1881 / 192 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Wilhelm und der Kronprinz von Shweden und Nor- wegen sind von dem Großherzog in Rorshach eingeholt, gestern Abend 6 Uhr auf dem Dampfschiff „Kaiser Wilhelm“ an der Jnsel Mainau gelandet und haben das S@hloß be- zogen. Der Kronprinz von S<hweden wird bis Sonnabend, den 20. ds., auf Schloß Mainau verweilen.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 16. August. Ueber die Ankunft des Kaisers und des Kronprinzlichen Paares in Jschl sind der „Presse“ no< folgende telegraphishe Mel- dungen zugegangen : i T

JI\<1, 16. August. Heute früh, präzise 4 Uhr, ist der Kaiser im besten Wohlsein hier eingetroffen. In Tegernsee, wohin der Monarch zum Besuche des Herzogs Karl Theodor in Bayern und der dort anwesenden Prinzessin Ludwig von Bayern sich begeben, blieb der Kaiser bis Montag Abends um 9_ Uhr, worauf die Reise über Schaftlach fortgeseßt wurde. In der Station Holzkirchen harrten Prinz Leopold mit der Prinzessin Gisela, welche mit dem Kaiser nah Ischl fuhren. Der Hofzug, welchen der Kaiser während der ganzen Reise benutzte, wird bis zum 23. d.,, an welhem Tage Se. Majestät si na< Wien begiebt, hier zurückgehalten werden. Das Kronprinzen- paar trifft heute Nachmittags um 5 Uhr aus Salzburg hier ein und wird auf dem ges{mü>ten Bahnhofe festli<h empfangen. Auch Erz- berzog A Victor und die Großfürsten Sergius und Paul treffen Nachmittags hier ein. f S

Sf <1, 16. August. Kronprinz Rudolf mit Gemahlin sind

Heute Nachmittags um 5 Uhr hier eingetroffen und wurden auf dem dekorirten, mit Blumen ges{müd>ten Bahnhofe vom Kaiser erwartet. Zur bestimmten Zeit fuhr der Separatzug, mit dem au<h Erzherzog Ludwig Victor hier ankam, in die Halle ein. Der Kaiser eilte dem Kronprinzenpaare entgegen und begrüßte dasselbe sowie Erzherzog Ludwig Victor aufs Herzlichste. Hierauf trat Bürgermeister Koch, der mit den Gemeindevertretern erschienen war, vor und hieß das Kronprinzenpaar willkommen. Das hohe Paar nahm dankend die warme Begrüßung entgegen, worauf das Töchterchen des Bürger- meisters der Kronprinzessin ein s{önes Rosenbouguet überreichte. So- dann fuhren der Kaiser mit der Kronprinzessin Stephanie, der Kron- prinz mit dem Oberst-Hofmeister Grafen Bombelles in offenen Equi- pagen in die Kaiserlihe Villa am Grieß; Erzherzog Ludwig Victor nahm im „Hotel Elisabeth“ Absteigequartier. Das auf dem Perron des Bahnhofes, sowie vor dem Bahnhof- gebäude und in den beflaggten Straßen zahlrei< versammelte Publikum begrüßte den Kaiser und die Mitglieder der Kaiserfamilie mit lebhaften Hoh- und Eljen-Rusen. Kron- prinzessin Stephanie, welche in tiefe Trauer gekleidet war, war dur den warmcn Empfang, den ihr die Ischler bereiteten, freudigst bewegt. Nach kurzem Aufenthalte fuhr der Monarch in seine Villa zurü, în welcher si<h bald darauf das Kronprinzenpaar zur Begrüßung der Kaiserin einfand. _ Der Kaiser hat heute Mittags dem hicr weilenden Fürstenpaar von Serbien im „Hotel Elisabeth“, einen längeren Besuch abgestattet. Eine Stunde später erwiderte Fürst Milan in serbischer Generalsuniform, mit dem Bande des Großkreuzes des Stephans- Ordens ges{müd>t, den Kaiserlichen Besuch, verblieb nahezu eine halbe Stunde bei Sr. Majestät und kehrte dann in das Hotel zurü>, um die Fürstin abzuholen und sie dem Kaiserpaar vorzustellen. Unmittel- bar nah erfolgter Ankunft des Kronprinzpaares machte Fürst Milan demselben und dem Erzherzog Ludwig Victor seine Aufwartung. Morgen findet beim Kaiser Galadiner statt, welchem außer den hier anwesenden Mitgliedern des Kaiserhauses der Fürst und die Fürstin L S sowie die beiden Großfürsten von Rußland beiwohnen werden.

Das Budget für das Gewerbes<hulwesen für das Tommende Jahr ist bereits festgestellt. Jn den Ministerien für Handel und Unterricht wird jeßt, wie die „Pr.“ meldet, ununterbrohen an der Reform des Gewerbeschulwesens ge- arbeitet und dürften diese Arbeiten bereits im September be- endet sein. Eine der ersten Maßregeln soll si< auf die Er- zielung größerer Ersparnisse beziehen. Es sollen überall dort, wo si<h zwei Gewerbeshulen befinden, wovon eine vom Unterrichts-Ministerium, die andere vom Handels-Ministerium errichtet worden ist, die Anstalten vereinigt werden. Zunächst werden die beiden Gewerbeschulen in Bieliß vereinigt.

Jn Anbetracht are ver Klagen wegen Nichterledigung ungarischer Zuschriften bei K. K. Konsulaten hat das gemeinsame Ministerium des Aeußern an sämmtliche K. K. Konsularämter eine Verordnung erlassen, dergemäß dieselven die ihnen zukommenden ungarishen Zuschristen in allen Fällen anzunehmen haben, und solche Zuschristen dur jene Konsulate, bei wel<hen des Ungarischen mächtige Beamte Lava in Verwendung stehen, in ungarisher Sprache zu beantworten seien. ; :

Von einem Gewährsmanne, der in Betreff der in Bos- nien und der Herzegowina herrshenden Systeme von jeder

Voreingenommenheit frei sei der S erst den größten Theil der Herzegowina bereiste und dabei Gelegenheit gehabt hätte, die dortigen Zustände eingehend zu studiren, erhält die e,Pol. Corr.“ nachfolgende Mittheilungen :

