1851 / 1 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Zeitung, welche innerhalb des Staatsgebiets gedruckt oder verbreitet wird, muß außer dem Namen des Verlegers oder Druckers (Gesey vom 30, Ja- nuar 1817 $, 16) der Name des Redacteurs beigesezt sein.

ed Ar t, 2, Dem- Verleger oder, wenn dieser im Auslande wohnt, oder ein besonderer. Verleger vorhanden is , dem Drucker einer im Juland er- sHflnenden Zeitschrift oder Zeitung liegt ob, der Bezirkspolizeibehörde des AUNPUE den Redacteur der Zeitschrift oder Zeitung anzuzeigen, und diese Anzeige bei jeder in dexr Person des Redacteurs vorgehenden Vrränderung spätestens mit dem Eintritte der legteren zu erneuern, Der Redacteur muß Staatsbürger sein, das 25ste Lebensjahr zurückgelegt und seinen ständigen Wohnsiy im Lande haben, Von der Redaction einer Zeitschrift oder Zei-

tung ist ausgeschlossen, wer zu einer entehrenden Strafe oder zum bleibenden oder zeitlihen Verluste der bürgerlihe Ehren rechte oder überhaupt wegen Diebstahls, Unterschlagung, Beirugs

oder Fälschung verurtheilt worden is, Ferner is für die Dauer von zwei Jahren von der Redaction einer Zeitschrift oder Zeitung ausgeschlossen : wer, nachdem er wegen durch die Presse verübter Vergehen innerhalb eines Zeitraums von nicht mehr als drei Jahren mehr als einmal gericht- lich ‘verurtheilt worden is und abermals eines solhen Vergehens sich s{chul- dig macht, bevor von Verkündigung des leßten Urtheils an sechs Monate verflossen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung werden indeß Ber- urtheilungen wegen durch die Presse verübhter Privat-Jnjurien nicht ein- gerechnet,

Art. 3. Auf Blätter oder Zeitschriften rein wissenschaftlichen, artistischen oder technischen Jnhalts, auf amtlich herausgegebene, so wie auf solche Blätter, welche sich auf Zntelligenz-Nachrichten beschränken, finden die Be- stimmungen des vorhergehenden Artikels nur in so weit Anwendung, als auch bei Zeitschriften oder Zeitungen rein wissenschaftlichen, artistisheu oder technischen Jnhalts der Redakteur der Bezirks-Polizei-Behörde zu benennen ist, auf welchen sih aber die Vorschriften des Absayes 2, 3 und 4 des Art, 2 nicht beziehen.

Art, 4, Der Redacteur haftet für den Jnhalt einer Zeitschrift oder Zeitung unter allen Umständen gleich dem Verfasser, wenn er nicht beweist, daß die Aufnahme des strafbaren Juhalts der Zeitschrift oder Zeitung ohne sein Wissen und ohne sein Verschulden erfolgte, Der Redacteur haftet auch dann, wenn er durch Abwesenheit oder andere Gründe an der Besorgung der Redaction gehindert is, so lange niht der Polizei-Behörde ein Stell- Vertreter desselben nah den Bestimmungen des Artikels 2 und 3 benannt worden ist, Während der Erstehung einer Freiheitsstrafe kann der Redak- teur die Redaction nicht fortführen, und es muß für diese Zeit ein Stell- vertreter der Polizei-Behörde benannt werden.

Art, 5, Zu Benennung des Redacteurs für die dermalen bestehenden Zeitschriften und Zeitungen wird eine vom Zeitpunkte der Verkündigung der gegenwärtigen Verordnung an laufende Zeitfrist von 14 Tagen anberaumt, nach deren Verfluß die gesezlihen Folgen der Uebertretung der vorstehenden Bestimmungen eintreten,

Art, 6. Die Herausgabe einer Zeitschrift oder Zeitung, sür welche niht nah den Bestimmungen der Art, 2, 3 und 4, Abs, 3 der Redacteur benaunt is, wird von der Polizei-Behörde eingestellt, bis jenen Vorschriften Genüge geleistet ist, und es sind die dessenungeachtet gedruckten Exemplare wegzunehmen.

Art, 7, Von jedem Hefte einer Zeitschrift is beim Beginne der Aus- theilung ein Exemplar und von jeder Zeitung das zuerst abgezogene Blait unverzüglich durch den Verleger oder, wenn kein solcher benannt is , durch den Drudcker der Bezirkspolizei - Brhörde und außerhalb des Siges der Be- zirksbehörde dem Ortsvorsteher zu übergeben. Auf Verlangen hat die Po- lizeibehörde eine Bescheinigung unter Angabe des Tages und der Stunde der Uebergabe auszustellen. Das übergebene Exemplar muß mit der eigen- händigen Unterschrift des Redacteurs oder eines von ihm zu diesem Zweck aufgestellten und der Polizeibehörde benannten Bevollmächtigten versehen sein, Der unterzeichnete Redacteur oder dessen Bevollmächtigter haftet dasür, daß die ausgegebene Zeitschrift oder Zeitung mit dem der Polizeibehörde übergebenen Exemplar übereinstimmt. Die Vorschrist der Uebergabe eines Exemplars an die Polizeibehörde findet feine Anwendung auf Zeitschriften und Zeitungen rein wissenschaftlichen, artistischen und technischen Junhalts und auf amtilich herausgegebene Blätter,

Art. 8. Das Anbieten, Vertheilen, Ausstrenen oder Anschlagen von Druckfschriften auf Straßen oder an öffentlichen Orten is ohne Erlaubniß der Bezirks-Polizeibehörde und, anßerhalb des Siyes derselben, des Orts- Vorstehers verboten. Von diesem Verbote is ausgenommen das Anschla- gen von Bekanntmachungen zu amtlichen, privatrechtlichen, gewerblichen oder geselligen Zwecken, wie Ankündigung von öffentlihen Belustigungen , Ver- fäufen, Vermiethungen und dergleichen, vorbehältlih des Rechts ber Polizei- Behörde, das Anschlagen solcher Bekanntmachungen an ungeeigneteu Orten zu untersagen,

Art. 9, Die Uebertretung der Vorschriften der Artikel 1—-3, 4, Ab- \hniit 3, 5, 7 und 8 ist an den Verlegern oder Druckern und an deu Herausgebetn, beziehungsweise an Verbreitern (Artikel 8) mit Geldbuße von 140—75 Fl., welche bei wiederholten Rückfällen bis auf 120 (Fl, stei- gen kann, und wenn es sih von absichtlicher Täuschung der Polizei - Be- hörde handelt, überdies mit einer Gefängnißstrafe bis zu 14 Tagen zu ahn- den, Zur Erkennung dieser Strafen sind die Kreisregierungen zuständig.

