1881 / 219 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

1881 zur Rü>zahlung gelangenden Prioritäts-Obligationen der Taunus-Eisenbahn sind folgende Nummern gezogen worden : 1) von dem 31/5 prozentigen Anlehen von 1844:

37. Rücfzahlungsrate ——

Litt, A, Nr. 12 24 81 134 155 173 195 199 220 237, Litt, B. Nr. 76 88 93 166 188 205 222 281 284 297,

Litt, C. Nr. 3 46 71-80 162 188 320 340 364 ;

2) von dem Lee Anlehen von 1862: 19. Rüdzahlungsrate.

Litt. A. Nr. 11 101 263,

Litt. B. Nr. 64 85 105 149 307 559,

Dieselben werden den Besißern mit der Aufforderung gekündigt, den Kapitalbetrag vom 31. Dezember 1881 ab bei der Staatsschulden-Tilgungskasse hierselbst, Oranienstraße 94, gegen Quittung und Rückgabe der Obligationen nebst den dazu gehörigen, nicht mehr zahlbaren Zinsscheinen und zwar von dem Anlehen von 1844, Reihe 11. Nr. 2 bis 8 nebst Anweisungen zur Reihe IV., und von dem Anlehen von 1862, den am 30. Juni 1882 fälligen Zinsshein ohne laufende Nummer nebst Talons zu erheben.

Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der leßten drei Geschäststage jeden Monats.

Die Einlösung geschieht auch bei der Hauptkasse der König- lihen Eisenbahn-Direktion zu Frankfurt a. M. und bei der Königlichen Kreiskasse daselbst, sowie ferner bei den König- lichen Regierungs- und Bezirks-Hauptkassen. Zu diesem Zwe>e Tönnen die Obligationen nebst Zinsscheinen und Zins\chein- Anweijungen einer dieser Kassen hon vom 1. Dezember d. J. ab eingereiht werden, welche sie der Staats\chulden-Tilgungs- kasse zur Prüfung vorzulegen hat und nah erfolgter Fest- stelung vom 31. Dezember 1881 ab die Auszahlung bewirkt.

Der Geldbetrag der etwa fehlenden, unentgeltlih mit ab- zuliefernden Zinsscheine wird von dem zu zahlenden Kapital- betrage zurüd>behalten.

Vom 1. Fanuar 1882 ab dieser Obligationen auf.

Zugleich werden die bereits früher ausgeloosten, no< rü>- ständigen Obligationen:

1) von dem 31/5 prozentigen Anlehen von 1844: aus der 34, Verloosung, rü>zahlbar am 31. Dezember 1878: Litt, B. à 500 Fl. Nr. 292, Litt. C. à 250 Fl. Nr. 121; aus der 35. Verloosung, rü>zahlbar am 31. Dezember 1879 : Litt. B, à 500 Fl. Nr. 215; aus der 36. Verloosung, rü>zahlbar am 31. Dezember 1880: Litt. C, à 250 Fl. Nr. 170; 2) von dem 4prozentigen Anlehen von 1862: aus der 17. Verloosung, rü>zahlbar am 31. Dezember 1879: Litt, A. à 1000 Fl. Nr. 46; aus der 18. Verloosung, rü>zahlbar am 31. Dezember 1880: Litt, B, à 500 Fl. Nr. 566 hierdur< mit dem Ben:erken aufgerufen, daß ihre Verzinsung bereits mit dem 31. Dezember des Jahres ihrer Verloosung aufgehört hat.

Formulare zu den Quittungen werden von den gedachten Kassen unentgeltlih verabfolgt.

Berlin, den 15. September 1881.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. Sydow. Hering. Merlekex. Migchelly.

hört die Verzinsung

Bekanntmachung.

Nach Vorschrift des Gesetzes vom 10. April 1872 (Gefeß-Samml. S. 357) sind bekannt gemacht: -

1) der Allerhöchste Erlaß vom 17, Juni 1881, betreffend die Genehmigung der Verwendung des Restes der in Gemäßheit des Allerhöchsten Privilegiums vom 23. Juni 1873 von dem Kreise No- fenberg aufgenommenen Anleihe von insgesammt 35 000 Thalern oder 105 000 M. mit no< 52 800 G zum Bau einer Chausse von Riesenburg im Kreise Rosenberg na< Germen im Kreise Marien- werder, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Marien- werder Nr. 32 S. 235, ausgegeben den 1. August 1881 ;

2) der Allerhöchste Erlaß vom 17. Juni 1881, betreffend die Herabsetzung des Zinsfußes der auf Grund des Allerhöchsten Pri- vilegiums vom 13, November 1876 von der Stadt Düsseldorf auf- genommenen Anleihe von vier und einhalb auf vier Prozent, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsscldorf Nr. 30 S. 267, ausgegeben den 30. Juli 1881:

3) das Allerhöchste Privilegium vom 29. Juni 1881 wegen Aus- fertigung auf den Inhaber lautender Anleihescheine der Stadt Neuß im Betrage von 800000 #4 dur< das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf Nr. 30 S. 267 bis 269, ausgegeben den 30, Juli 1881

, 4) das unterm 29, Juni 1881 Allerhö} vollzogene Statut für die Entwässerungsgenossenschaft Kleinbrodsende-Baumgarth im Kreise Stuhm dur das Amtéblatt der Königlichen Regierung zu Danzig Nr. 32 S. 175 bis 178, ausgegeben den 6. August 1881 (veral. die Bekanntmachung S, 312 Nr. 22);

„„ 9) der Allerhöchste Erlaß vom 2. Juli 1881, betreffend die Ver- leihung des Enteignungsrehts für die auf dem Banne von Euren gelegenen, zur Einrichtung eines Ererzierplatzes für die Garnison Trier erforderliben Terrainflähen und deren Erwerbung für den Reichsmilitärfiskus, dur< das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Trier Nr. 35 S. 279, ausgegeben den 2. September 1881 ;