Die materiellen Verhältnisse in der Herzogewina haben allem Anscheine na< bereits eine wesentli günstige Wendung genommen. Wo vor weniger als drei Jahren now eine mit Brandstätten und Ruinen besäete Einöde und eine auf den Bettelstab gebrachte Be- völkerung zu finden war, sieht man jeßt allenthalben zumeist gut bebaute A>ergründe, immer zunehmende Viebheerden und Städte und Sle>den, die allmählid aus dem alten Schutte und Schmuye zu besseren Verhältnissen emporstreben. Von 5546 zerstörten Be- bausungen im sogenannten Repatriirungsgebiete, d. h, in den E Trebinje, Bilek, Ga>o, Nevesinje, Stolac und Ljubinje, wohin die circa 40000 Flüchtigen aus Montenegro und Süd-Dal- matien im Oktober 1878 zurü>kgeführt wurden, sind bereits 4527 größtentheils in dem früheren Zustande oder au< besser wieder her-

estellt worden, während 1019 no zumeist provisorisde Nothbauten find. Die Fortschritte in dieser Richtung könnten sogar noch be- dentendere sein, wenn die Repatriirungskommissian ni<t anfänglich allzu überstürzt und die Forstorgane mit der Zuthcilung von Bauholz liberaler vorgegangen wären. Die materiellen Verbältnisse können glei<wobl heute als ziemli< befriedigend ersheinen, obwohl die Be- völkerung den wirklihen Umfang und Ertrag der Bodenkultur und Viehzucht vielfach zu verheimlichen trahtet. Jn Bezug auf die Be- steuerung und sonstige Belastung der erung ist in derletzten Zeit das Möglichste gesehen, um den diesbezüglihen Klagen und Beschwerden gerewt zu werden, Die mehrfa< vorgenommene zuverlässiger Steuer- und E, sowie die Unter- ordnung dieser Klasse von eamten unter den Einfluß der Bezirköbehörden in Allem, was Schäßung und Einhebung der Steuern anbelangt, haben den bestehenden Uebelständen einigermaßen abgeherien: Ds wird aber no< immer darüber Klage geführt, daß die Resultate der Bezirks\{äßungs-Kommissionen nit selten um das Drei- bis Fünffache erhöht und dagegen ergriffene Rekurse un- berüdsihtigt gelassen zu werden pflegen. is in Wirksamkeit steben- den Steuern und Abgaben sind: 1) der Zehente von allen Boden- produkten , inklusive Tabak, der in Geld und nur ausnahms- weisc in natura geleistet wird; 2) die Einkommensteuer, und zwar: a, Kucarina von den und b. Zemljarina von den Grundstü>ten mit vier per Mille vom respektiven Schätßungêwerthe und e. Dohodorina vom Handel und Gewerbe mit 3 %; 3) die Hauszinésteuer mit 4 9% vom Mietbzinse. Außerdem giebt cs no< Scbaf- und Ziegensteuer, Borstenviebsteuer, Auëschankstecuer und Ge- meindesteuern 2c., alle in sehr mäßiger Höbe, die nabe die nämlichen

Entfernung un-

allenthalben von der BevHlkerung ohne Widerstreben entrichtet werden. Allgemeiner find nur die. Klagen über die Stempelgebühren, während das von der Regieruno, eingeführte Tabakeinlö]ungssystem von der Bevölkerung als groß-¿x Segen anerkannt wird. Die Regie hat pro 1880 für die Produk*.e des Tabakbaues 655 000 Fl. an die Bevölkerung gezahlt, und pro 18 81 dürfte diese Ziffer die doppelte oder die dreifache Höhe erreichen. Do sgrößte Hinderniß, mit welchem die österreichische Ver- waltung zu kämp“{en hat, bildet das Agrarwesen. Die Beziehungen des christlichen ‘Fmeten zum mohammedanischen Grundeigenthümer war das haupt\’<li<ste Motiv aller Aufstände in den leßten 25 Jahren, und inébesond'¿re hatte die Bewegung in den Jahren 1875 bis 1878 die völlige A afhebung jener Beziehungen, die Erpropriation, wo nicht die Vernib*,.ung der mohammedanishen Grundeigenthümer zum Pro- gramme. ‘Die österreichis<e Verwaltung darf 8 sih zum Verdienste rechnen, ‘diese Frage ohne Gewaltmittel oder Erschütterungen {hon jeßt zu «iner im Allgemeinen gendes Lösung gebracht zu haben. Es ist aâmli< in den Bezirken von Trebinje, Nevesinje, Stolac und Ljubinje im Einverständnisse beider Theile zumeist die Abgabe des 1/3 von allen Kornfrüchten, des 1/2 bis 1/4 vom Heu, des 1/4 bis 1/6 von Kartoffeln und Küchengewächsen in Wirksamkeit. In minder produktiven Gegenden wird hie und da nur das *F oder 1/5 abgegeben. Am günstigsten sind die Verhältnisse für den Kmeten im Bezirke Bilek, wo das F-System vorherrsht, und zwar im Wege einer Kesim genannten Pauschalsumme. Am wenigsten Ordnung ist no<h im Bezirke Gacko gemaht. Jn der übrigen Herzegowina herrscht der status quo ante, nämli< das Hâlftesystem. In der Rechtspflege wird wohl die Unbestehlihkeit und Unparteilichkeit der Richter gelobt, dagegen die Umständlichkeit und Kostspieligkeit des Gerichtsverfahrens beklagt, wel<e Umstände dur< Einführung des Bagatcllverfahrens und Ermäßigung der Stempelgebühren wesentli verbessert werden könnten. Auf die MNRegelun

des RKirchen- und Schulwesens hat die Regierung no

keinen O E genommen. Die Schule ift einstweilen noch den Gemeinden unterstellt und konfessionell, jedo< prinzipiell der staatlihen Aufsicht unterworfen; interkonfessionelle Schulen mit je 15 bis 20 Schülern eristiren blos in Trebinje, Bilek und Stolac. Die Stimmung der Bevölkerung in Bezug auf die Okkupation kann als eine entshieden freundlihere bezeichnet werden, als dies vor Kurzem der Fall war. Die allgemeine politis<e Konjunktur ist für den Entwi>klungs8gang der Okkupation günstig, die administrativen und militärischen Mittel genügend.

