1849 / 255 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

stabe, dem Major von Wangenheim vom 29sten Infanterie- Regiment, dem Major und Flügel - Adjutanten von Hiller, dem Hauptmann von Boyen von der Adjutantur, dem Hauptmann von Bergh von der Adjutantur und dem Hauptmann von Gö- ben vom Generalstabez Des Großkreuzes des Ordens voi ZähringerLö wenden General-Majors von S.ch.ack, von Br um, vonCölln und dem Major Prinzen Al exandex zu Solms - Braunfels, Commandeur des Zten Husaren - Regiments ; De s Commandeurfkrenzes mit dem Stern des Ordens vom Zähringer Löwen dem Obersten von Brandenstein, Com- “andeur des 38fíten Infanterie-Regiments; des Commandeu r- freuzes mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen dem Obersten von Scheel vom Jngenieur-Corpsz des Commandeur kreuzes des Ordens vom Zähringer Ls wen dem Major von Hiller, aggregirt dem 1sten Garde-Ulanen- (Landwehr=-) Regiment, dem Major 3. D. von Ste cchow, dem Intendantur - Rath Loos von der Intendantur des Garde - Corps und dem Gencxal - Arzte Dr. Richter vom General - Kommando des Sten Armee-Corps: des Ritterkreuzes mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen dem Hauptmann Jas c obi von der Adjutantur, dem Rittmeister von Bor stell von der Adiutantur, dem Premier = Lieutenant Röhmer vom Ingenieur- Corvs, dem Premier - Lieutenant von Reichenbach vom 2sten Infanterie-Regiment, dienstleistenden Adjutanten bei der 5ten Di- vision, dem Seconde-Lieutenant Laube, aggregirt der Aten Artille- rie-Brigade, dem Seconde-Lieutenant Prinzen von Croy-DÜl- men vom Regiment Garde du Corps und dem Justizrath Schlit t e, Auditeur der bten Division; des Ritterkreuzes des Ordens vom Zähringer Löwen den Seconde-Lieutenants von Wrede vom bten Ulanen=, Follrihs vom 16ten Infanterie - Regiment, Bor ck vom Zten Bataillon (2en Berlin) 20sten Landwehr-Regiments und dem Seconde - Lieutenant Brandt vom reitenden Feldjäger- (Corps,

Stettin, 15. Sept. (Ofstsee-Ztg.) Ihre Kaiserl. Hoheit die Frau Großfürstin Helene is heute am Bord des „Wladimir“ nah St. Petersburg abgereist.

Hesterreih. Wien, 14. Sept. Der Wanderer meldet: „Wir vernehmen, daß Se. Majestät der Kaiser der Eröffnung der Cisenbahnstrecke von Cilly bis Laibach wegen der gehäuften Negie- cungsgeschäfte nicht beiwohnen wird.“ ImLl o y d liestman: „In Folge von Unpäßlichkeit hat der Kaiser sich'entschlossen, der Eröffnung der'Eisen- bahn von Cilli nach Laibach nicht beizuwohnen. Wir hören, daß der Erzherzog Albrecht Se. Majestät bei jener Feierlichkeit vertreten wird. __ Aus Innspruck vom lten wird uns mitgetheilt, daß Se. Ma jestät der Kaiser Ferdinand die Reise nach Prag wieder verschoben hat und der Tag, an welchem dieselbe stattfinden soll, noch nicht fest geseßt ist. Vorgestern sollte Jhre Kaiserliche Hoheit die Erzherzo- gin Sophie mit dem Prinzen Ludwig sich über Vintschgau nah

Meran und Boten begeben, um Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Erz- herzog Rainer einen Besuch abzustatten. Die Erzherzogin gedenkt am 18ten wieder in Innsbruek zu sein und am Wsten die Rückreise nach J\{l anzutreten. : __ Die Wiener Ztg. meldet folgendes Nähere übcr Radetzky's Empfang in Wien: „Se. Majestät hatte zu bestimmen geruht, daß Der Feldmarschall Graf Radebky sein Absteige - Quartier in der Kaiserlichen Hofburg erhalte und demselben alle für ‘den komman- direnden General vorgeschriebenen Ehrenbezeigungen, sowohl in de1 Burg, als auch von allen Wachen in der Stadt, zu leisten seien. Auch hätten {ämmtliche Generale der Garnison den Feldmarschall bei der Ankunft am Bahnhofe zu empfangen und ihn in seine Wohnung zu geleiten. Der Herr Feldmarschall Graf Radcbky traf nun gestern eine Viertelstunde vor 12 Uhr Mittags auf der MWien-Gloggnißzer Eisenbahu mittelst eines Seperattrains hier ein, wurde auf dem Bahnhofe von dem Oberst-Stallmeister Sr. Majestät, Herrn Oberst von Ritter, dem Herrn Minister-Präsidenten Fürsten von Schwarzenberg, den Herren Ministern des Jnnern und des Krieges, dem Herrn Civil- und Militair - Gouverneur Freiherrn vou Wel- den, dem Ban Feldzeugmeister Freiherrn von Jellachich, der ge sammten Generalität und cinem Ausschusse des Gemeinderathes feierlih empfangen und von dem anwesenden Publikum mit unbe {chreiblichem Jubel begrüßt. Der Einzug des Hochgefeierten glich, um ihn mit einem Worte zu bezeichnen, einem Triumphzuge. Jm Wagen, in welchem der Marschall fuhr, befanden sich der Herr Minister - Präsident, der Herr Kriegs Minister und der Herr Frei herr von Jellachich, Ungeachtet das Ercigniß die Bewohner Wiens unvorbereitet überrachte, waren die Straßen der Vorstadt Wieden und der Stadt, durch welche der Marschall fuhr (Favoritenstraße, Kärnthnerstraße, Graben, Kohlmarkt), mit Teppichen, Blumen, Bü- sten und Draperieen festlich geziert und troß des eingetretenen Regenwetters von einer ungeheuren Menschenmenge erfüllt,

welche ihrer Verehrung und ihrem Enthusiasmus die un- verkennbarsten Aeußerungen gab und den Wagen des Feld

