1849 / 265 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

. 6) Bekanntmachung der provisorischen Regierung und E Mais betreffend die Vertretung leswig-holsteinischer Schiffe im Auslande; 7) das von der provisorischen Regierung €r- lassene Wahlgeseß für die leswig-holsteinische Landes-Versamm- lungz 8) Geseß der provisorischen Regierung, betreffend den Sib der Regierung der Herzogthümer Schleswig - Holstein; 9) Geseß der provisorishen Regierung, betreffend die Einrichtung von Mini- sterien, nebst Verfügung der Statthalterschast, betreffend die Aus- fertigungen derselben und aus den Ministerial - Departements; 10) Bekanntmachung Der provisorischen Regierung, betreffend Vertheilung der Geschäste der Ministerial-Departements ; 11) Gesebß der provisori hen Regierung, betreffend die Verantwortlichkeit der Minister z 42) Ge- seß über Einfuhrung einer provisorischen Centralgewalt für Deutsch- land und alle deren Regierungsrehte, #0 wie die Bestreitung Der Kosten der Reichs - und der Ceutralgewalk, wie überhaupt Reichs- umlagen und Beiträge für das deutsche Reich betreffende Gesebe, namentli<h au<h das Geseß, bctreffend die Verkündigung der Reichs= gesepe, u. a. m., jedo unbeschadet des Gesepes, betreffend die Ein- führung einer allgemeinen Wechselordnung für Deutschland, welches nebst dem Geseze der Statthalterschaf\t, betreffend das bis weiter in Wechselsachen zu beobachtende Verfahren, einstweilen Gültigkeit be- hält; 13) Verordnung der provisorischen Regierung, betreffend die Wahl der Abgeordneten zu der deutschen National - Versammlung, nebst Wahl - Reglement 2c. z ingleichen alle die Einführung einer deutschen Verfassung betreffenden Gcsebe, namentlich au< das Ge-= seß, betreffend die Grundrechte des deutschen Volkes; 14) Gese, betreffend die Einführung einer deutschen Kriegs - und Handcls=

Flagge nebst Verordnung, betreffend die Vollziehung desselben. Der j

Bekanntmachung ist dié Waffenstillstands-Convention angehängt.

Nassau. Wiesbaden, 20. Sept. (D. Z.) Die heutige Sibung der Kammer war dazu bestimmt, über die Festsebung éiner Civil-Liste zu berathen und zu beschlicßen. Nach langer Diskusfion wurde zu namentlicher Abstimmung geschritten. Die von der Lin=- fen vorgeschlagene Summe von 200,000 Fl. wurde mit 25 gegen 15 Stimmen abgelehnt, desgleichen mit 95 gegen 15 Stimmen die Anforderung der Regierung im Betrage von 300,000 Fl. Aber auch die mittlere Summe von 250,000) Fl. fand fcine Majorität. So bleibt denn vor der Hand die Sache in der Schwebe auf dem alten Stand. Die Regierung erklärte, daß sie neue Unterhand= lungen einleiten und Alles aufbieten werde, um im Interesse cines=- theils des Landes, anderentheils der Herzoglichen Familie, eine Ver- einbarung zu Stande zu bringen ; da aber am Schlusse der Siz- zung der Landtag bis auf Weiteres vertagt wurde, so wird bis da- hin no< cine geraume Zeit vergehen und die Regierung genöthigt sein, wie bisher vierteljährlich den nöthigen Bedarf für die Hof- haltung und Herzogliche Chatoulle aus der Landeskasse zu nehmen. Doch sprach die Kammer noch auf Antrag des Abgeordn. Lang (Linke) der Regierung den Wunsch aus, daß hierbci niht über den Betrag von 250,000 Fl. für das Jahr hinausgegangen werde.

Hamburg. Hamburg, 24 Sit. (Q. C) n. dex heutigen Sihung der konstituirenden Versammlung wurde folgender Antrag des in der Sipung vom 31. August niedergeseyten Aus- {{<u}es zur Prüfung Ler während der Vertagung eingegangenen Anträge zur Diskussion gebracht:

Der Ausschuß beantragt bei der konstituirenden Versammlung die nach- stehende Beschlußnahme : Jn Betracht, daß die von der konstituirenden Ver-= sammlung beschlossene Verfassung, dem Gesche vom 7. September v, J. gemäß, unabhängig von Rath- und Bürgerschluß festgestellt worden ; daß durch jenen Rath- und Bürgerschluß das Recht der hamburgischen Bevöl- ferung durch die von ihr frei gewählten Vertreter über die künftigen Staats Einrichtungen definitiv zu beschließen, unumstößliche und unwiderruflicbe Anerkenuung erlangt hattez daß demnach die Verfassung vom 11, Juli d, J. feiner Bestätigung abseiten der bisher zu Recht bestehenden Behörden un- terlicegt und feiner gültigen Abäuderung durch dieselben unterzogen wer den tann z;

Jn Betracht ferner, daß der konstituirenden Versammlung vor Ein- führung der vor ihr festgestellten Vei fassung das Recht zustehen müß und im Interesse der durch sie vertretcnen Bevölkerung die Pflicht obliegt, jene Verfassung vor rechtswidrigen, der gesezlichen Sachlage widexstreitenden und ihr alsbaldiges Jnslebentreten gefährdenden Maßregeln zu wahren.

Jn Betracht endlich, daß die am 19, September d. J. publizirte, die Verfassungs- Angelegenheit betreffende Proposition des Senats an die Erb- e\, Bürgerschaft im entschiedensten Widerspruche steht mit der ausdrücflichen Buderus des Senats, wie es si von selbst verstehe, daß die neue Ver- fassung nah ihrer Feststellung durch die konstituirende Versammlung aucl ohne Verzug ins Leben gerufen werden müsse, und daß der Senat seine desfallsige Obliegenheit ungesäumt erfüllen werde, welche Obliegenheit den jeyt einzuleitenden Weg der Abänderung und weiteren Verhandlung auf feine Wrise zuläßt, vielmehr ausschließlich dur unverzögerte Vorlage der nöthigen Uebergangsbestimmungen von Seiten des Senats zu erfüllen sein wird.

