1849 / 308 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

Die Gesammt-Einnahme der Stadt Wien ist für das Jahr |

1850 auf 761,489 Fl. und die Gesammt-Ausgabe auf 1,715,762 Fl. C.-M. veranschlagt, wonach sich ein Abgang von 954,213 Fl. er geben würde. Die ordentlichen Ausgaben sind in dem Budget mit 1,298,200 Fl. ausgewiesen und die außerordentlichen mit 417,502 Fl, C.-M. angenommen. S ' S E Die Gemahlin des in Pesth hingerihteten Grafen Louts Bat ibvany ist nebst ihren Kindern heute hier durhgereist, um sich nach Lindau zu begeben, wo sie ihren Aufenthalt vorläufig zu nehmen gedenkt. ; i: : Der Plah - Oberst von Graß, Herr Lubert, 1k zum General= und Stadt-Kommandanten von Wien befördert. T TFeldmarschall-Lieutenant Hoyos und der General-Major Walper sind mit Tode abgegangen. . S Das Fürst Metternichsche Privilegium au] Verbesserung von Eisengußöfen wird vom Handels - Ministerium fur erloschen er-

flâart.

4 4

M, c ( T G lr D 11 f; 3 ck; nre Die Viehseuche wuthet, dem VYL ufolgí in Siebenburgen

J 4 l ; noch immer und \o stark, daß in einigen Bezirken die Keule in An wendung gebracht werden mußte, der Rindviehtrieb aber zur Ver» meidung weiterer Ansteckung im Allgemeinen eingestellt wurde,

Bayern. München, 3. Nov. (Bayer. Bl.) Fortsebung der Berathung und Schlußfajjung uber den Vortrag des Ausschusse? für die deutshe Frage.

Fürst Wal feclentag erinnert

am Tage aller Seelen ,

lerstein: Meine Herren! Wir wurden eben an den Aller- ja es if cine wehmüthige Vorbedeutung, daß wir gerade T wo die christlihe Kirche sich der Verstorbenen bei ihren Gräbern erinnert, über die deuishe Frage berathen. Ja, wir stehen auch an einem Grabe, in welhem unsere schönsten Hoff- nungen eingesargt liegen, jene Hossnungen, die wie ein glänzendes Neteor leuchteten und nun vershwunden und begraben sind. Was nun die vorliegende Frag: selbs betrifft, so glaube ich, daß man für das Ver- fahren des jeßigen Ministeriums die Gränze nicht so eng ziehen dürfe, als es geschehen. Die Politik unseres Ministeriums beruht wesentlich auf Ira- ditionen seit dem März 1848. Wenn ich dies ausspreche, so wiederhole ich ugleich, daß unser Kampf nicht Personen, sondern Systemen gilt. Wenn bei uns nicht, wie in anderen Ländern, die Ministerien aus großen politi- hen Parteien hervortreten, sondern in gewissen Regionen geschaffen werden, wobei man fürchten muß, daß jede Veränderung cin Rückschritt vom Fort- {ritte sei, so müssen wir uns hüten, nicht an jene Sphäre zu streifen. Ein Reduer vor mir hat es nicht unterlassen können, abermals eine scharfe Lauge über die National-Versammlung zu gießen z allein ich sage, es ist leichter zu tadeln, als zu handeln, und ein Urtheil aus dem Zusammenhange, den man über- sieht, leichter zu fällen, als im Getriebe zu wirken, Was rief die Bewe- gung im März hervor? Das Volksgefühl, endlich aufsgestachelt durch unnatürlide Staatenbildung und drückende Bevormundung, (Der Redner geht nun zurück auf die Geschichte Jtaliens, Frankreichs, entwielt die dortigen analogen Bestrebungen und fährt fort.) Der Freiheitskampf in, Deutschland im Jahre 18413 war ein Kampf um Einheit und Freiheitz allein diese Einheit und Freiheit hat damals schon die Bureaukratie in derbindung mit der Diplomatie zu vernichten gestrebt und dies 10 Jahre fortgeseßt, Was Wunder, daß ein Volk, in dem 40 Jahre lang Jutclli- genz und Kenntnisse wuchsen, endlich aus dem Schein-Constitutionalismus, den man ihm stait des wahren bot, sich aufrafste und die Frage stellte : warum haben wir nicht dieselben Freiheiten, wie andere constitutionellen Völker, da wir dasselbe Gefühl sür die Volksfreiheit haben? Deshalb erho- ben sich die Deutschen und im ersten Monate waren alle einig. Allgemein verlangte man Aufhebung des büreaukratischen Element und Enutwicke- lung des freien staatlihen und Gemeindelebens, Die Bewegung blieb vor den Thron stehen; das Volk vertraute auf die Fürsten, und wirklich zeigte sich in vielen das Verlangen nach Cntgegenkommen ; allein die Bü- reaukratie stete sich hintcr sie und säete Verderben, Jh verstehe hier un- ijer Büreaukratie nicht die große ehrenwerthe Zahl von Beamten, voll Liebe für wabre Volksfreiheit, nein, ih meine darunter dic Jnstitutionen sammt ihrem hohen Priesterthum. Wie war nun deren Verfahren der Bewegung gegenüber? Sie flüchteten sich hintcr die Throne, dba fie sahen; daß die Bewegung nicht diesen, sondern ihnen galt; hinter den Thronen hervor schrieen sie nun aus voller Kehle: „Einheit und Freiheit !“ c Heiterkeit, ) Der Nedner gcht nun über auf eine Schilderung des Entste- hens des Vorparlaments, des Fünfziger-Ausschusses, der National- Bersammlung selbst, der er den Charakter einer konstituircnden schon aus dem Umstande vindizirt, daß sie berufen war, zwischen Volk und Re-= gierungen zu vereinbaren, also jedenfalls über beiden stehen mußte, Die Berirauens8männer des Volkes und der Fürsten brachten cinen Verfassungs- entwurf zu Stande, der aber wieder der Büreaukratie nicht recht war, ob- wohl die Fürsten beigetreten wären, Der Nedner kommt nun auf Schles- wig -Holstein, auf die Erweckung nationaler Gefühle zur damaligen Zeitz wie man der Nationalversammlung die Diplomatie nach außen ausdrängte, um die Konstitairung nah innen zu hemmenz zur Wahl des Reichsver- wesers mit dem bundeêtäglichen Vorbehalte vou unendlieher Tragweite, und fährt fort mit der Frage; Wie hat man aber den Reichöverweser unter- stüßt? Hat man etwas gethan, um ihn empor zu heben? Nein, mau war von Anfang an darauf bedacht, daß der Reichsverweser nicht zu feste Wurzeln fasse und vorzü,lih, daß er den alten Polizeistaat wieder anbahne. Um das Erstere zu bewirken, überließ man i9m die Notification sciner Ernennung selbst|, darum fand er nirgends im Ausland Anklang, und seine Gesandten erhielten höflihe Zurückweisungen oder formelle Au- dienzen, _ Der frankfurter Aufstand ward zur Ausbeute für den Polizel- staat, Der RNeichsverwescer mußte diesen wieder begründen, Durch ihn wurden der Belagerungszustand und die politischen Untersuchungen einge- führt, So ging es fort und fort, Endlich sah die National-Versammlung ein, daß der Boden unter ihren Füßen weiche, deshalb wunden die Grund- rechte beschlossen und das Verfassungswerk in Angriff genommen, Kein Borschlag der Regierungen wurde sichtbar. Erst nach der ersten Lesung er- hoben sich Bedenlen, nicht von einheitliher Tendenz, nein, von ganz entschieden partikularistisher Seite und Richtung. Kein Gott hätte sammiliche Wünsche und Anträge zufrieden stellen können! Da- mals fam das Kompromiß zwischen der erbkaiserlichen Rechten und der Linken zu Stande, wo eine gewisse Hand im Spiele war, die zur Annahme des Suspensiv-Veto ricth, weil sie wußte, daß dies den König von Preußen zur Nichtannahme bewegen würde, Oesterreich, wissend und ahnend, Preußen werde ablehnen , rief scine Abgeordneten ab, um der Na- tional - Versammlung den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Preußen ahmte Desterreich nach, Allein 28 Regierungen erkannten die Reichs-Ver- sassjung an, und ein großer Theil der Nation theilte ihre Ansicht. Es ent- spann fich aus den Widersprüchen ein Kampf, ein aktiver und ein passiver choiderstand. Die Bewegung ward unterdrückt, Die Büreaukratie hat Eric A Arrungen, M Le n nan aus, um mit ihren e Far sGrittaderiti aen N e die nicht einmal der gemäßigt- sie ire Veutt heilt n V, A en N Lt vor uns, wie herrs. Wäre ed A i zug 44 E größte Uneinigkeit der Regierungen als Wühler und Atiariiten A ideeit i E a E hne, I G RA 4 x en fia reit, wirklih thätig Partei genommen mächtiger erten erf L : E erhoben hätte, wäre sie nicht nun in den Händen der boi G oßmäc L Bride Deutschlands liegen i2 Wh Nébian. bet L ENDOiA Was werden wir nun befom- E b at ge \agi, die Mediatisirung sei bereits entschie-