Lemberg, 16. August. (Pol, Corr.) Die Regierung hat die Ausarbeitung eines die Regulirung aller der Central- verwaltung unterstehenden Flüsse Galiziens umfassenden Generalplanes verfügt, damit die Bedingungen einer Be- \s{leunigung der Regulirungsarbeiten und die dadurch er- forderlihe Erhöhung der Staatsdotation annähernd festgestellt werden können. Zu diesem Behufe hat die Regierung {on jeßt die Vermehrung des technischen Aushülfspersonales angc- ordnet. Die tehnis<hen Vorarbeiten sind übrigens schon so weit fortgeschritten, daß die galizische Statthalterei bereits Ende Oktober in der Lage sein dürste, dem Ministerium den fertigen Plan vorzulegen. Was den voraussichtlihen Kostenbetrag der galizifhen Flußregulirungen betrifft, ergiebt si bereits aus den bisherigen Zusammenstellungen, daß die Regulirung des Weichselflusses allein ungefähr zwei Millionen Gulden er- fordern wird. :

Pest, 16. August. Die „Ungarische Post“ meldet: Die serbishe Geistlihkeit der Temeser, Bacser, Bodrogher und Syrmier Gegend, sowie die von Versecz hielt gestern in Törökbecse eine stark besuchte Konferenz ab, in welcher be- lrefn wurde, bei Sr. Majestät die Einberufung des serbi- schen Sr Men Lugo Wh ervitten, um die Wahl des Pa- triarhen, an welhem Akt die serbishe Geistlichkeit jedenfalls Theil zu nehmen haben wird, vornehmen zu können. Die Konferenz beschloß endli, der ungarishen Regierung tele- graphish ihren Dank für die materielle Unterstüßung der nothleidenden serbischen Geistlichkeit abzustatten.

17. August. (W. T. B.) Der „Pester Lloyd“ bespriht in heftiger Weise die rumänische Grenz- verlezung im Haromszeker Komitate, Dieselbe sei ein neuer Beweis der stetigen rumänischen Agitation gegen Dester- reih-Ungarn und stehe im Zusammenhange mit der Agitation der rumänishen Emissäre unter der rumänischen Bevölkerung Siebenbürgens. Rumänien müsse eine energishe Zurück- weisung erfahren, da sonst Serbien und Bulgarien dem Bei- spiele Rumäniens folgen und die Jnteressen Oesterreich-Un- garns im Orient stark gesährden könnten.

Großbritannien und Jrland. London, 17. August. (W. T. B.) Jm Unterhause beantragte Parnell heute eine Resolution, in welcher ausgesprochen werden soll, m die Ausführung des Ausnahmegeseßes für JFrlan nicht übereinstimme mit den Erklärungen und Versprehungen der Minister im Laufe der Berathung der Bill. Die Debatte dauerte den ganzen Nachmittag und wurde \{hließli< vertagt.

(Allg. Corr.) Der Vizekönig von Jndien meldet dem Jndischen Amt in London unterm 15. ds.: Es verlautet, daß die Taraki A Tee in dem ösili<h von Khelat gelegenen Lande \si<h für Ejub erklärt und ihre Chefs si<h na< Kandahar begeben haben,

Die Jndishe Regierung hat auf Anrathen des Commandeurs: en:-:(ef der indishen Armee den Befehl erlassen, daß eine Brigade aller Waffengattungen, bestehend aus Truppen, die in Punjaub stationirt sind Si equipirt und, mit Transportthieren nah Kabuler Maßsta e versehen, für aktiven Dienst stets in Bereitschast gehalten werde. Dies sagt der Kalkuttaer Korrespondent der „Times“ hat nur die Be- deutung einer allgemeinen Vorsihtsmaßregel und nichts mit den Verwidlungen in Afghanistan zu thun, au< ist es nicht wahr, wie gemeldet worden, daß die Brigade zur Verstärkung der Garnison in Quetta bestimmt wäre.

Aus Bombay wird dem Neutershen Bureau unterm 15. ds. telegraphirt :

Wie gemeldet wird, haben die Kandaharer Soldaten, die Ejub-Khan aus Herat begleiteten, sih geweigert, gegen Kabul vor- zurü>den. Drei Regimenter sind in Folge dessen aufgelöst worden.

Der „Times“ wird aus Calcutta unterm 14. ds. gemeldet :

Aus Munipore wird der Ausbru< eines ernsten Aufstan- des gemeldet. Einzelheiten über dessen Natur oder die Namen der Râädelsführer liegen noch nit vor, aud weit man nicht, ob die Erhebung irgendwie im Zusammenhange mit den jüngsten Unruhen an der Grenze von Munipore und Birma steht. Der Maharads{hah unter- drüd>t den pap mit der äußersten Strenge, und es heißt, er habe bereits 17 Personen binrihten und 300 ceinkerkern lassen.

Aus Durban wird unter dem 13, August gemeldet :

Die Boernfahne wurde am vorigen Montag in Pretoria aufge- zogen. Das Triumvirat bielt an diesem Tage Anspracben an cine Volkéversammlung. Mr. Krüger hatte ein Geleit von 50 Boern, von denen die meisten bewaffnet waren. Die FURER an die Bürger gelangte zur Verlesung. Im Eingange bemerkt sie, daß das Land jurücferstattet worden und danft Gott dafür. Das Triumvirat dankt allen Bürgern für ihren Eifer und Gehorsam und ersu<ht um sofortige Zablung der Steuern für Regierungëöuve>e. Den Einwohb- nern, die niht Bürger find, zeigt sie an, daß sie sich beim Nesidenten

sind, wie sie unter der türkishen Verwaltung bestanden und jetzt

ordentlichen Rebte gewährleistet sind. Die Adresse {ließt: „Unser Wahlspruch ist Einigkeit und Versöhnung, unsere Freiheit ist Gesetz und Ordnung.“

Frankreich. Paris, 17. August. (W. T. B.) Das radifal-republifkanis<he Comité von Belleville tadelt in einer heute veröffentlihten Protestmanifestatiow energisch die e der Unordnungen in der gestrigen Ver-: sammlung in Charonne und spricht die Hoffnung aus, daß: alle wahren Republikaner Gambetta rähen würden, indem sie ihm ihre Stimmen gäben.

18. August. (W. T. B.) Die „Agence Havas“ meldet aus Tunis von gestern: am 15. d. M. sei in Susa ein Malteser dur einen Tripolitaner ermordet worden, und das englische Panzerschiff „Monar“ habe in Folge dessen zum Schuße der Europäer 300 Mann ans Land geseßt. Aus Süd-Tunis eingegangene Nachrichten besagen: Alt Ben Khanlifa, der Führer der Aufständischen von Sfax,. suche seine Fluht nah Tripolis zu bewerkstelligen.

