1849 / 219 p. 1 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

1 {hre Häupter aufs neue das Volk zum Aufruhr fanatisirt, Íe en r Tai fich au die Insurgenten hier und da wieder kon- zentrirten und eine feindliche Stellung annahmen. Zum großen Glú>e aber. ist Se. Excellenz Feldmarschall-Lieutenant Graf Clam- Gallas, der Held von Custozza, mit seinem Armeecorps in Sieben- bürgen angelangt und hat es dur seine Umsicht und kräftige Lei- tung verhindert, daß das Burzenland nit neuerdings zum Kriegs- Schauplaß geworden is. Die Bürger Kronstadts und dieses Di- striktes können beruhigt und überzeugt sein, daß die Fluren von Burzenland nicht neuerdings vom Feinde verheert uud die Jnsur- genten demnächst gänzlich unterworfen werden.

Frankreich. Paris, 6. Aug. Das Journal des Débats bemerkt in Bezug auf die heutigen Jnterpellationen über Jtalien: „Wer hätte wissen können, wohin die römische Expedition führen würde. Hätte man es gewußt, sie wäre nicht unternommen worden. Wir haben {hon genug mit unseren Angelegenheiten zu schaffen. Niemand traute' der römischen Republik Leben zu, wir fonnten nicht neutral bleiben, da die Anderen es nicht geblieben wären und die absolute Gewalt des Papstes hergestellt hätten ; wir wollten die Freiheit retten und wurden mit Flintenshüssen empfan- gen. Unsere mílitairishe Ehre kam ins Spiel und wir wurden Sieger wider unseren Willen; jeßt sind wir in Rom, aber wie fortkommen? Wir können niht vom Papst verlangen, eine mit der Wesenheit seiner Würde widersprechende, ihm gleichbere<htigte

Gewalt einzuseßen, die ihn bald überflügeln würde. Der Papst wird seinem Volke keine Verwaltung - vorenthalten, die allein

seine Existenz sichert, und damit er seine Thaten mit seinen Wor- ten in Uebereinstimmung bringen kann, bleiben wir mit unserem Heere dort und unterhandeln inzwischen.“ Der Courrier fran- çais meint, das päpstliche Ministerium würde außer dem Minister drr auswärtigen Angelegenheiten aus Laien zusammengescßt sein. Der Papst würde sogar deu Consulta wieder herstellen. Die Nach- richten des Journal des Débats sind sehr widersprechendz bald ist Frankrei<h mit Oesterreih in Uebereinstimmung, bald nicht. Ein Journal bemerkt heute, das Ministerium habe gestern im M o-

-niteur erklärt, mit Herrn Harcourt sehr zufrieden zu sein, und

doch habe cs ihm bei seinen Lebzeiten zwei Nachfolger gegeben, Herrn von Corcelles und Lesseps, und ihm endlich einen Urlaub be- willigt in dem Augenbli>e, wo die Unterhandlungen mit dem größ= ten Eifer betrieben wurden.

Im Droit liest man: „Die Rathskammer des Seine-Tribu- nals hat heute in der Sache des 13. Juni ihre Verordnung er- lassen, welche aber blos die wegen Komplott und Attentats vor den hohen Staats-Gerichtshof zu stellenden Angeklagten betrifft. Die Rathskammer hat erklärt, daß Grund zur Verfolgung aller der- jenigen Repräsentanten vorliege, bezüglich deren die gese gebende Versammlung die Ermächtigung dazu ertheilt hat; dieselbe Entschei- dung hat sie gegen die Haupt-Redacteure und Direktoren der Jour=- nale gefällt , welche das Aufstands - Manifest veröffentlicht haben. Mehrere andere Angeklagte sind ebenfalls in diese Verordnung ecin- geschlossen worden. Dagegen hat die Ralhskammer erklärt, daß gegen Pascal , Oberst - Lieutenant der 11ten Legion, und gegen Lalanne, ehemaligen Direktor der National-Werkstätten, kein Grund zur Verfolgung vorliege; Beide sind daher sogleich freigelassen wor- den. Die Anklagekammer wird ihren Beschluß in dieser Angelegen- heit wahrscheinli<h am Donnerstag fällen.“

Nach der Patrie hat der Repräsentanten-Verein des Staats-

raths seine Liste der 25 Kandidaten, welche die bleibende Kommis= sion der National-Versammlung während ihrer Ferien bilden sol- len, bereits definitiv festgestellt und in dieselbe zwei Repräsentan= ten von der Opposition aufgenommen. Wie es heißt, wird die Versammlung am Donnerstage zur Ernennung der Kommission <reiten. 19 Der Moniteur veröffeniliht das Dekret, welches die Des partemental-Conseils (Provinzial-Versammlungen) Zusammenberuft. Die Sitzungen derselben weden den 27. d. M. eröffnet, und den 10. September geschlossen. Die Arrondissements-Conseils (Bezirks- Versammlungen) werden den 16. September den zweiten Theil ihrer Sißüngen eröffnen, die bis zum 21. September dauern,

In dem nicht offiziellen Theil veröffentliht der Moniteur eine Reihe von Adressen an den Präsidenten, welche an verschiedenen Orten auf seiner Reise die Anreden erseßten. Jm offiziellen Theil enthält der Moniteur wieder eine Reihe von Ordens - Verleihungen an Militairs des römischen Expeditions - Heeres. Auch der Chef der hiesigen Polizei, Carlier, ist zum Offizier der Ehrenlegion ernannt worden.

