1849 / 220 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

Is

„Ih

erfi Eisenbahn - Gesellschaft alliährlih einmal öffentlih auf- Men eia o “e vessemtipiottt nicht spätestens binnen Zahressrist nach dem lepten öffentlichen Aufruf zur Realisation ein; s erlischt jeder Anspruch. aus denselben an das Gesellschafts- Vermögen, was unter Angabe der Nummern der werthlos gewor= denen Prioritáts-Obligationen: von der Direction öffentlich. bckannt

aht wird. - ; : E Obgleich: also aus dergleichen Prioritäts-Obligationen keiner=

lei Verpflichtungen sür die Gesellschaft in späterer Zeit abgeleitet werden können, so steht doch der General-Versammlung frei, die gänzliche oder theilweise Realisirung derselben aus Billigk13tsrück- sichten zu beschließen. C 11. Die in vorstehenden Paragraphen vorgeschriebenen éffcntlichen Bekannlmachungen erfolgen: in zwei berliner, in ciner kölner, in einer barmer, in einer elberfelder Zeitung.

Stamm-Ende.

N

Bergisch-Märkische Eisenbahn- Prioritäts-Obligation.

Ser. T. No, Abgegeben am an

Unterzeichnet von

Herrn Dir. Gesellschaft.

Lergisch - Märkische Eisenbahn:

Beigegeben 20 Zins - Coupons der Serie T: pro 1850—1859,

1462 §. 12.

Den Inhabern“ von Prioritäts - Obligatiönen steht der Zutritt zu den Géeneral-Versammlungen offen, jedo haben sie als solche nicht | das Recht, sich an den Verhandlungen oder Abstimmungen zu be- |

theiligen,

__ Zux Urkuñde vbiéses und zur Sicherung der Gläubiger haben Wir dds F geKwärfige landesherrliche Privilegium Allerhö{hsteigen- - d

händig vollzogen und unter Unsercm Königliche Jnsiegel“ ausfer-

tigen lasse, ohne“ jedoch dadur den Jnhabern der Obligätionen

in Ansehung ihrer Befriedigung eine Gewährleistung von Seiten des Staats zugeben oder Rechten Dritter zu präjudiziren. Gegeben Sanssouci, den 28. Juli 1849. (gez) Friedrich Wilhelm.

(Îégengez.) von der Heydt. vom Rabe.

Privilegium wegen Emission von 300,000 Thalern auf den Inhaber lautender Prioritäts - Obli- gationen der Bergisch - Märkischen Eisen- “bahn - Gesellschaft.

A.

——

Prioritäts - Obligation

Ter

Bergisch - Märkischen Eisenbahn - Gesellschaft.

10

über

Ein Hundert Thaler Preußisch Courant.

Inhaber dicser Obligation hat einen Antheil von Ein Hundert Thalern an dem nach den Bestimmungen des untenstehenden, am ten von Sr. Majestät dem Könige von Preußen bestätigten Planes emittirten Kapitale von 300,000 Rthir. in Prioritäts-Obligationen der Bergish-Märkischen Eisenbahn-

1849

Elberfeld, den 1. Januar 1850. Die Direction der Bergisch - Märkischen Eisenbahn - Gesellschaft. Dieser Obligation sind beigegeben worden

20 Zins - Coupons der Serie 1. für die Jahre 1850—4 859.

Bergisch- Märkische Eisenbahn-Gesellschaft. Anweisung * » zu der Prioritäts - Obligation Æ.... gehörig.

Inhaber empfängt am 2.

eines

Obligation.

Die Direction. (Facsimile.)

Januar 1860 gegen diese Anweisung, gemäß §. 2 des Planes zur Emission Kapitals von 300,000 Rthlr. preußisch Courant in Prioritäts - Obligationen, an den durch öffentliche Be- fanntmachung bezeichneten Stellen die zweite Serie von zwanzig Stück Zins - Coupons zur vorbezeichneten Prioritäts-

Elberfeld, den 1. Januar 1850.

Au3gefertigt.

Bergisch - Märkische Eisenbahn - Gesellschaft. Serie 1. Zins - Coupon A 1, zu der Prioritäts - Obligation Nr... gehörig.

| ¿ 2. Januar 18 ¡

| Inhaber empfängt am Frs gegen diesen Cou- pon an den durch döffentliche Bekanntmachung bezeichneten | Stellen Rthlr. 2. 15 Sgr. preußisch Courant als Zinsen vom

| _1l. Januar bis 1, Juli 18_

| Elberfeld, den 1, Januar 1850,

| Die Direction. Ausgefertigt. | (Facsimile.) -

Zinsen von Prioritäts - Obligationen, deren Erhe-

| bung innerhalb vier Jahren, von dem in dem vor-

| stehenden Coupon bestimmten Zahlungs-Termine an

| gerenet, nicht geschehen is, verfallen zum Vor- | theile der Gesellschaft,

E

Uichtamtlicher Theil, Deutschland.

