1881 / 244 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

M inisterium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

österreichishen Staatsgewerbeshule zu Graz,

gewerbeschule zu Breslau ernannt worden.

Ministerium des FJFnnern.

_ Statistishches Seminar des Königlich preußischen statistishen Bureaus zu Berlin. XVIII. Kursus 1881—1882.

Beginn: Anfang November 1881.

A. Vorlesungen. 1 Encyklopâädie der Statistik. mathematisch

Bureaus : Agrarstatistik.

B. Praktische Uebungen. 5) Professor Dr. A d. Wagner: Uebun- gen aus dem Gebiete der Volkswirthschaftslehre, Finanzwissenschaft und Finanzstatistik. 6) Betheiligung an den laufenden Arbeiten des Königlichen statistishen Bureaus unter Leitung des Direktors und der

Decernenten desselben.

__ Näheres über die Zeit der Vorlesungen und Uebungen theilt auf mündliche Anfragen der Bibliothekar des Königlich statistischen Bureaus, Lindenstraße 28, Vormittags von 11 bis 3 Uhr, auf \chrift-

liche Anfragen der Unterzeichnete mit. Berlin, den 15. Oktober 1881. i

Der Direktor des Königlich preußischen statistischen Bureaus. Dr. Engel.

Bekanntmachungen auf Grund des Reihsgeseßes vom 21. Oktober 1878,

Die unterzeichnete Königliche Kreishauptmannschaft hat auf

Grund §. 11 des Reichsgeseßes gegen die gemeingefährli- chen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oftober 1878 ein weiteres Flugblatt: An die Wähler in Altstadt-Dresden von Aug. Bebel d, d. Wurzen am 25. September 1881. Verleger: A. Härter in Zürich. Druck der Vereins- Buchdruckerei Riesbach-Zürich

verboten.

Dresden, den 17. Oktober 1881.

Königlich sächsische Kreishauptmannschaft, von Einsiedel.

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Nichtamlklichßes. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 18. Oktober. Se, Majestät der Kaiser und König verleben, wie „W. T. B.“ aus Baden-Baden meldet, den heutigen Tag im Meßmerschen Hause, der Wohnung Jhrer Majestät der Kaiserin und Königin. Ein Festdiner findet niht statt. Das in

Aussicht genommene Hofkonzert im Großherzoglihen Schlosse ist abgesagt worden, weil Se. Majestät Abends das Zinlte

nicht verlassen.

f

_— Der’ Minister der öffentlichen Arbeiten hat den be- theiligten Eisenbahndirektionen die hocherfreulihe Mittheilung machen können, daß des Kaisers und Konigs Majestät Allerhöchstihre volle Anerkennung und Zufriedenheit über die Leistungen der Eisenbahnverwaltungen bei den diesjährigen besonders ausgedehnten und komplizirten Reisen Sr. Majestät und des Allerhöhsten zahlreichen Ge- folges zu den Truppenbesihtigungen in den Provinzen Han-

nover, Schleswig-Holstein und Westpreußen erkennen zu geben geruht haben.

Der Königliche Gesandte am Großherzoglich hessischen Hofe, von Alvensleben, ist nah Darmstadt zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.

S. M. S. „Elisabeth“, 19 Geschüße, Kommandant Kapitän zur See Hollmann, ijt am 16. Oktober cr. von Kiel nah Plymouth in See gegangen.

S. M. Kanonenboot „Wolf“, 4 Geschüße, Komman-

dant Korvetten-Kapitän Strauch, ist am 18, August cr. in Chefoo eingetroffen.

Kiel, 17. Oktober. (Kl. Ztg.) Die Korvette „Elisa- beth“ verließ gestern Abend 8 Uhr den hiesigen Hafen und ging nah England in See. Das Artillerie\{chiff „Renown“ und die Kanonenboote „Delphin“ und „Komet“ sind aus der Lisie der Kriegsfahrzeuge gestrichen.

Hessen. Darmstadt, 18. Oktober. (W. T. B.) Jn der heutigen konstituirenden Sißung der zweiten Kammer fand die Wahl des Bureaus statt. Zum ersten Präsidenten wurde Kugler, zum zweiten Muhl, zu Sekretären Heinzerling und Wolfskehl gewählt. Die Erste Kammer hielt heute ihre erste konstituirende Sißzung. Zum Ersten Präsidenten ist Graf Görß ernannt, zum Zweiten Präsidenten wurde Fürst Jsenburg-Büdingen, zu Sekretären wurden Graf Erbah-Schönberg und von Willich gewählt.

Oldenburg. Oldenburg, 15. Oktober. Der Landtag des Großherzogthums ist auf die 3. November bis zum 21. Dezember einberufen.

(Hann. C. Dauer a

_ Oesterreich-Ungarn. Wien, 16, Oktober. Der Kaiser ist heute Abend nah Gödöllö abgereist. Mittags fand unter Vorsiß Sr. Majestät eine Minister-Konferenz von halb- Fie yer Dauer statt, in welcher der Einberufungsêtermin der

elegationen festgestellt wurde. Der Zusammentritt der Delegationen ist, wie man der „Budapest. Corresp.“ meldet, für den 25. d. in Aussiht genommen. Jn den nächsten Tagen würden beide Häuser des ungarishey Reichstages auf- gefordert werden, die Delegirten zu wählen; der Einbe-

rufungstermin werde denselben aber erst später bekanntgegeben werden.

Großbritannien und Jrland. London, 17. Oktober. (W. T. B.) Gestern fand in Clerkenwell - Green ein

Direktor Dr. Engel: Theorie, Technik und

H Dr. Koch: Bevölkerungs-Statistik auf he: er Grundlage. 3) Dr. med. A. Guttstadt: Medizinal- statistik. 4) Dr. Jannasch, Mitglied des Königlichen statistischen

Comités erhält der Wirkliche Geheime Rath von Reutern ; zum Vorsißenden der Bittschriftenkommission ist der Wirkliche Ge- heime Rath Fürst Dolgoruki ernannt worden.

gierung Schritte zum Schuße der Rechte und Interessen der

Ein von den Demokraten bekämpster die existirenden Ausschüsse fortbestehen 37 gegen 35 Stimmen angenommen.

abhängiger) und Mr. Mahone (Demokrat) stimmten für den Antrag. Alsdann {lug

an Stelle des Demokraten Eee zumt Senatspräsidenten pro tempore zu wählen. Dieser

34 Stimmen zur Annahme.

gen gekommen.

