1881 / 199 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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2) Das Comité behält sich das Recht vor, ungeeignete Gegenstände zurückzuweisen.

3) Raum für Ausstellungsgegenstände des Auslandes und der Kolonien wird kostenfrei gewährt.

4) Aussteller dürfen Einrichtungen machen zur Ein- fassung und Ausstellung ihrer Gegenstände, werden aber ver- antwortlih gemacht für die Entfernung derselben am S{hluß der Ausstellung und für nöthige Reparatur nah Ermessen des Superintendenten für etwa verursahten Schaden. Keine Ein- fassungen dürfen höher als 12 Fuß sein.

5) Tafeln, nah einem gleihförmigen, von dem Comité g°?nehmigten Muster, sind in den Arkaden in einer Höhe von 12 Fuß vom Boden zu befestigen; die Aufsschristen sind auf \{chwarzem Grunde mit goldenen Buctstaben, die nicht über 10 Zoll hoh sein dürfen, zu machen.

6) Ausfstellern wird erlaubt, Personen anzustellen, die ihre Gegenstände erklären und dürfen diese Gehülfen Aufträge entgegennehmen und ausführen.

7) Das Comité hält sich nicht verantwortlih für die Sicherheit der ausgestellten Gegenstände, und die Kosten des Transportes derselben nah und von der Ausstellung müssen von den Ausstellern felbst getragen werden.

8) Die ausgestellten Gegenstände dürfen niht vor dem Ende der Ausstellung entfernt werden.

9) Die Ausstellungsgegenstände müssen mit deutlichen Etiquetten versehen sein nah Form eines gegebenen gewählten Musters, markirt mit dem Anfangsbuchstaben der Sektion nah dem angewiesenen Raume.

10) Ausstellungsgegenstände werden an sfolhen Eingän- gen, als vom Ober-Jnspektor angeordnet, am und nah dem Montag, Oktober 3., empfangen werden und müssen alle Vor- bereitungen spätestens bis Sonnabend, Oktober 22., vollständig beschafft sein. Alle Gegenstände nebst Zubehör müssen inner- halb 10 Tagen nah dem Schluß der Ausstellung wegge- räumt sein.

11) Den Ausstellern und ihren Gehülfen werden Einlaß- farten auf Ansuchen gewährt werden.

12) Keine Gesuche sür Raum können später als den 30. August angenommen werden.

13) Diejenigen Personen, welche Prüfung ihrer Aus- stelungsgegenstände wünschen, müssen vollständige schriftliche Details der Prüfung niht später als den 31. August ein- senden. Formulare werden zu diesem Zwecke verabfolgt werden.

Die betreffenden Gesuche sind an den Direktor der Aus- stelung, Herrn Gilbert R. Redgrave, Ausstellungsgebäude, Queen's Gate, South Kensington, zu richten.

Die im Reichs - Eisenbahn - Amte aufgcstellte, in der gestrigen Ersten Beilage veröffentlihte Uebersicht der Betriebs-Ergebnisse deutsher Eisenbahnen für den Monat Juli d. Js. ergiebt für die 64 Bahnen, welche auch s{chon im entsprehenden Monate des Vorjahres im Betriebe waren und zur Vergleihung gezogen werden konnten, nachstehende Daten : (Die preußishen Staats- bahnen und vom Staate für eigene Rehnung verwalteten Bahnen sind dabei als ein Bahnkomplex betrachtet, weil durch die am 1. April d. Js. eingetretene veränderte Bezirks- eintheilung ein Vergleich bei den einzelnen Verwaltungsbezirken nicht durhweg zu ermöglichen war.)

Die Einnahme aus allen Verkehrszweigen war im Juli d. J.: a, beim Vergleiche derprovisorischermit- telten Ergebnisse des laufenden Jahres mit dem Definitivum des Vorjahres: im Ganzen (mit 28 881,15 km Betriebslänge) bei 38 Bahnen mit zusammen 21 391,13km höher und bei 26 Bahnen mit zusammen 7490,02 km niedriger als in demselben Monate des Vorjahres, und auf das Kilometer Betricbslänge bei 37 Bahnen mit zusammen 21 247,89 km böber und bei 27 Bahnen mitzusammen 7633,26 km (darunter 7 Bahnen mit vermehrter Betriebslänge) niedriger als in demselben Monate des Vorjahres; b, beim Ver- gleiche derprovisorish ermittelten Ergebnisse des laufenden Jahres mit den im Vorjahre ermittelten provisorischen Angaben: im Ganzen (mit 28881,15 km Betriebslänge) bei 43 Bahnen mit zusammen 23 986,18 km höher und bei 21 Bahnen mit zusammen 4894,97 km niedriger, als in demselben Monate des Vorjahres, und auf das Kilo- meter Betriebéslänge bei 42 Bahnen mit zusammen 23 514,60 km höher und bei 22 Bahnen mit zusammen 5366,55 km (darunter 6 Bahnen mit vermehrter Betriebslänge) geringer, als in demselben Monate des Vorjahres.

ie Einnahme aus allen Verkehrszweigen war vom 1. Januar bisEnde Juli d. J. a. beim Vergleiche der provisorisch ermittelten Ergebnisse des lau- fenden Jahres mitdemDefinitivum des Vorjahres: im Ganzen (mit 28 881,15 km Betriebslänge) bei 28 Bahnen mit zusammen 17 979,57 km höher und bei 36 Bahnen mit zu- sammen 10 901,58 km geringer als in demselben Zeitraume des Vorjahres, und auf das Kilometer Betriebslänge bei 26 Bahnen mit zusammen 15 982,09 km höher und bei 38 Bahnen mit zusammen 12,899,06 km (darunter 10 Bahnen mit vermehrter Betriebslänge) geringer als in demselben Zeitraume des Vor- jahres, b. beim Vergleiche der provisorisch ermit- teltenErgebnissemit den im Vorjahre ermittelten provisorishen Angaben: imGanzen (mit 28 881,15 km Betriebslänge) bei 34 Bahnen mit zusammen 21 590,72 km höher und bei 30 Bahnen mit zusammen 7290,43 kw geringer als in demselben Zeitraume des Vorjahres, und auf das Kilometer Betriebslänge bei 31 Bahnen mit zusammen 19 359,81 km höher und bei 33 Bahnen mit zusammen 9521,34 km (darunter 10 Bahnen mit vermehrter Betriebélänge) geringer, als in dem- selben Zeitraum des Vorjahres.

