1881 / 234 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

er die Leichen der Opfer von Oued-Zargua zurückbrachte, ênt leiste B Kilometer von U , Die Truppen, welche gestern abgeschickt worden waren, hatten drei Gefehte mit den Aufständishen. Der Bahnzug mußte verla jen werden; die Reisenden retteten ih. Es ift jeßt minder heiß, aber noch immer kein Regen.

Zunehmende Aufregung herrscht in der Gegend von Kef in Folge eines ernstlihen Gefechts, das am 3. Oktober bei Nibber (nordöstlih von Kef) stattfand. ;

Aus Manubia, 1. Oktober, Morgens 10 Uhr, ist vom General Logerot eine Depesche eingetroffen, welche meldet:

„Oberst-Lieutenant Debord, der 700 Mann befehligt und nach Oued-Zargua beordert war, traf um 7 Uhr Morgens in Medsches ein und rüdckte bis Oued-Tarka weiter, ohne auf einen A zu stoßen; er seßte seinen Marsch bis Bedja fort. Die Eisenbahn wird diesen Abend wieder ausgebessert sein.“

Eine Depesche des Generals Logerot vom 2. Oktober, 4 Uhr Nachmittags, meldet :

Debord schreibt aus Medsches-el-Bab, 2. Oktober, 10 Uhr Mor-

ens: „Ich bin in Medsches um 7 Uhr Morgens eingetroffen und Plate der Bahnlinie bis Bedja im Eisenbahntrain. Bei Ankunft in Medsches griffen mi 1000 arabische Reiter und Uy lebhaft an. Einen Augenblick nachher entgleiste die Maschine und ließ mi auf einer Stelle, welche unverzüglih von Arabern umzingelt wurde. Ich nahm Stellung und konnte dem Feinde Stand halten. Das Ge- feht dauerte bis 7 Uhr. Jch bin in Medshes mit dem Bahnzuge eingerückt, durch den ih die Compagnie abholen ließ, welche ic in Oued-Tarka gelassen hatte. Die Bahn ist von Neuem abgeschnitten.“ Logerot fügt dieser Depesche hinzu, er {hicke Verstärkungen nas Medsches, Infanterie, Reiterei und Artillerie. Ali Bey befindet i noch immer in Testur.

Türkei. Konstantinopel, 6. Oktober. (W. T. B.) Nah einem in dem „Vakit“ veröffentlichten offiziellen Com- muniqué wurde die Entsendung Ali Fuad Paschas und Ali Nizam Paschas nah Egypten durh die Nothwendig- keit veranlaßt, im Einvernehmen mit dem Khedive eine Unter- suhung über die von einem Theile der egyptishen Armee gegen aewisse Beamte erhobenen Beschwerden einzuleiten. Fuad und Nizam werden nah ihrer Rückkehr Bericht erstatten. Dasselbe Communiqué erklärt die Nachricht des Journals e-„Stambul“ von der Abreise Hal im Paschas nah Egypten für unbegründet.

Wie man der „Pol. Corr.“ unter dem- 4. d. Mts. meldet, ist die türkish-griechishe Differenz in Folge der von den Botschastern der Mächte in Konstantinopel bei der Pforte erhobenen Vorstellungen nunmehr als beseitigt an- zusehen, indem die Pforte ihren Delegirten in den internatio:- nalen Kommissionen neue Jnstruktionen zugemittelt habe, dur welche diese angewiesen werden, die kontroversen Gebietstheile zu evakuiren und den griechishen Autoritäten zu übergeben.

Derselben Correspondenz wird aus London vom 5. ge- meldet: Die Pforte gab dem englifchen Kabinete Er- kÉlärungen in Betreff der Entsendung der beiden türki- shen Kommissäre nah Egypten ab, welhe von leßterem als besriedigend angesehen werden. Jn Londoner gouvernementalen Kreisen hegt man überhaupt die Zuver- sicht, daß die egyptishe Frage auf gütlichem Wege gelöst werde. Die genannte Correspondenz meldet ferner: Die Pforte erhielt soeben einen Bericht Derwisch Paschas, in welchem angezeigt wird, daß die Führer der renitenten Albanesenstämme von Diakava das Gelöbniß der Treue abgelegt haben und daß damit die Ruhe in ganz Albanien hergestellt sei. Die Pforte hat den Muschir angewiesen, vor- läufig auf seinem Posten zu bleiben und seine Truppen auf die einzelnen Garnisonen zu vertheilen.

Aus Tripolis erfährt die „Morning Post“, daß seit der vor drei Monaten erfolgten Ernennung des neuen Gouverneurs die türkische Garnison, die kaum 3000 Mann stark war, durh acht Bataillone Jnfanterie (6400 Mann) 300 Mann Kavallerie, 100 Artillerister und drei Batterien Artillerie verstärkt worden. Auch seien große Quantitäten von Munition und Kriegsmaterial gelandet. Die Truppen zählten jeßt 10 000 Mann, und es verlaute, daß 12 000 Mann, die jeßt in Volo kampiren, im Laufe nächsten Monats nach Tripoiis gesandt werden sollen, da es in der Ab- sicht der Pforte liege, daselbst in so kurzer Zeit wie mög- li 30 000 Mann zu haben. Die Truppen seien höchst aktiv und manövrirten beständig. Mehrere Detachements seien nach Luara an der tunesishen Grenze gesandt, wo wichtige Befestigungen errichtet würden. Westlich von Tunis würden die Ueberreste der alten spanischen Citadelle beseitigt, und es entständen rash neue Festungswerke. Die Forts würden s\o- fort mit den neuen Krupp'schen Kanonen, welche bereits an-

ekommen seien, armirt. Die Militärbehörden requirirten ransporlwagen und Kameele. Trohÿ der Auferlegung einer neuen Zwangsanleihe von 100 000 Fr. zur Besoldung der Truppen sei der neue Gouverneur, Nazif Pascha, schr beliebt.

Numänien. Bukarest, 6, Oktober. (W. T. B.) Die Fürstin Josephine von Hohenzollern, die Mutter des Königs, wird heute von Schloß Sinaia hier erwartet. Die- selbe wird hier einen 14 tägigen Aufenthalt nehmen. Von der Stadt Bukarest und den Behörden wird der Fürstin ein glän- zender Empfang b-reitet, Die Hauptstraßen der Stadt sind bereits festlich ges{chmüdckt.

