1882 / 82 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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- Landw. : Dr.

Ae 1. Kl. der Res. befördert. Die Assift. Aerzte 2. Kl. der Wagner, vom Res. Landw. Bat. Nr. 98, Dr. Kunße, vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 5, Dr. Niesemann, vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 128, Dr. Lingnau, vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 41, Dr. Nave, vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 11, Dr. Lemcke, vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 2, zu Assist. Aerzten 1. Kl. der Landw.,, Sander, Marine-Assist. Arzt 1. Kl. von der 2, Matrosen-Div., zum Marine-Stabsarzt, vorläufig ohne Patent, Dr. Krautwurst, Ober-Stabsarzt 1. Kl. und Regts. Arzt vom Garde-Füs. Regt., beauftr. mit Wahrnehmung der divisionsärztlichen Funktionen bei der 1. Garde-Inf. Div., der Charakter als Gen. Arzt 2. Kl, Dr. Gähde, Ober-Stabsarzt 2. Kl. und Garn. Arzt in Magdeburg, Dr. Hahn, Ober-Stabsarzt 2. Kl. und Rgts. Arzt vom Garde-Gren. Regt. Nr. 1, Dr. Horn, Ober-Stabsarzt 2. Kl. und Regts. Arzt vom 1. Garde-Drag. Regt., Prof. Dr. Fraentzel, Ober- Stabsarzt 2. Kl. und Regts. Arzt vom 2. Garde-Feld-Art., der Cha- rakter als Ober-Stabsarzt 1. Kl., verliehen. Dr. Fertsch, Ober- Stabsarzt 1. Kl. und Regts. Arzt vom Feld-Art. Regt. Nr. 25 mit Wahrnehm. der divisionsärztl. Funktionen bei der 25 Div. beauftragt. elner, Königl. Bayer. Assist. Arzt 2. Kl. a. D., im Preuß. anitätscorps, und zwar als Assist. Arzt 1. Kl. mit Patent vom 16. Februar 1882 V 1, bei dem Inf. Regt. Nr. 29 angestellt. Dr. Ki rchner, Ober-Stabsarzt 1. Kl. und Regts. Arzt vom 1. Drag. Regt. Nr. 4, zum Kür. Regt. Nr. 1, Dr. Oppler, Ober-Stabsarzt 1. Kl. und Regts. Arzt vom Inf. Regt. Nr. 15, zum Inf. Regt. Nr. 2%, Dr. Ridder, Ober - Stabsarzt 2. Kl. und Regts. Arzt vom Inf. Regt. Nr. 25, zum Inf. : Nr. 15, Dr. Schondorff, Stabs- und Bats. Arzt vom Inf. Regts. Nr. 44, zum Jäg. Bat. Nr. 2, Dr. Pfuhl, und Bats. Arzt vom 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 75, zum 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 76, Dr. Spies, Stabs- und Bats. Arzt vom Füs. Bat. Inf. Regts. Nr. 45, als Abtheil. Arzt zur 2. Abtheil. des Feld- Art. Regts. Nr. 15, Dr. Leistikow, Stabsarzt vom mediz. chirurg. Friedrich Wilhelm-Institut, als Bats. Arzt zum Jäger-Bat. Nr. 7, Dr. Ne hbel, Assist. Arzt 1. Kl, vom Feld-Art. Regt. Nr. 9, zum Gren Regt. Nr. 110, erle Dr. Marks, Ober-Stabsarzt 1. Kl. und Regts. Arzt vom Inf. Regt. Nr. 61, mit Pension nebst Aus- ficht auf Anstellung im Civildienst und seiner bisherigen Uniform, Dr. Wolzendorff, Stabs- und Bataillons - Arzt vom Jäger-Bat. Nr. 2, mit Pens. und seiner bisher. Uniform, Dr Sette- korn, Stabs- und Bats. Arzt vom 2. Bat. Gren. Regts. Nr. 2, mit Pens. und seiner bisher. Uniform, Dr. Dittmer, Stabs8- und Bats. Arzt vom 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 76, mit Pens. und seiner bisher. Uniform, Dr. Koehler, Assist. Arzt 1. Kl. vom Inf.'Regt. Nr. 113, mit Penf., Dr. Franz, Assist. Arzt 1. Klasse vom Inf. Regt. Nr. 95, als Stabsarzt mit seiner bisherigen Uniform, Dr. Fuerst, Stabsarzt der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 1, Dr. v. Sumiúski, Assist. Arzt 1. Kl. der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 44, Dr. Köhler, Assist. Arzt 1. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 83, der Abschied bewilligt. Dr. Wolff, Assist. Arzt 1. Kl. vom Garde-Füs. Regt., unter Uebertritt zu den Sanitätsoffizn. der Landw. des 1. Bats. Landw. Regts. Nr. 75, Dr. Soltsien, Assist Arzt 1. Kl. vom Inf. Regt. Nr. 64 unter Uebertritt zu den Sanitätsoffizn. der Res. des Res. Landw. Bats. Nr. 86 aus dem aktiven Sanitätscorps aus- geschieden. | i Beamte der Militär-Verwaltung. Durh Verfügung des Kriegs-Ministeriums. 24. März. Ser vé, Zahlmeister der 1. Abtheil. Feld-Art. Regts. Nr. 31, zur 1. Abtheilung Feld- Artillerie-Regiments Nr. 15, Koitz, Zahlmstr. vom 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 47, zur 1. Abtheil. Feld-Art. Regts. Nr. 31, Neu- mann, Zahlmstr. vom Füs. Bat. Inf. Regts. Nr. 47, zum 2. Bat. dess.Regts., verseßt. —25. Mär z. Weidefeld, Ober-Noßarzt vom Kür. Regt. Nr. 2, zum 1. April d. J. zum Hus. Regt. Nr. 5 verseßt. Wesener, Roßarzt vom Train-Bat. Nr. 5, unter Ne oung zum Kür. Regt. Nr. 2, zum Ober-Roßarzt befördert, mit der Wirksamkeit vom 1. April, d. J. ernannt. 29. März. Sievers, Zahlmeister vom Ulanen? Regt. Nr. 6, zum 2. Bat. Inf... Regts. Nr. 87, Ledat, Zahlmeister