Bei den unter Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen, ausschließlich der vom Staate für eigene Rechnung verwalteten Bahnen, betrug Ende Juli d. J. das gesammte konzessionirte Anlagekapital 1212606500. (409 350 900 M Stammaktien, 45450 000 M Prioritäts-Stamm- afiien und 757805600 „M Prioritäté-Obligationen) und die Länge derjenigen Strecken, für welhe das Kapital bestimmt ist, 4090,22 km, so daß auf je 1 km 296 465 M entfallen.

Bei den unter Privatverwaltung stehenden Privatbahnen betrug Ende Juli d. J. das gesammte konzessionirte Anlagekapital 1401109943 K (556 019 950 F Stammakiien, 216 576 900 F Prioritäts- Stammaktien und 6W 513093 F* Prioritäts: Obligationen) und die Länge derjenigen Streck=ten, für welche dieses Kapi- tal bestimmt ist, 6966,31 km, so daß auf je 1 km 201 127 M entfallen.

_ Vaden. Karlsruhe, 24. August. (Cöln. Z.) Für die Versammlung der deutshen Anwälte am 12. und 13, September d. J. zu Heidelberg stehen folgende Gegen-

stände auf der Tagesordnung: 1) die Erfahrungen des Anmwaltstandes auf dem Gebiete der Reichs-Justizgeseße ; 2) das Verhältniß des Vorstandes der Anwaltskammer zum Präsideriten des Ober-Landesgerihts und zur Staatsanwalt- schaft; 3) die Frage der Fürsorge für dienstunfähige Rechts- anwälte und Hinterbliebene von Rechtsanwälten; 4) die

Rechnungsablegungen; 5) Neuwahl des Vorstandes des Anmaltvereins.

Württemberg. Stuttgart, 22. August. Der „Fest- aus\chuß für die deutshe Nationalfeier“ hat folgen- den Aufruf erlassen: „Mitbürger! Am 2. September soll in unserer Stadt, wie überall in deutschen Landen, das National- fest in üblicher Weise gefeiert werden, das Festprogramm wird in Bälde veröffentliht. Es erscheint uns als eine heilige pa- triotishe Pflicht, die Erinnerung an die glorreichen deutschen Waffenihaten, durch welche die Einigung unseres Volkes blutig erstritten ward, sowie die opferwillige Liebe zu unserem deut- schen Vaterlande im Herzen unseres deutshen Volkes und namentlich unserer Jugend zu erhalten und zu befestigen. Jn diesem Sinne laden wir unsere Mitbürger herzlih ein, dur zahlreiche Theilnahme und Unterstüßung dem deutschen Na- tionalfeste seine volle segensreihe Weihe zu geben.“

_Stchloß Friedrichshafen, 24. August. Der König ist heute Vormittags von hier abgereist, um si über Krauchenwies, wo Se. Majestät dem Fürsten und der Fürstin von Hohenzollern einen Besu absiattet, für einige Zeit nah Bebenhausen zu begeben.

Hessen. Darmstadt, 25. August. Der Namens- tag des Großherzogs wurde - gestern Abend durch einen Zapfenstreih eingeleitet. Heute in der Frühe fand Tages- reveille statt. Die öffentlihen Gebäude, die Kirchen und städti- schen, wie andere Gebäude sind mit Fahnen geschmüdckt.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 24. Auzust. Aus Bruck a. d. Leitha wird der „Pr.“ heute telegraphish gemeldet : Der Kaiser ist heute früh 3 Uhr hier eingetroffen und hat si direkt in die Burg begeben. Der späten Nachtstunde halber war jeder Empfang verbeten. Um 7 Uhr früh verfügte sich Se. Majestät in Begleitung einer zahlreihen Suite nach Regelsbrunn zu dem dort stattfindenden Manöver. Den Uebungen werden auch die Erzherzöge Albrecht und Wil- helm, welche bereits gestern hier anlangten, beiwohnen.

Pest, 25. August. Jm Ministerium des Jnnern werden wie die „Budapester Correspondenz“ erfährt jeßt ein- gehende Studien über die Verwaltungsgerichtsbarkeit gepflogen, da der Minister des Jnnern dem Abgeordneten- hause in der nächsten Session des Reichstags cinen Geset- entwurf über die Errichtung eines Verwaltungsgerichtshofes zu unterbreiten gedenke. Diese Vorlage, sowie die bereits früher erwähnten Geseßentwürfe über die Erhöhung der Do- tationen für die Komitate und über die Feststellung der Quali- fikation der Komitatsbeamten würden die Reform der Ver- waltung inauguriren.

Großbritannien und Jrland. London, 24. August. (Allg. Corr.) Die Königin verließ gestern Abend in Be- gleitung der Prinzessin Beatrice und des Herzogs von Con- naught Schloß Osborne und begab sich nach Edinburg, wo- selbst Jhre Majestät heute Morgen eintreffen und im Holy- roadpalast Aufenthalt nehmen wird. Nach Abhaltung der am 25. d. M. stattfindenden Freiwilligenheershau wird die Königin noch bis Freitag Abend in Edinburg bleiben und sih dann nach Balmoral begeben, wo Jhre Majestät wie ge- wöhnlich den Herbst zubringen wird.

Mr. Herbert Gladstone, der sich anläßlich seiner Ernennung zum Lord des Schagamtes einer Neuwahl für Leeds unterziehen mußte, wurde gestern unbcanftandet wiedergewählt.

