1851 / 12 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

daß dem Gesebe allerdings eine Ausführungs-Verordnung folgen verde, wodurch Herr Dr, Großmann sich beruhigt findet.

Hierauf folgte als zweiter Gegenstand der Tagesordnung die Berathung des Berichts der vierten Deputation über die Petition des Vereins zum Frauens{huße um eine zeitweilige Unterstüßung von 500 Rthlr. aus Staatsmitteln zu Beförderung der von dem gedachten Vereine angestrebten Zwecke. Der Zweck des Ber- eins ‘iste verwaisten Töchtern aus den gebildeten Ständen einen Zufluchtsort zu eröffnen, welher ihnen neben äußerem Schuße er- leihterten Unterhalt und Gelegenheit zu angemessener Wirksamfkcit bieten soll. Es is demnach nicht eine reine, gewöhnliche Versor=- gungsanstalt , was der Verein ins Leben gerufen hat, fondern er will namentlich den in der Anstalt Aufgenommenen Gelegenheit bie ten, statt ihr Leben thatenlos zu verktrauern, sich durch Anwendung ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten nüblih zu erwei}en. Unter rühm- lihster Anerkennung der segensreichen Zwecke des Vereins stellte dic Deputation den Antrag: „die Kammer wolle im Vereine mit der zweiten Kammer bei der hohen Staatsregierung für ten „Verein zum Frauenschuß ‘“ eine den Bedurfnisjen der Anstalt entsprechende mindestens 500 Rthlr. betragende Beihülfe beantragen.“ _

Nach einer längeren Debatte, in welcher die Herren Sccretaire Starke und von Polenz, Herr Bürgermeister Pfote nhauer, Herr von Egidy, Herr von Welck und Andere das Gesuch des Vereins unter vielfachem Lobe desselben dringend befurworteten und nur Se. Königl. Hoheit Prinz Johann und Herr Regierungsrath von Zehmen, unter prafktischem Gesichtspunkte, jedoch cbenfaîls hei vollständiger Anerkennung der vortrefflichen Tendenz des Ver eins, dagegen sprachen, fand das Deputations - Gutachten gegen 3 Stimmen Genehmigung. i

Endlich beshloß die Kammer noch auf Anrathen der Deputa- tion, die Petition Mönch’s und Genossen, einige Uebelstände in den geseßlichen Bestimmungen des Geseßes über den Abbau der Kohlen betreffend, der Staatsregierung zur Berücksichtigung zu übergeben. Die öffentliche Sißung wurde hierauf durch den Herrn Präsidenten 52 Uhr mit dem Bemerken geschlossen, daß die nächste morgen früh 10 Uhr stattfinden werde. Es folgte hierauf noch eine kürzere geheime Sißung. :

Jn der heutigen Sißung der zweiten Kammer, die nach 40 Uhr in Anwesenheit der Herren Staats-Minister Dr. Zschinsfy und von Friesen, so wie der Königlichen Kommissare Herren Geheimer Rath Kohlschütter und Geheimer Finanzrath Opelt, begann, brachte die Registrande eine von dem Abgeordne- ten Reichenbach eingebrachte Juterpellation über den Stand der Arbeiten zur Vorlage einer neuen Gewerbe-Ordnung, die derselbe mündlih näher begründete. Derselbe will durch die Beantwortung dieser Interpellation, resp. durch eine beruhigende Zusicherung, die von einigen Seiten aufgetauchte irrthümliche Ansicht gänzlich besei tigt sehen, als ob die Regierung sich um den Haudwerkerstand gar niht bekümmere. Der Präsident sagt die sofortige Ueberweisung dieser Interpellation an das betressende Ministerium zu.

Auf der Tagesordnung stand fortgeseßte Berathung des Be- richts der ersten Deputation über den Geseß-Entwurf wrgen Abän- derung einiger Bestimmungen des Geseßes über die Verhältnisse der Civil-Staatsdiener vom 7. Márz 18395. Die Berathung war gestern bei $. 1 der Vorlage abgebrohen worden. Dieser seßt fest, daß das bei einer Versezung in Ruhestand nah $. 19 des Staatsdienergeseßes für die Dauer der Quieszirung zu ge währende Wartegeld den Betrag von 2000 Thalern nicht üÜüber= steigen darf. Die Deputation will diese Bestimmung auch auf $. 9 des Staatsdienergeseßes ausgedehnt wissen, so daß auch das Warte= geld quieszirter Staatsminister (bisher 3000 Rthlr.) künftig nur 2000 Thaler betragen “soll. Zu diesen beiden entgegenstehenden Ansichten war gestern vom Abgeordn. von der Planib der An- trag eingebraht und von der Kammer ausreichend unterstlißt wor- den, daß das nah $. 9 des Staatsdienergeseßes von 1835 den Vorständen der Ministerien für die Dauer einer Quieszirung zu gewährende Wartegeld auf 2500 Rthlr. festgestellt werde. Es lie- gen sonah der Kammer hinsichtlich der Wartegelder der Staats- minister drei abweichende Vorschläge vor, während hinsichtlich des nach $, 19 des Staatsdienergeseßes den übrigen Staatsdienern zu gewährenden Wartegeldes darüber Einstimmigkeit herrscht, daß es 2000 Rthlr. nicht überschreiten darf.

Die Debatte eröffnete heute der Abg. Haberkern, Derselbe tritt im Allgemeinen dem Antrage der Deputation bei, erkennt aber die von dem Herrn Minister des Junern gestern gemachten Aus- führungen in einzelnen Fällen als richtig an, und versucht in Folg: dessen den Antrag der Deputation mit dem des Abg. von der Pla- niß zu verbinden. Er beantragt nämlich, den $. 1 der Regicrungs- Vorlage auch auf $. 9 des Staatsdienergeseßes auszudehnen, jedoch in der Art, daß in solchen Fällen, wo der G. halt, den quieszirte Minister vor ihrem Eintritte ins Ministerium bezogen, mehr als 2000 Rthlr. betragen hat, das Wartegeld derselben auf die Höhe dieses vorherigen Gehaltes gebracht werden, aber in keinem Falle über 2500 Rthlr. betragen joll.

Der Abg. Rittner erklärt sich für die Annahme der Regierungs- Vorlagez eben fo die Abg. von Nostiß, Thiersch und Meisel.

