1881 / 200 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

reichten Anleibesheine sind au< die dazu gehörigen Zinsscheine der späteren Fälligkeitstermine zurü>zuliefern. Für die fenden

ins\ceine wird der Betrag vom Kapital abgezogen. Die gekündigten Kapitalbeträge, welche innerhalb dreißig Jahren na< dem Rückzah- lungstermine ni<ht erhoben werden, sowie die innerhalb vier Jahren na< Ablauf des Kalenderjahres, in welchem sie fällig geworden, nit erhobenen Zinsen, verjähren zu Gunsten der Stadtgemeinde. Das Aufgebot und die Kraftloserklärung verlorener oder ver- nichteter Anleihescheine erfolgt na< Vorschrift der $8. 838 und ff. der Civilprozeßordnung für das Deutsche Reich vom 30. Ja- nuar 1877 (Reihs-Geseß-Blatt Seite 83) beziehungsweise nah $. 20 des Ausführungsgeseßes zur Deutschen Civilprozeßordnung vom 24. März 1879 Geseß-Sammlung Seite 281. ;

Zins\cheine können weder aufgeboten, noch für kraftlos erklärt werden. Doch soll Demjenigen, welcher den Verlust von Zinsscheinen vor Ab- lauf der vierjährigen Verjährungsfrist bei dem Magistrat zu Soldin anmeldet und den stattgehabten Besiß der Zinsscheine dur< Vor- zeigung des Anleihescheines odec E in glaubhafter Weise darthut, na< Ablauf der Verjährungsfrist der Betrag der angemeldeten und bis Lan niht vorgekommenen Zinsscheine gegen Quittung gezahlt werden.

Mit diesem Anleihescheine sind halbjährige Zinsscheine bis zum 1. Juli 1886 ausgegeben , die ferneren Zinsscheine werden für weitere fünfjährige Zeiträume ausgegeben werden Die Ausgabe einer neuen Reihe von Zinsscheinen erfolgt bei der Kämmerei-Kasse zu Soldin

egen Ablieferung der, der älteren Zinsscheinreihe beigedru>ten

nweisung. Beim Verluste der Anweisung erfolgt die Aushän- digung der neuen Zinssceinreißhe an den Inhaber des Anleihe- seines, sofern dessen Vorzeigung rechtzeitig geschehen ift.

Zur Sicherheit der hierdur< eingegangenen Verpflichtungen haftet die Stadtgemeinde Soldin mit ihrem ganzen beweglichen und unbe- weglichen Vermögen, sowie mit ihrer Steuerkraft.

Soldin, den . . ten 188 .

__ (Stadtsiegel.)

(Eigenhändige Unterschrift des Magistrats-Dirigenten und eines anderen Magistrats-Mitgliedes unter Beifügung ihrer Amtstitel.) Eingetragen Aus3gefertigt

0s . ._. der Kontrole. N.

Provinz Brandenburg. Zinsschein Rei

Regierungsbezirk Frankfurt a. O der.

U Mat

__ Der Inhaber dieses An empfängt gegen dessen Rückgabe in der Zeit vom 2. Januar (bezw.) 1. Juli 18... . ab die Zinsen des vorbenannten Anleihescheines für das Halbjahr vom

bis . . ten Soldin. Soldin, den . . ten

_¿ ‘Tei mit . . 4. bei der Kämmereikasse zu

I. Der Magistrat. (Tro>kenstempel.)

N. N. Eingetragen sub Nr. .

der Ne

___ Dieser Zinsschein is ungültig, wenn dessen Geldbetrag nit t ige O Jahren na< Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit erhoben wird.

NEN:

Provinz Brandenburg. Regierungsbezirk

Frankfurt a. Oder. Anweisung ei

zum Anleiheschein der Stadt Soldin Nr. . über Mark.

Der Inhaber dieser Anweisung E egen deren Rückgabe zu dem obigen Anleihescheine die . . . . te ? Abe von Zinsscheinen [ur die ünf Jahre ‘vom! 1 JUi bis 1, Juli, s, (0e bet dex Kämmereikasse zu Soldin, sofern nicht rechtzeitig von dem als \olchen

bo ausweisenden Inhaber des Anleihescheines dagegen Widerspruch er- oben wird.

Soldin, den . . te 18 : Der Magistrat. N, (Tro>kenstempel.) N.

Anmerkung: Die Namensunterschriften der Magistratsmit- glieder können mit Facsimilestempeln gedru>kt werden, jedo< muß jeder Zinsschein bezw. jede Anweisung mit der eigenhändigen Unter- \<rift eines Kontrolbeamten versehen sein.

Die Anweisung ist zum Unterschiede auf der ganzen Blattbreite unter den beiden leßten Zinsscheinen mit davon abweichenden Lettern in nabstehender Art abzudru>en.

._. ter Zinsschein.

._ ter Zinsschein.

Anweisung.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Dem Fabrikbesißer Siegmund Blan>erh zu Berlin ist die Medaille für gewerbliche Leistungen in Gold verliehen worden.

Justiz-Ministerium.

Der Amtsgerichts-Rath Maechtig in Breslau i} als Landgerichts-Rath an das Landgericht daselbst, der Amtsrichter Dr. Moll in Wohlau an das Amtsgericht in Breslau, der Amtsrichter Stiegert in Posen als Landrichter an das Landgericht daselbst, der Amtsrichter Pe> in Meserit an das Amtsgericht in Posen, der Amtsrichter Stüber in Clöße an das Amtsgericht in Neuhaldeneleben, der Amtsrichter Nagel in Beuthen O./S{l. an das Amtsgericht in Dort- mund und der Amtsrichter Specht in Posen als Landrichter an das Landgericht in Ostrowo verseht.