marschalls mit Blumen und Kränzen überschüttete, Es war ein Festtag für die Wiener, dessen Erinuerung in ihrem Ge dächtnisse fortleben wird. Der Herr Feldmarschall stieg in der Kaiserl, Hofburg ab.“ Der Llo y d berichtet noch ferner: „Gestern Abend fand eine große Nachtmusik vor den Fenstern der Gemächer des Feldmarschalls Radeßky statt, bei welcher ein großes Musik-Corps und der Mán ner - Gesangverein mitwirkten. Endloser Jubel erscholl, als der ge feierte Mann sich seinen Mitbürgern zeigte. Die Hauptstraßen der Stadt waren glänzend beleuchtet, und troß Des niht schr günstigen Wetters wogten große Menschenmassen dur die erleuchteten Gas- sen,“ Dasselbe Blatt \chließt die Betrachtungen Über die Auf nahme, welche Radebky bei der Bevölkerung Wiens gefunden, mit folgenden Worten: „Niemand wird uns von jebt an überzeugen fonnen, daß eine Bevölkerung, der momentane Verblendung ein fo trauriges Blatt in der Geschichte geschrieben hat, andere Gedanken hegte, als die auf Erstarkung und Kräftigung der einheitlichen österreichishen Monarchie zielen. Niemand wird uns den Glauben aufdrängen, daß solhe Töne des Empfanges dem Manne entgegen Ae dessen Auge die Einheit und Größe des Vaterlandes erblickte, R B ihm son die Todtenbahre bereitete, daß ein sol C A A lebendigste Ueberzeugung in sich aufgenommen Uebex R D E Desterreith für immerdar ! als authentisch A Main B s 00 P 5, September, zehn Uhr Abends vatirtèn O liche M {H o q hat Klapfa wahrscheinlich von dem T R Bs gezwungen, auf die Aufforderung des Me | | i Pepe er ranorei Vas eintrete fe (ses, Daran, Hana den Waffenstillstand auffündete und seit Âten vit «am, en] . DL, ; E L A i zen dem Belage- rungs=-Corps und der Besahung der Kriegszustand eintrat Die vielen Deserteure, welche täglich aus der Festung Laie e Sbles von der Muthlosigkeit und Uneinigkeit, wel@he in ver Festung bert@ en Die Belagerungs-Truppen bestehen aus der Brigade Sablenowdt: C Barco, Teuchert, Lederer, Chizzola, Liebler} Palt, aus der Reserve unter Feldmarschall-Lieutenaut Burits und aus dem russischen Corps des General-Lieutenants Grabbe, welcher am 6teu eintraf, Die Ge= sammtstärke beträgt über 50,000 Mann, die vom besten Geiste be-

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seelt sind. Feld=Zeugmeister Nugent ergreift ænergische Maßregeln und hat nun im Maße Gelegenhett, sein großes Talent gel- tend zu mathen.““ Der Lloyd fügt ‘hinzu: „Nachdem in dem jüngst zu Komorn abgehaltenen Festungsrathe mit großer Stimmenmehr- heit die Vertheidigung der Festung „bis auf den leßten Mann“ beschlossen und sämmtlichen Offizieren das Austreten oder Ber- bleiben freigestellt wurde, sollen si se{chzehn bis zwanzig Offiziere, worunter zwei Drittheil Kaiserliche, bei der Cernirungs-Aumee be- reits gestellt haben,“

_Im LloyD heißt es: „Man berechnet, daß die ungarischen Jusurgenten im Ganzen gegen drittehalbtausend Kanonen im Felde und den Festungen, wie auf den Dampfschiffen, gehabt haben. Durch die gefangenen Magyaren wird die österreichische Armee ohne Rekrutirung auf einen Stand von mehr als 600,000 Mann ge- bracht werden. Oesterreich steht also nach dem „Kriege viel mäch- tiger da, als vor demselben, und anstatt durch den blutigen Kampf geschwächt zu werden, geht es gestärkt aus demselben hervor.

In demselben Blatte liest man: „Die Offiziere des Rü-=- digerschen Corps sollen sich ungarische Sprachlehrer angeschast haben uud wollen ungarisch lernen, senden zugleich an die Lofkal-Beamten ungaris verfaßte Weisungen, da sle zum Besatzungs - Corps be- stimmt, wie sie sagen, in Ungarn sich afflimatisiren wollen.“

Mit Bewilligung des Handels - Ministeriums ist der tarismä- ßige Güterfrachtsaß für den Rest der diesjährigen Schifffahrt von der Direction der Donau - Dampfchifffahrts= Gesellschaft auf Der ganzen von den Dampfern dieser Gesellschaft befahrenen Strecke, mit einziger Ausnahme der Route Linz -Wien und dev direkt nach Kostantinopel aufgegebenen Güter, ohne Unterschied der Waaren-= gattung um 25 pCt. erhöht worden, Eben so wurde für dieselbe Zeit bei den alla rinfusa Gütern auf der Theiß -= und Save-Linie dex bisherige ermäßigte Frachtsaß aufgehoben und dafür der ge wöhnliche Frachtsaß (ohne Zuschlag der 25 pCt.) eingeführt. Fer- ner tritt diese Erhöhung um 25 pCt. bei dem Borstenvieh-Trans- vort ein, wobei der Tarifsaß vom Jahre 1848 zu Grunde zu legen

ist, Der Passagier - Tarif bleibt unberührt.

Triest, 11. Sept, (Lloyd, Hier ist folgende Bekanntma- hung erschienen :

„Die siegreichen Thaten der Armee haben die eitlen Versuche der Re- volutions - Partei sowohl in Ungarn, als au in Jtalien besiegt, Die Stürme haden aufgehört, in unserer Nähe zu wüthen, der kricgerische Don- ner der Kanonen ershreckt uns nicht mehr durch seinen dumpfen Wiceder- hall, der Fricde und in seinem Gefolge der Frohsinn , die Kraft und der Wohlstand lächelt wieder unserem schönen Vaterlande. Mit Vergnügen sehe ih mi daher veranlaßt, den durch Bekanntmachung vom 16. März 1849 von Sr. Excellenz Feldmarschall-Lieutenant Graf Gyulaî, damaligen Militair- und Civil-Gouverneur, verhängten Belagerungs-Zustand über die Stadt und das Gebiet von Triest, über die Markgrafschaft Zstrien, über die gefürsteten Grafschaften Görz und Gradiska sammt aller in besagter Kund- machung darüber erlassenen Vorschriften mit dem heutigen Tage aufzuheben, Indem ih nun den politishen Behörden alle von mir fraft des Kriegs- Zustandes ausgeübten Rechte wieder übergebe, kann ih nicht umhin, den- selben meinen besonderen Dank für die freundliche Mitwirkung, wodurch sie meine Ausgabe sehr erleichtert: haben, hiermit auszusprechen. Ein Wort des Dankes muß ich auch an die würdigen loyalen Bewohner Triests und des K listen- landes richten, Ihre Vaterlandsliebe und ihr Sinn für Ordnung und (He- seßlihkeit haben viel Unglück von uns fern gehalten, so daß alle schwachen