Unsere Ministerien der Justiz und des Jnunern sind mit der Vollziehung dieser Verordnung beauftragt,

Gegeben Stuttgart, den 25, Dezember 1850,

Wiel m, Miller. Wächter-Spittler., Linden,

Der Staats -An z. enthält Folgendes: „Wie wir hören, \chließt sich unsere Staatsregierung vollkommen an die von München aus in Dresden vertretene Forderung ciner deutschen Volksvertretung an. Die Nachricht, als ob Bayern und Württemberg ein gemeinschaft- lihes Programm für die freien Konferenzen hätten, ist unrichtig ; jede der beiden Regierungen wird selbstständig verfahren, wenn es glei rihtig ist, daß die Vorschläge beider Staaten in vielen we- jentlichen Punkten mit einander harmoniren.“

Demselben Blatte zufolge beshäftigt das Medizinal-Kolle- gium sich gegenwärtig mit den Vorlagen einer Reorganisation, welche sich aber zunächst auf das Kollegium selbst beschränkt; die Erledigung dieser Angelegenheit hängt mit dem Vorschlag der Auf- forderung der Kreisregierungen aufs engste zusammen, und dürste also vor dieser auch nicht erfolgen, Das Medizinal-Kollegium, welches seit dem Jahre 1816 eine blos berathende Behörde ist, würde dann, wie früher, eine administrirende werden, was eine Vermehrung des Personals (an Juristen und nicht praktizirenden Aerzten) zur Folge haben müßte. Die weiteren Aenderungen im Medizinalwesen, wie sie von Vertrauensmánnern berathen und vor- geshlagen wurden, hängen zum Theil von dieser Reorganisation ab, so daß sie auch nur in zweiter Linie den Berathungen des hie- sigen Medizinal-Kollegiums vorgelegt werden können.

Stuttgart, 27. Dez. (Schwäb. Merk,) Dem Verneh- men nach sind zu der neuesten Uniforms-Veränderung bei unserem Militair noch folgende Ergänzungen angeordnet; Der leichte Tschako der Linie ist für sämmtliche Offiziere außerhalb derselben als Ordo- nanz eingeführt. Nachdem die Generale dur die nuliche Abän- derun satt des seitherigen Federhuts den Tschako mit Goldborte und Roßbusch erhielten, ist nun dieselbe Ordonanz, aber mit silber- ner Verzierung, auch für die dienstthuenden Adjutanten des Königs vorgeschrieben, und man hört, daß Se. Majestät selbst si fort- an des Tschako’'s als Kopfbedeckung bedienen werde. Säbel und Sábelkuppeln behalten die Königlichen Adjutanten nach

Knapp, Plessen.“

(ee! Vorschrift. Auch die Play - Adjutanten und die fiziere des Ehren - Invaliden - Corps tragen in Zukunft

den Tschako ohne Roßbusch. Wie den Infanterie - Offizieren eine s{hwarze, so ist den Offizieren der Reiterei und Artillerie eine weiße lederne Säbel - Kuppel zum Tragen für gewöhnli gestattet. Man erfáhrt ferner, daß die neu vorgeschlagene Uniformirung für

die sämmtlichen Angehörigen des Departements des Innern dur höchste Entschließung vom 24sten d, M. genehmigt worden sei; hier-

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nach würde der bisherige Frack, der preußische Hut und Degen weg- fallen, durch einen zweireihigen Rock na österreichishem Schnitt, einen österreichischen fleinen dreieckigen Hut und eine Art von Hirsch- fänger erseßt werden, welch leßterer über den Rock mittelst zweier goldgewirkten Schnüre getragen wird. Auch die weißen Hosen der Ober- uud Regierungs-Beamten sollen mit blauen vertauscht werden.

Baden. Heidelberg, 24. Dez. (Sw; M.) Bei dem Wegzuge der preußischen Truppen aus un}erem Lande blieben "r rere Kranke in dem hiesigen Militairlazarethe zurü. E dieselben an dem hohen Feste, bei welchem Alles sich freut, a ih freuen, so wurde ihnen aus dem Ertragè einer in wenigen q e den zusammengebrahten Sammlung ein Christbaum B I derselbe mit verschiedenartigen Gaben ges{hmüdt. Mit gerührtem Dauke erkannten die Beschenkten diese Liebesgabe an.

Hessen. Kassel, 28. Dez. (D- A 3) Durch Eilaß vom gestrigen Tage hat der Bundeskommissar den bleibenden Stándeausshuß suspendirt. Als Grund diejer alle Gränzen über- schreitenden Maßregel wird angegeben, daß die kurfürstlichen Ver- ordnungen vom 4., 7. und 28. September vollständig durchgeführt werden müßten, der permanente landständische Ausschuß aber dieser Durchführung Hinderuisse bereitet und von seinem Anklagerechte in einer Art Gebrauch gemacht habe, wodurch die bedauerlichsten Zu- stände hätten herbeigeführt werden müssen. Deshalb hat es der Graf Leiningen in Ausführung der Befehle des Bundestages für seine Pflicht gehalten, dem bleibenden Ständeausschusse jedes Zu- sammentreten und jede Aeußerung einer Thätigkeit einstweilen zu untersagen. Ungehorsam gegen diejen Befehl soll nah Kriegsrecht gestraft werden. Dieser Erlaß ist heute den hier befindlichen Mit- gliedern des bleibenden Ausschusses, Schwarzenberg, Henkel und

Gráfe, zur Kenntnißnahme vorgelegt worden. Dieselben haben einfach die Kenntnißnahme bescheinigt.