Nach dem lyoner Salut Public vom 4ten werden sich zwei Divisionen der Alpen - Armee an der Schweizergränze zusammen- ziehen, Zu Chalons war der Durchmarsch zahlreicher Truppen- Corps als bevorstehend angemeldet worden.

Den 29. Juni war die Ordnung in Guadeloupe wieder her- gestellt, aber es herrschte no< immer eine große Bestürzung Über die Vorfálle zu Marie-Galante in Folge der Wahlen. Der Bür-=- gerkrieg daselbst war fürchterlih gewesen, Mord und Brand halten

gewüthet. Der Verlust von Seiten der Schwarzen war am bedeu- tendsten. Die äußere Ruhe war in Marie-Galante am 28sten

hergestellt.

Der Courrier de Marseille meldet aus Venezuela, daß die Ausländer, und vor Allen die Franzosen, dort - vielen Unan= nehmlichkeiten und Behelligungen ausgeseßt seien. „Zu Carupano““, wird berichtet, „werde der französische Vice-Konsul verhaftet wer- den, weil er gegen die Verhaftung von 6 Franzosen protestirte, und sein Wappen wurde von seinem Hause abgenommen. Admi-= ral Bruat ging mit seiner kleinen Flotte am 15. März nah Ca- rupano, um Erkundigungen einzuziehen, und hierauf nah Caracas, um Genugthuung in der Abseßung des Richters, der den Konsul verhaften ließ, und- in der Wiedereinseßbung des Konsuls zu for- dern. Die Genugthuung wurde nicht bewilligt. Noten sind nah Paris gesendet worden. Der Kommandant eines vor Caracas gebliebenen französischen Kriegsschiffes erhielt endlich die von der Legation vergeblich verlangte Genugthuung. Die Ge- {äfte gehen sehr shle<t. Die Konsuln haben gegen ein Geseß „Esyera“’ protestirt, welches den Schuldnern gestattet, 6" oder 9 Jahre weder Kapital no< Zinsen zu zahlen.“

Das Comité für Organisation des hiesigen Friedens - Kon-

Bekanntmachungen.

[396] Erledigter Ste>brief,

Der unter dem 30, Juli d. J, hinter den Lehrer Martin Anton Niendor ff erlassene Ste>brief ist dur die Verhaftung des Niendorff erledigt.

4 L as cit, Ati 1849, önigl. Stadtgericht, Abtheilung für Untersuchungssachen. Deputation 1X, für VoruktersuGungee 09

Die gewechselten ;

[397] Bekanntmachung. Der wegen Mordes und vorsäglicher Brandstiftung in Untersuchung befindliche und dieser Verbrechen ge- ständige Gutsbesißer Franz Kammer aus Alt-Grün- walde, dessen Signalement beigefügt wird, is in ver- flossener Nacht aus unserem Gefängniß entsprungen. Es werden daher alle Behörden ersucht, auf diesen ge- fährlichen Verbrecher streng zu vigiliren und in Fesseln geshmiedet in unser Gefängniß abliefern zu lassen. Gumbinnen, den 7, Angust 1849,

Königliches Kreisgericht, 1. Abtheilung.

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gresses hat unterm 20. Juli an die ihm bekannten Friedensfreunde | zeichen zu verleihen und 10 Rub. S. auszahlen zu au geruht,

E al verschiedenen europäischen Staaten ein Einladungsschreiben erlassen.

Die Finanz-Entwürfe Passy?s sind der Börse völlig unerwar- tet gekommen und haben daher ein Weichen der Course bewirkt. Selbst die großen Banquiers sollen geglaubt haben, daß eine An- leihe nicht nothwendig sein werde, und daher dur die Erklärun- gen Passy?'s unangenehm überrasht worden sein.

Die Presse zählt vier Regierungs - Systeme auf: das der Herren Thiers und Odilon Barrot, aus zwei Kammern und einem Könige bestehendz das der Herren Lamartine und Cavaignac, wel- es einen unabseybaren, aber verantwortlihen Präsidentrn fordere ; das der Legitimisten, cinc legitime Dynastie und eine Kammer, die si< alle drei oder alle fünf Jahre versammelt, verlangend; und endlich das eigene System der Presse, nämlih: „Eine Kammer vereinige si< den 1. Mai jeden Jahres, berathe den Haushalt, be- stimme die Auflagen, halte oder stürze das Kabinet, Die Kammer ernenne das Ministerium, bekümmere sih aber niht um die Vor- bereitung der Geseßez diese gehe von ‘der exekutiven Gewalt aus. Die Kammer berathshlage nur über ausgeführte Handlungen, und je nah der Anwendung und dem Erfolg der Gesebe müsse sie sich eine Ansicht bilden. Da sie die Geseße niht gemacht, sei ihr Ur- theil frei. Die Trennung der beiden Gewalten, der geseßgebenden und der vollziehenden, sei ein Unding. Die Minister müßten allein verantwortlich sein, die Kammer werde durch diese Einrichtung un- trügli<h. Die Gesebe würden reifer durhdacht sein, und unvor- hergesehene Zusaß - Artikel, die plöblich von der Tribüne herabfielen, kein Geseh mehr aufheben. Die Presse meint, ihr System müsse alle Parteien befriedigen denn es {ließe die Königliche Würde ni<t ausz aber man könne sie entbehren und sie dur einen Pre- mier - Minister erseßen. |

Die Union bemerkt, die napoleonische Partei sei mehr napo- leonish gesinnt, als der Präsident selbst; man leiste dadurch aber Louis Bonaparte einen sle<ten Dienst, eben so wie die Ultra- Royalisten ihn der Restauration geleistet. Eine legitime Dynastie allein könne wahre Freiheit geben.