Der Amtsrichter Reinbacher in Angerburg is in Folge seiner Zulassung zur Rehtsanwaltschaft und der Amtsrichter Vicenz in Polkwiß in Folge rechtskräftigen Digsziplinar- erkenntnisses aus dem Fun entlassen.

Der Landgerichts-Rath List in Tilsit und der Amts- rihter Winter in Runkel sind gestorben.

Dem Notar, Justiz-Rath Weber in Magdeburg, dem Notar, Justiz-Rath Bley in Quedlinburg und dem Notar, Justiz-Rath Fechner in Hamm ist die nachgesuchte Dienstent- lassung ertheilt. | ]

y der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht: der Rechts- anwalt Dr. Pfefferkorn in Frankfurt a. M. bei dem Ober- Landesgericht daselbst und der Rechteanwalt Albrecht bei dem Amtsgericht in Pasewalk.

Jn die Lisle der Rechtsanwälte sind cingetragen : der bis- herige ger A von Schilgen aus Halle a. S. bei dem Amtsgericht in Staßfurt, der bisherige Amtsrichter Oster - roht aus Wollin bei dem Amtsgericht in Spandau und der

Gerichtsassessor Dr. Dienstag bei dem Landgericht 1. in Berlin.

__ Der Rechtsanwalt und Notar, Justiz-Rath Thüssing in Dortmund und der Notar Herf in Rheydt sind gestorben.

Ministerium der öffentlihen Arbeiten.

__ Der Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Fnspektor Ruchholz ist zum Direktor des Königlichen Eisenbahn-Betriebs-Amtes in Wesel, der Eisenbahn-Bau- und Betriebs-,Fnspektor Fischer um Direktor des Königlihen Eisenbahn - Betriebs - Amtes Berlin-Dresden) zu Berlin, der Eisenbahn-Bau- und Betriebs- nspektor Sie>e zum Direktor des Königlichen Eisenbahn- etriebs-Amtes in Crefeld, der Regierungs-Assessor Maura < zum Direktor des Königlichen Eisenbahn - Betriebs - Amtes (Berlin-Magdeburg) zu Berlin und der Eisenbahn-Bau- und Betriebs-ZJnspektor Altenloh zum Direktor des Königlichen Eisenbahn:Betriebs-Amtes in Coblenz ernannt worden.

Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Direktor im Ministerium des Königlichen Hauses, von Schweiniß, nah der Schweiz.

Bekanntmachungen :

auf Grund des Reichsgeseßes vom 21. Oktober 1878

Auf Grund des 8, 12 des Reichsgeseßes gegen die ge- meingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdur<h zur öffentlichen Kenntniß ge- bracht, daß das im Dru und Verlag zu Hottingen-Zürich ers schienene Flu gblatt mit der Ueberschrift: „An die Wähler des 4. Berliner Reichstags8wahlkreises! Arbeiter, Bürger!“ und der Unterschrift: „Die Berliner Sozialdemo- kraten“, nah 8. 11 des gedachten Geseßes durch landespolizei- lihe Verfügung verboten worden ist.

Berlin, den 26. August 1881. Dér Königliche Polizei-Präsident : von Madai.

Personalveränderungen.

O Preußische Armee.

Ernennungen, Beförderungen undVerseßungen. Im aktiven Heere. S<loß Babelsberg, 18. August. v. Voigts- Rhe, Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 115, als aggreg. zum Füs. Regt. Nr. 86 verseßt. von der Lochow, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 115, zum Pr. Lt. befördert. Stubenrau<h, Sec. Lt, vom Gren. Regt. Nr. 2, unter Entbind. von dem Kommando zur Dienst- leistung bei dem Jnf. Regt. Nr. 92, in das Inf. Negt. Nr. 115

verseßt.

Abs<iedsbewilligungen. ImaktivenHcere. Schloß Babelsberg, 20, Mae Carmesin, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 52, mit Pension der Abschied bewilligt.

Königlich Bayerische Armee. Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 21. August. v Am R Oberst-Lt, und Bats. Commandeur im 5. Inf. Regt., der érbetene Ee mit Pens. und mit der Er- laubniß zum Tragen der Uniform bewilligt. Würdinger, Major a. D., der Charakter als Oberst-Lt. verliehen. Jn der Kaiserlichen Marine.

Ernennungen, Beförderungen, Versetzungen 2. Berlin, 16. August. Hollmann, Kapitän zur See im Admiral- stabe, zum Kommandanten S. M. gede>ten Korv. „Elisabeth“, Karcher, Korv. Kapitän im Admiralstabe, zum Kommandanten S. M. Korv. „Carola“, für die Dauer der bevorstehenden Indienst- stellung, Koch, Kapitän-Lt. zum Kommandanten S. M. Avisos „Loreley“, ernannt, v. Wietersheim, Kapitän-Lt,, von der Stel- lung als Kommandant S. M. Avisos „Loreley" entbunden. Schmidt, Torpeder-Unterlt., zum Torpeder-Lt.,, Voigt, Torpeder- Unterlt., zum Torpeder-Ingen., Siggelkow, Obermaschinist von der 1. Werft-Div., zum Torpeder-Unteringen. befördert. S<{loß Babelsberg, 18, August. v. Hippel, Korv. Kapitän, unter Versetzung in den Marinestab, zum Ausrüstungsdirektor der Werft in Danzig ernannt. Aschmann, Kapitän-Lt.,, zum Korv. Kapitän, Flichtenhöfer, Sarnow, Ls. zur See, zu Kapitän-Lts., Lilie, Unterlt. zur See, zum Lt. zur See mit Patent vom 16. April cr. B. befördert. Bauendahl, Bachem, v. Bunsen, Poschmann, Us, zur See, Patente ihrer Charge vom 16. April cr.,, Lampson, v. 01 sel I., Lts. zur See, Patente ihrer Charge vom 21. Juli cr. verliehen.