von letzterem L Jäger-Bat. Nr. 11, Freyer, Zahl-

meister von diesem Jäger-Bat., zum Ulan. Nr. 6 versetzt.

XITITI. (Königlih Württembergisches) Armee-Corps.

Abschiedsbewilligungen. Jm aktivenHeere. 23. März. v. Hünersdorff, Major und Bats. CTommandeur im Inf. Regt. Nr. 126, der Abschied mit Pens. und mit der Regts. Unif, Zimmermann, Major und etatsmäß. Stabsoffiz. in dems. Regt., der Abschied mit Pens. und der Regts. Unif., beroilligt.

Nichtamtliches. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 5. April. Se. Majestät der Kaiser und König hörten heute den Vortrag des Wirk- lichen Geheimen Raths von Wilmowski.

Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz nahm gestern militärishe Meldungen ent- gegen.

Das Diner nahmen Jhre Kaiserlihen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin mit den Groß- herzoglich hessishen Herrschaften und deren Gefolge ein,

Der Bundesrath hat in der Sißung vom 21° v. Mis. beschlossen, daß in den für die Verzollung maß- gebenden Tarasäßen die nachstehend ersichtlichen Aende-

. rungen einzutreten haben:

Tarifsäzye.

Tarasätze. Art Prozente Benennung der Gegenstände der des

Brutto- Umschließung gewichts

bisher | künflig Baumwollengarn, zweidräh-[Fäfser U. Kisten] 18 14 tiges, rh Mehrfach gezwirnter, au Kisten 18 16 akkfommodirter Nähfaden Desgleichen Ballen 7 3 Grobe Eisenwaaren, abge-|Fässer u. Kisten 8 \{liffen 2c. , sofern die- selben in Schraubenbolzen, Pesrauben Stiften, ägeln bestehen 3g. [Korkstopfen Ballen , |Unplattirtes Messingblech, Kisten Butter, auch künstliche, Kübel von har- tem Holz und Fässer Par ch, ausges{lachtetes 2c. Ballen

des Zolltarifs

Laufende Nr. ® F Nummer 6G I

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apiertapeten Kisten esgleicben Ballen . [Seide und Floretseide, ge] Ballen ärbt, L Feine Zinnwaaren, aub Kiften ladirte 2c,

Nach den bei Ausführung von Neu- und Repa- raturbauten auf Forstdienstetablissements vielfach gemachten Erfahrungen zeigen die Unternehmer, denen die Ausführung im Wege der Submission übertragen war, das Bestreben, bei den oft bedeutenden Abgeboten gegen die Kostenanschläge sih dadurch einen Gewinn zu sichern, daß sie \{lechtes und billiges Material verwenden und schlechte Arbeit liefern. Eine dies verhindernde, ausreichende Kontrole ist bei der meist entfernten Lage der Forstetablissements von dem Wohnorte der Kreisbaubeamten oft gar nicht zu er- möglichen. Der Minister für Landwirthschaft 2c. hat daher den Regierungen 2c. durch Cirkularverfügung vom 18. vor. Mts. empfohlen, sich in selchen Fällen, in welchent eine genügende Kontrole der Bauunter- nehmer nit ausführbar erscheint, die Bauten dur die be- treffenden Revier-Oberförster, soweit dieselben dazu die erforder lihe Qualifikation und neben ihren sonstigen Diensftobliegen- heiten au genügende Zeit haben, auf fiskalishe Rechnung ausführen zu lassen. Es werde dadurch die Verwendung guten dauerhaften Materials und solide Arbeit sicher gestellt. und durch die größere Dauerhastigkeit der Gebäude eine Ent- lastung der Baufonds herbeigeführt werden. Die Regie- rungen sind deshalb ermächtigt worden, in allen Fällen, wo sie es für angemessen erahten, Neu- und Reparaturbauten auf Forstdienstetablissements ohne Rüeksicht auf die Höhe des Kostenbetrages den betreffenden Revier - Oberförstern zur Ausführung auf fiskalishe Rechnung zu über- tragen resp. dieserhalb zu berihten. Bei den solcher Art auszusführenden Bauten könnten fämmtliche Lie- ferungen und Arbeiten freihändig vergeben werden. Selbstver- \ändlih werde hierdurch die dem Kreibbaubeamten obliegende Kontrole über die anshlagsmäßige Ausführung der Bauten in keiner Weise berührt. Auch seien die Ober-Forstmeister dafür verantwortlich zu? machen, daß die erwähnte Ausfüh: rungsart nur gewählt werde, wenn dem betreffenden Vber- förster in jeder Hinsicht die erforderliche Qualifikation bei- wohne.