den, es frage sich nux, ob Bayern unter Preußen oder unter Oesterrei fomme, und sprach sich zuglei sür das leptere aus i Mllein fa fruh ist die Frage noch nicht gegeben, \o0 weit ist és bf fe es fann abcr dahin kommen. Die Großmächte haben d 7 vie les Uebergewicht von 400,000 Bajoneiten, Ein Corps t Abb rkén schließt sich an ein solches in Schlesien, vann in Berlin Vin ta Westfalen an, daran reihen sich 3 Armee-Corys längs der Rhein- gränze, die sch nun mit dem in Tyrol und Voralber Y So is ein Heeresring um das constitutionelle Deutschland gezogen, Ja diesem selbst herrscht Niederdruck, Spaltung, gegenseitiges "Mißtrauen, Er- mattung. Kleindeutschland is faktisch mediatisirt, wenn man darunier die Gewalt des Einen über den Anderen versteht, Darüber waren die Groß- mächte íîn Tendenz und Politik einig, das constitutionelle Wesen |aufzuräu-

(

5 J ch

C ——————_—

g vereinigen. |

2036

men, Jn Oesterreich findet sich kein Jota mehr von ciner Repräsentation, niht einmal die Provinzial - Landtage werden einberufen; die gesammte Waffenmacht is nicht einem vom verantwortlihen Ministerium gestellten Befehlshaber anvertraut, sondern in der Person des Reichs - Oberhaupts fonzentrirt, das Land is in Militair - Bezirke eingetheilt, zwei Drittheile des Landes sind in Belagerungs-Zustand. Wo is hier noch eine Spur von Constitutionaliêmus ? Preußen huldigt noch der constitutionellen Formz llein es wird nicht weiter kommen, als zu den Freiheiten, die wir bereits vor den Märztagen in den südlichen constitutionellen Staaten hatten, ja sogar hinter unsere gewiß nicht übermäßigen Freiheiten zurückweichen. So weitistman im Rei- nen, Was nun Preußen betrifft, so strebt es nah Centralisirung und will einen Bundesstaat. ÖDesterreih verfolgt cinen entgegengeseßten Weg, Es war chon früher mehr conventionell als thatsächlich beim Bunde, den Bundes- staat kann es aber weder na seiner Tradition, noh seiner gegenwärtigen Lage nah wollen, Staunen hat mich ergriffen, als ih im November 1849 börte, Oesterrei wolle das noch, was im November 1848 kaum mchr möglih gewesen. Damals hatte ih noch Hoffnung, Oesterreich würde ein Föderativstaat werden. Allein die russische Hülfe, der Kampf in Ungarn auf Leben und Tod hat das unmöglich gemacht. Ungarn ist mit Blut ind Hinrichtungen erobert worden, Einem solchen eroberten oder „gerecht gezüchtigten““ Lande, wie ein Vorredner ( Lassaulx ) sagte, kann man keine, auch nicht die geringsten Provinzial - Freiheiten gestatten z eine Generation, mindestens cine halbe, muß mit Hülfe des Kriegszustandes regiert werden, denn jede Freiheit müßte zur Revolution führen. Oester- rei muß si stark nah innen centralisiren, als solcher centralisirter Staat fann es feinen Bundesstaat wollen, sondern einen mehr als vor dem März 1848 gelockerten Staatenbund. Allein auch die ausländische Politik spricht ein vertraulihes Wort mit , sie will kein kräftiges Deutschland. Rußland wird cinen Kampf auf Leben uud Tod gegen die neuen Jdeen kämpfen und deshalb schon gegen Deutschland sein. England neigt sich einem cen- tralisirten Deutschland, wo möglih unter Preußens Hegemonie, zu. Es wünscht Freihandel und eincn fkcäftigen Staatenkörper in Mitteleu- ropa gegen Osten und Westen. Allein das aristokratische England gab den Gedanken auf, denn es schhreckte vor den demokratischen Elementen, die in Deutschland sich geltend machten, zurück, Frankreich selbst strebt im Allgemeinen mehr nah prinzipieller Gleichheit, als nach organischer Freiheit, Die organische Unfreiheit, die Centralisation is dort das einzige Mittel zur Zusammenhaltung des Landes: Frankreich is cin Vulkan , der von Zeit za Zeit Erupttonen hervorbriugt, Europa erschüttert und dann ermattet. Uebrigens hat es jeyt keinen Einfluß auf die äußere Politik, wic wir in Nom geschen, Dann is Frankreich ja stets gegen cin festes Deutschland gewesen. Der Grundsay Louis Philipp's, an den Grän- zen Frankreichs nichts Konfödertrendecs zuzulassen, gilt nocb, denn Frankreich sieht darin cine Störung seiner Macht,