Versuche, die Ruhe bei uns zu stören, vollkommen sceiterten, rein und

unbefléckt die Schwelle des großen Vaterlandes geblieben ist, Triest steht von nun an als leuchtendes Beispiel der Treue für alle Zeiten! Kehret

froh zu den nicht mehr gestörlen sriedlihen Arbeiten zurück und lasset mich mit Euch ein begeistertes Lebehoch bringen unserem gnädigsten constitutio- nellen Kaiser, allen seinen Völkern, seiner tapferen Armee und ihren Füh- rern und der schönen allgetreuesten Stadt Triest,“

Die furchtbaren Stürme der lebten blutigen Zeit sind über unsere Häupter hingestrichen ; Friede, Ordnung, Segen war in uns und um uns. Da hat uns denn, damit auch an dieser Stadt nich! ver bittere Kelch ungekostet vorúübergehe, die Cholera heimgesucht. Sie ist schreckhaft heftig seit zwei Tagen aufgetreten, so rapid und meucchlerisch, wie wohl nichk leiht an anderen Orten. Die ersten Spuren, die sich in dem abgelaufenen Monak gezeigt, waren theils unvollstándig, theils kounte man annehmen, daß \{lechte Pflege und Sorglosigkeit Todesfälle veranlaßte, Es griff das Uebel anfangs nur in den unteren Schichten der Gesellschaft ein. Zunächst litt das Militair ; im Militairspital kamen tägli an zwölf Todesfälle vor. Das Militair-Kommando hatte alle mbalicen Präventiv-Maßregeln angeordnet; abgekürzte Exerzier-Dauer, wêrmere Bekleidung in den Nachtstunden, Verwahrungen ernster Art #77 dem Genuß der Früchte, die bei der beispiellosen Billigkeit (z. œanzig Feigen um einen Kreuzer) den gemeinen Mann nur zu verlockden. Da is denn das Uebel au im Civil ausgebrochen. Der erste, Alles konsterni rende Fall war der Tod eines Amtsdvieners, der binnen fünf Stun den der Cholera erlegen. Der gestrige Tag brachte ähnliche Ster- befälle. Menschen, die wir am Abenv sahen, waren am nächsten Morgen verblichen, und eben dieses Berschwinden von der Tafel des Lebens ist es, was so peinlich 1 rft. Es wcht ein Hauch der Sorge und \{chwere Bekümmerniß über Der Stadt. Als eine- wahre Wohlthat erschien eine Kundmachung des Landeschefs Grafen Her berstein, welche dem Publikum Mittel und Rath an die Hand giebt, und vor Allem Muth, v. h. Selbstvertra1 empfiehlt. Diese Kundmachung ist von wohlthätigem EindruE unk Nuten.

Triest, 12, Sept. (Ll) Die Cholera ist nunmehr auch auf den in unserer Rhede ankernden Schiffen ausgebrochen, Ein eng- lischer Kauffahrer, der eben absegeln wollte, verlor acht Personen seiner Bemannung. Die Gattin eincs griechischen Merkan.il-Capi- (ains erstarb in der abgelaufenen Nacht, ebenfalls auf tem Schiffe ihres Gatten. Das Wetter ist häßlih; dicke, schwere Stromluft u. \, w., mit wenig Unterbrechungen starker Regen. Heute wurden 20 Soldaten begraben, gestern 26. Die Straßen haben eine recht eigentliche Leichen-Physiognomie ; allerwegen Priester, Todtentücher, Krauken - Bahren, \{warze Sänften - Träger, T1 auerzüge.« Andere Berichte fügt der Lloyd hinzu vevrsicheru , daß die Cholera blos in den ersten Tagen mit Intensität aufgetreten war, aber chon in der Abnahme begriffen ist.

Bayern. München, 10. Sept. (Nürnb. Korre fp.) Die Parteien in der Kammer beginnen sich nun zu gruppiren ; die rein ultramontane wird die Rechte bilden, an diese wird sich ein rechtes Centrum unter Ober - Appellations - Rath Hopf aulehnen, gegenüber wird sich die frühere Linke in ihrer Mehrheit und Das frühere linfe Centrum mit einigem Zuwachs stellen z zwischen dem rechten unv vem linken Centrum wird sich die Partei Hegnenberg- Lerchenfeld, vie mit dem rechten Centrum des Herrn Hopf nicht gehen will, konstituiren. Zwischen der Linken, dem linken Centrum, der Partei Hegnenberg- Lechenfeld uud dem rechten Centrum des Herrn Hopf hat bereits eine Annäherung in der Art stattgefunden, daß Besprehungen über die Zusammenseßung der Ausschüsse ge- pflogen wurden. Die Linke hatte hierzu die Abgeordneten Pr. Rubner und Boye, das linke Centrum Kirchgeßner und Mayer, die Partei Hegnenberg-Lerchenfeld ihre Führer, das rehte Centrum Hopf und Thíinnes delegirt. Die eigentliche Rechte, die von einer Transaction nichts wissen will, hat sich hierbei nit betheiligt, (S, vie Beilage ves gestrigen Blattes.) Für den Geseßgebungs-

und Finanz - Aus\{huß soll man- sich bereits über die Kandidaten geeinigt haben.

Die Verloosung der Pläve hat stattgefunden, und die Rechte will einen Verfassungs - Eidesbruch in der ‘Nichteirthaltung ‘drr da- dur bestimmten Sibe erblicken. Freiherr ‘von Lerchenfeld hat be- reits früher in einer gemeinsamen Berathung, als hiervon die Rede war, benerkt, daß ‘die angebliche Sthulkd lediglith ihn , -aäls Präsi- denten der vorigen Kammer, treffe, daß er aber dic Sibßsonderung nach politischen Ansichten deshalb für passend gefunden habe -und noch finde, weil die Geschäftsleitung und die Abstimmung dadur sehr erleichtert werde. Nach der Praxis der früheren Landtage muß man wirklich dieser Ansicht beipflihten. Das fortwährende Hin- und Herlaufen, das Her- und Hinüberwirken, das si stets wiederholende Entfernen aus dem Saale zur gesonderten Bespre chung wirkte immer störend und lähmend auf den Gang der Ver handlungen, während, wenn die Parteien auf einem Fleck fißen und sich da schnell und einfa über einen Inzidenzpunkt verstän digen können, dies leicht vermieden wird.