Griechenland. Athen, 16. August. Der „Pol. C.“ meldet man: Jm Distrikte von Arta droht ein agrarischer: Konflikt auszubrehen. Die auf den Gütern des reichen griehishen Grundbesißers Carapanos ansässigen Bauern haben si geweigert, ihren Pachtverpflihtungen nahzukommen, unter dem Vorwande, daß Carapanos fie in früherer Zeit widerrechtli<h um ihr Besißreht gebracht habe. Die griechische Regierung hat energishe Maßregeln ergriffen, um Unruhen zu verhüten und angeordnet, daß nöthigenfalls die Bauern an der Einheimsung der Ernte so lange gehindert werden sollen, bis sie ni<ht ihren Pacht gezahlt haben. Die Renitenz der- bäuerlichen Bevölkerung wird der Agitation der Oppositions- presse zugeschrieben, deren Agenten den Bauern des Distrikts. Arta Befreiung vom Pachtzinse versprahen, wenn sie ihre- Kandidaten in die griechishe Kammer wählen würden.

Türkei. Konstantinopel, 16. August. „Reuters. Bureau“’ wird von hier unterm 16. gemeldet: „Herr Bertram hat dem Sultan folgende Vorschläge unterbreitet und zwar : Die Abschaffung der Zollfreiheit für Waaren, die für den persönlichen Gebrauch der Konsuln importirt werden; die Er- ri<htung von Zollspeichern; die beständige Jnspizirung des.

olldienstes ; die angemessene Besoldung der Zollbeamten, ver- unden mit einer Verminderung des Personals; die Annahme- verschiedener Maßregeln zur VerhindŒÆung von Betrug und ein neues System von Schiffsmanifesten, indem vor jeder zollamtlihen Prüfung eine \riftlihe Deklaration abgegeben werden muß. Der Finanz-Minister kündigt an, daß infolge besonderer Maßregeln und im Einklange mit einem Jradé- des Sultans die Staatsbeamten von nun an ihre Ge- hälter regelmäßig erhalten werden. Major Tratter, der britishe Konsul, hat an Lord Dufferin einen Bericht über die Zustände in Armenien erstattet.“

Amerika. Washington, 17. August, Abends. (W. T. B.)- Nach dem heute Abend 6 Uhr 30 Minuten ausgegebenen Bulletin hat die am Morgen konstatirte Besserung in dem Befinden des Präsidenten Garfield no<h zugenommen. Er- brehen ist den Tag über nit eingetreten. Der Präsident hat die ihm eingeflößte Nahrung bei si< behalten, ebenso Fleischextrakt mit Wasser, welchen er vershlu>te. Der Zustand: der Wunde is fortdauernd gut. Puls 112, Temperatur 98,08, Respiration 18.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Paris, Donnerstag, 18. August. Nach weiteren, der: „Agence Havas“ aus Tunis zugegangenen Nachrichten hätten die Engländer eine Landung von Truppen bei Susa zum Schuße der dortigen europäishen Bewohner zwar vorbereitet, von derselben aber auf die Versicherung des tunesishen Ge- nerals Bacouch, daß die Ruhe auch ohne eine englische Fnter- vention werde aufrechterhalten werden, wieder Abstand ge- nommen.

Washington / | Präsident Garfield \<läft gegenwärtig. Seit gestern Abends 10 Uhr 30 Minuten hatten die Wärter keinen Anlaß, die Aerzte zu rufen. Während man dem Patienten gestern Fleischextrakt eingab, machten si<h die Symptome von Magen- beschwerden wiederum bemerkbar, und man nahm daher von einem weiteren Versuhe Abstand. Man wird diesen Versuch jedo<h heute Morgen wiederholen.

Nr. 41 des Amtsblatts des Reichs-Postamts hat folgenden Inhalt: Verfügung: vom 11. August 1881. Beitritt der britishen Inseln Barbados und St. Vincent zum Weltpost- verein.

Ar<{iv tir Post und Telegraphie. Beibeft zum Amts- blatt des Reichs-Postamts. Herausgegeben im Auftrage des Reichs- ais. Berlin. August 1881. Nr. 15. Inhalt: Aktenstü>ke und

ufsäge: Die finanziellen Ergebnisse der deutshen Post- und Tele- graphenverwaltung in den Jahren 1868 bis 1880. Proteste gegen die Anlegung von Telegraphenlcitungen. Kleine Mittheilungen : Bestrafter Briefdieb. Erweiterung des rumanischen Staatsbahn- neßtzes. Postsparbanken in den Vereinigten Staaten. Literatur des Verkehrswesen8s: Ueber Asphalt-Straßen. Von E. O. Scubarth, Landrath a. D. Berlin 1881. Polytehnishe Buchhandlung (A. Sey- del), Nachruf. Zeitschriften-Ueberschau.

Neichstags - Angelegenhciten,

Stuttgart, 18. August. (W. T. B.) Der Reichstagsabge- ordnete Max Roemer ist, wie der „Schwäbische Merkur“ meldet, auf der Reise in Konstanz gestorben.

Statistische Nachrichten.

Die Kosten moderner Gebäude. Unter dieser Ueber- {rift {reibt der „Builder“: „Es ist interessant, einen Vergleich der Kosten der neuesten Gebäude unserer Zeit anzustellen. e neue große Oper in Paris kostete 40 000 Fr., das neue Stadthaus die gleihe Summe, das neue arer Postamt 30 000 000 Fr., das neue Museum von Victoria (Australien) 100 000 L,, die Maison du Roi auf dem Brüsseler Marktplate 2000000 Fr,, das neue Provinzial-Regie- rungsgebäude in Brügge 2000000 Fr., die Brüsseler Kavalleriekaserne 4 000 000 Fr., die neue Brüsseler Münze 4 000 000 Fr.; das Palais des Beaux Arts in Brüssel 3000000 Fr., das ncue Museum in Antwerpen 2 000 000 Fr., der Justizpalast in Brüssel 40 000 000 Fr.

als britishe Unterthanen melden müssen, daß aber Jedermann alle

und das Justiz-Departements-Gebäude im Haag 1 700 000 Fr. Das

Donnerstag, 18. August, Nachts 2 Uhr...

Parlamentsgebäude îin Westminster kostete

3500000 L, oder

87 500 000 Fr., die neue Foreign Office Witehall, 550 000 L,, die

Record Office 120000 L.

Die Ko

en des neuen Justizpalastes

in London find, aus\{ließli< der inneren Einrichtung, auf nahezu

900 000 L. veranschlagt.“ Darmstadt, 14. August.

(Darmst. Ztg.) Die Einnahmen

an Zöllen und Verbraucsfsteuern im Großherzogthu \ während des Etatsjahres 1880/81 betrugen im Sa G ILELT und übersteigen damit diejenigen von 1879/80 in der Höhe von

4287451 Æ um 1826726 M oder um 42,6 9/6.