Serbien. Belgrad, 4. Oltober. (Wien. Z.) Kriegs- Minister Leschjanin hat ein Comité eingeseßt, das über die weckmäßige Organisation und einheitliche Entwicklung der ferbischen Armee, sowie deren Ausbildung nach den Prinzipien der modernen Tafktik berathen und die zur Realisirung dieses Zieles zu treffenden Anstalten feststellen sol. Das Comité, dessen Präsident General Belimarkovic ist, ist aus hohen Offizieren und Professoren der Akademie zusammengesetzt.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 6. Ok- tober. (W. T. B.) Das „Journal de St. Péters- bourg“ schreibt: Jndem wir uns an die offiziell bekannt ge- gebenen Erklärungen oon Staatsmännern halten, glauben wir, daß die Aufrechterhaltung des Status quo im Orient und des Friedens in der Welt deren wahres und alleiniges Bestreben ist, und daß, wenn bezüglich Egyptens oder anderweit Schwierigkeiten entstehen sollten, man dieselben durch das Einvernehmen der Mächte und nicht durch Abenteuerlihkeiten lösen würde von der Art, wie solche neu- lih die „Times“ predigte.

Dänemark. Kopenhagen, X Oktober. (Hamb. Corr.) Der Reichstag wurde heute vom Conseils-Präsiden- ten Estrup im Auftrage des Königs eröffnet, worauf die beiden Abtheilungen desselben, das Landäthing und olkething, sich konstituirten. Das Folkething wählte zum Präsidenten Krabbe mit 64 Stimmen und zu Vize-Präsidenten Berg und Högsbro mit resp. 51 und 36 Stimmen; das Landsthing wählte den Höchstengerichtsadvokat Liebe zum Präsidenten und zu Vize-Prä-

ter Konstituirun

sidenten Krieger und Kayser. Nah i l dent einen König

beiden Things verlas der Conseils-Präsi offenen Brief vom 21. September, durch welchen der Reichstag bis zum 29. November vertagt wird. Das Budget für 1882/83 wird dem Folkething in seiner nächsten Sißung, am 29. No- vember, unterbreitet werden.

Amerika. Washington, 5. Oktober. (W. T. B.) Der Vertheidiger Guiteau's ist hier eingetroffen und hat er- klärt, er werde die Vertheidigung darauf stüßen, daß Guiteau das Verbrechen im Zustande geistiger Störung begangen habe; er werde, um Zeugen herbeizuschaffen, einen Aufschub der gerihtlihen Verhandlung beantragen. j York, 5. Oktober. (W. T. B.) Die republi- kanishe Konvention des Staates New-York trat heute zusammen und wählte mit großer Majorität den Sena- tor Miller, dessen Wahl von den Anhängern Conklings be- =:mps}t wurde, zum Präsidenten. / 1 Beweis dafür, daß die Anstrengungen Conklings, die poli- tische Suprematie wiederzuerlangen, gescheitert sind. hielt eine Ansprache in versöhnlihem Sinne, in welcher er zur Unterstüßung des Präsidenten Arthur, über den er sich rühmend aussprach, aufforderte. Aldrieux, Republikaner, wurde zum Senator für Rhode-JFsla njd gewählt.

Afrika. Egypten. Kairo, 3. Oktober. ( Die Entsendung zweier türkischer Reg kommissare nah Egypten, eines Civilkommissars in der Person des Ali Fuad Bey und eines Militärkommissars in der des Generalstabs:Chefs Ali Nizami Pascha, welche heute hier bekannt geworden ist, hat in der politishen Welt eine lebhafte Bewegung, speziell in den dem Vizekönige Tewfik Pascha nahestehenden egyptischen Kreisen, große Unruhe hervorgerufen, - da verläßlihe Konstantinopler Meldungen besagen, daß die genannten Kommissäre Träger weitreihender Vollmachten des Sultans sind. Die geplante Einführung konstitutioneller ustände in Egypten betreffend, soll sich Scherif Pascha ent- inführung von Kammern bis auf neralräthe ins Leben zu rufen, aus denen ein Auss{huß gebildet werden soll, der mit dem Ministerrathe in Kairo zeitweilig die Geseßesvorlagen, ehe sie mit der Unterschrist des Khedive veröffentliht und zur Aus- führung gebraht werden, zu berathen hätte.

Diese Wahl gilt als ein

Wien. Z.) ierungs-

chieden haben, von der Weiteres abzusehen und Ge

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Kairo, Donnerstag, 6. Oktober. nachdem er persönli die Befehle des sih von demselben verabschiedet hatte, nach Onady abgegangen.

Oberst Arabi Bey ist, Khedive eingeholt und mit seinem Regimente

Annalen Meteorologie.

chen Seewarte. aiserlichen Mari

Maritimen ishen Amts und der Deut- Herausgegeben von dem hydrographishen Amt der ne. Natnter Jahrgang. 1881. Heft IRY. Oktober-Teifun 1880 ( E. Knipping. 11. Meteorologi Reiseberihten S. M. Kbt.

1) Reise von Apia bis Brisbane, April 1881. über Brisbane und Reise bis in die Torre 4) Reise von der Torres-Straße bis Timor, von Timor bis Aden, Juni und Juli 1881. Aus den M. S. „Freya“, Korv.-Kpt. von Lepel-Gnig. eibung der Paracel-Inseln.

Journalen bei der Deutschen Se Vergleichende Ueber Nordamerika und C Seewarte). Kleine hydrographif Kartenbeilagen.

Nr. 24 des Eisenbah gegeben im Königlichen Mini folgenden Inhalt: Allerhöchst und Betrieb einer normalspu tung von Creu Eisenbahn-

Hydrographi Organ des hydrograp

Inhalt: 29. September bis 4. Oktober). {e Beobachtungen. Aus den Korv. - Kapt. 2) u. 3) Bemerkungen s8-Straße, Mai 1881. Mai 1881.

„Nautilus“,

Reiseberichten el-C Vermessungen und Eingänge von meteorologischen ewarte im Monat Mai 1881. siht der Witterung des Monats Juni 1881 in Mittheilung von der Deutschen Tabellen.

entraleuropa. l che Notizen.

n-Verordnungs-Blatts, heraus- sterium _der öffentlichen Arbeiten, hat e Konzessions-Urkunde, betr. den Bau rigen Eisenbahn untergeordneter Bedeu- thal nah Hilchenbah durch die Bergisb-Märkische i Gefellsbaft. Vom 31. August 1881. nisters der öffentlichen Arbeiten : Vorschriften für die gegenseitige 2c.; vom 16, September 1881, betr. des in Gemäßheit des Allerhöchsten (G. S. S. 313) mit dem 1. Oktob der Königlichen Eisenbahn-Direktion zu Berl lichen Eisenbahn-Betriebsar betr. Anstellung von tember 1881, betr. Behandlung des Rei vom 27. September 1881, betr, die miß Dampfpfeifen der Lokomotiven; vom Uebernahme schiedêrichterlicer Funktionen durch ecisenbahn-Verwaltung. Nachricten.