\chließen wollten, Angriffe und demolirte dieselben. Die

lihen Aufstand in Jrland die umfassendsten Vorsichtsmaß regeln. Alle beurlaubten Offiziere der in Regimenter sind zurückberufen.

Gefängnisses von Kilmainham und der doppelt.

l Befehl L jeder Richtung hin abzumarschiren.

D'’Connor hat die Leitung der Liga übernommen.

Friedensrichter der Grafschaft Wicklow gestrichen worden. Nach weiteren Nachrichten aus Jrland haben gestern in

menge warf die Fenster einiger mißliebiger Zeitungsredaktionen ein und zwang die Polizei durch Steinwürfe zum Rückzuge. Nach Mitternacht wurde Militär aufgeboten. __ Limerick, 17. Oktober. (W. T. B.) Die Ruhe- störungen haben sih heute Abend erneuert, als die Polizei den Schaßmeister des lokalen Zweigvereins der Landliga nah dem Gefängniß abführte. Die zusammengelaufene Menge warf unausgeseßt mit Steinen und fuhr damit auch fort, nachdem der Verhaftete ins Gefängniß eingeliefert war, so daß die Polizei endlic von der Feuerwasffe Gebrauh machte. Un- ter den Verwundeten befindet sih au eine junge Dame. Die Behörden haben, da dic Unruhen fortdauern, telegraphish um Verstärkung der Polizeimannschaften gebeten.

Frankreich. Paris, 16. Dftober. (Fr. Corr.) Der General Logerot telegraphirt aus Manuba, 14. Oktober, an den Kriegs-Minister: „Wie der General Sabatier mir anzeigt, haben die Aufrührer eine Demonstration gegen sein Lager von Tarubet-el-Minchinga oder Kauda, 15 km von Beni-Hamida, unternommen. Der General ließ ihnen gar nit die Zeit, zum Angriffe zu schreiten, sondern zog ihnen mit 7 Compagnien, 2 Schwadronen und 2 Sektionen Artillerie entgegen. Seine Truppen vertrieben den Feind muthig von den Anhöhen, die er beseßt hielt, und verfolgten ihn noch eine Strecke von 45 km. Die Aufrührer, welche nah der Aussage der uns be- freundeten Araber dem Stamm der Zelaß angehören sollen, waren 500 bis 600 Mann stark. Dem General sind von dem 7. Regiment der berittenen Jäger zwei Mann getödtet und zwei verwundet wor- den. Die Verluste des Feindes Tann er nicht veranschlagen; jeden- falls hat derselbe sih in eine weite Entfernung zurükgezogen,.

Der General Saussier telegraphirt dem Kriegs-Minister unter dem 14. Oktober: B 2 L

Soeben bin ih in Goletta angekommen. Ich habe bereits den Minister-Residenten und die Generäle Logerot und Jappy ae

\prochen. Heute Abend werde ih mich mit der Vertheilung der Kom- mandos bet iti Der General Sabathier hat, wie Ihnen {hon

angezeigt worden ist, den Feind nachdrücklich vor si hergetrieben. Von der Kolonne von abe ih gute Nachrichten und hoffe, pas sie ihren Mätrsh amt 16. beginnen wird. Wir werden die Bahn- höfe der Eisenbahn befestigen und militärish beseßen lassen. Ueber! die Unruhen von Harmmamet hat man mir keine sichcren offiziellen pegswieNe Vet O Bb ü Pee sie sih darauf, ay in der Nacht einige Büchsenshüsse auf die Stadt gefallen und daß in den Gärten Diebstähle verübt worden sind.

Konstantine, 17, Oktober. (W. T. B.) Eine fran-

zösische Kolonne hat sih gestern von Tel s Sad-Tanit in MrisG e 0, Lega aus nas

Italien. Rom, 18. Oktober. (W. T. B.) Jn einer vor seinen Wählern in Chioggia gehaltenen Nede be- tonte der Deputirte Parenzo, daß die Politik Jtaliens auf die Erhaltung des Friedens und auf eine Allianz mit Oester- reih-Ungarn und mit Deutschland gerichtet sein müsse.

Türkei. Konstantinopel, 15, Oktober. (Pol. Corr.) Zum Zwecke der definitiven Austragung der türkisch-grie- chischen Grenzdifferenzen ist der Adjutant des Königs von Griechenland Oberst G. Metaxas, Mitglied der internationalen Delimitations-Kommission, in Konstantinopel eingetrofjen.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 17. Oktober. Se T. B.) Die „Agence générale Russe“ telegraphirt : Die von einer Anzahl deutscher Zeitungen gebrachte Nachricht über eine gegen den Präsidenten des Minister-Comités, Grafen Walujeff, erhobene Anklage ist falsch. Die auf Grund von lokalen Mißbräuchen angeordnete Untersuchung implizirt keine Anklage gegen die betreffende hohe Persönlichkeit, deren De- mission eine durchaus spontane ist. Unrichtig sind ferner die Nachrichten von neuen Verfolgungen der Ju den. So meldet der „Figaro“ vom 10. Oktober eine Audienz, welche einer e es C OES N Erni rhen Wladimir ertyeut worden sei, während Se. Kaiserliche Hoheit erst gestern Abend von Mecklenburg zurückgekehrt if G R o 18, Oktober. (W T. B.) Ein heute veröffentlichter Kaiserlicher Ukas enthebt den Wirklichen Geheimen Rath Grafen Walujeff auf seine Bitte wegen zerrütteter Gesund- an seiner Posten als Präsident des Minister-Comités, des aukasus-Comités und der Bittschriftenkommission unter Bre- lassung als Mitglied des Reichsraths, als Staatssekretär und Ehrenvormund. Seine Ste"e als Präsident des Minister-

