1849 / 230 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

re eingetroffen, und man vermuthet, daß er länger bei

Hauptquart 3-Armee verbleiben wird, weil er 17 Pferde voraus-

der Cernirung

geschickt hat. ' i

erüuvwib, 10. Aug. (Const. Bl.) Gestern Nachmittag it bt jei Kro abt gei fit Insurgenten-Obéyst4 sen Töd an erhaltenen Wunden älshlih angezeigt war, Ü! Auf t Gües russischen Offiziers „mit Bedeckung von drei Mani Landsssürnilern hier eingébrächt worden, Um bor das Kriegs criagestels ju wêrch den. Als man ihm sogleih nah seiner Ankünft ésseln aitlegté ünd eine Wache aufstellte, äußerte er sih dahin , daß alles dies nit nöthig sei. Dem russischen Offizier, der ihn hierher esfortirte, gab er einen werthvollen Ring zum Andenken, den jeuer aber erst dann aunahm, als er hierzu die Genehmigung seines Oberen erhalten.

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Um zehn Uhr Abends aber war Kiß bereits todt. Die Kunde hier=- |

von verbreitete sich erst heute, und man muthmaßt allgemein, daß er si vergistet habe, um einer s{hmählicheren Todesart zuvorzu- fommen , weil er zu stark kompromittirt war , um irgend auf eine Gnade hoffeu zu fönnen. Er war Rittmeister bei deu Szekler- Husaren, verließ die Kaiserliche Fahne mit seinèr ganzen Escadron und ging zu deu Insurgeuteu über, wo kx bis zum Obersten avancirte. Er scheint zu deu gigatli en Ultras gehört zu haben, und man will dokumentirte Beweise ha- ben, vas er es war, der zehn romänische Geistliche aufhängen ließ und im Laufe Des Krieges noch elf andere Personen, meistens Edelleute, demselben Tode Uberliefert habe. Uebrigens war ex mit den Waffen in der Hand gefangen und verfiel hon dadur der Streuge der Kriegsgeseße. Heute Nachmittag findet die Obduction seines Leichnams statt, um seine Todesart zu konstatiren. In [- nem Nachlasse fand man uoch 80 Stück Dukaten. Er war der Sohu eines Kaiserlichen Obersten und als Kaiserlicher Offizier all= gemein geachtet.

Bon der siebenbürgishen Gränze, 14. Aug. Felgende Kitndmachung hat der Kaiserkihe ‘Civil- und Milftair-Gouverneur im Großfürstenthum Siebenbürgen, Feldmarschall-Lieutenant Fréi- herr von Wohlgemuth, von Tihüßa aus erkassen:

„Vvn Sr, Kaiserl. Majestät mittelst allerhöchsten Réefkripts vom 19. Juli l. J. zum Militair- ünd Civil-Gouvórneur ‘des Großfürstenthüms Siebenbürgen ernannt, verordne ich mit Hinblick auf dèn ‘Kriegs- ‘und Be- E E in welhemdas Großfürstenthum Siebenbürgenseit d@ vondem früheren Kommandirenden, Herrn F. M. L. Freiherrn. von Puchner, ‘erlasse- uen Proclamation vom 48, Oktober 4848 sich befindet, die al gemejue Ent- waffnung. Es siad daher, wo es noch nicht eschehen iß, alle wie immer Namen habenden Waffen und Munition, bei na Umständen standreltlihen Verfährens, unweigetlich abzuliefern. Die betreffenden Militair -Kommaändaniein sind mit der Ausführung und Ueber- wachung diefer zur Herstéllung der Ruhe und Sicherheit des Landes gebo- tenen Maßregeln beauftragt, nud ‘von denselben werden die näheren Wei= sungen über die Art und den Zeitpunkt der Ablieferung kundgemacht wer- den, denen ‘pünktlichste Folge zu leisten is, Jriwiefeérn "von der allgemeinen s Ausnahmen stattfinden können, wird von Fall zu Fall eigends bestimmt.“

Semlin, 415. Aug. (Lloÿyd,) Jene Rébéllenschaaren, die in und um Panscowa, an dem jenseitigen Donau -Usfcr bei Ovcsa, Borcsa, Zrejoaja 2c. lagerten, und die aus der Straße gegen Wex- \{chey und Luges zogen, vereinigten sh mit den übrigen magyari= {chen Truppen unweit Lugos, wurden aber vön den ‘vereinigten österreichisch - russischen in der Gegend bei St. Andras überfallen und mit großem Verluste in ‘die Flucht gejagt. Nun sammeln ih die Magyaren bei Orsova, wo sie aber eben so wenig festen Bo- den gewinnen werden, da unsere Truppen in großen Massen gegen das untere Banat rasch vorrücken. Jhre Absicht heit zu sein, bei Adacale über die Donau nach ‘der Türkei zu fliéthen. Auf diefe Weise siud die Rebellen auch aus der Gegend von Temeswar uuD Arad verdrängt und die Communication zwischen uns und Teémes= war wiederhergestellt. Aus Peterwardein sind vorgestern bei 600 Mann , theils Militair-, theils Civil = n onen, unter wel= chen Till , Eisenhändler , Matusevies, Fruchthändler , Grossin= ger, Apotheker , Beide neusaber Bürger , die cxrkläxtesten Magyaronen, in das Lager Mamula?s bei Kamenig entflohen.

ermeidüng des Kriege- Und |

General Ottinger, der seit drei Tagen ‘hier weilte und gestern .

Belgrad besuchte, ist heute nah Wien ‘abgereist, Desscn Kommandv übernimmt General Horvath. Er soll sich einer Subordinations-= Verlegung bei der Schlacht zwischen Hegyes und Topvla gegen ten Banus schuldig gemacht haben. Medakovich, Rebacteur des Na-- predvat, der zu eiter einjährigen Festungsstrafe verurtheilt, welehe jetroch von Sr. Excellenz dem Ban auf sechs Monate gemildert worden und bereits nah dem Straforte abgeführt war, ist gestern, vom Banus gänzlih begnadigt, wieder in Semlin ciugetlrossen. Man spricht, es werde ihm gestattet, seine Zeitung, natürlich in einem anderen Tone, auch ferner herauszugeben. Die Cholcra ist in unserer Gegend gänzlich verschwunden, an deren Stelle hat sich aber ein bósgartiges, mit typhösem Charafter verbundenes Gallenfieber eingestellt.