Erlasse des Mi- vom 15. September 1881, betr. Wagenbenußung der Staatsbahnen bgrenzung des Geschäftsbezirkes Erlasses vom 18, August d. J. J. ins Leben tretenden, von Derlin ressortirenden König- ntes zu Berlin; vom 19. September 1881, Regierungs-Mascinenmeistern ; vom 20. S egepâcks bei Netourbillets ; »räuchlihe Anwendung der 28, September Beamte der Staats-

Statistische Nachrichten.

_ Das Kaiserliche statistishe Amt veröffentliht im Au Ztatistik des Deutschen Reichs Zusammenstellungen über die unfälle an der deutschen Küste und die Verun deutscher Seeschiffe im Jahre 1880, won die Seeschiffahrt ganz besonders

Zahl der amtlich be ahre 1880 vorgekomm 235, welche (bei 36 Kollisionen) 271 Sciffe hebungen des vorherge betroffene Schiffe, und gedachten Ziffern nur im Jahre 1875 überho 152 Unfälle und 170 betroffene Scbiffe im Jahre 1880 an den deutschen Küste worunter der deutschen Flagge 24 angehörten, sind 126 gestrandet, 9 Kollision gerathen und 33 von son ingen 112 und the

gustheft zur Sciffs- lückungen Ire h diejes Jahr für efährlih und verlustbringend gewesen annt gewordenen, an der deutschen fälle beziffert sich auf

enden Jahres ergaben 143 Unfälle und 166 rückwärts sind die lett- holt worden, in welchem rale purden, S n verunglückten 271 Sciffen, Dampfschiffe und 152 Segel gekentert, 31 gesunken,

en Unfällen betroffen worden. H [weise beshädigt wurden 104 ‘lieben bei diejen Unfällen unbeshädigt und von sgang des Unfalls unbekannt geblieben. nd dabei, soweit ermittelt, 58 verloren gegangen.

eträchtlihen Vermehrung und des unglücklichen Verl unfälle im Jahre 1880 sind vorwiegend die orkanar Monaten Oktober bis Dezemb en, und von denen diejenigen am 20. und 21, ftober bis 1. November, vom 9, bis 1

Küste im Ï enen Schiffzun

is zum Jahre 1873

Total verloren Sciffe, 41 Schiffe

14 ift der Au Menschenleben

Die Ursache der aufs der Schiffs- tigen Stürme ge-

wesen, welche in den er an den deut-

chen Küsten herrs{t ftober, vom 29, O und am 25. und 26, Dezember die

waren.

Die Zahl der bis _Verunglücckung beträgt 223 mit cinem

L 1. Dezember {limmsten und verlustreihsten

jeßt angezeigten auf das Jahr 1880 entfallen- en (Totalverluste) deutsher Seeschiffe Gesammtraumgehalt von 45 300 Re netto. An Bord dieser Schiffe befanden sich 1556 Mann

und 49 Passagiere,

von welchen ann der Besatzung und

11 Passagiere ihr Leben verloren. Der Art der Verunglückung nah ingen im Jahre 1880 verloren 118 Schiffe durch Stranden, 4 durd entern, 27 durch Sinken, 4 dur Verbrennen, 35 dur {were Be-

\chädigungen und 10 durch Kollisionen, 25 Schiffe sind verscbollen.

194 von diesen Schiffen mit einem Raumgehalt von 39 286 Register-

tons waren beladen, in Ballast oder leer 29 Sciffe mit einem Raum- ehalt von 5474 Registertons. Die größte Zahl der Verunglückungen

(149 Schiffe) fand in der Ostsee und Nordsee, bezw. an deren Küsten

statt, der demnächst größte Verlust trifft auf den atlantischen Ocean

(38 Schiffe), dann folaen der indische Ocean (12 Schiffe) und der:

englische Kanal (5 Schiffe).

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

In seiner Vaterstadt Halle starb am 4. d. M., Abends, der als Dichter bekannte Verlagsbuchhändler Dr. Gustav Schwet\chke (geb. am 5. April 1804).

Am Montag, den 24. Oktober d.!J., und den folgenden Tagen, von 10—2 Uhr, gelangt hierselbst im Kunst-Auktionshause, Kochstraße 29 Saal TII. durch den Königlichen und städtischen Auktionskommissa,

. Lepke eine höchst werthvolle Sammlüng von Abbildungen,

lugschriften und Büchern zur Geshichte Berlins und der Mark Brandenburg sowie anderer Theile des preu- ishen Staates zur Versteigerung. Der Katalog, der :ber diese

ibliothek vom Buchhändler Cohn angefertigt worden ist, „umfaßt 1507 Nummern und zwar unter folgenden Rubriken: I. Abbildungen und Flugblätter in 265 Nummern: (1) Ereignisse, in 91 Nummern; 2) Pläne, Ansichten, Bauten, Denkmäler, in 174 Nummern) ; II. Druck- E in 1241 Nummern und zwar: A. Berlin in 817 Nummern : (1) Berliner Drucke des 16. Jahrhunderts, in 18 Nummern; 2) zur Geschichte Berlins im Allgemeinen, 64 Nummern; 3) Biographien und Berliner Familien betreffende Schristen, 169 Nummern ; 4) Feste, Ceremonien, Unglücksfälle, 75 Nummern; 5) Ritter- orden, Hofceremoniell, Militarig, 26 Nummern; 6) Aka- demien, Schulen, Stiftungen, Gesellschaften, 32 Nummernz N Kirchengeschichte, Theologie, 54 Nummern; 8) die Bee