Amerika. Washington, 13, Oktober. (Allg. Corr.) n der heutigen Senatssigzung brachte Mr. Lamar eine esolution ein, welhe darüber Auskunst verlangt, ob die Re-

ereinigten Staaten im Panamakanal ergreifen würde. Antrag Mr. Edmonds, zu lassen, wurde mit Mr. David Davis (Un- r. Logan vor, Mr. David Davis

ntrag gelangte mit 36 gegen

von etwa 4000 Personen besuchtes Meeting statt, auf wel-

\chusse überwiesen worden,

prägen zu lassen, einem Aus-

Len gegen Parnells Verhaftung protestirt und das erfahren der Regierung als willkürlih und tyrannisch be- Der bisherige Professor an der Kaiserlih Königlich | Feivnet wurde. Nah weiteren Meldungen aus

e t ( Hermann Adolf Kühn, ist zum Direktor der Kunst- und Kunst-

rland st es gestern auch in Mallow zu ernsten Ruhestörun-

Der Pöbel machte auf die Läden sol- cher Personen, welche wegen der Verhastung Parnells nicht ( : Po- | gabe angeboten. Die lizei zerstreute die Ruhestörer. Die Regierung trifft 5 b gegen alle feindseligen Kundacbungen und gegen einen mög-

rland stationirten : 1 } Die Garnison von Dublin ist verstärkt und in den Kasernen konsignirt, die Wachen des

] ) Kasernen ver- iegende Kolonnen stehen bereit, um auf gegebenen

Das Centralbureau der Landliga ist von Dublin nah Liverpool verlegt worden. Der Deputirte Arthur

18. Oktober. (W. T. B.) Drei Regimenter haben Marschbefehl nah Frland erhalten. Auf Anordnung des Lordkanzlers ist der Name Parnells von der Liste der

Dublin neue Ruhestörungen stattgefunden. Die Volks-

Nachdem eine weitere Resolu- Feu den Charaker von Beamten tragen, indem

tion, zum Andenken an den verstorbenen Präsidenten Ga r- field eine goldene Medaille O ¿

dul Salam Khan bei Chasmah-i-Ghoß besiegt hätte.

mund überschritten. È Afrika. Egypten. Kairo, 17. Oktober. (W. T. B.

Rückrceise nah Pera antreten. Nah einer Meldung

missäre bis nah Alexandrien begleiten.

zwei Todesfälle an derselben stattgefunden. 17. Dftober. (W. T.

„Fnvincible“ erwartet.

hier bleiben.

Asien. (Allg. Corr.) Das JFndische Amt in London hat vom Vize-König folgende, vom 13. d. M. datirte De- pesche erhalten: Der Emir hörte von Kudus Khan, daß er l ) n einem zweiten Treffen wurde Luinab mit 3 E besiegt und verlor 2 Berggeshüße. Luinab hat seine Ueber-

Streitmacht aus Girishk hat den Hel-

Die vom Sultan abgesandte Mission wird morgen diz

; 1 an der „Times“ wird der Minister-Präsident die türkishen Kom-

__ Alexandrien, 13. Oktober. (Alla. Corr.) Aus Mecca hier eingegangenen Nachrichten zufolge ist dort die Cholera im Abnehmen begriffen und haben seit dem 6. ds. nur

f B.) Am - 19. Oktober wird hier- selbst das Eintreffen des englischen Grie ari s

j ( Die dann hier vereinigten Kriegs- schiffe dürften bis zur Abreise der türkischen Kommissarien

Statistische Nachrichten.

amts sind in der 40.

in Breslau 26,9, in Königsberg 25,1, in Cöln 19,0, a. M. 15,6, in Hannover 16,1, in Cassel 23,1, in Magdeburg 28,3,

in München 31,5, in Nürnberg 24,8, in Augsbur 23,3, in Dres- den 29,7, in Leipzig 16,5, in Stuttgart 22,5, în Beaunsclhweis 23,6, in Karlsruhe 250, in Hamburg 214, / 28,2, in Prag 26,7, in Triest 29,2, in Krakau 23,3, in Basel 28,4, in Brüssel 19,9, in Amsterdam 204, in Paris 21,7, in Kopen- hagen 17,7, in Stockholm 14,5, in Christiania 12,1, in St. Peters- burg 43,9, in Warschau —, in Odessa 38,3, in Bukarest 20,5, in Rom 20,8, in Turin 22,3, in Madrid —, in London 18,6, in Glas- gow 22,4, in Liverpool 22,9, in Dublin 18,7, in Edinburg 17,0, in Alexandria (Egypten) 43,9. Ferner aus früheren Wochen: in A G in L epa E in Chicago —, in St. 2, tin Cincinnati 25,1, in San Franzisko 133, i 25,2, in Bombay 26,0, in Madras S eim Beginn und in den ersten Tagen der Berichtswoche waren an den deutschen Beobachtungs tationen nördliche d O in Bremen und Cöln mit \üdsö tlihen weselnde Luftströmungen vor- herrschend, die am 6. an den Mittel-, Nord- und westdeutschen Sta- tionen unter vorübergehendem Wechsel mit Südwest nah Südost um- liefen, während an den süddeutschen Stationen südliche und \üdwest- liche, in München westlihe, in Breslau nördliche Windrichtungen vorwiegend wurden, die erst zu Ende der Woche nah Südost, in Bremen und Karlsruhe nah Nordost gingen. Bei häufig nebligem, zu Niederschlägen geneigtem Wetter war die Temperatur der Luft eine kühle, mehrere Grade Celsius unter der normalen liegende. Nactfröste waren besonders zu Ende der Woche in Süd- und Nord- deuts{land nicht felten. Am 4. wurden aus Ost- und mitteldeutschen Stationen Schneefälle gemeldet. Der beim Beginn der Woche hohe Luftdruck nahm im Laufe der Woche noch weiter zu, behauptete jedoch seinen hohen Standpunkt nicht bis an das Ende der Woche. Gi C E EN e E! in den meisten Groß- ten Curopas zu-, in den süddeutschez und in den größer ° navishen Städken noch weiter abgenommen. bn k Zion

avisc t „weite Die allgemei - lichkeitsverhältnißzahl für die deutschen Städte stieg Nuf 285 von 21,8 der Vorwoche (pro Mille und Jahr), doch war die Theilnahme

des Säuglingsalters an der Sterblichkeit nur wenig gesteigert, w aber die der höheren Altersklasse (über 60 Jahr). Non 16 000" gebo den starben pro Jahr 76 Kinder unter 1 Jahr gegen 74 der Vor- A R 75 ae 78).