Preußen. Berlin, 11. Aug. Von dos Königs: Majestät ist die Errichtung eines besoldeten Gencral-Konsuläts für vas: Königreich der Niederlande mit dem Sitze in Nottérdvam genehmigt worden. Es hat diese Maßregel ihren allgemeinen Grund in der großen Wich-

| tigkeit, welche die Niederlande für den Handel fast aller Gegenden | des Staats besißcn, und in der Bcdeutung, welche sie, insbesondere sür die beiden westlichen Provinzen, dur den Befiß der Mündungen | des Rheins einnehmen. Die hierauf beruhenten Intevessen sind so man- | nigfalliger und die dabei in Betracht kommendcn Verhältnisse zum Theil

so verwicktlter Natur, daß cs für die Regierung, wie für den Handels- stand, in glci{em mae ein Bedürfniß is, die Wahrung jener Interessen und die Ueberwachung dieser Verhältnisse eincm Manne anzuvertraucn, wilcher dieser Aufgabe feine ganze peit und Thâ- tigkeit zu widmen im Stande ist. Dazu kam noch insbesondere die Rücfssicht, daß Ter zwischen Preußen und den Niederlanden be- stehende Schifffahrts-Vertrag- vom 3. Juni 1837 von Seiten Preu- ßens gekündigt worden ist, und cs für ein gedeihliches. Ergebniß der über kurz oder lang zu eröffnenden Verhandlungen wegen Ab- schlusses cines anderweiten Vertrages von unzweifelhaftem Werthe ist, wenn die Regierung si des Beiraths eines Mannes bedienen kann, welcher mit den in Betracht zu zichenden Verhältnissen allseitig und an Ort und Stelle bekannt geworden ist.

Berlin, 12. Aug. Heute gegen Mitiag 12 Uhr fand hier die Eröffnung der von der polytechnischen Gesellschaft im Krollshen Lokale veranstalteten Gewerbe-Ausstellung statt. Der Minister-Präsident, Graf von Brandenburg, die Minister des Handels, der Gewerbe und öffentlichen Arbeiten, von der Heyd||, der Finanzen, von Rabe, und der geistlihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegcnheiten, von Ladenberg, ferner der Ober- Be- fehlshaber der Truppen in den Marken, General von Wran - gel, der Polizei-Präsident von Hinkel dey, Bürgermeister Nat- nyn und die Vertreter der städtischen Behörden, der Akademie ver Wissenschaften unt der Universität, so wie eine Menge höherer Staats - Beamten und ein zahlreiches Publikum, unier dem ay namentlich auch viele Abgeordnete beider Kammern bemerl- len, waren der an sie ergangenen Einladung des VBor-

‘x Gesellschaft gefolgt. :

i B is e Nin von rem Garien aus gemein- \haftlich nach den der Ausstellung bestimmten Sálen verfügt halten, hob der Direktor der polytechnischen Gesellschast, Hcrr Stadtrath BVärwald, in einer kurzen, kräftigen Ansprache den Zweck ‘und die Bedeutung dieser Ausstellung hervor. Er erinnerte namentlich daran, daß es der Gesellschaft, die sie veranstaltet, vor Allem dar= um zu thun gewesen, der durch die Ereignisse des ver- flossenen Jahres erschüttertcen Gewerbsthätkigkeit Berlins die Gelegenheit zu verschaffen zu zeigen, wie ihre stille Wirksam-

feit selbst unter solchen Verhältnissen nicht ohne glückliche Erfolge und erfreuliche Früchte geblieben séi, ihr zugleich aber auch durch diese Ancrkennung die belebende Hoffuung auf erhöhten, fruchtbringenden Betrieb zu eróöffnenz denn cin näheres Eingehen auf die Menge, den Werth und die Mannigfaltigkeit der ausge- stelllen Gegenstände werde Jedermann überzeugen, daß Berlin in stetem Fortschreiten seines Gewerbfleißes Alles zu leisten vermöge, was den Anforderungen der Zeït in decn verschiedenen Zweigen in- dustrieller Thätigkeit nur irgend genügen könne; dies werde gewiß auch von den Fremden anerkannt werden, welche diese Säle besuchen würden, und somit der berliner Gewerbsthätigkeit durch erweiterte Theilnahme und vermehrtcn Absatz ncucs Leben und den erwünschten Aufschwung geben. Ein herzlicher Dank an die Versammelten, deren Erschei= nen schon die erfreulichste Theilnahme an dem Unternehmen bekunde, schloß die mit jener Wärme gcsprochenen Worte, welche dem Be- wußlsein ciner guten Sache stets dén treffendsten Ausdruck leiht.

Die Anwesenden zerstreuten sich hierauf in den weiten Sälen, welche für solhe Zwecke wohl ihresgleichen suchen, Nur cine Stimme herrschte Über die Vortrefflichkeit der ganzen Anordnung und die úberraschende Mannigfaltigkeit dessen, was Berlin allein auf diesem Grbiete zu leisicn im Stande sei. Der-erste Eindruck des Ganzen, welcher ein näheres Eingehen in das Einzelne natür-= lih nicht gestattet, ist ein überaus wohlthucndcr und erfreulicher. Er verpflichtet gewiß. Jeden, welcher vaterländischer Gewerbsihätigkeit seine Theilnahme zuwendet, zu dem l:bhaftesten Danke gegen die polytehnische Gesellschaft; Idee und Ausführung verdienen als das Werk echt patriotischer Gesinnung die allgemcinste An- erkennung.