efügie's betreffende Schriften, 32 Nrn. ; 9) Buchdrucker-, Gelehrten- und Literaturgeschichte, Bibliotheken, 36 Nrn.; 10) Kunst und Künstler, Baugeschichte 2c., 60 Nru.; 11) Wissenschaften, Gewerbe, De, 23 Nrn.; 12) Sitten, Verbrechen 2c., 33 Nen.; 13) Ka- ender und Taschenbücher, 47 Nrn. ; 14) Zeitschriften, 23 Nrn. ; 15) Belletristik, Schriften von Berliner Autoren, 127 Nrnu.); B. Die Mark Brandenburg (215 E C. der preußische Staat, und zwar: 1) der preußishe Staat überhaupt (31 Nrn.); 2) die Prov. Pom- mern (9 Nrn.); 3) Ost- und Westpreußen (80 Nrn.); 4) Prov. Sachsen (20 Nrn.), nebst 6 die Salzburger betr. Schriften; 5) Prov. Schlesien (11 Nren.). 111. Varia und Nachträge (43 Nrn.) Die vorliegende Sammlung, die Frucht eifrigen, durch Geschmack und reiche Kenntniß unterstüßten Sammelfleißes, wurde in einer weit ent- legenen, solhem Streben noch günstigeren Zeit und unter günstigen Umständen zusammengebraht. Daher begegnen wir in ihr in Menge den größten Seltenheiten, wie ein Blick in jede beliebige Abtheilung des Katalogs ergiebt. Hier wollen wir nur auf wenige unter ihnen hin- deuten, wie z. B.: Thurneissers Prognosticon f. d. J. 1573—1575, Berliner Dru v. 1573; die ältesten auf Berlin bezüglichen Ab bildungen a. d. J. 1592 u. 1595; das preuß. Krönungêwerk von 1701; Begräbniß der Königin Sophie Charlotte, 1705, das \{chönste Werk dieser Art, von Wolffgang gest, Prachtexemplar ; Sarkophag Königs Friedrih T. von Andr. Schlüter, prachtvolle Originalzeich- nung; lan von Berlin (ca. 1640); Bröbe's Prospect der Palläste und Lustshlösser S. K. M. in Preußen, 1733, 47 Bl, Pracht- eremplar; Berliner Dructe des 16. Jahrh., darunter das erste in Berlin gedruckte Buch (1540); Newe Zeitung von Berlin, 1614 und gleichzeitige, darauf bezügliche Schriften ; Königs Versuch e. histor. Schil- derung von Berlin, 1793—99, 7 Bde., komplet; Schedels Buch der Chroniken, 1493, das früheste Druckwerk, in welchem Berlin erwähnt wird. Daselbst befindet sich auf Bl. 279 folgende Stelle: „Die Brandenburgischen werden in zwu marck getaylt. eine die alt. die ander die new genant. durch die alten marck rynnet die Elb. daran liegen die stett Stendl Gadeln Soltwedel vnd Ostroburg. Die newen marck taylet der flus} Ader genant. daran ligt Franckfurt ein reiche kawfmansstatt. Ein andrer flu} Spredo genant befeuchtigt auch dise gegent. daran ligt die statt Ber- [lyn. Item ein andrer flu} hortel genant tailt die statt Brandem- burg von dannen die marck iren namen hat in zwu \tett. der eine haist die alt vnd die ander die new.“ Ferner werden viele Berliner Flug- und Gelegenheitsshriften aus dem 17. Jahrhundert erwähnt, die fast sämmtli unbekannt sind; weiterhin ein Ablaßbrief von 1481 zu Gunsten der Johanniter-Ordens-Ballei Brandenburg, gleichfalls gänzlich unbekannt, vermuthlich das früheste Druckwerk der Mark Brandenburg. Außerdem sind seltene Schriften, welche die französische Refugies betreffen, seltene Berliner Zeitschriften, der erste Berliner Adreßkalender von 1704, das Ceremoniale Brandeuvurgicum v. I. 1699, endli mehrere seltene Schriften, das Haus Hohenzollern, die Mark im Allgemeinen und märkishe Ortschaften im Besondern betreffend, aufgeführt.

, Die am 8, Oktober d. J. erscheinende Nr. 1997 der „I llu- strirten Zeitung“ (Leipzig, I. J. Weber) enthält folgende Abbildungen: Die Hochzeitsfeierlihkeiten in Karlsruhe. 4 Abbil- dungen: 1) Die Einsegnung des Großherzoglichen Jubelpaars in der Schloßkirche. Originalzeihnung von H. Lüders, 2) Das neuvermählte Kronprinzlide Paar von Schweden und Norwegen. 3) Das G os herzoglidbe Schloß in Karlsruhe. 4) Die Trauung des Kronpcinz- lichen Paars in der Stbloßkirhe. Originalzeibnung von H. Lüders. (Zweiseitig.) Das Kaiserfest der Provinzialstände zu Kiel: Das

euerwerk im Kieler deen. Originalzeihnnng von G. Marx. er Bergsturz von Elm im Kanton Glarus am 11. September. Nach der Natur gezeibnet von F, Weber. Prinz Friedrich der Niederlande, + am $ September, Eine Manöverscene: Marsch- Mars! Originalzeihnung von C. Ko. Kuriositäten aus den Gebieten der Heraldik, Sphragistik, Numismatik 2c. : Mittelalterliche Siegeltypen. V. Abbildung eines W unders des heil. Dominicuë. Moden: Menuhalter. Polyte{nis{e Mittheilungen: Turbinen- ventilator. Dampfstraßenwalze.

—- Die neueste Nummer 40 des Deutschen Familienblatts a von J. H. Schorer in Berlin. Preis pro Quartal 1,60 at folgenden Inhalt: Zwischen zwei Todsünden, Novelle von Levin Schücking. Landéknechtéleben von Adolf Frey (zu dem Pl Sargen Bilde). Die Ueberanstrengung der Schüler, von aul Julius Möbius, —— Das Palais es Deutschen Kaiserpaares, von E. v. Hobenhausen, mit Jlluftrationen. Wuns, von R. Baumbach. Plauderecke: Deutshe Namen im Auslande. Die Erfindung des Weins. Gewissenhaftigkeit. Auf dem Straßen- pflaster. Zahme Papageien. Telegraphishes. Eine Reminis- zenz an Fuad Pascha. Unsere Künstler. Amerikanisd, olzshnitte: Landsknechtéleben, von E. Hildebrand. Rettung aus iffbruch, von Rudolf Jordan. Kaiser Wilhelm in seinem Arbeitszimmer. An der Grenze, Zeihnung von Karl Gehrte. e die nächsten Quartale werden ferne angekündigt: Romane und Novellen von Vely (Herodias), Jensen rin Traum). M. von Ebner Eschenbach, K. Telmann, E. O. Hopp, Albert Lindner, Theodor Fon- tane, Gerhardt von Amyntor, A. von Winterfeld, L, von Feançols, E. Junker, L. von Vincenti u. \. w. An unterhaltenden und belehrciden Artikeln sollen erscheinen: „Das römische Ghetto*, „Die Vehmgerichte in Westfalen“, „Die Unholdinnen der europäischen chlangenfauna*, „Zur Afrikaerforshung“ von Oskar Lenz und von Gerhard Roblfs, „Die neuere Taktik“, „Beethovens Pylades“, „Yankeetricks“, „Russen und Mogs- kowiter“, „Kriegsgeschichtlicbe Streisobge „Deutsche Ehre und deutshe Schande in Amecrika*, „Die Anforderungen der Schule an unsere Kinder“, ¿Englisches und deutsbes Schulwesen“, „Die heimi- schen E im Winter“, „Kiemgauer Volkstypen“, „Das Idol der Feinshmecker“, „Unter dem Sterxnenbanner“, „Das neue Heim des österreichisben Kronprinzenpaares“, „Freiheiten und Privilegien der russischen] Ostsceprovinzen“, „Astronomishe Briefe“ u, #, w. Die Abonnenten des „Deutschen Familienblatts* erhalten als

Gratisprämie das befannte Autcgraphen-Album des Deutschen Reiches „Aus Sturm und Noth“ (Verkaufêpreis 5 6), während ein Viertel- jahr es nur 1,60 Æ oder ein Heft (jährlih erscheinen 26) 30 ostet.

a K. F. Köhler s Antiquarium in Leipzig, das ein rei- haltiges, fast alle Wissenschaften betreffendes antiquarisches Bücher- lager umfaßt, macht soeben bekannt, daß ganze Bibliotheken und einzelne werthvolle Werke, insbesondere aus den Fächern der Sprach- wissenschaft, der Geschichte und der Naturwissenschaften zu angemesse- nen Marktpreisen dort gekauft werden.