Hessen und bei Nhein. Mainz, 28. Dez. Jn Folge der eingetretenen milderen Witterung hat das Treibeis des Mains in dem Maße abgenommen, daß es möglich wurde, unsere seit Mittwoch Abend theilweise abgeführte Rheinbrücke wieder aufführen zu können, so daß dem Verkehre unserer Stadt mit dem rechten Stromufer gegenwärtig kein Hinderniß im Wege steht; selbst die Dampfboote der Kölner Gesellschaft konnten heute Mittag an der Landungsbrüde von Kastel ungehindert beilegen. /

Luxemburg. Luxemburg, 25. Dez. (D.R.) Der Regierungs= präsident Willmar ist beute nah dem Haag abgereist, um mit dem Kö- nig - Großherzog und dem Prinzen - Statthalter zu konseriren und sich danu zu den freien Konferenzen in Dresden zu begeben. Die Protokolle der olmübßer Konferenzen waren schon früher unsercr Re- gierung von Frankfurt aus mitgetheilt worden.

Mluslansd.

Hestervreich. Pesth, 25. Dez. (Pr. Ztg.) Eine Deputation von Tabackhändlern oder vielmehr von Fabrikanten is nah Wien abge- gangen, um eine Verlängerung der Einlieferungsfrist für ausländische Tabacke und Cigarren zu erbitten. Es unterliegt auch gar keinem Zweifel, daß diese gerechte Bitte werde gewährt werden, da man die Nothwendigkeit einer Hinausschiebung der förmlichen Einfüh- rung des Taback-Monopols über den bestimmten Termin, 1. März, vorhergesehen zu haben scheint und deshalb die durhgängige unbe= dingte Aufhebung der Zwischen - Zolllinie auf vier Monate später, nämlich den 1, Juli, festseßbte.

Seit dem 23sten haben wir eine ziemlich kalte, trockene Wiite- Der Barometerstand ist so hoch, wie er es seit Monaten

rung. Die Dampfschifffahrt is auf der ganzen Donau

nicht gewesen. cingestellt.

Aus den nördlichen Gebirgs-Komitaten hören. wir, daß vielen Dorfbewohnern ihre Waffen zurückgegeben worden sind, damit sie sih gegen die immer mehr überhandnehmenden Wölfe vertheidigen fönnten. Dagegen wurden dieser Tage in der Wasserstadt in Ofen mehrere Stücke verheimlihte Waffen gesunden und konfiszirt, wäh- rend der Eigenthümer sich vor dem Gerichte stellen mußte und nun seiner Bestrafung entgegensieht.

Dieser Tage kamen wieder drei Cholerafälle bei uns vor, nach- dem diese fast endemish gewordene Krankheit seit längerer Zeit er- loschen hien. Der eine dieser drei Fálle hatte tödtlichen Ausgang, die beiden anderen waren gut geartet und die Kranken genasen nah furzer Behandlung.

Die Personenfrequenz auf der Eisenbahn ist seit dem Beginne dieser Woche eine bedeutend stärkere als in der verflossenen, und dics blos in Folge des Einstellens der Donaudampfschifffahrt. Es scheint also die vielfah aufgestellte Behauptung, die Dampsfschiss- fahrt werde weniger von der Eisenbahn, als leßtere von ersterer beeinlrächtigt werden, ein durch die Erfahrung bestätigter Saß zu sein, dessen Wahrheit übrigens erst daun klar hervortreten wird, wenn in der {bnen Jahreszeit bei andauernder Konkurrenz cin auf eine Reihe von Daten gestüßter Schluß gezogen werden wird,

See 24 O (On B a D) Feldmarschall Graf Radetky hat auf seiner Rückreise nah Italien, die er von Laibach über Görz und Udine machte, unsere Stadt nicht berührt, sondern sich darauf beschränkt, von Mestie aus die ueuen Arbeiten in der Festung Malghera in Augenschein zu nehmen. Man hatte so viel von dem Guten und Neuen, dessen Bringer Radebky sein sollte, gesprochen, daß man nun des Marschalls Nichterschzinen als bóses Omen ansehen wollte; aus welchem Grunde gestern eine De= putation an denselben nach Verona abging, dèren Hauptzweck, so viel wie möglih, Erlangung einer Gewißheit in Der Frei= hafensfrage war, Die Herren Deputirten sind nun, wie man allgemein hört, von ihrer Mission im höchsten Grade befriedigt zurückgekehrt; drei von ihnen, nämlich die Herren Conte Priuli, Treves und Oexle, werden sih noch vor dem neueu Jahr in dieser Angelegenheit nah Wien begeben, und cs scheint, daß Venedig jeßt begründete Hoffnungen hegen darf, das einzige Mittel zu seiner Aufhüúülfe, seinen Porto Franco, wiederzuerlangen, während es sich wahrscheinlich nur noch um einige näher festzusteltende Bedingungen haudelte.

Die hiesige Wintersaison is, vom \{chönsten noch immer un- gewöhnlich milden Wetter begünstigt, bereits in vollem Zuge, und wenn auch zu einem Karneval nah altem Brauh wenig Aus= siht vorhanden, so bringen doch zahlreiche Fremde einiges Leben in die Stadt und Verdienst unter die Bevölkerung. Die Nordländer, Russen und Preußen, sind dieses Jahr namentlich stark vertreten. Auch der Herzog von Bordeaux hat sein Palais wieder bezogen und hält eine große Zahl französischer Legitimisten um sich ver- sammelt. Von anderen hier verweilenden Notabilitäten sind die Herzogin von Berry, der Jufant Johann Karl von Spanien, Sohn des Don Carlos, der Wladikfa von Montenegro und der Fürst von Hohenlohe-Langenburg zu erwähnen.

H Verona, 23. Dez. (Lloyd). Der Empfang, welcher dem Feldmarschall Radebky bei seinem Eintreffen auf italienischem Bo=

den bereitet wurde, war eben so feierlich als glänzend. Am 17ten früh ging der ganze Stab des zweiten Armee-Corps, mit dem Gra=- fen von Gyulai an der Spiße, nah Mestre, wo überdies alle Civil- und Militair-Autortiäten Venedigs dem Marschall vorgestellt wur- den. Nach Verona fuhr er mit einem Sepgrat-Zuge und traf um halb- aht Uhr Morgens unter dem Donner der Kanonen ein, Auf dem Campo Marzo, wo die Truppen. in Parade slanden, angelangt, wurde er mit jubelndem Hurrah empfangen. Ungeachtet seiner Mü=- digkeit und der s{lechten Witterung veranstaltete er sofort eine Re- vue. Das Volk umdrängte ihn massenweise]} und geleitete ihn nah sciner Residenz, vffenbar befriedigt darüber, daß der berühmte Feld- herr die Regierung jencr Provinz wieder übernommen,

Mailand, 23. Dez. (N. B.) Für das Geschäft der Thea- teraufsiht besteht hier eine aus 5 Gelehrten, worunter 2 Geistliche, zusammengesebßte Kommisston.