Mailand, 15. Aug. (Lloyd.) Alle uns aus glaubwürdiger Quelle zukommenden Nachrichten bestätigen die traurige Lage, in'welhe die Bevölkerung Vénedigs duréh die strafbare Hartnätkigkeit einiger Män=- ner verseßt ist, die si tur{ch den Terrorismus, mit welchem sie ihre Herr= saft aufre{cht erhalten, der Uebergabe der Stadt entgegenstemmén. Das Bombardement, welches seit dem 30sten v. M. vom Kaiser= lichen Blokade-Corps unterhalten wird, hat bereits fast alle Stavt- theile erreicht, so daß die Einwohner außerhalb ihrer Häuser Schub suchen mußten. Im Nh allein sind 4000‘Arme untergebracht wor= den. Die Méchlvorräthe sind fäst aufgezehrt. Das Brod wird aus einer ungesunden Mischung verfertigt, und auch dies wird nur in \parsamen Rationen vertheilt. Ein Pfund Butter wird mit 18 Lire, ein Pfund Fleisch mit 5 Lire bezahlt; Oel undWein sind nicht einmal mehr zu bekommen. Diese Umstände und der Wunsch, den Bewohnern der unglücklichen Stadt noch größeres Elend zu er- sparen, haben Se. Excellenz den Herrn Feldmärschall bewogen, einen leyten Versuch zu machen, dieselben durch folgenden Erlaß. zum Verzicht auf jeden ferneren Widerstand zu vermögen :

__„¡Bewohner Venedigs! Der Friède miît Piemont ist geschlossen. Mit. diesem Ereigniß {winden alle Hoffrerngen, welche Einzelne unter Euch auf eine Wiedereröffnung der Feindseligkeiten seßten, Nach und nach beginut Ruhe und gesegliche Ordnung die übrigen Theile Jtaliens zu beglücken, und die von den Schreecknissen der Anarthie befreiten Völfer wenden mit erwa- chendem Vertrauen ihre Blicke der neuen Aera zu, Eine Factiou, die Euch beherrscht, bewirkt, taß Jhr ‘allein in einem nicht zu -rechtfertigênden

Widerstande gegen cine Regierung verharret, die Euch alle Ga- rantieen einer geseßlichen Freiheit und eines vernüuftigen Fort- schrittes bietet, die Jhr ‘mit Aufopferung ‘Eures “Wohlstandes

unter einer revolittionairen Regierung vergebens zu erlan höfft, n diesem hohwichtigen Momente ede ih “echmáls aneine Stimiine,, d Euch ‘ernst zu ‘ermahnen, einen Weg zu verlassen, der ohne ixgend einen Nutzen, ohne die geringste Heffnung des Gelingens, das, Unglück, das eine verlorene Sache Euch bereits zugesügt, nux - vermehren würde. „Zu,dem Zwecke, allen diesen Leiden einEnde zumachen, bin ich noch immer bereit, Eugb diejenigen

Bedinguisse zu gewähren, die ih Euch hon-am 4, Mai angebötenhabe, nämli: Artikel 1. Unbekting Únterwerfung, Artikel 2, oxtige 'Uebergäbe allex Forts, dér Arsenale Und ‘der’ innerén ‘Stadi, ‘die sogléih von meineu Trúp- pen beseyt werden, “Diesen werden auch alle zu irgend welcher Zeit ge-

unmäßigen Genuß

1528

bauten KridaBsdud álle óffentlihèn Gebäude, älles KriécLmaterial und alles ärarishe Eigenthum übetgebéèn. Artikel 3, Die Uebergabe aller sowohl dem Staate als auch Privaten gehörigen Waffen. Dagegen gewähre ih meinerseits, wie ih es auch schon damgis erflärte, folgende Srgeifonev! Aïtikel 4. Es wird Jedermann ohne hme gestattet, die Stadi sowohl zu Land gls au zu Wasser vtelassen. Artifel 5. Es wird éin enge r

P 14, August.

Grâf Nadeßk y, Feldmakschall.“

stärker dröhuts von Venedig her, so stark, als wären vie beiden Flotten an einander gerathen. Abermals heißt es, daß das vene- tianische Geschwader vorwärts gegangen sei, und abermals soll Dahlerup gesüGht haben, den Kampfplaß mehr gegen die istrische Küste zu verlegen. Ganz bestimmte Daten haben wir hierüber niht, doch läßt {G behaupten, daß dicse Lieblingsidee dcs Vice- Admirals kaum verwirklicht werdcn dürfte, denn die Art der Zu- sanimensegzung de venetianishcn Flottille läßt keine große Entfernung von ihrer Küste zu. Den Nachrichten der lezten Schifffahrer zufolge, war Übrigens keëïn üssterrei- chiséhez Kriegs\{iff} an der istrishen Küste oder in veron Nähe. Éin Béweis, Laß ‘die gesammten Kräfte vor Venedig selbst gesam- melt sid; ist es zu einem Angriffe gekommen, so muß er in Be- nédigs Nühe gewagt worden sein. Das Bombardement „u Lande wuïde heftiger Und vérwüstender denn je in legter Zeit wieder auf- genonünen. Da man bis nun nit im Stande war, Venedig selbst mit dem Géschüßé zu erreichen, so errichteten die Oesterreicher neue Búttérieen i Pottenishi in S. Giuliano und Campalto. Die Känöbnén kuhen hier niht auf Lafeiten, sondern in eigens ‘hierzu bereiteten Gräbén. Hierdurch soll, wie es heißt, die Ab- ficht erreiht ‘worden sein, das Zurütrollen des Geschüßcs zu verhindern und eine größere Tragweite zu erzielen. Das Rohr liegt bei dieser neuen Gebrau@hsart tes Geschüßes nah -auf= wärts, wie bei Ten Mörsern, die Ladung ist stärker als die ge- wöhnliche, Und die geworfene Kugel beschreibt cine Paxabil. Wir müssen es billig in Zweifel ziehen, wenn behauptet wird, bie fo geshleuderten Geschosse fielen in die bevölkertsten Theile der Stadt. Diese Behauptung is nicht ncu, sie datirt seit dem 30. Juli, und bis heute müßte man in einem solchen Fälle von Vencdig ganz andere Dinge verncinmen haben, wenn überhaupt uo ein Widerstand denkbar {ein sollte. Unbezweifelt äber bleibt es, daß die äußersten ‘bedrohten Pläpe verlassen sind. Um die Lebcnsmittel steht es noch so, wie nach den levten Berichten, Von der Cholerà , welche man als wahrhaft _wüthend schilderte, sind cigentlih gar keine Fälle vorge- kommen, welche mit Recht so benannt werden könnten. So sagen die Einen. Nach Anderen waren es nur wenig vereinzelte Fâlle. Jemand, der aus Venedig kam, darum befragt, éêrwiederte: „Hier und da ein Fall.“ Das Risorgimento sagt in einer für Ve= nedig nicht günstig lautenden Korrespondenz aus Venedig: Es sei Allärm entstankèn über einige Fälle, die man für Cholera hielt; man evkannte viéfelben aber als gewöhnliche Diarrhöe, crzeugt durch vön Grünzcug und durch Mangel än Fleis. Groß soll die Sterblichkeit unter dcn kleinen Kindern , besonders | Sáuglingen, sein. Das exklärt sih wohl natürlich genug, um nicht \ bezweifelt zu werdén. Die Behauptungen der Oesterreïher gehen eigentli „nur da- hin , daß ihre Bomben tas Arsenal und vie Canarregiv zunächst | gelegenen, Wohnungen erreihcn. Außer dem leßten Ausfalle vom ten crwähnten die Oesterxcicher keines anderen mehx, und es scheint in der That keiner stattgefunden zu haben, denn die Audeutungen, in welchen bald der 8te, bald der 1lte angegeben wird, sind gar zu unbestimmt, ‘Zwischèn der Etsh - und Brenta «Mündung bei Broutolo wurde ‘ein Slúck Landes „überschwemmt. Es geschah dies in ‘der Nacht vom 7ten. Wix lasen von solchèn Peberschwemmun- gen, welche die Oesterreicher selbst herbeigcführt zu* häben erklärten. Diesmal sind es die Venetianer , welche es gethan haben wollen. Dem sei übrigens, wie“ ihm wolle. Die Wirkung unß groß gewe- sen sein. Die Wasser der Brenta , der Kanal Gorzone und rer Etsch überströmten zugleih das Tirrain. Nun aber kömmt dér Hauptpunkt. Hierdurch sollen die Venetianer die freie Communi- cation mit tem rechten Poufer, mit den Thälern von Conacchio und dcr Romagna hergestillt haben. Angenommen, die Sachen verhalte sich gauz. rihtig jo und es wäre die physishe Möglichkeit einér. solchen Communication hergestellt, so darf man nicht ver- gesscu, daß der Po und die Pomündungen streng vou den Oéster- rcihern überwacht sind, obwohl auf der andexen Séite nicht zu leugnen wäre, daß der Belagerungs-Rayon auf jener Scile hiu- durch um ein Bédeutendes erwcitert scin würde. Jn Venedig starb jüngst Oberst Cesare Rosaról, éin Neapo- litancr, an den bei einer Balterie erhaltènen Wunden. Von Ga-