Was den Antheil betrifft, den Bayerns Politik in der deutschen Ange- legenheit hat, so hai man gesagt, daß derselbe nicht bedeutend sein föunte, Meine Herren , die bayerische Politik und ihr Einfluß war nicht so unbe- deutend, sie war nicht so unwirksam, als sie am deutschen Bunde im Namen Deutschlands die Preßfreiheiheit verlangte , sie war nicht unbedeutend, als sie dem Beschluß der Großmächte zur Unterjochung der Schweiz nicht Folge lcistete und dagegen protestirte. Sie war nicht unbedeutend, als sie bei dem Beginue der Bewegung in der Proclamation vom 6, März zum erstcn Mal und allen andere vorangehend den Grundsaß der National- vertretung aussprah, Aber später gestaltete sichs anders, Das bayerische Kabinet wurde ein Anhängsel der Großmächte, es wollte lieber, als der Erste un- ter seines Gleichen, der Dritte unter den Großmächten sein. Diese Politik wurde {hon im April 1848 verfolgt, nicht erst vom jeyigen Ministerium, das nur in der- selben fortfuhr, Das bayerische Kabinet machte einen Vorschlag zu einer deutschen Verfassung, worin bestand derselbe? Nicht daß er auf cine Eintheilung Deutschlands in 6 oder 7 Kreise mit einem Direktorium hinzielte, nein, sein Plan war eine Trias, Bavern wollte mit den Großmächten herrschen, und die übrigen Staaten, Sachsen, Hannover 2c. sollten die Bedeutung cines Fürstenthumes Schwa1zburg 2c. haben, Es war das ein unglücklicher Schritt. Dieses Haschen nah Macht verleitete auch das Kabinct zu Eifer- süchteleien auf die Centralgewalt selbs|; ich erinnere nur an dic Vertcige- rung der Matrikulagr-Beiträge, der Bectidigung des Heeres u, st. w, Jndem nun der Redner auf die Anstände, die Bayein gegen die NReichs- Verfassung erhob, übergeht, kommt er zu dem Zeitpunkt, wo Preu- ßen die Kaiserkrone ablehnte, und fährt fort: Damals war für Bayern cin großer, ein welthistorisher Moment gegeben, als zwei Männer der Rechten und ciner der Linken hierher kamen, um Bayern zur Annahme ter Statthalterschaft zu bewegen. Bayern hätte sie annehmen follen und fönnen, es hâtte ja die Oberhaup!sfrage offen lassen und auch cinc Revi sion der Verfassung sclbst vorbehal‘en können; man wäre gern darauf ein- gegangen. Man wünschte Bayern an die Spitze gestellt, und Bayern bat dies abgelehnt und den großen Moment versäumt, Man sagt, Oesterreich und Preußen wären nicht beigetreten, Allein was wäre es gewesen? 16 Millionen sind keine Kleinigkeit, 16 Millionen, erglüht von nationaler Be- geisterung, Damals war Bayern cine große Nolle bestimmt, wenn es sich an die Spize gestellt, wenn es die Reichs - Verfassung anerkannt hätte ; hinter ihm standen 16 Millionen und das Parlament. Die Bewegung in Dresdeu, das Unglück in Baden und in der Psalz hätte nicht stalt- gefunden, die Freisinnigen aller Färbungen hätten sich vereinigt und um Bayern geschaart, und die Großmächte zählten viele solche Freisinnige unter ihren Angehörigen. Meine Herren! Das Blut, welches in Baden geflossen is, es wäre, wenn es so weit gekommen wäre, im Kampfe für die Unabhängigkeit und Freiheit des Vaterlandes geflossen, Allein es wäre nicht dazu gekommen, die Großmächte hätten sih gefügt. Was that aber die Regierung? Sie schite am 3, Mai eine Note an ihre Gesant ten, worin sie ihnen mittheilte, daß dié Nationalversammlung am Erlöschen sei und daß deshalb dieselben auf eine neue Cintralgewalt, in Form einer Trias, hinwirken sollten; dies that sie, statt sich an die Spiye von 16 Millionen freier Deutschen zu stellen, Nun entspaun sich der ampf Die zwei Großmächte waren längst einig, die hochsreisinn: de wegung zu unterdrücken, wenn sie auch über die Mittcl nod einig warenz hierin sah die bayerische Regierung die Möglichkeit Krieges zwischen Oesterreich und Preußen. Die bayerische Regierung war so chrlih, ih sage es laut, dies zu glaubenz zur Verhütung sandte sie ih- ren Gesandten nach Berlin und Wien zur Vermittelung und ärndtete we- nig Lob und wenig Dank. Bayern hat. nun zum zweiten Mal dasselbe Experiment gemacht, wie beim wiener Kongreß, indem es mit Oesterreich ge- gen Preußen ging. Es hat \o lange die Unterhandlungen aufzuhalten ge- wußt, bis Oesterreih freie Hand hattez der Eifolg wird, ich fürdte cs, fein besserer als der beim ersten Experimente sein, Bavern hat cinen ungeheuren Antheil an dem Geschicke Deu!sch- lands, Es is durch seine im Jnuteresse Oesterreihs hinhaltende Politik Schuld, daß die Dinge dahin kamen, wohin sie gekommen! Doch ich will feine Vorwürfe machen, es is geschehen und unwiederbringlich vorbei, Nun muthet man uns aber zu, wir sollen diese Politik gut heißen, wir sol- len ihr unseren Beifall durh Ucbergang zur motivirten Tageso1dnung ge- benz das ist denn doch zu viel verlangt, Hâtte man uns einfache Tagesordnung vorgeschlagen, ih und meine Freunde würden wenig Worte verloren haben. Wir sollen aber einer Regierung beipflich- ten, die in allen wichtigen Momeuten ihre Kammern nah Hause chickt oder vertagt, Das Ministerium brauchte auch neulich kein bôó- ses Gesicht von der Majorität dieser Kammer zu fürchten, wenn es seine leyzie Note zur Ratifiziung vorgelegt hätte z allein es wollte diese nicht, und nun will man ihm die Beistimmung förmlich aufdringen, Das können Sie uns doch nicht zumuthen, denn wir fönnen nund werden diese Verantwortung nie und nimmermehr auf uns nehmen, Meine Herren von der Majorität! Altbayern ist ein ehr- würdiger Stamm, allein es is nicht das Königreich; Schwaben, in welchem eigenthümliche Umstände momentan dic Meinungsäußerung niederhalten, Franken und die Pfalz, auch sie denken und fühlen mit Leib und Srele für Bayerns und für Deutschlands Wohl; fällen Sie nicht ein Urtheil im Namen dieser Provinzen, das nie und nimmermehr von ihnen getheilt wird, Schließlich will ih noch einige besondere Einwendungen prüfen, Ein Mit- glied der Kammer, das heute nicht da ist, was ih sehr bedaure, da ich dicse Worte gerade an cs richten möchte (von Hermann), sprach von den großen materiellen Vortheilen, die uns durch einen Anschluß Oesterreichs au Deutschland die Donaumündungen gewährten, Es fragt \sich nur, welchen Cinfluß Oesterreich noch auf dieselben hat, au wenn si die Russen zurückgezogen, und welchen Nutzen uns die immer mehx um sich greifende Versandung derselben gewähren wird, Was