Die Tresorscheine steigen zujehends im Preisc. Wie man ver= nimmt, sollen die K. K. Beamten in der Lombardie und den ve- netianischen Provinzen demnächst wieder vollständig in klingender Münze bezahlt werden.

Fraukreich. Geseßgebende Versammluug. Sibßung vom 28, Dezember, Den Vorsiy führt Dupin. Die Repräsentan- ten finden sich zahlreich ein und unterhalten sich in großer Aufregung vom Allaiss{hen Prozesse, von Yon und den Artiteln der bonapar=- tistischen Journale. Man weist eine Nummer des Pays herum. Für Yon's Beibehaltung sind, nah allgemeiner Ansicht, Präsident Dupin, Vicepräsidenten Vedeau und Benoist d’Azy, die Quästoren Vaze, Le Flô, Pauat, die Secretaire Chapot und Arnaud (de l’A- riège). Gegeñ die Beibehaltung sind die Vizepräsidenten Daru und Leon Faucher, die Secretaire Peupin, Heeckeren unv Bérard. Ta= gesorduung: Zweite Berathung des Kommerzialgeseßes für Algier. Levavasseur bestreitet die Zollfreiheit für gelbes Wachs und Pflaumen. Lamoriciere bekämpft diesen Antrag, welcher die Rechte der Eingebornen, die nun Franzosen wären, verleße. Er sragt den Handelsminister, ob er auch für die Einfuhr vom Senegal Zollfrei- heit beanspruchen wolle. Handelsminister Dumas spricht sich wegen des geringen Zolles von 3 Franken auf 100 Kilogramme Wachs für die Ansichten der Kommission aus. Lamoriciere bekämpft die Zollfreiheit für Senegalprodukte, welche außer den französischen Nie- derlassungen allein von Sklaven erzeugt würden. Dufaure erklärt, die Marine-Untersuchungs-Kommission bereite Geseße für die Be- ziehungen zn den früheren Kolonicen vor, welche ganz gegen den Geist des früheren Kolonialsystems seien, Die vorgeschla» gene Zollfreiheit mit ihren Konsequenzen habe seine volle Zu- stimmung, denn für den Verlust des Zolls auf den Schmug- gel mit etwa 4 Millionen im Belaufe gebe sie Zoll auf die gesammte Einfuhr nach Algier mit 27,500,000 Franken. Daru bemerkt dazu, daß die Einfuhr aus Algier nah Frankreih 1848 nur 55,739 Fr. an Zoll eingetragen habe. Dagegen würde die Einfuhr aus dem Auslande nah Algier für dasselbe Jahr nah dem neuen Tarife beiläufig 9 Millionen abgeworfen haben. d'Havrin- court bekämpft die Zollfreiheit algierischer Produkte in Frankreich deswegen, weil die anderen Koloniecn sofort dasselbe verlangen wür- den. Er will die Erzeugung von Leinen und Oelfrüchten in Algier ganz verboten haben. Ch. Dupin, Berichterstatter, bekämpft den Antrag und stellt die Einfuhr aus dem Auslande nah Frankreich in Oelstoffen mit 70 Millouen der aus Algier mit 3? Million deshalb zur Seite. Larochejacquelin interpellirt den Justiz= minister wegen Mauguin?s Verhaftung. Er erklärt, er sei nicht auf die Debatte der Rechtsfrage vorbereitet, sondern verlange ein- fach Freilassung dieses Repräsentanten. Wenn die Verfassung des Schuldenarrestes keine Erwähnung gethan, so sei dies darum ge- \chehen, weil die körperliche Haft zur Zeit der Annahme der Contsti- tution nicht bestanden habe. Das Schuldengefängniß Clichy wurde nach dex Februar - Revolution aufgehoben. Er füge nur hinzu, in England und Nord-Amerika säße Mauguin nicht eine Nacht im Ge fängniß, Justizminister Rouher erklärt, da die Verfassung die Trennung der Gewalten sanctionire, könne er ein richterliches Urtheil ohne Pflichtverleßung nicht diskutiren. (Lärm links.) Das Murren gehe nicht gegen ihn, sondern gegen die Verfassung. Seiner Ansicht nach müsse sih ver Gläubiger gegen einen widerspenstigen Schuldner nicht an die legislative, sondern an die richterliche Ge- walt wenden. (Lärm.) Vatismenil verlangt das Wort. (Sen- sation.) Rou her erklärt Angesichls der großen Aufregung der Versammlung, er wolle aus der Frage keine politische machen (Lárm.) Präsident Dupin ersucht wegen der großen Wichtigkeit ter constitutionellen Frage um Ruhe. Rouher verwahrt sich noch- mals gegen jede Diskussion eines Urtheils. Aber er verwahrt sich eben so gegen sofortige Freilassung Mauguin's und will einen regel rechten Antrag in allgemeinem Sinne, Larochejacquelein’s An- trag wird in Form einer motivirten Tagesorduung angenommen, nachdem früher dessen Vertagung auf Montag verworfen worden.

Die motivirte Tagesordnung lautet: „Die gescßgebende Ver sammlung befiehlt, vaß Herr Manguin, Volksrepräsentant, dessen Un verleblichfeit nur durch einen Beschluß der Versammlung angegriffen werden kann, sofort in Freiheit geseht werde.“ Sie Sißung wird aufgehoben.

Paxis, 28. Dez: Der Repräsentant Mauguin ist wegen Schul den in das Schulden-Gefängniß nah Clichy abgesührt worden, nachdem der Prásident des Handelstribunals entschieden, daß die Verfassung von 1848 die Bestimmung der Charte von 1830 nicht enthalte, nach welcher ein Repräsentant wegen Schulden sechs Wochen vor, eben so viel nah und auch während der Sißung nicht verhastet werden kann,