6) der Allerhöcbste Erlaß vom 13. Juli 1881, betreffend die Verleihung des Enteignungérects an den Kreis Jerichow 11. für die zum Bau der Chausseen von Hohenseeden na< Jerichow und von Wolterêdorf über Rogaesen bis zur Kreisgrenze am Fiener Damme in der Richtung auf Ziesar erforderlichen Grundstücke, dur das Amts- blatt der Königlicben Regierung zu Magdeburg Nr. 35 S. 295, aus-

den 27. August 1881 ;

7) das Allerhöchste Privilegium vom 13, Juli 1881 wegen Aus- fertigung auf den Jnhaber lautender Kreisanleibesceine des Kreises Jerichow 11. im Betrage von 300000 X dur das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Magdeburg Nr. 35 S. 295 bis 297, aus- gegeben den 27, August 1881.

Nichtamlliches. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 19. September. Se. Majestät der Kaiser und König kehrten, wie „W. T. B.“ meldet, am Sonnabend Mittay um 12 Uhr, nah Beendigung des Flottenmanövers , na< Friedrihsort zurü>, wo die Yacht Hohenzollern“ Anker warf. Se. Majestät besichtigten alsdann das Legen einer Minensperre und entzündeten von der Yacht aus, zu welcher ein Kabel gekegt war, Allerhöchst- selbst eine Mine. Die Detonation war eine gewaltige. Das Kanonenboot, welches als Ziel diente, wurde in die Luft gesprengt und vollständig zertrümmert. Auch die Schießübungenk mit Fischtorpedos wurden auf das

| 1850 entsprach, bei

Erfolgreichste zu Ende geführt. Ein von der Korvette „Blücher“ lancirter geladener Torpedo traf die als Ziel dienende Hulk „Elbe“, worauf sih eine graue Dampf- und Wassermasse, mit Schiffssplittern vermischt, thurmhoh erhob. Se. Majestät der Kaiser besichtigten das zerstörte Schiff und begaben Sich sodann auf der „Hohenzollern“ nach Kiel zurü>. Das inzwischen zu- rü>gekehrte Geshwader gab den Königssalut; die Mann- schaften paradirten in den Raaen und begrüßten Se. Majestät bei der Abfahrt mit dreimaligen Hurrahrufen.

Abends 6 Uhr reisten Sé. Majestät der Kaiser und König, Jhre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin, Jhre Königlichen Hoheiten die Prinzen Wilhelm und Albreht von Kiel ab. Eine dichtgedrängte Volksmenge hatte si<h wieder in der Feststraße zusammenge- shaart, die den Kaiser, Allerhö<hstwelher mit dem Feld- marschall Grafen Moltke fuhr, enthusiastish begrüßte. Auf dem Bahnhofe hatten si< die Spißen der Behörden, das Offizier-Corps und die Studentenschaft versammelt. Unter tausendfahem Hurrah schieden Se. Majestät, nahdem Aller- höchstderselbe von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzoge von Oldenburg und dem Prinzen Heinrih Abschied genommen.

Ueber die Ankunft der Allerhöchsten und Höchsten Herr- schaften in Karlsruhe liegen folgende Meldungen des „W.

T. B.“ vor:

Karlsruhe, 18. September. Se. Majestät der Kaiser, Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz und Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm sind um 11 Uhr Vormittags hier eingetroffen und von Jhren Königlichen Hoheiten dem Groß- herzog und der Großherzogin, sowie dem gestern hierher zurü>- gekehrten Erbgroßherzoge, dem Prinzen und der Prinzessin Wilhelm und dem Prinzen Karl von Baden, der Generalität und dem Staats-Minister Turban am Bahnhofe empfangen worden. Nach herzliher Begrüßung fand die Auffahrt nah dem Schlosse statt. Jhre Kaiserliche Hoheit die Kronprin- zessin blieb in Darmstadt und wurde daselbst von Sr. König- lichen Hoheit dem Großherzog von Hessen empfangen. Die Kronprinzessin wird Sih Nachmittags mit der Großherzoglichen Familie nah vem Jagdschlosse Wolfsgarten begeben und be- absichtigt morgen die Reise nah Karlsruhe fortzusezen. Jn Frankfurt wurden Se. Majestät der Kaiser von Sr. Kö- nialichen Hoheit dem Kronprinzen von Schweden und Höchst- dessen Bruder begrüßt.

gFhre Majestät die Kaiserin und Königin begab Sich gestern Nachmittag von Baden-Baden mittels Extrazuges von Dos nach Karlsruhe, um während der dort bevorstehenden Doppelfeier in der Nähe des Hohen Familien- kreises bis zum 21. d. M. zu verweilen. An den Festlichkeiten wird Jhre Majestät jedoh, Jhres noch leidenden Gesundheits- zustandes wegen, Sich nicht betheiligen können.

Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl is am Sonnabend Abend mit der Lehrter Bahn aus Ostende in Berlin eingetroffen und wird Sich heute nah Schloß Glineke bei Potsdam begeben.

Nat $. 128 der Reichs:St: afproz:-ßordnung vom 1. Fe- bruar 1877 sind vorläufig festgenommene Personen, sofern sie niht wieder in Freiheit gesezt werden, unverzüglich dem Amtsrichter® dés Bezirks, in welchem die Festnahme érfolgt ist, vorzuführen, Fn Erläuterung dieser Vorschrift und um mehrfache bei Anwendung derselben entstandene Zweifel zu beseitigen, ‘zur Nachachtung für die Polizeibehörden und deren Organe, hat der Minister des Jnnern im Ein- vernehmen mit dem Justiz-Minister dur einen Cickularerlaß vom 11. Juli d. F., was folgt, bestimmt:

1) Die Organe des Polizei- und Sicterheitsdienstes haben die’ von ihnen vorläufig festgenommenen Personen zunächst der Polizeibehörde des Aufgreifungsorts zuzuführen, welcher leßteren dann obliegt, die geseßlih vorgeschriebene Vorführung des Festgenommenen, sofern er niht wieder in Freiheit gesetzt e in thunlichst beshleunigter Weise ihrerseits zu ver- anla}sen.

