1881 / 204 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

an Weizen 90 049 Doppel-Centner,

Roggen 410 596

„ÉHafer 15977

Mehl 20 830 s

Dagegen hat die Einfuhr von Gerste in dem genannten

Monat gegen den entsprehenden Monat des Vorjahres um 1037 Doppel-Centner zugenommen.

" {4

(W. T. B.) Auf der Rückreise S. M. S. „Vineta“ von Singapore nach der Kapstadt hat sich der Kommandant, Kapitän zur See Zirzow, veranlaßt gesehen, im Jnteresse der Gesundheit der Besaßung den Hafen von Port Elisabeth an der südafrikanishen Küste anzulaufen. Beim Eintritt des Schiffes in die kühleren Gegenden stellte \ih eine leihte Ruhrepidemie ein, welhe allmählich zunahm und wenn auch niht gefahrdrohend, so doch einen Todesfall und die Erkrankung im Ganzen von 73 Leuten zur Folge hatte. Die Erkrankten sind am Lande untergebraht und werden dort in sorgsamster Weise gepflegt. Das Schiff wird gründlih desinfizirt. Die Krankheit ist {hon sehr im Ab- nehmen begriffen und sind die Erkrankten bereits soweit her- gestellt, daß die Heimreise, wie telegraphish hierher mitge- theilt, Anfangs September cr. fortgeseßt werden kann.

__— Durch Cirkularverfügung vom 16. d. M. hat der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten die be- treffenden Bestimmungen der Verfügung vom 8. März 1843 dahin abgeändert, daß in Zukunft die Genehmigung des Ministers zu freihändigen Holzverkäufen nur dann einzuholen ist, wenn der Kaufpreis fünftausend Mark über- steigt. Bis zur Höhe dieses Betrages ist die Königliche Re- gierung (Finanz-Direktion) von jeßt ab ermächtigt, freihändige Holzverkäufe zumLizitations-Durchschnittspreise zurTaxe, oder zur Taxe mit einem Ausschlage selbständig abzuschließen, bezw. zu ge- nehmigen. Dasselbe gilt für freihändige Holzverkäufe unter der Taxe, sofern bei mindestens zweimaligem öffentlichen Aus- gebote die Taxe nit erreiht worden ist und nach dem pflihtmäßigen Dafürhalten der Regierungen durch den frei- händigen Verkauf der Staatskasse unzweifelhaft höhere Ein- nahmen zugeführt werden als durch nochmalige Wiederholung der Lizitation.

Ferner wird den Oberförstern die Befugniß beigelegt, unter den Bedingungen sub a. bis e. des $8. 28 der Geschäfts- anweisung vom 4. Juni 1870 Holz freihändig bis zum Be- trage von einhundert Mark, statt bisher 45 s, an ein und dieselbe Person im Laufe eines Jahres zu verkaufen. Jm On bleiben die Vorschriften des 8. 28 a. a. O. in

raft.

Unter entsprehender Abänderung der Verfügung vom

2. Juli 1873 bildet ferner der vorstehende Betrgg von 100 in Zukunft zugleih die Maximalgrenze für den selbständigen freihändigen Verkauf von Nebennußungsgegenständen durch die Oberförster. Auch wird die Befugniß derselben, unverschulte Pflanzen in unbeschränktem Betrage zu verabfolgen, auf die vershrulten Pflanzen ausgedehnt. Den Regierungen bleibt es indessen überlassen, wenn sie dies als nothwendig erachten sollten, bezüglih des Pflanzenverkaufes einshränkende Bestim- mungen zu treffen. Gleiches gilt bezüglih des Verkaufes von Nebennußungsgegenständen. __ Nach dieser Erweiterung der Ermächtigung der Ober- förster zum freihändigen Verkaufe bedarf es für die Zukunft der Aufrechterhaltung besonderer Befugnisse der Forstmeister in dieser Beziehung nicht.

__ Schließlich bemerkt der Minister, daß die vorstehenden Bestimmungen nicht den Zweck haben, dem freihändigen Ver- kaufe eine erweiterte Ausdehnung zu geben, sondern das mit den bisherigen Beschränkungen verbunden gewesene Schreib- werf zu vermindern.

In der Ehescheidungsklage einer evangelischen Deutschen gegen ihren dem österreichischen Staatsverbande und dem katholischen Bekenntniß angehörigen Gatten, der seinen Wohnsiß in Dresden hatte, hat das Reichsgericht neuer- dings ausgesprochen, 1) daß Klagen in Ehesachen zwischen Ausländern, welche in Deutschland ihren Wohnsiß haben, bei demjenigen Landgericht erhoben werden können, welches für den zeitigen Wohnort des Ehemannes zuständig ist, und 2) daß auch in Ehescheidungsklagen zwischen ausländischen Ehegatten, in deren Heimath die Ehescheidung unzulässig ist und statt ihrer nur auf Trennung von Tish und Bett er- kannt werden kann, die deutshen Gerichte auf vollständige Auflösung des Ehebandes zu erkennen haben.

5 Der Präsident des geodätishen Jnstituts, General- Lieutenant z. D. Dr. Baeyer, ist aus dem Bade Landeck hierher zurüdckgekehrt.