Man glaubt, der Quästor Baze werde Montags die Ansicht des Büreau's der geseßgebenden Versammlung in der Frage über Yon und über den Allaisschen Prozeß von der Tribüne bekannt machen. Das Büreau ijt bis jeßt eutshieven für Yon's Beibehal- tung. Die Legitimisten wollen angeblich mit dem Büreau ftimmen, Yon empfängt seinen Gehalt aach auf Grund des Budgets dez gesebgebenden Versammlung. Das Pouvoir bringt die Nachricht, ver Polizei - Präfekt Carlier habe sämmtlichen unter dem Polizei- Kommissär Yon |tehenden Agenten und Stadt-Sergeanten bekannt gemacht, daß sie niht mehr unter demselben ständen. Eine offizielle, niht Unterzeichnete Mittheilung der Patrie lautet: „Yon hat gestern in der Sißung des Zuchtpolizeigerihtes der Seine die Erklärung von Allais wiederholt und als glaubwürdig bezeichnet, daß derselbe in einer besonderen Audienz vom Präsidenten der Republik empfan- gen worden sei. Diese Angabe is durchaus fals, Sie is eine neue und abscheulihe Verleumdung. Der Präsident der Republik hat Allais nie gesehen.’ Das Pays meint, Yon sei {himpflich aus dem Prozesse hervorgegangenz selbst Herr Dupin werde dies nicht leugnen können. Wenn man mit Yon noch eine leihte Färbung von Mitleiden habe, so geschehe dies nur darum, weil er, das Werkzeug ci= ner höheren Intelligenz, ein Opfer geworden, wo er naiv von der Rolle eines Triumphators geträumt habe. Was endlich die, wegen dieser Angelegenheit angekündigten Interpellationen betreffe, so sei es neugierig, die Vertheidiger dieses Mannes zu sehen, der, um si{ch eine momentane Bedeutung zu geben, um einer

Kotterie zu gefallen, sich freiwillig zum Mitschuldigen an einem lügenhaften und verleumderishen Berichte gemacht habe. „Wir hätten,“ führt das Pays fort, „aus dem Munde von Yon’s Bes \{hüzern selbst gern gehört, welche Beweise sie dem Brandmale, womit ihn Staatsanwalt und öffentliche Meinung gezeihnet haben, enf- gegentreten wollten, während sein Werkzeug Allais verurtheilt wurde,“ Daß bei der nächsten Büreauwahl Dupin nicht mehr zum Prásidenten gewählt werden könne, hält dieses bonapartistishe Blatt für feststehend. Die legitimistishe Opiuion publique dagegen glaubt, eine große Auzahl Repräsentanten sei eutschlossen, die belei- digte Würde der Versammlung zu wahren.

Der Parteiverein der Rue de l'Université unter Molé?s Lei- tung hat beschlossen, das Geseß über die Sonntags-Heiligung nicht an den Staatsrath zu verweisen, wohl aber dessen Debatte nicht zu sehr zu beeilen, damit der üble Eindruck, den Montalembert? s Be- richt auf viele Mitglieder der Majorität gemacht habe, sich ab- \{chwähe. Der legitimistishe Parteiverein der Rue de Rivoli ist derselben Ansicht. Die parlamentarische Reunion der Rue de lPUni- versité hat sich in ihrer legten Sißung auch mit dem Antrage auf außerordentlihe Berufung der General - Conseils beschäftigt. An der Disfussion nahmen Theil die Herren Molé, Mortemart, Deujoy, Fresnau, Desmousseaux de Givré , Moulin, Bussières und Vitet, Die Versammlung sprach sich einstimmig für das Prinzip des An- trages aus, behielt sich aber ihre Meinung über bie Detail-Bestim- mungen vor. Die Versammlung war zahlreich und zählte bereits neue Anhänger.

Ein Dekret des Präsidenten der Republik verlängert die obrig= feitlihe Bewillizung der Sparkasse von Bordeaux bis zum 31. De- zember 1853,

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Großbritanien und Jrland. London, 28. Dez. Der Prásident der Vereinigten Staaten wird nicht, wie ex früher beahb- sichtigte, zur loudoner Jndustrie - Ausstellung kommen.

Eins der berühmtesten Mitglieder der londoner medizinischen

Akademie, Herr Labarraque, auch außerhalb Englands durch seine | bedeutenden medizinischen Werke bekannt, ist in einem Alter von 75 |

Jahren gestorben.

Der spanische und der sardinische Gesandie sind gejtern zu ei- nem Besuche bei Lord Palme1ston nach Broadland abgerei|t.

Vom 1. Januar 1851 tritt die neue Postreduction fur Briefe zwischen England und Schweden ins Leben. Briese über Hamburg adressirt von oder nah Schweden und Norwegen zahlen 1 Sh, 3 Pce. für die halbe Unze und nach diesem Maßstabe aufwärts. Briefe, welche mit Schiffen direkt nah oder vou Schweden und Norwegen oder über Dänemark gehen, zahlen blos 6 Pce, für die halbe Unze und in dieser Progression aufwärts. Blos in letteren Fállen muß beiderseits frankirt werden.

Nufßlaud und Polen. St, Petersburg, 22. Se. Majestät der Kaiser hat folgendes Handschreiben an den Ad miral, Ober-Befehlshaber der Flotte und Häfen des Schwarzen Meeres und General - Adjutanten Lasarew 1. gerichtet: „Seitdem Wir Jhrer erprobten Erfahrung die Verwaltung der Marine im Süden des Reiches anvertraut, haben Wir mit bcsiändiger Ausf- merfsamfeit die {nelle Entwicelung derselben und die Ausführung aller Unserer Weisungen verfolgt, welche bezweckten, die Flotte des Schwarzen Meeres und die mit ihr in Verbindung stehenden Ver« waltungszweige zu demjenigen glänzenden Zustande zu erheben, in welchem sie sch jeßt besinden. Diese Unseren Absichten vollkommen entsprehende Einrichtung der Flotte und Háfen des Schwarzen Mee res reiben Wir Jhren unermüdlichen Bemühungen, Ihrem uncah lässigen Eifer und Jhrer musterhaften Thätigkeit zu, wodurch sich stets Jhre lobenswerthen und nüßlichen dem Throne und Vater- lande geleisteten Dienste ausgezeichnet, und ernennen Sie zum Zei= chen Unserer besonteren Erkenntlichkeit allergnädigst zum Ritter dcs Ordens des heiligen Apostels Andreas des Ei stberufenen, Dessen Jusignien Wir Jhnen hierbei mit dem Befehle übersenden, sie an- en und dem Statute gemáß zu tragen. Uebrigens verbleiben

Dez,

zulegen ( ns ) Wir Jhnen wohlgewogen, St. Petersburg, 17. Dezbr. 15890, Nikolaus.“