Hinsichtlich der vonGensd'armen bewirkten vorläufigen Festnahmen behält es bei den besonderen in dem Cirkular-:Er- laß vom 7. August 1880 getroffenen Bestimmungen sein Bewenden. Hiernah sind die Gensd'armen ermächtigt, in Fällen, in welchen der Siß des Amtsgerichtes dem Orte der Festnahme näher liegt, als der Siß der Polizeibehörde des Aufgreifungsorts au<h fernerhin die Vorführung an erst- gedachter Stelle unmittelbar zu bewirken.

2) Die Vorführung der vorläufig festgenommenen Per- sonen ist dem Wortlaute des 8. 128 der Neichs-Strafprozeß- ordnung gemäß beim Amtsrichter und nicht also, wie dies der früheren Vorschrift des $. 4 des Geseßes vom 12. Februar den Organen der Staatsanmwaltschast zu bewirken. Wird etwa in Fällen, in denen Amts- geriht und Staatsanwaltschaft ihren Siy an dem gleichen Orte haben, aus Zwe>mäßigkeitsgründen eine abwei- chende Art der Vorführung dahin vereinbart, daß die Vor- führung vor den Amtsrichter durch Vermittelung der Staats- anwaltschast erfolgt, so werden die betheiligten Polizeibehörden hiervon jedesmal besonders Nachricht erhalten.

l Auf größeren Bahnhöfen is wahrgenommen worden, daß bei der Ausgabe des Reisegepä>s die Uebung be- steht, kein Gepäkstück an die Neisenden zu verabfolgen, bevor nicht sämmtliche Stück: entladen und in dem zur Ausgabe be- stimmten Raume niedergelegt sind. Der Minister der öffent- lihen Arbeiten hat dur Cirkular-Erlaß vom 21. v. M. an- geordnet, daß denjenigen Reisenden, welche si<h dur< Vorzei- gung des Gepä>scheins als zur Empfangnahme des zugehöri- gen, bereits ausgeladenen und von ihnen bezeihneten Gepäs ausweisen, dieses, ohne die Entladung aller übrigen Stü>e abzuwarten, unverzüglih überantwortet und von einem Theile der Gepälträger alsbald nah den Fuhrwerken geschafft werde.

Die Aussage eines im Strafprozeß vor der Haupt- verhandlung vernommenen Zeugen, welcher erst in der Hauptverhandlung von seinem Rechte, das Zeugniß zu ver- weigern, Gebrau macht, darf zwar nach $8. 251 der deutschen Strafprozeßordnung nicht verlesen werden, wohl aber darf, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 1. Strafsenats, vom 30. Juni d. J., der Untersuchungsrichter oder sonstige Ver- hörsbeamte über die vor ihm gemachte Aussage von den nunmehr ihr Zeugniß verweigernden Zeugen als Zeuge in der Hauptverhandlung vernommen werden.

An Zöllen und gemeins<haftlihen Ver brauchs-

Einnahme in demselben Zeitraum des Vorjahres) einschließ- lih der kreditirten Beträge zur Anschreibung gelangt: Zölle 77 478 228 M. (+ 9802680 A), Tabaksteuer 440 273 M (+ 122 211 M), Rübenzud>ersteuer 18 346 291 M 5 099 345 M), Salzsteuer 12 981 974 M (+ 279 767 M Branntweinsteuer 8 980 410 4 (— 648 795 46), Uebergangs: abgaben von Branntwein 42 346 #4 (— 6185 A), Brau- steuer 6 861 394 # (+ 91 548 M), Uebergangsabgaben von Bier 447 562 M, (+ 66 053 6), Summe 88 885 896 M (+ 4 607 934 6), Spielkartenstempel 284 310 M (— 22 24646),

Die zur Reichskasse Zanate Jst-Einnahme abzüglich der Bonifikationen und Verwaltungskosten beträgt bis Ende August 1881: Zölle 70 686 094 M (+ 183 091 079 M6), Ta: baksteuer 351 649 M (+4 84185 M), Rübenzu>ersteuer 64 991 159 M6 (+ 9 658 825 Á), Salzsteuer 13 327 526 M (+ 410 982 M), Branntweinsteuer und Uebergangsabgabe von Branntwein 15 116 683 M (— 7116 Á6), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 6 199 324 46 (+ 130 076 A6), Summe 170 672 435 M (+ 23 368 031 M6), Spielkarten: stempel 373 504 M (+4 9444 M).

, Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Königlich baye- rische Ministerial-Rath Freiherr von Raesfeld, ist in Berlin wieder eingetroffen.

Der kommandirende General des 1II, Armee: Corps, General der Jnfanterie von Groß gen. von Schwarz: hoff, ist den Folgen eines vor einigen Wochen stattgehabten Sturzes mit dem Pferde gestern Morgen erlegen.

Der General-Lieutenant von Strubberg, General- Jnspecteur des Militär-Erziehungs- und Bildungèëwesens, hat E A kurzem Urlaub nah Karlsruhe und der Rheinprovinz

egeben.

Dey General-Lieutenant des Barres, Präses der Ober-Militär-Examinationskonmmission, ist in dienstlihen An- gelegenheiten nah Dresden abgereist.

Als Aerzte haben si<h niedergelassen die Herren: Bramann in Königsberg, Dr. Brandmann 1n Neuhof und Dr. Hadlih in Cassel.