__— Das „Marine-V.-Bl.“ veröffentliht folgende Nach- rihten über Shiffsbewegungen: (das Datum vor dem Orte bedeutet Ankunft daselbst, nach dem Orte Abgang von dort.) S. M. S. „Ariadne“ 21./6. Coquimbo 11./7. 14./7. Val- paraîijo 16./7. die Heimreise angetreten. (Poststation: Plymouth.) S. M. Knbt. „Drahe“ Wilhelmshaven 22./7. (Poststation: Wyck auf Föhr.) S. M. S. „Freya“ 30./4. Hongkong 30./6. 9./7. Singapore 13./7. 16./7. Batavia 21./7. 20./8. Aden. (Postfstation: bis 8./9, Gibraltar, vom 9./9, ab Plymouth.) S. M. Aviso „Habicht“ 6./8. Apia. (Posistation : Auckland auf Neuseeland.) S. M. S. „Hertha“ 12./6. Yokohama. Leßte Nachricht von dort 5./7. (Post- station: Hongkong.) S. M. Knbt. „Hyäne“ 15./5. Brisbane 26./5. 24./6. Anjer 25./6. 25./6. Batavia 29./6. 29./7. Aden 31./7., 13./8. Port Sard. Beabsichtigte am 16./8. nah Malta zu gehen. (Poststation: Plymouth.) S. M. Knbt. „Zltis“ 26./5. Hongkong 26./6. 27./6. Swatow 30./6, 1./7. Amoy. (Poststation : Hongkong.) S. M. Av. „Lore- ley“ 16./6. Buyuktéré. 7./8. zur Abhaltung einer drei- tägigen Uebungsfahrt 10./8, zurück. Leßte Nachricht aus Buyukdéré 21./8. (Poststation: Konstantinopel.) S. M. S. „Luise“ 2./8. Plymouth 9./8. nah Madeira. (Poststation: bis 7./9. Porto Grande [St. Vincent, Kap Verdes], vom 8./9. ab Bahia [Brasilien].) S. M. Av. „Möwe“ 4./5. Salna- fata. Letzte Nachricht aus Apia 15./6. (Poststation : Auck- land auf Ncuseeland). S. M. S. „Moltke“ 14./7. Val- paraiso 15./7. nach Coquimbo. (Poststation: Panama.) S. M. Knbt. „Nautilus“ 8./8. Malta 13./8. 22./8. Gibraltar 24./8. nach Plymouth. (Poststation: Plymouth.) S. M. S. „Niobe“ 10./8. Carlskrona 15./8. 17./8, Danzig. (Poststation: Kiel.) S. M. S. „Nymphe“ 12./8. Dart- mouth. Beabjichtigte am 831./8. die Heimreise fort- zusezen. (Poststation: Kiel.) S. M. Brigg „Rover“ 28./7. Neufahrwasser. (Poststation: bis 3,/9., Neufahrwasser,

vom 4,/9, ab Kiel.) 18./6. 17./7. Anjer 18./7. 24./7. Singapore 30./7. Hongkong.) (Poststation :

bis 3./9.

Montevideo 21./7. Nachricht von dort 1./8. (Poststation : silien.) S. M. S. „Vineta“ 5./6. Singapore 183./6. Anjer 14./6. 21./7. Port Elisabeth.

nach San Francisko.

29./8. nach der Neustädter Bucht. (Poststation : Kiel.)

Württemberg. Stuttgart, 30. August. (St. A. f. W.) Das Deutsche Nationalfest wird nah den Be- \{lüssen der bürgerlichen Kollegien und des Festaus\{husses in diesem Jahre folgendermaßen begangen: Die Einwohner- schaft wird um Beflaggung der Häuser ersucht. Am Donner- stag, den 1. September, Abends 6 Uhr, findet eine Todten- feier auf dem Fangelsbacfriedhof an den Gräbern der dort be- erdigten Krieger statt, wobei“ Stadtpfarrer Reiff die Rede hält und der Liederkranz entsprehende Gesänge vorträgt. Freitag, den 2. Sept., wird ein Festgottesdienstin der Stiftskirche gehalten (Pre- digt von Ober-Konsistorial-Rath Dr. Burk) unter Mitwirkung des Vereins für klassishe Kirhenmusik. Vormittags finden öffentlihe Schulfeiern in den hiesigen Lehranstalten statt. Abends 71/7, Uhr macht ein Bankett im Festsaal der Lieder- halle den Schluß der Gedenkfeier. Rede, Gesang und Musik- vorträge werden sich in den Abend theilen. Die leßteren hat die Carlsche Kapelle übernommen und ein ausgewähltes , der Feststimmung des Abends entsprechendes Programm festgestellt.

Elsaß- Lothringen. Straßburg, 1. September. (W. T. B.) Der Statthalter General - Feldmarschall von Manteuffel hat heute seine Urlaubsreise nah Gastein an- getreten und begiebt sich zunächst bis München.

Oesterreich:Ungarn. Wien, 31. August. (W. T. B.) Der Kaiser ist mit dem Erzherzog Albrecht und großem militärishem Gefolge nah Gödöllö abgereist, von wo morgen die Weiterreise zu den Manövern erfolgt.

, Großbritannien und Jrland. London, 31, August. (W. T. B.) Reuters Bureau meldet aus Bo mbay, von heute: Ejub Khan wird am 1. September mit sieben ge- {hwächten Iiegimentern aufbrehen. Emir Abdurrahman rückt nell vor. Sein Vorrücken verursaht im ganzen Lande eine merkliche Reaktion zu seinen Gunsten.

Frankreih. Paris, 31. August. (W. T. B.) Jn Gouletta haben sich gestern 2 Bataillone eingeschifft, welhe Hammamet beseßen sollen. Wie verlautet, sollen zahlreiche arabische Schasren die Kolonne des Obersten Correard vor Kurzem bei Tourki angegriffen haben, aber mit großen Verlusten zurückgës{tagen wordeh sein.

Aus Tunis wird gemeldet: Ein Bataillon is als Es- forte eines Lebensmittel-Transportes, welcher für die nah Zaghuan geschickte Kolonne bestimmt is, abmarschirt. Ein Haufe Marodeurs versuchte einen anderen für Zaghuan bestimmten Transport zu plündern, wurde aber mit einem Verlust von 6 Todten und 9 Gefangenen abgewiesen. Zwei Jndividuen, welche eine Empörung anzustiften suchten, sind am 27. August in Sfax erschossen worden.

Italien. Nom, 31. August. (W.T. B.) Die Stefani“ meldet: Aeußern unterm 27. Juli ein Rundschreiben an die diplo- matischen Vertreter Ztaliens im Auslande, worin die An- shauungen der Regierung in Betreff der Zwischenfälle bei Uebertragung der Leiche Pius 1X. und der Kom- mentare, die man daran knüpfen zu sollen geglaubt, dargelegt wurden. Mancini übermittelte nunmehr den diplomatischen Vertretern auch das (in der „Gazzetta uffiziale“ veröffentlichte) Communiqué vom 20. August in Betreff der Meetings gegen das Garantiegeseß mit einem erklärenden Nund- schreiben, in welchem namentlich hervorgehoben wird, daß dies Communiqué eine vollkommen spontane Kundgebung der Regierung sei.