Mehrere Journale melden, daß der Direktor der algcriséhen Angelegenheiten im Kriegs-Ministerium, Germain, seine Entlassung genommen habe. Nach einer Erklärung im Jonrnal des Dé- bats ist aber Germain abgeseßt und Blondel, früher Direktor der Civil-Angelegenheiten zu Algier, zu seinem Nachfolger ernannt worden. :

Vorgestern wurden 17 der wegen des Juni - Attentats in die Conciergerie Eingesperrten freigelassen.

Durch Verfügung des Präfekten des Departements Côte d'or ist ein Maire vom Amte suspendirt worden, weil er in einer Schenke und im Beisein von Rekruten ausgerufen hatte: „Es lebe die Sociale !“ S l / |

Madame Lebrun, berühmt vur<h ihre Hingebung für Marie Antoinette, is zu Dinan, 106 Jahre alt, gestorben. Jhr ältester Sohn zählt 78 Jahre. :

Musard, jeßt Maire zu Auteuil, hatte für ein Fest, das er nächstens zum Besten der dortigen Armen geben wird, Beranger -um ein Lied ersuht, Der Dichter hat ihm geantwortet, daß er nicht mehr singe und zu alt sei, um no<h mit seiner Stimme bei einem Feste hervorzutreten, Er müsse si< also auf das Ersuchen beschränken, ihm Billette für 20 Franken vorzubehalten, da ihm seine nit zum Besten gespi>te Börse keine stärkere Betheiligung gestatte.

Nußland und Polen. St, Petersburg, 2. Aug. Se. Majestät der ‘Kaiser hat, wie die St. Petersburgische Ztg. meldet, dem Groß-Wesir Sr. Majestät des Sultans, Mustafa- Reschid-Pascha, den Alexander-Newski-Orden mit Diamanten; dem Fürsten von Serbien, Alexander Karageorgiewitsh, dem Dircktor der Kanzlei des-See - Ministeriums, Geheime Rath Gendre, dem Ober-Chef Galiziens, Kommandirenden der in dieser Provinz st&- tionirenden. Kaiserlich österreichischen Truppen, General der Kaval- lerie, Baron Hammerstein, und dem in Kaiscrlich österreichischen Diensten stehenden Feldmarschall-Lieutenant Wohlgemuth den Kai- serlih Königlich Weißen Adler-Orden verliehen. j

Im Russischen Invaliden wird nachstehendes Handschrei- ben Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich an den General- Adjutanten Paniutin mitgetheilt: „General! Jn den Schlachten bei Acs und Komorn am 20. und 29. Juni haben die eben so ge- schi>t entworfenen, als kühn im enlscheidenden Augenbli>e des Kampfes ausgeführten Manöver Jhrer Division schr wesentlich zu den an diesen Tagen errungenen Erfolgen beigetragen. Indem Jch Mich glü>kli< {ähe, Augenzeuge gewesen zu sein von diesen glän- zenden Thaten, dur<h welche Sie so {<öôn den alten Ruhm der russischen Waffen aufrecht zu erhalten wußten, kann Jch nicht um- hin, dur< den Mund ihres würdigen Führers den kühnen Trup- pen, die zufolge der- besonderen Freundschaft des Kaisers von Rußland, Meines erhabenen Verbündcten, in dieser Zeit mit Mei- ner tapferen Armee die Mühen und die Gefahren des Krieges thei- len die volle Bewunderung und ten Dank auszudrü>en , mit welchen ihre vortreffliche Haltung Mich erfüllen. Mit diesem Ge- fühle verbleibe J<h Jhnen für immer wohlgewogen. (Gezeichnet.) Franz. Joseph. Schönbrunn, den 14. Juli 1849,“

In demselben Blatte wird Folgendes mitgetheilt: „Der Ar- tillerist von der 6 ten leihten Batterie der 9 ten Feld- Artillerie - Brigade, Alexei Dmitriew, war am 29. Juni, dem Tage der Schlacht bei Komorn, vor dem Beginne dcs Kampfes, weil. er unwohl war, bei einer Reserve - Lafette zu- rüdgelassen worden. Als er si< aber bald nachher wieder besser

- fühlte, machte er si<h auf den Weg, seine Kameraden zu suchen, und

traf hierbei auf eine ésterreichische Batterie, die einem heftigen Feuer au geseßt war’ und bereits viel Mannschaft verloren hatte. Dmi- tricw erbat si< vom österreichischen General Benedek die Erlaub- niß aus, bei den Geschüßen dieser Brigade hülfreiche Hand leisten zu dürfen. Es wurde ihm eine zwölspfündige Kanone übergeben und seine ersten beiden Schüsse aus derselben waren glei so gut gezielt, daß er damit einen feindlichen Munitionskasten zertrümmerte und eine Kanone demontirte.

vorgestellt. Se, Majestät der Kaiser haben auf den Bericht über das tapfere Verhalten Dmitriew?s demselben das Militair-Verdienst-

mäßig, Sprache: deutsch.