Jm Jndischen Amt zu London is} folgende, vom 23, d. datirte Depeshe vom Vizekönig von Jndien ein- gegangen :

„Der bier anwesende Abgesandte aus Kabul bat von dort einen vom 13. d. datirten Brief erhalten, worin mitgetheilt wird, daß die im vorigen Monat in Karez-i-Atta besiegten Truppen des Emirs si bei Khelat-i-Ghilzai gesammelt haben, daß zwei weitere Regimenter

-_.

von Kabul nach Khelat als Vorhut unterwegs sind und der Emir selber mit Trupven und Artillerie außerhalb Kabul in Deh Muzang am 11. d. ein Lager bezogen hat. Diese Meldung bedarf der Bestä- tigung von unabhängiger Seite.“

25. August. (W. T. B.) Das Unterhaus hat heute die Finanzbill in dritter Lesung genehmigt und sich \o- dann bis nächsten Sonnabend vertagt, wo der Schluß der Session stattfinden wird.

Das Oberhaus erledigte die erste Lesung der Finanz- bill, welhe alle weiteren Stadien in Oberhause morgen passiren soll.

_ Amtlichen Meldungen zufolge ist Aziz Khan mit Infanterie, Kavalerie und Geschüßen in Khelat-i-Ghilzai eingetroffen.

Frankreich. Paris, 25. August. (W. T. B.) Gam- betta erklärt in einem an die Wähler des 20. Arron- dissements gerihteten Schreiben, daß er die Wahl im ersten Wahlbezirke von Belleville annehme und auf das Wahlmandat des zweiten Wahlbezirks von Velleville verzichte. Nachdem er im ersten Wahlbezirk mit absoluter Majorität ge- wählt worden sei und im zweiten Wahlbezirke die relative Majorität erhalten habe, halte er es für unnöthig, ih einer s Probe zu unterziehen und für würdiger, schon jetzt eine Option auszusprehen. Wir werden, heißt es in der Zuschrift weiter, beharren bei der Politik der regelmäßigen und successiven Fortschritte, indem wir Alles vom Willen des Landes, nichts von der Gewalt erwarten, und indem wir alle Utopisten und Reaktionäre zurücweisen. Am Schluß des Schreibens werden die Wähler des zweiten Wahlbezirks von Belleville aufgefordert, einen der Republik ergebenen Diener aus ihrer Mitte zu wählen.

25. August, Abends. (W. T. B.) Das Ergebniß der hier vorgenommenen Deputirtenwahlen ist heute offiziell verkündet worden; nach demselben haben Gambetta in dem zweiten Wahlbezirke des 20. Arrondissements 54 Stimmen an der absoluten Majorität gefehlt ; Gambetta ist mithin nur in dem ersten Wahlbezirke des 20. Arrondissements gewählt.

Türkei. Konstantinopel, 25. August. (W. T. B.) Die Delegirten der auéeländishen Gläubiger der Türkei, Bourke und Valfrey, sind heute hier eingetroffen.

Dänemark. Kopenhager , 23. August. (Hamb. Corr. Das Landsthing beschäftigte sich heute in zweiter Sefunz mit dem Budget. Ploug eröffnete- die Debatte, indem er kurz die von ihni Namens der Majorität des Things einge- brachten Aenderungsanträge motivirte. Dieselben gehen dar- auf hinaus, daß das Landsthing seinen ursprünglichen Stand- punkt hinsichtlich der folgenden 4 Punkte aufreht erhält: die Theuerungszulage mit der Maximalgrenze von 4400 Kronen anstatt, wie das Folkething beshlossen hat, 2500 Kronen, den Staatszushuß von 136 000 Kronen (anstatt 50 000 Kronen) für die Universität, den Beginn des Baues einer Panzerbatterie von der „Helgolands“-Klasse und die Bewilligung von 100000 Kronen als ersten Beitrag zum Bau eines größeren, {nellen Torpedo- bootes. Dagegen ist nit beantragt worden, die im Uebrigen vom Folkething gestrihenen extraordinären militärishen Be- willigungen wieder herzustellen. Ploug wies in seinem Vor- trag darauf hin, daß das jeßige Budget 12 Mal im Folke- thing und 9 Mal im Landsthing berathen worden sei und zweimal die Auflösung des Folkethings veranlaßt habe. Jeßt liege_es dem Landsthing zum zehnten Male vor, ohne daß das Folkething Rücksiht auf die Majorität des Landsthings oder des gemeinjamen Ausschusses genommen habe. Falls es sih in dem Streit um Prinzipienfragen von großer Bedeu- tung vom Standpunkt des Folkethings handelte, dann sei diese Ausdauer begreiflih, aber dieses sei, wie die Linke stets erklärt habe, nicht der Fall. Jm weiteren Verlaufe seiner Rede deutete Ploug ein ferneres Entgegenkommen an, wenn zuvor eine Sicherheit dafür gegeben würde, daß das Folkething ebenfalls Zugeständnisse machen wolle. Ganz unmöglich sei es aber für das Landsthing, vor dem Folke- ing, wie die Dinge jeßt ständen, zurückzuweichhen. Der Con- seilspräs ident erklärte alsdann kurz, daß die Regierung das Budget mit den von Ploug beantragten Aenderungen annehmen könne. Schließlih sprah noch ein Mitglied der Linken des Things für die Annahme des Budgets in der vom Folkething beschlossenen Fassung, während ein Mitglicd von der Rechten überhaupt nichts von einem Entgegenkommen des Landthings wissen wollte. Leßteres Mitglied (Carlsen) stimmte auch gegen die Ueberweisung des Budgets zur dritten Lesung, die mit 49 Stimmen beschlossen wurde und über- morgen stattfinden wird. Die Plougschen Aenderungsanträge wurden mit 50 gegen 10 Stimmen angenommen.