So viel man vernimmt, wird das Programm der Linken, wel hes Fürst Wallerstein verfaßt hat, von dieser in ihrem Klub in Diskussion genommen.

München, 10. Sept. (Bamb. Ztg.) Die Wahl des Gra- fen Seinsheim zum ersten Kandidaten für die zweite Prásidenten- stelle in der Kammer der Reichsräthe hat hier allgemeines Aufseher erregt. Da mehrere Reichsräthe der liberaleren Richtung fehlen, so hat die reactionaire Partei dieselbe durcchzuseßen gewußt.

Münthen, 11. Sept. (N. K) Jn der Kommission zun Entwerfung der Adresse auf die Thronrede sind alle Parteien der Kammer vertreten. Bemerkenswerth erscheint, daß die zwei Mitit- glieder, welche der linfen Seite des Hauses angehören, Boye und Kirhgeßner, die meisten, ja fast alle Stimmen erhielten, das Mit glied der Rechten , Ruland, dagegen die wenigsten, überhaupt nur zwei Stimmen mehr als die absolute Majorität; die übrigen Kom missions-Mitglieder alle (nur von Dr, Jäger ist dies nicht ganz be stimmt) gehören dem Lerchenfeldschen Centrunmt an. Morgen sollen die Ausshußwahlen beginnen, und zwar beabsihtigt man, jeden Ausschuß soglei aus 9, statt aus 7 Mitgliedern zu bilden. Eine neue Geschäftsordnung für die Kammer der Abgeordneten ist vont Ministerium ausgearbeitet worden und liegt zur Borlage an die Kammer bereit. Die Kammer der Reichsräthe ist so eben gleich falls mit den nöthigen Kommissions-Aus\chußwahlen beschästigk.

München, 12. Sept. (A. Z.) Die Kammer der Abgeord neten begann heute Morgen in geheimer Sibung die Vildung ihrer besonderen Ausschüsse. Mit zweien derselben (cs sind 1m Ganzen sechs) is sie bis Mittag fertig geworden. Ss En nämlich ge- wählt: 1) in den Geseßgebungs-Auss{huß b& [24 Dotanten: Ap pellationsgerichts=Dircktor Breitenbach mil 123, Richter Boyé mit 120, Nvvofat Paue, mit 117, Appellattons go S irettor Betg. mit 116, Advokat Kirchgeßner mit 112, Landrichter Fink mit LOS, Advokat Rudhard mit 88, Appcllationsgerichts-Direktor von Wening e 28 Friedensrihter Prinz mil 05 Stimmen ; 2) in den Steuer (Budget-) Ausschuß bei 126 Votanten: Kreis - Kassirer NRebenack mit 122, Kaufmann Neusser mit 121, Professor von Hermann und Kaufmann Langguth mit 117, Domkapitular Thinnes mit 1412, Freiherr von Lerchenfeld mit 109, Rentbeamte Weber mit 108, Rentbeamte Oettl mit 72 und Gutsbesißer von Koch mit 64 Stimmen. Diese Wahlen haben wiederum Mitglieder der Linken und des Centrums, leßtere jedoch in der Mehrzahl zusammengestellt. Mit der heute Abend fortgeseßten Wahl des dritten Ausfchusses

für Gegenstände der inneren Verwaltung sind die Abgeord neten nicht zu Ende gekommen. Nur sechs Mitglieder erhielten Die absolute Majoritát, nämlich : Bürgermeister von Steinsdorf, Land fommissariats-Aktuar Scharpf, Stadtpfarrer Schniblein, Advokat Burkhart, Bürgermeister Forndran und Rentenverwalter Hirschber ger. Der zweite von den Gewählten gehört der Linken an. Die Linke ist heute mit Feststellung ihres Programms zum Schlusse ge-= langt, vie gemäßigte Fassung desselben soll mehrere Mitglieder der früheren Linken von der Unterzeichnung abgehalten haben,

Baden. Mannheim, 13. Sept. (D. P 2) Die längst erwartete Ankunft des Prinzen von Preußen erfolgte heute Vormittag um 10 Uhr, nachdem dieselbe gestern Abend vom Ge- meinderath offiziell bekannt gemacht worden war. Der Prinz wurde im Eisenbahuhofe vou einer Deputation des Gemeinderaths und der Büreau-Chefs empfangen und demselben in furzen Worten, da der erste Bürgermeister Reiß gerade abwesend war, von dem zwei ten Bürgermeister Karl Nestler der Dank aller gutgesinnten Bür ger für die glüliche Pacifizirung Badens dargebracht; hierauf verfügte sich Se. Königl. Hoheit in Begleitung der De putation in den Shloßhof, wo er den versammelten Ge meinderath in ergreifenden Worten anfeuerte, das Seinige u thun, um die 0 tiey ersurierte Ordnung und Sitt- lichkeit in dem engeren Vaterlande dauernd aufrecht zu halten und auf gesebzlichem Wege dadurch die so lang ersehnte Einheit Deut\ch lands zu erzielen. Nach dieser Ansprache und einigen verbindlichen Rorten an den badischen Major von Porbec, der das 1ste Bataillon des 4len Jufanterie-Regiments in Schleswig-Holstein kommandirte, ritt der Prinz zur Abhaltung der Parade und begab sih hierauf nach dem Eisenbahnhof, um in Gesellschast der vorerwähnten Sm- pfangsdeputation ein Frühslück einzunehmen und hierauf feine Reise nach Karlsruhe fortzuseßen, L ieses geschah vermittelst eines

Extrazugs.

Karlsruhe, 12. Sept. (2) Dielen Vormittag begab sich eine Deputation der biesigen Bürgerwehr, bestehend aus dem Vber sten Gerber und einigen Offizieren und Wrehrmännern, zum Groß herzog, um ihm den Dank der Bürgerwehr auszusprechen sür Die vielen Beweise von nerkennung, welche der Großherzog der BUr gcrwehr zu Theil werden ließ, _und namentlich wieder durdh ven neuesten Tagesbefehl, worin die Fahnen der Bürgerwehr mit denen des Lnien-Militairs gleichgestellt werden, an den Tag legte. Se. Ksnigliche Hoheit nahm die Deputation sehr freundlih auf und versicherte sie neuerdings seines besonderen Wohlwollens. Er habe während seines Aufenthalts im Auslande die karlsruher Bürger wehr oft loben hóren, und stets habe es ihm wohlgethan, wenn er an seine treuen karlsruher Bürger gedacht habe.