‘rilaldi will man durchaus bchaupten, daß er in Venedig sei.

"_ Frankrei. Paris, 19. Aug. Der Moniteur zeigt heute an, daß der Minister des Handels, Herr Lanjuinais, Tas Ministerium des Unterrichts Und des Kultus interimistisch Über- nimmt. Andvere Zeilungen ergänzen dicse Nathricht mit dem Be- merken, Herr Falloux leide an ‘der Brust und sci deshalb genöthigt, die Bävcr zu besuchen. Das Si®cle findet ‘ein souderbares Zu- sammentreffen zwischen den Artikeln ‘des Moniteur du Soir, die der Politik ves Herrn von Fakloux nit cntlehnt seien, und seiném Uxrlaub. Der Monitéur du Soir sept diese Artikel fort, in dencn er eutwickelt, daß es dén General - Conseils (Departemental - Versammlungen) nicht zieme, sich mit der Bitte um eine Revision der Verfassung zu beschäftigen. „Die Republik“, sagt ‘ties Blatt heute, „ist die Regierung Frankreichs. Nach unse- rer festen Ueberzeugung ist sie seine definitive Regierungsform, und diejenigen täuschen sich, welche glauben, ‘ein großes Volk thue einen solchen Schritt, um ihn zurükfzüthun und eine atdere Regierungs- form anzunehmen. Wie auch. ‘Lie Einbildungen gewisser Leute in diesex Beziehung sein mögen; fo mögen sie es si gesagt ‘sein las- sen, ‘die Constitution muß in állen Stücken ausgeführt werden, ‘bis zu vem Augenblick, wo fie gesehmäßig revidirt werden kann. Möge cu Ueberzeugung ihre Führung leiten, und mögen sie dem Laide nicht ‘das traurige Beispiel von Männern géëben, die, unter dem Vorwände ter Ordnung, nouen und ‘blutigen Revolutionen eut- gegeneilen.““ j t _ Gestern wurden die seit 57 Tagen ‘in Fölge des Juni-Atten-

täts verhaftetèn Rcvactéure des Travail affran@chi, Vidal und Toussenel , so wie ferner der frühere Geránt ‘der ‘Re forme, Gouathe , und der Secrêtair ‘des'‘demökratischen Comités , Laubry, auf Verfügung der Anklagekammer freigelassen, weil kein genügen- dér Grund voëliegt, fie vor Gericht zu stellen. ;

Das Chateau-d’Eau ‘auf ‘dem Plave des Palais National ist jeßt ganz nievbergerissen uitd abgeträgen ‘worden.

Die am 13. Juni ‘suspendirte Tribune ves Peuples, ein

früher von einem der einflußret{sten Mitglieder ‘ver polnischenAus- waitderung mit ‘Geldmitteln unterstüytes -ultravemökrat Blatt, wird am 25sten wieder erscheinen. Die Vorschriften des" neuen

Preßgeseßes waren die einzige Ursache der Verzögerung.

} nen Soldaten und für die Untétdffiziere aluds uúid Scemäaht ch«rla _Wenü Fhr diese ing annëhmt, so et Jhï ded stei S&tt, d& Euch für die érlittäten Leidet eilig @&lichere und bessore nft verbürgëw kaun. Mailand,

Von der Adria, 17. Aug. (Wanderer.) Stärker und |

. folgert daráts,

Dem hohen Justizhofe zu Versailles wird in dem Prozesse gegen die Juni-Angeklagten Herr Berenger präsidiren. Nach dem Evenement wird Herr Molé nächster age die i

ren-Thiers, Mvntalembéxt und Berryer sich einfiaden würden, Man %@&s Zerwürfniß- zwi beiden Ersteren

si, oder ‘daß “Molé: hre Versöhnung beah=

Viele Mitgliedêt des Friedens - Kongresses, und darunter Deutsche, Holländer, Russen, der Mehrzahl nach aber Engländer und Amerikaner, sind gestern hier angelangt. Unter den Amerika= nern bcmerkt man 50 Quäker mit ihren Familien.