Breichließt die konstituirende Versammlung:

1) gegen den in der Proposition des Senats vom 19. September d. J. beantragten unzweifelhaften Bruch des Gesches vom 7, September

v, I., so wie gegen den Eingriff in die durch jeucs Gese anecrfann-

ten und garan!irten Rechte der gesammten hamburgischen Bevölke-

rung nachdrücklich zu protestiren, zugleich 2) ihre Aufforderung an den Senat zur ungesäumten Erledigung der zur Einführung“ der Verfassung und was dem anhängig erforderlichen

Vebergangs - Bestimmungen in Rücksicht auf: den seit dem 31, August

d. J. unbenugt verstrichenen Zeitraum nochmals dringend zu er-

neuern, auch

3) diese Rechtsverwahrung und Exinnexung dem Kollegium Ehrbarer

Oberalten mit dem Ersuchen um dessen verfassungsmäßige Mitwir-

fung zur weiteren Durchführung des Rath- und Bürgerschlusses vom

7, September v. J. mitzutheilen.

Außerdem war von dem Abgeordneten Marr ein Antrag auf Auflö- nung der Versammlung eingegangen, Der Ausschuß - Antrag wurde ange- sommen, der Marrsche dagegen verworfen,

AuslanD.

Hesterreich. Pest h, 2. Sept. Die P esth. Z. bringt folgende Fortsehung ihres Berichts über die legten Tage der ungarischen Rtvo= lution: „Görge9, ärgerlich über dieses inkonsequente Ernennen und Abseven, zeigte am Zten der revolutionairen Regierung an, daß er ihr m gehorchen, sondern ganz, unabhäigig von derselben nach seiner Einsicht handeln werde, weil er zu thr nicht das geringste Vertrauen habe. Görgey zeigte zugleich an, daß er nach einem neuen Plan operiren werde, ohne sich um die Sicherheit der Re= gierung: zu fummern, die sich hinwenden mag, wohin sie wolle. Hiermit war jener Könzentrirungplan Kossuth?s vernichtet, den er um jeden Preis hatte dur<fuhren wollen, und worin er die Pa- nacce für seine Sache erbli>te, intem er Bem hätte zum Ober- Kommandanten: ernennen können. Was Görgey der Regierung Stu \yrochen, hat ex eingehalten, indem er si< unterhalb Komorn gegen Waißen hinzog und si< nur mit einigen kleinen Truppenkörpern (am: 13. Juli) vereinigte. Die Regitrungejunta slb schie ihren Weg von Czeglea nah Keczkemet und von da nah Szegcdin fort wo sie erst Halt machte. Hier war die Aufstellung der Banknotén- presse ihre erste Sorge, Saumseligkeit Duzcheï?s Schuld gaben) nicht in erwünschter Schnel-

1750

ligkeit vorwärts. Jun der That bli>te der Geldmangel aus all ihrem Thun und Lassen hervor. Das Párlament der Rebellen be- \{loß, seine Sibungen am 21sten zu eröffnen und sie fortzuseßen. Kossuth. wurde am Tage seiner Ankunft (12.) von Faelzügen und Musik begrüßt. Der Freiheitsplab {wamm in einem Lichtmeer, während der Agitator durch die plöulich entstandene tiefe Stille seine Stimme ertönen ließ. Seine Rede enthielt zwei Hauptpunkte, erstens : daß Szegedin zum Centrum der Kriegsoperationen gewählt werde und von hier die Freiheit Europa's ihren Siegeszug nehmen soll, und daß zweitens: wenn si< so ein Elender träfe, der das Vaterland unterjochen und die diktatorishe Gewalt an sich reißen wollte, er ihn felbst ermorden würde. Jedermann verstand, daß sich dies auf Görgey bezog. Es gab daher wenig Eljen’s, ja von mancher Seite her vernahm man ein stilles Murmeln. So groß war da= mals no< Görge9’s Popularität , daß man selbst Kossuth es als Fehler anrechnete, Faß er Görgey verdächtigen und herabseßen will. Görgey zog gegen Waißen, während Perczel, Dembinski und und Meßaros längs der Theißlinie hinunter, rücten. Jn Waißen lag russische Besaßung, die sich hei der Annäherung Görgey's (15ten) zurü>zog. Hier nahm er mit 15,000 Mann eine feste Po- sition ein. Die russischen Truppen wurden vom General Saß komman- dirt. Es entstand ein langwährendes, hitziges Treffen, bei welcher Ge= legenheit sich die russische Kavallerie und die ungarischen Artilleristen gleichmäßig auszeichneten, so dur< den Wiederstand der Leßteren der Sieg an diesem Tage sich nach feiner Seite hinneigte. Tages darauf haben die russischen Truppen dur<{< rasche Wendungen ihre Kräfte konzentrirt, was Görgey mit aller Anstrengung zu verhin- dern suchte. Jun Folge davon entstand ein Straßenkampf in Waißen, der neh heftiger und verzweifelter war, als der gestrige, und bei welcher Gelegenheit ein großer Theil der Stadt in Flammen auf- ging. Hier wurde Görgey's Wcehrkraft zu sehr geschwächt, um noch den Kampf fortschen zu können, er zog si daßer zurü, -indem er Nagy Sándor zur Arricre-Garde beorderte, Dieser Ruckzug Gör- gey's wurde von der höchsten Bedeutung für das Ende der unga- rishen Revolution, Dadurch hatte Görgey als Strategiker den Beweis gegeben, daß er Zcit und Verhältnisse zu benußen wiß, doch wurde eben hierdurch die leßte Hoffnung abgeschuitten, sich mit den übrigen Revolutions-Trupprn vercinigen zu können. Hicrmit also hatte er schon den Plan, sich von der Regicrung und den übrigen Fuh- rern zu trcnnen und dadurch einen längeren Widerstand unmöglich zu machen, in Angriff genommen. Am 18tcn stieß auf der Straße nach Balassa-Gyarmath Görgey mit den Russen zusammen, und cs entstand ein hibiges Geschüßgefe<t, Görgey cntwischte dur ein geschi>te Bewegung uud fam Abends in Vadkert an. In Folge dieses Gefechtes {lug Görgey sein Hauptquartier in A. Gudany auf. Tages darauf wollte Görgey den Karczer Paß (zwischen einem Bcrg und eincm flicßenden Wasser) vertheidigen, welchen Plan je- doch der aus dem Söhler-Komitat anrü>cnde General Grabbe ver-

eitelte. Hierauf zog er sich nah Lofoncz, wo er eine Position eiu- nahm. Doch besaß Görgey freilich nicht mehr Kraft genug, um die von beiden Seiten anrückenden überlegenen Streitkräfte gauf- halten zu können. Er zog am 22sten nach Gyöngyss, von hier aber rüd>te ex nicht mchr tiefer hinab, sondern aufwärts gegen Miskolz. Der russische General Saß folgte ihm auf der Ferse.““