Türkei. Konstantinopel, 31. August. Bourke, Valfrei und Mayer haben morgen die erste E mit den türkishen Delegirten, welchen die

forte den deutshen Rath im Zollwesen, Bertram, bei- gegeben hat.

__— Die „Agence Havas“ vom 31. d. M. meldet aus Ragusa, daß die Einwohner von Nicka bei Jpek gegen Derwisch Pascha aufgestanden sind und türkische Soldaten getödtet haben. Derwisch Pascha habe Verstärkungen von Skutari verlangt.

Aus London, 1. September, meldet „W. T. B.“: Lord Dufferin meldet, der Sultan have den Mutessarif von Bayazid, dessen Verhalten zu ernsten Klagen Anlaß gegeben hatte, abgeseßt.

Serbien. Belgrad, 30. August. (Wien. Ztg.) Der Fürst Milan von Serbien und Fürstin Nata U nach den neuesten Bestimmungen am 4. September aus Zschl in Wien ein, um nah mehrtägigem Aufenthalte in Wien die Rüdckreise nach Belgrad anzutreten. Die Rückehr des Ministers des Aeußern Hrn. Mijatovic nah Belgrad hat einen Auf- \hub erfahren, da er sich auf Einladung des Fürsten Milan nach Zs{hl begeben hat.

Amerika. Washington, 31. August. (W. T. B.) Das heute von dem Staatssekretär Blaine versandte Tele- frem meldet: Das Befinden des Präsidenten Garfield alte sih, wenn es auch keine s{hnellen Fortschritte zur Besse- rung mache, in der in den lezten Tagen eingetretenen günsti- gen Wendung. Der Puls sei e etwas höher, zwischen 110 und 114, der Geist vollkommen frei; der Patient selbst fühle fich besser, das Fieber lasse nach und die Drüsengeschwulst nehme stetig ab.

Das offizielle Bulletin, von 6 Uhr 30 Minuten

„Agenzia

S. M. S. „Stosh“ 13./6. Kapstadt ä weh E Me: na ongfkfong. oststation : S. M. Brigg „Undine“ 28./7. Neufahrwasser. Dis 3 eufahrwasser, vom 4./9. ab Kiel.) S. M. S. „Victoria“ 1./7. Buenos-Ayres 12./7. 13./7. ck Vepte Bahia (Bra- 10./6. l (Poststation : Plymouth.) S. M. Knbt. „Wolf“ 21./4. Shanghai 4./7. 5./7. Ningpo 12./7. nah Nagasaki. (Poststation: Hongkong.) Uebungsgeshwader 17./8. Eckernförde 19./8. 19./8. Kiel

Bekanntlich richtete der Minister des |

er hat mit Appetit Nahrung genommen. \{chwulst fällt fortdauernd. Respiration 18.

Die Drüsenge- Puls 109, Temperatur 98,06,

Afrika. Egypten. Kairo, 31. August. (W. T. B.) Der egyptische „Moniteur“ veröffentlicht eine Ergebenheits- Kundgebung der Offiziere der Armee für die Regierung des Khedive.

Nr. 16 des Marineverordnungsblatts hat folgenden Inhalt : Klassifizirung S. M. Disziplinarstrafgewalt. Wachtmeisterabzeichen. Eisenbahnbeförderung. Versorgungs- ansprücbe 2c. Kontirungsanträge. Kriegsfeuerwerkerei. Per=- sonalveränderungen. Benatbrichtigungen.

Statistische Nachrichten.

Der im Königlichen Justiz-Ministerium angefertigten „Statistik der preußischen Shwurgerichte und der von Lenselben crtthn: ten Strafen und Freisprechungen für das Jahr 1880“ entnehmen wir weiter noch folgende Angaben: Von den wegen eines \{wur- gerihtliden Verbrebens 3204 Verurtheilten sind nab der Staats- angehörigkeit 3179 Deutsche und 25 Nichtdeutshe. Von diesen 3204 Personen sind 3096 oder 96,6 9/6 ehelicher, 108 oder 3,4 °/9 unehelicher Geburt. Von Leßteren erscheinen u. A. betheiligt: 18 bei Verbrechen gegen die Sittlichkeit, 17 bei den Brandstiftungen, 13 bei dem Kindeëmord, je 12 bei Meineid und Raub, je 10 bei Mord und Körperverleßung. Von den 3204 Verurtheilten befanden si: im Alter unter 18 Jahren 44 oder 1,4%, von 18—24 Jahren 769 oder 24,0 °/0, von 40—60 Jahren 801 oder 25,0 9%, von 60 Fahren und darüber 111 oder 3,5 %. Bei den Verbrechen wegen Wider- stands gegen die Staatsgewalt und wegen Landfriedensbruhs stellen die Verurtheilten aus dem jugendlichen Alter (von 18 bis 24 Jahren) eine erhebliche Ziffer (36 und 66), bei den Meineidsverbrecen zählt der größte Theil der Verurtheilten (312) zur Alterskla\e von 40— 60 Jahren, bei den Verbrechen gegen die Sittlichkeit tritt die Alters- stufsfe von 24—40 Jahren mit 203 Verurtheilten in den Vordergrund, sodann folgt die Stufe von 18—24 Jahren mit 153. Bei den Verbre{ben wegen Mordes, Todt- \{lags, Kindesmords, Körperverlekung, Raubes, Urkunden- fälscung, Brandstiftung und bei den Amtsverbrechen sind die Zahlen aus der Stufe von 24—40 Jahren überwiegend. Das höhere Lebensalter von 60 Jahren und mehr tritt mit seinen böcbsten Zahlen bei den Meineidsverbrechen (56) und der Brandstiftung (16) auf. Nach den Konfessionen geordnet, waren von den Verurtheilten 1980 Evangelische, 1150 Katholiken, 71 Juden, 1 Mennonit und 2 Bekenner anderer Religionen. Dem Gescblechte na befanden si unter den 3204 Verurtheilten 2735 Männer oder 85,4%, 469 Weiber oder 14,6 °/6. Die ortsanwesende Bevölkerung am 1. Dez. 1880 betrug: 49,2 9/9 männlihen und 50,8 weiblihen Gesclechts. Das weiblibe Gesclecht nimmt also in einem bedeutend geringeren Umfang, als das männliche, an der Verübung der Verbrechen verhältnißmäßig Theil. Im Jahre 1878 gehörten von der Gesammtzahl der „Angeklagten“ an: dem männlihen Geschlecht 87,2 °/o, dem weiblichen 12,8%, im Jahre 1877 87,1% bezw. 12,99%/0, im Jahre 1876 85,4%/6 bezw. 14,6%. Von den männlichen Verur- theilten waren im Jahre 1880 unverhbeirathet 1323 oder 4849/0, verheirathet 1412 oder 51,6%, von den verurtheilten Weibern 248 oder 52,9 %/9 bezw. 221 oder 47,1°/%. Der Prozentsaß der verhei- ratheten Männer if hiernach rider als der der verheiratheten Weiber, wogegen bei den unverheiratheten Verurtheilten ein größerer Prozentsaß für die Weiber si herausstellt. Die hauptsächlicsten Verbrecen, bei welen das weibliche Gesblecht betheiligt ist, sind: der Meineid, wo 77,6 °%/ Männer, 22,4% Weiber, Mord, wo 78,9 bezw. 21,1 ‘/0, Brandstiftung, wo 87,5 bezw. 12,5 °%, Urkundenfälschung , wo 8,5 bezw. 13,50%, Betrug, wo 62,5 bezw. 37,5 9%, der betrüglide Bankerutt, wo 87,2 bezw. 12,8% verurtbeilt sind. Von den männlichen Verurtheilten gebörten: a. zur Klasse der Arbeitsleute, Tagelöhner und dergleichen 1265 oder 46,3% der Verurtheilten, b. zu den Dienstboten, Knecbten und ähnlichen Personen im Gesindeverhältniß 271 oder 9,9%, e. Ge- jellen, Gewerbs- und Handlungsgehülfen 417 oder 15,2%, d. zu den