Der Abg. Riedel, der gestern gegen das ganze Gesehß stim= men wollte, erklärt, daß er dem Deputations - Antrage beistimmen werde. Jn gleichem Sinne spricht der Abg. Unger.

Herr Staats-Minister De. Z\chin sky weist in der Verthcidi- gung der Regierungs - Vorlage nohmals darauf hin, daß Wartegel- ver an Minister nur in sehr seltenen Fällen eintreten können, indem der sogenannte parlamentarische Rücktritt eines Ministers zu keinem Wartegelde berechtige, und daß dieses Wartegeld in keinem Falle von langer Dauer sein könne, weil das Ministerium es jederzeit in der Hand habe, den betreffenden quieszirten Minister wieder anzustellen. Dem Staate werde also in keinem Falle eine große Last durch die Annahme der Regierungs-Vorlage erwahsen, während für den mög= licherweise hier getroffen werdenden Minister es ungleih wichtiger sei, ob er 2000 Rthlr. oder 3000 Rthlr. erhalte. Daß der Gehalt der Staats-Minister in Sacsen nicht der Art sei, daß Reichthümer von ihm zu sammeln, sondern eben nur ausreiche, dürfte hier eben so wenig ganz außer Acht zu lassen sein, wie der Umstand, daß in manchen Fällen doch Vieles darauf ankommen dürfte, geeigneten Männern die Annahme eines Minister-Postens nicht zu erschweren.

Der Abgeordnete Reichenba ch spricht für den Haberkorn-

chen Antrag. Auf Antrag des Abgeordneten von Beschwig wird die Debatte geschlossen. Näch einem kurzen Schlußworte des Referenten, der durch die Erklärung des Herrn Staats = Mini- sters, daß der sogenannte parlamentarische Rücktritt“/ keinen An- \pruch auf Wartegeld gewähre, die Sathe allerdings wesentlich ver- ändert erachtet, daher von einer Vertheidigung des Deputations- Antrages absicht und ausdrücklich bemerkt, daß die Deputation nit beabsichtigt habe, solche Männer, die mit Muth und Treue fúrs Vaterland gewirkt, mit diesem Antrage zu treffen, wird zur Abstimmung übergegangen.

Der Antrag der Deputation wird gegen 14 Stimmen abge- lehntz dasselbe Schicksal haben der Haberkornsche Antrag und der des Abgeordneten von der Planiß, die mit 36 Stimmen abgelehnt

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werdenz \chließlich aber wurde $. 1 nach der Regierungs - Vorlage gegen 5 Stimmen angenommen. y :

Bei $. 2 sind zwei Prinzipfragen zur Erledigung zu bringen, über welche sich die Deputation niht zu vereinigen vermocht hat. Die erste dieser Fragen betrifft die Art und Weise, nach welcher der jährlihe Durchschnitts = Betrag des Dienst - Einkommens ermittelt werden soll, welcher der Pension als Basis zu dienen s: HDier liegen drei verschiedene Vorschläge vor, nämlih: a) der der Re- gierung, welchem von den sieben Mitgliedern der Deputation zwei beigetreten sind, und nah dem der jährlichen Pension der Durch- schnitts - Betrag des in den leßten dret Jahren bezoge-

nen Dienstgehaltes untergelegt werden soll, während b) drei Mitglieder der Deputation einen Zeitraum von 5 Jah-

ren erforderlich erachten, und e) zwei Mitglieder diesen Zeit=- raum auf 10 Jahre festgestellt wissen wollen,

Die zweite Hauptfrage bei $. 2 ist die Feststellung des ali- quoten Theils des von dem Staatsdiener bezogenen und nach eiuem durcschnittlichen Betrage gesundenen Diensteinkommens, mithin die Feststellung der Pension selbst, Auch hier liegen zweierlei Vor= schläge vor. Die Regierung hat ihre ursprünglichen Anträge unter Festhaltung des Grundsates, daß die Pension vom erfüllten 10ten Dienstjahre mit 30 pCt. beginnen und bis 80 pCt. steigen soll, da- hin abgeändert, daß vom erfüllten 10ten bis mit dem 15ten Dienst= jahre die Pension 30 pCt. betragen, vom 15ten bis mit 25sten Dienstjahre um jährlich 1 pCt,, vom 25sten bis mit 35sten Dienst- jahre jährlich um 15 pCt., vom 35sten bis mit dem erfüllten 45\stten Dienstjahre aber jáhrlich um 25 Prozent anwachsen o Hiermit hat fch die Majorttak dexr Deputation ein- verstanden erklärt. Die Minorität der Deputation (die Abgeordneten Heyn und Oehme) s{lägt dagegen vor, den als Pension zu verabreichenden aliquoten Theil des ermittelten Dienft- ecinkommens vom erfüllten 10ten Dienstjahre an zwar mit 30 pCt. beginnen und bis zum 15ten Dienstjahre in dieser Höhe bestehen, dann aber bis nach crfülltem 50sten Dienstjahre jährlich um 1 pCt. ansteigen zu lassen.

Ueber diesen Paragraphen ergriff ebenfalls wieder der Abg, Heyn zuerst das Wort, der die Ansichten der Minorität der Deputation ver= theidigt und hinsichtlich der in den verschiedenen Anträgen liegenden Unterschiede auf die dem Berichte beigegebenen Tabellen verweist, Er kann die Ansicht nicht theilen, daß die Annahme des Minder heitsantrags einen Mangel an guten und tüchtigen Staatsdienern herbeiführen wirde, und legt größeres Gewicht auf die Erleichterung der Lasten des Steuerpflichtigen. Gute häusliche Einrichtung und Sparsamkeit würden bei dem neuen Pensionsgeseße die Staatsdiener gegen Mangel und Noth ausreichend {chüBzen,

Der Abg. Zimmermann stimmt hinsichtlich der Ermittelung

des Diensteinkommens mit der Majorität, hinsihtlih der Pensions säße selbst aber mit der Minorität der Deputation. Die Minder-

heit der Deputation (Heyn und Dehme) lassen indessen im Laufe der Debatte in Bezug auf die Ermittelung des Diensteinkommens ihre abweichende Ansicht selbst fallen, und treten denjenigen 3 Mit- gliedern bei, wclche den Durchschnittssaß nach cinem 5jährigen Zeit- raume festgeseßt wissen wollen.