In der hiesigen Münze wird gegenwärtig cine Medaille zu Ehren des 18. Brumaire des Jahres VIIl der ersten Republik geschlagen. Dieselbe zeigt auf der cinen Seite den Kopf des Ge- nerals Bonaparte mit der Umschrift: „Bonaparte, erster Konsul. “/ Auf ‘der ‘anderen Seite sieht man die Göttin der Freiheit mit der phrygischen Mühe und \{chlafend auf eine Trophäe von Wafsen und Fahnen gestüßt. Neben ihr steht die Siegesgöttin, die durch Aus- streckung ihrer rechten Hand den Schlummer der Freiheit zu {üben \cheint, während sie mit der Rechten eiîn Schwert erhebt, um Wol=. ken zu zerstrcuen. Die Umschrist trägt das Datum des 18. Bru- mairxe nebst den Worten: „Antritt ves Konsulats.“

Auf der Polizei - Präfektur beschäftigt män ih jeßt mit Ab= änderung der Benennungen vieler Straßen von Paris, wobei vor= zugsweise die nah der - Februar - Revolution eingeführten Namen wieder beseitigt. werden follen. ;

Méhrerxe Eisenbahn - Gesellschaften haben bei Ter Regierung auf An Säfus ihrer Konzessionen angetragen.

| hervorrägendsten räsentanten der Orduungspartci auf jeincm Schlosse zu Cha x versammelnz es e unter Ande-

nit schr - n

Am Schlusse der Industrie - und der Kunst - Ausstellung oll, nach der Entscheidung des Ministeriums , eine Vertheilung von Belohnungcuü stattfinden, welcher der Präsident beiwohnen wird.

Die Regierung hat angeblich die Nachricht erhalten, daß der seit einiger Zeit in Jtalien erkrankte Nachfolger des Herrn von Lesseps , Corcelles, seinem Eude nahe sei und {hon die Sterbe- Sakramente empfangen habe.

Der Assisenhof des Aisne hat \o eben gegen die hci den Meu- tcrcièn zu St. Quintin am 13. Juni betheiligten Personen sein Urtheil. gefällt. Fünf wurden zu Gefängniß von 5 bis 2 Mona- ten und jede überdies zu 500 Fr. Geldstrafe verurtheilt, vier an- dere aber fréigesprohen. Als die Verurthcilten ihre Bänke ver- ließen, erschollen zahlreiche Vivats- für die Republik, und ein Volks-- haufe begleitete fie unter dem Rufe: „Es lebén die Rothen!“ nah dem Gefängnisse, an dessen Thür die Beteckung einen Angriff auf die Menge machen mußte, wobci mehrere Verwundungen vorfielen.

Großbritanien und Jrlaud. London, 19. Aug. Der Lordlieutenant von Irland hat vom Staats=Secretair des Innern, der die Königin auf ihrer Reise begleitete, ein Sthreiben empfangen, worin derselbe auf Befehl Jhrer Majestät die aller- höchste Zufriedenheit Über den Empfang ausspricht, welcher ihr Überall in Jrland zu Theil geworden. Der Lordlieutenant hat auch dem Lord-Mayor von Doublin offiziell angezeigt, daß Jhre Majestät dem Prinzen von Wales den Titel eines Grafen von Dublin ertheilt habe. Die Stadt Dublin beabsichtigt, zur Erinne= rung an den Besuch der Königin ein Denkmal zu seßen.

Der Agent der britishen Inhaber mexikanischer Fonds, Herr Robertson , hat am 6. Juli in Mexiko mit dem mexikanischen Fi- nanzminister Arrangoiz einen neuen Vertrag wegen Regulirung der auswärtigen Staatsschuld abgeschlossen, welcher indeß noch der Sanction des Kongresses bedar, um ins Leben treten zu kön- nen. Diesem Vertrage gemäß soll vom 1. Juli 1816 an gerech- net bis zum 1. Juli 1859 der Zinsfuß der Schuld 3# pEt. statt der vertragsmäßigen 5. pCt. betragen; dagegen verspriht Mexiko, außer dem fuúr die Zinszahlung bereits Frliger angewiesenen Er= trage des Aussuhrzolles von Contanten. in den merikanischen Südsechäfen , dém Fünftel des Ertrages der Zblle in Veracruz und Tampico , so wie dem Ertrage der Tabacksgefälle, noch für riese Zinszahlung und die Amortisation der auswärtigen Staats- \{uld anzuwcisen: Cixculations- Zölle in den mexikauishen Sùd=- scehäfen und sowohl die . Circulations - Zölle als die Ausfuhr = Zölle für Contanten in den Hafen [am mexikanischen Meerbusen. Zur Deckung der Zinsrücstände vom 1. Juli 1846. bis zum 1. Zuli 1849 a 34 pCt. sollen. 4 Millionen Dollars der amerika- nischen Enischädigungs - Gelder verwendet“ werden. Die dén Staats-Gläubigern am 149. Juli 1847 ertheilte Erlaubniß der Regierung zur Einfuhr roher Baumwolle bis zum Werthe von 680,000 Dollars, ‘welche dazu dienen sollte, sie sür die ihnen ge- hörigen aus den Zollkassen in Vera-Cruz und Tampico geraubten Summen zu ents{hädigen, bleibt ausschließlich für Rechnung der Gläubiger gültig, welches auch der Verlust sein mag, der sie bei der Realisirung trifft. Auf die Zinsdifferenz von 45 pCt. für die Jahre 1846—1859 verzichten die Fonds - Inhaber gänzli, behal- ten sih aber vor, den gegenwärtigen Vertrag zu annulliren und ihre ursprünglichen Rechte wieder aufzunehmen, wenn die im Laufe der Jahre 1849 1859 fällig werdenden Zinsen zu 35 pCt. nicht in den gch6igen Terminen bezahlt werden, Am 4. Januar 1859 soll ein neuer Vertrag úber die ferneren Zinszahlungen vom 1. Juli 1859 an abgeschlossen werden.

Jn Cornwall ist das ‘ganze Dorf Megaveney vor der Cholera ausgezogen. Auf Ansuchen der Gesundheits-Bürcaus hat das Ar- tillerie- Departement eine Partie Zelte dorthin abgehen lasen, um die Einwohner unterzubringen, während das Dorf gereinigt wird.

Die -neuen silbernen Zweischillingsstücke, Florins genannt, sind gestern in Circulation gekommen.