nter den Todesursachen wurden von den Infektionskrankheiten Todesfälle an Scharlachfieber und Diphtherie ew seltener, E lich verlief die Scharlachepidemie in Kiel, Münster und Cöln milder, während sie in Erfurt, Königshütte, Berlin, Leipzig, München, Bar- men größere Ausdehnung gewann. Desgleichen wurde die Zahl der Todesfälle an Diphtherie in Königsberg, Neustadt-Magdeburg, Nürn- berg, Dresden, Hamburg, München, Posen, Cöln, Berlin etwas klei- ner, obwohl sie in diesen Städten, sowie in Bromberg, Erfurt, Al- tona, Halle, Görlitz, Wien und Pest noch immer eine größere ift. Maserntodesfälle kamen nur in Mülheim a./Ruhr häufiger zur Meldung. Der Keuchhusten veranlaßte in Altona und Berlin mehr, in Hamburg weniger Opfer. Typhöse Fieber beding- ten in deutshen Städten mehr Todesfälle, auch in Paris und London zeigt die Epidemie keinen weiteren Nachlaß, wohl aber in Pest und St. Petersburg. Flecktyphen kamen dagegen im Allgemeinen seltener zur Anzeige. Aus deutschen Städten kamen 3 (aus Thorn 2, aus Rostock 1) Todesfälle zur Meldung, ferner aus

est, Malaga, Murcia je 1, aus Valencia 2, aus Granada 3, aus St. Petersburg 6. Die Nubrepidemien in Posen, Granada und Alexandria zeigen eine Abnahme der Todesfälle. Darmfkatarrbe der Kinder wurden sowohl in deutshen Städten (Breslau, Görlitz, München, Augsburg, Dresden, Ps wie au in Wien, Paris und London etwas häufiger Todesveranlassung. Poentodesfälle wurden in London, Pest, St. Petersburg, Barcelona seltener, in Wie stieg die Zahl derselben wieder (auf 18) in Paris auf 14, Aus Aachen kamen 3, aus Prag 1 Blatterntodesfall zur Meldung.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Im Verlage von G. B. C. Rahn bierselbst ersien: „Das Scornsteinfegerwesen Deutschlands. Handbuch für die Verwaltungs-Behörden über den Gewerbebetrieb der Schornsteinfeger und deren Rechte und Pflichten, den Behörden und dem Publikum Lab Vierte durchaus umgearbeitete und vermehrte, dur viele olzschnitte illustrirte Ausgabe. Herausgegeben von G. B. C. Rahn.“ Seit dem Jahre 1858, zu welber Zeit das vorliegende Buch in erster Ausgabe erschien, hat das Schornsteinfegerwesen so bedeutende Umgestaltungen erfahren, daß nach der zweiten und dritten Auflage, die dasselbe in den folgenden Jahren erlebte, cine Umarbeitung, die der beutigen Lage des Gegenstandes entspricht, geboten ersbien. Der Herausgeber, Redacteur der von dem großen Verbande des „Central-Verein der Schornsteinfegermeister des Deutschen Reichs“ im Jahre 1873 begründeten Monatsschrift „Organ für Schornsteinfegerwesen.“, zeigt sich mit der behandelten Materie ‘wohl vertraut. Das „Handbuch“ bietet den Meistern wie Gesellen einen theoretishen Leitfaden dar zu cinem rationellen Gewerbebetriebe durch Erkenntniß ihrer Rechte und Pflichten. Dadurch allein kann si der Meister seinen Wirkungskreis unter An- erkennung der Behörden und des Publikums sichern, während es dem siredlamen Gesellen, der ja seiner Zeit auh zur Meisterschaft berufen st, den Weg zu würdiger Selbständigmabung ebnet. Außer- dem dürfte dieses „Handbuch“ au den Behörden einen Anhalt bieten bei Beurtheilung der Ausübung des Gewttbe- betriebes einer eigenartigen Klasse von Gewerbetreibenden, welce, obgleich sie eigentlich Handwerker sind, gleichzeitig in gewisser Hin- C tr 2 sie eine Stüße der Feuerpolizei bilden. Jn systematisher Ordnung hat der Verfasser n dem vorliegenden Buche diejenigen Vorschriften zusammengestellt,

vertagte sih das Haus.

welche über den Gewerbebetrieb der Schornsteinfeger, namentli in dem größten deutshen Staate Preußen, von den Sicherheits- und

Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiserl ichenG esundheits-

) Jahreswoche von je 1000 Bewohnern auf den Jahresdurchschnitt berechnet als gestorben gemeldet: in Berlin 230

in Frankfurt in Stettin 21,5, in Altona 21,0, in Straßburg 19,7, in Meß 148,

in Wien 25,3, in Budapest

altungébehörden erlassen worden sind. Denn aus diesen Ge- D und Verordnungen ergeben \sih die Rechtsverhältnisse zwischen den Behörden und den Hauéeigenthümern mit den Schornsteinfegern ín ausreichender Weise. Hierzu sind dann noch die Mittheilungen über diejenigen Einrichtungen gefügt, welche die innere korporative Einrichtung dieser Gewerbetreibenden betreffen. i ;