Der Lauf der Verjährung der Strafverfolgung wegen einfachen Bankerutts, welche in 5 Jahren nah der Strasthat erfolgt, beginnt nah einem Urtheile des Reichs - gerichts, 11. Strafsenats, vom 17. Januar d. FJ., mit dem Tage der Zahlungseinstelung, selbst wenn das zweite zur Strafbarkeit nothwendige Thatmoment: übermäßiger Ver- brauch oder Unterlassung der Führung von Handelsbüchern oder der Bilanzziehung, länger als 5 Jahre vor der Zah- lungseinstellung begangen worden ist.

Um den Slrafausschließungsgrund des $8. 46 Ziffer 2 des Str. G. B. (der Versuch bleibt straflos, wenn der Thäter zu einer Zeit, zu welcher die Handlung noch nicht ent- deckt war, den Eintritt des zur Vollendung des Verbrechens gehörigen Erfolgs durch eigene Thätigkeit abgewendet hat) zu beseitigen und die Handlung als bereits „entdeckt“ anzusehen, ist es, nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts, Ill. Strafsenats, vom 11. Januar d. J.,, nicht erforderlih, daß That und Thäter und die Modälitäten der Ausführung bis zur vollen Evidenz aufgedeckt find. „Unter Umständen wird jelbst der Verdacht genügen, um den Thäter in die Lage zu verseßen, daß er sene slrafbare Hanplung als entdeckt erahten muß und die Möglichkeit - freiwilligen Rücktriits" sür ihn be- seitigt ist. Auf der anderen Seite erscheint aber ebenso ge- wiß, daß nicht jeder Verdacht, niht jedes entfernte und all- gemeine Mißtrauen bezügli eines vielleiht verübten Delikts ausreichen fann, um von „Entdecktsein“ der That sprechen zu können. Welches Maß von Verdächtigkeit gefordert werden soll, welhen Grad von Stärke derartige Zweifel und Muth- maßungen haben müssen, um objektiv darauf hin die Hand- lung als „entdeckt“ zu bezeihnen, ist aber wesentlih eine nah den konkreten Umständen des Einzelfalles zu beurtheilende T eNas Abstraïte Nehtsnormen laßen si hierfür nicht aufstellen.“

Der Bundesraths-Bevollmächtigte, Senator der Freien

und Hansestadt Bremen, Dr, Meier, ist von Berlin wieder abgereist.

An Stelle des als Hülfsarbeiter in das Königliche Ministerium für Landwirthschast, Domänen und Forsten ein- berufenen Regierungs: Assessors Dr. Hermes is der bisher bei dem Kollegium der Königlichen Generalkommission zu Cassel beschäftigte Regierungs- Assessor Delius als Spezialkommissa- rius in Marburg bestellt.

Bayern. München, 4. April. (W. T. B) Die Abgeordneten-Kammer erledigte heute den Etat des Kultusministeriums nah den Anträgen des Ausshu}ses. Der Abg. Schels bedauerte, daß in Bayern für die Kunst niht mehr soviel geschehe wie früher. Der Kultus-Minister von Luß erwiderte: die Nachwelt werde staunen über das, was unter der Regierung des Königs für das Kunstgewerbe ge- schehen sei. Der Antrag des Ausschusses, 100 000 Á für den Bau des Gymnasiums in Würzburg zu bewilligen, wurde von beiden Seiten des Hauses abgelehnt. Sodann vertagte sich die Kammer bis zum 12. April.

Der hiesige Magistrat ist nah einer stürmiïhen De- baite mit 20 gegen 7 Stimmen dem Antrage der Gemeinde-

bevollmächtigten auf Aufhebung der Simultanschulen beigetreten,

Sachsen-Meiningen-Hildburghausen. Meiningen, 3. April. (Hann. Cour.) Nach sehswöchentlicher Dauer der Session ist der Landtag auf unbestimmte Zeit vertagt worden.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 4. April. (W. T. B\,) Wie der „Neuen frcien Presse“ aus Pest gemeldet wird, haben sich die beiderseitigen Regierungen dahin geeinigt, den ganzen außerordentlichen Bedarf für 1882 in An- spruch zu nehmen, dagegen vorläufig keine Forderung für Jn- vestitionen zu stellen. Die für die Bedürfnisse der Truppen erforderlihen Bauten und die Befestigungen sollen nur einen passageren Charakter erhalten und aus den für das laufende Jahr zu bewilligenden Mitteln bestritten wer?en, Für den neu kreirten Posten eines Militär-Attachés bei der Ge- sandtschast in Belgrad ist nach dem „Armee-Verordnungs- blatt“ der Generalstabs:Major Pinter ernannt worden.