Die Bank hatte am 11. August einen Noten - Unlauf von 18,746,155 Pfd. St. ünd inen Baarvorrath von 14/560,857 Pfd. St., ersteres 497,345 Pfd. St, weniger, leßteres 128,050 Pfd. St. mehr als vorige Woche.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 16. Aug- Der Russische Invalide bringt folgendes sehzehnte Armee- Bülletin: :

„Vom Géneral der Jnfanterie, Lüders, ist die Nachricht ein= gegangen, daß ex am 29. Juli mit der linken Heersäule die Stadt Segeswar (Schäsburg) ohne allen Widerstand von Seiten des Feindes eingenommen. Am 80sten, nah viertägigem Marsche, hielt er es für nöthig, die Truppen rasten zu lassen und gleichzeitig die Ankunft der mittleren -Heersäule , ‘die unter ‘dem Kommando des General - Majors Diek «aus Fogargsch heranmarschirte, abzuwarten, um mit vereinigten Kräften ontschiedener gegen den Feind zu wirken. / ; Da General Diek nicht eintraf, zeigte es si als nothwendig, noch einen. Tag in Segeswar zu bleiben, um so mehr, da, laut ein-

egangenen Nachrichten, der Feind an verschiedenen Punkten große Streitkräfte zusammengezogen, und zwar vorzugsweise bei Maros- Vasarhély, wohin si{ auch Bem felbst aus Harumfék begeben, und bei Uvvaxhely. Früh am 3ksten ‘berichteten die Kosaken-Vorposten, vaß ‘der ‘Feind sich auf ‘dem’ Wege von Udvarhéelby ‘schnell und in ziemlich bedeutender Anzahl der Stadt (Segeswar ) nähere. Ge-

:# É # 5

‘ten, auf den

neral Lüders begab si daher. amvcazóglich ins Lager, am die zoth-

wendigen Anorduungan gzu -

Le de Rem A D fEE at d urt:

der Stadt, welche in einer esen -Schlacht

e E f b ungen nicht vöor= igt, durhschnitten und für Truppenbewegung lbcilhaft e es ist sogar zur Aufftetkung von Truppen äußerst we-

jede sich darbietende

; vorhanden ; nig Play vorh Ì e von anderth

Mais bésát, der zu einer H sen. Aus diesem Grunde,

wie auch deshalb, vornehmlich von Maros-Vasarhely her erwartete,

kleine Fläche ist mit älb Klafter aufges{ö}\- weil man den Feind

macht des General Lüders auf dem dorthin fre Wege; die

Verbindung zwischen beiden Lagern, fähr 5 Werst, wurde zwar tur eine 2 Oertlichkeit, und Stadt bewerkstelligt.

Um 14 Uhr Morg Mann stark mit 12 Ges

über c

rêdè vvn “Uunge-

; aber in bergigter durch die schr eng, gewuidezien Straßen der

3 bewegte sich der Feind, gegen 6000 | ügen, auf dem großen Wege in Sthlaht- ishenräumen seiner Bätäillone zwei Bat-

ven Zw ordnung. En mne Jäger - Regiment mit der 7tên [cichten

teriecn. Das

e rüdte, völlig \{chlagfextig, ine Werst weit aus dem Lager E e wenn auch zcht starke, jo doch für den Kampf ziem- lich vortheilhafte Position. Genexal Lüders war mit dem' Chef

des Generalstabes,

General - Major. Skariatin ,

beschäftigt, Die

Truppen daselbst zu ordnen, als zum Unglücke eine Der ersten

feindlihen Kanonenkugeln den

General - Majox Sfkariatin

heftig-an der Schulter und dem Kopfe streifte, an wélécher Kontu-

sion dieser tapfere General einige Stunden Bedauern, starb.

darauf, zu àllgemeinem

Unsere Stellung wat auf der Fronlseite dur

‘nen kleinen Vach gedeckt, der nur für Fußvolk und Reiterci ohne Brüde n passiven fts der linke Flügel, auf durchaus ehenem Ter= rain , lehnte sich an das Flüßchen Kokel, das nur einx Suhrt hin- terwärts von unserer Stellung hatz auf diesem Flügcl waren 4 Schwadronen vom Ulanen Regimente ‘Sr. Hoheit "des Herzogs von Nassau und 3 Ssotnien Kosaken aufgestellt unter ‘dem Befehle des

General-Majors von der Suite Sr. *

ajèstät des Kaisers, Demidoff.

Der rechte Flügel stüßte si an einen steilen Berg mit waldbewach=-

\senem Gipfel:

vor dem Berge fließt der bezeichnete Bach vorbei,

ver in das Flüßchen Kokel fällt: diese Höhe zu besegen erhielten Befehl zwei Baiaillone des lublinschen Jäger - Regiments und

wei Rotten des 5ten Schüßen-Bataillons,

unter dem Befehle des

ommandeurs der lublinschen Jäger, Oberst Lipski. Bei den Ge- \hüpgen befand sich ein Bataillon des lublinschen Regiments zur

Deckung, in der Reserve das legte Batai

llon dieses Regiments,

zwei Rotten Schüßen, cine Rotte Sapeure und ein Theil der leich-

ten Batterie Nr. 6.

Nachdem die Truppen solcherweise „aufgestellt , die Battevieen

im Centrum und auf dem xechten

lügel am Fuße des Berges

aufgepflanzt waren, übertrug General Lüders den Befehl über dies Detaschement dem Chef ver 5ten Artillerie-Division, General-Licu- tenant Jwin, mit der Weisung; ih defensiv zu verhalten, -und be-

ab si selbs ins Lager zur Hauptmacht.

Allen Nachrichten zu- ;

id mußte man annehmen , var Frage mit cinem großen Theile

seiner Streitkräfte sich in Maxos-Vasarhely

befand; überdies war

auch die Oextlichkeit unseres Lagers, wo unsexe Hauptmaht mit

allem Gepäck aufgestellt war, ningsum von vicles weniger zur Vertheidigung geeignet.

Bexgen umgeben, um Aus diesem Grunde

seßte General Lüders voraus, daß der Angriff von Udvarhely her nur eine Demonstration sei , und daß die Haupt = Attacke auf die Hauptmacht ausgeführt werden würde, welche den Weg nah Ma-

ros - Vasarhely beseßt hatte; er hielt es d Person alle vorläufigen ‘Anordnungen e

eshalb für nöthig, in Annähme ‘der Stlacht

zu madhen, und nachdem er cine voörtheilhafte Stellung eingenom- men, \chickte er alle Bagage etwas weiter zurlück auf den-Werg von

Mediasch.

