsruhe, 13. Juni. heutigen vierten Sizu! den Vice-Präsidenten Ministerium wegen ‘des Aufr Erzherzog Johann an lesung desselben Schlusse mehrfache Rufe: antwortete, daß die Regierun Akftenstü> und daher über zu fassen. Wen so müsse er gestehen, Er kenne keinen Reichsverw die ‘National - Versammlung und sollte einzudringen , Landesfeinde, mi Entgegnung auf diese schen Regicrung al ordneter Mördes tell eine Kommission zu wählen, he Volk als Antwork auf Brentano tritt bei, und es wir die Abgeordneten . Steinmeß, Der Justiz - Mini}

mmlung durh . Móördes das Reichsverwesers 165.) Die Ver=- en des Unwillens. ! Herr Brentano iv von diesem Beschluß dar= er äußern solle, he nur lächerlich erscheine. ohann mehr, nachdem entseyt habe, in Baden

der verfassu erner interpe

n er seine Privat- daß ihm die Anspra eser Erzherzog I ihn seines Amtes mit Waffengewalt deren Reichs - Uebrigens sei eine Sache der provisori- melten Volksvertreter. Antrag: aus den Abtheilungen um sofort eine Ansprache an da ; diese Proclamation zu eutwerfen. Herr d in den Abtheilungen sofort die Hoff, Brentano, Goegg ter Peter erstattet ericht über scine Ge- mten hätten den verlangten te zu Mannheim und das Fassung des

es wagen, so werde man ihm, wie jedem a t den Waffen entgegentreten. Proclamation weniger er jeßt versam

Kommission, und Tiedemann, gewählt. sodann den auf der Tagesordnung sleh Die niederen Justizbe nur die Oberhofgerich Hofgericht zu Bruchsal hätten Eides gewünscht, die ihnen au z Straf - Anstalten Notare seien entfernt worden, In Folge seines und Strafrechtspflege habe de über eine vierwöchentli Eine Sistirung der Hulssvo befürhtenden St

\häftsbrandhe. Eid geleistet, veränderte ugestanden worden sei.

unverändert mnestie wieder eingeseßt, weil se den Eid verweigert Aufsichtsrehts über die Civil= x Justizminister ein provisorishes Ge- e Verlängerung der Fristen erlassen. [stre>ungen sei wegen der daraus zu entlichen Kredits unterlassen wor= ien sämmtliche politische Verbrecher gestellten Caulionen zurü>=gegeben 1 Verurtheilten wegen gcmiiner Ver Strafen mit den neueren, milderen Ansichten in Ein= worden. Zur sofortigen- Einfuhrung der Shwurges, den nächsten Tagen ein Geseß - Entwurf vorgelegt Notariatsordnung seien die n0=- Was das Strafsystem anlangt, crium für das pennsylyanische mit den nöthi- ntschieden. Abgeordn. Rei ch bcantragt, daß das im und das Hofgericht zu Mannheim binnen zweimal 24 Stunden den Eid bei Der Antrag findet Untere Abg. Reich fährt en das die Geistes= und Körperkräfte Herr Peter: Nicht dqs sondern das Gesammt-Ministerium habe in sei- bisher Schonung gegen die. widerspenstigen

brungen des dex Amneslie entlassen und die eine Revision folgt, und die klang gebracht richte werde in Jn Betreff ciner neuen thigen Vorbereiiungeu getroffen.

so habe sich gen Abänderungen Oberhofgeriht zu Mannhe werden sollen, der Absepung zu leisten. Dringlichkeit vricht sich auch ge

gehen sei er-

das Minist

aufgefordert Vermeidung stüßung u fort und st vernichtende pennsyl Justiz-Ministerium, ner Mehrheit beschlossen, Richter zu beobacht Abgeordneter M der Regierung aber der Stan stituirenden Versamm Er beantragt daher,

wird anexrkaunt.

ystem aus.