Amerika. Washington, 25. August. (W. T. B.) Nach dem heute Mittag ausgegebenen Bulletin über das Be- finden des Präsidenten Garfield hatte das Fieber zu-, die Drüsengeshwulst noch nicht abgenommen. Der Puls war 112. Dr. Boynton hat offiziós geäußert, es sei keine Besse- spxung in dem Befinden des Präsidenten eingetreten ; der Zu-

stand des Blutes und die außerordentlihe Shwäche gäben zu Besorgnissen Anlaß. Dr. Bliß meinte, der Zustand hätte si zwar nicht vershlimmert, do sei er durchaus fein ermuthi- gender. Ein um 4 Uhr 20 Minuten veröffentlihtes Bulletin meldet : Der Magen funktionirt fortdauernd gut, der Puls ijt etwas niedriger. Nah einem Bulletin von 6!/z Uhr Abends war feine weitere Veränderung in dem Befinden des Präsidenten eingetreten.

25. August, Abends 10 Uhr. (W. T. B.) Privat- nahrihten aus dem Weißen Hause zufolge hat das Befinden des Präsidenten Garfield eine ungünstige Wendung genom- men. Die Drüsengeshwulst ist gefahrdrohend geworden. Falls nicht binnen 24 Stunden ein günstiger Wechsel eintritt, wird das Schlimmste befürchtet.

Afrika. Egypten. Aus Alexandrien meldet „Reu- ters Bureau“ unter dem 23. d. M.: „Der Gouverneur des Sudan meldet auf telegraphishem Wege weitere Einzelheiten über den jüngst in dieser Provinz stattgebabten Kampf. Etwa 200 Fanatiker unter einem Scheih Mohammed, der verkündigte, daß cer der „versprochene Prophet“ sei, griffen zwei Compagnien egyptisher Truppen an, und in dem sich entspinnenden Kampfe wurden 120 Mann der leßteren ge- tödtet. S&eich Mohammed überschritt hierauf den Fluß. Eine es Truppenabtheilung ist zu seiner Verfolgung entsendet worden.“

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Tunis, Freitag, 26. August. Die zur Untersuchung der Vorgänge bei der Einnahme von Sfax bestimmte Kommission ist nunmehr definitiv konftituirt und besteht aus 3 Panzerschiff-

Kommandanten einem französischen, einem englischen und einem italienishen, welche dem Bombardement von Sfax

beiwohnten, ferner aus einem von dem General Logerot er- nannten französishen Offizier, einem Delegirten des französi: schen Konsulats in Tunis und einem tunesishen Beamten.

Statistische Nachrichten.

Nab Mittheilung des statistishen Bureaus der Stadt Berlin sind bei den biesigen Standes ämtern in der Woche vom 14. August bis inkl. 20. August cr. zur Anmeldung gekommen: 135 Ebescbließungen, 822 Lebendgeborene, 43 Todtgeborene, 679 Sterbefälle.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Altpreußisbe Monatsschrift, neue Folge (XV1I1. Band.) Der Neuen Preußishen Provinzial - Blätter 4, Folge (LXXXIV, Band.) Herausgegeben von Rudolf Reicke und Ernst Wichert. 3. und 4. Heft. (April—Juni.) Königsberg i. Pr. Ver- lag von Ferd. Bevers Buchhandlung 1881, Ju dem vorliegenden Heft dèr Zeitschrift findet si unter vielen anderen interessanten Beiträgen cin Abdruck der Rede „De AMedicina corporis quae Philosopbhorum est“ oder über die These: Curandum esse, ut sit mens sana in corpore asano, mitgetheilt von Johannes Reicke. Diese Rede ist wahrscbeinlid für die akademisde Feier des Rektoratêwecsels im Jahre 1786 oder 1788 bestimmt gewesen, da Kant sonst wobl keine Veranlassung gchabt hat, eine derartige lateinisde Rede zu halten. Ohnebin achtete ja der große Denker, woran auch in den die Publikation einleitenden Worten erinnert wird, die Redekunst nicht sehr bo%. Er s{châute zwar die Wohblredenheit; Beredsamkeit aber war ihm weiter nichts als die Kunst zu überreden, den Zuhörer zu beschwatzen. Er ging sogar so weit, zu sagen : sie sei die Beflifsen- beit, andere zu täuschen, zu überlisten, damit das, was doch keine überzeugenden Beweisgründe seien, wenigstens dafür angesehen werde.