Unterdessen ging vom General Jwin die Nathricht ein, daß

der Feind sih verstärke und sein Fußvolk, hinter den

ergen ud

aus . den Hohlwegen hervorkommend, ih gegen unseron rechten

Slügel sammle, iu der Absicht, ihn zu be

drängen. Diese Nach-

rit in Erwägung ziehend, \o wie den Umstand, daß die Insur- genten nichts gegen unsere Hauptmacht unternahmen, übertrug General Lüders den Befehl über diese ‘dem Generalmajor Engel= hardt und begab \({ch felbst auf §as Schlachtfeld, wo die Ka-

nonade mehr und mchr zunahm. In ‘der That, “der Vexwegenheit, wie sie in keinem

fuhr mit einer Kühnheit und

eind ver-

Halle von ihm zu erwarten stand, woraus man {ließen konnte, daß seine Streitmacht bedeutend warz seine Batterieen waren“ in

T Age unjere Batterieen zu vergrößern, na@hdem den Befehl ertheilt, einen Su bes, fit wärts zu führen. Wiewohl hierdvurch die

9 daß Gineral Lüders sich genöthigt sah,

er dem General Jwin ten 6ten Batterie vor- angreifende Bewcgung

der feindlichen Hauptmatht ctwas gehemmt wurde, so drang doch

nichtsdestoweniger das

Fußvolk gegen unseren rechten Flügel merk-

lih vor und licß si in ein starkés ‘und anhaltendes Gewehrfeuer

mit den beiden Bataillonen vom lublinséhen

Regimente ein, mehr-=

mals mit ‘vem Bajonette angreifendz ‘um-diese Zeit erhielten zwei Compagnicen des 1sten Bataillons des bee Mint Be-

fehl, den rechten Flügel zu ‘verstärken. Eine heftige Kanonade dauerte bereit

s einige Stundenz der

Zweck des Feindes und seine Streitkräfte hatten sh nun dar-

gestellt; es war augenscheinlich,

daß ‘er mit allen ihm zu Gebote

stehenden Truppen einen ents{hecidenden A 1 L ngrif} aus unseren rech- ten Flügel ausführte. Da zog- Géneral S la ias

Q um unsere Hauptma@®ht,

Nr. 3 und ersebte ihre Geschüße dur tie rie, da sie ohne Unterbrechung hattenz zu gleicher | Glügel des Feindes ju umgehen.

aus dex “Reserve die Batterie

der 7ten leiten Batte-

1 fieben Stunden hindur gewirkt Zéít erhielt die ‘Kavallerie Befe Ven Tien Die ungaristhen Geschüße, welche

auf der Chaussee standen, waren bald zum Schweigen gebracht und

zwei Munitions-Kasten in ie Luft gesp

rengtz die vcreinigten

Schüsse aus allen Unseren Geshüpen shmetterten Tann in den lin-

ken Flügel des Feindes, wo eine Batterie

mit Kugeln, ‘Granaten

und Kartä i d artätschen unge wöhrilich ‘oft UÖnd genau {oß ; nach 12 Stun-

en war auch diese’ Batterie

S üsse unserer Artillerie u dus durch “die wohlgezielten

“lügel mitdem:

oreifn E Reiterei ,

Zwei Abtheilungen U j | den, geführt vom Obeist Ge, f 4 Sotnien Kosaken -vom ‘Reginunt i unter be:n Befehl ‘v& General-Ma Nr. 1 des Kaisers, Demidoff, ote über iors von kend ungésäumt und wohlagtordnet

Zwei Schwadronèn -Ungaristhe -#

vrduet' vorwärts.

Diese Zeit \{chlug das Fuß-

jonett den“Angriff Les

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L Umgangen , . i einvliche Linie w i D von amnserer Seite eine aliger c e at fun R Ie Tus afi Be i b [ er 10) gepslügtes er lo èvend, machten gegen 1000 nun f ag mehr als wurdên gefangen genommen, und die lepteren sagten dus, daß Bem selbst die Truppen befehligt habe. Die Trophäen des 19. Zuli wären: acht Ges{hüte, vier Munitions-Kästen, zwei Fah= uen, cine Menge Gewehre, Bem's Kalesche mit seinex Kanzlei und anderes Gepá Laut der Aussage dcr Gefangenen war Bem verwundet und hatte, aus der Kalesche aufs Pferd eilend, kaum Zeit gehabt, zu cntkommen. Wegen der gänzlichen Dunkelheit stand man von der Verfolgung ab, beim Dorfe Teufelsdorf, zehn Werst von Segeswar. Dieser Tag ax durchaus ruhmvoll, aber die Freude dex Truppen wurde durch den Tod des tapferen Gene= rals Skariatin getrübt.

General Lüders hält es für scine Pflicht, Zeugniß abzulegen von der ausgezeti{hneten Thätigkeit des Artillerie Chefs seines Corps, General = Lieutenant Jwin, welher“ im ‘Gefechte mit beson- terer Kaltblütigkeit und Umsicht kommandirte, so wie des Gene= ral - Majors von der Suite Sr. Majestät des Kaisers, Demidoff, der die ganze Kavallerie führte, und dessen eifriger Verfolguug man den größten Theil der Trophäen verdankt; ferner des Chess der Infanterie, welche an d(m Gefechte Theil nahm, des Com- mandcurs ver '2ten Brigade der 14ten Infanterie - Division, Ge- neral - Major Jessauloff, dem ein Pferd unter dem Leibe getödtet wurde und der ungeachtet einer hierbei von einer Kanonen - Kugel erhaltenen Quetschüung am linken Fuße seinen Pláß nickt verlassen wollte bis zur Bcendigung dcr Schlacht, und endlih des Com= mandeurs des lublinschen Jäger - Regiments, Oberst Lipski, der die Truppen im Walde befehligte und selbst den Bajonett-Angriff seiner Bataillone leitete.

Unser Verlust besteht in Folgendem:. Getödtet sind ein Gene- ral, 40 Gemeine ; verwundet. 2 Offiziere, 165 Gemeine z Kontusio=- nen haben erhalten 5 Offiziere und 33 Gemeine.

General Lüders, in der Kürze berihtend über das Treffen bei Segeswar , glaubt, daß dasselbe cinen großen Eindruck auf den Feind machen wird, wegen des sehr bedeutenden Verlustes, ten dieser erlitten und noch um so mehr, da Bem selbst den Oberbe- fchl führte. Am Tage näh der Schlacht wurden noch 3 Geschüße und gegen 500 Leichen gefunden.

Die mittlere Heersäule unter dem Kommando des General- Majors Diek rückte am 28. Juli aus Fogarash über Tekucz und traf in der Nähe von Stein am 29sten eine kleine Zahl ungari- e Husaren, welche, uon den Kosaken verfolgt, die Flucht ergrif= en und 15 Mann Todte auf dem Plage ließen.