G önys, 48. Sept. (Pr. Ztg.) Es is hier ein. so reges Leben, daß man sich nicht über Langeweile beschweren kann. Stolze ahren auf und ab und brin

Dampfer und bescheidene Holzschisfe 5

gen theils Passagiere, theils Belagerungs-Instrumente der mannig= faltigsten Art, besonders sind es Sturmlecitern jeder Größe und Stärke, die wir hier vorbeiführen und auch im Dorfe aufgefchih- tet schen. Ueberhaupt gleicht Göónys mehr cinem großen militai rischen Depot, Denn Der bedeutendere Theil dcs Proviant- und Mu nitions-Bedarfs ist hier aufgespeichert. Pioniere und Înfanterie- Abtheilungen gehen tägli hier durch zum Cernirungs-Corps oder bleiben hier stationirt; der Verkehr zwishen Göny& und Acs, wie zwischen Gönys und Raab, ist schr lelhaft, und in Folge der Anhäufung. der Truppen ist auch die Theuerung der Lebensmittel, die ziemlich verschwunden war, wieder eingerissen. Sehr häufig sprengen Couriere vom Hauptquartier des Cernirungs- Corps daher und seßen sich entweder auf den Dampfer , der fie im Fluge nah Preßburg und Wien führt, oder sie eilen na<h Raab. Es ist interessant, zu schen, wie Alles gespannt auf die Worte hört, welcbe von Acs Kommcnde hinsichtlich der komornevr Angelegenheit fallen lassen. Seit gestern hat sich die Ansicht verbreitet , daß es die Insurgenten nicht zum Sturme fommen lassen werden, ja, daß in der Festung selbst ein Drama aufgeführt worden sci , welches Tie unbedingte Uebergabe um cin Haar zur Folge gehabt hätte; zwei weiße Fahnen waren von der Besat-.ung ausgeste>t worden, wurden aber, kaum cine Minute am Plaße, mit eincr \{warzen und einer rothen vertauscht. Auch hörie man mehrere Schüsse fallen, was wohl auf einen si<h unter den Insurgenten entsponnenen Kampf hindeuten mag. Auf den Trümmern Der kfomorner Stadt sieht man schr häufig weiße und sogar c{warzgelbe Fähnchen aufgepflanzt, die aber immer s<noll vers<hwinden, ein Beweis, daß vorzüglich die Einwohner diescm langwierigen Drama ein Ende zu machen wünsch ten. Zwei Komorner, welche über Dem Ausste>en von weißen Fah- nen ertappt wurden, erhielten jeder dreißig Stockstreiche und wur- den dann in die Kasematten abgeführt z sehr Vielen aber ist es {on gelungen, mitunter in Fraucnktleidung zu entkommen, und Einer, der dur< Gönys nah Raab ging, erzählt im dortigen Post- hause,

daß ein großer Theil der Bürger den russis<hen General, der si< in Komoru befand und den Jusurgenten die Nachricht von der Waffenstre>ung Görgey's brachte, fnicend gebeten habe, es zu vermittelu, daß die Veste übergeben werde, denn bei einem Sturme geht unfehlbar die Stadt vollends zu Grunde. Seit der engeren Cernirung ist es in Komorn wieder beispiellos theuer geworden, und für Kossuthpapiere "will Niemand mehr was geben, es sei denn um das Zwanzigfache des gewöhnlichen Preises; \o kostet ein Sa>k Mehl 159 Fl. in Kossuthnoten, ein Pfund Salz 6 Fl., ein Pfund Schmalz 20 Fl., ja, ein Offizier, Der neulich zu dem Cernirungs- Corps überging, sagte, er habe für ein Paar Beinkleider 200 Gul- den zahlen mússen. Das Cernirungs-Corps ist mit Einschluß der Russen £0,000 Many stark, die Insurgenten 25,000; allein man fürchtet selbst in der Festung, daß bei vem Angriffe ein großer Theil übergehen werde.

Krakau, 21. Sept, (Lloyd.) Seit zwei Tagen finden hier die Durchmärsche zahlreicher, aus Ungarn zurückkchrender russischer Truppen statt. Gestern Vormittag hilt der Kommandant des zwei= ten Armee-Corps, der russische General Paniutin, eine Revue über das erste Bataillon Scharfschüßen, zwei Bataillone des achten Ju- fanterie=Regiments und uber vier Bataillone des drilten Linien-=- Regiments. j

doch ging das Geschäft (was Vicle Ter |

Mailand, 18. Sept. Die hcutige amtliche Zeitung enthält vas Reglement für die Handelskammern des lombardisch = venctia=- nischen Königreichs, welche auf Anordnung dés Handelsministers in Uebereinstimmung mit den fur die übrigen Kronländer geltenden | Prinzipien und mit Rüfsicht auf die hesonderen Verhältnisse der * Provinzen in Wirksamkeit treten sollen,

Frankreich. Paris, 23, Sept. Im Konferenz-Saale der National-Versammlung versicherte man gestern, daß höchst wichtige, aber keinesweges günstige Nachrichten aus Rom angelangt seien, und daß die Regierung dieselben erst am Montage bekannt machen wolle, weil sie erwarte, daß bis dahin ein neuer Courier bessere Kunde bringen werde. Î

Obgleich Falloux si< gestern schr übel befand, \o hoffen doch, Ta das nervóse Wechselfieber ganz aufgehört hat, “die Aerzte seine baldige Herstellung, Er selbs re<net darauf, gleich beim Wieder- beginne der Session vor der National - Versammlung auftreten zu können.

Der Moniteur veröffentlicht ‘die amtlichen Berichte Über die Zoll-Einnahmen für die Ein- und Ausfuhr des vorigen Monats. Sie betrugen 84,276,752 Fr., während sie im August 1848 sich nur auf 54,092,446 Fr., im August 1847 dagegen auf 88,991,359 Fr. beliefen.

Eine Angabe des National, wonach in mehreren Militair= Divisionen die Kommissariats-Beamten {hon seit einigen Monaten ihre Befoldung nit empfangen hätten, wird vom Moniteur für völlig unwahr erklärk.