Eine andere interessante Publikation sind die von M. Perlbach mit-

getheilten, bisher ungedruckten preußishen Urkunden aus polnischen und englischen Archiven. Sie sind bei den Vorarbeiten für die Her- ausgabe des Pommerelliscen Urkundenbucs, welches als erste größere Publikation des Westpreußishen Geschichtsvereins sib unter der Presse befindet, aus versbiedenen Archiven, namentlich in Warschau, Krakau und Wloclawek zu Tage gekommen und betreffen die Ge- schichbte des deutshen Ordensftaates im 13. und 14. Jahrhundert. Spezieller beziehen fi zwei von den mitgetheilten 18 Nummern auf die Stellung des Ordens zu England, während zwei andere den ältesten Handelsverkehr Preußens mit dem Inselreie illustri- ren; sechs Urkunden betreffen das Verhältniß des Bischofs pon Cujavien zum deuts{en Orden im Culmer Lande. In einer Bulle vom 7. August 1254 ermahnt Papst Innocenz IV. das Kreuz- heer in Preußen, den deutsben Orden in der Bekämpfung der Heiden zu unterstüßen. Eine andere Urkunde Ottokars von Böhmen vom 17. Januar 1255, enthaltend die Bestätigung des Ordensprivilegs von 1222, erbringt den Beweis, daß der König auf seiner Kreuzfahrt in der That bis ins Le des Ordenslandes vorgedrungen ist. Das leßte Dokument endli, vom 13. Dezember 1310, schildert ausführ- lich den Hergang bei der Wahl des Biscbofs Johannes Clare von Samland und verbreitet über die Politik des Erzbisbofs von Riga während seines Streits mit dem Orden neues Licht. Ferner bringt das Heft den Schluß der Beiträge zum Leben von Christian Jacob Kraus, herausgegeben von Dr. Gottlieb Krause, und eine 7. Fortsetzung der umfangreichen etymologishen Arbeit über die Orts- und Per- fonen-Namen der Provinzen Dst- und Westpreußen, von Ferdinand Hovpe, Gymnasiallebrer in Gumbinnen. Kunstgeschichtlich interessant ist die Beschreibung der merkwürdigen alten Holzkirhe zu Reichenau in Ostpreußen und des darin befindlichèn altdeutscben geschnitten und bemalten Altarshreins vom Jahre 1518, von A. Dorgerloh- Gablauken. Die Kirde mit ihrem freistehenden Holzthurme erinnert an ähnlive s\{wedische Baulichkeiten und wird von dem Verf. ihrer Entstehungszeit na in den Anfang des 16. Jahrhunderts geseßt. Sie ist ganz \{Glicht und ohne jedes Ornament. Um so werthvoller aber ift dagegen der erwähnte ziemli gut erhal- tene Scbrein, in welbem, der gegebenen Beschreibung na, die an Alterthümern dieser Art sehr arme Provinz ein Kunstwerk hohen Ranges besißen würde. Die 3 großen aus Holz ges{nißten Figuren, welbe die Krönung Mariae durch Gottvater und Christus dar- stellen, sowie die 8 Bilder, welche das Leben Mariae und Christi zum Gegenstande haben, sollen auf alte gute Meister hinweisen. Drei autographirte Blätter, welche die Kirhe und den Altarscrein ffiz- ziren, sind dem Aufsatz beigegeben. Aus dem weiteren Inhalt seien die Beiträge über die 7 Brückten in Königsberg, von G. Th. Hoff- beinz, und zum altpreußishen Enchiridion, von Dr. F. Bechtel, er- wähnt. Dann folgen Bücherkritiken und Referate über die in den Sitzungen der Alterthumsgesellschaft Prussia im verflossenen Jahre gehaltenen Vorträge. Im Anhang macht Adalbert Bezzenberger unter der Ueberschrift: „Scharnhorst als Recensent“, interessante Mit- theilungen über die Mitarbeiterschaft des berühmten Feldherrn an den Göttingishen Gelehrten Anzeigen, indem er einen Brief desselben vom Jahre 1808 beifügt.

Gewerbe und Handel.

(Lpz. Ztg.) Aus Anlaß ihres 50 jährigen Bestehens hat die Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig eine Fest- und Erinnerungs\chrift veröffentliht: „Die Begründung und fünfzig- jährige Wirksamkeit der Lebensversiberungs-Gesellshaft zu Leipzig“ (Leipzig, Druck von Philipp Reclam jun.). Bei dem lebhaften An- theil, den die gedachte, in einer bewegten, an und für sich einem der- artigen Unternehmen wenig günstigen Zeit ins Leben gerufene Gefell- {aft an der Entwickelung des deutsben Lebensversicherung8wesens und Geschäfts genommen hat, sind diese Mittheilungen von allge- meinerem Interesse. Von der stetig wachsenden Ausdehnung der Ge- sellschaft, die insbesondere in den leßten zwei Jahrzehnten einen ganz enormen Zuwachs an versicherten Mitgliedern sich erworben hat, legen folgende Ziffern Zeugniß ab. Der Mitgliederstand der Gesellschaft belief si L g E

Ende 1840 auf 2856 Personen mit # 10 781 490 Vers.-Summe

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Am 20. d. M. hat eine Sitzung des Verwaltungsrathes der Privatbank zu Gotha stattgefunden, in welcher die Bilanz für das I. Semester d. J. vorgelegt worden ist. Darnach hat das Ge- {äft der Bank in diesem Zeitraume einen Reingewinn von circa 215 0009 M ergeben.

Der Aufsichtsrath des Consolidirten Braunkohblen- Bergwerks Marie bei Atzendorf hat die Dividende pro 1880/81 na den Abschreibungen auf 39/5 festgeseßt. :

Die Rybinsk-Bologoje Eisenbahn - Gesellschaft beruft für den 20. Oktober cr. eine ordentliche und eine außerordentlice Generalversammlung ein. In der ersteren gelangen die üblichen Gegenstände der Tage8ordnung zur Abstimmung, während in der außerordentliden Sißung der Aktionäre über die Erhöhung des bis- berigen Kredits von 1500000 Rbl. auf 2000 000 Rbl. Beschluß gefaßt werden soll. /

Brüssel, 25. August. (W. T. B.) Die Nationalbank hat ibren Diskont von 34 auf 40/9 erhöht. N

London, 25. August. (W. T. B.) Bei der gestrigen Woll- auktion waren australische Wollen unverändert, Kapwollen durh- \{nittlich { d. niedriger als beim Schluß der lezten Auktion, fehler- baft gewascbene Wollen {¿—1 d. niedriger. L

Paris, 25. August. (W. T. B.) Die Bank von Frank- rei bat ibren Diskont auf 49/9 erhöht.

B ukarest, 25. August. (W. T. B.) Das amtliche Blatt veröffentliht die von der Regierung genehmigten Statuten des Rumäniscchen Crédit mobilier und der Rumänischen Baugesellschaft. m Verkehrs-Anstalten.

Triest, 25. August. (W. T. B.) Der Lloyddampfer „Acbille“ ist beute Mittag aus Konstantinopel bier eingetroffen.

New- York, 25. August. (W. T. B.) Der Hamburger Postdampfer „Thuringia“ hat Kap Lizard passirt. Ver Dampfer „France* von der National-Dampf|chi}fs - Compagnie (C. Messingsche Linie) ist hier eingetroffen.

Berlin, 26. August 1881.

Nach einer Mittheilung der Königlich italienishen Regie- rung sind bei Personen, welche verdächtig sind, auf den ita- lienishen Eisenbahnen Diebstähle veriee que haben, die in den nachfolgenden beiden Verzeichnissen auf- geführten Gegenstände mit Beschlag belegt worden, deren Eigenthümer bisher niht haben ermittelt werden können.