(W. T. B.) |

Abends, lautet : Der Präsident Garfield hat den heutigen Tag besser verbraht, als es in der leßten Zeit der Fall war;

| Mordeé

selbständig arbeitenden Handwerkern 253 oder 9,3%/, e. zu den Han- delsleuten, Krämern und ähnlichen Gewerbetreibenden 220 oder 8%, f. zu den Guts- und Fabrikbesizern, Großhändlern, Rentnern 141 oder 5,2%, g. zu den Beamten, Aerzten, Geistlichen, Lehrern und sonstigen Personen aus den gebildeten Kreisen 157 oder 5,7%. Was die Tbeilnahme der verschiedenen Berufsklassen an den einzelnen Arten der Verbrechen betrifft, so ergiebt si, daß die Klasse der Ar- beitéleute, wie zu der Hauptsumme, so auch bei den verschiedenen Verbrechen, beinahe ausnahmsélos die zahlreichsten Verurtheilten ge- liefert hat. Bei dem betrüglicben Bankerutt sind die meisten Verurthei- lungen (50) aus der Klasse der Handelsleute und Gewerbetreibenden erfolgt; bei den Meineidsverbrechen sind, nächst der arbeitenden Klasse (mit 224), die meisten Verurtheilten aus der Klasse der selbständig arbeitenden Handwerker (111), demnächbst aus dem Stande der Han- delsleute (74) hervorgegangen. Bei den Verbrechen gegen die Sitt- lihkeit, bei dem Mord und Todtsclag, der Körperverleßzung und dem Raub nahm die Klasse der Gesellen und Gehülfen im Gewerbe in Fabriken und im Handel den zweiten Plat, näcst der Klasse der Arbeiter, ein. Bei der Urkundenfälsbung prävalirt an äâhnlider Stelle die Zahl der Verurtbeilten aus dem Stande der Handelsleute, Krämer und ähnlicher Gewerbtreiben- der (24), sodann fommt die Klasse der Beamten u. #. w. (20). Von den 3204 Verurtheilten waren 1256 (also 39,2 9%) vorbestraft und zwar: 296 oder 9,2 v/a wegen Verbrechen, 960 oder 30 °%/% wegen Vergehen. Betreffs des Verhältnisses der Verurtbcilten zur Ein- wobnerzahl ist ermittelt, daß im Jahre 1880 kam: im Ober-Landes- geritébezirk Königsberg 1 Verurtheilter auf 4479 Einwobner, im Bezirk Marienwerder auf 5180, Posen auf 5722, Breslau 7213 Cassel 8681, Hamm 9027, Naumburg a. S. 9417, Frankfurt a. M. 10024, Stettin 10121, Celle 10987, des Kammer- geridts zu Berlin 11431, Kiel 12929, Cöln auf 17075 Einwohner. Eine Uebersicht darüber, in welbem verhältnißmäßig größeren oder geringeren Umfange die wegen \{wurgeri{tliber Verbrechen Verurtheilten aus der Bevölkerung der einzelnen Ober- Landesgericbtsbezirke hervorgegangen sind, ergiebt folgende Zahlen. Von der Gesammtziffer der Bevölkerung im Jahre 1880 (27 B1 067) bildet die Durschnittszahl der Einwohner im Ober-Landesgerichts- bezirk: Königéberg 7,1°%/6, der Verurtheilten 13,5/e, mithin mebr 6,4%/6, Marienwerder 4,9'/9 bezw. 8,19%, mithin mehr 3,2%, Berlin 124 bezw. 9,2%, mithin weniger 32%, Stettin 5,7 bezw. 47 mithin weniger 1%, Posen o biw, O mithin mehr 83,1%, Breélau 14.7 mithin

"T | 7 bezw. 17,3%, mehr 2,6%, Naumburg a. S. 8,3 bezw. 7,5 °/6, mithin weniger 0,8%, Kiel 4,1 bezw. 2,7

el j o, mitbin weniger 1,49%, Celle 7,9 bezw. 6,1 %, mithin weniger 1,8 °“/%, Hamm 9 bezw. $5 °/6, mitbin weniger 0,5 °/6, Caffel 2,8 bezw. 2,8%, Frankfurt a. M. 3,6 beuv. 3 9°/, mitbin weniger 0,6%, Cöln 12,7 bezw. 6,3 %%, mithin weniger 6,4 °/%, Von den wegen \{wurgeribtliher Verbrechen verurtheilten 3204 Per- sonen find belegt: mit Todeëstrafe 55, Zuchthauéstrafe 1745 und zwar: auf die Vauer bis zu 5 Jahren 1144, von 5—10 Jahren 458, 10— 15 Jahre 111, von 15 Jahren 26, auf Lebenszeit 3, mit Gefängniß 13990, nämli: unter einem Jahre 652, von einem Jahre und dar- über 738, mit Festungéhaft 3, mit Haft 10, Die Anklage wegen D war im Jahre 1880 gegen 214 Personen erboben worden. Vavon gelangten niht zur Aburtheilung 12, gegen 31 sprachen die Ge-