5. April. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Die zur Verfolgung der auf dem rechten Ufer der Tara zurüclgebliebenen Jnsurgenten am 1. d. entsendeten Truppen brathten in Erfahrung, daß fi die Jnsurgenten gegen Mestrovac Planina hinzogen und dehnten deshalb ihre Streifung

am 2. d. bis dahin aus. Die Jusurgenten, welhe zum Theil ihre Familien bei si hatten, flohen darauf über die Grenze des Sandschaks gegen Bobovo, Ogradjenica und Slatina. Die Ver- treibung der Banden beruhigte die Bewohner, von denen einige nach Celebic, Vakub und Jecmista zurückehrien. Ge- legentlih einer Streifung der Truppen am 1. d. auf dem reten und linken Ufer der Drina bei Vuksabrdo und Bastaci wurden 1 Jnsurgent getödtet und 2 verwundet. Viele Mu- nition wurde aufgefunden. :

Zara, 5. April. Nach einer Meldung des „Narodni Listy“ aus Cattaro ist der Aufstand in der Krivoscie als beendet zu betrachten, nur einzelne Hauptführer seßen die Bewegung for. Jn Folge dessen wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen, darunter die angesehener Einwohner von Risano, wie Popovics, Seferovics und Vi- dovics. Popovics hatte einen Paß für Smyrna und Ruß- land. Jn der Herzegowina nehmen die reichen Türken nicht mehr am Aufstande Theil und verkaufen ihr Besißthum um jeden Preis.

Großbritannien und Jrland. London, 3. April. (Allg. Corr.) Der Prozeß gegen Roderick Maclean wegen des von demselben verübten Attentats auf die Königin Victoria wird am 18. d. M. vor dem Schwurgericht in Reading seinen Anfang nehmen. Der Lord: Dberrichter wird bei den Verhandlungen präsidiren.

Jn Jrland ist es während der leßten Tage wieder sehr unruhig hergegangen und haben in verschiedenen Orten des Landes bedauernswerthe Ausschreitungen stattgefunden. Miß Mary Power O'Cor nor, Schwester des Abg, O'’Connor, wurde dieser Tage vom Kriminalgericht in Athlone zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt, weil sie in einem Meeting die anwesenden Pächler aufgewiegelt hatte, keinen Pachtzins zu bezahlen.

Aus der Kapstadt wird gemeldet: Das Kap-Parla- ment hat einstimmig beschlossen, die holländishe Sprache im Parlament zuzulassen.

4. April, (W. T. B.) Jn der heutigen Unterhau s- sizung erwiderte auf eine Anfrage Wolffs der Premier Gladstone: der Schriftwechsel mit der amerika- nishen Regierung wegen der in Jrland gefangen ge- haltenen verdächtigen amerikanishen Bürger, deren Zahl sih auf etwa 6 belaufe, dauere noch fort. Die amerikanische Regierung habe noch nicht auf die im Juni 1881 in Betreff der aufreizenden Sprache gewisser Blätter gemachten Vor- stellungen geantwortet. Gladstone beantragte sodann, das Haus mit Schluß der heutigen Sißung bis zum 17. April zu vertagen. Gorst lenkte die Ausmerksamkeit des Hauses auf die jüngsten Vor-gänge bei den Assisen in Jrland, welche ein Beweis für die Zunahme der Agrarverbrechen und den HZusammenbruh der Justizverwaltung seien. Er wünsche zu wissen, was die Regierung in dieser Beziehung zu thun gedenke. Gladstone erwiderte : die Lage sei sehr ernst, es handele \ih aber niht um eine politishe, sondern um eine soziale Revo- lution. Schon Wellington habe gesagt, gegenüber einer Nevo- lution gegen die Zehnten und die Pacht seien die Hülfsquellen der Regierung eines freien Landes unvermögend. Er, Glad- stone, sei überzeugt, daß hinter den Agrarverbrechen höhere Ein- flüsse zu suchen seien ; die Mitglieder der Landliga möchten doh einen klaren Beweis dafür liefern, daß ihre Gelder nicht zu solchen Zwecken gedient haben. Die Wahl des Zeitpunktes, weitere Maßregeln anzukündigen, müsse dem eigenen Ermessen der Regierung anheim gestellt bleiben. Northbhcote bezeichnete die Erklärungen Gladstone's als unbefriedigend und alarmirend und sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Regierung noch nicht seine Politik acceptirt habe. Das Unterhaus nahm den Antrag Gladstone's, das Haus mit Schluß der heutigen Sißung bis zum 17. d. zu vertagen, an.