Wegen Erhebung und Begründung ihrer Eigenthums- ansprüche haben si die Jnteressenten bezüglich der in der Liste A. verzeihneten Gegenstände an die Präfektur zu Pisa, bezüglih der in der Liste B, verzeihneten Sachen an die Quästur zu Florenz zu wenden.

A

1) Eine kleine runte rothe Pappshachtel, in welcher Folgendes ge-

funden wurde: 4 , A 2) Ein Uhrgehänge mit Halbedelstein (grau) auf dem eine Frauen-

eftalt eingeschnitten ift. i i L: 3) Fin goldener Knovf, in dessen Mitte ein KorallenkügelWen von 4 Brillanten umgeben.

4) Ein kleines Kofferben mit Blumen bemalt, darin: j 5) Eine goldene Nadel mit rothem Stein und päpstlihen Gold- münzen. S E) Eine goldene \{uppenartig gearbeitete Kette mit Sloß (für Damen). : A s 7) Eine kleine goldene Kette aus kleinen in einander verflo{tenen

Rinaen mit 2 Knoten nebst einem kleinen filbern vergoldeten Gehänge. : 8) Ein Kästchen aus buntem Holz, an den Kanten mit Mahagoni eingelegt, mit Sch{loß, worin it. 939 Pfd. Sterl. in Banknoten gefunden wurden. S 9) Ein anderes Kästen aus dunklem Holz, enthaltend 160 Pfd. Sterl. in Banknoten und eine 168 em lange goldene Kette mit

Gehänge* : i E : 10) Eine goldene Venetianer Halskette aus 6 Strängen, deren jeder 1 m lang.

11) Eine zweite goldene Kette, 168 cm lang.

12) Ein goldener Ring mit blumenartigen Ciselirungen.

13) Zwei in Gold gefaßte Korallen-ODhrringe.

14) Eine goldene Remontoir-Uhr, ca. 9 ecm im Umfang, mit römischen

Ziffern, auf der Rüseite dunkle Blumenemaillirung und stellen-

weise mit fleinen Brillanten beseßt. i

15} Ein Mabagonikästhen mit inneren Abtheilungen und Spiegel.

16) Drei goldene Münzen, zwei 10-Frank- und ein 10-Markstüe.

17) Eine Ledertasche mit obigen Goldstücken und einem Theil der Banknoten.

18) Versciedene Silberstücke, zusammen 53 Pfd. Sterl.

19) Verschiedene Koffers{chlüßel.

B.

Eine silberne Broche in Blattforn mit kleinen Perlen beseßt.

do. mit Roßkäfer mit silbernen Flügeln und Perlenbesaß.

do. in Blumenform mit Steinen von Straß. :

do. in Form von 3 Stäben, der mittlere mit 17 Perlen.

Eine goldene Broche in Scblangenform mit Korallen beseßt.

do. in Kravattenform mit s{warzer Emaille und einer weißen Frauen- figur und Perlenbesat.

do. mit einem Carneol und Frauenfigur in Relief.

do. mit einem Amethyst und 6 weißen, einen Stern formirenden Steincben.

do. mit breitem Straß-Stein.

Ein S{muck, bestehend aus goldener Broce in Form eines Kreuzes mit einem Granat in der Mitte, zwei längliben Ohbrgebängen verbunden mit Ketten mit einem Granat.

Ein goldener Ring in Quadratform mit Blättern in Relief.

Ein dier Ring mit breitem Band und einem Onyr.

Ein kleiner Ring mit Brillanten.

do. mit 4 Amethysten und 2 Perlen.

do. mit \{warzer Emaille und 1 Perle.

do. von dickem Gold mit breitem Reif und einem Onyr.

do. in Form 3 verbundener Ringe mit blauem Stein und den íInitialen F. B.

do. breit mit 3 Streifen und einem Brillant in der Mitte.

Ein dünner Ring mit blauem Stein in der Mitte und kleinen Perlen an den Seiten.

Ein massiver Ring mit einem kleinen Brillanten.

Ein enger Ring mit 3 weißen Steinen, von denen der mittlere der größte.

Ein Paar Dovpelknövfe von gelbem Metall, worauf Cirkel und Komvaß, auf der Rücseite die Inschrift U. T. et s0us Bern.

Sechs kleine einzelne Brillanten.

Eine silberne Cylinderuhr mit Doppeldecktel und weißem und farbigem Zifferblatt (Eugene Bornand e Co. Six Croix 18538.)

Eine Revetiruhr mit weißem Zeigerblatt. Etienne Duchesse 17016. Eine goldene Cylinderuhr mit weißem Zifferblatt, im äußern Gehbänse 2 Figürcben, Landmädchen darstellend, Nr. 41434.

Eine Uhr mit Dovpveldeckel, Eugene Bornand Nr. 10373, 8 Löcher m. Steinen.

do. von Silber, Vacheron 106514, 8 Löcher, Jnitialen 8. L. 43 auf dem äußern Gehäuse.

Eine goldene Remontoir Ankerubr, 15 Rubinen, 2 Zifferblätter-, das eine von Smelt, das andere weiß H. L. Hardy Locle 25750.

Eine goldene Cylinderuhr mit Dovpeldeckel, von Frau Vacheron R. 18, 116349 im Gehäuse mit Blumen cifellirt.

Ein Paar goldene Ohrringe mit Mosaik mit kl. Landschaft.

do. mit Gehänge von Elfenbein und erhabenen Blumen.

do. mit Tropfen und kleinem Ring mit Perlen.

Ein Paar goldene Obrringe, länglih mit einem Granat mit 7 Perlen in Trichterform.

do. in Blâtterform mit Bandübertrag, verflochten mit kleiner Glocken- blume. :

do. s{warzer Schmelz, Silberblatt mit Perle und Tropfen, gleich- falls mit Perle.

do. in Pfeilform von Stein.