Der Abg. Axt erklärt sich in demselben Sinne, wie oben dcr Abg. Zimmermann;z sür ihn, als Vertreter der Stadt Dresden, ist der hauptsächlichste Beweggrund der, daß nah der Städteordnung die Pensionirung der Rathsmitglieder nach den Bestimmungen des Staatsdiener=Geseßes zu geschehen habe, mithin der Stadtkasse durch Annahme des Minoritäts-Gutachtens Erleichterung erwachse.

Der Abgeordnete Meisel hält die Ansicht seines Vorredners, daß das Miínoritäts-Gutachten auf die Verhältnisse der Rathsmit- glieder von Einfluß sei, in Bezug auf Dresden nicht ganz für be- gründet, glaubt vielmehr, daß die Motive, welche die Majorität der Deputation ihrem Gutachten zu Grunde gelegt hat, die richtigeren seien und erklärt, für deren Autrag zu stimmen, Der Abgeorduete Haberkorn tritt den von dem Abgeordneten Axt ausgesprochenen Ansichten bei. Die Regierungs-Vorlage wird hier von dem Herrn Staats =- Minister von Friesen und dem Königlichen Kommissar, Herrn Geheimen Ra‘h Kohlschütter, vertheidigt. Für das Ma joritáts = Gutachten spricht außer dem Referenten der Abgeordnete Lehmann, welcher dabei zugleich einen Anirag einbringt und zur Annahme empfichlt, der jedoch sciner allgemeinen Natur wegen vom Präsidenten nicht jeßt zur Unterstühung gebracht, son- dern bis zur Beeudigung der speziellen Berathung asservirt wird. Auch der Abgeordnete Rittner verwendet sih hinsichtlich der Penfions\ábe mit der Majorität für Annahme der Regierungsvor- chläge. Der Abg. Dr. Kunbscch rechtfertigt den von der Majori- tät vorgeschlagenen fünfjährigen Zeitraum zur Ermittelung des Durchschuittscinkommens.

Bei der Abstimmung entscheidet sih die Kammer hinsichtlich des Zeitraums, nach welchem das Durchschuittseinkommen berechnet werden soll, gegen 5 Stimmen für die Majorität, die dicsen Zeit- raum auf 5 Jahre festgeseßt wissen will, wodurch der Vorschlag der Regierung (3 Jahre) abgelehnt ist.

Hinsichtlich der Feststellung der Pensionssäßze selbst wird sodann die Von der Majorität der Deputation zur Annahme empfohlene neuere Regierungsvorlage von der Kammer ebcnfalls abgelehnt, und zwar mit 30 gegen 29 Stimmen, worauf sodann die Skala der Minorität mit 30 gegen 29 Stimmen Annahme fand, Mit Erle= digung des $. 2 wurde kurz vor 2 Uhr die heutige Sißung ge-= \chlossen.

Der Legitimations-Ausshuß der Konferenz (Vorsiß Sachsen) hat heute eine Sibung gehalten.

Hannover. Göttingen, 8. Jan. (Z. f. N. D.) Nach- dem {hon gestern Abend der Quartiermeister - Stab das österreichi sche Executions-Corps angemeldet hatte, zogen so eben, Nachmittags 25 Uhr, die beiden ersten Regimenter desselben in unjere Stadt. Es sind dies das 3te Jäger - und das 42ste Linien - Junfauterie Regiment. An der Spitze dieser Abtheilung ritt der Feldmarschall- Lieutenant Legeditsh, umgeben von einem schr zahlreichen Stabe und begleitet vom hannoverschen Generalstabs - Offiziere Capitain Cordemann.

Waben: Karlorube S. Jan. Die Karlsr. Zta, eve öffentliht den zwischen dcr Großh. badischen und. der Königl. württembergischen Regierung unterm 4. Dezember v. J. geschlosse- nen Staatsvertrag über die Verbindung der beide: seitigen Eisen- bahnen.

Hessen. Kassel, 8. Jan. (Frankf. Journ.) Heute rückte ein Bataillon vom österreichischen Regiment Schwarzenberg hier ein. Die geslern hier eingetroffenen österreichischen Truppen sind heute ganz früh in der Richtung nah Hanuover über Mün- den weiter marschirt.

Ein von Seiten der Bundesexecution eingeseßtes Kriegsgericht hat einige minder wichtige Untersuchungen und Bestrafungen vor= genommen, welche nur durch geringfügige Excesse, Beleidigungen im Dienst befindlicher Soldaten 2c. veranlaßt waren.

In Folge einer heute Morgen vom österreichischen Feldmar=- shall-Lieutenant Grafen von Leiningen getroffenen Verfügung sind

die vor kurzem durch das hiesige Verwaltungs-Amt verbotenen Zei- tungen bis auf den Kladderadatsch, die Weser-Zeitung, das Turnblatt von Schwaben und die Deutsche Reichs = zeitung, welche vorläufig für Kurhessen verboten bleiben, wieder erlaubt,

Durch cine am gestrigen Tage weiter getroffene Anordnung sind die bisher noch nit abgelicferten Waffen durch sirenge Maß= regeln “und bei Vermeidung militairischer Execution eingefordert, Die Bürgergarde-Offizicre sind sogar bestimmt worden, ihren Säbel abzuliefern.

Frankfurt. Frankfurt a. M., 8. Jan. (O. P. A. 3) Heute Morgen traf eine zahlreiche Deputation von Offizieren der in Mainz befindlichen preußischen Regimenter hier ein, welche Be-= suche bei dem Ober-Befehlshaber, Feldmarschall-Lieutenant Baron von Schmerling, dem preußischen Kommandanten Major Deehß und dem österreichischen Offizier -Corps des kürzlich hier eingetroffenen l, Feldjäger-Bataillons, abstatteten. Bon dem leßtgenannten Offi zier-Corps wurde die Deputation, an deren Spiße sih der Regi: ments-Commandeur Oberst Baron Fo1stner befand, bei der Wacht= Abtheilung des genannten Bataillons empfangen, und von beiden Seiten fand mit greßer Herzlichkeit cine kameradschaftlihe Begrü ßung statt. Die preußischen Herren Offiziere begleiteten sodann die abmarschirenden Wachen nach der Hauptwache, welche gerade heute von dem österreichischen 1, Feldsäger-Bataillon beseßt wurde, Her= vorgerufen wurde dieser militairishe Aït turch einen Besuch, den das ósterreichische Offizier-Corps in Mainz seinen preußischen Ka= meraden abgestattet hatte, und der nun seine Erwiederung sand.