Changarnier hat si< geweigert , dem Theater der Porte Stk. Martin, das nächstens cin großes Spéktakelstü>, „die Belagerung von Rom“‘‘, geben will, die Benußung von Soldaten als Figuran- ten bei der Silurmscene zu gestatten.

Gs Lyon, 18. Sept. (Köln. Zkg.) Die Polizei war diese Wothe wieder unaufhörli<h auf den Beinen. Man wollte cinem Komplotte gegen die Regierung auf die Spur gekommen feinz allein die Nachforschungen führten ni<t zu dem erwarteten Récsul- (ate. Jn Croix - Rousse wurden indessen mehrere Verhastungen vorgenommen. i Aus Marseille und desscn Umgegend suchen Tausende von Cholera-Acugstlichen hier cine Zuflucht. Der Maire hat sich daher an sämmtliche hiesige Aerzte mit dr Bitte gewendet, daß sie, falls einer Ter Oáste Symptome der Seuche mitbrächte, dieses alsbald der Behörde anzcigen möchten. Hicr herrscht der vortrefflichste Ge sundheitszustand. Die Gasth(fe sind so mit Fremden überfullt, daß die Prcife in denselben außerordentlich erhöht wurden. |

Die Schifffahrt auf Ter Rhone und der Saone leidet gewaltig durch dcn niedrigen Wasserstand, Mehrere Dampfböte sind in die ser Woche aufgefahren und haben dadurch beträchtlichen Schaden erlitten.

Drei Bataillone Fußvolk und zwei Battericen Artillerie sind gestern nah Marseille abgegangen, um von dort weiter befördert zu werden. Sie sind für die Besaßung in Rom bestimmt.

Großbritanien und Irland. London, 22, Sept. Herr Hume haite, wie {on erwähnt, als Präsident des Unter=- slüßungs Comités für italienische politische Flüchtlinge, ein Schrei ben an Lord Jobn Russell gerichtet, worin er über das Benehmeu des Gouvern+urs von Malta ftlagte, weil dieser die römischen Flüchtlinge zur Zeit nicht zugelassen. „Das Comité“, so {loß das Schreiben, „wagt die zuversichtliche Hossnung auszudrücken, daß die Königliche Regierung, wenn sie dies nicht bercits gethan, diese unwürdige Handlungsweise ihres Vertreters auf Malta ent- schieden mißbilligen werde, um der Welt zu zeigen, daß die bri- tische Regierung in feiner Art ein Benehmen unterstüßk, welches unserem National - Charakter eben so fremd als schimpflich sür den britischen Namen ist.“ Lord John Russell hat darauf unterm 5, Scptember von Balmoral aus an Herru Hume eine auch bereits erwähnte Antwort gegeben. Sie lautet: „Der Gouverneur von Malta is der Ansicht gewesen, daß, wennglcih man die Flüchtlinge aus Rom (großentheils nichtrömische Flüchtlinge) ohne Gcfährde nach England ziehen laffen könne, er doch nicht. die Verantwortung für ihr Verbleiben in Malta Übernehmen könne. Sie wnrden daher am Bord der Schiffe 10 bis 14 Tage zurü- gehalten, mit Ausnahme Der Kranken und der Frauen und Kinder, die landen durften. Sie wissen wahrscheinlich, daß es im abge- saufenen Jahre eine Art von umherziehender Gesellschaft von Re- volutionärs gegeben, die mitunter zu Paris wie zu Berlin und in Baden erschienen und welche besonders sehr. stark an Zahl zu Rom waren. Es is nicht vereinbax mit dem Frieden und ei- ner guten Regierung auf Malta, zahlreiche Banden dieser revolu- tionáren Association auf Malta zu haben, wenn es auch mit ver Ruhe und der Sicherheit Londons zu vercinen wäre. Für die- selbéèn würde es eine eben fo angenehme Beschäftigung sein , Un einigkeit auf Malta anzufachen, wie au der Spie eines Aufruhrs u Berlin oder kn Baden zu: sehen. Einer dieser Flüchtlinge nahm offen den Weg über Malta, um nach Venedig zu gelangen, welche Stadt er gegen die Belagerungstruppen mit zu vertheidigen ge dachte. Was für Arges ist nach diesem Allen denn ges{hchen? Diese Personen hatten nichts für ihr Leben zu fürchten, fo lange

sie am Bord cines französischen Schiffes waren z sie blieben nicht länger darauf, als ein Schiff die Quarantaine zu bestehèn hat. Sie fuhren nah England odcr Griechenland weiter, nach Belieben ; sie wurden nux daran gehindert, Malta zu beunruhigen , und das war Alles. Lord Grey hat daher unter meiner vollen Mitwirkung seine Gutheißung der vom Gouverneur 901 Malta befolgten Poli= tif ausgedrüd>t.“ Als Nachschrift bemerkt der Premier-Minister noch , daß die Geseplichkeit des Verfahrens des Gouverneurs von Malta wohl außer allem Zweifel jeîi.

Sir C. Hamilton, dir {lteste Admiral der rothen Flagge ode1 ersten Flotten -Division, ist am 14. September im 82sten Lebensjahre gestorben. Er war seit 1781 im Dienst. t i

Aus Southampton wird von dem zweimaligen Besuche des russischen Kriegsdampfschifes „„Kamlschatfa“ auf der Fahrt nah Madeira, wohin dasselbe den Herzog on Leuchtenberg gebra>t, un0 der Rückkehr von da berichtet. Die Mannschaft soll bei diejer zwr! maligen Anwesenheit gegen 10,000 Pfd. St. für Ankäufe aller Art ausgegeben haben. N i

“Die Times verbreite! si< über die Vortheile des Planes, den ein Herr Whitney aus New-York entworfen, eine Eisenbahn nah dem Stillen Meere anzulegen, die am Michigansee anfangen soll, bis wohin man von New-York mit Dampf gelangen fann. Das Prüfungs-Comité des Kongresses hat! den Plan für ausführbar ertlárt, und bereits 4) Staaten haben si vafür erklärt, Die ganze Bahn soll in 15 Jahren fertig sein, und mittelt ihrer würde man von London aus binnen 37 Tagen nach China gelangen können. Jn der nächsten Kongreßje\sion soll hon eine desfallsige Bill ein- gebracht werden, u von ihrer Annahme wird Dle Ausführung Des P 1n abhangen.