órdes vertheidigt das bisherige Verfghren die widerspenstigen Gerichtshöfe. ache ein ganz anderer, sobald von der kon- lung eine definitive Regierun die Frage wegen der Eidesleistung fallen zu Reichshen Antrag au Sclatter is für den Reichschen te haben entweder den E sen worden. Lassen Sie uicht das Sprüch= Die: kleinen Dicbe hängt man , die Die Abgeordneten Zimmer- d Rotte> sind ebenfalls für den Reichscben Antra nie gehört, daß die Gerichtshs eid verweigert hätten, der no< ganz und der Treue enthalten. habe, in bloßer Vorwand. st für den Reichschen Antrag ge= Antrag vom Abg. Mör=

gewählt sei.

Wes Kommission u verweisen, Abgeordneter | mtliche niedere Beam der seien eutla Wahrheit werden:

äßt man laufen.

ft, er habe no<h den Huldiguugs hen des Gehorsams Bedenklichkeiten hrere Redner mei Debatte geschlossen, der esordnung überzugehen , da die < die Stimme des Präsidenten gegen den- ließlich der Reichsche Antra Abg. Heunis< berichtet sodant Geseh = Entwurf,

ser dem Entwur Nachmittags - Sivung zur Be-

terer bemer einem Fürsten andere Verspre und ihre jeßigen Nachdem no<h me \sprochen, wir des, zur mo gegen 25 stehen, selben abgeworfen, men genehmigt.

seien daher e

tivirten Tag

g mit 32 Stim-= 1 Namens des die projektirie

sses über den f im Allgemei-

Anleihe betreffend, und die mmende Bericht soll in der

rathung kommen.

Karlsruhe, 13. Juni, Abends.

sche Regierung gewählt. fonstituirende Versammlung für ntano, Gög Ersterer \o r leßten Wothen als gänz sönliche Gegner

So eben wurde langer Diskussion das Triumoirat Peter und Thie=- bei merklih gealtertem li unfähig bewährt in der Versamm=

die neue provisori

hlte die Herren Bre baut sind d st| während der 1 haben; Thiebaut cheint viele per lung zu haben.

Frankfurt, 15 1 Regierungs Leopold, von Gottes Gnaden, Zn Anbetracht ‘der Gefahren,