A A

Plus ianDd.

Geseßgebende Versammlung. Sibung Den Vorsitz führt General Bedeau, Mit Aus- nahme Rouhei?s ist kein Minister anwescnr. Tagesordnung: F0kl- ebung der Debatte über das Privilegien- und Hypothekenge]eß, Die Versammlung ist schr aufgeregt. Man bemerkt, daß beinahe fein einziger Bonapartist fehlt. Rouher ist öfters mit orleanistischen Mitgliedern in lebhaftem Gispräche. Die gestrige und heutige Versammlung der fogenannten Burggrafen-Partei in Bezug auf ie Situation bilden das Tagesgespräch, Lasteyrie (Jules) hat die ‘inke im Auftrage der „Burggrafen““ und Orlecanisten gefragt, ob sie bei Absezung Changarnier's durch die Regierung für Dessen Beibehal= tung stimmen würden. Die Linke hat nach kurzer Berathung erklärt, sie würde nur einem republikanischen General den Schuß der Ver sammlung übertragen. Um 2 Uhr sind heute Präsident Dupin, die „Buraggrafen ‘“‘“ Berryer, Molé, Montalembert, Thiers, Broglie, Montebello und Andere ins Elysee berufen worden. Die Verhand lung daselbst dauert noch fort. Es verbreitet sich pläCblich die vie

Frankreich.

vom 8. Januar.

len Glauben findende Nachricht, der Präsident habe sich mit mch reren Kabinetsmitgliedern über die gegen Changarnier zu ergrei fenden Maßregeln nicht verständigen könncn und deshalb heute Morgens- Billaui wegen Bildung eincs ueuen Ministeriums ins Elysee geladen. Um 5 Uhr trifst die Neuigkeit ein, der Präsi vent habe den Chefs der Majorität die Versicherung gegeben, er wolle den ihm verfassungsmäßig zustehenden Wirkungskreis nit überschreiten, aber die vom Volke ihm übertragene Würde un versehrt erhalten. Er ersuchte sie um ihre Mitwirkung zur Bei legung des Konsfliktes, insosern diese ohne Abbruch der Cxekutivge= walt möglich sei. Man erzählt sich folgende Anekdote über BVillgut. Derselbe war sehr arm. Einer der reichsten Kaufherren von Nan tes besaß eine heiratsfähige Tochter. Billgut ging zu 1hm und erklärte ihm, er wolle sein Schwiegersohn werden. Er habe Nichts, aber er werde binnea drei Jahren der erste Advokat von Nauter, binnen nochmals dret Jahren Deputirter und binnen abermals dret Jahren Miuister sein. Das Erste traf wie das Zweite zu. Dei Advokat Villaut war ciner der Haupt-& egner Guizot's, namentlich 1n der Durchsuhungsfrage und der Entsctätigung Priichard’s. Billaut gilt für einen scharfen, geistreichen Redner, der seiner Sache stets ncue Seiten abgewinnt und stundeulang sprechen kann, ohne seine Zuhörer zu ermüden. Mit Gesprächen über ihn und Andere unter- hiclt sih heute die Versammlung und der Tagesordnung wurde gar feine Aufmerksamkeit geschenkt. Um 5 Uhr kommen Dupin und die „Burggrafen““ aus dem Elisee zuriück. Aufregung. Sie erklären, der Prásident bestehe auf Changarnier's Absezung. Der P1äsident for derte die „Burggrafen“/ auf, selbs einen General, und wgre es selbst Cavaignac, als Nachfolger Changarnier's zu bezeichnen. Die Antwort derselben ist noch geheim, Die Sitzung is aufgehoben.

Yaris, 7. Jan. Der Moniteur enthält folgenden Bericht des Ackexbau-Ministers an den Präsidenten der Republik über die Ackerbau= Kredit-Anstalten: „Herr Präsident! Sie haben in Deutschland die laudwirthshaftlichen Kredit-Anstalten thätig gesehen. Sie haben deren Mcchanismus studirt, deren Wohlthaten konstatirt, und gestärkt dur eine entschiedene Ueberzeugung, haben Sie alle Jhre Anstren= gung darauf gerichtet, sie in Frankreich zu naturalisiren. Zeuge Jhrer ausdauernden und oft fruch!losen Bemühungen, um die Be- fürchiungen aller Gemüther zu bekämpfen, habe ich geglaubt, daß eine genaue Darstellung der Thatsachen, welche in dem größten Theile der nördlichen Staaten Europa's vorkommen, ÎIhncn in der Erfüllung der von Jhnen unternommenen Aufgabe nüblich sein würde. Aus diesem Grunde habe ich seit sechs Monaten eine Un tersuchung in allen Ländern augestellt , die landwirthschaftliche oder Ackerbau-Kredit- Anstalten besißen, Dank dem Eifer unserer diplo- matischen und Konsular-Ageuten und der Aufopferung einiger Fach= mäuner, hat sie mir authentische, vollständige und beweisende Dokumente über die gesellichen Bedingungen, die gegenwärtige finanzielle Lage und die landwirthschaftlihen Vortheile dicser Associationcn gelie fert, Vermittelst derselben is eine Summe, welche gegenwärtig, ohne von der Vergangenheit zu sprechen, sih auf 540 Millionen für eine Bevölkerung von 27 Müloien Einwohner beläuft, dem Ackerbau zu den günstigsten Bedingungen vorgestreckt worden, und wenn man sieht, daß der Werth ter Pfandbriefe bis auf 75 pCt. herunterstcigt, so kann man die große Anzahl von Ackerbautreiben= den heurthecilen, die daraus Nuyen gezogen haben. Die Scheine dirser Associationen haben beinahe enen festen Werth. Sie folgen nicht den Schwankungen ver Staatspapiere. Die Entwerthung, welcher die politischen Ereignisse dicse unterwerfen, haben wenig Einfluß auf jene. Sie sind dem Börsenspiele nicht unterworfen, Die landwirth\chaftlichen Kredit - Anstalten stellen den Ackerbau auf den númlichen Fuß, auf welchem sich die Judustric befindet. Sie ziehen die Kapitale auf das Land und halten die Bevölkerung auf dem Felde zu= rück. Sie stellen der Zersplitterung bcs Eigenthums ein nüßliches Gegengewicht entgegen. Sie machen die Production der Ackerbau=- Erzeugnisse leichter, weniger kostspielig und drücken den Preis der Nahrungsmittel zum Nuzßen Aller, und ohne dem Ack--bau zu scha- den, herunter. In dem Falle, wo die Regierungen in der Absicht, diese entstehenden Einrichtungen zu begünstigen, intervenirt haben, ist ihre Bürgschaft nie kompromittirt worden und. in Wirklichkeit eine rein moralische geblieben, Die Dokumente, welche ih gesam-