Der Eingangs-

zoll, welcher in leßterem Jahre 2254 026 4 abgeworfen hatt li< unter dem Ginfluß des Gefeßes vom 15. Iuli En tes

neuen Zolltarifs auf 3613 987 M oder um 1 359

961 M = 60,3 9%

erhöht. Die Salzsteuer stieg von 875 846 # auf 894755 4 od um 18909 # = 2,2 9/0, die Branntweinsteuer von 302 387 d

auf 436 343 M oder um 133 956 M = 44,3 9%, abgabe von Branntwein von 5439 # auf 5615 4

die Uebergangs- oder um 176 S.

= 3,2 %%, die Brausteuer von 653 368 M auf 694211 M4 od um 40843 Æ = 6,3 9/0, die Uebergangsabgabe von Bier ‘vba

17354 Æ auf 22612 oder um 5258 M =

30,3 9%, die

Stempelabgabe von Spielkarten von 137 807 4 auf 157 191 4

oder um 19-314 #4 = 14,0%.

Eine besonders hervorragende finan-

zielle Wirkung aber hat das Geseß vom 16. Juli 1879 über die Be-

steuerung des Tabaks gehabt. Die

Cinnahme aus dieser Steuer,

welche im Etatsjahr 1879/80 in nur 41224 M bestand, erreichte in

1880/81 eine Höhe von 280533 MÆ.;

die Steigerung beläuft {ih mit-

hin auf 248 309 «6 = 602,3 9% oder auf das Siebenfache des vor-

jährigen Ertrages.

Uebersehen darf jedo< dabei nicht werden,

daß

au< der Flächeninhalt der mit Tabak bebauten Grundstü>e bezw, die Menge des geernteten Tabaks eine bedeutend Trdfere vbrden ist. Auf den Kopf der Bevölkerung treffen von der Summe der

vorstehend nachgewiesenen Zölle 4,58 M, in 1880/81: 6,53 A

und Verbrauchssteuern in 1879/80:

Die Gesammt-Einnahmen vertheilen si auf die einzelnen Groß-

herzoglichen Hauptsteuerämter wie fo 1879/80

M. 1273 228 227 961 688 786 166418 2 260 461 172 827 4 287 451 6

Darmstadt Offenbach Gießen

Mainz Worms Bingen Großh. Hessen

M. 1 934 373 913 524

lgt: 1880/81

In 1880/81 mehr

als in 1879/80 absolut.

M. % 661 145 51,9 98 986 43,4 224 738 32,6 586 995 39,3 98 703 37,8 156 159 90,4 1826726 42,6

326 947

251 183 399 164 328 986 114 177

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Von der im Verlage von Gr

eßner und Schramm in Leipzig

erscheinenden deutschen Uebertragung der Naturgeschichte des Cajus Plinius Secundus ist soeben die 7. Lieferung ausge-

geben worden. Der historis<e Verein

für das Großherzogthum

Non hat die Hefte 1 bis 4 seiner Quartalblätter für das

ahr 1880 (redigirt von Dr. Arthur Wyß.

Darmstadt, im

Selbstverlage des Vereins. In Kommission der Hofbuchhandlung

von A. Klingelhöffer) ausgegeben.

die Vereinsangelegenheiten ist zu ersehen,

Aus den Mittheilungen über daß die Zahl der

Mitglieder si< zu Ende vorigen Jahres auf 393 gehoben hatte. Die von der Pater des Jahres 1879 angenommenen

neuen Statuten

aben laut Reskript des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz unter dem 2. g

ai 1880 die Genehmigung

Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs, des hohen Vereins-Pro- tektors, erhalten. Die im E v. J. zu Hamburg abgehaltene

Generalversammlung des Gesammtv Vereine hat den Verein nohmals Geschäften des Verwaltungsausf\ betraut. tember d. J.

ereins der deutschen Geschichts- ür das Jahr 1880/81 mit den usses des Gesammtvereins

Die näste Generalversammlung soll Anfangs Sep- in Frankfurt a. M. stattfinden. Außer E 144

Tollen über die Sißungen, Versammlungen und Ausflüge des Vereins

sowie über die Veränderungen im

Bestande der Mitglieder und

die Vermehrung der Sammlungen dur< Funde und Zuwendungen enthält das Heft cine Reihe historisher und ar<äologischer Mitthei-

lungen, nämlih: Bli> Ende des vierzehnten Jahrhunderts,

burg bei Kastel, von J. Grimm. W

zu Mainz. Die Vertheidigung der

Satung v. J. 1410, von C. Will. Beitrag zur

in zwei Mainzer geistliche Haushaltungen zu

von A. Wyß. Die Amöne- B, Velke, Eine Jupiterstatuette Stadt Bingen in Kriegszeiten,

esbichte der Refor-

mation in Worms, von G. Frhrn, Schenk zu Schweinsberg. Das FräntisHe Todtenfeld zu Klein-Rohrheim (mit ciner Karte), von

. Kofler. Zum dem Streite der Geschlechter und

Grimm. Urkunde zur Geshihte der Beginen in

G. Frhrn. Schenk zu Schweins erg

Frankfurter Meßgeleit, von W. Velke. Zu

i essen, von Ein Gulalt über Mans- 1622, von W. Velke. Die

der Zünfte zu “in þ von J.

ügelgräber im Langsdorfer Walde, von F. Kofler und F. Bach.

Dio Rückzug aus Darmstadt v.

in Brief Johann Friedri< Böhmers, von J. Heft {ließt mit einer Literaturübersißt.

publizirte 1. Geschichte

Grimm. Das Das gleichzeitig

Heft XV. Bandes des Archivs für hessis< und Alterthumskunde, | eie Dr. Gustav Frhrn. Schenk zu Schweinsberg, sekretär (Darmstadt 1880. Selbstverla

herausgegeben von derzeitigem Vereins- des Vereins, Jn Kom-

mission der Feu andiung von A. ngetböffer) bringt an der

e eine

bhandlung von Dr. M. Rieger über die

nsiedelungen der

S Cha ten, welche an Arnolds etymologis-ethnologische Forscungen in

seinem Werke: anknüpft. Dann f

„Ansiedelungen und Wanderüngen deutscher Stämme“

olgen weitere interessante Mittheilungen aus der älteren Geschichte der hessischen Artillerie, von C T Bas

. Leydbe>er, Haupt-

mann à la suite des Westpreußishen Feld - Arti erie- Regiments

Nr. 16 und Mitglied der Artillerie-P äweiten umfangreichen Abschnitte {il nahme der

rüfungékommission. Jn diesem dert der Verfasser die TES

hessishen Truppen an den Kämpfen in Sasen, Brandenburg und Pommern (1636—37 e

und im Hessenkriege

1645—47). Beigegeben sind Uebersichtspläne zur Belagerung von arburg im Jahre 1647 und zur Belagerung von Rbeinfels, Ferner

enthält das Heft die Fortsetzung der A hen Geschichte in verschiedenen Jahrhu

bhandlung von Ernst Wörner:

nderten“ und einen Aufsatz von

séen der Geschibte des Dorfes Planig, ein Ey zur rheinbessi- n

Frohnhäuser, Pfarrer zu Lampertheim, über das große Hubgut des

Wormser Andreasstiftes in der Mark Lampertheim.