32 des Großherzoglich ba-

Standrechtsgeseß : Baden, Herzog: von ßherzogthum durch

blatte s enthält folgendes

Großherzog von deneù das Gro

die Usurpation einer revolutionären Regierung ausgeseht is, und in Erwä- gung, daß die Reichstruppen mit den sich ihnen anschließenden treu geblie- benen badishen Truppen zur Wiederherstellung der Staats-Ordnung in das Großherzogthum einrücen.,, finden wir uns veranlaßt , auf den Grund des $. 66 der Verfassungs-Urkunde und im Einverständniß mit der deutschen Centralgewalt zu verordnen, wie folgt: $, 1. Der Militair-Kommandant, per wenigstens eine Brigade zu befehligen hat, is ermächtigt, diejenigen Be- irke, in denen er es für nöthig erachtet, in unserem Namen, nach dem Ge- les vom 7. Juni 1848, in Kriegszustand zu erklären, mît der ferneren Wir- fung, daß für die in Kriegszustand. erklärten Bezirke nicht nur gegen die aufrührerischen Truppen nach dem Eésey über das militgirstgndrechtliche Verfahrea vom 7. Juni 1848, sondern allgemein nah Maßgabe der nach- folgenden $$. 2—5 das Standrecht éintritt, $, 2, Wer während der Dauer des Kriegszustandes 1) bewaffnet an einem Angriffe oder Widerstand gegen die geseuliche Autorität oder bewaffnete Macht, oder an ‘einer unerlaubten bewaffneten Versammlung Antheil nimmt, oder sih auf dem Wege dazu oder zu einem gewaltsamen Unternehmen befindet, oder wer 2) zu solcher Bewaffnung oder solchem Waffengebrauch oder überhaupt zu Hoch- verrath , Landesverrath oder Aufruhr aufsordert, 3) Soldaten in ir- gend einer Weise zum Treubruch verleitet, 4) Anlagen macht, oder bestehende Anlagen zerstört, um militairishe Bewegungen zu hindern, 5) den Aufrührern als Spion dient, oder die für die Wiederherstellung der Staatsordnung einschreitenden Trupp: n zu ihrem Nachtheil irre zu führen sucht, wird- standrechtlich mit dem Tode, oder bei minderer Betheiligung mit Zuchthaus von 10 Jahren bestraft. $. 3, Diese Vergehen werden von cinem Kricgsgericht abgeurthcilt , welches nah Artikel 4 des am 7, Juni 41848 über das standrechtlihe Verfahren beim Militair erlassenen Gesehes zusammengesegt wird. Jusoweit es Civilpersonen betrifft, findet dabci der legte Absay des Art, 4 des gedachteu Geseyes keine Anwendung. Das Verfahren richtet sich nah den Art, 5—7 des nämlichen Geseges, jedoch mit der. Aenderung, daß das Gericht in den dazu geeigneten Fällen auf die im $6. 2 erwähnte 10jährige Zuchthausstrafe erfenut und den alsbaldigen Vollzug anordnet, Kann wegea ungenügender Aufklärung der Sache weder die zehnjährige Zuchthausstrafe noch die Todesstrafe erkannt und der Angeschuldigte auch nicht sogleich völlig freigesprochen werden, oder erscheint die Aburthe'lung hinsichtlich cines Angeschuldigten überhaupt nicht als drin- gend, so wird die Sache zur weiteren Untersuhung und Erledigung an den ordentlichen Nichter verwiesen, Bei der im Artikel 6 Nr, 3 des Gesches vom 7. Juni 1848 erwähnten Wahl eines Vertheidigers is der Angeklagte, der nicht zum Militair gehört, in seiner Auswahl nicht auf Militairpersonen beschränkt und eben so wenig das Gericht, vorausgeseßt, daß das Verfahren nicht aufgehalten wird, $. 4. J das Todesurtheil gegen eine größere An- zahl der am nämlichen Vorgang Betheiligten ausgesprochen, so wird der Kommandirende hinsichtlih der darunter befindlichen verhältnißmäßig weni- O schwet Belasteten den Vollzug des Erkenntnisses aufschieben , und un- ere Entschlie?ung über - Begnadiguvyg oder Strafverwandlung einholen, $. 5, Hinsichtlich der Theilnehmer an den hochverrätherischen Unternehmun- gen seit dem 11. Mai d. J., die nit ers nah Verkündigung des Kriegs- zustandes eine der im $. 2 erwähnten Handlungen verüben , findet diese Verordnung nur auf diejenigen Anwendung, welche zu den Anstiftern ge- hören oder an der hochverrätherischen Verbindung Theil genommen haben und nicht nach Verkändung dieser Verordnung ohne allen Verzug sich völ- lig lossagen, indem sie sich ter geseßlichen Gewalt unterwerfen und zugleich Alles, was in ihren Kräften steht, beitragen, auch die Mitschuldigen zur shleunigeu Unterwerfung zu bringen und dadurch den weiteren strafbaren Er- folg ihrer verbrecheischen Unternehmung zu verhindern. $. 6, Während der Dauer des Kriegszustandes sind alle Bezirks - und Oits- Behörden, die \< mit der Sicherheits-Polizei und überhaupt mit der Aufrechthaltung der öffentlihen Ordnung zu befassen haben, dem Militair- Kommandanten un- tergeorduet, und auch die Bürgerwehr steht ünter scinem Oberbefehl. Jn allen Bezirken, in welchen sich Truppen bcfinden , können die Militair -Be- hörden die Sicherheits - Polizei auch unmittelbar selbs handhaben, zur Auf- rehthaltung der öffentlichen Ordnung in Gemeinschaft mit den ihnen bei- gegebenen Civil - Kommissären auch polizeilihe Anordnungen und Verbote erlassen, die Uebertretung mit Festnehmung und polizeilicher Strafe bedrohen, und diese durch die Civil-Behörden vollzichen lassen, oder nah Umständen selbst vollzichen. Gegeben in unserem Staats « Ministerium zu Frankfurt a. M., den 9. Juni 1849, Leopold, über. Stengel,“

—— Ueber die Operationen gegen Baden bringt die Frank- furter O. P. A. Ztg. Folgendes :