melt habe, bilden einen Baud, dessen Druck vollendet ist, Da es sehr {wer is, Len Druck derselben über eine gewisse Anzahl hin- aus zu vervielfältigen, so habe ih es für nöthig erachtet, einen Auszug dieser Arbeit, welche in meinem Kabinet beendigt worden ist, zu veröffentlihen. Dies war die beste Art, den Eifer und die Entsagung der Personen Anzuerkennen und zu belohnen, welche mir eine Jhres ganzen Wohlwollens würdige Unterstüßung geleistet haben,“

Paris, 8. Jan, Der heutige Moniteur meldet nur, dat heute bei den Ministern des Innern, des Unterrichts, des Handels und der öffentlichen Arbeiten kein Empfang stattfindet. Jm bona- partistisck en Bull ctin de Paris von gestern Abend liest man: „Mitten unter dem Schwalle der Tages-Vorfáälle, dercn Detail wir uns ersparen, ist heute Abend nur Eines gewiß, die Aufhebung des Militair-Kommaudo's des Generals Changarnier. Dies is wenig- stens der von offiziellen Personen gebrauchte Ausdruck für die Ab- seßung dieses Generals, Am Schlusse der Sißzung behauptete man, der Moniteur würde morgen das Stillschweigen der drei leßten Tage brehen. Rouher, der einzige in der National- Versammlung erschienene Minister, kündigte Jedem, der es hören wollte, an, daß er abtrete und, wie man sagt, deu festen Willen habe, in ein neues Kabinet einzutreten.“ Nach dem Evénement wollte das Elysee den General Changarnier nicht geradezu abseten. Man würde indirekt diesen Zweck zu erreichen suchen und die Zu- ruckdnahme des Gesebes verlangen, welches diesem General eine Ausnahmestellung geschaffen, die er seit zwei Jahren einnimmt. Dies soll der bestimmte Antrag Baroche?s sein, welchen Bineau, Rouher, Dumas und wahrscheinlih auch Achilles Fould unterstützten. Ur alle Welt sei es ferner gewiß, daß weder Leon Faucher, noch Odi lon Barrot eine amtliche Aufforderung des Elysce erhalten hätten. Das des Präsidenten mit diesen Beiden, wie mit anderen Be suchen, fei blos ein Meinungsaustausch gewesen. \pátere Nachricht dieses Blattes lautet: „Es scheint, daß nach erfolgter Abseßung des Generals Changarnier das alte Kabinet wieder ein- werde Das Pouvoir enthält folgende Mittheilung : Elysee berufen worden. Man versichert, er habe dem Prinzen Louis Napolen entschieden zur Beibehaltung Changar nier's in seinem Kommando gerathen. Man spricht noch immer von einem Ministertum , dessen Prastdent Odilon Barrot obne Porte- feuille sein würde, Die Patrie endlich berichtet von gestern Abend

u „Die Lage il od nit Troß der gegen theiligen Gerüchte an der Börse und in der National Bersammlung ist noch kein bestimmter Entschluß gefaßt.“ Die Montags sißung Des Parteivereins Molé in der Rue de l'Université war zaßireicher als jemals besucht. Abermals fielen neue Mitglieder auf. Vie ministerielle Krisis und ihre Gefahren waren Gegenstand der Verhandlung. Einslimmig eutshied man sich für

Wiederherstellung der augenblicklih gestörten Eintracht zwischen

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velden Skaatisgewalten und seßte Changarnier's Beibehaltung als DUrgschast derselben fest, Eben so einstimmig machte man us VPebterem Bedingung der Beibehaltung des neuen Kabinets. De General Nebel rfurt Dee im Dou

ai Dees Debats Die dee a O Pee,

er von O Pairie Vero ente O Aug OIOITIedele La esbefehl sei nach dessen Erklärung im Kriegs - Ministerium wirklih im Sinne und Auftrage -Changarnier?s verfaßt, für

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falsh, Der Constitutionnel will wissen, daß Thiers die ganze Zntrigue leite, deren Entwickelung gegenwärtig vor sih gehe, und redet ihn in folgender Weise an: „Wir, Herr Thiers, die wir troß hres steberhasten Ehrgeizes, troß Jhrer kindischen Verachtung Sie lieben, wir sagen Ihnen: Jn diesen Zeiten der Krisis, unter dem illgemeinen Wahlrecht muß jeder Bürger eine Meinung, eine bestimmte Partei haben. Man muß also wissen, was ein so ausgezeichneter

Mann, wie Sie, 1n diesen Tagen der Gefahr, welche - wir DUVOIEDEN, U, O O Se Ce d Gerr COlers: man siehi sie nicht, man hört Sie nicht. Predigen Sie doch alle!