5. April. (W. T. B.) Auf Anordnung des Handels- amts ist der Bau des Kanaltunnels sistirt worden, bis die vom Parlament niedergeseßte Militärkommission ihr Gutachten über das Projekt abgegeben hat.

Spanien. Barcelona, 4. April. (W. T. B.) Ar- beiter bewegen sich truppweise in den Straßen. Neue Aus- \schreitungen sind indeß nicht vorgekommen. Die Garnison ist verstärkt.

Italien. Rom, 4. April. (W. T. B.) Der König, die Königin, die Minister, die Mitglieder des diplomatischen Corps und eine große Anzahl hiesiger Bürger haben dem deutshen Botschafter von Keudell anläßlih des Ablebens seinec Gemahlin ihr Beileid zu erkennen gegeben. Die ge- sammte Presse beklagt den Tod der Frau von Keudell auf das Tiefste und widmet derselben sympathishe Nachrufe.

Die „Voce della Verità“ erklärt die Nachricht von der Demission des Kardinal-Staatssckretärs JFacobini auf das Entschiedenste für unbegründet, Der Kardinal stattete heute Nachmittag dem Großfürsten Wladimir, welcher aeaen mit seiner Gemahlin nah Neapel abreist, einen Be- uh ab.

Nußland und Polen. Odessa, 4, April. (D. L D) U Met bder die Meder des Generals Strelnikoff, welhe sich Kosso-

orsky und Stepanoff nannten, wurde am 1. d. bei ver- chlossenen Thüren gehalten. Das Todesurtheil wurde am 2. d. dur den General-Gouverneur bestätigt und am 3. d., Morgens um 5 Uhr, im Gefängnißhofe, in Gegenwart des Stadthauptmanns, des Kommandanten, des Polizeimeisters und von 10 Bürgern, unter denen sih der Bürgermeister be- fand, mittelst Stranges vollzogen. Die Leichen wurden nah dem Quarantäne-Kirchhof gebracht; das Henkersamt verrichtete ein wegen Mordes zu Zwangsarbeit verurtheilter Sträfling.

Amerika. Washington, 4. April. (W. T. B.) Der Präsident hat gegen die Chinesen-Ausschluß- Bill scin Veto eingelegt.

Zeitungsftimmen.

Eine vom 831. März cr. datirte Correspondenz der „Leipziger Zeitung“ aus Thüringen bespricht die ten- denziöse Art, in welcher die dortige Fortschrittspartei der sozia- len Politik des Reichskanzlers und seinen Zoll- und Steuer: vorlagen Widerstand leiste.

Ganz ähnlich beißt es dann verfährt man mit dem Taback- monopol, indem man den Schaden, welber den verschiedenen beim Tabadgeschäft betheiligten Kreisen zugefügt werden soll, ganz unverhältnißmäßig übertrcibt, die Entschädigung der Bethei- ligten für Nichts achtet und ganz versbweigt, daß der Staat fünflig dieselben Produzenten und dieselben Arbeiter für das

Tabackmonopol brauchen wird, welde bisher bei dem Anbau und bei der Bearbeitung der Pflanze thätig gewesen sind, nur mit dem sehr wesentlichen Untersiede, daß der Staat beide, den Pro- duzenten wie den Arbeiter, über die s{wankenden Verhältnisse der Spekulation und des Lohnes hinweghebt, und ihnen zu einem sichern Auskommen hilft. Es erhellt hieraus unzweifelhaft, daß die Fort- \hrittspartei ihre Argumente nur für die Wählersbaft und für die fünftigen Wahlen zugespißt hat, ohne die Zuverlässigkeit und Wahr- heit ihrer Berechnungen zuerst zu berücksihtigen.

Der „Deutschen Neichs-Post“ wird von der niederhessishen Grenze, 27. März, geschrieben :