Darmstadt, 15. Juni. Die Operationen gegen den Auf- stand in Vaden haben heute Nacht begonnen. ir haken zwar noch keine bestimmten Nachrichten, so viel aber weiß man, daß um 9 Uhr Nachts die Truppen in der Bergstraße aus ihren Canton- unements aufgebrochen sind. Der Feind soll sich zurückgezogen ha- ben und Weinheim von den Unsrigen beseßt worden sein. - Man hörte an der Bergstraße heute gegen 10 Uhr ein starkes Feuern in der Rihtung von Mannheim. Diese Kanonade wurde sogar hier ehört. Die gestern hier eingerü>ten Königlich preußischen Truppen befinden si< no< hier, erwarten aber jeden Au- genbli> Marsch-Ordre. Heute Vormittag um 10 Uhr marschirtcn die ersten Bayern hier dur, ein starkes Jäger-Bataillon, ein Re- giment Chevauxlegers, eine Batterie Zwölfpfünder von 8 Piecen, ein Brü>kenzug von 15 Pontons mit Zubehör. Die Truppen wax ren wohl ausgerüstet und von guter Haltung. Sie kommen von Aschaffenburg und gehen bei Oppenheim über den Rhein uach der Pfalz. Morgen folgen 6 8000 Mann nach, in zwei Kolonnen, die eine wieder über , hier, die andere über Nicderramstadt und Eberstadt. Leßtere geht wahrscheinli<h bei Gernsheim über den Rhein. Wir hofsen, heute no< Wichtiges von den gegen Baden vorrückenden Truppen zu exfahren.

Darmstadt, 15. Juni, Hunderte von Menschen umlagerten heute Abend den Bahnhof, um mit dem um 7 Uhr eintreffenden leßten Zuge aus der Bergstraße Kunde vom Kriegsschauplaße zu erhalten, Man hatte den ganzen Tag über fortwährend Kanonen- donner gehört, auch Rauchsäulen aufsteigen sehen, wie Einige glaub- ten, in Mannheim, Andere mehr rechts in Oggersheim oder Fran- kfenthal. Dies Alles steigerte natürlich die Neugierde. Endlich kam der erschnte Zug, hielt aber an dem Wege jenseits des Exerzierplaßes plöß= lih ill, Man schaffte ‘einen verwundeten Offizier heraus, der hier sein Landhaus hat, Rittmeister von Jäger vou den Che=- vauxlegers, dem das Bein zerschmettert ist. Der Zug, der nun langsam dem Bahnhofe zufuhr, enthielt außerdem noch 14 verwundete Chevauxlegers, wovon einer so shwer, daß man ihn auf einer Tragbahre nach dem Lazareth tragen mußte. Ueber das Gefecht selbst, das schon den Morgen um 7 Uhr stattgefunden, er- fuhr mau nur, daß die Chevauxlegers bei Käferthal, unweit Mann= heim, etwas zu hibig vorgegangen seien, ohne Unterstüßung von Jnfanterie und Artillerie, wodur sie diesen Verlust erlitten, Jeden=- falls war das Vorrü>en des - diesseitigen Truppencorps ein allge= meines und siegreiches. Das Hauptquartier war schon am Morgen zu Weinheim, die Vorposten zu Schricßheim. Was den Tag über

weiter vorging, ist man sehr begierig, zu erfahren. Die Kanonade,

die man ier hörte, glaubt man, rühre vou den Preußen her, welche jenseits gegen Ludwigshafen (die Rheinschanze) vorrü>ten.

Frankfurt, 16. Juni. So eben geht eine Meldung des Herrn General-Lieutenant von Peukex, d. d. Weinheim, den 15. Juni c. Abends 9 Uhr, ein, wona gestern sein Corps in der Srühe in zwei Célonnen, die eine auf der Bergstraße, die andere ne Fürth aus, zu cinem konzentrischen Angriffe gegen Weinheim fo egangen ist. Ju der rechten Flanke wurde gleichzeitig eine Re= linke QUns gegen .Mannheim über Käferthal ausgeführt. Die

s e wurde durch eine Seitenkolonne gede>t, welche im Feind ald gegen die oberen Ne>ar - Uebergänge vordrang. Der wurde auf allen Punkten rüctzowersim: Der wichtige Punkt

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Ladenburg und hierdur< die Eisenbahn-Verbindung bis zum Nefar wurde genommen. Jn der Front wurde úber Weinheim bis Groß= sachsen vorgedrungen und bei einbre<eader Nacht dur<h Beseßung von Weinheim, Virnheim, Heddesheim, Ladenburg und Großsach= sen eine Stellung bezogen.