Nichtamili<es. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 27. August. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz hat auf der Durchreise von England na< Bayern vorgestern in Coblenz Jhre Majestät die Kaiserin und Königin besucht, Allerhöchstderen Rekonvalescenz dur< die Ungunst der Wit- terung no<h verzögert wird. Die behandelnden Aerzte wünschen für Jhre Majestät im Laufe des Monats September Lustver- änderung, und swar ist Baden hierfür in Aussiht genommen, wiewohl Jhre Majestät an den bevorstehenden Festlichkeiten in Karlsruhe offiziell Sih niht wird betheiligen können.

Se. Kaiserlihe und Königliche Hoheit der Kronprinz trifft heute Mittags 13/, Uhr von Coblenz zum Besuche der Ausstellung in Frankfurt a, M. ein und begiebt Sich Abends zum Besuche Sr. Königlichen Hoheit des Groß- herzogs von Hessen nah Wolffsgarten bei Darmstadt. Morgen sezt Se. Kaijerlihe Hoheit die Reise nah Augsburg fort, wo Abends 6 Uhr 7 Minuten die Ankunft erfolgen soll.

Jhre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin kam, wie „W. T. B.“ meldet, gestern auf der Yacht „Alberta“ von der FJnsel Wight in Portsmouth an und vollzog daselbst die Taufe der englishen Schrauben- korvette „Kanada“, welhe Mittags unter zahlreiher Theil- nahme“ der Bevölkerung vom Stapel lief.

Der Erwerb einer Hypothek im Geltungsbereiche der preußischen Gesehgebung erfolgt, nah einem Erkenntniß des Reichsgerichts, vom 10. März d. J.,, dur< Abtretung Seitens des Cedenten und Annahme Seitens des Cessionars (Cession), dagegen hängt der Erwerb nicht von der entsprechen- den Umschreibung im Grundbuche ab. Der Cessionar ist dem- nah auch ohne die Umschreibung der Hypothek im Grundbuch auf seinen Namen gegen einen Dritten gesichert, welher auf

Grund von Forderungen gegen den Cedenten die exekutivische Ueberweisung der im Grundbu<h no<h auf den Namen defssel- ben lautenden Hypothek erlangt hat.

Bayern. München, 25. August. (Allg. Ztg.) Zur Feier des hohen Geburts- und Namensfestes Fu Majestät des Königs sind heute fast alle Gebäude, namentli<h in den Hauptstraßen, mit Flaggen festlih ge- {<hmüd>t. Jm Laufe des Vormittags wurden in der katho- lishen und der protestantishen Pfarrkirche und in der Syna- oge Festgottesdienste unter sehr zahlreiher Betheiligung der evölkerung abgehalten; sämmtlihe Abtheilungen der Gar- nison waren unter dem Befehl des Commandeurs der erstèn Brigade, General-Majors Freiherrn von Horn, zur Kirchenparade in der St. Michaelshofkirhe ausgerü>t. Nach beendetem Gottesdienst erfolgte auf dem Maximiliansplaße der Vorbeimarsch der Truppen vor der Generalität, an deren Spitze sih Se. Königliche Hoheit der Prinz Leopold, umgeben von dem Kriegs-Minister General von Maillinger und dem fommandirenden General des I. Armee-Corps, General- Lieutenant Freiherrn von Horn, befand. Die Offizier- Corps feiern das Doppelfest dur< Festdiners in ihren Speiseanstalten, und der gesammten Mann- schast ist heute eine Menagezulage gewährt. Eine größere Anzahl Staats- und städtisher Beamten und Bürger aus allen Klassen der Bevölkerung werden \sih Nachmittags zu einem Festdiner im Hotel zu den vier Jahreszeiten ver- sammeln, und Abends werden Festvorstellungen in den Thea- tern und Festkonzerte 2c. 2c. Seitens der Veteranen- und Kriegervereine und in vielen öffentlichen Gartenlokalitäten stattfinden. Zur Feier des Tages erfolgte auch die Enthüllung des neuhergestellten Gemäldes am Jsarthore, „den Einzug Kaiser Ludwigs des Bayern nah dem Siege bei Ampfing in München“ darstellend. Die Neuherstelung eine Renovi- rung der alten Komposition Nehers erwies si<h als unmög- li<h wurde von Schülern des Professors W. Lindenschmit in künstleris<h vollendeter Weise ausgeführt. Dem Ver- nehmen nah hat der König auf Antrag des Ministeriums des Königlichen Hauses und des Aeußern genehmigt, daß eine neue Kategorie von pragmatishen Verkehrsbeamten Ober-Expeditoren in das Budget eingestellt werde.

__ Vaden. Karlsruhe, 25. August. Die e: tionsfeier für den Prinzen Ludwig Wilhelm auf Schloß Mainau begann heute Vormittag 10 Uhr unter dem Geläute aller Glo>en. Die Schloßkirhe war von Geladenen reihli<h gefüllt. Es waren, wie die „Karlsr. Z.“ mittheilt, von Mitgliedern des Großherzoglichen Hauses anwesend: der Markgraf Max und Prinz Wilhelm, die Prinzessin Wilhelm mit Prinzessin Tochter. Der Prinz bestand die äußerst gründ- lihe Prüfung sehr befriedigend, las sein selbstverfaßtes Glau- bensbekenniniß laut vor und wurde unter dem Geläute aller Gloden feierli<h eingesegnet, worauf die Feier mit dem Lied „Nun danket alle Gott“ \{loß. Der. Erbgroßherzog war gestern Abend aus Potsdam zur ia in Mainau eingetroffen. Auch die Amme des Prinzen befand sich daselbst unter den Eingeladenen.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 25. August. Der Kaiser ist heute Vormittags von Bru> a. d. Leitha nah Schönbrunn zurückgekehrt. L

Die bereits telegraphis<h signalisirte Meldung der „Pol. Corr.“ aus Rom, vom 21. August, lautet wörtlich:

„Wie wir erfahren, hat Se. Majestät der König Humbert am 18, d, an dem Geburtsfeste ‘des Kaisers Franz Josef, von Monza aus ein überaus herzliches Glückwunfcbtelecranm an Se. Majestät gerichtet, welches sofort in ebenso herzliher Weise beantwortet wurde. Dieses, das treffliche zwischen den beiden Dynastien bestehende Freund- \{aftsverhältniß dokumentirende Ereigniß wird nicht verfehlen, den {hon seit längerer Zeit zirkulirenden Gerüchten über einen bevorstehenden Besu<ß des Königs von Jtalien am österreichischen Kaiserhofe neue Nahrung zuzuführen, ohne daß jedo bisher etwas Positives an diesen Gerüchten wäre. Daß König Hum-

bert, und dieses nit erst jeßt, den lebhaften Wunsch hegt, dem ihm .

so nahestehenden österreihis<ben Kaiserhause einen Besuch abzustatten, ist gewiß, aber von diesem Wunsche bis zur Realisirung desselben ift no< ein weiter Schritt. Obwohl man in Jtalien davon überzeugt ist, daß der König in Oesterreih-Ungarn die herzlihste Aufnahme finden würde, so find do so manche Konvenienzen zu berü>sichtigen, viele Wecbselfälle in Erwägung zu ziehen und vor Allem eine passende Gelegenheit abzuwarten, so daß die Realisirung des Königlichen Be- suches von vielen und mancherlei äußerlichen Faktoren abhängt. Bis zur Stunde, wir können dieses, auf die verläßlihsten Informatio- nen gestüßt, versichern, ist der eventuelle Besu<h des Königs Humbert am österreihishen Kaiserhofe na< keiner Richtung bin in Anregung gebracht worden, und was von offiziösen oder vertraulichen Anfragen oder Unterhandlungen in dieser Richtung von mehreren Seiten geschrieben wurde, gehört in das Gebiet der Erfindung oder der leeren Vermuthung; der Königliche Besuch kann daher als eine voraussicbtlide Eventualität, aber keinesfalls als eine bereits fest- stehende Sache angenommen werden, und es würde andererseits eines solchen Besuches gar nicht benöthigen, um dem gegenwärtig zwischen Oesterreich-Ungarn und Jtalien und dem ihnen befreundeten Deutsch- E Ie herzlihen Einvernehmen sozusagen die Weihe zu erthetlen."

Ueber die Jnspektionsreise des Frhrn. von Lapenna na< Bosnien berichtet das „Fremdenblatt“: „Frhr. von Lapenna dürfte G9 in den ersten Tagen des Sepkember zur Jnspizirung der Gerichte nah Bosnien und der Herzegowina begeben. Nach seiner Rü>kehr wird derselbe den Vorsitz in einer Kommission übernehmen, die aus Delegirten des öster- reihishen und ungarische Ministeriums, einem Vertreter der bosnishen Centralverwaltung und einem Mitgliede des bos- nish:herzegowinishen Richterstandes gebildet werden soll, und deren Aufgabe es sein wird, die Regelung des gesammten Justizwesens in den okkupirten Provinzen in Angriff zu nehmen.“ Die Justizpflege in den okkupirten Ländern betreffend, liegt TaR eine Cirkularverordnung des uste Bininers Pauler an die ungarishen Gerichte vor.

ur< dieselbe werden die Königlichen Gerichte verständigt, daß die im Sandshak Novi-Bazar dur< das ehemalige General-Konsulat von-Serajewo im Sinne der Kapitulationen über österreichish-ungarishe Unterthanen geübte Justizpflege vom gemeinsamen Ministerium im Einvernehmen mit der österreichishen und der ungarischen Regicrung folgendermaßen geregelt worden ist: die Konsulargerichtsbarkeit in dem ge- nannten Sandschak wird dur< den dem dortigen Militär- Kommando beigegebenen Civil-Kommissär, unabhängig von dem Kommando, in der Weise und in dem Umfange geübt, wie dies vordem das K. und K. General-Konsulat geübt hat.

Prag, W. August. Der Kronprinz Erzherzog Rudolf und die Kronprinzessin Stephanie sind heute früh 7 Uhr aus Salzburg hier eingetroffen. Jhre K. und K. Hoheiten

hatten sih jeden Empfang verbeten. Die Frau Kronpri erfreut sih des blühendsten Aussehens. x E

Pest, 25. August. Die Berathungen der österreichisch- ungarischen Zollkonferenz betreffs einer eventuellen Revifion des allgemeinen österreihis<h- ungarischen Zoll- tarifs werden wie die „Budapester Correspondenz“ er- fährt kaum vor Mitte September beginnen.

Schweiz. Bern, 2. August. (N. Zürch. Ztg.) Der neuernannte Geschäftsträger der Vereinigten Saa Cra-

mer, überreichte heute dem Bundes-Präsidenten \ei - bigungsschreiben. Präs n sein Beglau

Großbritannien und Jrland. London, 25. August. (Allg. Corr.) Der irishe Staatssekretär Mr. Forster Deli seit einigen Tagen in Dublin, um die erforderlichen Schritte zur Jnkraftseßung der Landakte zu thun. Das neue Land- tribunal soll {hon Anfangs Oktober seine Thätigkeit beginnen. Was im Uebrigen die Zustände in Jrland betrifft, so sind dieselben durchaus nicht so zufriedenstellend, als unter den obwaltenden Um ständen erwartet werden durste. Verhin- derung öffentlicher Verkäufe durch Zusammenrottungen von Pächtern, Widerstand gegen Exekutionen und Exmissionen, Brandstiftungen, nächtlihe Ueversälle dur< vermummte Männer gehören no< immer zur Tageszordnung. Eine neue Form agrarisher Ausschreitung wurde jüngst im Bezirk Clogan, Kings-Grafschast, verübt, nämli die Zer- störung eines Getreidefeldes dur< Niederrollen desselben mit einem Mühlsteine. Daneben nimmt das System des „Baycottirens“ seinen ungestörten Fortgang, so daß mancher mißliebige Gutsherr und Pächter si< außer Stande sieht, seine Ernte einzuheimsen. Jn verschiedenen Distrikten der Grafschaft Limeri> ist die Stimmung noch immer sehr bedenklih. Jn Rathkeale wurden gestern die aus Limeri> angekommenen Verstärkungsmannschasten der Polizei mit einem Steinhagel empfangen, wodur E Konstabler verwundet wurden, Die Polizei machte s{ließli<h von ihrer Waffe Gebrauch und nahm mehrere Verhaftungen vor.