Karlsruhe, 13. Sept. (Karlsr. Ztg.) Se. Königl. Hoheit der Prinz vou Preußen ist heute Mittag um halb 2 Uhr von Frank furt hierher zurüdgekehrt. Eine Stunde später sind Se. Fra, Hoheit der Großherzog von Medcklenburg Schwerin und dessen Bru=- der, des Herzogs Wilhelm Hoheit, in Begleitung Ihrer Durthlauch- ten der Prinzen Heinrich VII. und Heinrich X1II, von Reuß Shleiz-Köstriß , von Donaueschingen wieder hier eingetroffen. Sämmtliche höchste Herrschaften sind im Großherzoglichen Schlosse

gestiegen. L ane Duré(hlaucht die Erbprinzessin zu Fürstenberg hat sich ge- stern Abend nach Baden zurlickbegeben.

Frankfurt, Frankfurt a, M., 13, Sept, (D, Z,) Bon

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lassen worden. Bahnhofe empfing und Tage folgenden von

nu 2 2 , C Hand die heiligen Schranken geseßzliher Ordnung niederzureißen

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u ihm gehabt habe, dur die That und dur den unzugänglichen

die hessishen Krieger seit Jahrhundertcn genossen, zu erneuern und fester zu begründen. : hm bewiesene Treue , Tapferkeit und Hingebung in dem (Crtragen

Wilhelm.“

em kürzli aus Baden nah Hanau zurüägekehrten 3ten turhessl- chen Infanterie-Regiment sind 400 Maun jofort zur Reserve ent- 3 Der Kurfürst, welcher das Regiment am hanauer in die Stadt führte, hat noch an demselben Philippsruhe datirten Tagesbefehl erlassen :

Bei ver Rükkehr des 3ten Infanterie - Regiments aus dem wunmebr beendeten Kawpfe gegen diejenigen, welche mit frecher

ind, der \{nödesten Selbstsucht huldigend, namenloses Leid über as gemeinsame Vaterland zu bringen suchten, gereiht es mir zur \esonderen Freude, dieses brave Regiment persönlich zn begrüßen ind ibm sagen zu- können, daß es das Vertrauen, welches ih stets

ckinn für alle Verführungsfkünste vollständig gerechtfertigt, und daß 3 wesentlich dazu beigetragen hat, den chrenvollen Ruf, welchen

Jch danke deshalb dem Regiment für die von

Entbehrungen und Beschwerden. Friedri ch

mannigsacher

E « ; WyislarnD.

Hesterreich. Pe r 11 O (L) Dir erste Wohlthat, die ir den Handel und Verkehr dur die Capitulation Peterwardeins ent= den, is die von Stunde zu Stunde rascher sich gestaltende Com nication mit der unteren Donau. Bereits zeigt die Haupt Agentie ver Dampfschifffahrts Gesellschaft an, daß das erste Dampf

ot von Pesth nach Semlin, mit Berührung von Essegg und Ti

tel, übermorgen, am 13ten d. M., Morgens 6 Uhr, von hier ab D , « Jehen wird. | N Gy T: A . : a: Bl L M x N S ES ga l Fn Betreff Komorns is zu benachrichügen, daß Klavyka sich | nicht in Dotis gestellt hat, sondern blos aus der Festung fagen licß,

daß er krauk sei und ohne allen Einfluß auf den dortigen Kriegs Bette befinde.

Der Finanz-Minister Kossuth?s, Herr Duschek, befindet sih in Ofen auf freiem Fuße. Man erzählt jeßt verschiedene Anekdoten n diesem Manne, der im Rathe der Junta in einem fort oppo- ( oll und sich von Privaten, die ihre Aufwartung mach

hat mit dem Titel „Minister“/ aureden lassen. ht hier stark das Gerücht, daß einige Mitglieder der Fa ) den Plan gefaßt haben, gegen"Görgey, der den Grafen

L E Fi nal) id) 1m

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Dedén Zichy im Oktober v. J. auf der Insel Csepel standrechtlich

(ut hinrichten lasen, einen Kriminal Prozeß anhängig zU nalen. 14, September, Die heutige Agr. Ztg. bringt fol

n General - Befehl :

Excellenz der Herr Landes - Kommandirende, unser hochverehrte sorgsam bedacht für das Wohl dieses Ihm so theuren Landes, will zu Ende geführtem Kriegszustande in Uugarn, nicht länger die so ig in den verhänguißvollen Zeiten der Noth und Gefahr zur Ver- Vaterlandes aufgebotenen Kräfte den Familien und dem niziehen. Hochdersclbe \äumt daher nicht, mit seiner Verordnung 3 vom 30. August 1849 zu verfügen , daß alle kroatisch-\lavoni- 3-Bataitlone: als die fünf kroatischen, die beiden Poczeganer,

: rezaner Bataillon, so wie die Topolovecer Scerezaner- btheilung 1 woilt aufgelöst und sämmtlich ihren früheren Verhält- issen zugeführt werden mögen, Se. Excellenz trägt mir bei diesem An- den gesammten Herren Offizieren und der Mannschaft dieser iförper den aus seinem warmfühlenden Herzen hervorsprin- nd die volle Würdigung und Anerkennung ihrer in den Ta- n de edrängniß für Kaiser und Vaterland an den Tag gelegten patrio- jen Bestrebungen und mit deu Waffen geleisteteten Dienste auszudrücken,

Excellenz wird es sich uicht erlassen, die Hingebung, mit der diese Na- pen, keine Mühseligkeiten sheuend, unverdrossen auch die beschwer- Dienste verrichteten, zur Kenntniß Sr, Majestät dcs Kaisers zu und Se. Excellenz behält sih es vor, nach Thunlichkeit auf jene nal - Offiziere bei diesen Landes - Bataillons eingetheilt gewesenen velche sich dur ihre dem Vaterlande gewidmeken Dienste besonders emerfbar gemacht haben, seiner Zeit Rücksicht zu nehmen. Die Bataillone, elche in der Brigade des Herrn Oberst von Mihich stehen, werden nach 1 Marschplane, wonach täglich nur ein Bataillon acseßt wird, von ihrer gegenwärtigen Dislocation nach ihrem en Errichtungsplaze aufbrechen; dort angelangt, aufgelöst, die ix, Nüstung und Munition gehörig übernommen und Alles usern abgeschickt, mit welhem Tage der Auflösung auch tie

aufhört Ie f

m von 1m zu erlassenden

Î Herren Bataillons-Kommandanten haf- 1 mir für die tadellose Haltung der unterstehenden Truppe bis zu dem lebten Augenblicke für die regelmäßige Auflösung und für die Sorgsamkeit bnabme der ärarishen Armatur und Nüstung, damit sie gehörig t, von einem Herrn National - Offizier übernommen und von den onen nach Karlstadt, von den Poczeganern nach Essef abgesührt, den doutigen Zenghäusern ordnungömäßig