Beinkleider, we

General Benedek schenkte ihm noch. auf dem Plaße 20 Gulden und hat ihn zur -goldenen Medaille

Signalement,

Familienname: Kammer, Vorname: Franz, Ge- burtsort: Baitschen, Aufenthaltsort: Alt -Grünwalde, Religion+ evangelisch, Alter: 34 Jahr, Größe: 5 Fuß 5 Zoll, Haare: s{warz, Stirn: frei, Augenbrauen: hwarz, Augen: blau, Nase und Mundt gewöhnlich, Bart: \hwarz, Zähnezt gesund, Kinn+ rund, Gesichts- bildung: oval, Gesichtsfarbe: gesund, Gestalt: mittel-

Bekleidung: Eine schwarze runde Tuchmüpe, eine blau und weiß gewürfelte halbseidene Weste, blautuchene Fparchendne Unterbeinkleider, blaugraguer

Ueberro>, léderne Stiefel, lejnenes Hemde,

Ein Beispiel von der Bravour und der Dienstbeflissenheit unserer Kosaken vom Don kann folgender Vorfall liefern: General Adjutant Grabbe stand mit seinem Armee-Corps in. St. Kereszt, bei Kremnißz; er hatte hier zwar von dem Ausfalle der Re- bellen aus Komorn unter Görgey Kunde erhalten, aber no< keine Nachricht über die Folgen des Treffens bei Waißen, und bes{<loß daher, gegen Balassa - Gyarmath vorzugehen , um dort dem Feinde den Rückzug abzuschneiden. In. der Vorausseßung, daß die österreichische Armee und die mit ihr vereinte russische Di- vision auf das linke Dvnau-Ufer geseßt sein würden , entsandte er 4 Kosaken vom 45. donischen Regimente zum General-Adjutanten Paniutin, ihn von der beabsichtigten Bewegung in Kenntniß zu seßen. Diese 4 Kosaken gelangten, nachdem sie den vom Feinde beseßten Landstrich durchritten waren, wirklich bis an die Donau, wo sie, da General-Adjutant Paniutin sich hier nicht befand, son- dern bereits in Pesth war, ohne alles Bedenken ihre Pferde über den Strom s{wimmen ließen und selbst auf einem Boote überseh- ten, um dem General-Adjutanten Paniutin na< Pesth zu folgen. Sie trafen den General dort und richteten ihren Auftrag an iha pünktlich aus.“

Die Staats - Zeitung enthält einen Ukas vom 4, Juli -d, J., mittelst dessen der Senat die Kaiserliche Entscheidung, betref- fend eine Verkürzung der Quarantainetermine für die vom Aus- lande nah den neurussishen Häfen kommenden Schiffe und Per- sonen in Zeiten, wo das türkishe Gebiet gänzlich von der Pest srei ist, veröffentlicht.

Schweiz. Bern, 3. Aug. (N. Z. Z.) Es is hier fol- gender Tagesbefehl des cidgenössis<hen Ober-Befehlshabers an die Armee erschienen: „Eidgenössishe Wehrmänner! Die hohe Bun- des - Versammlung hat die vorläufig getroffene Wahl des Ober- Befehlshabers bestätigt. Jch biu stolz darauf, zur Bekleidung die- ser hohen Würde bezeichnet worden zu sein, und reihe mih mit um so freudigerem Gefühl unter das eidgenössis<he Banner, weil ih dort von unseren Tapfern aus allen Gauen des Vaterlandes treffe, Keine Zwietracht herrscht mehr unter uns, ein einiger Ge- danke, das gleiche Gefühl vereinigt uns ; nur im Eifer und in der Hingebung für unser liebes, gemeinsames Vaterland wollen wix wetteifern. Wehrmänner! Für die Bereitwilligkeit, mit welcher Jhr dem Ruf der obersten Behörde nachgekommen seid, habe ich Euch mein Lob auszusprechenz durch gute Mannszuht, durch ein würdiges Betragen unter Euch selbst ‘und gegen die Einwohner werdet Ihr Euch dieses Lobes nó< würdiger zeigen. Für diesen Augenbli> beschränkt sih unsere Aufgabe auf die Beobachtung un- serer Gränzen z es bedarf hauptsächlich Wachsamkeit und Genauig- keit im Dienst. Ihr werdet beides zeigenz sollten aber die Verhältnisse ernster werden, sollte das Ausland feindlich gegen uns äuftreten und unser Gebiet verleßen, dann werdet Jhr Euren Muth und Eure Kraft für die Vertheidigung unseres Landes ent- falten, nichts wird Euch zu vicl sein, um der Heimat Glü und Unabhängigkeit zu bewahren. Ihr werdet mit einem Wort Euch in Allem mögli{st beeisern, damit man von Euch sagen könne, die Nachkommen der freicn Eidgenossen sind ihrer Vorfahren wür-= dig. Hauptquartier Bern, den 2. August 1849, Der Ober - Be- fehlshaber: W. H. Dufour.“