Der „Times“ wird aus Lahore vom 24. ds. ge- meldet:

„Ejubs Kavallerie-Vorhut foll bis auf etwa 40 Meilen von Kelat-i-Ghilzai angekommen sein, aber es sind keine Anzeichen vor- handen, daß Ejub mit seinem Gros von Kandahar aufbrechen werde. Man glaubt, der Mangel an Transportmitteln und Geld bereite ihm no< immer große Schwierigkeiten. Man weiß, daß der Emir sein Lager von Deh Mozung na< Deh Bori, fünf Meilen westli< von Kabul, verlegt hat. Ejubs Sieg soll auf die Bevölkerung Afghanistans keinen wesentlihen Eindru>k gemacht haben, insbesondere da es jeßt allgemein bekannt ist, daß die Schlacht in Folge der Eifersüchteleien und Streitigkeiten unter den Generalen des Emirs sowie ihre Un- fähigkeit, verloren ging. Nachrichten aus Chaman lauten dahin, daß Ejub Botschaften nah Kabul gesandt habe, welche die Wiedereröff- nung von Unterhandlungen zum Zwe> haben. Die Getreideausfuhr aus Kandahar ist verboten worden. Ejub hat \si< eine beträchtliche Summe Geldes dur die Lösegelder für seine Gefangenen verschafft.“

26. August. (W. T. B.) Eine heute eingégangene Depesche des Vizekönigs von A meldet: nach den ihm zugegangenen Nachrichten habe sich der Truppenbestand Ejub Khans stark gemindert; keines von seinen Regimen- tern zähle mehr als 400 Mann, und die darunter befindlichen Truppen aus Kabul seien sehr unzufrieden. Ejub Khan habe auh no< Gewehre, Zelte und Proviantvorräthe in die Gegend von Herat enlsendet.

27. August. (W. T. B.) Dr. Bradl!ey, Direktor des Universitätskollegs in Oxford, ist zum Dekan der West- minster-Abtei ernannt worden.

Frankreich. Paris, 26. August. (W. T. B.) Ein Telegramm des „Temps“ aus Saida meldet: der Komman- dant der von Geryville aufgebrohenen Truppenabtheilung, Oberst Negrier, habe beim Passiren von Abiod das dort befindlihe Grab des von den Arabern als Heiliger verehrten Marabuts, Sidi Scheik, zerstören lassen; es sei sehr zu besorgen, daß dadur< der Fana- tismus der Araber werde erregt werden, Aus Susa wird gemeldet: in den bena<hbarten Städten und Dörfern herrsche Free Erregtheit wegen der Nähe von herunistreifenden

anden, die Alles zu plündern drohten. Ueberall in der Nachbarschaft werde von Marodeurs geplündert und gemor- det. Die zur Herstellung einer Verbindung zwischen Tunis und Susa mit ciner starken Eskorte abgegangenen Tele- graphenbeamten seien genöthigt gewesen, zurü>kzuweihen. Der Gouverneur von Susa habe jedem bewaffneten Araber den Eintritt in die Stadt untersagt. Mehrere tausend Araber seien in einer Entfernung von 45 km von Tunis und nur 10 km weit von Hammamet gesehen worden, wo eine fran- zösishe Truppenabtheilung lagere.

Italien. Nom, 26, August. (W.T. B.) Das Jour- nal „JFtalie“ sagt: es habe die seit einiger Zeit ventilirte Frage einer Reise des Königs nah Wien und Berlin nicht zu diskutiren, es sei ihm aber gestattet zu konstatiren, daß die bezüglihe Nachricht eine Aufnahme gefunden habe, die die ausgezeihneten Beziehungen beweise, in welhen Jtalien zu Oesterreich und Deutschland, seinen natürlichen Ver- bündeten, stehe. Diese Beziehungen seien heute enger als jemals zuvor; die Regierungen und die Völker befänden sich wohl tabei. Wenn die Regierungssorgen und die politischen Erwägungen die Reise des Königs gestatteten, wie man es von ganzem ger en wünsche, werde die Reise ein sehr glüc- liches Ereigni Tia. das, indem es das Prestige Jtaliens befestige, au< niht ohne Einfluß bleiben werde auf die Er- haltung des europäishen Friedens.