Stolls & Bader Buchhandlung und Antiquariat zu Freiburg i. B. hat soeben die Nr. 36 der Kataloge ihres antiquarishen Büch erlagers ausgegeben. Derselbe entbält ein Verzeichniß von 660 Schriften, welche si theils auf Naturwissen- chaft im Allgemeiuen, tbeils auf die verschiedenen Zweige derselben, auf Zoologie, Botanik und Mineralogie, sowie auf Anthropologie, Ana- tomie und Physiologie beziehen. Mit Ausnahme einiger wenigen Schriften aus dem 17. und 18. Fahrhundert, gehören alle übrigen aufgeführten dem 19. Jahrhundert, und zwar besonders dem leßten Fahrzehnt an und sind zum größten Tbeil in deutscher Spracbe, manche in \ateinischer, französischer, englischer oder bolländischer Sprache abgefaßt. Unter denselben befinden si werthvolle Werke. Die genannte Buchhandlung, deren antiquarisches Lager auch eine nicht unbeträcht- lihe Anzahl von Werken über Geschichte, klassisde Philologie, deutsche \{hönwissenschaftliche Literatur und deutsche Sprache sowie über Rehts- und Staatswissenschaft enthält, bemerkt am Schluß, daß sie ganze Bibliotheken und einzelne Werke von Werth, besonders aus dem Gebicte der Geschichte, klassischen Philologie und Alterthums- wissenschaft, der deutschen Sprache und Literatur ankaufe.

Gewerbe und Handel.

Die „Gem.-Ztg. für Els.-Lothr.“ \{reibt: In einem „zur Bran A betitelten Artikel der diesjährigen Gemeinde- Zeitung (Nr. 11) wurde in Kürze das allgemeine Ergebniß der ver- gangenes Jahr in Elsaß-Lothringen veranstalteten Branntweinenquete besprochen und aus demselben der Schluß gezogen, man sei jedenfalls zu der Annahme berechtigt, daß „die in trauriger Weise sich mehren- den Folgen der Trunkenheit nicht oder doch nicht so allgemeinbin der Qualität des überrheinishen Branntweins, sondern dem durch Bil- ligkeit des Getränkes ermöglichten Uebermaße des Genusses, der Quantität des Konsums zuzuschreiben sind.“ : 6

Kürzlich wurde nun von einem hiesigen Preßorgane dieser bereits \echs Monate früher erschienene Aufsaß reproduzirt und die Bemer- fung angefügt: „Das sei Alles \{hôn und recht. Nur erfahre _man dadur nicbt, ob die verschiedenen Branntweinsorter auch in Bezug auf ihren Fuselgehalt untersucht worden seien, und hierauf komme cs an, denn es sei festgestellt, daß der allershädlihste Branntwein der fuselhaltige sei, a daß jeder Kartoffelbranntwein Fusel enthalte,

; t\che niht au8genommen.“ E e bei E in Vorjahre Seitens unserer Verwaltung ver- anstalteten Enguete_ zahlreiche Untersuchungen im ganzen Lande, an den verschiedensten Orten desselben stattgefunden 569 allein wurden in der landwirthschaftlichen Versuchsstation zu Rufach vorgenommen; diese Untersuchungen sind wie selbstverständlich au und zwar vorwiegend auf den etwaigen Fuselgehalt der Branuntweine geritet gewesen. Jn der großen Mehrheit der untersuchten Proben (im Ünter-Elsaß bei zwei Drittel) hat sich völlige Freiheit von Fusel herausgestellt. Insbesondere hat sich ergeben, daß die mit deutshem Sprit bereiteten Branntweine einen geringern A gehalt besißen, als die bei uns von jeher üblichen Haus- brände, und daß erstere demnach in gesundheitlicher Beziehung durschnittlich unschuldiger sind, als leßtere. Die vorgehend citirte Behauptung, daß jeder Kartoffelbranntwein fuselhaltig sei, ist nit richtig. E8 gelingt freilich nur bei sehr vervollkommneten Brennerei-Einrichtungen und sehr sorgfältiger und \sachverständiger Behandlung, die Kartoffelbranntweine fuselfrei zu machen; solche Einrichtungen finden sich indessen bei den großen Spiritusfabriken Norddeutschlands, welche daher ihre sogenannten Kartoffel-Feinsprite völlig oder nahezu völlig fuselfrei herstellen können, während die Kartoffel-Hausbrände infolge der mangelhafteren Einrichtung der kleinen Brenner immer mehr oder weniger Fusel enthalten. Der norddeutshe Sprit ist übrigens im Auslande wegen seiner Reinheit und Güte anerkannt; so wird er z. B, bei der französischen Cognac-

abrikation sehr viel benußt und dürfte der aus Frankreich bei uns Da Cognac zumeist mit solchem Sprit verseßt sein.

Wir wiederholen: die bei Branntweintrinkern auftretenden nadh- theiligen Folgen sind gewiß vorzugsweise der Quantität des Genusses, nit der Qualität des Getränkes zuzuscreiben; darüber wird unter den Fachleuten Aerzten und Chemikern taum mehr ein Zweifel laut. Ein übermäßiger Genuß des Branntweins wird dur die Billig- keit desselben natürli erleichtert; diese Billigkeit kann nicht nur eine absolute sein, sondern au eine nur relative im Verhältniß zu andern Getränken, speziell zum Weine, welcher durch wiederholte \hle{chte MWeinernten vertheuert worden is. Den {lehten Weinjahren ist es wohl auch zum Theil zuzuschreiben, wenn bei einer ganz andern Steuergesetzgebung in Frankreich ähnliche Klagen über die „Brannt- weinpest“ laut werden, wie bei uns, Eine solle Klage aus dem französischen Vogesendepartement haben wir in unserer leßten literari- \hen Beilage mitgetheilt (Nr. 41, Seite 164 in Besprechung der „Voyages dans les Vosges“, von Abbé Chapiat). E

Scließlih wollen wir noch hier mittheilen, daß son unterm 19, Mai d. Is. das Ministerium für Elsaß-Lothringen die D ozirfs- Präsidenten angewiesen hat: 1) vor Ertheilung von Wirthschafts- Konzessionen oder der Erlaubniß zum Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus die Bedürfnißfrage in jedem einzelnen Falle mit Strenge zu prüfen, resp. von der zuständigen Behörde prüfen zu lassen und die Konzession bezw. Erlaubniß zu versagen, wenn der Nah- weis des Bedürfnisses nicht in völlig zweifelloser Weise erbracht ift; 9) gegen Wirthe, wele der Völlerei Vorschub leisten und insbeson- dere an notorishe Trunkenbolde, an Berauschte, sowie an Personen unter 16 Jahren geistige Getränke verabreichen, ohne Nachsicht einzu- schreiten, nöthigenfalls denselben, auf Grund des Dekrets vom 29. Ve- zember 1851, die Konzession zu entziehen.