Heute wird der Bericht des Bundesraths Über die von den Flüchtlingen hereingebrachten Waffen und sonstiges Kriegsmaterial verlesen. Die Bundesregierung theilt in. diesem Rapporte die An- sicht nicht, daß dieses Kriëgsmaterial zu De>ung der Flüchtlings- kosten innebehalten werden solle. Ebensowenig wird sie darauf eingehen, die Herausgabe der fraglichen Gegenstände an die Be- dingung einer den Flüchtlingen zu ertheilenden Amnestie zu knüp- fen, indem sie von dem Standpunkte ausgeht, daß die Ertheilung einer Amnestie feiner Regierung vorgeschrieben werden könne. Es wird daher einfa< darauf angetragen, den ganzen Fang herauszu- geben, und zwar blos gegen Ertheilung von Garantieen, die ge- eignet seien, die Schweiz für die Zukunft vor ähnlichen Beschee- rungen zu beruhigen. Rüksichtlih der auf den Schweizerboden gebrachten hadischen Pferde beantragt der Bundesrath noch beson- ders, daß die Herausgabe derselben sofort als dringlich von der Bundesbehörde behandelt werden möchte.

Ftalien. Florenz, 29. Juli. Der Monitore Tos- cano enthält. folgendes Dekret Sr. Königl. Hoheit des Großher- zogs von Toscana:

„Wir Leopold 11. u, \ w. Da Wir schon in demselben Angenblie, in welchem Wir in Unsere Residenz zurückkehren, dem jeßt in Toscana be- findlichen K. -K. österreichischen Hülfscorps Unsere Zufriedenheit und Unseren Dank für die Unserer Sache geleisteten nüßlichen Dienste, so wie für alles das, was dasselbe im Interesse dcr inneren und. äußeren Landesvertheidi- gung gethan hat, ausdrücken wollen, -so verordnen Wir hiermit: 1) Das Großkreuz Unseres K. Verdienstordens vom heil. Joseph wird dem Feldmar- hall Grafen Radeypky,“ Oberbefehlshaber der in Jtalien liegenden K. K. Truppenz ferner dem Freiherrn D'Aspre, General der Artillerie und Kom- mandirenden des zweiten K, K, Armeecorps in Jtalienz endlih Sr, Kai- serl. Hoheit dem Erzherzog Albrecht von Oesterreich, Divisions - General in demselben Corps, verliehen, 2) Das Commandeurkreuz desselben Ordens wird dem Feldmarschall-Lieutenänt Grafen von Wimpffen, Kommandirenden der K. K, österreichischen Truppen in Florenz z ferner dem General Grafen Stadion und dem General Grafen Kolowrat verlichen, 3) Der General Freiherr D'Aspre wird ersucht, Uns noch zwei zu seinem Corps gehörige Offiziere zur Dekorirung mit demselben Commantdeurkreuz, und no<h zwölf andere Offiziere ebenfalls aus demselben Corps vorzuschlägen, denen Wir das ‘Ritterkreuz desselben Ordens ertheilen wollen, 4) Unfer Minister-P1- sident, so wie Unser Minister Staats - Secretair für das Departement des Jnnern, sind mit der Vollziehung dieses Dekrets beauftragt. Gegeben ur Pisa, den 27. Juli 1849, Leopold, Der Minister - Präsident G, Bal- dasseroni. Der Minister-Staatssecretair für das Departement des Junern, L, Landucci,“ :

4 r Ee

[395] Nothwendiger Verkauf. Kreisgericht zu Elbing. i i Das den Gutsbesißer Eduard und Maria, geborene Ste>mann, Fehlauerschen Eheleuten gehörige, unter der

gelegene Grundstü>, abgeschäßt auf 14,952 Thlr. 11 dingungen in der Registratur einzusehenden Taxe, soll an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden,

Der dem Aufenthalte nah unbekannte Gläubiger George Friedrich Mai wird hierzu öffentlich vorgeladen

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Hypotheken - Bezeihnung B. L11I. 7, zu Böhmischgut | Sgr. 8 Pf. zufolge. der n-bst Hypothekenschein und Be- am 27. Februar 1850, Vormittags 10 Uhr, |

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Preußischer

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M 219.

Verlin, Sonntag den 42. August

Inhalt A mtlicher Theil. Deutschland. Preußen. Berlin. Wahlen, Allerhöchster Tagesbcfebl und Verordnung. Danzig. Aufhebung E, D ‘Oen münde, Das Dampfschiff „Prinz von Preußen.“

Desterreich. Wien. Oesterreichisher Entwurf des Friedens-Vertrages mit Sardinien." Die Jusurgenten im nördlichen Ungarn und die Sage

Geo Dinge ae S ayern. ünchen. Berichtigung. Reskript des Justiz-Ministers. Speyer. Die Stadt Hornbach in Seidacmetatei e N

Württemberg. Stuttgart. Die Minister-Krisis,

Baden. Karlsruhe. Berichtigung, Rastatt, D, Freiburg. Der Prinz von Preußen,

Schleswig - Holstein. Schleswig, Verhandlungen der Landes- Versammlung, Bekanutmachung des Kriegs-Departemens, A- ton a, Cirkular-Note des Reichs-Ministeriums.

Dldenburg. Oldenburg. Schreiben des Staats - Ministeriums an den Landtag über die deutsche Frage.

Sachsen - Koburg - Gotha, Kob ur g. G otha, Stände-Verhandlungen,

- Ausland.