11) C ( A CTPHILeaunag

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q i MNarsnann nittelt BOorpann

1681

sein Ministerium wieder angetreten (während seiner Reise erscbte ihn Lanjuinais), wird von den Zeitungen in fehr verschiedenem Sinne besprochen, Die «einen klagen ihn des Jesuitismus an, r 6leibe im Kabinet, um alle Thätigkeit im freien Sinne zuhemmen, er bilde gleihsam eine Barrikade gegen jeden Fortschritt, und von Gaeta aus sei ihm schon eine Absolution für sein Verbleiben in Gesellschaft der Sünder geworden. Die Union meint dagegen, der Prásident habe seinem Briefe bereits jeden politischen Charak

ter genommen und \solhe Erklärungen gegeben, die nothwendig Herrn von Falloux hätten befriedigen müssen. Die Gazette de France bemerkt über das Verbleiben des Unterrichts - Ministers in einem Kabinet des Tiersparti, derselbe habe eigentlich nie den

Legitimisten angehört, er gehöre, ben so wie Herr von Montalem-

bert, der fatholishen Partei an. Das Journal des Débats erklärt, daß fein Mitglied des Kabinets dem Journal Patrie die Mittheilung über Falloux und den Brief des Präsidenten gemacht. Dies sei eine allbekannte Thatsache. Dem Ge

ruht nach wäre die Mittheilung vom Elysée ausgegangen.

Die Assemblée Nationale hâtte gern gesehen, wenn Herr von Falloux aus dem Ministerium geschieden wäre. Doch er bleibe und

müsse seine Gründe haben, wenn er si über die in den Moni

teur eingerückte Note- zusrieden gebe. Der Constitutionnel behauptet durchaus, die Briefangelegenheit sei ohne Bedeutung ; es sei nur eine List, um die gemäßigte Partei zu spalten, Daß gewisse Organe ein so lautes Geschrei darüber erhöben. Die Union meint, sie habe stets Recht gehabt, wonn sie behauptet, eine wahre Vereinigung könne nur bei Uebereinstimmung der Prinzipien statt

finden. Bilde man eine lünstliche Einigung, so könnte es leicht dahin kommen, daß, während der größere Theil der Majorität aus Mánnern der Rechten bestehe, die Regierung ein Propaganda in ver Politik befolge. Die Opinion publique warn! die Jta

liener, sich nicht von einem Handbillet Louis Bonaparte's täuschen zu lassen, wie es ihnen mit Lamartine’s Worten ergangen sei. Das Siècle sagt, Frankreich müsse entweder den Präsidenten laut desgavouiren oder seine Worte unterstüßen, und {ließt mit der Nothwendigkeit, daß die Kammer zusammenberufen werden müsse: “Die permanente Kommission soll entweder cine gefährliche Kühn

heit oder einen elenden Widerruf begünstigen. Vielleicht wird sie diplomatish handeln. Rufet die Kammer zusammen, oder man wird sagen: Euer Interesse erheischt Unordnung und Verwirrung. Ja, man wird noch weiter gehen , von einigen Leuten wird man sagen, sie seien Schauspieler, und andere Handlungen wird man Schauspiele nennen.“ Die Patrie meldet, die permanente Kom

mission, die sich gestern versammeln sollte, werde, wie es scheine, erst gegen Ende des Monats zusammentreten, wenn nicht etwa Umstände eine baldigere Versammlung nöthig machten. Das Siècle findet dies irouisch. Das Evenement fagt, BDerv von Falloux habe die Diskussion über die Zusammenberufung der - Kammer in der permanenten Kommission aufgeschoben. Ueber 50 Deputirte von Bedeutung sind dieser Tage nach Paris gekommen, um sich mit einander zu besprechen. Man nennt unter ihnen Broglie, Thiers, Molé, Piscatory und Berryer. Sie kamen angebli dahin überein, die weitere Entwickelung der Dinge abzu=

warten. Man sagt auch, die Regierung hätte sich an mchrere Prä- laten gewendet, um sie mit einer Mission an den Papst zu beauf

tragen z sie sollten ihm eine versöhuliche Politik anrathen ; Niemand aber habe die Missson annehmen wollen. Die Assem lee A

tionale fémmt von ihrer Änsicht zurü, als sei Dufaure der lir=- beber oder Veranlasser des vielbesprochenen Britfes des Präsidenten. Sie will wissen, der Präsident übernehme die Verantworllichkeit des Briefes, der die französische Politik niht im geringsten ver

bindlich mache. Eine Note in diesem Sinne sei an alle Hófe und an den Papst abgegangen.

Das Siècle giebt eine Rundschau über die General-Conseils, „Die Entschlüsse““, sagt es, „welche die General-Fonseils als Wäch ter über Paris einsezin wollen, mehren sich. Das General-Conseil des Departements der Rhonemündungen hat sein Bürcau beauf tragt, es, wenn es nöthig ist, zusammen zu berufen. Das der Cha rente hat einer Kommission denselben Auftrag gegeben; das des Morbihan hat seine Ehrenverpflichtung erneuert, sich proprio motu

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zu versammeln, wenn die Ordnung in Gefahr ist. Das Departe

Conseils das Recht gebe, falls der Feind die Provinz von der Cen tralgewalt trenne, oder wenn die Regierungsform ungeseßmäßig ge &«udert würde, als Departemental - Versammlungen zusammen e Un U ode Wohl des Landes zu wachen. Die Deux =- Sevres wollen, daß, falls in Paris ein Hand streich stattfände, die vereinigten General - Conseils unver4üglich eine transitorisce Departemental - Regierung einsezen foll ten. Morbihan i} gleiher Ansicht. Das General

der Ardennen meint, daß unter gewöhnlichen Umständen das

geben werden mögen, Agram, 6, Sept. Loro nini, Feldmarschall- utena! E, 4 Q (Bufow.) Wie wenig man den ¡tionalitáts - Bedürfnissen ver Bukowina zu entsprechen geneigt ist und wie sehr man die dem Kronlande Bukowina gewährleistete

L talionalität außer Acht seßt, haben wir in den leßtcn Tagen bei der Besezung zweier Lehrerstellen an der hierortigen Volksschule eriahren. És liegt im Wunsche der Regierung , daß die an den ukowinger Volksschulen bestellten Lehrer nebst den übrigen Cigzen=- chaften auch die romanische Sprache vollkommen in ihrer Macht

in den diesfälligen Konkursen ausdrütlich bedingt ist z dessenungeachtet sollen für die crwähnten zwei Lehrerstellen mit Ueber ehung mehrbefähigter Juvividuen nur solche Kandidaten in Vor

Ida Ac MT WMOTDeN Jen , Deni Le romanische Sprache ganz

alie ma Lili 1h

ckicheren Nachrichten zufolge, sollen die russischen Huülfstrup=

ebenbürgen hicr eintreffen. Es wird blos in Bistrib rvie-Negiment als Besaßung zurückbleiben.