hat uns denn Oesterreich {hon überhaupt so viel Gutes gewährt ? Verglei- chen Sie den Vertrag von Campo Formio, der das linke Rheinufer abriß, den Rastatter Kongreß, den Preßburger Frieden und dann noch seine Thâ- tgkeit seit 1815. Alle Maßregeln des Polizcistaats, alle Unterdrücckung der freien Entwickelung in jedem Gebiete , sie hatten ihren Ursprung in der wiener Staatskanzlei. Jch bin weit entfernt, die preußische Politik zu rechtfertigen, allein um so weniger kann die österreichishe billigen. Ein anderer Redner (von Laussaulx) hat von dem Greisenthum, in dem Deutschland sich befinde, gesprochen, Mir fiel nur dabei guf, daß nah dem Kakkul des Herrn Redners Rom 1000 Jahre weniger als Deutschland brauchte, um zu- altern; kommt das vielleicht daher, daß der Verlauf des Lebens in Jtalien cin kürzerer und {hnellerer is, als in Deutsch- land? (Heiterkeit.) Man hat von der Lebenskraft der West- und Südslaven gesprochen. Meinen Sie die Tschechen- und Polen, dann haben Sie recht; diese tüchtigen, intelligenten Völker können uns Freiheitssinn und Vater- landsliebe lehren. Allein daß das Slaventhum je Europa beherrschen werde, das glaube ih nie und nimmermehr, Der große Fragmentist, der jeßt in der Verbannung shmachtet, hat es uns gesagt, daß das Slaventhum bloß tropisher Natur ist, er hat uns eine andere, aus eigener Anschauung geflossene Schilderung des Slavenreiches gemacht. Uebrigens gehen die Völker der Gegenwart nicht mehr, wie die der alten Zeit, unter, Die Civilisation if zu weit vorgeschritten uud stügt sich guf die unendlichen Verkehrswege. Und ginge in Europa das germanishe Element unter, so geht es in Amerika auf; dort cinigen sich die germanischen und angelsächsishen Stämme, und sie werden mit England die zukünfiige dominirende Rolle im Völkerleben über- nehmen. Doch bis dies der Fall sein wird, wird vielleicht auch die Ober hauptzfrage entschieden sein. (Heiterkeit) Der Abgeordnete Thinnes hat von einer Verständigung mit den 38 deutschen Regierungen gesprochen, Wer glaubt noch daran, meine Herren? Wir brauchen cin Parlament und dür- fen nicht auf Verständigung warten! Zum Schlusse auch ein Beispiel von einem Käfig. Der Aar der deutschen“ Freiheit is nah zu kurzem Fluge geknebelt und gebunden in einem Käfig, umgeben von dem Zopf in allen Formen, der dafür sorgt, daß er nicht seine Bande breche. Aber es wird dic Zeit kommen, wo er doch aus dem Käfig dringt. Was kommcn muß, kommt und wird fommen, Nur Wenige der älteren Generation haben stürmische Zeiten und Erhebungen gesehen, die jüngere und mittlere ist in friedlichen Zeiten, 1m dolce far niente des Drues und der Knechtung aufgewachsenz mit dieser fann man cine Reaction machen. Eine Errungenschaft aber haben wir bereits (der Redner wendet si gegen die vollbeseßte Reichsrathsloge): die privilegirten Stände sind dahin, die Nation ist hier eins geworden. Bald werden die Männer jener Klasse in den Schooß ihrer Mitbürger zurüd- fehren im Selbstbewußtsein und mit dem Gefühle, sih geltend zu machen. Auch die Jugend wächst heran, sie hat große Hoffnungen eingesogeu und große Momente gesehen. Die Jugend wird zum Manne. Die anders orga- nisirte, geeinte Gesellschaft wird der Freiheit Bahn brechen. Das freïe Deutschland is noch nicht verloren, (Vravo im Sagale und auf den Val- l-ricen. Der Präsident fordert zur Ruhe auf.) i : Heine (zur Berichtigung): Der Vorredner hat m1 eine Acupe- rung substituirt, die ih nicht gethan habe. Nicht genug, dap schon die Stenographie in meiner Rede baaren Unsinn “niedergeschrieben hat, legt man in meine Worte noch eine Unwürdigkeit, Waller - stein, den Redner unterbrechend : Bon Heren Heine Bir keine Rede. Der Herr, welcher die Lauge über dle Nationalversammlung goß, sigt da drüben. L assaulx nickt bejahend. (Große Heiterkeit.) Der Präsident mahnt zur Ruhe und verweist auf die seither bewahrte wiur- dige Haltung. Lassaulx, zur faktischen Crwiederung: Man hat von einer geheimnißvollen Hand gesprochen, die im Verfassungs - lusschusse der Na- tional-Versammlung wirkte, Meine Herren. L1€® waren Nobert Blum, Wigard , die ganze Linke, die sich meinen Anträgen beim 17er - Ausschuß widerseßten ; und die Bürcaukratie hat hier gerade die rechten Leute ge- wählt, bei denen man ein Einverständniß mit ihr nit vorausseßeu durfte. Man hat von einem wichtigen Moment gesprochen , den Bayern außer Acht gelassen. Meine Herren, die Handlung , die man Bayern zur Ergreifung dieses Momentes zumuthete, verstoßt wider das Gesch alt gläubiger Ehre, die verlangt, daß Niemand sich gegen „Ein Mann ein Wort“ verslindigez sie verstößt aber auch gegen das Geseh poli tischen Verstandes,. Mit fünf Millionen sollte Vayern eine Verfassung durchführen, die sich Preußen mit 15 Millionen nicht durchzuführen gc- traute! Forndran billigt die Politik der bayerischeu Regierung, welche Ocsterrcih ermuntert habe, aus seiner zuwartenden Stellung her- anszutreten und diejenige einzunehmen, die ihm gebühre; auch die constitutionellen Freiheiten habe sie (die bayverishe Regierung), wie die gemachten Vorlagen bezeugen, zu verwirklichen gesucht. Die von der National - Versammlung aufgestellie Verfassung sci an der Nichibeahtung der Stammes - Eigenthümlichkeiicn gescheitert; doch würde der Medner , wenn zwischen der berliner und frankfurter Verfassung zu wählen wäre, sich unbedingt für die leytere erklären, und die bayerische Regierung sci mit Recht der berliner Verfassung in den Weg getreten, Ein Krieg zwischen den beiden Großmächten hätte nicht zu den Unmöglichkeiten gehört; die bayerische Regierung habe zu vermitteln und den Frieden zu erhalten gesucht und habe ihre Ausgabe erfüllt, Wenn die Absichten der Negicrung redlih waren im Jnteresse der Einigung Deutsch- lands, so müssen auch die Handlungen des Ministeriums als zweckmäßig erachtet weiden, Was aber das Juterim betreffe, so sei er der UNeberzcu- gung, daß es nicht wohlgethan war, die Kammer nicht darüber zu befragen. Nachdem die Bemühungen der Negierung zum Theil fruchtlos geblieben, habe sie doch das Verdienst, daß eine Verständigung über den vorzulegenden Entwurf einer provisorishen Ecentralgewalt zu Ztande gekommen, Die Zukunft anlangend, hält es dex Redner für Pflicht der Kammern, den Fürsten immer ins Gedächtniß zurückzurufen, daß sie die den Völkern gegebenen Versprechungen erfüllen und im Sinne des Consti- tutionalismus mit den Völkern Hand in Hand gehen , dann würden sich die Wühler von sclbsst zurückzichen. Der Redner beantragt, indem er im übrigen dem Ausschußantrage beipflichtet , folgenden Zusay: „Die Kam- mer gebe sich der \leberzeugung hin, die bayerische Regierung werde nicht ocrsäumen , tahin zu wirken , daß, unbeschadet dieser Aufgabe, vor Allem die industriellen und handelspolitishen Verhältnisse und Bedürfnisse al- ler deutschen Staaten unter geeigneter Betheiligung des Bolkes gemeinsam geregelt werden,“ : (Schluß folgt.) Württemberg. Stuttgart, 4, Nov. (O. P. A. Z.) Die Württembergische Ztg. enthält ein Schreiben des abge- treteneu Ministers Römer, betitelt: „Die unbedingten Anhänger der frankfurter Reichsverfassung und das Ministerium vom 28, Oftober 1849, Er giebt die Gründe an, aus welchen das März Ministerium gefallen sci, nämlich, weil es einerseits sich weder dec1 Wünschen einer höher stehenden Partei gefügt, welche die Vor rechte der Bundesakte von 1815 gegen die Grundrechte aufrecht u erhalten gewünscht, noch andererseits, weil es dcm Berlangen der sogenannten Volkspartci, die frankfurter Verfassung dur{hzu führen, nicht entsprochen habe. Jn Beziehung auf ersteren haben die Ministe? die Wünsche nit erfüllen können, weil sie das Ver sprechen abgelegt, die Grundrete dos deutschen Volkes durcchzu führen, #0 weit E Tau einzelnen Lande durchgeführt werden können, und zur Durchsührung der srankfurter Verfassung konnten sie sich niht herbeilasjen, weil, nachdem alle anderen deutschen Staaten dieselbe entweder nie aner fannt, oder, wenn sie dieselbe anerkannt, sle wiedcr verlassen hatten, das kleine Württemberg der Aufgabe n! gewachsen war, dem Billen aller anderen entgegenzutreten. Man habe den Willen der Volksmasse überschähßt und auf Rechnung derselben gestellt, was in dem Willen einzelner Führer lag. Die badische Revolution habe ein ganz anderes Ziel gehabt, als die Durchführung der Reichs- verfassung, und wäre ter Anschluß an dieselbe der entschiedcne Volkswille gewesen, so hätte ihm das Ministerium nicht mit Erfolg entgegentreten können. Er entwickelt die Verhälinisse, welche damals obgewaltet haben, näherz er glaubt, daß nach menschlicher Berech- nung die frankfurter Verfassung nie ins Leben treten könne. Würt- temberg aber könne in Deuschland nicht allein stehen, hierüber feicn seine Ansichten bekannt, Er sei für ein ganzes Deutschland, aber