Land- und Forstwirthschaft.

Cassebruch, 4. Oktober. (Wes. Ztg.) Ju die Klagen über das s{lechte Jahr stimmt \{ließlich auch der Imker mit ein. Nun die Stöckte gebrochen werden, stellt sich meistens eine traurige Leer- heit von Honig heraus. Die erste Hälfte des Sommers ließ ein ausgezeichnetes Honigjahr vermuthen. Bei dem fortwährend \{önen Wetter, das nur so zu sagen „auf Stunden“ von einigen Gewittern unterbrochen wurde, holten die Bienen aus all den tausend Blumen ganze Lasten heim. Die zweite Hälfte des Sommers hat aber all die s{önen Hoffnungen zum größten Theil wieder zunichte gemacht. Jupiter Pluvius gedachte unserer in gar zu \plendider Weise. Die Bienen mußten die meiste Zeit zu Hause blei- ben und zehrten dabei selbstverständlih ein gut Theil des Vorraths wieder auf. Im Buchweizen und in der Haide ifl dieses Jahr ein Werth unbenußt sigen geblieben, der vielleiht nah Millionen zählt. Sah man sonst, wenn man dur die Haide ging, diese wie einen rothblumigen Teppich zu seinen Füßen ausgebreitet liegen und sih von unzähligen Honigsammlern umshwärmt und um- summt, so bot sie in diesem Jahre ein Bild der traurigsten Oede, und nur äußerst selten hörte man den \{hwirrenden Flug der kleinen sonst so fleißigen Thierhen. Nur solche Bienenstände, die eine sehr geshüßte Lage gehabt und wo die Bienen zudem eine „kurze Flucht“ hatten, d. h. cine günstige Nachbarschaft gut honigender Pflanzen, nur solche haben noch einen die Mühe lohnenden Ertrag geliefert. Im Allgemeinen ist indessen der Ertrag noch hinter dem des verflossenen Jahres ziemlich weit zurückgeblieben.

Gewerbe und Handel.

In der Generalversammlung der Chemniter Werkzeug- maschinenfabrik vom 4. d. M. wurde der Direktion Decharge ertheilt und der Vorschlag derselben, von dem erzielten Nohgewinn 238 343 M zu Abschreibungen zu verwenden, 3000 M. den beiden Stellvertretern des Gencraldirektors als Tantieme zu bewilligen und den hiernach verbleibenden Reingewinn „mit 28691 M per Saldo auf neue Rechnung vorzutragen, genehmigt. O

Die „New-Yorker Hdls.-Ztg.“ äußert sich in ihrem vom 23, September datirten Wochenbericht über die Geschäftslage folgendermaßen: Das Geschäft am Waaren- und Pro dufkten- markt war ziemlih ruhig. In Brodstoffen, namentlih Weizen und Mais, ift für Export in olge der immer noch zu hohen Preis- haltung des Marktes wenig gehandelt worden; Getreidefrachten fan- den daher wenig Beachtung und für volle Ladung wurden nur vier Fahrzeuge genommen. Petroleumfrachten waren etwas matter. Baumwolle in disponibler Waare war in den leßten Tagen, nachdem Preise auf 117 für middling upland gewichen waren, etwas animirter; Termine fluktuirten lebhaft „und holten einen Anfangs er- littenen Rückgang nicht allein wieder ein, sondern sind bei Schluß höher als vor einer Woche. Für Rio Kaffees ist die Stimmung etwas flauer gewesen, west- und ostindische Sorten verkehrten dagegen in fester Haltung. Der Zuckermarkt war Anfangs still, in den leßten Tagen aber animirt und für einzelne Sorten höher. Schmalz {ließt nach häufigen Fluktuationen Ras und Nind- fleisch hatten stilles Geschäft, während für Talg bei guter Export- frage ein weiterer Avanz etablirt wurde. Raffinirtes Petroleum ist unverändert fest für loco und Oktober, aber schwächer für Winter- Termine. Terpentinöl war ruhig, aber sehr fest; far verkehrte in steigender Tendenz. Der Hopfenmarkt blieb ruhig. Einheimische wie fremde Manufakturwaaren hatten stilles Geschäft. Der Import fremder Webstoffe für die heute beendete Woche beträgt 3 129 874 Doll. gegen 2 309 767 in der Parallelwoche des Vorjahres.

Frankfurt, 5. Oktober. (W. T. B.) Die Frankfurter Bank hat den Diskont auf 53 9/6 erhöht. |

London, 5. Oktober. (W. T. B.) In der gestrigen Woll - auktion waren Preise unverändert. i

London, 6. Oktober. (W. T. B.) Die Bank von England hat heute den Diskont von 4 auf 5/9 erhöht.

Verkehrs-:Anfstalteu.

New-York, 5. Oktober. (W. T. W.,) Der Dampfer „Holland“ von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) ift hier eingetroffen.

Berlin, 6. Oktober 1881.

Preußische Klasfsentotterie, (Ohne Gewähr.) Bei ver heute beendigten Ziehung der 1. Küasse 165. Königlich preußischer Klassenlotterie fielen : 1 Gewinn von 9000 # auf Nr. 88 109.

1 Gewinn von1500 46 auf Nr. 90 286. 2 Gewinne von 300 F auf Nr. 3735, 11 806.

————_——

Amitlive Berit aus den Königlichen Kunstsammlungen.

(Aus dem Jahrbuch der Körniglih preußis{en Kunstsammlungen,

2. Band, 19 Heft. Berlin 1881, Weidmannsche Buchhandlung.

Das Jahrbuch der Königlih preußischen Kunstsammlungen erscheint vierteljährlich zum Preise von 30 K für den Jahrgang.)

I, Königliche Museen.

A. Gemäldegalerie. I

In dem Vierteljahr vom 1. April bis zum 30, Juni 1881 sind folgende Gemälde erworben worden:

1) Nr. 948 B. Wilhelm Kalf, Stillleben. Auf der runden Mar- morplatte cines Tisches, welde rechts mit einem zurückges{hobenen Teppich bedekt ist, steben verschiedene Trinkgefäße neben einer Delfter Sale; auf dieser eine Orange und zwei Citronen, von denen die eine zum Theil geshält. Dunkler Grund. Leinwand; h. 0,68, br. 0,57. Treffli erhalten. Gutes Werk des in seiner Gattung her- vorragenden und bisher in der Galerie niht vertretenen Meisters.