i M: imes zufolge, hätte die Pforte mit Entschiedenheit die Auslieferungs - Forderungen des russischen und des österreichischen Gesandten zurückgewiesen. Ver englische und der französische Ge= sandte sollen die türkische Regierung ermuthigt haben, nit nach= zugeben. Die nordameri kanische Gesandtschaft hatte von der Pforte die Erlaubniß erhalten, daß cine Korvette der Vereinigten Staaken die Dardancllen passiren durfe. Als sich aber herausstellte, daß cs eine Fregatte sci, wurde die Legation aufgefordert, das Kricgs-

{chi} wieder zurüczuziehen,

al bemerkt, daß die Kartoffelkrankheit in mehreren Gegenden von JZrland si< wieder etwas mehr zu zel gen anfange. Doch komme das Uebel nicht bei allen Sorten von Kartoffeln und durhaus nur stellenweise zum Vorschein, werde aber do< wohl eine Steigerung der Kartoffel - und Maispreise zur F jen. 7 Folge H uóblin Mail wird von einer überrashenden Seereise berichtet, welche ein na< England heimkehrendes Kohlenschiff aus einem südlichen Hafen von Irland gemacht hat. Es lief im April mit 60 Passagieren, welche von solchen Schiffen zu dem geringen Preise von #4 Krone für die Person mitgenommen werden, so wie mit einer Anzahl von Schafen hefrahtet aus, wurde vom stürmi- \{<en Wetter aus dem Kanal in das Atlantische Meer hinaus und dort nah verlorener Richtung, und ohne daß der Schiffer sih zu- rect zu finden gewußt hätte, weiter getrieben. Nach einigen Ta- gen fing man an, die glüdlicherweise am Bord befindlichen Schafe zu s{la<ten, und als man wieder, einige Tage \páter, endlich cinem Schiff begegnete, erfuhren die Seefahrer, daß sie in zweimal 24 Stunden in New-York sein fönnten, wo denn auch Alle glü>lich ankamen und seitdem zunt Theil Anstalt getroffen haben, ihre An= gehörigen aus Europa nachkommen zu lassen. : °* Die Cholera in London nimmt jebt sur sih und für das, was in Bezug varauf in gesundheitspolizeilicher Hinsicht zur Besprehung fömmt, einen großen Raum der londoner Tagespresse hinweg. In einer der lehten Nummern der Times waren 9 Spalten damit angefüllt. Die Epidemie von 1849 wird als genaue, nur noch he}= tigere Wicderholung der Cholera von 1832 geschildert. Charakter und Gang nah Oertlichkeiten, wie hinsichtlich Der hesonders davon betroffenen Klassen, die Vorzeichen wie die hoffnungslosen Paroxys- men der Epidemie, sind dieselben wie vor 17 Jahren, und doch, vemerkt die Times, habe man sich unvorbereitet davon überraschen n O 1: Zuni bis zum 18, September sind von den 2 206,000 Einwohnern Londons 12,120 Opfer der Epidemie ge- worten. In der vorvorigen Woche erreichte die allgemeine Sterb- lichkeit seit fünf Wochen mit 1909, 92930, 2456, 2796, 3183 Den höchsten Grad und fiel in der lehtabgelaufenen wieder au] 2869 Todesfálle, dabei 1682 an Cholera. Der Aufwand für die Beerdi= gung der Cholera-Opfer wird auf 50,000 Pfd, St. berechnet, und es fehit nicht an Vorwürfen für die Gemeinde- und Kirchspiel-Behörden, Die City - Corporation voran, die nicht zu bewegen waren, umfassende Maßregeln in gesundheits - polizeilicher Hinsicht zu nehmèn, welche fich reichlich bezahlt gemaht haben würden, wie die dentlichen Blätter ihnen vorhalten und nachweisen. Im Kirchspiele Lambeth 2, B. sind bereits 226 Waisen und 61 Wittwen der Armenpflege für lange Zeit zugefallen. Aus einem- kleinen Quartier im_St. Ethelburger Kirchspiele, das mit 30 Pfd. St. in einen reinlichen und gesunden Aufenthalt hätte umgewandelt werden können, waren bis Ende August eine Witwe und zwölf Waisen der Armenpflegé zugewachsen, die wenigstens 420 Pfd. St. bis dahin kosten würDen, wo sie für si selbst zu sorgen im Stande wären, Die London Gazette enthält mehrere Geheimeraths - Befehle, welchè die Be= 6 érden einer Anzahl von Kirchspielen anweisen, gesundheits 2 poli= ¿eilihe Maßregelu zu ergreifen. Ferner wird die Fortsezung der Beerdigungen auf einem der überladenen Begräbnißpläte in Lon- ron verboten, Im Queensben<- Gefängnisse soll die Epidemie auc ausgebrochen sein, und die Blätter erinnern deshalb an eine fte von 1843, welche für solchen Fall die Verseßung der Gefan- genen anbcefiehlt, ? i

Das Dublin Journ

London, 22, Sept. Sir Moses Montefiore und Lady Monte- fiore sind von ihrer Reise nah Palästina wieder in Dover einge- troffen, Das von ihnen im Morgenlande vertheilte Geld betrug 5000 Pfd. St. Da Sir Moses fand, daß die Aufseher seine Gaben parteiish vertheilten, spendete er, wie die Zeitungen melden, seine Unterstüßungen mit eigencr Hand an Wittwen und Waisen, und wer sonst seiner Hülfe bedurfte, ohne Rücksicht auf den Glau- ben der Hülfsbedürftigen zu nehmen. : : Das für den Dienst der deutschen Marine gebaute Kriegs- Dampfschiff „Cora““ ist von Bristol na< Bremen abgegangen.