Am folgenden Tage entschloß sich General - Major Diek auf die Nachricht, daß das Dorf Reps von dem 4000 Mann starken und mit 9 Geschüßen versehenen Feinde beseßt war, dasselbe anzu- greifen, und ordnete - deshalb seine Truppen in einer Angrisss- Kolonne von ‘drei Reihen. A

Die Truppen , denen ein starkes Kanonenfeuer und cine Schüpen-Kette voranging, rückten auf das Dorf Reps vor, durch glückliche Schüsse der 3ten leichten Batterie wurde ein Munitions- Kasten in die Luft gesprengt, was Verwirrung unter dem Feinde hervorbrachte. Dies bemerkend, fandte General Diek 2 Bataillone vom pragaschen und 1 vom modlinschen Regimente mit 6 Geschüßen ges Weges ins Dorf. Die übrigen 3 Bataillone des modlin- hen Regiments umgingen links die Stellung des Feindes, den diese Bewegung zwang, Reps zu verlassen und sich auf dem Wege nah Homorod \o {nell 2u entfernen, daß die Kosaken die Flüch- tigen kaum erreichen konnten.

Als ‘die Truppen in der Der fgung des Feindes von Reps aus 14 Werst zurückgelegt hatten, befahl General Dick, um sei- nen vorgeschriebenen Zweck nicht aus den Augen zu verlieren, und da er wußte, daß beträchtliche feindliche Streitkräfte sich im Dorfe Okland befanden, von der weiteren Verfolgung abzustehen, und schte am folgenden Tage seincn Marsch nach Segeswar fort, woselbst er am 1. August anlangte.

Die Verluste der Abtheilung des Generals Diek sind: gefallen ist von der leichten Batterie Nr. 3 der Stabs-Capitain Suchomlin und 1 Gemeiner, verwundet cin Offizier und 14 Gemeine.

‘Den 2. August rückte General Lüders mit seiner ganzen Hee= res-Abtheilung gegen Udvarhely, wohin si{ch, wie verlautet, Bem, der dort frische Truppen hat, zurückgezogen, und wird im Rüdcken dieses Letercn operiren, wenn er vielleicht heftig gegen Graf Clam andrängt, welcher mit einer Abtheilung östcrreichischer, durch ‘die Unsrigen verstärkter Truppen am 2. August in Czik - Szered ein= trefsen sollte.‘

Auf Befehl des Finanzministers giebt das Departement des auswärtigen Handels den Zollämtern zu wissen, daß undurchsichtige einfarbig gedruckte seidene und andere mit Seide gemischte Zeuge gegen einen Eingangszoll von 5 Silber-Rubel per Pf\d. dvurchge=- lassen werden sollen, nah dem Tarifsartikel: Einfarbige und \{il- lernde, glatte und mit Mustern von derselben Farbe und derselben Schattirung broschirte Seidenzeuge.

Warschau, 18. Aug. (Schles. Ztg.) Ueber den gewiß unerwarteten Entschluß Görgey's, die Waffen zu strecken, ürsten folgende Notizen einigen Aufschluß geben. Zwei magyarische Of- fiziere, die bei Szimonte gefangen und am 1lten ins Hauptquar- tier des Generals Rüdiger, das sih im Dorf Zereid (sutlih von Großwardein) befand, gebracht wurden, sagten aus, daß: 1) am l0ten 3 Uhr Nachmittags auf dem linken Ufer der Marosch, zwci Meilen von Arad, zwischen den Magyarcn unter Wysocki und Dem- binski, bei denen sich auch der bei Debreczin - geschlagene Nagy San- dor mit den Ueberresten seines Corps befand, und den Ocster-= reichern ein Gefecht stattgefunden habe, in Folge dessen die Magyarcn sich in die Pestung Arad zurücklzogen. Ob die Oester= reicher zum Corps Jellachich's oder Haynau?s gehörten, war ihnen nicht bekannt. 2) Auf vem reten Ufer der Marosch marschirten die Oesterreicher auf Nagy Lak zu, ihre Avantgarde befindet sih in Peczki. Ihnen gegenüber stehen die magyarischen Generale Guyon und Vetter, Görgey mit den Corps Leiningens und Pellenbergs, etwa 20,000 Mann, mit geringer Kavallerie und 70 Kanonen, stehen bei Arqd auf der debrecziner Straße. Ein Theil seiner Truppen sei am 1lten auf das linke Ufer der Marosch überge- gaugéeun. 3) Ju obigem Treffen habe die polnishe Legion am meisten geliften, cinige Bataillone magyarisher Infanterie seien in der größten ordnung ohne Wassen nah Arad zu= rückgekehrt ; das Anrücken der Russen gegen Arad habe daselbst gro- ßen Schrecken T E im magyarischen Lager und Heere herrsche eine ungewöhgulihe Aufregung; von allen Seiten werden Mate= rialien Rg En, um Barrikaden zu bauen ; die Armee sei fast ihrer völligen Auflösung uahe, denn Soldatén desertiren trupp-

e, der anéliere „Theil:der Offiziere vertausehe ihre Uniform mit Ci-

Hx dex Rei die ganze

ng, Um icht exkanit zu ‘werden und leichter zu „entkommen. s errei chen und russischen Kriegsgefangenen werden entlassen.

1F10NN de 4 ten wollte Rüdiger mit der Kavallerie nach Kis -Jelo vor=

rüdcken, um ih mit den Desterreichern in Verbindung zu seßen. Der Geueral Lüders berichtet, daß Ost =Sicbenbürgen den Magyaren

vólli nte en Fei, och müsse er seiner dur die fortwährenden ali Märsche exkdoften Armee einige Rasttage gönnen, um t it L M E erde „Feiner Armee neu beshlagen zu lassen er nach Karlsburg ziehen, vorräthe zu verschaffen. Sodaun wolle

ehen, um diese « di Z nerale Grotenhjelm und Dik aber le Sesßtuug s ee Mer

bei Klausenbürg Pösto gefaßt. Dem Bem

den verschiedenen Gefechten von Den Ruin A U e Desterreichern 8 Kanonen abgenommen worden. Dadurch sei seine Artillerie, besonders seit der lezten Schlacht bei Herrmannstadt, sehr zusammengeschmolzen und seine Armee entmuthigt.

Warschau, 20. Aug. Aus Anlaß der von ten russischen Truppen in Ungarn erfochtenen Siege und der eingegangenen Nachricht von der Unterwerfung des Görgeyschen Corps fand gestern auf der Ebene von Powonsk wieder eine große militairische und kiréhliche Feier statt, welcher der Kaiser in Begleitung des Großfürsten Michael, des Reichskanzlers Nesselrode, der Gesanbten Oesterreihs, Preußens und Frankreichs und der hier anwescnden fremden Offiziere beiwohnte.