Verkehrs-Anstalten. Nachdem der Verkehr in Kohlen und anderen Nohprodukten sich

in der letzten Zeit so erheblich gesteigert hat, daß auch im Geschästs- Bitte Ee K VSinliGen Eisenbahn-Direktion Berlin ein Wagenmangel cingetreten ist, hat die leßtere, wie bereits Seitens anderer Bahnen geschehen, eine Beschränkung der Ladefristen für offene Güter und Kalfkwagen ebenfalls anordnen müssen. Durch diese Maßnahme soll die Möglichkeit einer s{nelleren Cirkulation der Wagen und mithin auch ciner bes{leunigteren Wiederbeladung derselben Seitens des verfrahtenden Pubkikums dargeboten werden. Sie ist deshalb ret eigentlich im Interesse der Versender getroffen. Die Uebelstände, welche unstreitig mit einer Verkürzung der Fristen für Ent- und Beladung der Wagen verbunden sind, hat man thun- list zu mildern gesudt, Insbesondere wird die zweistündige Mittags- eit in die 6stündige Frist nit mit eingerechnet, auch sind den über É ke vom Stationsorte entfernt wohnenden E die bis- herigen Ladefristen unverkürzt verblieben. Ferner find die Stations- vorstände angewiesen worden, bei vorkommenden Fristüberschreitungèn in denjenigen Fällen Wagenstrafmiethen nit zu erheben, wenn nach Lage des Fahrplans auch bei retzeitiger Entladung eine s{nellere Benutzung der Wagen nicht möglich gewesen wäre. Endlich ift den von der Berkehröbe\chränkung betroffenen Interessenten zur leichteren JInnehbaltung der Ladefristen bahnseitige Éxpreß-Avisirung gegen eine mäßige Gebühr zugesichert worden.

Triest, 18. Oktober. (W. T. B.) Der Llovddampfer „Saturno" ist heute Vormittag mit der ostindis-chinesischen Ücberlandpost aus Alexandrien hier eingetroffen.

Plymouth, 17. Oktober. (W. T. B.) Der Hamburger Postdampfer „Westphalia“ ist hier eingetroffen.

New-York, 17. Oktober. (W. T. B.) ‘Der Dampfer „Jtaly“ von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) ift hier eingetroffen.

Berlin, 18. Oktober 1881.

Ihre Majestät die Kaiserin und Königin hat das Protektorat über die Ausstellung für Hygiene und ReLtyñge- wesen in Berlin 1882 angenommen, wie dies durch Schreiben des Kabinets-Sekretärs Ihrer |Majestät, Herrn von dem Knesebeck, d. a. Baden-Baden, den 5. Oktober 1881, dem Vorstande und Aus- {usse mitgetheilt worden is. Ihre Majestät hat gleizeitig Se. Kaiserlihe Hoheit den Kronprinzen ersucht, Allerhöchstihre Vertretung, da wo eine folhe ausnahmsweise erforderli oder durch die Umstände geboten erscheint, übernehmen zu wollen. Für die besten Aussteller beabsichtigt Ihre Majestät eine Anzahl goldener Medaillen als Prämien zu bestimmen.

Witterungsverhältnisse im nördlichen und mitt- leren Deutshland während des September 1881.