S. U S „Moltke“, 16 Geshüße, Kommandant Kapitän zur See Pirner, ist am 19. Juli cr. in Coquimbo eingetroffen.

S. M. Knbt. „Hyäne“, 4 Geshüße, Kommandant Kapt. Lt. von Gloeden, ist am 18. September cr. in Ply:-

mouth eingetroffen und beabsichtigte am 19, dess. Mts. na Wilhelmshaven in See zu gehen. 7

Kiel, 18. September. (W. T. B.) Se. Majestät der König von Shweden t1af heute früh auf der {hwe- dischen Korvette „Balder“ mit großem Gefolge hier ein und reiste mittelst Extrazuges um 8 Uhr 40 Minuten nah Frank: furt a. M. weiter.

Kiel, 19. September. (W. T. B.) Die „Kieler Ztg.“ veröffentlicht folgendes Allerhöchste Schreiben an den Ober-Präsidenten Steinmann :

Es ist Mir cine besondere Freude gewesen, bei Gelegenheit der Manöver des IX. Armee-Corps Meine Schritte wiederum na< der Provinz Schleswig-Holstein lenken zu können, an welche ih aus früheren, wiewohl kurzen Besuchen so angenehme Erinnerungen für Mich knüpfen. Wie die Provinz erst no< vor wenig Mo- naten, als Mein geliebter Enkel eine Prinzessin des Sbleswig- Holsteins{hen Fürstenhauses heimführte, bei diesem glü>ver- heißenden Ereigniß Beweise aufrichtiger Theilnahme gegeben hat, so habe Jch auch jetzt bei Meinem persönlichen Erscheinen überall, felbst an Orten, welhe Jh nur vorübergehend berührt habe, vornehmli< aber in den Städten Ibehoe, Altona ünd Kiel ein o herzli<es Willkommen gefunden, eine so frohe Bewegung der Bevölkerung wahrgenommen, daß Ich Meine lebhafte Befriedigung darüber nicht zurüchalten kann. Von Neuem bin Ich durch die vielfachen Huldi- gungen, welche Mir von allen Seiten und in den versciedensten Formen dargebra<ht wurden, in der Ueberzeugung bestärkt worden, daß au<h dieser Theil Meiner Monarchie von einem biederen treuherzigen Volke bewohnt wird, wel<es, je länger je mehr, mit Herz und Hand Mir ergeben, sich immer fester und inniger mit dem deutschen Vaterlande vereinigt. Mit solchen Empfindungen aus der Provinz sceiden zu können, ift ein erbebendes Gefühl für Mich. Es ift Mir aber aub ein Bedürfniß, dies öffent- lih auszuspre<en und damit zuglei< Meinen Dank für die Mir zu Theil gewordene warme Aufnahme zu verbinden. I veranlasse Sie, dies der Bevölkerung von Schleswig-Holstein mitzutbeilen und zu dem Zwe> diesen Meinen Erlaß bekannt zu macben.

Kiel, den 17. September 1881. Wilhelm.

Frankf furt a. M., 18. September. (W. T. B.) Se. Majestät der König von Schweden ist mit den Prinzen Osfar und Eugen und großem Gefolge heute Abend 9%/, Uhr hier angekommen und hat im Russischen Hofe Ab- steigequartier genommen. Am Bahnhofe wurde der König von dem bereits hier weilenden Kronprinzen, Königliche Hoheit, sowie von dem Prinzen Karl von Schweden, dem shwedishen Konsul Baron Erlanger und den Spitzen der Staatsbehörden empfangen. Die Weiterreise der gesammten {wedishen Königsfamilie nah Karlsruhe ist auf morgen Vormittag 10 Uhr festgesetzt.

Württemberg. Schloß Friedrichshafen, 16. Sep- tember. Die Herzogin Wera von Württemberg, Großfürstin von Rußland, ist heute mit ihren Kindern, den Herzoginnen Elsa und Olga, nah mehrwöchentlihem Besuche bei Jhren Majestäten wieder von hier abgereist.

Baden. Karlsruhe, 17. September. (W. T. B.) Anläßlich der bevorstehenden Hochzeitsfeierlichkeiten ist die Stadt, insbesondere das Rathhaus und die Stadtkirche, bereits auf das Festlichste ges<hmü>t, Auf dem Markte ist ein großer mit reihen Laubgewinden dekorirter Triumphbogen errihtet. An verschiedenen Stellen sind umfangreihe Vor- bereitungen zur Zllumination getroffen. n dem für Donnerstag in Aussicht genommenen Festzug sollen sämmt- lihe alte badische Landestrachten vorgeführt werden. Viele emde sind bereits eingetroffen. Das Wetter ist seit heute

n.

18. September. (W. T. B.) Jhre Majestät die Kaiserin traf heute Nahmittag um 5/, Uhr von Baden- Baden hier ein, stieg am Mühlburgerthore aus und fuhr

steuern sind im Reih für die Zeit vom 1. April 1881

dur den Schloßpark zum Schloß. Nachmittags um 5! Uhr kamen der Großfürst Michael mit der Großfürstin Ölga

bis zum Schlusse des Monats August 1881 (verglichen mit der | und dem Großfürsten Michael Michailowits<h an. Um

31/, Uhr fand Empfang der hier beglaubigten und der außerordentlihen Gesandten statt, um 5 Uhr Galatafel für das diplomatische Corps. Jm Laufe des Nachmittags machten Se. Majestät der Kaiser eine Fahrt dur die auf das Festlichste und Reichste ges<mü>ten Straßen der Stadt, überall mit enthusiastishen Zurufen begrüßt. Abends 7 Uhr brachte der badishe Sängerbund unter außerordentlich zahl- reicher Betheiligung der Bevölkerung ein Faelständhen. Jm Theater fand Festvorstellung statt, bei welcher ein Fest- spiel von Putliyß zur Aufführung gelangte. Die anläßlich der Hoffestlichkeiten verliehenen Ordensauszeihnungen werden heute amtlih publizirt. / A :

18. September, Nachmittags. Se. Königliche Hoheit der Großherzog und die Prinzessin Elisabeth von Sachsen-Weimar sind hier eingetroffen. Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz besuchte bald nah Seiner Ankunft die Kunstgewerbe: Ausstellung, in der Höchstderselbe gegen eine Stunde verweilte. Vorwittags um 11 Uhr fand die Er- öffnung der Landwirthschaft-, Gartenbau- und Bienenausfstellung statt.