ï4worenen das Nichtsbuldig aus. Von den übrigbleibenden 171 wurden us Todesstrafe verurtheilt. Es kommt also 1 Verurtheilter auf 496 037 Einwobner des Staatsgebietes. Im Jahre 1879 wurden 63 Personen wegen Mordes zur Todesstrafe verurtheilt, es kommt also 1 Rerurtheilter auf 428 259 Einw., im Jahre 1878 73 auf 1 Verurtb. auf 365 460 Einw., 1877 58 bezw. 1 auf 454 73 Einw., 1876 62 bezw. 1 Verurth. auf 420 567 Einw., 1875 61 bezw. 1 Verurth. auf 422514 Einw. Die absolute Zahl der erkannten Todesftrafen stellt sich für das leßtvergangene Jahr geringer, wie in den vorher- gehenden 5 Jahren, 1875 bis mit 1879, Mit Bezug auf die Zuchthausstrafen ist noch hervorzuheben: Es „wurden erkannt: furzzeitige Zuchthausstrafen, d. b. Joie bis zu 5 Jahren, gegen 1144 Verurtheilte, also 65,5 °/o, längere Zuchthausstrafen von 5 Jahren und darüber gegen 601 Verurtheilte, also 34,5 °%/o. Auf [eben8läng- lihe Zuchthausstrafe ist erkannt: 1 Mal im Ober-Landesgerichts- bezirke Marienwerder, 3 Mal im Bezirk Kiel, 1 Mal im Bezirk Cassel, 1 Mal im Bezirk Cöln. Zucbthausstrafen sind erkannt: im Ober-Landesgerichtsbezirke Königsberg 256, Marienwerder 159, Kammer- ericht Berlin 153, Stettin 69, Posen 179, Breslau 311, Naum- iei a. S. 120, Kiel 46, Celle 109, Hamm 143, Cassel 56, HSrank- furt a. M. 37, Cöln 101. Die Gefängnißstrafe wurde am häufigsten erfannt: bei den Amtsverbrechen von 106 Verurtheilten gegen 81 oder 76,4 9/0, dem Kindesmorde von 124 Verurtheilten gegen 87 oder 70,19/0, der Körperverlezung von 284 Verurtheilten gegen 198 oder 69,7°%/0, der Urkundenfälschung von 156 Verurtheilten gegen 101 oder 64,79/0, dem Bankerutt von 102 Verurtheilten gegen 66 oder 64,7 %/0, dem Widerstand gegen die Staatsgewalt von 120 Verurtheilten gegen 76 oder 63,3%, bei dem Landfriedens8bruch von 104 Verurtheilten gegen 63 oder 60,6%, bei den Verbrechen gegen die Sittlichkeit von 412 Verurtheilten gegen 209 oder 50,7 %%.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

In kurzer Zeit wird in dem bekannten Verlage von S.Schott- laender in Breslau erscheinen: „Dreißig Jahre deutscher Geschichte, von der Thronbesteigung Friedrich Wilhelm IV. bis zur Aufrichtung des neuen deutschen Kaiserthums, mit cinem Rück- blick auf die Zeit von 1815 bis 1840.“

Die am 3. Septbr. erscheinende Nr. 1992 der , Ube ete Zeitung“ (Leipzig, I. I. Weber) enthält folgende Abbildungen : Der Hauseinsturz auf dem Sto-im-Cisenplaß in Wien. Nach einer Zeichnung von B. Winder. Oesterreichish-ungarishe National- raten. 4 Abbildungen, nach Photographien aus dem im Verlag von R. Lecners Universitätsbubhandlung in Wien erschienenen gleich- namigen Prachtwerk: 1) Oberösterreicherin aus Linz, 2) Böhmin aus dem Pilsener Kreis, 3) Tirolerin aus dem Pusterthal, 4) Polin aus Krakau. Touristen auf den Petroleumwerken in Oclheim in der Lüneburger Heide. Nah einer Zeichnung von C. Grote. Ansicht von Kopenhagen aus der Vogelshau. Aufgenommen von Adolf Elh- ner. (Zweiseitig.) Slüssel zur Vogelsauansiht von Kopenhagen. Scene aus dem neuen Ballet „Der Spielmann“ von Forster. Nach der Aufführung im Wiener Opernhause gezeihnet von W. Gause. Werner Siemens. Amerikanische Skizzen: Annoncenwagen in New-York. Nach einer Zeichnung von L. v. Elliot. Kuriositäten aus den Gebieten der Heraldik, Sphragistik und Numismatik: Mittelalterlibe Siegeltvpen. I. Siegel der Stadt Havelberg. Polytechnische Mittheilungen: Reisenecessaire. 2. Fig. Arndts Kaffee- aufgußmaschine. Verstellbarer und zusammenlegbarer Scbreibs-, Zeichen- und Wirthschaftstisch.

Gewerbe und Handel. Ga:

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Amtlichen Nachrichten zufolge is wegen mehrerer in der Nacbarschaft von Bridgetown (Barbados) und dessen Vor- städten vorgekommener Fälle von gelbem Fieber Seitens des dor- tigen Gouvernements die Ausgabe reiner Gesundheitspässe zur Zeit eingestellt worden.