Nusitand und Polen. S t, Petersburg, 19. Sey e Majestät der Kaiser hat unterm 17. August an den General- Adjutanten Fürsten Gort\chakosf, Chef des Stabes der aktiven Ar- mee, folgendes Handschreiben gerichtet: „Zur Bezeigung Unserer aufrichtigen Erkenntlichkeit für ZJhren stets eifrigen und musterhaf- ten Dienjt, |o wie in Anerkennung der Zeugnisse des Ober - Be- fehlshabers der afliven Armee über die wesentlichen von Jhnen in dem gegenwärtigen Kriege in Ungarn geleisteten Dienste, insbeson- dere aber sür die rasche und kühne Beseßung des Ueberganges bei Tissa-Fürcd, wodur< hauptsächlich der Grund zur Beendigung des Krieges in Ungarn gelegt wurde, ernennen Wir Sie allergnädigst zum Ritter des Ordens des heiligen Apostels Andreas des Erstbe- rufenen, dessen Jnsignien Wir Ihnen hierbei übersenden und Jhnen mit Unserer Kaiserlichen Gnade für immerdar wohlgewogen ver- bleiben.“ . :

Der General von der Artillerie, Oyllenschmidt, Chef der Ar- illerie der aktiven Armee, und der General von der Infanterie, Sievers, Commandeur des 1sten Infanterie-Corps, haben den St. Wladimir - Orden Aster Klasse, der General - Lieutenant Wikinsfki, Dujour - General der aktiven Armee, den St. Alexander - Newsfki- Orden, der Ingenieur-General Dehn, Chef der Ingenieure der ak- tiven Armee, den St. Wladimir-Orden erster Klasse, der Géneral- Lieutenant Okuniew, interimistischer Militair Gouverneur von War= schau, und der General-Lieutenant Klüki von Klugenau den Weißen Adler-Orden erhalten.

Der Staatsrath Kudriawski, Rath im Ministerium der aus- wärtigen Angelegenheiten, ist zum Wirklichen Staatsrath und der zweite Secretair bei der Gesandtschaft zu London, Hofrath Baron Nikolai, zum Kollegien-Rath befördert worden.

Niederlande. Aus dem Haag, 21, Sept. Heute legte der Finanz - Minister in der zweiten Kammer der General - Staa- ten das Budget für 1850 vor. Die Ausgaben sind in demselben veranschlagt zu 69,996,441 Fl. 77 C. (d. h. 1,829,277 Fl. 395 C. weniger als für 1849), die Einnahmen zu 71,194,969 Fl. 33 C. so daß ein Ueberschuß der Leblteren zum Betrage von 1,198,957 &l. 06 C. zu erwarten steht. Jn der ersten Kammer wurde heute der orie Entwurf einstimmig angenommen.

„_ Die Ministerfrage ist no< unerledigt und giebt zu zahlreichen Konferenzen Aulaß. Heute hieß es, daß Herrn Thorbe>e ein Por tefeuille angeboten worden set. ; E : E

A Negien, Brüssel, 23. Sept. Der König und die nigin aben sih mit ihrer Jamilie und dem Hofstaat gestern nach Antwerpen zu den dort stattfindenden städtischen Festlichkeiten bege- ben, von wo sie heute Abend wieder zurü> erwartet werden.

i _ Der Kriegs-Minister, General Chazal, der von seinem Cholera- Anfall wieder hergestellt ist, wird zur ferneren Befestigung seiner G eine Reise na< Marseille antreten.

Vom 1. Oktober an tritt die neue mit ‘ei abgeschlo}

Post-Convention in Kraft. S

1751

Dánemark. Kopenhagen, 22. Sept. (Alt. Mer k.) Die Berl ing. Ztg. bestätigt es, daß der Minister des Jnnern, Etatsrath Bang, scine Entlassung genommen habe und der Stifts- Amtmann Rosenörn an seine Stelle ernannt worden sei.

Im Fáädrelandet liest man: „Mit der stattgefundenen j; Personal - Veränderung im Ministerium des. Innern is eine Ber- änderung in der Organisation des Ministeriums vorgegangen, die wir nicht anders als durchaus billigen können. Die Domainen sind nämlich dem Ministerium des Innern abgenommen und unter das Finanz - Ministerium igelegt worden, worunter sie ihrer Natur nah als eine finanzielle Hülfsquelle und ein Theil des Staatsgyermögens hingehören; dagegen ist das Postwesen, welches nicht als ein fisfa- lishes Institut zu betrachten und zu bchandeln is, dem Finanz Ministerium abgenommen und unler das Ministerium des Innern

gelegt worden, wo au ihr rechter Play sein dürfte. Dem Ver- nehmen nah wird der abgetretene Minister, Etatsrath Bang, Do- mainen - Direktor, Ueber die eigentliche Ursache scines Austritts aus dem Ministerium und über den politischen Charakter der statt

gefundenen Veränderung ist es uns in diesem Augenbli> unmöglich, cine Meinung auszusprechen. ““ (Eidg. 3.) Die

_ Schweiz. Bern, 19, Sept, : j Direction verlangte im Regierungs =- Rath, ge]tußt auf die jebige Lage der Schweiz, einen außerordentlichen Kredit von 85,000 Fr., um verschiedenen Mängeln, welche im bernerischen Militair si< ge zeigt, abzuhelfen. Der Regierungs - Rath besc<loß aber, in das Kredit - Begehren nicht einzutreten, hingegen zu einer Besprechung über das Militairwesen nächster Tage” eine besondere Sipung an- zujeßen.

Der Regierungs-Rath hat beim Bundes-Rathe angefragt, ob Aussicht auf eine baldige Amnestie hinsichtlich der deutschen Flucht-

Militair-

linge vorhanden fei, weil hierauf wegen Verpflegung derfelbcn Rud sicht genommen werden mußte. Dersclbe antwortete, daß zivar bei der badischen Regierung unablässig auf Ertheilung ciner allgemei- nen Amnestie hingearbeitet werde, daß jedo bis dahin wenig Aus- sicht auf Erfolg sich zeige, Ueber düsen Gegenstand (Verpflegung der Flüchtlinge) soll nun nächstens im Regicrungs - Rath eine ein- läßliche Berathung erfolgen.