Welt Besonnenheit. Lassen Sie doch zu einem Jhnen nahe stehen- en Freunde, dem General Changarnier, nur gute Rathschläge ge langen. Slellen Sie im Einverständuisse mit den gewöhnlich um Sie ge]chaarten Jes ehrenwerthcn Mitgliedern des Büreau?s, die [loyal für Yon's Abseßung gestimmt haben, mit Daru, Faucher, Berard, Heederen, Lacaze und Peupin, in der National=Versamm lung, nicht im Juteresse eincs Mannes, sondern des Landes, eine mächtige, entschlossene, für die Exekutivgewalt günstige Majorität

h : Jnuteressen aller Art, Wohl stand des Landes werden wie durch einen Zauberschlag wieder e1

A n ck 1 f l spty 4+ vieder her. Si@derdöeit, Bertrauen,

stehen, der Preis “Fhrer ehrlichen Propaganda, Ihrer edlen Bemühungen sein. Selbst für Sie, Herr Thiers, bliebe noch eine bedeutende Rolle übrig, Die gestrige Hausse der Börse wird von den dem General Clan garnier feindlihen Blättern dem Gerüchte von dessen Abseßung zu- geschrieben. Die Blätter des Elyscee wählen für diese Äbsezung den Namen einer „Auflösung des pariser Generalstabes.“ Die Assemblée nationale beweist jedo, daß dieses Gerücht zur Zeit der Hausse bereits durch Couriere aus der National-Versamm lung an der Börse widerlegt war, und giebt zu verstehen, die Re gierung sei dem Steigen der . Fonds nicht fremd. Die ziemliche Haliung der heutigen Fonds wird aus der abermaligen Diskonti- rung von 80,000 Franken Renten erklärt. Auch die Ansicht, daß die eigentlichen Stimmführer des abtretenden Kabinets doch in je dem neuen bleiben würden, foll dazu beigetragen haben. Das Pays beginnt heute die Veröffentlichung der von Lola Montez.

Der gestrige Moniteur enthielt die Verleihung des Ordens der Ehrenlegion an sieben Militairs „fün | (

die von ihnen bei Vei theidigung des Chateau d’Eau am 24. Februar 1848 bewiesenen Muth und Ausdaucr.“

Memoiren

Großbritanien und Zrland. London, Jan, Der Bericht des Unterhaus =- Comités über die Armee - und Zeughaus-Ausgaben füllt einen Band von über tausend enggedruk ten Seiten, Die britishe Armee ist danach seit 10 Jahren um bei nahe 30 pCt, ihres früheren Bestandes vermehrt worden. Vor 1840 zählte die stehende Armee Großbritaniens selten mehr als 100,000 Mann; jebt besteht sle bereits aus 129,625 Mann; davon stehen 51,927 in Großbritanien und Jrland, 27,370 in Ostindien und 25,232 in den Kolonieen, Ein Drittheil des Zuwachses wird auf Rechnung der indischen Kriegshändel geschrieben indem die Zruppenzahl in Indien vor 1840 nur 20,000 und scitdem beinahe 90,000 Mann auemachte. Die Staats - Ausgaben für die Armee sind jedoch in den leßten 20 Jahren niht wesentlich modifizirt wor- den, da die sinkenden Lebensmittelpreise sogar cine größere Trup=

penvermchrung, ohne Kostensteigerung, erlaubt hätten, Die Unm der Ausgaben für Kavallerie und Infanterie für das Jahr 1850 51 wird auf 6,019,397 Pfd. geschäßt, abgesehen von der Summe von ungefähr 100,000 Pfd,

welche die ostindische Compagnie für Den Unterhalt der auf ihrem Gebiete dienenden Truppen ausgiebt. Die in Jr- e seit 1817 stchende Truppenzahl war, mit Ausnahme der Jahre 539 bis 1543 einschließlich, nie weniger als 17,000 upd oft mehr

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als 20,000 Mann. Während 29,225 Mann für hinreichend gelten, um die Aufrechthallung der Ruhe in England und Schottland zu fichern, stehen in Jrland, dessen Bevölkerung nicht den dritten Theil derjenigen von England und Schottland ausmacht, 22,302 Mann Soldaten. i Mit dem britis - westindischen Postdampfboot „Severn,““ wel- ches am 3. Januar von Southampton abfuhr, sind drei Aerzte und drei Wundärzte nah Jamaika abgegangen, wo den leßten Berichten zufolge, die Cholera noch immer auf das bösartigste herrschte ; 60 bis 70 Kisten mit Arzneimitteln wurden theils auf Staats= theils auf Privatkosten mitgeschickt. : Das Plymouth Journal berichtet: „Wir hören, daß Dr, Pusey vor zehn oder zwölf Tagen hier war und im Hause der barmherzigen Schwestern übernachtete, denen er wahrscheinlich die Beichte abnahm. Er gesteht selbst, daß er in vier Diöcesen Beichte hört. Wenn dicses Amt zu den Pflichten oder Rechten eines Prie sters der anglikanischen Staatskirche gehört, und Pusey is aus der Staatsfkirche noch immer niht ausgeschieden, warum húüllt der Doktor feine beichtväterlichen Besuche in so geheimnißvolles Dunkel ?“ London, 8. Jan. Die crste Verhandlung im Parlament soll sich auf einencue Modification der englischen Patentgaranticen beziehen, weil die Besorgniß rege geworden, daß, wenn der Erfinder eines neuen Gegen- standes durch sein Patent nicht besser geschüßt werde, als dies bisher geschehen, sich daturch Viele abhalten lassen dürsten, in- teressante, neuerfundene Artikel den Augen aller Welt preiszugeben. Nach dem offiziellen Ausweise würden 865,788 Pfd.? St. durch die Regierungsmákler zum Ankauf von Iproz. Konsols verwendet Verminderung dcr Nationalschuld zu vcr-

um folhe für

Werben,

wenden.

Jtalien. Turin, 4. Jan. (W. Z.) Die Tumulte in Genua haben sich erneuert (am ten d.), wurden jedoch bald gedämpft. As- proni interpellirt diesfalls den Minister des Innern in der Kammer; erwiedert, cs sei nicht wahr, daß das genuesische Offi=

Galvagnv i anticonstitutionelle Demonstration gemacht hade.

L zier-Corvps cine

Spanien. Madrid, 3, Jan. Gestern Narvaez mit sämmtlichen Ministern in den Königlichen Palast und bot der Königin Jsabella seine Entlassung an. Die Königin nahm die Entlassung nit an, und das Ministerium bleibt!

Die Remonstration des Generals Pavia, der nah den kana rischen Inseln kommandirt wurde, ist vom Senat verworfen worden.