Italien. Turin, 15. Aug. (Fr. Bl.) Die Kammer hat der Stadt Oporto einen Dank votirt. Jhrer Antwort auf die König- liche Eröffnungsrede will sie keine politische Bedeutung geben. Das jüngste Mitglied entwirft diese Ad esse. Die Kammer hat dem Mi- nister noch nit die Kriegskosten bewilligt; sie hat sich deshalb in ein geheimes Comité vereinigt. |

Slorenz, 11. Aug. (Lloyd). Der hiesige Hof hat eine siebenwöchentliche Trauer um dcn König Karl Albert i of

In Folge der in Genua stattgehabten Konflikte, tie übrigens nur vereinzelt stattgefunden und auch bereits gänzli beigelegt wurden, erließ General Lamarmora einen Tagesbefehl, in welchem er erklärte, daß solche Reibungen, die so häufig die bittersten Fol- gen nach sich ziehen, aufs ernsteste vermieden werden müßten. Die Soldaten hätten im Felde zu viele Beweise von Tapferkeit ge- geben, als daß sie, um ihre Ehre unbefleckt zu erhalten, niht allen Anlaß zu Streitigkeiten vermeiden würden.

Rom, 11. Aug. (Lloyd) Die römischen Blätter melden, daß der Papst die Munizipalitäts-Deputation in Gaeta empfangen und Über seine Absichten vollkommen beruhigt hat.

In Rom befindet sih cine französische Garnison ?von] 21,000 Mann, und andere 8000 find in der Umgegend kantonirt. Wie wir aus einem Befehle des spanischen Generals erschen, zeigt sich in der Bevölkerung ein schr feindseliger Geist. Einzelne Scl- daten werdên meuchlings angefallen , die Verordnungen des Mi= s ena werden von den Straßenecken herabgerissen und be-

jimpft. Die Regierungs - Kommission erlicß heute ein Dekret, nah welchem der Zwangscours der Noten der römischen Bank für die emitirte Summe von 1,500,000 Scudi während der Zeit des lau- fenden Jahres aufrechterhalten wird. ;

Gaeta, 2. Aug. (Franz. Bl.) Der amerikanische Ge- sandte, dex mit der „Constitution“ angekommen, hat den Papst und den König von Neapel besucht; sie erwiederten den Besuch.

Neapel, 9. Aug. . (Lloyd) Schon vor einigen Wocheu wurde ein bevorstehender Ministerwechsel angekündigt. Derselbe ist ‘auch in dcm angedeuteten Sinne eingetreten. (S. das gestrige Blatt des Pr. St. A.) Zwar fehlen darin noch der Duca Servaca- priola (oder Graf Ludolf) und der Baron Petiti, aber das Mini- sterium ist auch noch nicht komplettir. Ganz ausgeschieden sind: Cavaliere Francesco Paolo Bozzelli, welcher das Ministcrium des öffentlichen Unterrichts u. st#. w. hatte, und dessen Einfluß hervor- stehend war in seinem cinstigen Carbonarismus und der Secrctair= haft kei Ma zini, ferner Ruggiero (auch ein Francesco Paolo)

aus dem Dikasterium der Finanzen, der auch wenig oder gar nichts mehr von sciner Färbung von der Giovine Italia an sich hatte und nun wohl zu sciner Advokatur

zurückehren wird; ferner Niccola Gigli, vom Justiz-und Gnaden-= Ministerium der sich, wie billig, mehr um die Justiz, als um Politik und Parteifarbe kümmerte, und endlich der Principe Torello ; ein ziemlich freisinniger Mann von der Agrikultur, dem Handel und der geistlihen Angelegenheiten ; ferner der Principe Cariati, vom Miz= nisterium des Auswärtigen, und Raffaele Longobardi, vom Innern, Beide ziemlich pronunzirte Royalisten, so wie Principe Jschitello, jener Principe als Minister - Vorsißender. Dagegen sind zu dem neuen Ministerium bis jeßt ernannt: als Hauptperson Cavaliere Giustino Fortunato, für die Finanzen und die Minister-Präsident-= chaft, eine sogenannte Finanz-Kapazität , ziemlih pronunzirter Royalist, der wohl nicht viel vom Constilutionellen hält ; fürs Justiz= und Gnaden - Ministerium Cavaliere Longo= bardi, ein mehr abstoßender als anziehender Charakter, der sich jedoch einem royalistishen Kabinette eben \o gut, als einem constitutionellen und liberalen anzupassen sucht, wie sich die Dinge fugenz Cavaliere Ferdinando Troja für die geistlichen An- gelegenheiten, er ist ein Jurist, aber nicht mit dem früheren Mini- ster gleichen Namens zu verwechseln, zuleßt functionirte er als Prä- sident des Civil - Appellhofes z für Krieg und Marine der Principe Minister d'Jscitelli, ein ganzer Royalist und halber Minister, die andere Hälfte liefert die Majorität dazu; für das Innere der Com- mendatore d’Urso (Don Pietro), der vorher Präsident des Ober- Rechnungshofes und auch schon früher auf kurze Zeit Minister war, mchr ein tüchtiger Geschäftsmann, als ein Staatsmann, und sicher mehr Royalist, als irgend etwas Anderes im politischen Glau- benz für das Ministerium des Auswärtigen (einstweilen) Giu stino Fortunato, worin ihm denn wohl über kurz oder lang einer der beiden Obengenannten (Serracapriola oder Ludolf) folgen wird ; für den öffentlichen Unterricht, Arbeiten u. \. w. einstweilen Ferdi- nando Trojaz und für den Handel, Ackerbau 2c., prov, Commen- datore Pictro d’Urso. Was dem neuen Ministerium noh einen entschiedeneren Charakter (den royalistischen) verleiht, 1jt die Ent- fernung mehrerer freisinniger oder dem starken Royalismus we= nigstens cntgegengeseßter Direktoren in den Ministerien, namentli im Dikasterium des Auswärtigen, im Innern , der Justiz, wosür royalistischer Gefärbte eintreten. il Der König, welcher vorgestern hier angekommen is, wird heute Abend wieder nah Gaeta zurückgehen. Vorgestern ist der General Filaugieri, Oberbefehlshaber und Alterego in Sicilien, der nux vor kaum vierzehn Tagen nah der Insel zurückgekehrt war, vom Tele- graphen nah Gaeta berufen worden, wohin er wohl heute oder morgen direkt von Palermo abgehen wird. : Die Verhaftungen auf der Jusel, hier und in den Provinzen, dauern noch immer fort, und daß dieselben nach einem sehr allge- meinen repressiven Geiste geleistet werden, geht auch aus einigen! Quiproquos hervorz es besinden sich darunter Republikaner von 1799, und sogar einige, die hernach bewiesen haben, daß B der Zeit, die ihnen als Anklage angehängt sei, nur erst resp. sie fie at, neun und zehu Jahre alt gewesen wären, wo fie, wie

argumentiren, wohl noch uit für die Republik, noch wider das Königthum hätten kämpfen können. j