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Unter den im Verlage von J. J. Weber in Leipzig er- \{einenden illustrirten Katehismen ist neuerdings wieder etner zu verzeichnen, der ein allgemeineres Interesse in Anspruch nimmt. Es ist das der „Katechbis8mus des Girowesens“ von Karl Berger. Oberbeamter der Steiermärkishen Eskomptebank. Dieses kleine Werken bildet eine \{ätzenéwerthe Erweiterung der in Bezug auf diesen Zweig seither sehr dürftigen Literatur des Bankwesens. Es handelt sich nämli nicht um ein Sammelwerk, welches die Usancen des Girowesens kompendienartig mundgerecht zu machen versucbt, son- dern die Idee, welhe der Abhandlung zu Grunde liegt, stellt si dar als ein Hinweis auf die Nothwendiakeit der Pflege des Bank- und Checkwesens. Auf Grund seiner eigenen Geschäftskenntniß und unterstüßt durÞ Rathschläge aus dem Inlande und Auslande ffizzirt der Verfasser den Unterschied zwiswen dem Girogeschäft und dem englishen Bank- und Clbecksvstem; er giebt die Mittel zu ciner Organisation des Girogeshäftes an, indem er dasselbe mit den bezügliden Einrichtungen Englands vergleiht und Er- gänzungévorscläge hinzufügt (Nummercoupon am Check und Vin- fulirung des letzteren, Giroreglement, beziehungêweise Antheilnahme am Gewinn aus der Fruktifizirung der Girokontoguthaben). Ferner weist er darauf hin, wie besonderen lokalen Bedürfnifsen zu genügen ist. (Bestimmtes Minimalguthaben, Konto für eine Ein- lage, auéwärtige Konto-Inhaber, Verbindung der Girobanken mit einander, Interessirung des Privat-Publikums, Scbuy des Checks durch die Geseygebung). Den Scbluß der Arbeit bildet die Veranschaulihung der Thätigkeit eines Clearing-House und die Darlegung der wohlthätigen Wirkungen, welbe das Girowefen auf den Kontoinhaber, auf die Girobank und den Geldmarkt ausübt. Es ist im bohen Grade wünschenswerth, daß die Absicht des Verfaßers, die großen kaufmännischen und gewerbetreibenden Kreise für das Checkwesen zu gewinnen erreiht werde. Die Darstellung wird durch 13 in den Tert und 8 besonders gedruckte Formulare erläutert.

Die „New-Yorker Hdls,-Ztg* äußert sih in ibrem vom 19. August datirten Wochenbericht folgendermaßen: Durch die ungünstige Wendung, welche das Befinden des Präsidenten im Laufe diejer Woche genommen hat, ist die allgemeine Stimmung zwar getrübt, die Entwickelung des Geschäfts aber nicht gehemmt worden, vielmehr hat dasselbe weitere Fortschritte gemacht und die Herbstsaison verspriht höchst befriedigende Resultate. Das Geschäft am Waaren- und Produktenmarkt war in einzelnen Branben, namentlih in Brodstoffen, sehr lebhaft, in anderen dagegen etwas rubiger als in der Vorwoche. Getreidefrahten fanden weniger Beachtung und sind für volle Ladungen nur 9 Fahrzeuge gechartert worden. Petroleumfrachten waren dagegen wieder sehr fest. Für Baumwolle in Ds Waare sowie in Terminen ist ein AÁvanz etablirt worden. Rio-Kaffee verkehrte in etwas rubigerer Haltung, während für west- und ostindishe Sorten die Stimmung sehr fest blieb, Am Zuckermarkt nahm das Geschäft wieder einen stillen Verlauf. Schmalz war für Erport gänzli vernachlässigt, fand dagegen ebenso wie Schweinefleisch Seitens der Spekulation zu steigenden Preisen sehr viel Beachtung; Rindfleisch hielt sich fest und Speck ist troy stillem Geschäft höher. Terpentinöl und Harz hatten gute Frage und steigende Tendenz. Raff. Petroleum rubig und flau. Das Geschäft in fremden Manufakturwaaren war im Allge- meinen befriedigend. Der Import fremder Webstoffe während der beute beendeten Woche beträgt 3 182 748 Doll. gegen 3088711 Doll. in der Parallelwoce des Vorjahres.

Frankfurt a./M.,, 1. September. (Oelberict von Wirth u. Co.) Von Amerika trafen Nachrichten über erfolgreiche Bohrungen in den Alleghany-fields ein. Man nimmt an, daß mit diesem Distrikt

mität der Ueberproduktion und der Vorräthe noch vermehren wird. Diese Berichte drückten natürlich auf den Markt. Rohöl büßte \o- fort einige Cents ein, hat sich inzwischen aber wieder erholt und wird laut Kabeltelegramm eben mit 83 Cts. pr. Faß notirt. Raffinirtes war nur unbedeutenden Schwankungen unterworfen und kostet momentan in New-York 7} Cts. per Gallone. Disponibles Oel war zuweilen knapp, dagegen sind ziemli bedeutende Abschlüsse auf Terminlieferungzu melden. Die Angaben bezüglih der gegenwärtigen Produktion s{chwanken zwischen 80 und 90000 Faß pro Tag. Die Vorräthe in den Tanks follen ca. 247 Millionen Faß betragen. In Lubricating-Oils, (Schmierölen) ist die Nachfrage stärker als das Angebot. Sommer- ôle sind still, Winteröle dagegen gehen flott ab, Preise je nach Gravity & cold test.

London, 31.- August. (W. T. B.) In der gestrigen Woll- auktion verkauften sich \{neeweiße Kapwollen # d., Cap fleece #— 1 d., Country scoured 1 d. unter den Sclußpreisen der Juni-Auktion.

Verkehrs-Anstalten.