Die Truppen haben in 45stündiger ununterbrochencr Anstren- gung an frischem thätkräftigen Muthe und Auzdauer gewelteifert und einen Geist brüderlicher Cinigkeit an den Tag gelegt, welcher über alles Lob erhaben ist. Weitere Details fehlen no< zur Zeit.

MAuslateD.

Frankreih. Gesehgebende Versammlung. Sipung vom 15. Wh Dupin eröffnet um 15 Uhr die Sizung. Die efehle sind gegeben worden, außer den Stenographen

nur sol<e Personen in die Vorhallen zu lassen, welche Spezial- karten vorzcigen. Dupin: „Ich ersuche die Kommissionsmitglie- der, denen die Begutachtung des Klubgeseßes obliegt, sich in das 5te Bureau zurüc{zuziehen und ihre Arbeit sofort zu beginnen.“ Dies geschicht. Dupin: „Jett werde ich die Doppclmandate der abwesenden Deputirten dur<s Lecos beseitigen. Das -Loos macht Ledru Rollin zum Deputirten des Var-Departements, Felix Pyat zum Deputirten der Nièvre, Mathie (Drôme) zum Rhone-Deputir= ten u. #\. w.“ Dupin verliest Briefe, worin neun Montagnards erklären, daß die kurzen Aufrufe zu den Waffen ohne ihre Geneh- migung mit ihrer Unterschrift versehen worden scien. (Geläch= ter und Aufregung.) Gendrier steigt sogar auf die Trüú- büne und protestirt mündlich, unter dem Gezische der Versammlung, gegen diesen fürchterlicen Mißbrauch. Duyin: „Der pariser General-Prokurator hat an mich ein neues Requisitorium gerichtet, in welhem er die Versammlung um Erlaubniß bittet, die Deputir= ten Menand, Vougeod, Eschman, Rolland, Landolphe, Jarroud und Avril wegen Theilnahme an dcr Jusurrection vom 13. Juni zu ver= folgen.“ Cholat: „Laut obigen Requisitoriums werden diefe Deputirten deshalb kriminalis<h verfolgt, weil sie Briefe und Pro- clamationen unterschrieben, deren Entwürfe man im Sibungésaale des Konvents gefunden. Ich bemerke, daß der Name Avril unter eincm dirser nah Lyon oder M con bestimmten Briefe uicht der

Name des Deputirten gleiches Namens ist. Wahrscheinlich

ist dies ein Bruder desselben.“ Dupin: „Die Staats- Anwalischaft verlangt Dringlichkeit. Jch bringe also die=- selbe zur Abstimmung. Die gesammie Rechte und das Centrum erheben sich für die Dringlichkeit. Die Linke enthält sich der Abstimmung. Dupin: „Es fragt sich demnächst, eb die Ver= sammlung eine neue Kommission wählen oder diese Anträge der In Kommission (mit Thiers an der Spiße) überweisen will? ‘“ Berryer: „Da ganz neue Thatsachen vorliegen, so beantrage ich eine neue Kommission.“ Dies wird genehmigt, und die Versamm- lung zieht si< in ihre Abtheilungs-Säle zurü>, um eine ncue Kommission zur Berichterstattung zu wählcn. Drei Viertelstunden später kehrt der Berichterstatter in den Saal zurü> und die Sißung wird wieder aufgenommen. Beugnot, Berichterstatter , erscheint um 2% vor 5 Ühr auf der Tribüne. Scin Bericht ist furz und trägt auf Genehmigung der Untersuchungs - Einlei= tung- gegen obige 8 Deputirte an. Eine Contra - Debatte findet eigentlich gar nicht statt. Die Untersuchung is also genehmigt. Felix Pyat bittet um das Wort. (Aufschen.) Er erklärt, daß er eben in der Sipung erschienen, um gegen das Loos rücksichtlich seiner Doppelwahl zu protestiren. Er nchme für das Cher-Depar= tement an. Wird genchmigt:" Victor Hug 9 ergreift das Wort, um die Aufmerksamkeit auf das Verfahren der ersten Legion der Nationalgarde in der Rue Coqheron und Rue Neuve dcs Bons Enfans zu lenken. Er fragt den Minister, welche Maßregeln er gegen dicse barbarischen Prcssen - Zertrummerer eingeleitet habe? (Veifall links.) Dufaure antwortet, daß die Vehden d'e nü= thigen Schritte gethan und diese Eingriffe gerügt werden sellen. Dufaure verliest \ließli< telegraphische Depeschen aus den De= partements, wo Gährung herrscht. Jn Lyon ruüste man si< zu ei- e sozialen Kampfe. Die Versammlung trennt si um r.