91 o vonals Cie Abend bega! n

Portugal. Lissabon, 30. Dez. Das Ministerium will Alles aufbieten, dice nächste Cortes-Session in drei Monaten zu be- endigen, Da die Königin sich in gesegneten Umständen befindet, so

wird die Thronrede wegfallen, also auch die Adreßz-Debatte, wodurch

viel Zeit gewonnen wird. Das Budget und ein neues Wahlgeseß werden die Regierungsvorlagen sein. In der Pairs - Kammer ist der Patriarch von Lissabon zum Präsidenten, Jose da Silva Car valho zum Vice-Prásidenten ernannt. Graf Thomar will angeblich die Deputirten-Kammer, wenn die Opposition die Regierung vehin=- vern sollte, auflöfen. Die Königin hat ihm einen neuen Beweis ihres Wohlwollens gegeben, daß sle ihm eine herrliche Königliche Besißung auf 99 Jahre gegen einen sehr geringen Preis in Pacht überlassen. Die britischen Entschädigungs - Ansprüche sind vom Stagats- Rathe angeblich verworfen worden Markt- Berichte. Depliner VetraidebertWt vom 411, Santa Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt : MWeoizen nach Qualität 47 52 Rthlr. cn locv 35 07 H. vr, Jan: 35 Rh: B! V, GUUDIADT 1801 90 Jb vel, u i 4 O Mat Unt 307 Mb, Vet 005 V 00 a 907 O 9erste, große loco 25—26 Rthlr. eine 209—29 Nthlr. a si nach Qualität 22 24 18pfd. pr. Frtihjahr 227 Rthlr. Br., 22 G 0D, 295 Nr. Dr, 20 frbsen, Koch= 40—44 Rthlx., Futter- 35-—39 Rtit Do [00 A OtTDIY, bes U, D, 10575 G yr. diesen Monat 14 Rihlr. Br,, 10 O Ja ebr, 141 hl () Sebr. / Mars 11 T U 0 April /Mai 141# Leinöl loco 117 Nthlr. D Ubr Uls Nl Dr, 1 O ¿obudl 135 Nthlr. Yalmól 117 Rthlr. SUDICe - LOTAN 19 a 125 Nthlr. piritus loco ohne Faß 167 Rthlr. bez. t 0H br. San, 165 Ntblr. bez u: Br. 164 G » An, Gebr, 165 Nthlr, Br; 167 O, Gebr, / Marz 16: Ntblr, Br, 167 G Máärz /April 17 Rthlr. Br., 165 G April /Mai 171 M B U O Mai /Juni 18 Rthlr. bez. u. Br., 17% G. U / Su 155 N Br, 155 O. Wetter: zum Thauen neigend. (Heschaästsverkehr: gering. Weizen: ohne Geschäft Roggen: matten. Hafer: still. RUbÖöl: stagnirend. Spiritus: unverändert bei schwachem Geschäft Königsberg, Jan. Zufuhr, war gering. Weizen 90 bis 60 Sgr. pr. Schffl, , Roggen 34 bis 37 Sgr., große

Gerste 24 bis 29 Sgr., kleine Gerste 22 bis 28 Sgr., Hafer 20 bis 23 Sgr, graue Erbsen 36 bis 45 Sgr., weiße Erbsen 34 bis 40 Sgr. , Kartoffeln 20 Sgr., der Ctr. Heu 24 bis 26 Sgr., das Schock Stroh 135 bis 150 Sgr.

Stettin, 10. Jan. (Oftsee-Ztg.) Seit Mittwoch dieser Woche hat sich nun endlich eine gelinde Kälte von einigen Graden eingestellt, welche auf die jungen Saaten einen um so günstigeren Einfluß ausgeübt haben wird, als sie dem vorfrühen Treiben der- selben einen Einhalt gethan hat, während dieselben, in unserer Ge gend wenigstens, dur eine dünne Schneedecke geschüßt sind.

In Weizen haben auch seit unserem leßten Berichte keine be langreichen Umsäbe stattgefunden, da es an Offerten fehlt, während zu Preisen von 515 Rthlx, für gelb {les. pr. Frühjahr frei hier zu liefern , ziemlih gute Kauflust vorhanden zu fein scheint, Ge handelt sind nun 2 Ladungen bunt polu. von 60 Wspl. 86pfd. 12 Lth. und 68 Wspl. Rt. 89 pfo., wovon die eine bereits hier eingetroffen, die andere aber noch s{chwimmend ist, zum Durchschniits=

preise von 515 Rihlr. frei hier, außerdem sind 200 Wspl, Rt gelb s{les. von jeßt ab von Schlesien abzuladen, zu 502 Rtbhlr. gegen Connoissement in 3monatlichem Accept pari zu bezahlen ues handelt. zahlen, ge=-

Roggen machte sich in den lebten Tagen angenehmer, pr, Fa nuar 355 Rthlr., Br,, 7 Rthlr. Gld. , pr. Frühjahrs = Lieferung ist Manches gehandelt, für 82pfd. 365 Rthlr. bez. und Gld,, 86pfd, 3E Mir, Dez,

Gerste, {les 75—76pfd. bleibt zu 2657 Rthlr. gesucht. Für pomm. 79—76pf\d. ab der Küste wird 26 Rthlr. gefordert, 26 Rthlr. frei hier nur geboten.

In Hafer wurde nichts gehandelt , loco bei Kleinigkeiten 24: Rthlr. gefordert. Pomm. pr. Frühjahr zu 245 Rthlr. offerirt.

Kleine Kocherbsen 40 a 42 Rthlr., Futtererbsen 37 a 38 Rthlr.

Heutiger Landmarkt :

Weizen. Roggen. Gerste. Hafer. Erbsen. 46.494 Ada 224 2a 0a 5 N Leinsamen. Pernauer 97 a 95 Rthlr. bez., rigaer 105 Rthlr.

bez., 107 Rthlr. gefordert, memeler 77 und 8 Rthlr. bezahlt.

Rappkuchen 31 Sgr., Leinkuchen 45 Sgr.

Pernauer Leinsamen 97 Rthlr. bez.

Fettwaaren. Baumöl unverändert und ohne Umsäße. Preise wie leßt aufzuführen. Palmöl 11 Rthlx. verst. bez. Alles Andere wie leßt zu notiren.

Rüböl besserte sich seit Eintreten der Kälte im Preise und es wurden für alle Termine höhere Preise bezahlt ; Januar 10% Rthlr. bezahlt, Januar—Februar 107 Rthlr. bez., 105 Rthlr. Br., Fes bruar März 105 Rthlr. Br., März April 10% Rthlr. Br., April —Mai 10% 11. Rthlr. Br., Sept. Okt. und Okt. Nov. 14 Rthlr. Br., 10; Rihlr, Gld.