Griechenland. Athen, 26. August. (Polit. Corresp.) Die türkishen Truppen haben bei der Räumung der dritten Zone das Dorf Kaita in Brand geste>t, welches, mit alleiniger Ausnahme der Kirche und eines Hauses, voll- ständig niederbrannte. Der griechishe Delegirte protestirte bei der internationalen Kommission gegen dieses barbarishe Vor- gehen und die Kommission forderte hierauf den türkischen Kommissar Hidajet Pasha auf, eine Untersuhung und die I der Schuldigen zu veranlassen, Gleichzeitig wurde der griehishe Gesandte Conduriotis von seiner Regierung an- gewiesen, im Einvernehmen mit den Vertretern der Mächte Schritte bei der Pforte zu thun, damit außer der Einleitung einer Untersuhung au< geeignete Maßregeln getroffen wür- pen, um der Wiederholung ähnliher Zwischenfälle vorzu- eugen.

ge Ueber die Beseyung der zweiten Sektion des ehemals türkishen Territoriums Seitens der griechischen Armee geht dem Londoner „Standard“ aus Athen unter dem 21. d. M. folgender Bericht zu: : /

„Gestern ist die grie<is<e Armee, 30 000 Mann stark, in Thessa- lien eingerü>t. Die Truppen rückten auf vier versbiedenen Straßen

vor und beseßten den Distrikt von Domoko. Die eingeborene Be- völkerung zog ihnen in ungeheurer Menge entgegen und empfing sie mit enthusiastischen A An der Spiße der Massen standen der Klerus und die angesehensten Einwohner, welche sid mit freudigem Gefühl dem allgemeinen Willkommen ans{lossen. Viele der Bewoh- ner waren zu Thränen gerührt und küßten die bellenishe Fahne als das Emblem der ihnen na vierhundertjährigem Bestehen der tür- kischen Herrschaft zurü>gegebenen Freiheit. Von den theffalischen Bischöfen und Ortsvorständen laufen fortwährend Depeschen in Athen ein, welhe dem Könige und der Regierung die Freude und Dankbarkeit der Absender über die wiedererlangte Freiheit ausdrüe. Im Laufe von se<8s Tagen werden die Hauptmittelpunkte der zweiten Sektion des abgetretenen Gebietes mit Einschluß von Kardita, Pharfala und Phanari übergeben werden“.

(Pest. L.)

Türkei. Konstantinopel, 24. August. Da amtlichen Berichten zufolge der Aufstand der Araber in Hed\has immer ernstere Dimensionen annimmt, wurde im Ministerrathe beschlossen, nebst den bereits auf dem Wege nach Arabien befindlihen Truppen noch weitere Verstärkungen ungesäunit abzusenden. Der Gouverneur des Hedschas wurde gleichzeitig beauftragt, enisprehende energishe Vorkehrungen zu trefsen, damit die vom Sultan nah Mekka überschi>ten reichen Geschenke niht in die Hände der Aufständischen fallen.

Serbien. Belgrad, 26. August. (Pol. Corr.) Die Infanterie und Kavallerie der ersten Klasse der National- miliz sind für Ende September d. J. zu siebentägigen Waffenübungen einberufen.

Bulgarien. Sofia, 19. August. (Pest. L.) Der Ge- burtstag Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef wurde gestern von der österreihish-ungarischen und ebenso von der deutschen Kolonie gefeiert. Dem Hochamte in der Kirche der Kapuziner wohnten gemeinsam Angehörige des österreichisch- ungarishen wie des Deutschen Reiches bei. Die Jnteressen- Gemeinschaft beider Monarchien ist gerade im Orient jedem Einzelnen zur Ueberzeugung geworden, und dies tritt nicht nur hier, sondern au< anderwärts im Orient zu Tage, wo die nationalen Fesitage der Herrscher gemeinsam gefeiert wer- den. Von offiziellen Persönlichkeiten wohnten der kirchlichen Feier als Gäste bei: der Minister des Aeußern Baron Vul- kovicz als Vertreter der Regierung, der Hofmarschall als Ver- treter des Fürsten, der belgishe und der serbishe Vertreter sowie der Vertreter des Deutschen Reiches Legations-Rath von Thielau, welcher inzwischen abgereist ist, um seinen neuen Posten als deutscher General-Konsul in Budapest zu über- nehmen. Der Fürst Alexander gab ein Festdiner, zu welchem der Verweser des K. und K. General-Konsulates Hr. Burian und sein Beamtenpersonal geladen waren.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 27. August. (W. T. B.) Der „Regierungsbote“ veröffentlicht einen Kaiserlichen Ukas an den Senat, dur welchen der Posten des St. Petersburger Stadthauptmanns aufgeho- ben wird. Die Befugnisse des Stadthauptmanns gehen theils auf den Ober-Polizeimeister, theils auf den Gouverneur über.

Amerika. Washington, 26. August. (W. T. B.) Nah dem heute früh 81/2 Uhr ausgegebenen offiziellen Bulletin hatte Präsident Garfield eine unruhige Nacht ; der Schlaf war vielfa unterbrochen, und einige Male stellte sih ein leichtes Delirium ein. Diese Krankheitserscheinungen sind aber heute früh wieder ges{<wunden. Pulsbewegung 108, Temperatur 991/,4, Respiration 17.

%6. August, Vormittags. (W. T. B.) Nach einem von dem Staatssekretär Blaine versendeten Telegramm hat sih das Befinden des Präsidenten Garfield erheblich vershlehtert. Schon gestern trugen die Krankheitserschei- nungen einen sehr ernsten Charakter: der Zustand der Drüsen- geshwulst, des Pulses und der Temperatur weist auf ernste und beunruhigende Komplikationen hin, der Geist ist umdüstert und irre, die Kräfte sinken; nur der Umstand, daß er noch \{lud>en kann und flüssige Nahrung anscheinend verdaut, ge- währt Hoffnung auf eine Reaktion.

-— 26, August, Abends. (W. T. B.) Bulletin von 6 Uhr 30 Min. Abends: Seit Ausgabe des leßten Bulletins ist in dem Befinden des Präsidenten Garfield keine Aen- derung eingetreten. Der Präsident konnte fortdauernd flüssige Nahrung zu si< nehmen und hat solche verlangt. Die

njektionen werden fortgeseßt. Puls 116, Temperatur 99/10, tesoiration 18. Hier herrscht allgemeine Entmuthigung ; Zeitungsmeldungen sagen: es sei keine Hoffnung vorhanden,

den Präsidenten am Leben zu erhalten. u ls Süd-Amerika. (Allg. Corr.) Durch Vermittelung der bei Chile und der Argentinishen Republik beglaubig- ten Vertreter der Vereinigten Staaten ist der Grenzstreit zwischen den genannten Ländern zur gegenseitigen Befriedi- gung zum Austrag gebracht worden. Die vereinbarte Kon- vention erklärt die Magellanstraße für neutral, sichert den Fahrzeugen aller Nationen freie Schiffahrt zu und untersagt die Errichtung von Forts an den Ufern der Meerenge.