Paris, 15. Juni, Das Ministerium hat nachstehende Pro- clamation erlasscn:

„Bürger ‘von Paris! Eine aufrührerisde Minorität sucht die Majo- rität, das Ergebniß des allgemcinen Stimmrechts, zu unterdrücken. Ju Namen derx Verfassung, von welcher sie sagt, daß sie verlcht worden sei, mißachtet sie alle Geseze und die Verfassung se/bsst, Die National - Ver- sammlung und die Regierung werden dies nicht zugeben. Paris is} im Be!agerungszustande. Wir haben die Anwendung des Gesegres verlangt, welches denselben im Namen der Verfassung ertlärtz wir wcrdcn ihn nur zur Kräftigung der Republik gebrauchen. ‘“

Von der gesebgebenden Versammlung erging folgende Procla=- Gs welche gestern früh an den Straßene>en angeschlagen wurde: :

„Die gesepgebende Versammlung an das französische Volk. Bürgcr, Nationalgarden und Soldaten! Die Republik und die Gesellschaft is be- droht. Die Souverainetät des Volkcs wird in gehässiger Weise durch eine aufrührerische Minorität mißfkannt, welhe den Aufruf zur Gewalt erläßt und durch einen verruchten Krieg von neuem, zugleich mit dem öffentlichen Frieden, die dem Wiedererstehen nahe Wohlfahrt des Landes gefährdet, Die geseßgebende Versammlung, aus dem Nationalwillen hervorgegang, wird energisch alle die Pflichten erfüllen, welche ihr unter diesen âu- ßersten Umständen auferlegt sind. Jhr steht es zu, im Namen des Volfes zu reden, welches nux ihr sein souveraines Mandat übertragen hat, Hüter der Republik und der Verfassung, welche die unver- lepbaren _Gewährleistungen ter gefährdeten Geselischaft und Ordnung sind, wird die National - Vertretung ‘bis in den Tod die Verfassung und die Republik, welche so unwürdig, angegriffen worden sind, gegen einen strafbaren Aufstand vertheidigen. Bürger! schagret Euch um Eure Ver- treter, um die Vertreter des französischen Volkcs; in Eurer Vereinigung mit ihnen, mit dem Präsidenten der Repyblik, mit unserer tapferen und treucn Armee, in unserer cinmüthigen Eintracht beruht unser gemeinsames Heil. Bürgex, Nationalgarden und Soldaten! im Namen des Vaierlandes, im A “8 Pa A N g G Geseze rust die geseßgebende

ersammlung Euch fcier!ih auf zur Vezitheidigung de i er Ver- fassung: und der Gesellschaft,“ 3 R e

General Changarnier überschi>te vorgestern Abend um 95 Uhr nachstchenden Bericht an den Couscil-Präsidenten :

„Der beiliegende Tagesbefehl, um 34 Uhr diftirt, wird Jhnen von dem Beginnen des Tages Kunde geben. Um 33 Uhr wurden die in der Ge- werbschule, deren Zugänge durch Barrikaden gede>t waren, verschanzten Aufrührer durch die von einigen Nationalgardisten der“ 6ten Legion beglei- teten Linientruppen angegriffen und mit größter Entschlossenheit vertrieben, Andere in den Straßcn Aumaire, Gravilliers, Transnonain, Notre - Dame de Nazarcth, in der Tempelvorstadt uud nocy anderswo errichtete Barrikaden wurden fast eben so \hnell genommen, als sie erbaut waren. Von der Seite im Rücken und von vorn angegriffen, konnte feine unseren tapferen Soldaten, deren unbeschreiblicher Eifer no< ganz andere Hindernisse bewältigt hätte, ernsten Widerstand leisten. Allenthalben' durch die herzliche Mitwirkung der Nationalgarden unterstüyt, behaupten unsere Truppen in Ordnung selbst die- jenigen Stadttheile, wo unsere Gegner die meisten Anhänger zählen.“