2) Nr. 448B. Claude Lorrain, italienishe Küstenlandschaft.

ur Linken die Ruinen eines korinthishen Tempels, zu dem eine Än Bogenbrücke führt; hinter der Brücke eine Baumgruppe, weiter zurück ein Hügel mit Baulichkeiten. Ganz rechts ein Zelt, an einem Baum und Jon aufgespannt, Jn der Mitte weiter zurück ein Wald- und Weidegrund mit einigen Hirschen: in der Ferne eine weite Meeresbucht mit Schiffen, zur Rechten von Bergen abge- \{lossen. An der Brücke vorn ein Schäfer, die Flöte spielend, neben einer sitzenden Schäferin. Jn duftig sonniger Beleubtung (Morgen- liht). Die iguren (na dem Katalog Marquis de la Ganay) von flip o Lauri,. Bezeihnet CLAVDE “st IN F ROMAE “‘ 1642 (A und V, fowie M, A und E ver- bunden). Leinwand; h. 0,97, br. 131. Sebr gut erhalten. Im Liber Veritatis Nr. 64, Beschrieben bei Smith, catalogne rai- sonné etc. VIII, 225. Smith bemerkt: „This bighly estimable icture was painted for a person at Paris“; alsdann in den

ammlungen Lord Scarborough und W. Smith Esq. im Jahre 1818 von Mr. Buchanan an den Grafen Pourtalès verkauft, in dessen berühmter Sammlung es bis 1865 war, Erworben aus der

Sammlung des Marquis de la Ganey, der das Bild 1865 aus der Auktion Pourtalès erstanden hatte. Der Meister war bisher mit einem unzweifelhaften Bilde in der Galerie niht vertreten. Die große Landschaft Nr. 248, wele seit längerer Zeit den Namen Claude Lorrain trägt und aus der Samm- lung Giustiniani stammt, war in dieser als Swanevelt bezeichnet und HaNe Biesen Namen noh in der ersten Ausgabe des Galeriekatalogs von 3

, 3) Nr. 664B. Adam Elsheimer, Rundbild: der heilige Martin seinen Mantel mit dem Bettler: theilend; in baumreicer Landschaft. Kupfer, Durchmesser 0,21, Gutes Werk des Meisters, vortrefflich erhalten. „Der wichtige Meister war bisher abgesehen von einer alten Kopie, die früher als Original galt nur mit einem nicht bedeutenden Vildchen vertreten, das neuerdings aus dem Kupferstich- fabinet in die Galerie herüber genommen worden ift.

II.

, „Der Umbau der Galerie war Anfang April soweit gefördert, daß die beiden übrigen nördlichen Oberlichtsäle, von fünf Kabinetten ge- bildet, zur Aufstellung der Gemälde übergeben werden konnten. Ende Juni war der sogenannte Sobirratawberfde Saal (Eingangsraum) in der inneren Ausstattung soweit beendet, daß er gleichzeitig mit den übrigen Sälen wieder zugänglich wurde. Die neue nun erforderliche Umstellung umfaßte einen großen Theil der Sammlung.

In den beiden neuen Sälen erhielten die italienishen Meister des Quattrocento eine ihrer würdige Aufstellung, zum Theil freilich nur provisorisch, da kleinere Bilder später in den Kabinetten ihren Plaß finden werden. Es konnten bei dieser Gelegenheit folgende Bil- der, die früher in den JInkunabeln-Räumen oder im Depot unter- gebraht waren, mit aufgenommen werden:

s a Ubr Lege aen 3 H

r. . Umbrishe Schule (früher Rocco Zoppo genannt),

Geburt Christi.

Nr. 132. Gio. Battista Bertucci (?), früher Pinturicchio ge- nannt, Anbetung der Könige.

Nr. 139, Giovanni Santi, Maria mit Heiligen.

Nr. 140 A. Derselbe, Maria mit Kind.

Nr. 1055. Andrea del Castagno, Maria mit dem Leichnam Christi, zwischen A

Nr. 1065. Art des Filippo Lippi (früher Benozzo Gozzoli ge- nannt), Verkündigung.

Nr. 1087. Marco Palmezzano, Maria mit Heiligen.

Nr. 1129. Derselbe, Kreuztragender Christus. l

„Nr. 1132 und 1133, Art des Botticelli, Aus der Geschichte des Julius Caesar.

Nr. 1139. Andrea del Castagno, Hl. Hieronymus.

Nr. 1141. Florentinische Schule (früher Schule von Siena ges A Hl. Antonius.

r. 1165. Luigi Vivarini, Maria mit Heiligen.

Nr. 1170. Marco Zoppo, Maria mit Heiligen. 8

Nr. 1182, Schule von Padua, Maria mit Heiligen.

Außerdem aus dem alten Magazin (bei Bildung der Galerie im Jahre 1830 ausgeschlossen):

Nr. 304. Schule von Padua, Maria mit dem Kinde.

_ Nr. 54A. Melozzo da Forli, Seitenstück zu Nr. 54 (siehe die früheren Berichte).

Nr. 112A. Schule von Ferrara, Maria mit Heiligen.

Endlich das von Herrn F. C. Robinson in London geschenkte Gemälde: j

„Nr. 26A. Jacopo de’ Barbari, Madonna mit Heiligen und Stifterin, und das {on im vorigen Quartalberihte erwähnte Rundbild: Nr. 95A. Francesco Pesellino, Anbetung der Könige.

Diese Aufstellung war Ende Juni vollendet und konnte die ganze Reihenfolge der Säle am 30, Juni wieder eröffnet werden.

Da gleichzeitig. der ganze östliche Flügel, sieben Kabinette um- fassend, geräumt werden mußte, um auf dieser Seite den Umbau fort- zuführen, so waren die besten Gemälde aus der italienischen und französishen Schule sowie die Niederländer des XVII. Jahrhunderts, welche noch in den sogenannten Suermondt-Kabinetten ihren Platz hatten, soweit möglih auf dem westlichen Flügel unterzubringen. Jn dem ersten an die Säle anstoßenden Kabinet wurden die Bilder Raphaels und eine kleine Anzahl auserlesener Stücke des Cinque- cento aufgestellt; aus dem letzteren noch einige hervorragende Werke in dem zweiten Kabinet, wozu- die besten spanischen und französishen Gemälde des XVII. und XVIII. Jahrhunderts kamen; in dem dritten endlich die auserlesenen Stücke der niederländischen Schule. Außerdem wurden in den vier übrigen Kabinetten noch eine Anzahl einzelner treflicher Gemälde (von der A IO dem alten Bestand der holländischen Bilder passend eingefügt.