Leinöl in loco 11 Rthlr. Gld.

Butter. Die Zufuhren in leßter Woche waren bedeutender denn sonst und stellten sich die Preise wie folgt fest: fein holsteiner 7 a Sgr., fein vorpomn. 67 a 65 Sgr., vLorpomm. 6 Sax. rügenwalder 54 a 9% Sgr., pomm. 5 a 54 Sgr.

Spiritus auf Termine höher bezahlt, loco 235 % ohne Faß, pr. Frühjahr 21% und 215 % bez., 40,000 Quart ohne Faß zu 241 % gehandelt, pr. Juni—Juli 207—20 % bez.

Zink ohne Umsaß, auf 45 Rthlr. wird gehalten.

Häring. In schott. Häring nihts umgegangen. Von norw. Häring kam zu Neujahr eine Ladung heran, und holte Kaufmanns= 8 a 9 Niblr./: gr. mittel 7a8 Rthlr., mittel 35 A 5 Nr flein do. 4 a 5 Rthlr., Christiania 3 a 32 Rthlr., alles uti= versteuert.

Kaffee angenehm. Rio ord. 45 a 45 Sgr., reell ord. 47 a 5 Sgr., fein ord. 52 a 95 Sgr., Java 57 a 34 Sar. unverst,, Cuba 53 a 6 Sgr. unverst.

Reis. Unveränderte Preise wie zuleßt zu notiren.

Südfrüchte. Rosinen, neue 7% Rthlr., alte 55 a 54 Rthlr., Corinthen 77 a 8 Rthlr. unverst., alte Morea 8 Rthlr. verst., Man- deln unverändert.

Farbehölzer, Gewürze und Alka

Nach der Börse. Weizen ol

Roggen 820d, pr, Jan: 395 Nthlr. bezahlt

Hafer franco 24 Rthlr. Br.

lien unverändert, leßte Preise. ne Umsaß. Rthlr, Br., pr. Frühjahr 362

Frühjahr

Magazin 24s a 25 Rthlx. bezahlt, pr.

Zonigliche Schauspiele.

Sonntag, 12, Jan. Im Opernhause. 5te Abonnements= Vorstellung : Die Zauberflöte, Over in 2 Akten. Musik von Mozart.

Preise der Pläße: Parquet, Tribüne und zweiter Rang 1 Rthlr. Erster Rang, erster Balkon daselbst und Proscenium 4 Rthlr. 10 Sgr. Parterre, dritter Rang und Balkon daselbst 20 Sar, Amphitheater 10 Sgr.

Im Schauspielhause. Erzählungen der Königin von Navarra , F, Scribe, überseßt von W. Friedrich.

Montag, 1. Jan. Im Schauspielhause. 10te Abonnements - Borstellung: Was Jhr wollt! Lustspiel in 5 Akten, von Shakespeare, überseßt von Schlegel.

Di

Ite Abonnements = Vorstellung : Die Lustsptel in 5 Alten, von

Dienstag, 14. Jan. In Potsdam. Auf Allerhöchsten Befehl : Die Erzählungen der Königin von Navarra, Lustspiel in 5 Akten, von E. Scribe, überseßt von W. Friedrih. Anfang halb 7 Uhr

Billets zu dieser Vorstellung find von früh 8 Uhr an in der Kastellans-Wohnung im Schauspielhause zu Potsdam zu folgenden Preisen zu haben : j

Erster Balkon und erster Rang Logen 25 Sagr., $Z Parquet - Logen 20 Sgr., zweiter Rang Logen 10 Sgr., Parter1 10 Sgr., Amphitheater 5 Sgr.

Konigsfstaädtisches Theater. Sountag, 12. Jan, Dex Morlt der Ideen: Solo

tungsscherz in 1 Akt (nach von Leuwen), C ] von D. Kalisch. Die Kaxrxiltatuven sen nah Zeichnungen der Herren

Manéver und Divertissements von Herrn Med: Schlusse erscheinende Sonne vom Königlichen Feuerwerke1 Dobermont. Die scenischen Auss{hmüdckungen un? 3 Zuge vom Decorationsmaler Herrn Köhn. (Kostüme Faßbinder. Vofse mit

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Die heiden Sesang L, Feldmann.

Zwischen beiden Stücken tragen von Sgr. Ferdinando Onghen

Thema aus

J L 22 Konzert auf!

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tionen über ein na ) Sgr. Ongher. 3) Variationen über ein Pl nirt von demselben. Montag, 13. Jan. Der Markt der Jdeen. Vo vieles Begehren: Das Geheimniß des Forsthauses. ves 3 Akten, von Friedrich Kaiser

Charafkfterbild mit Gejang in

Meteorologische Beobachtungen.

1851. 10. Jan.

Nachmittags Abends Nach einma

2 Uhx. 10 Ubr.

Morgens 6 Ubr.

Beobachtung

G 4 3 Ul 4c tit g m 0 Luftdruck . 338 85‘‘‘Par. 339, 38 Var. 342,06 “Par. Quellwärme ¿,4 R

Luftwärme -...« 2,30. Bei La R | 1,9? R. Flusswärme —+ (0,1? R

Thaupunkt 3,6 ° B} =ck= A3? R 3,5 ® R. Bodenwärme

Dunstsättigung 58 pCt. | 84 pCt. 81 pCt Ausdünstung

Wetter trübe, | trübe. trübe, Ntederschlag 0,041 “Rh

Wind, us NW. | N W. | NW. Wüärmewechsel 1,2"

Wolkeuzug - . -- | N W. —- 2,0° Tl'agesmittel : 340 10‘“‘‘Par. —_— 17° R... - 3,5 d. E _OM pt. NVW.

C. SADCEN E O EEE T A N Ra A ag

Nummer des Staats- Anzei- und 18 der Verhandlungen der Bogen 11 der Anlagen zu Kammer ausge-

Mit der heutigen

8 us Roge 17 gers stnd Dogen 1/ Ersten Kammer und Boge! den Verhandlungen der Zweiten geben worden,

F rEC E L E f j A E E M R L d E h E A S 12 as. U S lar ol T