nicht für ein preußisches z aber er sei auch für eine deutsheVolksvertretung, und wenn Oesterreich diese seiner eigenthümlichen Verhältnisse wegen nicht geben könne, Preußen aber daran festhalte und die Grund- rechte nit verkümmere, so sei er, selbst ohne Oesterreich, für eine Verbindung mit Preußen und dem übrigen Deutschland; besser etwas, als gar nichts, In diesem Sinne werde er auch das neue Ministerium unterstöhen. „Mein Stolz““, {ließt er, „besteht nit darin, Minister zu sein, sondern darin, ein ehrlicher Mann zu sein, und darum habe ih niht die Personen im Auge, sondern die Sachen, darum habe ich es unterlassen, durch Unterstüßung der ba- dischen Revolution und der Reichs Regentschaft meinen dem Könige und dem Volke geleisteten Cid zu brechen, und Württemberg, viel leiht einen großen Theil Deutslands dem Bürgerkriege, somit unabsehbarem Elend cntgegenzuführ.n. Die Voltspartei kann diese enghcrzig, kleinlich nennen ; sie volksverrätherisch zu nennen, steht ihr nicht zu. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen ge- handelt, und wenn. ih durch diese Handlungsweise die Volksgunst rloren habe, fo erkläre ih, daß ich mich um Volksgunst nicht be-