Ses Armbänder von Silber in S{langenform für Kinder.

Armband von Gold, rund dur{brochen, mit Ketthen am S{loß._

do. von Silber, zwei verflohtene Scblangen mit vergoldeten Knöpfen darstellend.

do. mit 2 Kugeln an den Enden.

Goldenes Medaillon, \{warzer Scbmelz mit Silberblumen und Perlen, zu Porträtgebraucb.

Medaillon von Gold und Mosaik, für Porträt, eine Rose mit Mai- blumenblättern darstellend.

Mosaikbroche mit Rose und Feldblumen.

Sieben Stück Korallen in Baumstammform.

Silbernes Halsband mit erhabenen Blättern. E

Ein Petschaft von Metall, zum Anbängen, von Onyrstein.

Goldene Kette mit engen Knoten und kl. Laterne zum Anhängen.

Kette mit langen Gliedern, fleinem goldenen Medaillon und 8 im Nelief.

Silberne Kette mit langen Gliedern, dazwischen kl. Kugeln.

Goldene Kette mit langen dicken Gliedern, dazwischen ci!elirte kleinere mit fl. Laterne zum Anbängen.

Ein Paar goldene Glöckchen à l’Aida mit doppeltem Ring.

Ein Halsband von Tartaruga in kl. Blättern, von denen einige von Perlmutter.

Ein Holzkästhen in Bubform mit gemalten Blumen, enthaltend

¿zwei Korallens{nuren (Sorrenter Arbeit).

Etui von grünem Leder, enthaltend Scheeren und kleine chirurgische Instrumente.

Eine Broche von Gold mit Onvr, auf welcher eine R eiterfigur.

Tropfen mit Perlen.

Brocbe von Carneol mit Gold gefaßt und s{warzer Blume.

Eine Tuchnadel mit Camee von Koralle und heller Rose.

Zwei goldene Nadeln, mit kl, Kette verbunden, die eine mit einem Ametbyst, die andere mit goldener Kugel. :

Ein silbernes Kreuz, groß und breit, beseßt mit Topasen.

Broche in Form eines Körbchens.

Goldner Ring mit den Jnitialen L. C.

Goldener breiter Reifenring mit einer von kl, goldenem Seil gehal- tenen Perle. i S

Metallene Schachtel mit grünem Leder, vergoldet, mit Dintenfaß,

Federputer, kl. Leuchter, gez. e./11. P, A. Kleines Metallkästcen, vergoldet, mit Mosaik von weißen und blauen Blumen, Pasten enthaltend.

Eichel von dur{brochGenem Elfenbein mit kl. Krone von Margaretben-

blumen.

S{acbtel mit Stablfedern mit Neapolitanisher Aufschrift, Alumi- niumfedern erste Sorte Nr. 1103. : Faber-Bleistifte Nr. 3, Taschenbleistifte mit \{warzem Etui und

weißem Metall. Maria G. K. Patent. Zwei Bestecke mit Compaß, Cirkel 2c. Algerien-Taschentücher %% kolorirt, neu. i do. mit weißen und rothen Quadraten, rothem Rand mit 4 Stricben,

(3/3.

do. mit rothen Rändern, gelben Streifen, gelbem Grund mit s{war- zen Punkten, inmitten eine rothe Blume, 74/70.

do. mit \{warzem Grund mit Laubwerk in Fächerform, rothberän- dert, 74/70. :

do. mit rothem Rand und weißen Blumen, Grund weiß mit kleinen Zweigen und Margarethenblumen, 75/75. Î

do. Grund weiß und himmelblau mit großen rothen und gelben Ringen, weißen Rändern, 75/75.

Geköperte Schweizer Taschentücher 8/4, Laubwerk in Form gelber Fächer, roth berändert. ;

do. mit blauem Grund, inmitten blau gemalt, mit gelben und rothen Blumen, 8/4.

Schweizer Taschentücher, weiß, damaszirt, 8/4 mit blauen und weißen Streifen, weißem Grund mit gelben und \{warzen Kugeln, großen rothen und gelben Sternen.

Schweizer Taschentücher, nationales Gewebe, 55%, gelbe, \{chwarze, rothe Streifen. : :

do. von Leinwand mit nationalen Ansichten 60 9%.

do. geköpert von kolorirter Lyoner Seide, gewirkt mit Laubwerk von verschiedenen Farben. i

do. von Seide, Baudanos, verschieden gefärbt.

do. von weißer Lyoner Seide, gewirkt.

Taschentücher von Seide und Baumwolle, weiß und gewirkt.

do. von Leinen und Baumwolle.

do. farbig, Cölner Fabrik.

do. mit gelbem und weißem Grund und Vignetten.

do. mit farbigen Rändern.

Damastene Handtücher (Iacquard) 125/72 mit verknüpftem Laub- werk untermisht mit Sternen.

do von Leinen, 90/62 mit verknüpften Él. Damenbrettern.

do. von Leinen, 100/56, andre 116/70.

do. von Leinen, 90 cm mit kl. Damenbrettern.

Ein Shawl von s{warzem Tibet, in Seide gestickt und Frangen.

do. von Wolle, mit verschiedenen Farben, Streifenmuster roth und blau, mit s{warzem Grund.

Ein kl. wollener Shawl, von rother und bellgrauer Farbe, kleinen erhabenen Streifen, durchnäht mit Frangen und kleinen rothen Kugeln.

Kleine Shäwlchen von Wolle mit Frangen, verschieden gefärbt, 133/140. N :

Hanfleinwand, halb gebleiht, breit 70 ecm.

Ein Stück Mannëékleiderstoff, Kaschmir nationaler Fabrik, dunkel mit Quadratstreifen.

Scbwarzseidene breite Kravatten für Männer.

HFrauen-Fichu aus gelber Seide gestreift, eines durbbrochen, das andere ganz mit Frangen, verknüpft mit zwei Löchern von gelber elde.