D uri G, M. Séipt, (Eid. Ztg.) Gestern sind unsere leßten Truppen, das Jnfanterie- Bataillon Bruppacher und Die Scharf {huyen-Compagnie Huber, nah achtwöchenilicher Abwesenheit an der Gränze in die Heimat zurücögckehrt Und entlassen worden. Gleichzeitig hatten wir die Freude, das luzerner Bataillon. Bojssard und die unterwaldner Scharfschußen auf ihrem Heimmarsche bei uns zu schen. Die Gastfreundschaft der Regierung hatte die Of- fiziere aller Corps und viele Waffengcefährten aus der Stadt und Umgebung zu einem gemüthlichen Abend in der Krone versammelt. Dieser Abend bewies wieder, daß das lebte Truppen-Aufgebot, mag es auch noch so viel gekostet haben, nicht zu theuer bezahlt ist, indem es unendlich viel zur Verständigung und zum Entgegen-= fommen bisher getrennter Schweizerherzen beigetragen hak. Die Früchte dieser Verständigung werden sich sicherlich bald in Raths- Sálen und in der Presse geltend machen. Oberst Ziegler brachte fein Hoch den wad>eren Waffengefährten aus Luzern und Nidwal- den, und ein luzerner Offizier ließ den Sieger von GBislikon hoch leben. :

Das Bezirksgericht Zürich hat in Sachen der Flüchtlinge, welche wegen Des Raufhandels in Oberstraß verhastet waren, geurtheilt. Drei wurden freigesprochen, eiuer aber zu ein monatlihem Gefängniß (das in eine Geldbuße von 180 Fr. ver- wandelt wurde), 100 Fr. Buße, 200 Fr. Entschädigung an den Rerletßzten und sämmtliche Kosten verfállt. - Der Verurlheilte und der Staats-Anwalt haben die Avvellation an das hohe Obergericht ergriffen.

italienischen

> ç )»+- Tov . nun avat\ + 90. Sepyt., (Eidg. Ztg.) Let Kantonsrath hat 1

in Betracht, daß w:dcr Ehre,

S<wyz, in der Militair - Capitulationsfrage, no< Recht und Konsequenz erlauben , die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen, sondern vielmehr alle gesetzlichen Schritte gethan werden sollen , die Rechte der Kantone gegenuber von Eingriffen der Bundesgewalt zu wahren, und daß nach Art. 814 der Bundes verfassung den Kantonen, selbst jedem einzelnen derjelben, das Bor-= schlagsrecht gegenüber den Bundesbehörden zusteht, beschlossen: Es o Vel Der Bundesversammlung bei threm Wiederzusammentiritt (12. November) der Antrag gestellt werden , ihren Beschluß vom 20. Juni über die Militair-Capitulationen zurückzuziehen und den Kantonen in Rücksicht auf diesclben diejenigen Rechte unges{hmälerk zu belassen, die thnen vor Erlassung nah Art. 3 und 11. de Bun- desverfassung zustanden und Dic ein infomyetent gefaßter Beschluß nicht rechtsgültig hat entziehen fönnen.

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Liestal, j aus Baselland, an den Hecken ben, ist, wie die Eidg. Ztg. Rastatt freigelassen worden und gekehrt.

20. Sept. Der junge Freishärler Joh. Meßmer : ven neulich erwähnten Bricf geschrie meldet, aus den Kasematten von wieder in die Schweiz zurü>

19, Sept. Die Te \siner Zeitung versichert,

Rath von dem eidgenössischen Bundes - Ratl cine neue Depesche erhalten , worin Nachricht von Dem Resultat der Vorstellungen gegeben werde, die von dem s{weizerishen Kon- sul und dem General - Konsul von Frankreich in Mailand beim Marschall Radetzky und General Heß Über die Zusammcnziehung der Truppen längs Der tessiner Gränze gemacht werden. Die österreichischen Generale hätten dieses Mal offen erklärt, diese Truppen = Konzentrirung geschehe, um den Kanton Tessin zu nöthi gen, uugeshminkt den Weg zu betreten, den det Bundes - Rath in Betreff der Flüchtlinge angenommen habez zweitens als Vorsichts Maßregel gegen den Konvent der Unzusfriedenen aller Länder in Genfz drittens, um sür jede Eventualität bereit zu stehen, welche von dem Uebertritt aller deutschen Flüchtlinge in die Schweiz ein treten könnte. Der Bundes - Rath habe, auf dieses gestüßt, die Regierung von Tessin eingeladen, über die \hnelle und genaue Vollziehung der eidgenössischen Flüchtlings : Dekrete zu wachen und ihm sogleich ein Verzeichniß über alle im Kanton sich aufhaltenden politishen Flüchtlinge mit Angabe aller Umstände, in denen sie sich befänden, einzusenden. Es wird beigefügt, daß aus dem Ton der Note die Besorgniß hervorleuchte, daß neue Maßregeln gegen die in der Lombardei niedergelassencn Tessiner ergriffen werden könnten.

TUg ano, es habe der Staáts

Genf, 19. Sept. Die Gaz. de Genève sagt, Struve habe dem Befehle des Polizei-Departements, si< unverweilt nah Bern zu begeben, nicht nachkommcn wollen, vielmehr einen Paß und einige Tage Aufschub verlangt z er sei daher polizeilich abgesaßt und in einer Kutsche gegen Nyon weiter befördert worden.

Frauenfeld, 19. Sept. Der thurgauer Wächter macht

folgenden Vorschlag: „Schäben wir die Zahl der Flüchtlinge noch auf 6000, so ergäben sich, dieselben verhältnißmäßig verthcilt, auf

1000 Seelen 3 Flüchtlinge, eine Zahl, die, gehörig benußt, so be=

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\{werli< nit fallen sollte. Es handelt si< einfa<h darum, die in den Flüchtlingen vorhandenen Arbeitskräfte weise zu benußen. Die Regierung von Thurgau hat einen Schritt in dicser Sache gethan, aber au< nur einen halben. Nehme man allerwärts Verzeichnisse von dem Beruf der Flüchtlinge auf und versorge dieselben unter billigen Bedingungen in den Kantonen bleibend bei den Familicn. Dann muß freili< die ohnehin in die Länge gar nicht mehr fest- zuhaltente Beaufsichtigung dur< eigene Führer, und zwar nur zU unsercm und zum Vortheil der Flüchtlinge selbst, aufgegeben wer= den; Dieselbe kann hinreichend dur< humane polizeiliche Aufsicht erseßt werden, und wir wetten, daß wenigstens 75 ihr Brod und ihren Übrigen Unterhalt auf eine ehrenhaste, der Eidgenossenschaft am wenigsten lästige Weise finden werden ; eine Weise, die, was au< in Berücfsichtigung fällt, den Unglücklichen am ehesten sih ins Unglü> finden läßt und ihn vor sittlicher Verwahrlosung fern hált. Man halte uns nicht entgegen, man habe es hier mit Soldaten zu ibun. Diese Soldaten sind alles junge Leute, welche einen búr= gerlihen Beruf verstehen, und welche, wir besißen für sie im Thur= gau Die anerkennendsten Zeugnisse, gern arbeiten, wenn sie nur Arbeit finden.“

Italien. Von der italienishen Gränze, 20. Sept. (WaUderer.) Am 17ten sollte definitiv die Auflösung des La- gers von St. Maurizio erfolgen.