19. September. (W. T. B.) Der neue Hofstaat der Prinzessin Victoria ist folgendermaßen zusammen- gesezt: Oberhofmeisterin Gräfin Wachtmeister, Hofdamen Fräu- lein von Lagerberg, Freiin von A>erjelm und Kammerherr von Lilliehö>.

Hessen. Darmstadt, 17. September. (W. T. B.)

Der Landtag ist auf den 17. k. M. einberufen worden.

Hesterreich - Ungarn. Wien, 17. September. Die Kaiserin und Königin ist gester, den 16, d. M., Abends von Schönbrunn nah Gödöllö abgereist. ,

18. September. (W. T. B.) Wie di? „Montagsrevue“ vernimmt, wird in der nächsten Zeit eine Begegnung der Kaiser von Desterreih und von Rußland stattfinden ; über den Ort und die Zeit der Begegnung sei no<h nichts definitiv bestimmt. E

Prag, 17. September. (W. T. B.) Von den wegen der Exzesse im Kuchelbade Angellagten wurden Kan- kowsky und Vesely des Verbrechens der öffentlichen Gewalt- thätigkeit {huldig erkannt und Ersterer zu fünf, Leßterer zu drei Monaten mit Fasten vershärster Kerkerstrafe verurtheilt. Der Angeklagte Züngl wurde freigesprochen. s

Debreczin, 18. September. (W. T. B.) Der Minister- Präsident Tisza hielt hier gestern eine Rede, in welcher er die Ziele der bestehenden Parteien erörterte. Bezüglich der liberalen Partei äußerte der Minister, sie benuge den Frieden, um das Versäumte auf jedem Gebiete des Staatslebens nach: zuholen, damit eine“ etwaige Stunde der Gefahr die Nation erstarkt finde. Die Ziele der ahtundvierziger Partei seien auf konslitutionellem Wege nicht zu erreichon und eine Aenderung des bilateralen Vertrages unthunlih. Auch die Noth- wendigkeit eines großen stehenden Heeres für die Sicher- heit der Monarchie sei unabweisbar , solange andere Staaten in Waffen ständen, Der Vereinigten Opposition macht der Redner den Vorwurf der Programmlosigkeit. Das gemeinsame Zollgebiet sei im gemeinsamen Fnteresse aufre<t zu erhalten, ohne indeß das Recht auf ein selbstständiges Zollgebiet aufzugeben. Der Minister weist sodann die Voraussezung zurü>, als habe die Regierung mit der Einverleibung der Militärgrenze in Kroatien sich die kroatishen Stimmen im Reichstage sihern wollen, die Frage bezüglich Fiume's sei geseßli<h {hon seit der Regierung der Kaiserin Maria Theresia gelöst. Betreffend die Verwaltungsreform stellt Tisza ein auf die Qualifikation bezügliches Gese in Aussiht und weist hin auf die Befesti- gung des Staatskredits in Folge des ernsten Strebens der Regierung und der Legislative, auf dem Wege der Konsoli- dirung der Verhältnisse des Landes vorzuschreiten, und be- merkte \{ließlih, daß eine Reform des Oberhauses nur dann angezeigt sei, wenn zugleih eine gründliche Lösung dieser Frage möglich sei. Die Nede wurde mit großem Beifall auf- genommen. . S i

Pest, 17. September. Die Erzherzöge Karl Ludwig und Eugen find, wie Lee „Pester Lloyd“ meldet, gestern Abends in Budapest angekomnien.

Der Sr Dat folgendes Allerhöchste Hand-

YFener von herzlicber und aufrichtig treuer An-

shreiben erlassen :

Lieber Tis za! y er und aufrid) - hänglihkeit zeugende Empfang, welchem Icb in dieser Gegend auch bei dieser Gelegenheit überall begegnete, hat Mein vâäterliches Herz mit wahrhafter Freude erfüllt. Es steigert aber diese Meine Freude noch insbesondere die Wahrnehmung, daß die gesammte Bevölkerung der von der gegenwärtigen Militärconcentration berührten Komitate nicht nur die diesfälligen Lasten mit voller Bereitwilligkeit trug, sondern in erfreulihem guten Einvernehmen mit dem Militär darin wett- ciferte, um allen Bedürfnissen desselben mit freundliher und lobens- werther Zuvorkommenheit zu entsprehen und um dieselben freigebig zu befriedigen. E : L

Vou diesen freudigen Gefühlen dur<drungen, gereiht es Mir vor Meiner Abreise zur Befriedigung, Sie zu beauftragen, der waderen Bevölkerung dieser ganzen Gegend für die zahlreihen Beweise von Liebe und Ovferwilligkeit Meinen warmen Dank und Meine volle Anerkennung auszudrü>en. i

Gegeben in Miskolcz, am 15. September 1881. —_

j èFranz IJofep b.