- Folgende telegraphische Depesche wurde heute in die Departe- ments abgeschi>t :

Der Minister des Jrneri Die Bevölke- < eizige Anarchisten stoß unterèrúü>t worden, Maßregeln und der Haltung der

„Den 14. Juni 1849, 10 Uhr Morgens, an tíe Präfckten. Paris genicßt der vollkommensten rung hat durchaus nicht Theil genommen an dem versuchten Aufstande; dersel Dank den von der Regierung getreffeneu Nationalgarde und der Armee.“

Vorgestern Abends 9 Uhr Boulevards ertheilt, werkstelligt wurde. Boulevards, von Barrikaden, kein weiterer Versuch dazu gemacht , gen die National - Gardisten, bis auf einige Nur da und dort sah man Volksgruppen, die Die Hauptstellungen wurden dcn Truppen bewacht, ohne daß irgendwo eine Na dem Courxier français war die von den die Nacht, falls Barrikaden gebaut würden, „Chatcau d’Eau“/ und die Antwort „Chatin folge, ging der Plan der Mitglieder des beigetretenen Cx-Repräscntanten der Parte die Majozität der National-Versammlung torität verwirkt habe, si< des Bürcau? meistern, den Konvent zu proklamiren, blif, die Minister und Changarnier nah V als óffentlicer Sicherheits-Ausshuß zu kon Permanenz zu erklären. ein roth gedrudcktes zu den Waffen enthielt : ) muß vertheidigt werden. Zu den Waffen! Versammlungs - Ort ist an der Gewerbschule.

die Unterschriften von Ledru Rollin und eiwa 60 Ein anderes Plakat, das man in der G die Abfetung des Präsidenten der Repub an, befahl die Errichtung von Barrikaden und g dere Autorität anerkannt werden solle, als die des Berges. gestern Abend gegen 85 Uhr w sentanten des Berges unter Kava der Präsidentschaft gebraht und eine Stunde p Comité - Zimmer der

be is ohne Zusammen

wurde Befehl zur Säuberung ras<h be= onalgarden blieben no< den Straßene>en, zur

was durch

Truppen und Nati insbesondere ‘an Verhinderung aufgestellt z Mitternacht gin=- Schildwachen , nah aber vóllig t über von Ruhestörung vorfiel. Meuterern für ählte Loosung Der Union zu=- Berges und der ihnen i dahin, zu erklären, daß hre Rechte und ihre Au=- s der Versammlung zu b den Präsidenten der Repu- incennes zu senden, stituiren und sih in 5 Uhr wurde vorgestern N Plakat angeschlagen, welches folgende „Die Verfassung is verleßt worden, Zu den Waffen!

Das Plakat trug anderen Personen. and, fündigte lik und des Ministeriums cbot, daß keine an-

harmlos warcn.

cwerbschule f

urden die sieben verhafteten Reprä= llerie-Bede>ung in Kulschen nach äter getrennt in National - Versammlung eingesperrt. Sie sollen \ämmtli< schr niedergeschlagen gewesen i fangs hatte man sie nach darauf schickte man, in Gemäßheit eines Artikels nach dcm Palaste der National - Versammlung.

tanten des Berges und die Artillerie - L des Palais Naticnal versammelt waren, Oberst Guinard Reden an den Berg zu unterstüßen, den Leßteren nach ver Gewerbschule. Weisungen des Obersten Foresti \chule scin Quartier aufsschlug.

les der 6ten Legion zugesagt,

fanden si< ein. Mitglieder des Berges die Flucht.

der Conciergerie ge der Verfassung, sie Als die Repräsen- tern im Garten hielten Ledru Rollin und Beide forderte sie auf, und viele Artilleristen begleiteten au< Es geschah in Folge der rg in der Gewerb= Er hatte den Beistand eines Thei= aber nur wenige seiner Gardisten einen der Gendarmen ergriffen die