Swinemünde, 11. Juli, (Ostsee- Ztg.) Se. Königliche Hoheit der Prinz Adalbert fuhr gestern mit dem Dampfschiff „Uecker ““ nah Putbus. |

Die „Amazone“ und der „Preußische Adler“ gingen heute in See, werden ungefähr 15 Miilen von hier den Prinzen Adallert, der ihuen entgegen kommen will, abwarten, und sodann mit dem- selben nah Danzig sich begeben. :

Desterreich. Wien, 9, Aug. Ueber die Einnahme Sze- gedins durch die Kaiserliche Hauptarmee berichtet Ter Feldzcugmei-

R

wichtigen Punkte in Besiß nahm.

| und beträchtliche Vorräthe an Getraide. Kranke, darunter 22 österreichische Offiziere, Beamten und 100

Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Bi aber bei wi Avrbeiten. er visher vet der Dber-Bau-Deputation beschäftigte Land- baumeister Runge is zum Bau-Jnspektor im Geschäftsbereih der Ministerial-Bau-Kommission in Berlin ernannk wokden.

Angekommen: Se. Durchlaucht der Herzog von Ra- tibor und Fürst von Corvey, von Bútdlau: e

Bonin, nah Hamburg.

Der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister der Vereinigten Staaten von Nord= Amerika am hiesigen Hofe,

Hanne gan, nach England. Í

* mir jenen der ganzen mittleren und niederen Theiß sichert.

Abgereist: Der Ober-Präsident der Provinz Sachsen, von | i j l j | \chon durch den Abzug Guyon's erleichterten Südvarmee des Feld=

ter Baron Haynau Folgendes: „Schon am 1. August hatte ich O daß von der Brigate Simbschen, welche vor P. Sza- limasz die Vorposten bezogen ‘hatte, cine Rekognoszirung bis an die seindlichen Verschanzungen unternemmen werde, um sih vou

| der Stärke der Besaßung zu überzeugen und die Bewegungen des | Feindes zu beobachten, der, wie cs hieß, schon seinen Abmarsch aus Szegedin beginne.

Am 2. Angust früh unternahm General-Ma- jor Baron Simbschen diese Rekognoszirung, fand Lie Verschanzun- gen sowohl als Alt-Szegedin am rechten Theißufer vom Reinde ge- räumt und beschte um § Uhr früh vorläufig die Stadt, bis Nach= mittags die Infanlerie - Brigade Jablonowski eintraf und alle î a N C Mt einen i nbedeuteuden Vorrath an Pulver und \charfer unition S il j Im Spital wurden 379

| Mann vom Feldwebel abwärts übernommen. Eine Deputation em-

pfing mich vor dem Eingange der Stadt. Auch hier hat der Ter-

" rorismus der Rebellenhäupter unglaublich viel Schreck, Verwirrung

und Elend erzeugt. Biele Bewohner sind entflohen. Sv gelängte vieser wichtige Punkt ohne Schwertstreich in unseren Besi, e eiche

Vorräthe fielen uns in die Händez der Verbindung mit der jeßt

| zeugmeister Baron Jellachich steht nichts mehr im Wegé, und ich : ho e n wenigen Tagen dieses erfreuliche Ereigniß berichten zu | fönnen. Am 3. August, um 4 Uhr Nachmittags, ließ ih die am | linken Theiß-Ufer aufgestellte feindliche Arriergarde dur die Bri=- | gade Jablonowski und einen Theil der Brigade Benedek angreifen - und diesen Angriff durch einen Theil der Geshübßreserve unter-