Megyaszo, 16. September. Der Kaiser hat folgende bereits telegraphish erwähnte Handbillette erlassen :

„Lieber Herr Vetter Feldmarschall Erzherzog Albre<t! Nach Beendigung der Schlußmanöver bei Miskolcz, welde Mich im hohen Grade befriedigt haben, ist es Mir Bedürfniß, zunächst Cuer Liebden für die vorzüglide Anlage so wie für die Instruktion und Leitung derselben Meinen wärmsten Dank zu sagen. Zugleich beauftrage Ich Sie auc, den bei der Oberleitung und als Schiedsrichter verwen- deten Generalen, Stabs- und Ober-Offizieren für ihre ersprießliche Mitwirkung, dann beiden Corps-Kommandanten G. d. K. Freiherrn von Edelsheim-Gyulay und FML. Freiherrn von Appel für die zwe>mäßige Führung ihrer verwendeten Kommandanten und Truppen, ibren sichtbaren Eifer, ihre große Ausdauer und kriegsgemäße Aus- rüstung Meine Anerkennung auszusprechen. . L

Franz Joseph.

Lieber Herr Vetter Feldzeugmeister Erzherzog Joseph! Mit besonderer Befriedigung habe Jd Mich während der eben zum Ab- \{lusse gelangten Manöver bei Miskolcz von der sehr guten Ausbil- dung und Manövrirfähigkeit der Honved-Kavallerie so wie von den bedeutenden Fortschritten überzeugt, welbe in der Detailauéêbildung, der militärishen Haltung und dem guten Auéseben der Honved-Infan- terie errei<t worden sind. Indem Ic Sie beauftrage, den betreffen- den Abtheilungen Meine volle Anerkennung bekannt zu geben, benütze I mit Freuden diesen Anlaß, Ew. Liebden für die unauégeseßte Mükhewaltung, welche Sie der kriegsgemäßen Ausbildung Meiner un- garischen Landwehr zuwenden, Meinen Dank auszusprecben._

: 3 aud... ia Vranz Josep.

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Niederlande. Haag, 17. Septewber. (W. T. B.) Die Leichenfeierlichkeiten für den verstorbenen Prin- zen Friedrich der Niederlande finden am Freitag, den 23. d. M., Vormittags 11 Uhr, vom Schlosse Depauw aus statt. Der Trauerzug wird \si< dur< den Haag nach der Stadt Delst bewegen, wo der Pastor van Koetéveld die Leichenrede hält. Außer der Königlichen Familie werden Prinz Albre<t von Preußen und der Erbgroßherzog von Sachsen den Feierlichkeiten beiwohnen.

Velgien. Brüssel, 14. September. (Alg. Ztg.) Der „Moniteur ODfficiel“ veröffentliht die Novelle zum Aus- lieferungsvertrage, welche zwishen Belgien und Ruß- land vereinbart worden ist. Dieselbe besteht aus zwei Ar- tikeln, welche lauten : ,

„Art. 1. Das wegen einer der in dem Artikel 2 der Konvention vom 4. September (23. August) 1872 erwähnten Handlungen ver- folgte Subjekt wird ausgeliefert nah Vorzeigung des Verhaftsbefehls oder irgend eines glei<hwerthigen Aktes der kompetenten auswärtigen Behörde, sofern diese Akte die genaue Angabe des Verbrechens ent- hält, wegen dessen die Auslieferung begehrt wird. —— Art. 2. Wenn das Verbrechen oder Vergehen, wegen dessen die Auslieferung bean- tragt wird, außerhalb des Gebietes der reklamirenden Partei began- gen worden, wird der Reklamation Folge zu leisten sein, \ofern die Geseßgebung des Landes, von dem die Auslieferung gefordert wird, in diesem Falle die Verfolgung derselben Handlungen, au< wenn sie außerhalb seines Gebietes begangen worden, gestattet“.

Großbritannien und Jrland. London, 16. Sep: tember. (Allg. Corr.) Jn dem runden Saale der Rotunde in Dublin wurde gestern die langvorbereitete nationale Konvention der irischen Landliga eröffnet. Es hatten sih etwa 1300 Delegirte aus allen Theiien Frlands, darunter viele Priester eingefunden. : E

Der Vizekönig von Jndien Lord Ripon, beabsichtigt im Winter British-Birma zu bereisen, um dort Reformen einzuführen, welche dazu angethan sind, den Wohlstand dieser Provinz zu erhöhen.

Das Kol onialamt hat von dem Gouverneur der Ca p- kolonie, Sir Herkules Nobinson, folgende Depesche erhalten : Capstadt, 13. September. Masupha hat endlich sämmtliche Bedingungen der Konvention angenommen, und dieselbe ge- langt nun im ganzen Basutolande zur vollständigen Durch- führung. Da der Frieden somit sicher hergestellt ist, war Hr. Sauer, der Sekretär für die Eingeborenen- Angelegenheiten, im Stande, sich na< Capstadt zurückzubegeben.

Frankreich. Paris, 17. September. (W. T. B.) Die Minister konferirten heute mit Roustan. Jn Folge der sodann getroffenen Entscheidungen wurde dieser ange- wiesen, sih sofort auf seinen Posten zurü>zubegeben.

Das Journal „Napoléon“ stellt die Behauptungen des „Ordre“ über die Abdankung des Prinzen Napoleon zu Gunsten seines ältesten Sohnes in Abrede.

18, September. (W., D, B) Eine Verfügung des Kriegs-Ministers vom 17. d., ordnet an, daß keine Militärperson des Fahrganges 1876, welche vor Ablauf der bestimmten Zeit zur Entlassung kommt, von heute ab nach Afrika gesandt werden fol. Demzufolge ist davon Abstand genommen, die in Afrika stehenden Fnfanteriebataillone auf die Stärke von 600 Mann zu bringen.