Afrika. Egypten. Alexandrien, 24. August. (Pest. L.) Der Khedive hat das Urtheil des Kriegsgerichts

gegen die meuterishen Soldaten, welche einen Leichnam

in die vizeköniglihen Gemächer s{leppten, bestätigt. Das |

Urtheil lautet gegen den Rädelsführer auf lebenslängliche Zwangsarbeit und gegen acht betheiligte Soldaten auf je dreijährige N in Chartum und sodann weitere Militärdienstleistung in Sudan.

Die Nr. 34 des Central-Blatts für das Deutsche Reicb, herausgegeben im Reichsamt des Innern, hat folgenden Jnhalt: Finanzwesen: Nachweisung der Einnahmen der Folie und Telegraphen-, sowie der Reichseisenbahn-Verwaltung und der Einnahmen an Wechsel- stempelsteuer bis Ende Juli .1881. Zoll- und Steuerwesen: Ver- änderungen im Bestande und in den Befugnissen von Zoll- und Steuerstellen. Justizwesen: Aenderung im Verzeichniß der zur Einziehung von Gerichtskosten bestimmten Stellen, Konsulat- wesen: Todesfall. Polizeiwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiete. ,

N>k. 34 des Deutschen Handels-Archivs, Wochenschrift [ür Handel und Gewerbe, herausgegeben im Reichsamt des Innern, hat olgenden Inhalt: Gesetzgebung: Deutsches Reich: Tara für pu nische Butter. Abänderunged in den für die Derzouung maßgeben- den Taräsätzen. Italien und Griebenland: Konsularvertrag zwischen beiden Ländern. Rußland: Fortbestehen der Zollermäßigung auf Mais und Maismehl in Finnland. Peru: Zollverordnung. Berichte: Brasilien : Verbältnisse des Deutsben Ausfuhrhandels na Brasilien. Spanien: Bilbao (Handelsbericht für 1880). Ruß- land: Handel und Montanindustrie der Kaukasischen Statthalterschaft im Jahre 1880. China: Handelsberiht über Hoibßow, Pakhoi und Haiphong für 1879 (Fortsetzung).

Nr. 31 des Justiz-Ministerialblattes hat folgenden In- halt: Erkenntniß des Reichsgerihts vom 29. Juni 1881.

Nr. 22 des Centralblatts der Bauverwaltung hber- ausgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, hat folgenden Inhalt: Amtliches: Perfonalnachrihten. Nichtamtliches: Die Tauerei-Sciffahrt auf der Seine. Landwirthscaftlihe Gebäude. Der Brandleite-Tunnel in der Eisenbahnlinie Erfurt-Grimmen- thal-Ritsbenhausen. Ueber die Beziehungen zwischen Scbienenkopf- und Radreifenprofil (Schluß), Vermischtes: Cölner Stadterweite- rung. Konkurrenz für den Entwurf zu einem Schulgebäude. Denkmal für den Urheber des Entwurfes der Montcenis-Dur{- bohrung. Bauthätigkeit in Italien. Eisenbahn- und Waser- bauten in Frankreich.

Statistische Nachrichten.

Halle, 19. August. Im Sommersemester 1881 studir- ten an hiesiger Universität mit Einschluß eines nachträglich Immatrikulirten und 15 Hospitanten 185 Landwirthe von Be- ruf. Davon gehören an: dem Königrei< Preußen Prov. Sachsen 39, Schlesien 24, Hannover 10, Rheinprovinz 10, Westfalen 9, Bran- denburg 8, Ostpreußen 5, Westpreußen 5, Pommern 5, Hessen-Nassau 3, Swleswig-Holstein 1, zusammen 119; Königreih Sachsen 12, Braunschweig 6, Sachsen-Weimar und Schwarzburg-Sondershausen je 3, Hamburg, Me>lenburg-S<hwerin, Sachsen-Altenburg und Kö- nigrei Württemberg je 2, Anhalt, Bremen, Elsaß-Lothringen, Hessen, Lippe-Detmold, Oldenburg, Coburg-Gotha, Schwarzburg-Rudolstadt und Walde> je 1, Oesterreich 11, Nußland 9, Niederlande 2, Schwe- den, die Schweiz und die Türkei je 1.

Land- und Forstwirthschaft.

London, 25. August. (Allg. Corr.) Die Erntearbeiten im Lande werden durh die anhaltend regneris{<e Witterung ernst- lih beeinträchtigt. In einigen Distrikten is dem Getreide bereits viel Schaden zugefügt worden, und falls die Witterung nicht bald günstiger wird, dürften den Landwirthen empfindliche Verluste er- wachsen. Auf Anordnung des Erzbischofs von Canterbury werden am nächsten Sonntag in allen Kirchen Englands besondere Gebe tefür günstiges Erntewetter abgehalten werden.

(Deutsche Heeres-Ztg) Der Pferd ebestand Frankreichs beträgt 872911 Wallachen nnd 1257800 Stuten, die das vierte Jahr überschritten haben. In der Landwirthschaft werden 1 500 000 Pferde verwendet, von denen 400000 für militärishe Zwecke ver- wendbar sind; die Zahl der übrigen im Lande befindlichen militär- diensttauglichen Pferde beträgt 90000; im Mobilisirungsfalle bedarf die Armee 140- bis 146 000 Pferde. Zur Trainbespannung werden auch Maulesel verwendet werden, von denen im Lande si 299100 Stück befinden.

Kunft, Wissenschaft und Literatur.