tüßen. Feldmarschall - Lieutenant Fürst Franz Liechtenstein leitete bu 1; Maepe ezen mit mans Umsicht. Während die feindli- chen Batterieen durch unser überlegenes Feuer zum Schweigen ge- braht wurden , ließ ih 2 Bataillone der Brigade Jablonowski mittelst Schiffen oberhalb Szegedin- übcerseßen und ten Feind- in der rechten Flanke fassen. Die Wirkung unserer braven Artillerie war verheerend und entscheidend, besonders wirksam haben sich hier un- sere Raketenbatterieen bewiesen, welche den Ort Uj - Szegedin, wo sich der Feind hartnäckig hielt, in kurzer Zeit in Brand steckten. Das ausgedehnte Feuermeer bot einen screckli- hen Anblick dar. Nachdcm der Feind aus dex Uferstel= lung delogirt war, begann die Brigade Benetek die Ueber- {iung ihrer Truppen, vertrieb den Feind aus Uj-Szegetin und begann ken Brükenschlag. Der Feind wurde von Stellung. zu Stellung vertricben, ihm 1 Kanone abgenonimen und viele Géefan- gene gemacht, Abends 8 Uhr war bereits der ganze Brückenkopf in unseren Händen, als der Feind einn erneuerten heftigen An- griff unternahm. General-Major Benedek, welcher wie bei jedcr Gelegenheit, seine Truppen mit ausgezeichneter Tapferkeit führte, wurde durch einen Prcllshuß ganz leiht verwundet. Jch sendete 1 Bataillon der russischen Division als Verstärkung nah Uj-Sze- gedin. Feldmarschall - Lieutenant Fürst Lobkowiß übernahm nun den Befchl über alle am jenseitigen Ufer befindlichen Truppen. Um 10 Uhr Abends war der Brüdenkopf ganz in unseren Händen, der Feind zog sich auf Kanonens{hußweite zurück. Nach Mitter- nacht war die Brücke über die Theiß ges{lagen und der Brücken- kopf mit hinreihendem Geschüß armirt. Am Aten mit Tagesanbruch eröffnete der Feind aus 4 Batterieen abermals das Feuer gegen den Brückenkopf, wahrscheinlich um seinen Rückzug zu decken und uns an der Verfolgung zu hindern. Die Erschöpfung meiner Truppen erheischf nothwendig einen Rasttag. Doch rückt das erste Armeecorps heute {hon in Mako ein und bedroht die Rückzugs- linie des Feindes. Das dritte Armececorps wird in der lommenden Nacht bei Kanisa wo mögli über die Theiß seßen.“

Der Lloyd meldet: „Jn ‘cinem vom 14. Juli aus Szegedin datirten Rundschreiben an die ungarischen Landes-Behörden, worin diese aufgefordert werden, das Volk zum Kampf zu ermuntern, giebt Kossuth die Lage und Stärke der Streitkräfte der Jnsur- genten in folgender Weise an: „„Sie werden sich mit mir freuen, wenn Sie aus diesem Bericht erfahren, taß der ganze Distrikt jenseits der Theiß sammt dem diesseitigen Ufer derselben frci von dem Feinde, und in unseren Händen sei. Binnen wenigen Ta- gen ist eine neue starke Truppe auf den Kampfplaß getreten, die, vereint mit jenen Truppen, welche die Hauptmacht -der Russcn durch langsamen Rückzug bei Szolnok aufgehalten, sich an tie Theiß ge- worfen. Diese Bewegung, die Jusurrection der tapferen Jazyger und Kumanier, welcher bei Karczat, und eine anvere regulaive Truppenmacht, welche, bei Varadpuspöki ein Lager bezogen, bewirk- ten, daß das bis Delreczin vorgerüdckte russische Heer sich in s{nel- len Märschen nah Miskolcz über die Theiß zurüdckgezogen, welche, ih hoffe zu Gott, Niemand anders, als Lie Magyaren, dauernd besiben werden. Die Theiß ist unser, jenseits der Theiß le- findet sich kein Feind. Die Gegend zwischen der Donau und Theiß wird dur ein starkes ungarisches Lager geshüßt. Jenseits der Donau beshúßt ein auf das mächtige Komorn gestüßtes, 50,000 Mann starkes Heer vas Vaterland In Bacs-Banat haben wir cin dritles Heer, welches angreifend siegreih vorwärts rücdt. Im ganzen Banat kein Feind, die Belagerung von Temeswar wird energisch fortgeseßt. Die arader Festung ist zum Schuß der Maroschlinie mit allem Nöthigen ausgerüstet worden. In Sie= benbürgen ist das cine eingedrungene russische Heer an die Gränze der Bukowina zurückgedrängt worden ; Biskrib befindet sich in unseren Händen. Dem anderen russischen Heere bei Kronstadt ist Bem entgegen gezogen; von Fogarasch bis Pancsova ist die Gránze rein; unsere marmaroscher Truppen und die Sestung Munkacs bewachen die galizische Gränze und unsere dortigen Nalionalschäbße./“ Nach dieser Schilderung der Slreilkräfte will er in einigen Punkten be- weisen, daß die Magyarcu siegén müssen, Wenn die Jusurreclio- nen der Rakoczy's, Balhorÿ's 2c. nicht reüssirten, sagt er da un- ter Anderem, so sei es, weil das Volk für einzelne Männer kämpfte, während es jeßt für sich, für scine Freiheit die Waffcn ergreift, Schlicßlich fordert er die Behörden auf, dem Volke zu erklären, daß die Kraftanstrengung desselben den Sieg nicht nur sichert, son- dern beschleunigt, so daß cs clk den Tag bestimmen könue, an welchem es seinen Frieden erkämpft haben werde u. st. w.“