Recbts- und

gpracgeshitli< glei interessant ift die Mittheilung der Weisthümer

mmerers, des Waltboten und des

von Arthur Wyß. Klöster der Büßerinnen bei

Marktmeisters zu Mainz,

Den Stluß des Hefts bildet eine Geschicbte der eisenau und der Tertiarklerinnen zu

Klein-Winternheim, von Dr. P. Bruder, Kaplan zu Bingen.

e am 20. August

Di itung*“ (Leipzig, J. J. Sciung, (Le pzig, I. J

and vereine am 6. August. zen vom 7. Deutschen Bun

schießen nung von G. Heine. Vom

7. Deut (&tig.) D

er russi So

wald. 3 Abbildungen;

<einende Nr. 1

eber) enthält folgende Abbildungen : ôöner Frauenköpfe: 1V. Clytia. Gemälde von Edgar ley. Nach einem Lichtdru> aus dem

wen : Aus dem Festzug, Originalzeibaung von E. Horst se Großfürst Konstantin Nikolajewits

n Nikolaus, Die Oertlichkeiten der Stegsrievatage im Oden- {nungen von L. v.

, 1990 der „JIllustrirten

an* Verlag von W. A. Mansell

Co. in London. Das Kvffbäuserfest der deutshen Studenten- poriginazGHRnung von F. Waibler. Skiz-

in München. Originalzeich- schen Bundesschießen in orstig.

ün- (Zwei- und fein

tot:

1) Der

h nah Be Siegfriedsbrunnen auf dem offopf. 2) Partie bei Graëellenba<

mit Bli> auf den Noßkopf. 3)

ndenfels.

Das am 12. August

abgebrannte neue böhmishe National-Theater in Prag. Nach ciner

en: Trautmann-Lehnets Patentki bringen pon Getreide oder Heu in S

togravhie von F. Fridrih in n

olytehnishe Mitthei-

Land- und Forstwirthschaft.

Dem „St. A. f. W.* entnehmen wir folgende Erntebecicte: ._ Murrhardt, 14. August. lnsere Obstaussiten sind böchst günstige, denn namentlih unsere Aepfelbäume hängen ungemein voll. Im Allgemeinen is man darauf bedact, die für unsere (etwas rauhere) Gegend passenden Sorten, namentli< spät blühende, zu ziehen eine Vorsicht, der wir oft reicheren Obstsegen verdanken, als si<h mildere Gegenden zu erfreuen haben. Der letzte ausgiebige Gewitterregen hat die s{<machtende Vegetation beute erfrisht.

Untergröningen, 14. August. Das Ernteergebniß war in unserer Gegend ein sehr befriedigendes, wenn au< nit der Garben- zahl und dem Strohreihthum na, so do< dem Körnerertrag nach, wie er si beim Drusch herauëstellte: 20—24 Simri prächtigen Rog- gens von 90 bis 95 Garben ist ni<ts Seltenes. Auch mit den Er- lrägnissen der Sommerfrucht und dem Stand der Kartoffeln tann man zufrieden sein. Gerste wird bereits zu 95 M und mehr per Ctr. verkauft. Auch an Dehmd, über dessen Spärlich- keit anderwärts geklagt wird, bekommen wir einen genügenden Vor- rath. Nur der Hopfen, auf dessen Anbau man sich in der Gegend nah und na< stärker verlegt, läßt viel zu wünscen übrig. Auch Obst werden wir wenig erhalten, da die vielen Stürme die Bäume E Pa mitgenommen haben. E

»om Breisgau, 11. August. ie Ernte ist eingeheimst und entspricht den gebegten Erwartungen. An Güte ist sie DEIOAG und an Menge dur<weg befriedigend. Von bester Wirkung war der von Zeit zu Zeit sich einstellende reihlihe Gewitterregen. Tabak und Ha.if stehen besonders \<ön ; der Hanf wird eine sehr kernige Faser und gutes Gewicht liefern. Uebrigens hat diese Pflanzung gegen früher sehr abgenommen. Die russische, belgische und italienische Einfuhr drüdt die Preise, weshalb mehr der lohnendere Tabakbau betrieben wird. Die nicht mehr in Zweifel zu ziehende Aussicht auf ein gutes und zuglei< ergiebiges Weinjahr hat die Pforten der Keller {nell geöffnet und durch Preisrü>gang zugänglih gemacht, um o mehr als je nah Ort und Lage au Obstwein erzielt wird. Nach allen Er- fahrungen folgt auf ein der Beschaffenheit nah außeraewöhnli< gutes Weinjahr zunächst ein an Menge rei< gesegnetes. Macht die Negel keine Ausnahme, so werden au< die Weinfabrikations\trafprozesse jeßt R u Ne Dorerle Ee sein, ein besseres und

utgeres Bier herzustellen. Hoffentli ießt dieser Jahrgang di mißliche Lage der Landwirthschaft ab. s ge

Aus Passau wird über die Ernte geshrieben : Den Bauern werden über dem reichen Erntesegen die Städel zu klein und nicht selten kommt es vor, daß ein Theil Frucht ausgedro\scen werden muß, um dem na<kommenden Plaß zu machen. Schweres Korn, \{öner Weizen, gute Gerste, viel Hafer. Alles ist im besten Stande, nur etwas \<nell aufeinander kommen die Fruchtgattungen zur Reife. ._ Würzburg, 12. August. Der Skand unserer Weinberge ist ein D panstiger, ee E ift E Tran heiten und Wurmfraß

¿ GONT gebleben und die Reife schreitet zur Freude unserer Winz gleichmäßig fort fe \{< zur Freude unserer Winzer

Die „Skt. Pet. Ztg.“ meldet:

Kaluga. Die Ernte des Wintergetreides, besonders aber die des Sommergetreides ist im Gouvernement Kaluga, wie der „Neuen Ztg. telegraphirt wird, vorzüglich ausgefallen, Der Ausdrusch jedo wird möglicherweise dur die andauernden Platregen etwas Schaden leiden. Die Bauern haben freier aufgeathmet und befürchten nur, d e nas eine nahdrüdlichere Beitreibung der Rückstände

Orel. Alle Getreidegattungen im Gouvernement Orel sind vortrefflih gerathen. Wie man der „Neuen Ztg.“ telegraphirt, Falled

hier die Preise, Koslow. In dem Steppenstri, telegraphirt man der „Neuen Ztg.*, ist die Ernte allerorten vorzüglich ausgefallen. Die Getreide-

ernte \ößt jedohß in der Theuerung der Arbeitskrä uf ni z ringe Hindernifse. g rbeitsfräfte auf nicht ge

Gewerbe und Handel.