Frankreich. Geseygebende Versammlun i ü Ble Pn des Beer ded einn, Bie Var ; UngLzuUstandes. Organisation des Ge- richtswesens. Verwersung eines Antrags G G i - ren der republikanischen Garde. Par, s Di Ra Es --— Bewegung in der Flotte zu Toulon, Die L E L RS A A ial Bre L ¡fu . Rrage über den Belage- een Doer-Elsaß. ermischtes Straßburg, Verstärkung der Trup- zroßbritaunien und Jrland. London. i Rußland und Polen, S1. Petersburg, P S n arschau, i s und des Generals Endes e M Gen L ERORe Schweiz. Bern. Annahme der Bundes-Kommissions-Aniräge in Be-

tref} der leßten Ercignisse, i i die Flücht reîgnisse, timmung der berner Bevölkerung gegen

VBörsen- und Handels - Nachrichten.

Entlassung von

Rüdkkehr des Herzogs.

Beilage,

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

Den nathbenannten Königlich sächsischen Militair - Personen Auszeichnungen. zu verleihen, und zwar:

Den Rothen Adler-Orden 1ster Klasse mit S<hwer- tern, dem General-Lieutenant und Divisions-Kommandan- ten von Schirnding.

Den Rothen Adler-Orden 2ter Klasse mit S<hwer- tern, dem Obersten von Friedirici, Kommandanten des 1sten Infanterie - Regiments und dem- Obersten von Si-= <art, Kommandanten des Leib-Jnfanterie-Regiments.

Den Rothen Adler-Orden 2er Klasse, dem Obersten und Kasernen-Kommandanten von Wurmb.

Den Rothen Adler-Orden 3ter Klasse mit Schwer- tern, dem Rittmeister U>kermann vom Garde-Reiter-Re- giment und dem Major von Hausen vom 1sten Jnfan- terie-Regiment.

Den Rothen Adler-Orden 3ter Klasse, dem Major und Hospital Kommandanten von Zeschau und dem Regi- ments-Arzte Weßne >.

Den Rothen Adler-Orden (ter. Klasse mit S<hwer- ter n, dem Lieutenant Al mer vom 1sten S<hüßen-Bataillon und, dem Lieutenant von Stranzki vom Garde - Reiter- Regiment.

Das Militair=Ehrenzeichen 2ter Klasse, dem Ser- geanten Enke vom 1sten S<hüßen-Bataillon, dem Kommis- Mos - Unteroffizier Franz und dem Ober - Kanonier

o <.

Ferner : Den bisherigen Tribunals - Rath Dr. S<hmiedi>e zu Kö-

nigsberg in Pr. als Rath an das Appellationsgericht zu Frankfurt a, d, O, zu verseßen. i

Bekanntmachung,

die Abänderung des Termins der Reminiscere-Messe

i zu Fráänkfurt a. d. O. betreffend. achdem des Königs Majestät mittel tehenden Allerhöch- vin Erlasls: E g jest elst nachstehenden rhóch u ren Bericht vom 11. Juli d. J. genehmige Jch, daß der Anfang der Reminiscere - Messe zu Frankfurt a. d. O., wie solhes bis zum Jahre 1825 der Fall war, wiederum auf den. Montag na< Reminiscere festgeseßt werde, und ermähtige Sie, die dur< den Erlaß vom 31, Márz 1832 genehmigte revi-

dirte Meßordnung vom 31, Mai 1832 (Geseß-Sammlung 1832 S. 149) hierna<h abzuändern. Lea i:

Bellevue, den 18, Juli 4849. ' (gez.) Friedri<b Wilhelm. (gegengez.) von der Heydt. von Rabe,

An den Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten und den Finanz- Minister.

die anderweite Abänderung des Anfangs-Termins der Reminiscere- Messe zu Frankfurt a, d. O. zu genehmigen geruht haben, so wird arn n é revidirten L vom 31. Mai 1832 (Ge-= eß-Sammlung vom Jahre 1832 Nr. 13) hierdur - dermaßen abgeändert : A here Die Messe wird an den Montagen na < Reminisccre und v:or Margaretha und Martini, au< wenn einer der beiden lebten Tage auf einen Montag fällt, Morgens um 7 Uhr eröffnet (eingeläutet) und am dritten Sonnabend . nachher, Abends 7 Uhr, beendigt (ausgeläutet). Berlin, den 8. August 1849. Der Minister- für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.

Der Finanz - Minister. (gez) ‘von der Heydt. i

(gez.) von Rabe.

Ministerium der geistlichen 2c. Angelegenheiten.

In der öffentlichen Sißung der Königlichen Akademie der Wissenschaften vom 5. Juli d. J. is verkündigt worden, daß die Akademie die bei ihr eingegangene Preisschrift über die deutschen Eigennamen zwar nit gekrönt, dem Verfasser derselben jedo< den Werth des Preises von hundert Dukaten zuerkannt habe, und daß der ddt h Zettel, welcher den Namen des Verfassers enthält, erst auf Verlangen des leßteren werde eröffnet und sodann sein Name bekannt gema<ht werden. Nachdem nunmehr auf Antrag des Verfassers die Enisiegelung des Zettels erfolgt is, wird hier- dur<h Herr E. Förstemann, Dr. philos. zu Danzig, als Ver- fasser der eingelieferten Schrift öffentlich genannt.