Politi

ummere.“ Hessen und bei Nhein. Darmstadt, 5. Nov. [Dal ui. J Se. Königl. Hohcit der Großherzog hatte vorgestern den cuch des Erzherzogs Reichsverwesers Kaiserl. Hoheit in Kranich tein zu einer Jagdpartie. Geftern verweilten dcs Prinzen von Preußen Königl. Hoheit auf dem Wege von Karlsruhe nah Rhein P am hiesigen Hoflager.

) tg L c FIE E

Preußen

armstadt, 6. Nov. Gestern übernahm der General-Licu- Freiherr von Schäffer das Kriegs = Ministerium, und heute ird er als General = Kommandant der Großherzoglichen Arme vision das hiesige Offizier-Corps begrüßen.

Mainz, 9. (O: P. A Q) - Se: Kiilserlihe Höheit per Erzherzog Albrecht besichligte heute die Minengänge und Ka ematten der äußeren Weike hiesiger Reichsfestung, so wie den hier reservirten Pulvervorralh, Man sagt, es solle nächstens General marsch geschlagen werden, um die Truppen in der raschen Beseßung der Festungswerke zu prüfen. So eben wird der hiesigen Besaßung für morgen große Parade angesagt für Se. Königliche Hoheit den Prinzen von Preußen, welcher auf der Durchreise nah Koblenz

Kaiserlichen Hoheit dem Gouverneur einen Befucl

j

nant

N) Nov.

( al tatt 11

Nov.

Hldenburg. Oldenburg, 4. Wei Hi) Sée. iserl. Hoheit der Erzherzog Stephan von Oesterreich i heute achmittag zum Besuche hier angelangt. Wie man sagt, wird e1

n Aufenthalt den ganzen Winter über hier nehmen.

Die neueste Nummer des Geseyblattes enthält das vom Landtage berathene und nunmehr vom Großherzoge sanc- „Gesetz, betreffend die Rechtsverhältnisse der von einem

unnd \chubherrlichen Hörigkeitê- oder Unterthänigkeits - Ver-

bc:nde befreiten Stellen und die Entschädigung wegen der aufgeho=- \enen gutsherrlichen und sonstigen Lasten“, Dasselbe zerfällt in 5 Abschnitte und 150 Artikcl, welche iun Allgemeinen enthalten : Er- x Abschnitt, Allgemeine Bestimmungen. Rücksichtlih der Erwer- freien Eigenthums und der Folgen derselben. (Art. 1 bis Zweiter Abschnitt. Von der Ausmitteluug der Entschädi= die cinzelnen Berechtigungen. (Art. 27—84,) Dritter Bon dem Abschlusse des Entschädigungs -= Geschäfts, der Entschädigungssumme und den Verhältnissen dritter

S Vierter Abschnitt. Von den Behör Varel, Q U 1405 Fünfter Abschnitt.

D its festgestellten Entschädigung. (Art.

Zachsen-Koburg-Goth Gotha, 9, Vos, L D gestrigen Abendzug kam der Sohn des Prinzen Prinz Fricdrich Willelm, mit kleiner Suite durch

i Zonn zu begeben, Jn Erfurt wa1

Nogmton fotorlicht hoar1t16t GOeamten feleriicht begrußyz!

(ibe

pellations8gerihts-NRath Ca- der Ablehnung des Herrn Präsidenten fur unser Her

i nach, aud

Fraufvreich, Paris, 5. N Morgens. (Koln. ? ous Napoleon hielt gestern zu Versaille cine große Revue De1 Moniteur enthält heute zahlreihe Verleihungen dcs Ordens dc1 Chren-Legion und zwar größtentheils an höhere Justiz-Beamte. Der päpstliche Nuntius ist das cinzige Mitglied des diplomatischen Corps, welches bei dem neulichen Empfange im Elysee fehlte, was ziemlich allgemein auffiel. Statt F. Barrot's ist der Ex-Finanz Lmister Duclerc, der schon lange viel mit Louis Napoleon verkehrte, zum Generalsecretgir der Präsidentschaft ernannt worden. HerrPeauger wird Herrn Desmazure als Kabincts-Chef im Ministerium des In ern erjepen, Der frühere Bolschafts-Secretair in Brüssel, Her-

E Bassauo, is an des in Ungnade gefallenen Rebillot Stelle izei Ale had geworden und wird, nach Behauptung der Esta- | l ad G den Bes blen Persiguy s arbeiten. Mit Re- i N städtischen Polizei , Carlier, von sei H) Man joll gefunden haben, daß Beide zu eisrig bcmuh! N Wan n, als Louis Napolcon, Nachrichten zu

e N) N noch Ammer an Rapneva! s Annahme des

n af feben La zie Mg Da vielen Einfluß auf thn Len révihe Led zur Ablehnung zu vermögen, Nach A Ce L TEDER 1M ADEI Theile i A E e Ine Os Manisest des Präsidenten ge aba Ma S D incts Y artei nimmt, während DRAR \chaft genehmigt Man Ih E O E Fel wischen der Rechten N Li t, daß ein beträchtlicher T heil der der Botschaft gacae n Linken schwankenden Repräsentanten sich Ing le gegen das Programm auschließen werde, und daß die Fragé dezialih dieses Ute at s in de | oder nota Eo nterscheidung schon in der heutigen demse!ben Blatte soll der ea g Ae fommen durfte, Nach Vorschlag erst nach Beéitdia N Berjammlung cin Amnestic die man in 10 bis 412 SAeS des Prozesses zu Versailles, Die demokratish-sozialistishe Reforme axt. ‘gebo er Lane, worin wir sind, fordern wir dié Republi ems cl AEIA U

ikaner auf, ruhig zu sein Anders verfahren,

und sih in keine Kundgebung einzumengen es hieße in eine Schlinge fallen.