Venedig, 9. Sept, Die hcutige Gazzeta di Benezia enthált folgende Kundmachung: „Da die Ursache, weswegen die zur Provinz Venedig gehörenden Distrikte der politische1 Admin1-= stration anderer Provinzen untergeordnet wurden, jeßt zu bestehen aufgehört hat, so wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß die frühere Ausdehnung der Jurisdiction der Provinz Bene dig, vom Tage dieser Veröffentlichung angefangen, in ihrem gan Mad Umfange wieder zu bestehen hat und ‘dahéèr auch die politische ckministration aller ihrer Bezirke wie früher der K. K. Delegation und Provinzial-Congregation von Venedig untergestellt wird, Die retung aller gerichtlichen und Kameral=Angelegenheiten wird dem gemaß von den ftompetenten Behörden wieder übernommen werden, Venedig, 31. August 1849, Gorzkow ski, Civil - und Militair Gouverneur von Venedig, Kavallerie General m (ata :

_ Frankreich. Paris, 12. Sept, Die Zeitungen melden, daß Vudinot gestern in einer langen Unterredung mit dem Präsi- denten und spâter in einer Kabinets - Sihung náhere Aufklärung übey die Gesinnungen des Papstes gegeben habe, und einige Jour: nale wollen wissen, er hätte den Papst als versöhnlich geschildert. Die gestrige Meldung des Moniteurs, daß Herr von Falloux

Conseil General-Conseil sich nur versammeln dürfe, wenn es von der re gelmäßigen Regierung zusammenberufen würde, daß aber unter außerordentlichen Umständen die Mitglieder der General - Conseils nur das Gese des allgemeinen Wohles zu Rathe ziehen und sich nit kleinlich an die Regeln der Friedenszeit fehren follten, wenn man einen Widerstand gegen die Verleßung der Constitution und vor Allem gegen Angriffe auf die allgemeine fociale Ordnung or ganisiren wolle. Das General - Conseil des Marne - Departements hat folgenden Vorschlag angenommen: „„ „Die Erfahrung während mebr als einem Jahre hat bewiesen, daß die Verfassung, die jet Frankrei beherrscht, für die vollkommene Herstellung der morali chen und materiellen Ordnung, die so stark erschüttert n NOI ausreice. Ohne Stabilität und folglich ohne Einrichtungen , die sie garantiren können , wird das Zutrauen nicht wieder aufleben z es ist also unumgänglich nöthig , im Interesse der Ruhe und des Landeswohls, daß die Verfassung, sobald das regel mäßig geshchen kann , revidirk werde.‘ Der Finanzzustand hat selbst neun weinbautreibende Departements sich günstig für die Ge tránfsteuer aussprechen lassen, jedoch mit der Einschränkung , die

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Härte der Art der Eintreibung zu mildern und sie, sobald dies mög lich, ganz aufzuheben. Ein einziges Departcment, Indre-ct-Loire, hat die vollständige Wiedereinführung der Salzsteuer verlangt. Ei nige sprachen sih für eine Vermehrung der jeßigen Salzsteuer aus, Andere verlangten deren gänzliche Abschaffung; zwei Departements (Cotes du Nord und Indre-et-Loire) verlangten die Wiederecinfüh rung des Zeitungsstempels.“

Ein Provinzial-Journal meldet, daß Felix Pyal vou Lausanne in Genf angekommen sei. Herr Baudin, Volksvertreter, begab sich gestern ebenfalls nach Genf, wo Boichot und mehrere Montagnards sich befinden, i

Am 5. Oktober \oll, der Assemblée nationale zufolge, ein Moniteur de la Montagne, von 60 Deputirten unter stüht, erscheinen. Ledru Rollin wird als ihr Haupt genannt. Zu gleicher Zeit meldet man das baldige Erscheinen eines täglichen Journals unter Marrast's Leitung, welches die Ideen der Mittel- partei Cavaignac?s vertreten soll.

Die Cholera hat in den leßten Tagen sehr abgenommen, Sie läßt auch in den Departements nah. Sie hat in Angers und Tours, wo sie sehr viele Opfer forderte, aufgehört, In Niord, im

Charente und Vendée hat ‘sie jevoch Fontainebleau, obgleich von Departements umgeben, die von der Cholera leiden, it verschont geblieben. „Zm Devartement Seine-Infericure ist die Cholera leider im Fort schret- ten und hat sich auch in Ingouville, bei Havre, gezeigt, wo am

Departement Puy de Dome, Fortschritte gemacht.

14, September 12 Personen starben. Der 4, September war für

Paris und London der Tag dieses Monats, an dem die Meisten starben, in Paris 83, in London 262.

Der Maire von Bordeaux hat die Erlaubniß zu einem Stier-

gefecht ni{cht ertheilen wollen,

Paris, 13. Sept. Das Journal des Débats will be-

stimmt wissen, daß General Rostolan schon vor Bekanntwerden des Schreibens Louis Bonaparte’s an Ney zur -Niederlegung_ seines Postens entschlossen gewesen sei, und zwar wegen der Schwie- rigkeit, seine Autorität als

Oberbefehlshaber mit jener der

päpstlichen Kommission in Einklang zu bringen. Wie ein Wechsel der Person des Oberbefehlshabers dieje Schwierig- feiten bescitigen könne, fei freilich nicht recht zu begreifen.