Ein Leser dieser Blätter, der lange Zeit in der badischen Pfalz gewohnt und sich mit den Tabackbauern gründlih bekannt machte, auch jeßt noch mit denselben in Verbindung steht, kann über die dortige Stimmung dem einzuführenden Tabackmonopol gegenüber genaue Auskunft geben. Die Stimmung bei den Tabackpflanzern ist im Allgemeinen für das Monopol, das kann Einsender mit der größten Bestimmtheit versichern, nur die Tabakhändler und Unter- händler sind gegen das Monopol. Das hat seine Gründe, denen wir im Folgenden näher treten: die meisten großen Tabackmanufak- turen und Cigarrenfabriken der Pfalz finden si in den größeren Städten Mannheim, Heidelberg, Speyer, Frankenthal, Ludwigshafen. In den kleineren Drten Nußbach, Leimen, Wiesloch, Haslach, Oggere- heim u. A. befinden sich Kommanditen, welche von den alten Pfälzer Fir- men errichtet sind, und sich besonders mit Cigarrenmachen abgeben. Wenn nun im August und September die Tabackernte bereits im Gange ist, finden sich alsbald die Geschäftsreisenden oder auch die Gescbäftsführer selber ein und verlassen den Ort nicht eher wieder, als bis er ausgekauft ist, dabei entstehen aber nicht etwa Konkurrenzen, sondern die Sache liegt vielmehr also: die einzelnen Orte sind dur stills{chweigenden Vertrag den einzelnen Firmen. übergeben und werden ohne jeglihe Konkurrenz ausgebeutet, und die betreffende Firma übt Alleinherrshaft. Die Geschäftsführer und Reisenden prüfen mit Kennermiene die grünen oder halbgetrockneten Blätter, loben sie in der Regel und {ließen den Kauf ab, indem sie meist sehr annehmbare Preise zusagen. Der Tabackpflanzer wird mit dem wahrscheinlihen Gewicht des Gesammtertrags oder nah der Zahl der Büschel ins Notizbuch eingetragen. Ist das niht {on eine Art von Monopol, und zwar viel schlimmer, als das soeben projektirte, weil auf reiner Willkür beruhend. Es kommt nun mit dem Spät- herbst nach der Trocknung der Blätter die Zeit der Abfuhr. Der Bauer sehnt sich nach dem sauer verdienten Gelde, denn er hat schon zur Anschaffung der Wintervorräthe darauf geliehen. Endlich erscheint der wohlbekannte Geschäftsführer oder Unterkäufer. Die Wagen, die be- laden werden sollen, halten {on vor dem Tabackshoppen. Aber bei genauerer Besichtigung entspricht die Waare den gehegten Er- wartungen durchaus nicht, die Trocknung is angeblih nicht befrie- digend, es zeigen sich Nostflecken und Löcher; wenig gute De- blätter. So viel vor 2 bis 3 Monaten des Lobes war, fo viel nun des Tadels! Oder, es wird des Weiteren an- geführt: der Taback sei aller Orten gut gerathen, aus Holland, Bremen und felbst aus Nordamerika würden niedrigere Preise avisirt 2c. Darum könnten die im August verheißenen Preise unmög- lih eingehalten werden, sie würden der bittere Schaden, am Ende der Ruin des Fabrikherrn fein 2c. Genug! es werden Spottpreise be-

_willlgt und bereits blinken sparsame Gold- und Silber-Markstücke

auf dem Tische! Was will der Bauer machen? Es ist seit Monaten auf den Erlös gerechnet, es sind darauf hin Schulden kontrahirt, es stehen längst unbezahlte Rebnungen bei dem Kauf- mann, bei dem Spezereihändler, bei dem Doktor, dem Apotheker, in wenigen Stunden könnte der Gerichtsvollzieher eintreten, eine Aussicht zu besserem Verkaufe ist niht vorhanden! Der be- drängte Bauer sagt mit blutendem Herzen zu; er sieht nun seine Waare, auf der seine Schweißtropfen glänzen, Büschel um Büschel aufladen und wegführen! Mit der Waare ist auch bald darauf der aeringe Erlös dabin und bereits um Weihnachten klopft bitterer Mangel an der Stubenthür an. Und das ist nit etwa nur ein- mal vorgekommen! Das wiederholt sich Jahr um Jahr.

Der „Düsseldorfer Anzeiger“ schreibt:

Ein klassishes Zeugniß ein Zeugniß, welches um so bedeut- samer ist, als es von der Direktion eines unserer hervorragendsten Bankinstitute, von der Deutschen Bank herrührt, deren Verwaltungs- rath bekanntlih aus ersten Banquiers, Kaufleuten und Industriellen des Reiches sih zusammenseßzt, und unter denen sich aub Viele be- finden wir nennen von diesen nur z. B. Dr. Friedrih Kapp in Berlin —, die sich in ihrem politishen Leben keineswegs als Anhänger der wirthschaftlichen Reformen kennzeichnen, ist neuerdings für die der Wirthschaftspolitik des Fürsten Bismarck zu verdan- kende Besserung unserer finanziellen und wirthschaftlichen Zustände ausgesprochen. In dem soeben erscbienenen zwölften Jahresberichte dee Deutschen Bank für das Jahr 1881 wird in dieser Beziehung gesagt:

„Der Unternehmungsgeist hat sih von den Wunden, welche die Jahre 1873 bis 1878 ihm gescblagen, erholt und die Entwickelung unserer Industrie hat auf mehreren Gebieten Fortschritte gemacht.

Allerdings bedurfte Deutschland eines starken Imports von Nahrungémitteln. Dieser Mehrimport bildete aber auch zuglei die Veranlassung für einen stärkeren Export von Fabrikaten und letztere dienten als ausreichende Rimessen Für die Forderungen, welche das Ausland an uns erwarb. Die vielfachen Konvertirungen und die Verstaatlibung der Eisenbahnen unterstützten ein weiteres Sinken des Zinsfußes für gute Effekten im Jnlande. Trotz des dadurch ver- anlaßten theilweisen Etnströmens von fremden, höher verzinélichen Sn blieben die Wechselcourse während der größeren Zeit des Jahres normale . . ..“