wäre der gröbste politische Fehler :

M No io bo Y io A

„10gen hle zu warten verstehen. Die Factionen sind hart bedrängt selbst ihren Händen entglei-

4

gen das

und ohnmächtigz die Gewalt wird von

2037

ten, Jn gewissen Augenblicken ist zu warten wissen so viel als nit das Spielwerk seiner Feinde sein, sie demaskiren ist siegen.“

Die Nationalgarde zu Cholet ist aufgelöst und entwaffnet wor- den, weil sie troß des Generalmarsches bei den dortigen Zusammen rottungen der Arbeiter, die höheren Lohn erzwingen wollten, nicht zusammentrat, 4 H

Das Journal des Débats meldet, daß die französischen Truppen unter General Herbillon, welche {ou feit einigen Wochen die Zaatcha, den mit starken Mauern und tiefem Graben umgebe- nen Hauptort eines aufrührerischen Araberstammes der Provinz Konstantine, belagerten, nach Berichten vom 20. Oktober bei dem Sturme auf zwei für zugänglih gehaltene Breschen zurucgeschla gen und nach zweistündigem Kampfe genöthigt wurden, sich mit ziemlich bedeutendem Verluste in die Laufgräben zurückzuziehen Man muß jeßt von Konstantine schweres Belagerungs Geschütz kom men lassen, was man bis jeßt für unnöthig hielt.

Die Direktoren der hiesigen Theater haben von des Junern die förmliche Einladung erhalten, den Pa gliedern des Appellhofes für jede Vorstellung cine Log( halten, die meisten haben aber gegen dies Ansinnen p

Miß Bourdett-Coutts, die bekannte. Erbin von vorgestern, von Lord Normanby hingeführt, D

des Elysce, Bekanntlich verbreitete fc

Gerüct von einer Heirath zwischen der Miß Doll soll bereit fein, feinen Theil 1

Entschädigung an Frankreich abzutreten.

G G

M 4

(artin geaen

Großbritanien und Jrland x erste Eindruck, welchen die Nachricht von

wechsel und der Botschaft des Präsidenten war eben so, wie in der französischenHauptkstadl des Erstaunens gewesen. Unter den Organen nung faßt den constitutionellen Punkt mit Bezug französischen Ereignisse hauptsächlic das Mo1 ins Auge und macht auf den Unterschied ausmcr schen dem Präsidenten der französischen Republik Vereinigten Staaten bestche, indem ste sagk die Regierung Frankreihs in die Hand wahlte } ( wollten, indem sie den Erben

D

nehmen neymen.

von sechs Millionen Franzosen C «nl

te

Politik und eine na) l it haben, Er will die Politik des Landes zum Ausdru Villens machen ; macht die Manner zu am besten geeignct ; die Ansicht dern feine Ansichten zu verwirklichen. Mit einem Napoleon will fein eigener Premier-Minister Meine Hêp= ren, sagt die Botschaft in emer S e wenigstens das Verdienst hat, ziemlich klar zu sei „jd lhabe die Sache lauge genug ruhig mit angesehen; bis i 7 d Q Willen gegangen und Jhr habt eine schöne Konfusion angerichtet ; von nun an will ih auch meinen Antheil am Spiele haben.“ Nach a sem brauchen wir kaum zu erwähnen, daß eine sowohl dem Gehalt als der Form nach unanständigere Mittheilung selten der gese benden Behörde eines freien Landes vorgelegt worden Napoleon hat sich durch die falsche Position, in welcher wählter Präsident einer großen Republilk steht, 1rre j ‘dankt allerdings cbeu so, wie General Taylor, seine Erh der Wahl des Volkes; aber er vergißt, daß seine Stellung in ei ( it mehr Verwandt{chaft Ztel erbliche Monarchen der alten Welt hal Stimme des Volkes ihn an die Spibe hohem Grade centralisirten Staates auf den lockeren Bau cines Fóderativ-Staates 2 geseßliche Verantwortlichkeit, durch welche sich sein der Leopold’s von Belgien unterschzeidet, mit der antwortlichkeit eines Ministers, welcher de ist und \o lange auf seinem Posten der Versammlung gefällt. Ludwig wáählter Monarch, verfiel in weit ging, es den Kammern zu mier-Minister, und die Folge davon thanen ihm alle falshen Schritte verschiedenen Kabinetten ausgingen, poleon genießt noch immer einer f zehn Monate, die seit die Lage des Landes sich merklich unl

lnvorsichtigkeit begeht, | zu identifiziren, gleichviel, ob dieje m u seinem Séehaden erfahren, 1

Volk liebt, nicht der Prä

Le1ten

1

Beziehung 1

y {f gcstellt

wahrend der einmal die 1

o wird e1 welche Das bloßen „an wird er beinahe noch „abgenußzt““ fein. V

Caen Matt T Ver\uC(hi 10 Würde länner in sein reiwlige, en fonstituirenden V große, aber schlecht zusammengesugte die Beschlüsse jencs Körpers beherr\cht, es ten wird, müssen wir abwarten Dies leiseste Stoß, welchen die Autorität panischen Schrecken im Lande verbreiten wurd her niht wundern, wenn sie eine Bes welche im englischen Hause der Gemeinen « rüstung erregen würde. Es ist nicht unmögli eine fleine Modification in der gegenwärtigen Ministerli)k nommen wird, bewegen läßt, dem jeßigen Kal Dieselbe strebende Unterstüßung zu leihen, wie dem alten, Aber wn nicht daran zweifeln, daß ihre Gefühle tief verwundet wordc1 und daß die günstige Stimmung gegen den Prásidenten auf ein fährliche Weise erschüttert oder gar vernichtet ist. Die Majoritál muß nothwendig in der Botschast gewisse Anspielungen auf die Män- gel der Verfassung entdecken und auf die kurze Daucr der Präfi dentenwürde, welche sich vielleicht leichter erklären, als hinweg erklä ren lassen.