St, Petersburg, 24. Dez, Se. Majestät der Kaiser hat, mittelst Tagesbefehls im Marine - Ressort vom 18. BVezembver,

nachstehende Ernennungen verfügt: der Admiral Ricord zum Prâä- sidenten des wissenschaftlichen Marine - Komité’s, mit Beibehaltung seiner Function als Mitglied des Admiralitáts - Conseils; der Prásident des wissenschaftlihen Marine - Komité?s, Vice - Admiral von Lütke, zum Ober-Kommandanten des Hafens und zum Militair

Beibehaltung der Würde eines

Gouverneur der Stadt Reval, mit General-Adjutanten; der Flotten-Kapitain ersten Ranges, Tschigir, Stabs-Offizier beim Stabe des Hafen-Kommandanken in Sebasto- pol, zun Stabs - Offiziere des Stabes der Flotte und Hafen des Schwarzen Meeres

Brüssel, 29, Dez. Senat und Repräsentanten Kammer haben den von der Regierung vorgelegten Geseßentwurf in Betreff der Goldmünzen, dem die Besorgniß zum Grunde liegt, daß Frankreich in kurzem sein Geldsystem ändern werde, nach leb hafter Diskussion unverändert angenommen. Die vier Actikel desselben, der heute bereits im Moniteur, nah erfolgter König- licher Sanction vom 28sten d,, als Geseß publizirt wird, lauten: Artikel 41. Der Artikel 1 des Gesehes vom 31. März 1847, wel cer die Verfertigung von Goldstücken von 10 und 25 Fr. verfügt,

Artikel 2, Die Regierung ist ermächtigt, den ge

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Belgien.

ist aufgehoben. Er igt, seßlichen Cours dieser bis zum Betrage von 14,046,025 Fr. ange- fertigten Goldstücke aufhören zu lassen. Bevor sie von diejer Boll macht Gebrauch macht, wird sie eine &rist festseßen, um sie (die Goldmünzen) in den Staatsfa|sen zum Nominalwerthe auszuwech\elu, Artikel 3. Die ausländischeu Goldmünzen hören aus, in Belgien geseßlihen Cours zu haben. Artikel 4. Das gegenwärtige Geseh wird mit vem Tage seiner Bekanntmachung obligalorisch sein.“

Ftalien. Turin, 23. Dez. (W. Z,) Der französische Be- vollmächtigte, Herr His de Butenval, hat vorgestern sein Beglaubi- gungs-Shreiben dem König eingehändigt.

Florenz, 18. Dez. Der Coxriere mercantile bringt Näheres über die Umtriebe, welche die Schließung der Universität zu Siena veranlaßten. Die Studirenden waren nämlich angehalten worden, geistliche Vorträge in der Kirche zu hören, deren Juhalt den Exaltirten unter ihnen reactionair erschien. Statt ihrem sub- jeftiven Mißvergnügen das durch die Heiligkeit des Ortes gebotene Stillschweigen aufzuerlegen, machten sie in der Kirche selbst einen lärmenden Exzeß, wodurch die Schließung der Universität veranlaßt wurde und die Studirenden, welche sich so auffallend kompromittirt hatten, eines Studienjahres verlustig werden.

Florenz, 23, Dez. (W. Z.) Von Seiten des Ministeriums des Innern wurde das piemontesishe Journal Risorgimento in Toscana verhoten,

Ferrara, 22. Dez. (W. Z.) Die Konferenzen bezüglich der freien Po - Schifffahrt sind beendet und alle Kommissäre abge=

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reist. Es wurde eine Central - Kanzlei errichtet und ein Reglement nebs Instructionen für die Einhebungsämter entworfen.

Rom, 19, Dez. Der Observatore Romano erklärt si ermächtigt, die von Galignani's Messenger gebrachte Nach= richt, es habe der päpstlihe Nuntius in Paris den Auftrag, keinem Engländer einen Paß nah dem Kirchenstaate zu visiren, für falsch zu erfláren.

Rom, 21. -Dez. (W. Z.) Der brasilianishe Gesandte Mouttinho is aus Florenz, Fürst Barberini aus Olmüß und Fürst Chigi aus Wien angelangt.

Der Polyglott Ampere wurde zum Mitgliede der arkadischen Akademie ernannt.

Türkei. Konstantinopel, 14. Dez. (Ostd. P.) Die Lantmacht der Türkei theilt sich in 6 Armeecorps, die Armee von Stambul und Rumelien in Europa und in die jensitigen Armeen von Skutari, Anatolien , Arabistan und Jrak von Hedschas., Eine jede hat $ Infanterie -, 4 Kavallerie - und 1 Artillerie-Regiment. Hierzu kommen noch 2 Jngenieur- uud 1 Reserve - Artillerie- Regi- ment. Die administrativen so wie gerichtlichen Angelegenheiten zu versehen, ist jedem Armee-Kommaudanten ein Conseil (Medschlis) bei=z gegeben, welhes, von einem Feril (General-Lieutenant) prásidirt, noch einen General-Major (Liva), 2 Obersten der Truppe, 1 Obersten des Generalstabes, den obersten Rehnungsbeamten, einen Stabsarzt höheren Ranges und einen Geistlihen (Jman) für die Rechtspflege begreift, und welhem die entsprehenden Kanzleien und Rechnungs- beamten zur Seite stehen. Außerdem sind 3 ähnlich zusammenge- seßte Conseils bei den Ober - Kommanden der sämmtlichen Streit- macht (Seraskierat), der Marine und der Artillerie. Das Fuhr= wesen is mit der Artillerie vereinigt, Pontoniere sind keine und von sogenannten Extra-Corps überhaupt nur der Generalstab vorhan- den. Den Normalstand der Regimenter, zu 3000 Mann gerechnet, sann man füglih die Summe der regulairen Streitmacht der Türs- fei auf 250,000, die Marine außer Acht lassend, schäßen. Der Soldat is gut gekleidet und wird wohl gehalten, meist mittleren Slages, ist er kräftig und hat wenig Bedürfnisse. Die Jnfan- terie besonders is im Gebrauch ihrer Waffen und in den taktischen Evolutionen wohl geübt. Wenn man nun auch die irregulairen Neitermassen in Anschlag bringt, welche die Türkei in Bewegung seßen kann, und die mit 100,000 nicht überschäßt sein dürften, so erhält man ein Ganzes, welches einer jeden Macht Bedenken erre- gen muß.