Am Abende des Sten entstand in Moncaloo ¿zwischen lom= bardishen Offizieren und verschiedenen Einwohnern ein Zank, w0- bei es auf beiden Seiten Verwundete gab. National-Garden unD Carabiniers legten si< ins Mittel, und auch von den Leßteren wurde ein Mann verwundet. Ein Wiib scheint die Veranlassung gewesen zu sein. Einwohner Des Ortes waren die Beleidiger, unD die Lombarden waren die Ersten, welche von den Waffen Gebrauch machten. Auch in Montenegro gab es einigen Zwist zwischen Volk und bewaffneter Macht, veranlaßt durch aufregente Gesänge von Seiten des ersteren. Zwet Leute wurden verwundet und einige Verhaftungen vorgenommen. In Livorno will man am Morgen des 13ten um 15 Uhr eine wellenförmige Erderschütterung oerspurt haben.

Jn Bologna hatte man am 15ten Nachrichen über ein Anlehen, welches die römische Regierung zu kontrahiren gezwungen sein joll. Nach anderen ollte dasselbe bereits fontrahirt wor=- den fein.

Fürst Orsini, der neue Kriegs-Minister in Rom, hat am 12ten die Offiziere aller in Rom befindlichen Corps empfangen, und Die Militair-Revisions-Kommission hat ihre erst Versammlung ge- halten.

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Turin, 18. Sept. (Llo9d.) Die Verhandlungen der De- vutirten - Kammer betreffen nun einen schr wichligen Gegenstand : das Budget für 1849, welches von Der Kammer bewilligt werden roll, Die Kammer dringt auf die Dru>legung des Budgets, ob= gleich der Minister die unmittelbare Berathung lieber sehen würde. Der Geseß=Entwurf über die Majorate enthält zuerst Bestimmun= gen Uber die ausnahmsweisen Anordnungen des Civil-Geschbuches in Betreff der Majorate und Fideikommisse. Alle bis jcht beste= henden Primogenituren , Majorate und Fideikommisse sind als aufgelöst zu betrachten. Die zweite Bestimmung enthält Anordnun=- gen über die Komendaturen des Ritter-Ordens vom heiligen Mau= ritius, welche ebenfalls als verfallen erklärt worden sind. Eine dritte Bestimmung betrifft endlich die Besißer großer Majorate. Wenn ein solcher bereits über se<hszig Jahre alt ist und keine leiblichen Erben hat, so kann er nur über drei Viertheile seines Besies dis-= voniren, während der übrige Theil dem nächsten Erben aus setner Verwandtschaft zufällt, mit Den Bestimmung jedoch, daß der ur- sprüngliche Besitzer si die Nutnießung dieses Theiles vorbehalten kann. Die Theilung des Grundbesißes kann übrigens von jcdem Besitzer vorgenommen werden. Die Diskussion licferte kein Resul=- tat und soll deshalb morgen fortgeseßt werden.

16. Sept. Der in Florenz erscheinende Con sti= wissen, daß die toscanishe Regierung mit einem 30 Millionea Lire

Florenz, tionale wil (¿udischen Hause wegen eines Anlecihens von

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(L109 D.)

Rom, 16. Seyt. An der Befestigung von Civita Castellana wird selbst an Den Festtagen thätig gearbeitet. Die Mauern von San Pancrazio werden ebenfalls hergestellt und in Vertheidigungsstand gescht. Dem Vernehmen nah wollen Lie Franzosen au< Spalato, Termo, Foligno u. #. w. beseßen und die Syvagnier sich aus diefen Orten zurü>zießen.

Rostolan beabsichtigt, Nom am Wsten zu verlafsen.

D Neavel, 10. Sept. (Llo 9d.) Heute begab si<h das ganze diplomatische Corps nah Portici, um Sr. Heiligkeit die Aufwar= tung zu machen. Der spanische Gesandte am päpstlichen Hofe, Herr Martinez della Rosa, drückte im Namen des diplomatischen Corps dem Payst die Gefühle der Anwesenden aus. Se. Heiligkcit dankte für die ihm in den Zeiten des Trübsals bewiesene Aufmerksamkeit.

Madrid, 18. Sept. Die amtliche Zeitung bringt g, welche Herrn Murillo die Ministerien des Unter= richts, des Handels und der ófentlichen Arbeiten abnimmt und ihm nur das der Finanzen läßt. 3yroz. 20 Griechenland. Athen, 8. Sept. (Wanderer.) Bei den Sympathieen, wel<he die Griechen für die italienischen und magyarischen Kämpfer an den Tag gelegt hatten und no< legen, fann es nicht befremden, daß der Ausgang jener Kriegsereignisse große Bestürzung allenthalben in Hellas hervorgerufen hat. “Das Einzige, wodurch die Griechen noch ihre Theilnahme für jene Strei= ter an den Tag legen können, sind einerseits die Sammlungen für die flüchtigen Italiener, andererseits Die A, De Die griechischen Organe - gegen die Auslieferung Kossuth)s und seiner Genossen eifern. Was die Ersteren anbelangt, o hat si< Herr Hadschisïos, der Kammer - Präsident, als Prä- sidènt des Comités zur Unterstüßung der italienischen Flüch'linge besonders verdient gemacht. Am 3. September betrug die Samm- [ung an baarem Gelde 1473 Drachmen. Auch an Kleidern wurde

viel geliefert. Aerzte und Apotheker haben uneigennübig ihren Beistand angeboten. Was Kossuth, Dembinski 2c. anbelangt, #0 fann man si< in Athen nicht überzeugen, daß die Pforte dicsulben ausliefern werde. Am 8ten schrieb man wenigstens in Athen nod, daß dies eben kein \{óner Beweis wäre, wie die Türkei, welche dur undenkliche Zeit Gastfreundschaft geubt, die europäische Civi- lisgtion| vergelten wolle. Ó

Es droht übrigens ein neuer Ministerwe{sel. Herr Kresteni- tis, Kfistidis Nachfolger, wird von manchem Organe wunderlicher=- weise þis ins Privatleben verfolgt. Herr Balbis, der neut Gu Minister, hat, außer einem vielversprehenden Cirfulare a Er Höórden) noch keine weiteren Proben seiner Thätigkeit P Fntonopu- hat übrigens gegenwärtig, wo der Unterrichts « Mintster