„… Nah der Bilanz des Crédit-Foncier!| de? France vom 31, Juli cr. umfaßt die Rubrik „Effekten und diverse Werthe“ die Summe von 2224 Millionen Frs. Die Hypotheken und Anleihen an Kommunen belaufen sih auf 1714698261 Frs., wogegen 1 602 065 941 &rs. Obligationen zirkuliren. Der Gewinn beträgt 9 048 161 p d. i. A GrE, e lis at

Vle „Aew-2Y orker Hdls.-Ztg äußert \i< in ihrem vom 9. d. M, datirten Wochenbericht folgendermaßen : Die allge- meine Geschäftslage entspricht vollkommen den Erwartungen, welche man um diese Jahreszeit zu stellen bere<tigt ist; in einzelnen Branchen mat si< sogar eine für lang August ungewöhnlich große Thätigkeit bemerkbar, und die Herbstsaison scheint einen sehr befriedigenden Verlauf nehmen zu wollen. Bezüglih der Ernten ist zu wiederholen, daß sih für Getreide zwar ein Defizit gegen vori- ges Jahr herausstellen wird, aber kein so bedeutendes, wie die in den verflossenen zwei Monaten verbreiteten Gerüchte in Aussicht zu stellen bemüht waren , und dies wird fast vollständig gede>t dur< die noch disponiblen Bestände vom Vorjahre. Von Baumwolle wird der diesjährige Ertrag, falls die Elemente in den nä<hsten Wochen keinen erbeblihen Schaden anrichten, größer sein als je zuvor, und von allen anderen Stapelprodukten haben wir cinen dur\<nittlicen, wenn nit höheren Ertrag zu erwarten. Für unseren Ueberfluß an Getreide, wie groß oder wie klein derselbe au< sein mag, werden wir, um der Konkurrenz zu begegnen, uns auf fremden Märkten wahrscheinlih mit sehr niedrigen Preisen begnügen müssen, dagegen werden andere Pro- dukte, mit welen das Ausland hbauptsächlih auf die Vereinigten Staaten angewiesen ist, wie bisher gut bezahlt werden, und wäre es nicht, um die oft und in ausgedehntem Maße störend eingreifende Spekulation, die auch in diesem Fiskaljahre dem Export einen Strich dur< die Rechnung machen könnte und deren Vorboten si leider schon eingestellt haben, so stünde demselben Nichts im Wege, min- destens denselben Werth zu erreihen wie im Vorjahre. Das Ge- {äft am Waaren- und Produktenmarkte war diese Woche mäßig lebhaft. Jn Brotstoffen, namentli<h in Weizen und Mais, entwi>elte si cin sehr bedeutendes Spekulationsgeshäft und au< der Exportbegehr dafür hat an Umfang zugenommen. Der SraGtenmarkt war lebhafter und fester; für volle Getreide- adungen sind 25 Schiffe gechartert worden: Produktenfracten haben gene Notirungen behauptet. Der Zu>kermarkt verfiel na vor- übergehender Belebung wieder in die alte Lethargie. Nio- sowie west- und ostindishe Kaffees verkehrten in steigender Tendenz. Schmalz hat bei lebhaftem Spekulation8geshäft letzte Notirungen niht behaupten können; Scweinefleish sowie Spe> waren till und unverändert, während Nindfleisb \i< anhaltend guter Nach rage er- freute. Terpentinöl hat im Werthe angezogen, während Harz bei pee Exportfrage leßte Notirungen behauptete. Raffinirtes Petro- eum war mäßig begehrt und ziemlich fest. Der Hopfenmarkt verkehrte wieder in sehr ruhiger Haltung. In fremden Manu- akturwaaren hat das Geschäft an Leben gewonnen. Der Import remder Webstoffe beträgt für die beute beendete Woche 3 346 197 Doll. gegen 3 564 485 Doll. inder Parallelwoche des Vorjahres.

London, 18. August. (W,. T. B.) Die Bank von England hat heute den Diskont ron 25 auf 3 %/ erböht. E

Verkehrs-Anstalten.

Rüdesheim, 14, August. In der gestrigen Bürgerausschuß- ißung so berihtet man dem „Rhein. Kur.“ wurde der pu eltirte Vertrag zwisben der Gemeinde Rüdesheim und cinem Bank- ause aus Côln betreffs der Anlage ciaer Pferde - resp. Zahnrad- blahn nah dem Niederwalde im Prinzip fast ceinstim- mig gebilligt und eine Kommission beauftragt, mit einem Rechtêanwalte behufs näherer Berathung des Vertrags in Verbindung zu treten, um in der näwbsten Vürger-

e. —“pce-Ap rat zum Ein-

einen und Mietben.

auXAcußsizung einen definitiven Beschluß fassen zu können. Nach

Bähnhofe Rüdesheim dur die Rhein- und Grabenstraße bis zum Engerweg (Fahrweg na „dem Niederwalde) eine Pferdebahn und von da über den Kreuzberg bis in die Nähe des Tempels eine Zahnrad- bahn anzulegen. Die Gemeinde Rüdesheim verpflichtet sich, das Terrain für die Anlage der Bahn dem Unternehmer unentgeltlich zur Verfügung zu stellen mit der Bedingung, daß das allein für den Bahnkörper der Zahnradbahn herzugebende Terrain im Ganzen nit mehr als 4 Morgen betragen darf und der ganze Bahnkörper nah Ablauf von 50 Jahren „ohne Vergütung der Gemeinde Rüdesheim zufällt. Der Bau der beiden Bahnen soll ein Jahr nah Ertheilung der Konzession zum Betriebe fertig gestellt sein. Die Pläne zur Niederwald-Bahn sind den Herren Professor Schilling und Professor Weisbach in Dresden zur Begutachtung vorgelegt worden. Dem Ver- nehmen na< haben sich dieselben nun zu Gunsten der Linie Rüdes- heim-Niederwald über den Engerweg und Kreuzberg ausgesprochen. Der diesjährige Besuch des Niederwaldes ist ziemlich stark. New-York, 17. August. (W. T. B.) Der Hamburger Postdampfer „Westphalia* ist hier eingetroffen.