Die Angelegenheit der 30 zur Anstellung bestimmten Vber-Df- fiziere der Emigration ist endlih dahin entschieden worden, daß ci- nem jeden eine Entschädigungs-Summe von 4000 Piastern (400 Fl. C. M.) als definitive Abfindung verabreiht worden t - Die unglücklichen, in Schumla übrig gebliebenen Reste (etwa 600 an der Zahl) harren noch ihrer Erlösung.

M arkt- Werichte.

Berliner Getraideberiht vom 34, Dezember. Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt : Meizen nach Qualität 47 —51 Rthlr. 37 Rthir. pr. Dez. 35 Rthlr, nominell, pr. Srübiahr 1851 3/77 Nthlr. Bp, H7 bez, u, O. Mai /Juni 375 Riblr, Br,// 974. O. (Herste, große loco 25—26 Rthlr. fleine 23—25 Rthlr. Hafer lvco nah Qualität 23 25 Rthlr. schwimmend 23—24 Rthlr. Ae

: B CDER KoAgin lucVU 29

¡8pfd. pr. Frühjahr 23 Rthlr. Br., 225 O. DOUO, 205 No D, 20 O Frbsen, Koch- 40—46 Rthlr., Futter-= 35-—39 Nthlr Rüböl lvco E, / : 10% Ribly. bez, 1. Bi

pr. diesen Monat )

V, ON Iun, 107 Nl, B, L077 S.

An. ZVebr. 10725 4 4 Nl. vez, L105 Dr, 10 H Febr. /März 105 Rthlr. Br., 103 G.

März / April } ;

Y = 1 Rihlr. Byr, 10% a H

April /Mai ) A

Leinöl loco 115 Rthlr. Br. V SruDiabr 117 a 141 V:

Mohucl 135 Rthblr. Dao 1 a 0 JtUbIY. Südsee - Thran 12% Rthlr. Spiritus loco ohne Faß 167; Rthlr. verk. i‘ E 2 E ( LVA s Nthlr. Dr, 16 5, (9 Fan. /Febr, 165 a 5 Nihly, verl, 165 Br, 2 G.

Febr. /März 174 Rthlr. Br., 16% G. März / April 174 Rthlr. 177 G. ) pr. Frühjahr 17% Rthlr. Br., 175 G. Wetter: stark thauend. Geschäftsverkehr : \ Weizen : Roggen : Hafer: RUbsöl : Spiritus :

Br.,

©itmmung.

Sámmlliche Aitikfel in matter

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 30. Dezember. Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 5 Sgr., auch 1 Rthlr. 21 Sgr. 3 Pf. Roggen 1 Rthlx. 16 Sgr. 14 Pf., auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf. Große Gerste 1 Rthlr. 4 Sgr. 5 Ps, auch 1 Rihlr, 3 Sgr. 9 Pf. Haser 1 Rihlr, 3 Sar, N, Q 25 Say, 2 P, Erbsen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Ps. Zu Wasser: Weizen 2 Rthlr. 6 Sgr. 2 Pre U: 4 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 15 Sgr. z; große Gerste 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthir, 2 Sgr. 6 Pf.z Hafer 1 Rthkr. 2 Sgr, 6 Ps, auch 1 Rihlr. 1 Sgr. 3 Pf. ; Erbsen 1 Rthlr. 16 Sgr. 3 Pf. (\{lechte Sorte) Sonnabend, den 28. Dezember. Das Schock Stroh 9 Rthlr,, auch 7 Rthlr. 20 Sgr. Der Centner Heu 22 Sgr. 6 Pf., geringere Sorte auch 20 Sgr.

Stettin, 30. Dez. (Ostsee-Ztg.) [Wochenbericht.] Das Wetter behält noch immer den unbeständigen Charakter zwischen einigen Graden Kälte und Wärme fast täglich wechselndz in legter Naht hat es wieder etwas gefroren.

Der Festtage wegen war das Geschäft im Laufe der vorigen Woche sehr unbedeutend und läßt slch auch nicht einmal von beson= deren Preisveränderungen etwas berichten, da sih fast alle Artikel auf ihrem früheren Standpunkt behaupteten, Nur Rüböl machte hiervon eine Ausnahmez in Folge des Frostwetters zu Anfang der Woche mehr begehrt und etwas höher bezahlt, ließ die Kauflust bei der gelinderen Witterung wieder nah und am Sonnabend wurde

E E E E

die Stimmung pléblich wieder so flau, daß ein j um Tue Rthblr. pr. Ctr. ae o $ ein Rlälzang bér Preise nser Weizengeschäft ruht in sanftem Sch{lummer 2 i

wohl auch nicht früher erwachen wird, als rgen ernstlicher Mos etwas mehr Leben in den Getraidehandel. Englands bringt, Einst- weilen fehlt es aber sowohl in England als auch hier, so ganz an Vertrauen zum Geschäft, daß es kaum noch möglih is, Gebote auf angestellte Partieen zu erhalten. Den früheren Erfahrungen in ähnlichen Verhältnissen aber ganz entgegen, bleiben die Anstellungen aus dém Jnlande auf Lieferung ungewöhnlich klein, und man möhte in Zweifel gerathen, wenn man in diesem Augenblicke mittheilen sollte, ob die Zurückhaltung der Inhaber oder der Käufer größer sei, Gchanktelt sind anfangs voriger Woche: 100 Wspl. gelb \{les. 89pfd. im Frühjahr abzuladen, zu 48 Rthlr., 2 Mt. pari frei ab Breslau, und 60 Wspl. desgl. 89pfd., hier zu liefern im Frühjahr, zu 52 Rthlr frei hier; ferner wurden gestern begeben 40 Wspl. gelb \chles. 88pfd. loco, zu 48 Rthlr. pr. 89pfd. Eine Ladung von 60 Wspl. gelb. \ch{le\. 84pfd. auf hier {wimmend, is zu 50 Rihlr. öfferirt, 49 Rthlr. geboten, Auf Frühzjahrslieferung ift nihts angetragen.

Roggen ziemlich unverändert, loco 35 a 36 Rthlr., Dezbr. Januar 82pfd. 354 Rthlr. bez. u. Br., pro Frühjahr 82pfd. 37% Rthlr. bez.,, Br. u. -Gld., 86pfd. 38 bez. u. Br, Mai—Juni 82pfd. 374 Rthlr.

Gerste nicht angetragen, für schles. 75pfd. pro Frühjahr bleibt 265 Rthlr. Gld.