nen Li M 1 N l Vi }

l N L

abmneite

Wir fürchten, es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir bc haupten, daß die konservative Majorität zertrümmert is, daß der Präsident und die Versammlung sich wiederum beckriegen, und daß Frankreich seiner nächsten Revolution um cinen bc deutenden Schritt näher gerückt ist.“ Wenn ähnliche Ereignisse in England vorkämmen, so würde man darin, wie das Chro nicle bemerkt, eiten gegen das innerste Lebens - Prinzip der Repräsfentativ=Vexfassung gerichteten Streich erblicken. Jn ähn licher Weise, obgleich nicht ganz fo stark, spricht sih die Times aus, Sie sagt: „Jn einem constitutionellen Parlamente, wie wit das Wort verstehen, muß die Majorität der gesebgebenden Versamm lung der Reihe nah mit der Regierung identifizirt scin und ein Interesse daran haben, sie zu vertheidigen ; aber daraus folgt nicht, | daß unter dem neuen französischen Regime eine folche Einheit be | stehen muß. Die neuen Minister sind allerdings aus der Majori | tät genommenz aber {hon die Ausdrücke, welche ihre Ernennung |

|

begleiten, zeigen, daß sie die Werkzeuge einer Politik sein sollen, welche nicht immer die der Majorität, ja, nicht einmal ihre eigene ist.“ DaßLouisBonaparte ein gewagtesSpiel spiele, darúber sind die englischen Journale ziemli einig; daß es ihm aber durch cinsichtsvolles Handeln gelingen könnte, die Lage zu bemeistern, scheint mehreren derselben feinesweges unmöglich. Der Globe meint, durch unverrücktes Festhalten an seinem Programm werde der Präsident der Republik alle Hindernisse überwinden können. Noch herrsche zu viel gesunder Sinn in Frankreich, als daß man ihn im Stiche lassen werde; aber um sich den warmen und wirksamen Beistand der Nation zu sichern, müsse er sie überzeugen, daß er für das allgemeine Beste, nicht für seine eigenen Interessen handle. Auch der Times scheint es nicht unwahrscheinlich, daß die Massen dem Manne ihrer Wahl ihre Un- terstüßung angedeihen lassen würden, denn es sei nicht anzunehmen,

irgendwie Sympathieen sur die gesturzten Oppositionsmán en Zeiten Ludwig Philipps fühlten.

DA ß fic

ner aus den

Ftalien. Turin, 3v, Okt, (Lloy D.) Der französische ì turiner L Herr Lucian Murat, ist bereits hier an-

die am

laboriren fortwährend an

tng unserer Zustände nichk

der gegenwärtige Kriegs - Mi

einen Posten zu verlassen, wcil die energischen

welhe er im Heerwesen einführte, in gewissen Cirkeln q aufgenommen worden sind.

estrigen Sißung der Deputirten - Kammer stellte der

jenen Kriegern, welche an den Shlach

genommen, eine Medaille

Minifterfrisis,

n Untrag,

Monzambano Theil

ps - Kommandanten ver jede Polemik unter ein

unds\chreiben Minister den -Fonrnale.

Feldmarschall NRadetz

Journal

zum General-Gou- Stoff zu heftigen Jn=- der österreichischen Re- Die betref

tragen zu sehr Das und entstellen zu offenbar

daß wir sie einer Eror-

G S i ifalen

d morgen am Allerheiligentage in

Sanftuarium von Soperga, wo Karl

[l 3 Loidh wurde, zu besuchen. Um folgenden

Tage will die Barbierzunft auf das Grabmal Karl Albert's eine

für den verstorbenen

erinnern, mit welcher

RButh die Italiener über den Verrath Karl Alberts im vorigen

\{himpften, so k die gegenwärtigen Ovationen höchst

sonderbar und zetgen blos von der Wandelbarkeit menschlicher Zu- und Abne1i ungen.

General Pepe is} seit einigen Tagen hier

na cinem so abenteuerlichen Leben auszurußen.

silberne Krone als Zeichen ihrer Berehrung

¿f S Las dis 2 Monardhen niederlegen. Wenn wir uns

angeïommen, um

G

\[oanga, 28, Okt, (Llo9v.) Es Heigs, daß allen Bar Befelzl zugekommen \ci, in ihren Lokalitäten nie mehr

\ einmal empfangen. Dagegen erfährt Vater bedeutende Erweiterungen im Amnestie- S0 t 4 D Uner Bezeichnung : Amnestie ausgeschlossen sind,

is begriffen. ps-Kommandanient welche wegen poli-

nun einen Paß ven

Derionen aus]

Der

n 01 enen

der Belgier am feit das Rit erhalten.

Wee

De ia

L lialt, es lmgegend kanton

jeßige Stadt-

rvatore Nomano gegenwär

werabveaeben Und

Ver ‘et Romer.

j r.) Wenn Dinge in Bezug auf die

isstt man zu glauben gedrun- zwischen der heiligen Pforte ildigen friedlichen Lösung ent= den offiziellen Noten, außer ch die augenblickliche politi= tionen dcr Gesandten Eng Triebfedern der Politik,

wenn man den in Selbstständigkeit sich

das unverrüdckte

in Anschlag bringt, o

daß alle diese an den sich nach Ruhe erhalten, \{chwer ge- ids und Frankreichs, die der uicht beipflichteten und durch mehr humance durÞh das angebahnte Auskunftsmittel der Vertreibung oder Zulandelassung der Flücht linge, wenn gleichviel dieses oder jenes als Ausweg der Vermittlung angenommen wird, den Weltfrieden gewahrt. Was hilft es wenn Frankreich den Polen Reisepässe ertheilen läßt, was hilft es, wenn die Gesandten Englands, Frankreichs und Sardiniens in Konstan tinopel ein Comité errichten, wodurch sie neben dem Glanze de! Menschenfreundlichkeit, womit sich diefer neueste, wenn auch nichl sehr politische Akt umgeben soll, die Entfernung des gefährlichen Elements durh Erleichterung der Ueberfahrt anstreben, wenn es dur den Schritt des Geueral Bem, der noch fortwährend theilweise Nah ahmung findet, einheimish zu werden droht? Wirßg nunmehr die Ber- treibung der Uebrigen hinreichen, wenn ja der zurückbleibende Theil hinlänglich wuhern wixd oder soll gar die Zan reh Kluft noch mehr erweitern? Wird sk der russische L Bet s

bas grollende Englaud, das lepthin seinem Gesandten die bestim!

U 2 1L

4A T L bots D i A K ihr Dazwisichentreken } Frag ein Nen

u geben suchten, haben |}ch F 1

DUNnNA