Ueber den Umfang des Eisenbahsnbetriebs in Eng- land, Schottland und Frland entnimmt die „Allg. Corr.“ dem soeben veröffentlibten Bericht über den Eisen- bahnverkehr im Vereinigten Königreih während des Jahres 1880 folgende Einzelheiten: Das autorisirte Kapital sâmmt- liber Eisenbahnen betrug 802014004 Pfd. Sterl, wovon 723 316 848 theils von Aktionären, theils durch Anleihen aufgebract wurden. Eine Länge von 17933 Meilen war am 31. Dezember 1880 dem Verkehr übergeben. Auf den verschiedenen Linien wurden 603 885 025 Passagiere befördert, worunter 38 767 926 I., 63034870 II. und 500 082 229 III. Klasse; außerdem wurden noch 502 174 Saisonbillets für verschiedene Perioden und Entfernungen ausgegeben. Auf den Güterzügen wurden 165 670034 t Mineralien und 69 635 t Kaufmannsgüter befördert. Die von den verschiedenen Zügen zurückgelegte Meilenentfernung belief sih für Pafsagierzüge auf 125 548 258, für Mineral- und Güterzüge auf 115 408 455, zusammen also auf 240 956 494 englische Meilen. An Fahrgeld wurde im Ganzen 27 200 464 Pfd. Sterl. bezahlt, und zwar von Passagieren I. Klasse 3 944 033 Pfd. Sterl., 11. Klasse 3 530 391 Pfd. Sterl, III. Klasse 14830961 Pfd. Sterl. , Saisonbillets u. |. _w. 1 456 274 Pfd. Sterl. ; der Rest der Gesammtsumme wurde für Üeber- gewiht, Pferde, Hunde u. |. w. gezahlt. Der Güterverkehr brachte 35 671 303 £ ein; verschiedene andere Eingänge beliefen sich zusammen auf 2529 858 £, so daß die Gesammteinnahmen des Jahres 65 491 625 £ betrugen. Dagegen beliefen sich die Betriebsaus- gaben auf 33 601 124 £, wovon 749 719 auf Regierungsabgaben, 934 100 £ auf Schadenersatz für Verleßungen von Personen u. f. w. und 175 909 £ auf Schadenersaßz für verloren gegangene oder beschädigte Waaren u. \. w. kamen, wonach sich die Nettoeinnahmen auf 31890 501 £ stellen, was ein Verhältniß der Ausgaben zu den Einnahmen von 51 %

ergiebt. Am Ende des Jahres 1880 waren im Betrieb: 13 384 Lo- fomotiven, 29565 Pafsagierwagen und 379934 Güterwagen; im Ganzen waren 432466 Wagen aller Art in Betrieb. Dur Cisen- bahnunfälle aller Arten wurden im abgelaufenen Jahre 1136 P. r- sonen getödtet und 3958 verleßt. Von den Getödteten waren 143 Passagiere, 546 Bahnbedienstete und 447 Selbstmörder oder Sole, welche durch unbefugtes Betreten der Geleise ihren Tod fanden, Das Verhältniß der getödteten Passagiere war in 1880 1 auf 425 704, in 1879 1 auf 3 517 000; das der Verleßten 1 auf 374 166 in 1880 und 1 auf 474166 in 1879,

New-York, 31. August. (W. T. W,) Der Dampfer „Canada“ von der National-Dampf\schiffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) und der Hamburger Postdampfer „Herder“ jind hier eingetroffen.

Berlin, 1. September 1881,

Cöln, 1. September, 1 Uhr 20 Min. früh, (Tel.) Die englische Post vom 31. August früh, planmäßig in Verviers um 8,21 Uhr Abends, ist ausgeblieben. Grund: Zugverspätung auf belgischer Seite.

Stolze hält

Die Stenogravhisbe Gesellschaft nah S p: Scbnellschreib-

L . morgen, Abends 84 Uhr, Stralauerstraße 5, ein kränzcen.

(W. T. B.) Nach hier eingegan ge- nen Nachrichten aus Cavetown, vom 31. August, hat der Pot - vackdetdampfer „Teuton“ von der „Union Steamship Company“, welcher am Montag von England eingetroffen und nach der Algoa-Bai weitergegangen war, beim Cap Quoin S ch iff - bru gelitten, Von den Passagieren und der Mannschaft, im Gan zen 200 Personen, wurden 27 in Kähnen gerettet, Vie englis e Korvette „Dido“ hat si sofort an Ort und Stelle begeben.

London, 1. September.

Paris, 30. August. (Cöln. Zta.) Auf der Bahn von Paris nach Marseille fand zwishen Clermont und Saint Germain des Fosses eine Entgleisung statt, bei welher ein Con- ducteur und $ Passagiere verwundet wurden. Ein Theil der Docks von Villette (Paris) is in verwichener Nacht ab- gebrannt ; der Verlust wird auf ungcfähr 600 000 Fr. geschätt.

Literarische Neuigkeiten und periodische Schriften.

Das Geld und das Geset von S. Dana Horton, Delegirter der Vereinigten Staaten auf den internationalen Münzkonferenzen, ehalten zu Paris in den Jahren 1878 und 1881, (Auszug aus den Dokumenten, betreffend die Münzkonferenz von 1878 und die Ge- cite des Geldes, veröffentliht im Auftrage des Kongresses der Vercinigten Staaten, Washington 1879 [S. 741]), nebst Rede, ge- balten von S. Dana Horton în der Siyung vom 19, Mai 1851 auf der internationalen Münzkonferenz zu Paris über das Interesse der Vereinigten Staaten an der Silberfrage. Uebersezt von E. Koch in Herne.

MilG-Zeitung pra: i as olkereiwesen. VBegründet vo1 1 2 Mes von Fachmännern herausgegeben von C. Petersen , Oefko- nomie-Rath, in Eutin (Fürstenthum Lübeck). Verlag von M.

cinsius in Bremen. Nr. 35, Inhalt: Deutsche Viehzucht- und Be rpbuch-Gesellschaft. „Welche Bedingungen sind erforderli, um neue, aus Blutmishungen hervorgegangene Gebrauchs-Tvypen, welche