Berlin, den 1. August 1849.

Der vorsißende Secretair der Cie Akademie der Wissenschaften. öd>h.

Ministerium für Handel, Gewerbe und öffeutliche Arbeiten. Dem Stadtrichter Trunk-und«dem Hof - Mechanikus Zw e zu Eisenach ist unter dem 6. August 1849 Hl a tis auf einen' durch Zeichnung und Beschreibung erläuterten Apparat, um durch einen elektrischen Strom ein Lärm- Signal zu geben,

auf fünf Jahre, von jenem Tage an gere<hnet, und für den Um- fang des preußischen Staats ertheilt worden.

Abgereist: Se. Excellenz der Herzoglich anhalt - cöthensche Staats =- Minister von Goßler, nah o 9 H 1

Uichtamtlicher Theil, Deutschland.

Preußen. Berlin, 11. Aug. Se, Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Rittmeister Grafen von der Gols, aggregirt dem Garde-Kürassier-Regiment und dienstleisten- den persönlichen Adjutanten des Prinzen von Preußen Königl. Hoheit die Anlegung des von des Großherzogs von Baden Königl. Ho- heit ihm verliehenen Ritterkreuzes des Militair - Karl Friedrich- Verdienst - Ordens zu gestatten. -

Berlin, 14, Aug. Von den Wahlen zur zweiten Kammer

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U

sind uns ferner folgende bekannt geworden :

Regierungs-Bezirk Trier.

An Stelle des Friedensrichters Heyl und Guts- besibers Kascher, welche Beide die Wahl ab- gelehnt haben :

Steuer - Controlleur Johann Biegel zu St. Wendel,

Buchhalter Karl Lichtenberger zu Neuen- kirchen.

An Stelle des Wirklichen Geheimen Rathes Camphausen, welcher die Wahl abgelehnt hat:

Regierungs-Rath von Parpart.

Berlin, 11. Aug. Nach dem heutigen Militair-Wochen- blatte ist der General-Lieutenant a, D, von Stockhausen mit seiner bisherigen Pension zur Dispositon gestellt worden. Dasselbe Blatt enthält den Allerh ö<sten Tagesbefehl an die preußishen Truppen O O arl A ¡„Zn ‘Polge des mit Dänemark abgeschlossenen Waffenstillstands kehrt jeßt der größere Theil von Euch in die Heimat a Pu Ihr habt bei den Kriegs - Operationen in Schleswig und Jütland den Ruhm preußischer Tapferkeit und preußischer Disziplin treu be- wahrt, Euer Verhalten is der Ehre der preußischen Waffen wür= dig gewesen, und das Andenken derer, welche ihre Tapferkeit und Treue mit dem Tode besiegelt haben, wird dem Vaterlande heilig sein. Jm vollen Maße habt Jhr den Dank Eures Königs und Kriegsherrn verdient, den ih Euch hierdur< ausspreche. Sanssouci, den 31, Juli 1849.

(gez.) Friedrich Wilhelm. L L (gegengez.) von Strotha. „Die vorgedru>te Allerhöchste Kabinets- ird hiermi Kenkinis W E T Kabinets-Ordre wird hiermit zur Berlin, den 4. August 1849. t Kriegs-Ministerium. Allgemeines Kriegs-Departement. voñ Griesheim. von Herwart h.“

Ater Wahlbezirk:

2ter Wahlbezirk:

Ferner die Befugnisse des Ober - Befehlshabers der T in den Marken als Siuvernene von Berliie, h N

1849,

„In Gemäßheit einer Allerhö<sten Kabinets - Ordre vom 28. Juli c. wird der General der Kavallerie von Wrangel auch nach Aufhebung des Belagerungs-Zustandes von Berlin, so lange der- selbe als Ober - Befehlshäbèr der Truppen in den Marken sein Standquartier daselbst hat, nëben seinen sonstigen Rechten auch die Besugnisse des Gouverneurs ausüben und der Kommandant in den Wirkungskreis eintreten, der ihm durch die in Folge der Ordre vom 13. Mai 1838 ergangene Instruction zugewiesen worden ist.

Diese Allerhöchste Bistinimüng wird hierdur< zur allgemeinen Kenntniß gebracht.

Berlin, den 1. August 1849.-

Kriegs-Ministerium. Allgemeines Kriegs-Departement.

von Griesheim. von Herwarth.“

Danzig, 8. Aug. (Danz. Ztg.) Gestern Abend zeigte si<h auf unserer Rhede eine dänische Kriegsbrigg , \o ut in Dampfschiff. Letzteres gab seine Depeschen wegen Aufhebung der Blokade ab und ging wieder seewärts; eben so au<h die Kriegs- brigg und die unseren Hafen blokirende Korvette.

Swinemünde, 9. Aug. (Ostsee-Ztg.) Das Dampf- boot „Prinz von Preußen“ ist gestern früh in der Nähe unseres Mövenhakens unter Wasser geseßt und dadur das Feuer gänz- li gelöscht worden. Jebt wird es auf Seite geholt, um die ge- hauenen Löcher wieder abzudichten und hiernächst das Schiff in die Höhe zu lichten und zu salviren.