Hellenischer Heldensaal oder Geschichte der Griecen in Lebensbeschreibungen nah den Darstellungen der Alten, von F. Bäßler. Dritte Auflage. 44 Bogen gr.-89. Mit 32 in den Tert gedruckten Holzscbnitten. Neue Ausgabe in 8 Lieferungen zu je 50 „. Berlin, R. v. De>kers Verlag, Marquardt & Schen>. 1. Lieferung, Bogen 1—6 mit 7 Illustrationen. Von diesem trefflichen, besonders für die reifere Jugend bestimmten Werk sind bereits zwei Auflagen vergriffen, welcher Umstand gewiß zu seinen Gunsten \priht. Der lebendig geschriebenen, fesselnden Darstellung liegen hauptsächlich die Biographien Plutar<hs, dann aber auch die Geschicht8werke des Herodot, Thukydides und Xenophon zu Grunde, während bei der Schilderung des Niedergangs des Hellenenthums und des in Macedonien aufgehenden Gestirns die Reden des De- mosthenes na< Stoff und Form das Vorbild boten. Das ganze Werk umfaßt 6 Bücher. Das erste behandelt die Staaten- gründungen von Sparta und Athen, das zweite führt die Helden des Perserkrieges, Histiäos und Aristagoras, Miltiades, Leonidas, The- mistokles, Aristides, Pausanias und Kimon vor. Das dritte \{ildert sodann das goldene Zeitalter unter Perikles, den peloponnesischen Krieg und das Leben des Sokrates, das vierte die Epoche der Hegemonie Thebens und die Helden dieser Zeit: Agesilaos, Epa- minondas, Pelopidas, Dion, Timoleon, Demosthenes und Phokion Im fünften folgen wir Alexander dem Großen auf feinem Welteroberungszuge, sehen in der Diadocben- zeit das Griechenthum sih nohmals zu einer glänzenden Nachblüthe und. Macht entfalten, die in den Kriegszügen des Pyrrhus, welche Rom sogar erzittern machten, ihren Gipfel er- reichte, und erleben dann den Niedergang, aus dem jedo< immer noG heldenbafte Erscheinungen, wie Aratos, Aegis, Kleomenes und Philo- poemen hervorragen. So führt der Verfasser den Leser von einer bedeutenden Gestalt der griebiswen Geschichte zur anderen dur< Jahrhunderte fort und \<{ildert in den einzelnen Lebensgängen das Schi>ksal des ganzen grie<is{en Volkes in jenem Sinne, in welbem er überhaupt die Geschichte begriffli<h definirt wissen möchte: als eine von Gott geordnete und geleitete Lebensgeschichte der Menschheit. Und damit würde er sich sogar die Anerkennung des \o {wer zu befriedigenden Frankfurter Weltweisen Arthur Schopenhauer, erworben haben, der von der Geschichte und ihrem wissenschaftlichen und praktischen Werthe bekanntlih sehr gering dachte, den pädago- agis{en Nuten der Lebensbeschreibung für die Charakterbildung uud Jugenderziehung aber keineëwegs verkannt hat. Das Werk wird sonach auc in der vorliegenden neuen, von der Verlagshandlung in jeder Beziehung gut ausgestatteten Ausgabe seine Aufgabe erfüllen : die Jugend für die tapferen, edelgesinnten Helden-Vorbilder des antiken Griechenthums zu begeistern und fie zur Nacheiferung anzufeuern.

Wie sforgsam das im Verlage von I. J. Weber in Leipzig ers{einende Un iversal-Lerikon der Kochkunst bedacbt ist, nicht nur für Gesunde, sondern aud für Kranke cin \{ätbarer Hausfreund zu werden, beweist unter Anderem der Artikel „Krankenpflege und Krankensuppen“ in der soeben ausgegebenen 6. Lieferung, welcber betreffs der Küche bei akuten und <ronishen Erkrankungen mancbe guten Winke und Ratbscbläge enthält.

Gewerbe und Handel,

Nah dem Jahresberi<ht der Friedrichrodaer Eisen- bahn pro 1880 beziffern si< die Einnahmen des verflossenen Be- triebsjahres auf 87069 M, die Ausgaben auf 48 776 A Der Ueber- {uß von 38293 M wird in na<stehender Weise verwendet: a. an die Thüringer Bahn für Mitbenußzung des Bahnhofs Fröttstedt 2c. 2380 M, b. an die Gothaishe Regierung für Einlage in den Re- serve- uud Erneuerungsfond 4000 M, e. an die Gothaische Regierung für ca. 3 %5 Zinsen von 616 700 A Anlagekapital (als Pacht für die Bahn einscbließlid des Gasthofes in Waltershausen) 18 720 M, d, an den Betriebêpäcbter H. Bacbstein für Amortisation seiner Be- triebsmittel ca. 4 “/9 von 92894 M 3939 M, e. an den Betriebs- päter H. Bacstein für Verzinsung seines Betriebskapitals ca. 10 %%% von 92894 M 9253 AM

Das „Deutsche Handelsarchiv“ Sydney über die Banken Australiens, deren Kapital und Prosperität. Es werden in dem Bericht 26 Banken, zusammen mit einem eingezahlten Kapital von 14 635 744 Pfd. Sterl. aufgeführt ; zur letzten halbjährigen Dividende wurden insgesammt 799 917 Pfd. Sterl. verwendet, und der zum Reservefond überführte Gewinn belief si< auf 5062707 Pfd. Sterl. Die angegebene Dividende von 799917 Pfd. Sterl, entspridt einem Dur(scbnittsertrag n: 1 Ph. Gterl. 18 _ S. 1 Le. t 10 Ri Sterl. Im Einzelnen mögen hier erwähnt werden die ihrem Kapital na< größten Juslitute: , Bank of Australasia mit

enthält einen Bericht aus

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