Griechenland. Athen, 11. September. (Pol. C.) Nachdem die Beseßung der dritten und vierten thessalischen Zone glüdlih vollzogen ist, beginnt heute die Okkupation der fünften Zone, welce die Hauptorte Larissa, Turnavo, Tempe, die Vorberge des Olymp bis Karali, Dérven, Larissá, Of}a, Ampelakia, Agyia bis zur Vereinigung des Ofsa-Thales mit dem Pelion-Gebirge, den Karla-See und Cap Dermata mit inbegriffen, umfaßt. Die Beseßung dieser Zone dürfte am 13. d. Mts. vollendet sein. Die griehishen Truppen sind seit gestern um die Stadt Pharsalos konzentrirt. Es sind drei Kolonnen, aus 7 Bataillonen Fnfanterie, 4 Batterien und 1 Ba- taillon Kavallerie bestehend, im Ganzen 9700 Mann, welche heute nach dem Eintreffen der internationalen Kommission mit dem Ober-Kommandirenden General Soußos und dessen Stab in Pharsalos unter der Führung von Karaiskakis nah Larissa abgehen werden. Wie bei der Beseßung aller bisher okku- pirten Städte wird au<h in Pharsalos eine aus mehreren Mitgliedern der internationalen Kommission und griechischen Stabsoffizieren bestehende Kommission vorerst die öffentlichen Gebäude übernehmen, worauf der geregelte Einzug der Truppen erfolgen wird. Die türkische Besaßung von Larissa so wie alle administrativen Beamten haben fich gestern nah Servia an der Südgrenze von Macedonien begeben, das nun- mehr die neue Hauptstadt dieses Distriltes, dessen Mittelpunkt bisher Larissa war, bilden wird. Am 14. d. M., also am Tage nach der Beseßung Larissas, wird auch das Vorgebirge Aktion oder Pounta am Eingange des Golses von Prevesa von einem an diesem Tage von der FJnsel Leukas übersegen- den Jnfanterie-Bataillon beseßt werden. Einige der meist gefürchteten Brigantenchefs sind mit ihren Van- den im Ganzen 27 Puiler theils gefangen genommen worden, theils haben sie \si< dem General Souyos freiwilllg ergeben, obgleich sie wissen, daß das griehishe Geseß dem einmal verfehmten Räuber keinen Pardon gewährt. General Soußos wird sie in Larissa interniren. Jrgend eine ihr Schi>sal mildernde Zusage dürfte den Helden der Berge denn doch gemacht wor- den sein. Jm Piräus haben die Baggerungen mittelst der neuen Maschine im nördlihen Theile des Hafens be- gonnen. Es wird der von den Alten Zea genannte Theil des Hafens, der jeßt versumpft ist, schiffbar gemacht und mit Quais versehen. Dadurch dürfte der Hafen zu einem der größten und besten auf der Balkan-Halbinsel gestaltet werden.

Serbien. Belgrad, 17. September, Wie der „Volit. Corr.“ von hier gemeldet wird, dürfte die Ministerkri} is erst nah der Reise gelöst werden, welhe der Fürst in den näch- sten zwei Wochen in das Jnnere es Landes antreten wird

d welche zwanzig Tage dauern soll. pen 19. "September. (W. T. B.) Der russische Minister- Resident von Persiani hat den Wunsch seiner Regierung nach Abschluß eines Handelsvertrags mit Serbien zu erkennen gegeben.

Bulgarien. Sofia, 15. September. (Wien. Z.) Dur einen Ukas des Fürsten Alexander wird für alle zwischen dem 27. April und 1. Juli begangenen politishen Vergehen Am - nestie gewährt, und werden vom 13. September ab alle außerordentlihen militärishen Kommisjariate und Subkom- missariate aufgehoben.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 18. Sep- tember. (W. T. B.) Wie der „Herold“ mittheilt, ist durch

einen Kaiserlichen Erlaß an den Finanz-Minister die Eröff- nuna der im nächsten Fahre stattfindenden Ausstellung zu Moskau auf den 16. Mai, der S<hluß derselben auf den 15. September festgeseßt worden.

Amerika. Washington, 17. September. (W. T. B.) Eine amtliche Depesche von heute sagt, daß in dem Be- finden des Präsidenten keine merklihe Veränderung eingetreten ist, daß aber die Symptome fast sämmlih um ein Geringcs ungünstiger sind. Die Besorgniß ist im Zunehmen.

Long-Branch, 17. September, Mittags. (W. T. B.) Der Präsident hatte heute früh während 20 Minuten Fieberschauer, wobei si< der Puls auf 137 erhob und worauf Erbrechen erfolgte. Die Lage ist sehr kritiï<. Man be- fürchtet, daß sih die Fiebershauer wiederholen.

—- 18. September. (W. T. B.) Die Aerzte haben dem Präsidenten Garfield mittelst Einsprizung entfasertes Rinderblut beigebracht; die Kräfte Garfields haben ein wenig zugenommen; der Präsident fühlte sih gestern Abend leichter und war ruhiger. Obwohl der Zustand des Präsidenten ein äußerst kritischer ist, sind die Aerzte etwas hoffnungsvoller, sie fürchten indessen eine Rü>kehr des Fiebersrostes. Die Mini- ster Windom, Hunt und James sind hierher zurü>gekehrt, die Ankunft Lincolns wird erwartet.

18. September, Abends 6 Uhr. (W. T. B.) Der Präsident Garfield ist zwar sehr {hwach, hat aber den Tag do ruhig zugebraht. Puls 102, Temperatur 98, 04.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Frankfurt a. M., Montag, 19. September. Se. Majestät der König von Schweden mit der Königlichen Familie fuhr heute Vormittag 10 Uhr in einem festlich mit Blumen und Fahnen geshmüc>ten Extrazuge von hier nah Karlsruhe.

Long-Branch, Sonntag, 18. September. Präsident Garfield hatte kurz nah Ausgabe des Abendbulletins aber- mals einen 9 bis 10 Minuten dauernden Fieberschauer, jedoch weniger heftig als gestern. Der Puls erreichte ein Mal 134, fiel später aber wieder auf 120.