Organ für die gesammte Viehhaltung und Benno Martiny. Unter Mit-

ständige (fonsolidirte) Rasse, Zucht oder Gruppe in ein Ausstellungs- Programm aufzunehmen ?“ Von Kirchner, Wandsbeck. Verschiedene Mittheilungen. Deutscbland. Breslau. Verdurstete Schweine auf dem Eisenbahn-Transport. Augsburg. Molkerei-Genofsenschaft. Großbritannien. London. Viehbestand in Großbritannien. Scmalzkäse. Aberdeen. Mil-Epidemie. Niederlande. Haag. Margarin-Butter-Ausfuhr. Dänemark. Kopenhagen. Ausfuhr lebenden Viehs. Ansteckende Hausthier-Krankheiten. Oesterreich- Ungarn. Stand der Rinderpest. Ausstellungen. Großbritannien. Futter- und Nahrungsmittel-Auséstellung in London. Allgemeine Berichte. Betriebs-Resultate des Königl. Hauptgestütes Trakehnen:. Pferdezucht in der Es ano —_ Ueber- iht der im 1. Geschäftsjahre vom 1. Juli 1880 bis 0. Juni 1881 in der Lehrmeierei Heinrihsthal bei Radeberg gewonnenen und zugekauften Milch nebst deren Verwendung. Hil- desheim. Dampfpflugkonkurrenz. Viehversicherungswesen in der Provinz Hannover. Die Milch? und Viehwirthschaft der Provinz Schleswig-Holstein im Jahre 1880. Ungehörntes Rindvieh. Von B. Rost. Das Murbodener Rind. Erfahrungen in der Praxis. Eine neue Methode des Anbindens der Pferde im Stall. Ein neues Mittel gegen das Koppen der Pferde. Zusammenseßung von Schafmilch und Ausbeute aus derselben. Ueber die Zusammen- seßung der Milch einiger Tiroler Rinderrassen. Resultate von Kreuzung von Merino- und #$leisbschafen in Mecklenburg. St@- tistik. Lebensmittelversorgung in Wien. Geräthe-, Maschinen- und Baukunde. Patentertheilung. Stacheldrahtzäune. Von Ritter- gutsbesitzer Paul Sachs, Wiltschau. Prüfung von Kartoffelernte- maschinen und Geräthen. Biologie. Zur Fleishkontrole auf chemishem Wege. Sprechsgal. „Neues“ Butterfaß von Zaeckel und Achenbach. Marktberichte. Anzeigen.

Wetterbericbt vom 1. September 1881, 8 Uhr Morgens,

Barometer auf | 0 Gr. n. d. Meeres-| spiegel reâuc. in!

Miilimeter. 772 771 769 759 (65 (68

762

Temperatur in 9 Celsits 59 C.=49R.,

10 11 11 14 11 10 16

Stationen. Wind. Wetter. 1 wolkenlos 5 wolkig!)

1 wolkig

Mullaghmore | | 4 bedeckt | |

Aberdeen . .| Christiansund Kopenhagen. Stockholm . . Haparanda . Moékau ...

Cork, Queens- town . DOSE se Héldet. Sylt Hamburg .. Swinemünde. Neufahrwass, | Memel... Paris Münster . .. Karlsruhe . . Wiesbaden . | München Leipzig «.« B e ei Me o ¿l Breslau .

Ile d’Aix .. E T es

2 bedeckt 2 halb bed. 1 wolkig

772 769 760 759 758 760 760 761

2 heiter?) 2 heiter?) 2 bedeckt 2 Nebel 1 Nebel 2 bedeckt#) 2 Nebel) 3 bedeckt?) | 4 bedeckt | bedeckt?) |wolkigs) halb bed.°) wolkig wolkig19)

1 wolkig) still heiter 2 1 halbbed.12) 16 6 heiter 12 1 ‘bewölkt 4 1 heiter 17

N O O S

756 1) Seegang mässig. 2) Seegang leicht. ?) Seegang leicht, 4) Nachmittags Gewitter, Regen und Hagel. 5) Nachts Regen, 6) Nachts Regen. 7) Gestern und Nachts Regen. ®) Nachmittags Regen. 9°) Nachm. etwas Regen. 19%) Dunstig. 1) Nachm Regen. 12) Nachm. Regen. e i

Anmerkung: Die Stationen sind in 4 Gruppen geordnet : 1) Nordeuropa, 2) Küstenzone vou Irland bis Ostpreussen, 3) Mittel- europa südlich dieser Zone, 4) Südeuropa. Innerhalb jeder Gruppe ist die Richtung von West nach Ost eingehalten. :

Skala für die Windstärke: 1= leiser Zug, 2 = leicht, 3 = schwach, 4 = mässig, 5 = frisch, 6 = stark, (A steif, 8 = stürmisch, 9 = Sturm, 10 = starker Sturm, 11 = heftiger Sturm, 12 = Orkan. :

Uebersicht der Witterung. l

Die Wetterlage hat sich seit gestern wenig verändert. Die Depression über Nordcentraleuropa ist fast stationär geblieben, während der hohe Luftdruck im Nordwesten nur langsam nach Osten bin sich ausbreitet. Bei schwacherr Lustbewegung ist über Centraleuropa das Wetter kühl, vorwiegend trübe, _stellenweise regnerisch, Fast in ganz Dentschland fielen Niederschläge, Swinemünde und Magdeburg hatten gestern Gewitter mit Regen und Hagel. Beim Herannahen des hohen Luftdrucks yom W esten ber dürfte aufklarendes, jedoch kübles Wetter zunächst für West- deutschland zu erwarten sein. Deutsche Seewarte.

Berlin, 31, Ang, 1881, Marktpreise uach Ermitt. des K. TD'ol.-Prüäs,

Böchste | Niedrigile Preise. A A =— | 90 40 O 9% 19 60 60 | 18 | 30 D158 10 IO T [O0 15 | 60 16 | 20 14 16 15

B 24

95) Lu

per 100 Kilogr. Für Weizen gute Sorte . d Weizen mittel Sorte Weizen geringe Sorte, Roggen gute Serte Roggen mittel Sorte Roggen geringe Sorte. Gerste gute Sorte . (erste mittel Sorte. Gerste geringe Sorte . Hafer gnte Sorte Hafer mittel Sorte . Hafer geringe Sorte = | 14 Richt-Stroh 0 0 0 0 C 75 9 E ooo Wi E S 22 Speisebohnen, weisse . . 2A | E e s 30 | E e é D Di Rindfleisch von der Kenle 1 Kilogr. Banchfleisch 1 Kilogr. . Schweinedeisch 1 Kilogr. Kalbfleisch 1 Rmege, 0 Hammelfleisch 1 Kilogr. Butter 1 Kilogr... . Eier 60 Stück . Karpfen pr. Kilogr... Aale o 0 Zander D Hechte D Barsche o Schleie 9 0 Bleie ° 0

80 50

50

181 S1 | I alo

en M —_—

40 20 40

80 20

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80 50 80 60

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. . . * . . * . . . °

ein neues ergiebiges Produktionsfeld ers{lossen ist, welches die Kala-

berechtigt erscheinen, die Aufmerksamkeit auf sie zu lenken, als selbst-

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Krebse pr. Schock .