In der Hauptstadt Prag hat sich ein Verein aus mehreren

patriotish gesinnten Männern gekildet, welche sich die Errichlung cines böhmischen Freicorps dur freiwillige Beiträge zur Aufgabe stellten und ihre diesfälligen Anträge Sr. Majestät durch cine ci- gens zu diesem Zwecke abgesandte Depulation - überreichten. Se. Majestät empfing diese Deputation in Ungarisch-Altenburg und er- ließ auf den aus diescm Anlasse erstatteten Vortrag des Minister- Rathes das nachfolgeude Handschreiben an den Minister des Innern : Ÿ „Lieber Minister Bah! Dic Mir in Ungarisch - Altenburg von einer Deputation aus dem Königreiche Böhmen überreichten Anträge zur Errich- tung von 3 Jnfanterie- und 1 Scharfschüßen - Bataillon durch freiwillige Beiträge liefern Mir einen neuen Beweis von der treuen Anhänglichkeit der Bewohner dieses Kronlandes und von der ect patriotischen Gesinnung, welche. sie beseelt, Es gereiht Mir zur wahren Befriedigung, Mich in der Mir vorgeseßten Aufgabe, die Einheit und Macht der Monarchie zu befe- stigen und Meineu Völkern die Segnungen eines dauerhaften Friedens vor- zubexreiten, durch die redlichen und kein Opfer scheuendeu Bestrebungen der Mehrzahl Meiner Völker unterstügr zu sehen, und es is Mir cin Bedürf- nis, der Deputation, welche Mir zur Kenntniß brachte, in welcher Art die Bevölkerung Böhmens gesonnen ist, zur Förderung dieses Zweckes mitzu- wirken, so wie Allen, die sih hierbei betheilen, Meine dankbare Anerkennung auszusprechen, Judem Jch -daher gleichzeitig Meinen Kriegs-Minister an- weise, wegen Ausführung des von dem Antragsteller vorgelegten Programms, so weit dasselbe mit der im Zuge begriffenen Ergänzung Meiner Armee und den allgemeinen militairischen Borschristen vereinbar is, das Geeignete obne Verzug zu verfügen, trage Ih Jhnen auf, diese Meine Entschließung zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und sich weg: n deren Vollziehung mit Mei- nem Kriegs Minister ins Einvernehmen zu seyen, Schönbrunn, am 3, Au- gust 1849, Franz Joseph. Schwarzenberg. ““

Von ter dalmato- türkischen Gränze, 6. August, wird dem Ll oy d gimeldet, daß die Unruhen in Türkisch-Croaticn nicht dcn geringsten Einfluß auf die diesseitigen Gegenden ausüben und für jevt keine Störung der Ruhe zu - besorgen sei. Vor einigen Ta- gen fand am Rastell von Grab cine Konscrenz zwischen dem Stadt- richter von Knin und dem türkischen Kommandanten von Livno, betreffend die Entschädigung einiger türkischen Unterthanen, statt, welche im Dezember v. J. am Rastell von cinigen bsterreichischen Unterthanen beraubt worden waren. Man kam éendlih über tie Ernennung einiger Schiedsrichter überein. Man wünscht schr, daß diese Differenz, wodur Dalmatiens Gränzverkehr leidet und die Nachbarn gegen cinander sehr erbittert sind, endlich beigelegt werde.

Der Civil- und Militair-Gouverneur der Herzogthümer Parma und Piacenza, Feldmarschall-Lieutenant Frciherr von Stürmer, hat U 21. Juli ein Dekret erlassen, kraft dessen die bisherige Re- gierungsjunta unter Anerkennung Ler von ihr in s{hwierigen Zei- len geleisteten Dienste aufgelöst . wird, Die vor dem 20, März

1463

1848 bestandenen Departements der Finanzen, der Justiz, der Po- lizei und des Jnnern werden wieder hergestellt. Die Chefs dieser Departements erhálten den Titel: Prásident, und alle drei bilden, unter dem Vorsiy des Civil- und Militair-Gouverneurs, den Kon- ferenzrath. Der Prásident des Junern wird provisorisch auch mit den auswärtigen Angelegenheiten beauftragt.

Wien, 10. Aug. Die heutige Wiener Zeitung enthält olgende telegraphische Depesche des Ministers von Bruck aus Mai- fand vom 6. August an den Fürsten von Schwarzenberg: „Der [Friede ist heute unterzeichnet worden. Ein Courier überbringt ihn.“

„Prag, 8. Aug. (Bresl. Ztg.) In Folge ungünstiger Nachrichten vom ungarischen Kricgsschauplaße marschirten alle vicr- ten Bataillone der in Böhmen den Werbbezirk habenden Regimen- ter, so wie 2 Divisionen von Kaiser Kürassier, pr, Eisenbahn ab, wodurch unsere Garnison außerordentlich verringert wordcn und noch mchr verringert werdcn dürfte, Untcr der Abthcilung von Wellington

Jufanterie war auch der als Gemeiner abgestellte polnische Re- |

dactcur Kaminski,

Das Stadtverordneten-Kollegium , welches für Len Dicnft dcr Nationalgarde enragirt ist, hat statt ter dem Militair übergebenen Hauptwache im Rathhaus eine neue für die Bürgerwehr herrich- ten lassen; ein großer Theil derselben will aber keincn Garnison- dieust thun und hat sich teshalb bittlich an den hiesigen Komman- direnden gewendet, der sie aber an ihre legale Behörde wies.