Auch die Depots mußten wieder eingeräumt werden. Bei der wachsenden Anzahl der aufzubewahrenden Bilder und den wenigen verbleibenden Räumen. war es diesmal besonders \{wierig, alle Bilder unterzubringen. Erst nah vollendetem Umbau des östlichen Flügels, der die eigentlichen Depoträume enthalten soll, wird es mögli sein, die nit öffentlich ausgestellten Bilder in einer bestimmten Ordnung und sämmtlich zugänglich unterzubringen.

Jul. Meyer.

(Fortsetzung folgt.)

Charlottenburg, 5. Oktober. An die gestrige General - versammlung des Pestalozzi-Vereins {loß sich ein Diner, bei dem der erste Toast Sr. Majestät dem Kaiser und der zweite dem Kultus-Minister Dr. von Goßler galt, Es wurde beschlossen, folzendes Telegramm an Se. Excellenz abzusenden: „Die zu Char- lottenburg tagende Generalversammlung des Provinzial-Lehrer-Ver- bandes der Provinz Brandenburg entsendet den ehrerbietigsten Gruß ihrem hohen Vorgeset;.ten.“ Hierauf traf heute folgendes Antwort- telegramm ein: „Besten Dank für den freundschaftlihen Gruß von gestern Abend, welcer, als der erste aus dem Kreise der Volké- \cullehrer, mih besonders wohlthuend berührt hat und dessen Wunsch für cinen gedeihlichen Abschluß der heutigen wichtigen Be- rathung. v. Goßler.“ Heute Morgen fand zunächst die Dele- girtenversammlung des Verbandes statt, die sich fast aussc{ließlich mit inneren Vereinsangelegenheiten beschäftigte, Dem in dieser Ver- sammlung erstatteten Jahresberiht zufolge ist die Mitglieder- zahl des Verbandes seit der vorjährigen Generalversamm- lung von 658 auf 1420 gestiegen. Die Einnahmen des Vereins be- trugen im verflossenen Geschäftsjahre 1967 4, die Ausgaben 900 M, der gegenwärtige Kassenbestand 1067 K. Die eaT fasse zählt gegenwärtig 1600 Mitglieder, das zermögen dieser Kasse beträat 18000 f Zu erwähnen is, daß Berlin nicht zum Provinzialverbande gehört; die Berliner Lehrer be- theiligen sich nur zum Theil als Gäste an den Provinzial-Lehrer- versammlungen. Der Delegirtenversammlung folgte die General- versammlung des MEB na eyrervero s Dieselbe wurde unter sehr zablreiher Betheiligung heute Vormittag gegen 10 Uhr im großen Saale der „Flora“ mit Gebet und dem Gesange: „O heiliger Geist kehr’ bei uns ein“, eröffnet. Den ersten Gegenstand der Tages- ordnung bildete ein Vortrag des Lehrers Meihow (Plötensee) über : „Welche Aufgabe hat die Schule, angesichts der wachsenden

ahl der Verbrecher, insbesondere der jugendlichen, zu erfüllen ?“ ierauf sprach noch Lehrer Seifge (Joachimsthal) über das Thema: „Wie kann der Unsittlichkeit der Jugend entgegengearbeitet werden ?

Breslau, 4. Oktober. Heute wurde die Gewerbe- und pudubrie - Ausstellung mit einer entsprechenden Feier ges{lofsen. er Ober-Präsident von Seydewitz rictete hierbei, der „Schles. Ztg.

zufolge, nastehende Ansprache an die Versammlung: „Meine Herren ! ie Erwartung, die ih bei Eröffnung der Schlesischen Gewerbe- und Industrie-Ausstellung vor nunmehr 5 Mo-

naten ausf\prechen durfte, die Erwartung, daß dieselbe ein Zeugniß fein werde von den erfolgreihen Schritten, die Gewerbe, Industrie und Kunst in unserer Provinz auf der Bahn einer gedeiblihen Ent- wickelung gemacht, hat sich voll und ganz erfüllt, wie Sie aus den Worten des Herrn Aus\cußvorsißenden soeben ausführlich vernom- men. Industrie und Gewerbe unserer Provinz haben si in ihren Leistungen als ebenbürtig denjenigen anderer Provinzen und Länder erwiesen, ja, es darf mit Befriedigung ausgesprochen werden, sie haben dieselben in vielen Zweigen überholt.

Die Ausstellung, die unter bewährter Leitung einen sehr günsti- gen Verlauf genommen, hat nach dieser Richtung ihre Aufgabe alüd- li gelöst, sie hat aber auch zu neuem Streben, neuem Eifer ange- regt und Anknüpfungen vermittelt, welche einen bleibenden Nußen verheißen. So mögen si denn alle berechtigten Wünsche erfüllen, die sih an diese Ausftellung knüpfen.

Hiernach erkläre ih die diesjährige Schlesishe Gewerbe- und Industrie-Ausstellung für geschlossen, thue das aber nicht, ohne unse- ren tiefempfundenen Gefühlen der Ehrfurcht und Dankbarkeit gegen den erhabenen Förderer und Beschübßer aller Werke des Friedens Ausdruck zu geben, indem ih Sie bitte, einzustimmen in den Ruf :

„Se. Majestät der Deutsche Kaiser, König Wilhelm von Preußen

lebe hoh, hoh, hoch !“

Rom, 6. Oftober. (W. T. B.) Nach eincr offiziellen Meldung

hat das italienische Transport\cchiff „Europa“ die Reise nach Batavia ohne Hindernisse fortgesetßt.

Da im Friedrih-Wilhelmstädtishen Theater die Operette „Der Gascogner“ noch immer prosperirt, so ist die Direk- tion genöthigt, um neuen Kräften Gelegenheit zum Auftreten zu geben, die Damenpartien abwechselnd zu beseßen; es wird daher morgen, Sreitag, die Rolle der Cascaritta dur Frl. Nitsh und am Sonn- abend die der Herzogin Mary durch Frl. Erdösy vertreten sein.

Literarische Neu1gkeiten und periodishe Schriften.