Wie der August, so hatte auch der September dieses Jahres im Allgemeinen einen Mangel an Wärme, war dagegen wie jener reich an Niedershlägen. Die mittlere Monatstemperatur stand Überall dem langjährigen Durchschnitte ein bis zwei Grade nach, dagegen übertraf die Gesammtmenge des Regens, namentlich an den östlich- sten und westlichsten Stationen, das mittlere Quantum des Septem- ber. In den mittleren Provinzen war dies weniger der all. Dabei traten im Laufe des Monats, namentlih in dessen zweiter Hâlfte, scharfe Gegensäge ia den Witterungsverhältnissen ein, entschiedener in den öitlichen, als in den westlihen Provinzen. Im ersten Drit- theile des September führte der Wechsel der äquatorialen und pola- ren Strömung ab und zu elektrishe Entladungen und einzelne starke Regengüsse herbei und die Wärme zeigte meist einen Veberschuß. Letztere sank dann etwas im zweiten Monats- drittheil, die äquatoriale Strömung kam entschieden zur Herrschaft und an den meisten Stationen regnete es Lag für Tag. Zu Ende des zweiten und zu Anfang des léßten Drittheils des September stieg die Wärme wieder etwas, bald darauf folgte aber ein entschiede- ner Witterungsumschlag; es trat der Polarstrom auf, mit ihm ein heiteres zum Theil ganz regenfrcies Wetter, zugleich aber eine inten- sive Herabminderung der Temperatur, In Vergleih mit der un- freundlichen Witterung zu Ende August waren die ersten September- tage heiterer und auch wärmer. An den westlichen Stationen wechselte Nordost mit Nordwest und an den beiden ersten Tagen des Monats fielen daselbst Niederschläge, weiter nah _Dsten herrschte Nord-, an den östlichsten Stationen Nordost- und Ostwind und zwar mit be- sonderer Heftigkeit, Niederschläge waren gering oder sehlten ganz. Bei fallendem Barometer stellte si aber am 3. September überall Regen ein, besonders reichlich an den hochgelegenen Stationen des Riesengebirges, in Schreiberhau, in Wang und auf der Schneekoppe. Bereits den 2. September, in Wang auch noch den Tag darauf, zeigten sich Wetterleuhten und Gewitter und vom Nachmittag des 3. September regnete es bis zum Abend des folgen- des Tages. Die am 4. September gemessenen Niederschläge ergaben in Swhreiberhau cine Höhe von 19,4 mm. auf der Schneekoppe von 44,3 mm, in Wang von 68,4 mm, Ein Paar Tage später traten an den nordöstlichen Stationen mannigfah elektrische Erscheinungen und starke Niederschläge ein. So hatte Lauenburg am 7., 8, und 10. September Gewitter; der das leßtere begleitende Regen ergab in furzer Zeit 222 mm. Die westlicher gelegenen Stationen trafen nur vereinzelt in dieser Zeit Gewitter und erhebliche Regen. Das Baro- meter, welches während des Monatsanfangs \chon niedrig stand, er- reichte östlih der Elbe am 4. oder 9. September sein Minimum und die äquatoriale Strömungerhielt nah und na immer mehr die Oberhand, Der 6., 7. und 8, September waren im Allgemeinen die wärmsten Monatstage, sie hatten in den östlichen Provinzen eine mittlere Tem- peratur von etwa 18 Grad, in den we tlichen ein oder zwei Grade weniger ; in jenen fiel auf diese Zeit auch das absolute Wärmemari- mum, während in diesen dasselbe erst 14 Tage später eintrat. Einen fo hohen Stand des Thermometers, als er- am-6. September in Claußen beobachtet wurde (26,4 Grad), hatte man während des ganzen Monats an keiner anderen Station. Das zweite Drittheil des September ftand auf dem ganzen Beobachtungsgebiete unter der Herrschaft der äquatorialen Strömung; die Stärke derselben war sehr wechselnd, oft folgten in kurzen Zwischenräumen Windstille und heftige Bewegung auf einander. Die Wärme hielt sih während der ganzen Zeit ziemlich gleihmäßig. Für die meisten Stationen war dieselbe eine eigenilide Regenperiode. Nur ganz ver- vereinzelt kamen, namentlich in den östlichen Provinzen, Tage vor, an denen es nicht regnete. Im Westen war sowohl die Anzahl der Regentage, als auch die Menge der Niederschläge geringer. Das Barometer s{wankte nur wenig, die Temperatur aber, welche am 11. und 12. September noch ziemlich normal war, ging in Folge der häufigen Niederschläce nah und nach herab und manchen Tag \{wankte das Thermometer nur um zwei bis vier Grad. Als vom 17. September an die Niederschläge seltener und weniger reili fielen, hob sich die Wärme wieder; dies war namentlich der Fall auf den Stationen des Riesengebirges. Auf der Schneekoppe, wo am 17. und 18. September das Thermometer bereits unter den Gefrierpunkt' gefallen war, stieg es am 19. September bis 13,6 Grad, in Schreiberhau bis 18,9 Grad, in Wang bis 19,6 Grad. Auch auf den zwei Höhenstationen Clausthal und Großbreitenbab fiel das Monatsmarimum der Wärme auf den 18, und _19, September, an den rheinischen Stationen aber auf den 21. September , den- selben Tag, wo im Osten son ein bedeutender Rückschlag eingetreten war. Den 20. September fing nämli daselbst das Barometer zu steigen an, der Ostwind trat ein und die Stationen Ost- und West- preußens, Posens und Pommerns hatten bis zu Ende des Monats feine Regentage mehr. In dea mittleren Provinzen, wo das Steigen des Barometers und mit ihm der Witterungsumsclag ein paar Tage später eintrat, fielen noch einmal am 22. und 23. September bei heftigem Ostwinde Niederschläge. Je weiter nah Westen, um so geringer war die Veränderung in den Witterungsverhältnissen, ja an den rheinischen Stationen war überhaupt eine solche faum noch zu bemerken: die êquatoriale Strömung dauerte hier fort und ward nur zuweilen von der polaren unterbrochen, es elen hier bis zum Scluß des Monats noch Niederscbläge. Königsberg hatte 1m letzten Monatédritt- tbeile 7 beitere, d. h. solche Tage, deren mittlere Bedeckung die Zahl 2 nicht erreicht; Bromberg und Breslau hatten deren 5, Berlin 3, Hanno- ver und Münster 2, Cöln und Trier aber keinen. Den Verhältnissen in den Windeéströmungen und in der Himmelsbedeckung entsprechend waren denn auc die Veränderungen in der Temperatur an den ver chiedenen Stationen sehr verschieden: im Osten bereits shon vom 20. zum 21. September eine bedeutende Wärmeverminderung, weiter nah Westen trat sie einen Tag später ein und minder inten)w, im außer|ten Westen noch später und noch weniger bemerklich. Vie folgende Zus sammenstellung giebt die mittlere Temperatur der Tage vom 19, 0 94, September an einigen Orten. Um den Einfluß, den die Nähe des Meeres auf die Wärmeverhältnisse ausübt, hervortreten zu la}en, ist noch Hela, und zur Veranschaulihung des Unterschiedes zwischen einer böber und tiefer gelegenen Station nah Breslau noch die Schneekoppe aufgeführt. 19, 20, 13.2 13.9 13.8 14.0 14.1 14.2 14,0 14.8 15,7 16,1 11,6 6,1 18,0 15.7 17,8 15.0 16.2 1E ô n f 1 a . o Tie 17.4 16.4 12.9 9,

in paar Tage darauf, als an den westlihsten Stationen das absolute Wärttemarimmn fiel, hatten mehrere östliche Stationen das

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23, 24.

9

Claußen Königsberg Hela Bromberg Breélau Schneekoppe Berlin Hannover Münster

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absolute Wärmeminimum, mit leßterm zusammen fiel das baro-

metrishe Marimu.n auf den 24. oder 25. September.

Ein so

\hnelles und bedeutendes Sinken der Temperatur ist in den lebten

Tagen des September in we

lin sind während der leßten

nig Jahren beobachtet worden. In 33 Jahre nur 1877 im September Tage

mit gleih niedriger Temperatur vorgekommen.

Mittlerer Barometerstand im September 1881 nebst den Extremen, ausgedrüdckt in Millimetern.

Mittl.

Seehöhbe in Metern.