Unter die Tages = Neuigkeiten gehört die Taufe eines 19jáähri- gen Mohren. Derselbe war vou Sultan dem Kunstreiter Soulier geschenkt worden, entfloh ihm aber wegen Mißhandlung bei seiner Anwesenheit hier und stellte sich unter den Schuß des Hofbäckers Herrn Tägl. Soulier wurde klagbar , aber abgewiesen, da jeder Sklave frei ist, wie er den österreichischen Boden betritt. Der Mohr lernte ras Bäckerhaudwerk. Seine Patheu warcn die Groß- händler Fiedler, Ricdl und Lana.

Abermals is, wahrscheinli in Felge ter {chwäcken Garnison, cine Crleichtcrung des Belagerungszustandes cingctreten, indem die auf dem fkleinseitncer Ninge aufgestellten Zelte abgerissen wurdcn z diese Mannschaft, so wie die auf dem Viadukte aufgestellten, rückte in die Kaserne ab.

Württemberg. Stuttgart, 8. Aug. (O. P. A. Z) Die Württemb. Ztg. enthält die öffentliche Verkündigung, daß Se, Majestät der König bei dem seit dem März 1848 angenom- menen Regierungssystem verharren wolle, und daher die von den Ministern angebotene Entlassung für jevt abgelehnt habe.

In der heutigen Sipung der Stände-Versammlung ist auf die Auflösung am künftigen Sonnabend Hoffnung gemacht. Die con- stitutionelle Partei der Kammer hat sich heute ein Abschiedsmahl

gegeben. Die Zahl der Theilnehmer war 20. Die Minister nah- men nicht Theil. Baden. Mannheim, 9. Aug. (Bad. Merk.) Heute

früh verließ uns das hier gelegene bayerische Jägerbataillon. Es wurde von den preußischen Truppen mit klingendem Spiele an den Rhein begleitet, und wird in verschiedene Orlschaften der Rhein- pfalz verlegt. Wir haben jeßt hier noch 1 Bataillon des 30sten Infanlerie - Regiments, 1 Bataillon des 8tcn Landwehr-Regiments und 2 Sechwadroncn Kürassiere.

Freiburg, 8 Aug. (D. Z.) Das Standgericht hielt heute hicr seine erste Sipung. Vor dcmselben erschien der bekannte Fr. Neff von Rümmingen. Schon bcim Aprilaufstand und mehr noch bei dem Septemberputs{ betheiligt, wirkte er später als Sluüdchiling turch Abfassung und Verbrcitung von blutrothen Flugschriften, und während des leßten Aufstandes als Civil- und Kricgs-Kommissär. Nach vierstündigen Verhandlungen sprach das Kriegsgericht cin- stimmig das Todesurtheil über den Angeklagten aus.

Heute Nachmitiag sind 126 Pferde aus der Schweiz hierher gebracht worden, welche von den Aufständischen weggenommen und in die Schweiz verschleppt, von dort wieder ausgeliefert wordcn sind. Sie sind theils Siaatseigenthum, thcils gehören sie Privaten an. Man erwartet baldigst noch weitere ähnliche Ausliescrungen.

Scbleswig-Holstein. Altona, 10, Aug. (Alt. Merk.) Mit dem Nachmiltagszuge ist Ter preußische Kommissarius im Her- zvuglhum Schleswig, Graf zu Eulenburg, so wie der Ober-Präsident von Bonin, aus Magdeburg, zur Installirung der vortigcn Kom- utission, von hier abgegangen.

Schlcswig, 9. Aug. (H. C.) In der heutigen Sißung der Landes-Versammlung hat der Abgcordnete Mommsen, chema= liger Departcments-Chef der Justiz, folgenden Antrag eingebracht : ,, Die Landes-Versammlung beschlicßt: mit Beziehung auf den in der Nacht vom 7ten auf den Sten d. in geheimer Situng gefaß- ten, in der gestrigen öffentlichen Sibung bekannt gemachten Be- {luß zu erklären, daß in demselten selbstverständlich keine Aner- kennung der zwischen den Kronen Preußen und Dänemark am 10.

Juli d. J. abgeschlossenen Waffenstillstands - Convention enthalten

sei, zugleih auch gegen die Statthalterschaft die Erwartung aus-=

zusprechen, daß dieselbe keinen Schritt vornehme, worin irgendwie

eine Anerkennung der Waffenstillstands-Convention liegen würde.“

Nassau. Wiesbaden, 9, Aug. (O. P. A. Z,) Heute Nachmittag um 1 Uhr rückte die Batterie, welche bei Eernförde gefochten, in ihre hiesige Garuison wieter ein. Die Straßen, durch welche die tapferen Kanoniere zogen , waren ges{chmüdckt, und am Eingange der Kaserne hatten die Kameraden der Heimkehrenden durch allerlei Schmuck von Kränzen, Fahnen 2c. den freundlichen Empfang versinnbildlicht. Der Mannschaft voran wurde eine cr- beutete dänische Fahne getragen. Die auf den Sieg bei Eckern- förde geprägte Medaille {müdckte bereits die Brust der braven Soldaten.