Preußisches Verwaltungs-Blatt. Wochenschrift für Verwaltung und Verwaltungsrehtspflege in Preußen. Herausgeber: Dr. jur. Binscel. Verlag und Expedition: Otto Drewißz in Berlin N., Monbijou-Plaß 10. Jahrgang 111. Nr. 1. Inhalt: Inse- rate unsittliben Inhalts. Polizeilihe Verwahrung von der Brand- stiftung Verdächtigten. Gutsherrlihes Lehrerberufungsrect. Bestra- fung der Schulversäumnisse. Magistrat und Rechnungsrevisions- kommission der Stadtverordneten. Dem Armenverbande zu erstat- tende Auslagen für ärztliche Behandlung und Medikamente in Fällen ansteckender Krankheit. Uebernahmeantrag nab S. 31 des R.-U.-W.-G. Bemessung des Umfanges der nach $. 62 Absatz 1 des R.-U.-W.-G. einem Armenverbande zustehenden Erstattungsanspruchs. Rechtsweg über Vertheilung kirchliher Baukosten. Festseßung der Stauhöhe des Wasserstandes. Befugniß der Polizei- und Sicherheitsbeamten :ur Vornahme von Verhaftungen. Nechtmäßige Amtsausübung im Sinne von $. 113 Reichs-Strafgeseßbuches. Gegenseitiges Verhältniß der S. 113 und 114 Reichs-Strafgesetzbuches. Pfand- und Retentions- recht des Vermiethers. Herbeiführung gemeingefährlicher Ueber- s{wemmung. Hausiren mit Bezugsscheinen für Lotterieloose. UÜeber- tretung des $. 9 Preußischen Preßgeseßes vom 12. Mai 1851; Pla- katenwesen. Einrichtung von Kellerräumen zu Wohnzwecken. Wochen- marktordnung. y

Deutsche Heeres-Zeitung. Organ für Offiziere aller Waffen des Deutschen Heeres und der Marine. Nr. 79, Inhalt: Abhandlungen, Aufsätze 2c.: Die Militär-Brieftauben in Spanien (Fortseßung). Die Eisenbahnen Frankreichs und Deutschlands und deren strategische Leistungsfähigkeit. Deutsches Reich : Mittheilungen aus der Armce. Ausland: Militärishe Mittheilungen: Oesterreich. Frankreich. Schweden. Mittheilungen aus der Presse: Oecster- reih. Frankrei. Italien. England. Literatur. Ver- mischtes. Familiennachrichten. Anzeigen.

Deutsche Bauzeitung, Verkündigungsblatt des Verban- des deutscher Architekten- und Ingenieurvereine, Redacteure K. E. D. Frits{ch und F. W. Büsing, XV. Jahrgang, Nr. 80, Inhalt: Zur Frage über Anwendung von Sceitelscharnieren bei eisernen Bogenbrücken. Vermischtes: Gasheizungea für Kirchen insbes. die Kosten derselben. Neuheiten für den inneren Ausbau. Vortheilhaftere Form gußeiserner Chausseewalzen. Patentirte Sicherheitswinde. Pr. Zereners Antimerulion. Auszeich- nungen von Fachschulen auf der Allgemeinen Baugewerklichen Aus- stellung zu Braunschweig 1881. Patent- und Musterschutz-Ausstol- lung zu Frankfurt a. M. Von der Handwerkershule zu Berlin. Personalnachrichten.

Baugewerks- Zeitung. Organ des Verbaudes deutscher Baugewerksmeister. Zeitschrift für praktisces Bauwesen. Redaktion und Verlag von Bernhard Felis, Baumeister in Berlin. Nr. 78. Inhalt : Die allgemeine baugewerblihhe Ausstellung Braunschweig. Be- weglihe Rüstung. Hängegerüste. Vereinsangelegenlciten. Scbulnachrichten, Bauverhältnisse, Bauaussichten, Löhne, Mieths- verbältnifse in verschiedenen deutshen Städten. Lokales und Ver- mischtes 2c. N :

Nr. 79. Inbalt: Gütershuppen der Lagerhaus-Gesellschaft in Bremen. Die württembergishe Landes-Gewerbeauéstellunq. Die allgemeine baugewerbliche Ausstellung Braunschweig. Sozia- les. Bauverhältnisse, Bauaussichten, Löhne, Miethsverhältnisse in verschiedenen deutshen Städten. Technishe Notizen, Lo- fales und Vermischtes, Schulnacribten. Bücberanzeigen und Nezensionen. Annoncen, Beilage: Brief- und Fragekasten. Submissionen. Annoncen. E. i

Milch-Zeitung. Organ für die gesammte Viehhaltung und das Molkereiwesen. Begründet von Benno Martiny. Unter Mit- wirkung von Fachmännern herausgegeben von C. Petersen , Ocko- nomie-Rath, in Eutin (Fürstenthum Lübeck). Verlag von M. Heinsius in Bremen. Nr. 40. Inhalt: Zum Fntkter- und Streu- mangel. Baumlaub und Haide u. !. w. als Futtermittel. Streu- material. Von B. Rost. —- Die Verwerthung der Molken zur Volksernährung. Von Alexander Müller. Verschiedene Mitthei- lungen. Deutschland. Berlin. Trichinenuntersuhung. Schweiz. Luzern. Rassenbilder. Ansteckende Hausthier-Krankheiten. Oester- Ungarn. Rinderpest. Milzbrand-Jmpfung. Ausstellungen. Deutschland. Das Rindvieh und die Molkerei auf der Ausstellung zu Straßburg i. E. im September 1881. Zuchtviehmarkt mit Prämiirung in Engen (Baden), Allgemeine Berichte. Rennthier- zut in Norwegen. Von Alex. Müller. Ueber Milch-Produktion und eKonsuntion in Schlesien. Erfahrungen in der Praxis. Dichtung von Pappdächern. Ein mil{gebendes Rind: Mastresultate bei Schweinen der Lincolnshire-Rasse. Weitere Versuche über die Er- haltung gemästeter Schafe im Mastzustande. Ueber Viehmastung. Geräthe, Maschinen- und Baukunde. Eieraufbewahrun und -Transport. Literatur. Milchwirthschaftliches Taschenbub für 1882, Die Bedeutung von Fleischnahrung und Fleishkonserven mit Bezug auf Preisverhältnisse. Sprechsaal. Viehversicberungen. Zweimaliges Mähen von Lupinen. Deutsche Viehzucht- und Herdbuchgesellshaft. Anmeldungen für Eintragungen ins Herdbuch. Markt- und Ausstellungékalender. Marktberichte, Anzeigen.

Gewerbeblatt aus Württemberg, herausgegeben von der Königl. Centralstelle für Gewerbe und Handel. Nr. 40. Inhalt: Prüfungsergebniß bei dem Lehrkurs für Hufschmiede. Ausstellung für Hygiene und Rettungêwesen in Berlin 1882, Be- fanntmacung, betr. eine Abänderung des Verzeichnisses der gewerb- lichen Anlagen, welche einer besonderen Genehmigung bedürfen. (Vom 26. Juli 1881.) Die württembergishen Gewerbevercine und das Innungswesen. PERLRR Gm Konkurrenz und Spezialausstellung von technischen Neuheiten an Sitzmöbeln in Wien, Literatur. (Die Industrie der Theerfarbstoffe.) Näste Monatébörse. An- kündigungen.