Des Ferneren wird binsihtlich des überseeishen Geschäfts kon- statirt, daß sich bei den Filialen des genannten Instituts in Bremen, Hamburg und London ein bemerkenswerther Fortschritt gezcigt habe und da sih allein bei der Centrale der Deutschen Bank in Berlin der Oos des Jabres 1881 gegen denjenigen von 1880 um die Summe von nahezu zwei Tausend Millionen Mark, bei den Filialen um fast fünfhundert Millionen Mark gesteigert hat, so vers{hwindet vor sölchem Erfolge bei einem Bankinstitut allein alles das, was von der Manchesterpartei gegen die Biêmardschen Reformen an- die wird, wie Dunst und Nebel. Die Herren möchten solchen precbenden Zahlen gegenüber gern mit ihren Reden nicderschreien, daß, so lange sie am Ruder waren, Mißerfolg von Mißerfolg auf jedem gewerbliben Gebiete abgelöst wurde.

Der „Berliner Börsen-Courier“ bringt in seiner Abendnummer vom 4. d. M. einen Artikel über die Berliner ire und das Berliner Geschäftsleben, dem wir folgende Stellen entnehmen :

Die meisten Berliner industriellen Gesellschaften, niht minder ein er hebliher Theil der Privatindustrie der Stadt Berlin kann mit Denugthuung auf die geschäftlichen Erfolge des abgelaufenen Jabres zurückblickden. Gewiß hat die Zollgesezgebung manchem Industriezweige die Lebenêsader die Exportfähigkeit unterbunden, gewiß hat die theil- weise Erhöhung der russischen Eingangszölle manchem Artikel den Ein- ang nach Rußland erschwert und weitere Seitens Rußlands in Aus- iht gestellte, wie niht minder die in Oesterrei bes{lossenen Zoll- erhöhungen werden den Vertrieb vieler unserer Erzeugnisse nah bei- den Ländern noch mehr ers{hweren, aber unsere Zollgeleugedung (wie es eben in der Natur aller Steuer- und Zollgesetgebungen liegt, daß sie nie Licht urd Schatten glei vertheilen) hat dagegen viel- fa den Absaß von Berliner Jndustrie-Artikeln im engeren und wei- teren Vaterlande wesentli erleichtert und durch Steigerung der Um- sätze bei sich fast gleihbleibenden Generalunkosten die Möglichkeit eboten, na dem Auslande zu billigeren Preisen abzugeben als rüber. Wir sehen daher au bei sehr vielen in unserer Stadt wirkenden industriellen Unternehmungen die Zahl der beschäftigten Arbeiter wacsen, die Lohn-rbeit in ein den Lebenêmittelpreisen ent- sprehendes Verhältniß treten und das System der Akkord- arbeit, welhes den Arbeiter zu Fleiß und guter tüch- tiger Leistung anspornt, \sich immer mehr ausbreiten

Zieht man die Gesammtsumme, so zeigt sich ein glänzender Auf- \chwung der Berliner wirthschaftlihen Verhältniffe, innerlih glänzen- der als jene Scheinblüthe in den „Gründerjahren“.

Centralblatt für das Deutsche Reich. Nr. 13. Inhalt: Allgemeine Verwaltungsfachen: Grundsäte für die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamtenstellen bei den Reichs- und Staats- behörden mit Militäranwärtern. Militärwesen: Aenderungen der Landwehr-Bezirkseintheilung; Ermächtigung zur Ausstellung ärzt- liber Zeugnisse für militärpflihtige Deutshe in Rußland. Statistik: Nachtrag zum Verzeichniß der Massengüter, auf welche 8. 11 Ziffer 3 des Gesetzes, betreffend die Statistik des Waaren- verkehrs, Anwendung findet. Zoll- und Steuerwesen: Veränderungen im Bestande und in den Befugnissen von Zoll- und Steuerstellen. Marine und: Swiffahrt: Ernennung eines Stellvertreters des Vor- fißenden eines Seeamts. Cisenbahnwesen: Abänderung und Er- gänzung des Betriebsreglements für die Eisenbahnen Deutschlands. Polizeiwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiete.

Armee-Verordnungs-Blatt. Nr. 7. Inhalt: General- stabs-Uebungsreisen bei den Armee-Corps im Jahre 1882. Er- richtung einer Bau-Abtheilung beim Kriegs-Ministerium. Abänderung des 8. 195 des Crerzier-Reglements für die Feld-Artillerie Tischgeld für Assistenzärzte, Zulage für die Unteroffiziere 2c. der Besaßungstruppen von Elsaß-Lothringen, Friedens-Verpflegungs-Etats. Verzeichniß der Veränderungen der Garnison-Baudistrikte im Bezirke des IRX. Armee-Corps, welhe am 1. April 1882 einzutreten haben. Uebungen der Arbeits\oldaten des Beurlaubtenstandes für das Etats- jahr 1882/83. Frachtberechnung für Militär-Fahrzeuge. Er- gänzungen und Abänderungen der Instruktion zur Ausführung der ärztlichen Rapport- und Berichterstattung vom 15. Februar 1873. Eröffnung einer neuen Eisenbahn. -— Kompetenz an Kocholz, sofern nah Beendignng der Herbstübungen nur die Mittagsmahlzeit abgekocht wird. Wegfall der Meserve-Auszieher bei den Schuß- waffen M/71, Anderweitige Benennung des Remonte-Depots im Großherzogthum Hessen. Anstellung der unteren Beamten-Kate- gorien der Allgemeinen Bauverwaltung. Wohlthätigkeiten. Extra- ordinäre Verpflegungs-Zuschüsse pro 2. Quartal 1882,