Ihre Königl. Hoheit die verwittwete Frau Herzogin, welche am Sonntag erst hier eingetroffen ist , reist heute Nachmittag wie= der ab nach Stralsund, um dort mit der Großfürstin Helene von Rußland zusammenzutreffen,

Oldenburg. Oldenburg, 9. Aug. (Wes. Z) Dcn Landtag beschäftigen heute nur einige Vorlagen der Staatsregierung über vorgenommene sehr unbedeutende Veräußerungen von zum Staalsgute gehörigen Gebäuden und Grundstücken zu angegebenen Zwecken, wozu nach dem Staatsgrundgesebe die Genehmigung des Landtags erforderli ist. Diese wurde unbedenklich ertheilt. Für das Fürstenthum Birkenfeld en!stand daraus durch den Verkauf eines nußlosen Gebäudes ein Erlös von 50 Thlr., welcher nach

- Arlikel 210 des Staatsgrundgesetzes vorläufig zinsbar zu telegen

gewesen war, Bei Unerheblichkeit dieser Summe beantragte indcß die Staatsregierung deren Mitverwcndung fzu den außerordent- lichen Bedürfnissen dieses Jahres und der Landtag gab dazu seine Einwilligung, obgleich von einer Seite dagegen bemerkt wurde, daß es um der Folgerung willen bedenklich scheine, ohne besondere Ver= anlassung die nachhaltige Ertragsfähigkeit des Staatsguts auch um einen noch so kleinen Theil zu vermindern, Die nächste bfent-

liche Sibung wurde auf Montag angeseßt, damit der Landtag in=

zwischen seine Zeit zu Arbeiten in den Abtheilungen und Aus- shüssen verwende.

Hohenzollern - HSechiugen. Hechingen, 7. Aug. Das für die Fürstenthümer bestimmte preußische Truppen - Corps ist mit Ausnahme einer Compagnie, welche in Sigmaringen zurück- blieb, gestern Mittags unter klingendem Spiele hier eingezogcn. ¿Die Stadt war geshmückt, und der Magistrat bewillkommnete die Truppen. Der kommandirende Oberst erwiederte die Anrede des Stadtschultheißen dahin, daß sein Einzug auf Befehl Sr. Königl. Hoheit des Prinzen von Preußen geschehe, raß seine Soldaten strenge Manuszucht halten werden, so wie er cine gute Behandlung dersclben, namentlich abcr eine Enthaltung von allen republikani- {hen Acußerungen, erwarte, ra solche seine Soldaten durchaus nicht dulden würden. Morgen is große Parade auf dem Hohen- zollern, dem uralten Stammsige des preußischen Königshauses.

Lipye - Detmold. Detmold, 8. Aug. (D. P. A Z) Die Regierung hatte einen Entwurf einer neuen Verfassung vor- gelegt und erwartete eine Prüfung und Begutachtung desselben Tur den Landtag. Die Verfassungs-Kommission desselben erllárte aber in der Sihung vom 25. Juli, taß sie densellfen zur weiteren Berathung nicht empfehlen könne. Die Regierung hat übrigens uur ein suspcnsives, kein absolutes Veto.

Lübeck. Lübeck, 8. Aug. (Börs. H.) Einer Mitthei- lung aus zuverlässiger Quelle zufolge, hat der hicsige Senat decn zwischen der Königlich preußischen Regierung und der Krone Däne- mark am 10tcn v. M. albgeschlossencn Waffenstillstand anerkannt und dieses tem Königlich preußischen Geschäftsträger in Hamburg anzeigen lassen.

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3 D E Sonslas,

Desterreich. Krakau, 8. Aug. (Bresl. 3.) Unsere Stadt ist jeßt fast ganz vom Militair entblößt. Die Zahl ber hier anwesenden Russen und Oesterreicher mag sich viellcicht nur auf 400 Mann crstrecken. Alles ist nach Ungarn gezogen, um die Streitkräfte der alliirten Armee zu vermehren. Die Durchmärsche der russischen Truppen haben beinahe seit einem Monat fo gut wie aufgehört, einige kleine Abtheilungen ausgenommen, welche dann und wann unscre Stadt passirten. Dafür aber sind in dieser Zeit cin paar Reiter-Regimenter in Galizien einmarschirt, wovon ein Theil gegen die Magyaren gezogen, der andere aber um Bochnia, Neusandez dislocirt ist. Bei Ujscie Solne unv Opatowiec sind bereits über die Weichsel Brücken geschlagen, obwohl eine neue russische Armee nicht im Vorrücken begrissen, wozu sie also dienen mögen , bleibt den Sachverständigen ‘zur Beurtheilung überlassen.

Ticfe Ruhe herrscht in dem Großherzogthum Krakau und in dem benachbarten Galizien. Wie lange aber riese {Cne Ruhe dauern wird, weiß vielleiht auch Der ernsteste Politiker nicht.