Hafer in loco begehrt, 50—54pf Frühjahr wird pomm. 52pfd. auf 25 geboten.

Kleine Kocherbsen pro Fruüjahr sind zu 40 Rthlr. offerirt. Futtererbsen 37 a 38 Rthlr.

Von Rüböl erwartet man große Ankündigungen am 2, Ja- nuar; die Stimmung bleibt daher auch heute troß des kälteren Wetters flau, pro Dezbr. und Januar—Februar 10% Rthlr. Br., Februar—Máärz zu 105 Rthlr. begeben, März— April 105 Rthlx., April—Mai 107%; Rthlr. Br.

Leinöl in loco 11 Rthlr. Br., 105 Rthlr, Gld.

Rapps und Rübsen ohne Handel.

Rappkuchen 30 a 32 Sgr. Leinkuchen 45 Sgr.

E Spiritus in loco 23 % Gld., pr. Frühjahr 21 % Br., 217 % Geld.

Zink ohne Handel, pr. Frühj. auf 4 Rthlr. 25—24 Sgr. ge- halten, 4; Rthlr. vielleiht zu machen.

Pernauer Leinsamen 95 Rthlr. Br.

Nach der Börse. Roggen 82pfd. pr. Jan.—Febr. 35% Rthlr. Br., 354 Rthlr. bez., pr. Frühj. 37 Rthlr. bez., Br. u. Gld. 86pfd.

d. 24 a 25 Rthlr. bez., pro Rthlr. gehalten, 245 Rthlr.

38 Rthlr. Br.

Hafer loco frei ins Magazin geliefert mit 25 Rthlr. bez., loco

245 Rthlr. Br., pr. Frühj. 24% Rthlr. Br.

Rüböl loco 10 Rthlr. bez., pr. Jan.—Febr. 10% Rthlr. Br., 107, Rihlr. Gld., pr. Febr.—März 107 Rthlr. bez., pr. März— April und April—Mai 105 Rthlr. bez, 107; Rthlr. bleibt Geld.

Spiritus aus erster Hand zur Stelle ohne Faß 23 a 234 % bez., aus zweiter Hand in loco ohne Faß 225—2 % bez., mit Faß

290 bez, Pr, GLUDI, 212 0e U Dl.

L) bi

i Köln, 28. Dez. (25 Scheffel.) Weizen 5 Rthlr. 5 Sgr. Waare, pr. März 5 Rihlr. 10 Sgr. Waare, do. 89pfd. 5 Rthlr. 19 Sgr. Waare, 5 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf: Geld, pr. Mai 5 Rthlr. 15 Sgr. Waare, do. 89pfd. 5 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf. Waare, 5 Rthlr. 20 Sgr. Geld. | / |

Roggen direkt 4 Rthlr. 15 Sgr. Waare, pr. März 4 Rthlr. 20 Sgr. Waare, 4 Rthlr. 19 Sgr. Geld, pr. Mai 4 Rthlr. 25 Sgr. Waare, 4 Rthlr. 24 Sgr. Geld.

Gerste, hiesige 3 Nthlr, 15 Sgr. Waare, do. oberländ, 4 Rthlr. Waare. Hafer direkt 2 Rthlr, 7 Sgr. 6 Pf. Waare.

th

Reps 9 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf. Waare. Rüböl pr. 256 Pfd. mit Faß compt. 29° Rthlr. 22 Sgr.

6 Pf. Waare, in Partieen 29 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf. Waare, pr.

Mai 30 Rthlr. Waare, pr. Oftober 30 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf. Waare,

30 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf. Gld. , geläutert 31 Rthlr. Waare. Spiritus, effekt. mit Faß, 80% pr. 130 Qrt. 241 Rthlr. 22

Sgr. 6 Pf. Waare, gerein. 90% 27 Rthlr.-45 Sgr. Waare

Königliche Schauspiele.

Mittwoch, 1. Jan. Im Opernhause. 1 se Abonnements- Vorstellung : Der Prophet, Oper in 5 Akten, Musik von Meyerbeer, (Mad. de la Grange: Fides, als Gast.) Anfang 6 Uhr.

Preise der Pläße: Ein Billet zu den Logen des Prosceniums, des ersten Ranges und im ersten Balkon 2 Rthlr. Ein Billet zum Parquet, den Parquet-Logen, zur Tribüne und zum Orchester 1 Rihlr. 15 Sg1 Ein Billet zu den Logen des zweiten Ranges und den daselbst be- findlichen Logen des Prosceniums 1 Rthlr. Ein Billet zu den Lo- gen des dritten Ranges, im Balkon und zum Parterre 20 Sgr Ein Billet zum Amphitheater 10 Sgr. Ein Billet zu den Frem deu-Logen 3 Rthlr.

Donnerstag, 2. Jan. Vorftellung: Das Herz vergessen! zu Putlib. Hierauf : Tempora multantur , Herren, Lustspiel in 3 Akten, von C. Blum.

Freitag, 3. Jan. Jm Opernhause, Mit aufgeh nement: Der Prophet, Oper in 5 Akten, Musik von (Mad. de la Grange: Fides, als Gast.) Anfang

Preise der Pläbe wie oben.

Im Schauspielhause. 2te Abonneme! Lustspiel in 1 Aft

nor

Königsstädtisches Theate1

Mittwoch, 1. Jan. 1851. “Gastrolle d Mad. (Jtalienische Opern - Vorstellung.) Otello 1 Moro di Ÿ (Othello, der Mohr von Venedig.) Oper in 3 Akten Rossini. (Mad. Castellan: Desdemona.)

Donneritaa, 2 Zan, Der Markt der Jdeen vester - Zeitungsscherz in 1 Aft (nach von Leuwen), und Episoden, von D. Kalisch, Die Karrikaturen und P tamorphosen nah Zeichnungen der Herren Steiniß und Heyl. Die Manövers und Diyvertissements von Herrn Medon. Die am Schlusse erscheinende Sonne vom Königlichen Feuerwerker Herrn Dobermout. Die scenischen Ausshmüdcckungen und die Tableaux im Zuge vom Decorationsmaler Herrn Köhn. (Kostüme neu.) Vorher : Das Geheimniß des Forsthauses. Original - Charakterbild mit Gesang in 2 Akten, von Friedrih Kaiser.

Freitag, 3. Jan. Der Markt der Ideen. heimniß des Forsthauses.

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Vorher: Das Ges-