Desterreich. Wien, 9. Aug. Ein pariser Korrespon- dent des Lloyd theilt den Juhalt des am 20. Juli óster=- reichischerseits dem Hofe von Turin überreichten Entwurfes des Friedens -Vertrages mit. Das österreichische Projekt be- steht danach aus drei Haupt = und se<s Zusay - Artikeln. Die Haupt-=Artikel sind: 1) Herstellung des status quo ante bel- lum, bezügli<h auf die we<selseitigen Gränzen - von Oesterreith und Sardinien in Ober-Italien, nah dem Territorial-Prinzip der wiener Finalakte vom Jahre 1815. 2) Entsagung aller Ansprüche und Rehtstitel, welche Sardinien in Folge der Revolution vom Jahre 1848 auf irgend einen Theil Ober-Italiens, mit Ausnahme der eigenen Staaten, erheben wollte. 3) Bezahlung zu Gunsten Oesterreichs einer Agen Gut gtigung im Betrage von adht- zig Millionen Lire italiane (Franken.) Die Zusaß-Artikel bestim- men : 1) daß von dieser angeführten Kriegskosten-Entschädigung

leich na< der Ratification des Friedens-Vertrags zwanzig Millionen Lire baar an Oesterreih ausbezahlt werden sol= len. Die übrigen se<szig Millionen werden ratenweise bin- nen zwanzig Monaten nachgetragen werden, um der sardinischen Re- gierung die Mittel zu erleichtern, durch Emission von Staatsschuld-Ver= schreibungen die nöthigen Gelder si< zu unterschaffen. 2) Daß die österreichis<hen Truppen binnen 15 Tagen nach erfolgter Ra- tification des Friedensvertrages das piemontesishe Gebiet räumen werden. 3) Daß die alten Streitigkeiten wegen Regulirung der Gränzen zwischen Piemont und der Lombardei, unweit der Stadt Pavia, dur Annahme einer von den dazu beauftragten Ingenieurs ermittelten neuen Demarcations - Linie ausgetragen werden sollen. 4) Dieser Artikel regelt den geseßlichen Zustand der sogenannten sudditi misti beider Länder, d. h. jener Unterthanen, deren Eigen- thum aus Gütern besteht, wovon ein Theil in der Lombardei Und der andere in Piemont liegt. 5) Sardinien verpflichtet sich, den Handelsvertrag vom Jahre 1834, dessen Endzwe> besonders dahin geht, die Lombardei vor „dem Schmuggelhandel zu de>en, herzustel- len, Die barsche Aufkündigung dieses Vertrages im Jahre 1844 war der erste Anlaß zu den Reibungen, aus welchen später der Krieg zwischen Oesterreih und Sardinien entstand. Dagegen verzichtet Oesterreich auf die dur< den Vertrag vom Jahre 1745 Sardinien auferlegte Verbindlichkeit, für die innere Consumtion seiner Staa- ten das Salz aus den italienishen Provinzen des Kaiserstaates zu beziehen. Eben so reduzirt Oesterreich den bisherigen Zoll bei der Einfuhr piemontesischer Weine in die Lombardei vön zwei auf einen Gulden pro Centner. Dieser Artikel stellt den Status quo der Handelsverhältnisse zwischen beiden Ländern her, wie solcher bis zum Jahre 1844 bestanden hat, und sichert die Interessen der österreichischen Fabriken vor dem fremden Schmuggelhandel, welcher in leßterer Zeit den Markt der Lombardei mit ausländischen Wag- ren überschwemmt hatte und der österreichischen Manufaktur die Konkurrenz ungemein erschwerte, wenn nicht unmöglich machte. Endlich bestimmt der sechste Zusaß-Artikel, daß die Höfe von Parma und Modena eingeladen werden sollen, dem zwischen Oesterreich und Sardinien abzuschließenden Friedens-Vertrage beizutreten.

An der hiesigen Börse hieß es, wie der Lloyd sagt, daß die Insurgenten si{< im Norden zwischen Tyrnau und Neutra gezeigt und Szered an der Wagg beseßt hätten. „Aus Preßburg““, heißt es in demselben Blatte, „kehrte gestern die am Sonnabend ab- marschirte j Compagnie Artillerie auf Dampfschiffen hierher zurü>, ein Beweis, daß A in Bezug auf die Ereig- nisse bei Komorn schon überflüssig geworden ist. Der qus Szegedin eingetroffene Courier fand auf seiner ganzen Route Über Oa u. \ w. keine bewaffneten Magyaren. Jn Pesth war man vollkommen ruhig, obwohl der Ausfall aus Ko- morn bekannt war.“

__ Vayern. München, 7. Aug. In der Münhn. Ztg. liest man: „Verschiedene Blätter erwähnen des Umstandes, daß fürzlih das Wartgeld des Herrn Fürsten Ludwig von Oettingen- Wallerstein zu 3000 Fl, sährlih eingezogen worden is, unv diesel- ben scheinen damit die Vermuthung einer persönlihen Maßregel zu verbinden, Dies is unrichtig, Der besagte Einzug is aus einer allgemeinen Maßnahme entstanden und lediglich die Ralgs jener ‘all d Reductionen im Budget, welhe au< an den Etat des

taats-Ministeriums des Königlichen Hauses und des Aeußeren ge- macht worden sind, wel<he Männer der verschiedensten politischen

Richtung getroffen haben und gewiß die Billigung des Landes

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erhalten werden, Uebrigens bezieht der Herr Fürst jeßt no< ein