Später fand man Waffen Gewerbschule

egion vorge]

die Artilleristen z er, daß der Be

Beim Ersch

stern na< Zerstreuung des Zuges den Boulevc Verfassungs=- Die Polizei drang sofort cin und ver- Um 6 Uhr wurden vorgestern Nachmittag 6 dcr Nationalgarde festgenommen und dur ein Bataillou der Jáger von Vincennes nah der Pclizeipräfektur ge- bra<ht. Jn der Straße Grange=-Bateliere wurde ein Klub von 20 Personen verhaftet und unter Eskorte abgeführt. cinen Nalionalgardisten entwaffnen wollte, wurde von cinem ande- ren Gardisten sofort erschesscen. Heute Mittag um 1 Uhr besuchte rothrepublikanischen denselben beschäftigke aufgelösten Guinard, . ist

freunde -tobrndes Geschreb. haftete 60 Personen. 50—60 Artilleristen

Ein Mann, der

Büreaus der sämmtliche Artillerie = Legio

Nationalgarde , Koi: Man befurchtet, daß die Provinzen ebenfalls die Aufforderung zu aufrúhrischen Kundgebungen erhalten haben. Vorgestern riefen die rothen Journale den Osten und den Süden zu den Waffen, und es ist bekannt, daß die sozialistische Presse der Departements der von Paris gegebenen Losung folgt. Auch.hicß es in den Büreaus der Versamm- lung, daß die Regierung zahlreiche Depeschen vom Präfekten mit der Anzeige empfangen habe, daß überall geheime Gesellschaften orga- nisirt seien, und daß man nur das Signal von Paris erwarte, um einen Schlag zu Gunsten der sozialen Republik zu versuchen. stern wurde versichert, daß die Regierung am Morgen durch den Telegraphen in 5 Departements den Befehl habe abgehen lassen, dieselben in Belagerur gs - Zustand neuen Regierung worden sein:

i És soll eine der Gewerbshule aufgefunden als Diktator

der Assemblée Nationale war unter den Personen, welche an der Spiße des vorgestrigen Demokratenzuges einherschritten, der ehemalige Minister des Auswärtigen unter Cavaignac's Verwaltung, Demselben Llatte zufolge riefen einige der Meuterer: „Tod dem Napoleon und scinem Ministerium !“ Signard soll nahe beim Chateau d’Eau verwundet worden sein. Nur wenige Schüsse wurden am 12ten zwischen den Tru dem Volke gewechselt, welches jedesmal zuerst feuerte.

Boulevard Montmarire wurde angeblih ein Mann getödtet. Journal meldet, daß der Oberst-Lieu haber der 11ten Legion, Pascal, und andere Offiziere derselben cfehl des Generals Sauboul verhaftet worden seien. vollkommenste eigentlich gar

Hände des Mi- Peuple, Vraie Republique, Tri-

Der Repräsentant

tenant und einstweilige Befehls- Legion auf B

gszustande }spürt man Maßregel ist die Jnitiative aller richterlichen Gewalt in die litair - Kommandos legt. publique, Democratie bune desPeuples nudEstaffette sind auch heute nicht erschienen. Dagegen geben Temps und La Liberté wieder sind drei Redacteure, Angestellte Büreau dcs Peuple in die Keller der Tuileri Entwaffnung der Artillerie geschieht diesesma Art, wie in den Junitagen. dert, ihre Waffen freiwillig ab Stunden, erfolgen die Haussuchungen. gesebgebende Versammlung werde sich Der Präsident der Republik empfing vorge| des diplomatischen Corps. Gesandten von England, Rußland und Span Aus Rom hat man B vecchia bis zum 8. Juni. bereits mehrere

Vom Belagerun

Reforme, pacifique,

Blätter aus. drei Schrist- dem Verlags- een eingesperrt. l nit auf dieselbe ie Bürger werden zuerst a i uliefern und dann erst, Es geht das Gerüch Wochen vertagen. tern Abend den si besonders mit den

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erichte bis zum 7 Oudinot bombardirt Häuser und Kirchen i Bankbülletin ist heute erschienen.