Frankreich. Geseßgebende Versa mmlung. Sibtung vom 9, August. Präsident Dupin. Geseh über die Akminisirativ Schule: „H. 1. Die Avministrativ-Schule is und bleibt aufgchog ben. §. 2, Die jebigen Schülcr können die Vorlesungen der me- dizinischen und rer Rechtsschule besuchen. Sie können ihre Prü- fungen, für das Ende des Jahres augesett, außer den Epochcn, welche die Geschäftsordnung vorschreibt, bestehen. Der Untcrrichts- Minister kann den Titel eines Baklkalaurcus Lir strengen und Lcr allgemeinen Wissenschaften allen denen umsonst geben, die ihn noch

, Gouverncur in Belagerungszustand.““

nicht besißen.“ Die beiden Paragraphen werden angenommen und außerdem cin Kredit vou 20,000 Fr. sür gemachte Ausgaben be- willigt. Die Geseße der provisorischen Regéerung in Betreff der ATministrativ - Schule wcrden aufgehoben. Das Geseß wird mit 370 Sktimmcn gegen 124 angenommen. Geseß über ven Velage- rungszustand, dessen Dringlichkeit anerkannt wird : Sl. Der Belagerungszustand kann nur im Fall einer drohenden Gefahr für die innere und äußere Sicherheit (rklärt werden.“ Angenommen. „§. 2, Die Versammlung allein kann den Belage- rungszustand, folgende Fälle ausgenommen, crklären.“ Angenom- men. „§. 3. Wenn die Kanmer vertagt. ist, kann der Präsident den Belagerungszustand, nach der Ansichtsvernehmung des Mini- steriums , verhängen, Die nah dcm §, 32 der Consti(ution cin-

gesebte Kommission muß sogleich ravon benachrichtigt werden. Jst Paris im Belagerungszustand erklärt , so hórt die Vertagung fo-

gleich auf.“ Angenommen. „§. 4. Jn dcn Kolonieen erklärt der Angenommen. „§. 5. Jn decn Kriegsplähzen kanu der militairische Befehlshaber in Belage-

rungszustaud erklären.“ Angenommen. „§. 6. Glaubt der Prásident,

daß der nah den beiden letzten Paragraphen verhängte Belage-

rungszustand nicht aufgehoben werden dürfe, so schlägt er

die Beibehaltung desselben der Kammer vor.“ Angenommen.

„§ 7. Sobald der Belagerungszustand erklärt ist, gehen

alle Gewalten der bürgerlichen Autoritäten auf die militairische

über.“ Angenommen. „V."-8. Die Bergehen und Verbrechen gegen

die Sicherheit der Republik können vor die militairischen Tribu-

nalen gezogen werden. Die Vergehen der- Presse fallen dem Ge-

shworennengerichte anheim, ven Fall der Komplizität ausgenommen.

g. 9, Die Militairbehörde hat das Recht, Nachforschungen anzu-

stellen, Sträflinge zu enifernen, Waffenablieferungen zu verlangen

und Veröffentlichungen zu untersagen.“ Herr Charawaule will den §. 8, welhem den Angeklagten seinem ordentlichen Richter ent-

zieht, verworfen wissen. Herr Dufourxe : „Die Frage ist, ob man

im gewöhnlichen Recht bleiben will oder nicht. Im ersteren Fall ift ein Geseß über den Belagerungszustand unnöthig. Bestimmt man die Fälle, wo der Belagerungszustand erklärt werden kann, so wird der Kammer den §.8. annehmen. Uebrigens istNicmand mehr als ich für das Geschworenengericht.““ (Links Unterbrcch{ung.) Der Pr si- dent: „Kommcn Sie auf die Tribüne, beauftragen Sie einen der Jhrigen, zu sprechen.“ (Heiterkeit. ) Hirr Charras zum Práäsi- denten: „Erinnern Sie sich an 1832. Nicmand könnte es besser als Sie.“ Herr Dufaure, Minister dcs Junern, will, daß die zweite Abtheilung des §. 8 angenommen werde. Würde Sie ge- strichen, so würte der ganze Paragraph scincn Werth verlieren. Kein Geseß wurde mehr als dieses studirt. Das Ministerium hat diese Bestimmungen reiflich überlegt, che es sie eingcbracht. Es hat gewollt, daß derjenige, der sich mit ciner GSlinte versieht, der sih gegen die. Gesellschaft empört, der sich zum Soldaten gegen die Geseße macht, als Soldat behandelt werde.“ (Schr gut!) Herr Grevy bekämpft die beiden Abtheilungen des §. 8& Er fragt den Minister, ob das Ministerium, während die Constitution der Versammlung unbegränzte Vollmacht gebe, das Recht habe, eine außerordentliche Jurisdictivn zu schaffen, die den Bürger seincm natürlichen Richter entziche. Der Redner spricht der exekutiven Gewalt dieses Recht ab und entwikelt seine Ansicht. Die Regic- rung stelle sich über die Constitution, wenn sie eine militairische Diktatur hae. Herr Dufaure erwiedert, daß der Artikel 106 der Constitution der Regierung das Recht gebe, ein organisches Geseg über den Belagerungszustand abzufassen. Dieser Zustand fei

die Verordnung ‘des gewöhnlichen Rechtszustandes, sonst wäre