Lange Frauen-Schärpe, breit 20 cm à la Romaine mit breiten und \{malen Streifen in verschiedenen Farben und weißen Frangen.

Weißes Fichu, in der Mitte mit breiten blauen Streifen, Arabesken von Laubwerk obne Frangen.

Strümpfe von grauer Seide, gestickt mit rothen, gelben und s{warzen Blättern.

Strümpfe von carmois. rother Seide, gestickt mit farbigen Blumen.

do. von türkischer Seide, gestickt mit rothen und weißen Blättern,

do. weiß, gestickt bis zur Hälfte. /

Servietten von Leinen, Jacquard, geblümt und mit Picken 75/75.

Knövfe von Perlmutter, groß und klein zu 2 Löchern.

do. von Steinnuß, roth und maronen.

do. von vergoldetem Metall mit kl. Damenbrett.

Handschuh von gelbem dänischen Leder.

do, von Leder gez. 8. 2 (S. D.) Giuseppe Costa figli Livorno.

do. {warz Nr. 63}. 16.

do. bellgrau, neu aber fleckig, inwendig gez. Le Suede de Louvre C V, O

do. von gezwirnter Seide mit 2 Knövfen.

do. von Wolle (Kaschmir) dunkel mit weiß-\{hwarzen Streifen.

Verschiedene Parfümerie-Artikel, u. a. für Herstellung der Haare, aus der Fabrik Ant. Grossi in Brescia 2c.

Vorlegemesser und Gabel ohne Stiel, Fabrik E. Gem. Scheffield.

Messer mit weißem Stiel von Horn, Fabrik Varrandet et Co.

L 4E M A Kaffeelöffel von weißem Metall, Marke « 5

Eßflöffel von weißem Metall und derselben Marke nebst Krone mit Kreuz.

do., gez. N. A. Zinnstab]l ohne Krone.

Tascbenmesser mit gedrehtem \{chwarzen Stiel, Marke L, N. Ardinno.

Nadel-Etui von rothem Leder, AufschriftZaux Printems J, Jaluzot Paris.

Overnglas in s{warzem Leder, von Saimoraghi Rizzi, Mailand.

do. Jumelle Duchesse.

do. von Metall, {warz ohne Aufschrift.

do. in blauem Leder mit Vergoldung, von Regazzi, Piacenza.

Andacbtsbücber in blauem Sammt, mit weißem Metall beschlagen, mit doppeltem M. und Krone, aus der Typographie G. Messaggi.

Anzadtsbücher in blauem Sammt, Deckel von weißem Horn, Titel: la giornata del Cristiano. :

Bilderrahmen von Ebenhbolz, ges{hnißzt mit Arabesken und kleinen Figuren.

Bilderrahmen von Holz, s{warzglänzend mit eingelegtem Perlmutter.

Ein Ubr-Etui von rötblihem Jucbtenleder, in Buchform und ruhend auf einem Gestell von weißem Meall.

SZerviettenbhalter von Ivchtenleder mit Stickerei in Seide.

Brieftascbe von gelbem Leder mit 6 Fächern.

do. von s{warzem Leder, mit 2 Abtheilungen für 2 Porträts.

do, von dunkelgrünem Leder mit weißem Scbloß, drei Fächern, von außen mit Seide gestickte Rosenzweige.

o von s{warzem Leder mit künsllihem Scharnier.

o. mit gelbem S{loß mit 4 Fäcbern, gefüttert mit blauem Satin.

Fin Stück dunkelen Balernos zu Frauenkleidern.

do. von damascirtem grauen Matelas.

Eine Schachtel von \{chwarzem Leder, enthaltend eine Laterne von Glas, mit Aufschrift Patent Laterne.

Ein Etui von Leder, im Innern olivenfarbiger Sammet, enthaltend ein Necessair für Frauenarbeit, das Ganze mit weißen Horn cingefaßt.

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In Krolls Theater seßte gestern Hr. Tb. Wachtel sein erfolgreihes Gastspiel mit der Darstellung des „Georg Brown“ in Boieldieu's melodiöser Oper „Die weiße Dame“ fort. Der „Georg Brown“ ift neben dem „Postillon von Lonjumeau“ die beliebteste und am Meisten gehörte Rolle des Künstlers. Jedenfalls liegen diese beiden Partien von vorwiegend lyrisdem Charakter der Klangfarbe seiner Stimme und seiner fünstlerisd en Individualität besonders günstig. Die französische figurenreiche, zarte Musik findet dur die große Meisterschaft, zu welcher Hr. Wachtel seine vorzüglichen natürlichen Stimmmittel ausgebildet und dur die vollendete Kunst, mit welcher er dieselbe auf das Ausgiebigste zu verwenden weiß, eine musterhasfte Interpretation, und die Zeit hat dieser, wie es scheint, unverwüstlicben Stimme bisher nichts anhaben fönnen. Die fklangvollen Arien fließen noch beute dem Künstler mit demselben Wohllaute und Schmelze von den Lippen wie in seinen besten Tagen. Vornehmlich mit dem glän- zenden Vortrage der gefälligen Arien: „Ha, welche Lust Sol- dat zu sein“ im ersten und „Komm, o holde Dame“ im zwet- ten, sowie der anmuthigen Romanze im dritten Akte erntete er bei dem zahlreiden Auditorium, das den großen Saal wieder bis auf den leßten Play füllte, den lebhaftesten Beifall. Hr. Wachtel wurde wiederholt bei offener Scene und am Sclusse mindestens ein halb Dutzend Male stürmisch hervorgerufen. Neben dem gefeierten Gaste verdienen auch die mitwirkenden Sängerinnen und Sänger der Krollscen Oper alle Anerkennung. Frl. Bettaque sang und spielte die Rolle der „Anna“ fehr ansprehend; ebenso waren die Partien der „Jenny“ und des „Gaveston“ dur Frl.

S({bletterer und Hrn. Adolpbi wirkung#voll vertreten.

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