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in Journal \sagt, die jeßige Lage lasse sich in folgende drei Ge-

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wißheiten zusammenfassen : „General Randon ist für Rom ‘ere nannt ; das Ministerium erwartet, ohne sich aufzulösen, Die National- Versammlung, und diese harrt des 1. Oktober, um zusammenzutre-

ten.“ Die Presse hebt hervor, daß der Moniteur die Ernen=-

nung Randon?s noch nit enthalte. Man versichert, daß ‘die Fünf-

undzwanziger-Kommission in ihrer nächsten Versammlung ‘die Vor- legung aller auf die römischen Angelegenheiten bezüglichen diploma- tischen Aktenstücke begehren werde. Odilon Barrot, von seiner Un=- páßlichkeit völlig hergestellt, hat Bougival verlassen, um nah dem Hotel des Justiz-Ministeriums zurückzukehren. Thiers wird erst am 28sten hier wieder eintreffen; man folgert daraus, daß er bei der jezigen Krifis keinesweges eine Rolle zu spielen beabsichtige, Der Nuntius ves Papstes hat dem Präsidenten die Antwort Sr. Hei=- ligkeit auf vas Schreiben übergeben, welches Herrn von Corcelles als außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister, in temporairer Sendung, in Abwesenheit des Herrn von Harcourt, bé- glaubigt. J. Orviela, dex im Ministerium von Narvacz angestellt it, is in Paris angekommen; er geht mit Depeschen nach Gaeta für den spanischen Gesandten Martinez de la Rosa. Die Gazette de France meint, die englische Presse billige den Brief des Präsidenten an Ney deshalb, weil sie die Verwickelungen voraus\che, die Frankreich hieraus erwachsen dürften. Herr von Tocqueville soll, der Estafette zufolge, Couriere ausgesendet ha- hen, die Botschaften überbringen sollen, um den Brief des Präsi= denten als ein Mißverständniß darzustellen. Herr von Falloux ist

noch immer leidend. Die Patrie sagt, das Evenement sei nicht gut unterrichtet gewesen, als es von einer Konferenz der Gesand- ten bei Lord Normanby sprach. Leßterer sei seit einigen Tagen von Paris abwesend. L

Die bisher bekannten Hauptaktenstücke des Staatsprozesses zu Versailles sind: 1) der von 141 Montagunards unterzeichnete An- trag auf Verseßung Louis Bonaparte's und seiner Minister in An- flagezustandz 2) der von F. Pyat verfaßte, von 127 Montagnards un- terzeichnete und in den Journalen Des Berges am 13. Juni ent haltene Aufruf an das französische Volk zur Vertheidigung der Ver= fassung, und 3) der von 123 Namen unterzeichnete Maueranshlag vom 13. Juni, 2 Uhr Nachmittags mit dem Rufe: Zu den Waffen !

Großbritanien und Jrland, London, 13, Sept. Der italienische Korrespondent der Times hält es für gewiß, daß die franzósische Diplomatie zu Gaeta gar nichts ausrihten werde, Herr von Rayneval habe alle ernstlihe Hoffnung auf Erfolg auf- gegeben, seitdem der österreichische, der spanische und der ncapolita- nische Bevollmächtigte bei den Konferenzen gegen die französischen Forderungen aufgetreten. An Repräsentativ-Verfassung sei nicht zu denken, und nur wenn Oesterreih mit Frankreich gemeinsame Sache

ment Allier wollte, daß cine neue Gesehgebung den Departemental- |

mache, sei cine Regulirung der Frage möglich. Uebrigens sei an die baldige Rückkehr des Papstes nach Rom insofern nicht zu glau- ben, als, abgesehen von der politischen Frage, der heilige Vater gern auf neapolitanischem Boden weile und sich nicht beeilen werde, in die Kirchenstaaten zurückzukehren.

Die Gazette meldet jeßt amtlich die Ernennung des Prinzen von Wales zum Grafen von Dublin. Briefe aus Malta vorma 2. September melden, daß die Flotte unter den Befehlen des Admi rals Parker den Hafen verlassen habe, um nah Korfu zu fegeln. Diese Flotte besteht aus 4 Linienschiffen und 2 Danipffregatten, welchen sich noch ein von England erwartetes Linienschiff an\s{lie= ß en wird. i Die Cholera fáhrt fort, in London zu wüthen, Was die dur die Epidemie verursachten Todesfälle betrifst, so geben die 12 lebten IBochen folgende Zahlen : 49, 124, 102, 339, 678, 7883, 926, 823, 1229 1272, 1663 und 2026. Als die große Pest im siebzehnten Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht hatte, starben, so weit man sich auf die allerdings ungenauen Zählungen der damaligen Zeit, welche von den Küstern vorgenommen wurden, ver=- lassen kann, in London von einer Bevölkerung von 600,000 Seelen in einer Woche 8297 Personen. Unter der Regierung der Köni- gin Elisabeth hat man zuerst in England begonnen, amiliche Listen der Todesfälle anzufertigen,

Die Corporation von London scheint ihren Plan, große An- fäufe von Grundstücken in Irland zu machen, von welchem man sich viel Gutes für das Land versprach, aufgeben zu wollen. We= nigstens soll sich der Bericht des Comité’s, welcher nächstens vors gelegt werden wird, dagegen aussprechen hauptsächlich aus dem Grunde, weil der Zustand der Ländereien, welche die Corporation jeßt sicher besitzt, ein solcher sei, daß er zu ähnlichen Speculationen nicht ermuthigen könne.

Jn Irland erregt die Kartoffelkrankheit, welche sich mehr und mehr ausbreitet, große Besorgnisse. Sonst sind die Aerndte-Aus sichten vortrefflich; namentlich) wird. der Hafer, das zweite große Nahrungsmittel der Jrländer, cine reiche Aerndte liefern, i

Schweiz. Bern, 10. Sept, (D. Z.)“ Auch Belgien giebt den Flüchtlingen kein Asyl, sondern gestattet nur, wie Frankreith, den Durchvyaß. Die französische Gesändtschaft hat Herren Raveaux aus dem Grund das Visa verweigert, weil dieser sich in Frankreich aufhalten wollte. Dr. Kaiser von Konstanz reist durch Frankreich na Christiania. Fries aus der Pfalz ist in Bern. Die einzelnen Beispiele von Polizeiwillkür , welche in verschiedenen Kantonen an Flüchtlingen geübt worden ist, hat von Seiten der Polizei Recla= mationen hervorgerufen, welche die ihr vorgeworfenen Rohheiten für unwahr oder doch für sehr übertrieben und von den Flücht- lingen provozirt erklären. Die Vorladung der in Biel stationirten Flüchtlinge vor das Regierungs - Statthalteramt soll hauptsächlich die dort befindlichen Ungarn betroffen haben, um von ihnen eine Erklärung zu erhalten, ob sie von der Amnestie Radebky?s Gebrauch machen wollen,

National- Zeitung.) lich nach Amerik

Bafel, 12. Sept. (Schweizer

Gestern is in Basel an dië Stelle des leider fürz

verreisten Herrn Goundie der neue Konsul der Vereinigten Staa-