Claußen 1435 Königsberg 22.6 Lauenburg 29.4 Bromberg 47 Breslau 147.4 Screiberhau 678 Schneekoppe 1604 Görliß 217.2 Torgau 102 _ Breitenbach 630.5 Berlin Putbus

amburg

annover

mden Münster Cöln Aachen Trier Darmstadt Hechingen

Für Eichberg,

513

Barometer-

stand. 751.7

60.8 59,5 57,6 49.1 06.5

627.7 742.5

52.3 07.0 57.1 959,4 99,9 56.4 61.3 96.4 96.9 42.0 47.6 48.3 16.5

9 von welcher Station die S

24 24 24 24 24 24 24 24 24 24 21 24 24 30 30 30 30 29 24

Marim. Tag. Stand. Tag. Stand.

er-

Minim.

764.8 743 1 73.4 71.2 61.2 16.6

634.5

754.3 64.

742.4 50.5 49.6 44.6 38.0

698.5

i ck ck ck h O

D dD O O S ck

22 22 22 21 22 21 S 22 23.6 21

n D N N D ZSABASADDLON I R D

en eck)

044

4 L eptember-Tabelle noch

nit eingegangen war, ist die Nacbbarstation Schreiberhau in obiger Uebersicht, ebenso in den beiden folgenden aufgenommen.

Mittlere Temperatur im September 1881, nebst den absoluten Extremen, sowie der Anzahl der Gewitter -

und Frosttage. Maxim.

Mittl. Tem- peratur. 11,8 (12.4) 12,2 (13.0) 13.1 (14.2) 11.6 59 11.3 (12.4) 11.7 (13.1)

12.4 (140)

8,9

Claußen Königsberg ela tquenburg Konitz Bréemberg Breslau

Sc(hreiberhau

Wang Schneekoppe Görlitz Torgau Breitenbach Berlin Putbus Hamburg

annover

Tausthal Emden Münster (öln

Aachen i ; 21 Trier A 13.6 (15.7) 19 11.6 (13.6) 18 Einen Sommertag, d. h. ciner

Darmstadt Hechingen

A

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0-032

21.

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26. 24. 20. 23. 22. 23. 24.

D S D

a E G3 D y c wDOWDIADUIR C

Minim. Tag. Stand. Tag. 4 30 0 26

9 24

2 30 6 24 9 30

0 24

95 1 36 30 94

24 26

jd)

25 24 29 25 30 2 24 25 30 30 25 30 26

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Stand.

—4.0 —0.9

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Gewitter- Frost- tage. tage. C

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do

7 das Wärme-

marimum 25° oder mehr beträgt, hatten nur die Stationen Claußen

und Berlin.

Höhe der Niederschläge, größte Menge derselben in Millimetern, Anzahl der Tage mit Niederschlägen, Anzahl der heiteren und trüben Tage.

Höhe der Niederschläge. (47.0) (77.0)

Cslaußen Königsberg Hela Lauenburg Konitz Bromberg Breslau (: Schreiberhau 100. Wang 158. Schneekoppe 168.0 Görlitz 86.3 Torgau 49,9 Breitenbach 70.7 Berlin 46.4 Putbus 128,4 Hamburg 61.6 Hannover 56,8 (Clausthal 68,1 (Emden 43.3 Münster 54.5 (Söôln 81,0 Aachen 119,0 Trier 82,6 Darnistadt 44,2 Hechingen 110,0 Schnee fiel am

(55.9) (40.7) (42.1) (41.3)

* ((0,0)

(50.4) (36.9) (69.3) (40),4) (50,3) (76,9) (40,6) (82.2) (72.4)

Berliner Meeting 1881. Auch der vierte zeic gleich das Wetter günstiger

Nennen verliefen in größter Vrd!1

nen um 1 Uhr mit:

Größte Höhe Höhe

Tag

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9 10 1

Rennbahn Vierter

als

1, Vergleihs-Handicap.

inländische Pferde.

das Rennen aufwies, Pfosten erschienen : 2) Hrn.

3) Graf M. Smettows F. Stk. 4) Mr. Decems br. St. „Palme“ 6) Graf

br. St. „Gnade“ (Jones),

Distanz 909 m.

37.2 28.8 16,4

23.7

er Station Wang.

zu Hoppegarten. Tag, Montag, | Tag zeigte verhältnißmäßig nur geringen Besuch, am vorhergehenden Tage war.

ung und ohne Unfall.

Klubpreis 1500 Æ

Von 25 Unterschriften, welche hatten 19 die Gewichte nit angenommen. Am 1) Hrn. Ulrichs F. St. , Sommerfrishe“ (Hunter), H. „Harzburg“ „Prinzessin Tochter“ (Sopp), 5) Major Vanselows Bernstorff-Gyldensteens br. St.

von Treskow-Chludowo's br.

b lee mnd L) e led emed feme fern fee rek Per:

Tage mit Heitere Trübe Nieders.

Tage Tage. 4 6 (i G

12

( 5 6

) ¡Ea s l C

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Herbst- Oktober. ob- Die

6. Sie began-

Für 2 jähr.

(Gough), (Little),

Fisk). Nah \ccharfem Kampf siegte „Sommerfrische“ mit einer Fopflänge.

j Zeit 1 „Sommerfrishe“. 11. Zucht - Rennen.

Minute.

Werth des Um 14 Uhr folgte dem Rennen: Staatspreis 3000 M Distanz 2800 1m.

ältere inländische Hengste und Stuten.

36 Unterschriften,

welche das Rennen

Rennens

2275 M für

Für 3jähr. und Von den

aufwies, erschienen nur zwei

ferde am Start, nämlih des Frhrn. Ed. von Oppenheims 4jähr.

F, St. „Edeldame*“ (Sopp) und des Hrn. O. br. St. „Siegespalme“ (Fisk). l Î Vot zum Ziel und siegte nah Gefallen mit 10 Längen Vorsprung.

3 Minuten 38 Sekunden.

dame“, 1000 M für „Siegespalme“.

Rennen an: 111

Das

„Edeldame

Preis von Alt-Landsberg, Für 2jähr. u. ältere inlädische Hengste u. Stuten. Rennen hatte 27 Unterschriften, von denen 23

Oeblscblägers 3jähr.

* führte vom Start bis

Zeit

erth des Rennens 5250 H für „Edel- n Um 2 Uhr {loß sh dem

Staatäpreis 1400 M

Distanz 100! m. Reugeld zahlten.