Die Nr. 37 des Central-Blatts für das Deuts che Reich, herausgegeben im Reichsamt des Innern, hat folgenden Inhalt: Finanzwesen : Nachweisung von Einnahmen des Reichs vom 1. April bis Ende August 1881, Zoll- und Steuerwesen: Umwandlung einer Steuerstelle; Ableben eines Reicbsbevollmächtigten. Polizei- wesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiete. Kon- fulatwesen: Ernennung. Bankwesen: Status der deutschen Noten- banken Ende August 1881. :

Nr. 17 des Marineverordnungsblatts hat folgenden Inhalt : Krankenproviant. Zeugnisse für Militärpflichtige. Ver- waltung der Handwaffen. Sattel- und Zaumzeug. Geldver- pflegungsreglement. Schiffsbücherkisten. Personalveränderungen. Benachrichtigungen.

Nr. 32 des Beihefts zum Marineverordnungsblatt hat folgenden Inhalt: Vom südamerikanischen Kriegsschauplatz. II. Vom tunesisben Kriegsschauplaß. T. Heben und Bergen des Wra>ks „Barbarossa“ in der Kieler Föhrde. =—- Nachrichten vermis<- ten Inhalts. Maschinenbau. Vermischtes. Literarisches.

Statistische Nachrichten.

New-e- York, 18. September. (W. T. B.)

Im August d. F. find 56 744 Auswanderer hier cingetroffen.

Kunft, Wissenschaft und Literatur.

Im Verlage der Hartungschen Könt; Q schien soeben: „Das preußische Feld- und Forstpyolizei- geseß vom 1. April 1880 mit erläuternden Anmerkungen zum praktischen Gebrauch, bearbeitet von Gustav Hasford, Landrichter.“ (Preis 1 () Wie der Titel ergiebt, hat es fih der Verfasser zur besonderen Aufgabe gemacht, dem praktisben Bedürfniß zu ent- sprechen; er ist sihtlih bemüht gewesen, durch die dem Tert hinzu- gefügten erläuternden Anmerkungen, bei welchen niht nur die Motive des Gesetzes, sondern aub die Recbtsprebungen des frühe ren Ober-Tribunals und des RMeichsgerichts gebührend berück- sichtigt sind, die Auffassung und Anwendung des Ges Allen, welhe mit demselben in Berührung kommen, zu erleichtern und etwaige Vedenken zu beseitigen. Die Ausgabe des Gesetzes dürfte daher sowohl den Felde und Forstbesitern, Amtsvorstebern und Po lizeibeamten wie den Juristen zur Verwendung in der Praris will- kommen sein.

Die National- und Landesfarben ten der Erde. Mit bistoris{hen Erläuterungen für belehrende und vraktiscbe, namentlich dekorative Zwelke von A. Grenser. 2, Auf lage mit 6 Farbendru>ktafeln. (W. Rommel in Frankfurt a. M.) Preis M. 1,50, Der Verfasser hat in dem vorliegenden Scbriftcben die Länderfarben der verschiedensten Nationalitäten in alphabetischer Ordnung zusammengestellt und dabei über den Ursvrung der Karben

O 2 aer olA »e Uar hir 9 T für Jedes einzelne der Lander historische

Dru>kerei zu Königsberg er-

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Auskunft ertheilt. Vie inter essante Einleitung erörtert den Zusammenhang der Länderfarben mit der Heraldik. Die kleine Schrift entbält ein sehr reiches Material, dessen Sammlung ohne Zweifel große Mübe verursacht hat.

Die „Bonner Ztg.“ screibt: „Die bereits scit Jahren vom biesigen Provinzial - Museum unter der Leitung des Direktors Prof. Dr. Œ. ausm Weerth in aller Stille vorgenommene Bloßlegung des kurz vor unserer Zeitrednung gegründeten Römerlagers „Bonna“ hat in diesem Jahre einen rühmli<st anzuerkennenden Erfolg aufzuwei- sen. Unter Assistenz des Hrn. Bildhauers Koenen aus Neuß wurden in verhältnißmäßig kurzer Zeit ni<t nur die vollständigen Reste der Porta principalis sínistra und Theile der an diefe grenzenden Umfassungësmauer, sondern aub die Reste der Porta principalis dextra und Uecberbleibsel der den östliben Abs{luß des Lagers bildenden Einfriedigung bloßgelegt, so daß wir im Stande sind, uns mit der Lage, Castralform und Lager-Ordnung dieses militäris{Gen Standguartiers bekannt zu machen. Dasselbe bildete un- gefähr cin Quadrat von 520 m mit stark abgerundeten Eten und war von einer dur{scnittli< 1,80 m breiten Mauer, einem ca. 17 m breiten Umfafsungsgraben, sowie cinem etwa 9 m breiten Außenwalle umgeben. Gegen die innere Fläche der Umfassungêmauer lehnte sib ebenfalls ein Wall von 9 m Breite, neben dem im ganzen Umkreife des Lagers die 5,40 m breite via angularis verfolgt werden konnte. Außer dieser Lagerstraße fanden \si<h no< drei weitere, die via prae- toria, die via principalis und via quintana, Jede derselben ver- lief mit ihren Endstücken in cin entsprewendes Thor. Es sind: die Porta praetoria. welde auf dem Rheindorferweg, dit bei der Südoste>ke des israelitishen Begräbnißplatzes lag; die auf demselben Wege, füdlih neben dem Wege „An der Cscbe“ (nördli dem Rosenthal) vorgefundene Porta documana; die Porta princ1-

palis dextra, welde vor dem Wicbelshof, auf dem Viebweg „zum Vorschein kam; die auf diesem Wege, gleich öftlih neben der Rheins