Berlin, 18. August 1881.

Der um Mitte vorigen Monats in Nordamerika ent- dedte Komet, welcher am 22. August die Sonnennähe und am 26. August die größte Erdnähe erreicht, ist jezt an der Vordertate des großen Bären durch einen kurzen Schweif- ansaß fenntli<h dem bloßen Auge sichtbar geworden. Er wird im Laufe der nächsten Woche si< ziemlih {nell unter- halb des großen Bären nah Westen hin bewegen und dabei noch merklih heller Und größer werden, obgleih er seinen unmittelbaren Vorgänger vermuthlih an Helligkeit nicht er-

reihen wird. Gegen Ende August wird er uns wieder ent- shwinden.

Dortmund, 16. August. Zu der heute Abend be onnenen AXXYV. Hauptversammlung des evangelischen Vereins der Gujtav-Adolf-Stiftung haben si Theilnehmer aus allen Theilen Deutschlands und Desterreihs eingefunden. Der erste Fest- aftus fand beute früh in der Marienkirche statt. Der Konsistorial- Rath Dr. Smeod (Münster) wurde zum Vorsikßenden gewählt. Nach mehreren Begrüßungsreden verlas derselbe den Jahresberiht. Dem- selben ist ry endes entnommen: Auf der leßten Hauptversammlung in Karlsruhe ‘onnte aufs Neue bezeugt werden, daß das Werk des evan- gelishen Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung no< immer im Wachsen ist. Die während des leßten Rechnungsjahres vertheilten Unter- L pundeu beliefen si<h im Ganzen auf 750 760 M, oder um 97 548 mehr, als im vorhergehenden Jahre (überhaupt die bis dahin grö- ßeste Jahres\summe vertheilter Gaben). Der Betrag \sämmt- liber vom Gustav-Adolf-Verein seit seiner Entstehung vergebe- nen Unterstüßungen belief si< bis dahin auf 15587974 M Dem gegenüber vermehren si allerdings zusehends die Bedürfnisse und Hül 8gesuhe, welche der Verein befriedigen foll und do< immer nur brucstü>weise befriedigen kann. Gegen 3 Uhr Nachmittags fand die Begrüßung der Fest äste, Deputirten 2c. im Festsaale der Gewerbeschule statt. Morgen joll die erste öffentlihe Versammlung abgehalten werden.

Die Stenographishe Gesellschaft nah Stolze bält prgrgen, Abends 8} Uhr, Stralauerstraße 57, ein Scnellschreib- ränzchen.

In der Flora zu Charlottenburg wird morgen, Freita Nachmittags zwischen 64 und 74 Uhr, eine Probefahrt mit eineur „lenktbaren“ Lufts<iffe stattfinden.

Wetterbericht vom 18. Angust 1881, 8 Uhr Morgens.

Earomelor auf | r. u. L Moeeres- . spiegel reduc. in Wind. Millimetar. |

[Temperatur Wetter. |in ° Celsins

|599C,=—49R, 750 NNW 3 |wolkig | 12 744 SW 1 [wolkenlos | 13 745 10 2 shalb bed. | 14 74 |W 2 bedeckt | 14 742 [NO 4 [Regen 13 755 [S8W 1 [wolkenlos 13

Stationen.

Aberdeen .. Christiansund Kopenhagen. Stockholm . . Haparanda , Moskau . ., Cork, Queens- town. .. O oos Helder. . .. Sylt

Hamburg . . Swinemünde, Nenfahrwass,. O O c E ee Münster . .. Karlsruhe . . Wiesbaden . München .. Leipzig ... Di o 5% E. ¿00 Breslan ... A0 A „< B 6 .| S. a-o)

1) Seegang leicht. *?) Seegang müssig. #) Gestern und Nachts Regen. ) Abe i leichter Regen. feiner Regen,

[NW „\NW [W [W SW [SW ¡NNO ¡NO S8W S8W [SW [SW SW [WS8W |NW

754 756 746 745 TAT 746 746 746

754 748 753 754 756 751 748

heiter!) 14 bedeckt?) | 14 wolkig j 15 wolkig?) 15 bedeckt4) 13 bedeckt*) 14 wolkigs®) 17 \bedeckt 14 wolkig E bedeckt?) 12 halb bed.) 16 Regen?) 14 wolkig 14 Carmen B 15 eiter 15 752 |W sheiter 16 750 _|WNW 4 |wolkenl,11) 15 757 |WNW E I B 751 Ir 6 [wolkenlos 24 752 still ‘heiter 21

|

O b a a p C O D LD bi ¡f l band bd 0 I

e 3) Früh Regen,

*) Abends, früh Regen, $6) Abends

7) Gestern Regen. #) Gestern Regen. Ÿ*) Nachts

ee 109) Nachm. Regen, 1) Nachmittags und früh egen,

Anmerknng: Die Stationen sind in 4 Grnppen geordnet : 1) Nordeuropa, 2) Kitstenzone von Irland bis Ostprenssen, ) Mittel- europa sfidlich dieser Zone, 4) Südenropa. Innerhalb jeder Gruppe ist die Richtung von West nach Ost eingehalten.

Skala für die Windstürke: 1= leiser Zug, 2 = leich 3 = schwach, 4 = müssig, 5 = frisch, 6 = stark, 7 = ste = stürmisch, 9 = Sturm, 10 = starker Sturm, 11 = heftiger Sturm, 12 = Orkan.

Uebersicht der Witternng.

Bei zunehmendem Luftdrneke auf dem westlichen und süd- lichen Gebiete sind die stidwestlichen Winde fiber der Westhülfte Dentschlands beträchtlich anfgefrischt nund treten stellenweise stark auf. Ueber Centraleuropa danert das kühle, veränderliche, vielfach Frische Wetter noch allenthalben fort, jedoch dürften Abnahme der Bewöllkung und der Niederschläge zunüchst für die westlichen Gebietstheile zu erwarten sein,

Deutsche Seewarte.

dem vorliegenden Vertrage beabsichtigt der Unternehmer, vén derm