Armee-Verordnungs-Blatt. Nr. 8 Inhalt: Er- höhung des Durchschnittskostensaßes für die in den Militärlazarethen verabreichte Tagesbeköstigung der Lazareth-Recznungsführer, der zur polizeilichen Aufsiht kommandirten Unteroffiziere und bezw. der Civilkrankenwärter. Bestimmungen über den Umfang der Uebungen im Ein- und Ausladen der Truppen und des Armeematerials auf den Cisenbahnen. Abänderung des $. 42 des Geldverpflegungs- Reglements für das preußische Heer im Frieden. Ausstellung der Cisenbahn-Requisitionsscheine. Gebührnisse der einjährig-freiwilligen Aerzte beim Verlassen der Garnison.

Marineverordnungsblatt. Nr. 6. Inhalt: Werft- dienstordnung. Beschaffungen. Bibliothek der Marineakademie. Zulagen. Verpflegungszushuß. Reisetouren. Gehalts- zahlung an Beamte. Deutsche Wehrordnung. Proviantlieferungs- kfontrakte. Reisekostenliquidationen. Stempel. Schiffsbücher- kisten. Schraubenreeps. Personalveränderungen. Benach- richtigungen.

Amtsblatt des Reichs-Postamts, Nr. 20. Inhalt: Verfügungen: vom 29, März 1882, Eröffnung der Eisenbahustrecke Altdamm. Greifenberg (Pommern) für den allgemeinen Verkehr.

Archiv für Post und Telegraphie. Nr. 6. Inhalt: Aktenstücke und Aufsäte: Die Gotthardstraße und die Gotthardpost Die deutsche Abtheilung der Pariser Elektrizitätsausftellung im Jahre 1881, Das Kaiserreich Japan. Kleine Mittheilungen: Das elektrische Licht auf Eisenbahnen. Flaschenpost. Zeitschriften- überscbau.

Justiz-Ministerial-Blatt Nr, 13. Inhalt: Allgemeine Verfügung vom 21. März 1882, betréffend" di& Eigenschaft der Ge- meindekirbenräthe und“ der Kirchenvorstände, sowie der Verwaltungen der städtischen und der Kreissparkassen als öffentli&e Behörden. Erlaß an den Königlichen Ober-Präsidenten Hrn. N. zu N., die den städtischen resp. Kreiésparkassen - Verwaltungen beiwohnende Eigen- haft öffentlicer Behörden betreffend, vom 26. April 1880, Cirkular an sämmtliche Königliche. Regierungen und Landdrosteien, die Befugniß der kircblichen Gemeindeorgane zum Wiederincourssetzen der von ihnen außer Cours geseßten Jnhaberpapiere betreffend, vom 11, September 1880. Allgemeine Verfügung vom 24. März 1882, betreffend die Zwangsvollstreckungen wegen Geldforderungen gegen den Fiékus, Kommunalverbände und Korporationen, deren Vermögen von Staatsbehörden verwaltet wird, im Geltungsgebiete der allgemeinen Gericbt8ordnung.

Central-Blatt der Abgaben-Geseßgebung und Ver- waltung in den Königlich preußischen Staaten. Nr. 7. Inhalt: Anzeige der in der Gesez-Sammlung erschienenen Gesetze und Ver- ordnungen. Allgemeine Verwaltungsgegenstände: Veränderungen in dem Stande und in den Befugnissen der Zoll- und Steuerstellen, Indi- rette Steuern : Tarifirung von hölzernen mit leihtem Ornamentguß ver- sehenen Waaren. Tarifirung wollener Watten, Hutfache und Hutstum- pen. Abfertigung von nach Oesterreich-Ungarn bestimmten Tabacksen- dungen, Abfertigung des mit dem Anspruch auf Steuervergütung aus- gehenden Biers. Ausführung des Gesetzes wegen Erhebung der Reichs\tempelabgaben. Statistik: Statistishe Gebühr von saurem, \{wefelsaurem Natron. Personalnachuichten.

Centralblatt der Bauverwaltung. Nr. 13. Inhalt : Amtliches: Personal-Nachrichten, Nichtamtliches: Der Kanal von Dortmund nach der unteren Ems. Die Ausgrabungen in Perga- mon, Gymnasium in Berlin-Moabit. Die Zerstörung der Habra- Thalsperre in Algerien. Konkurrenz zu einem Geschäfts- und Wohn- hause des Freiherrn von Faber in Berlin. Flußregulirungen und Nutzbarmachung von Waßerkräften in Bayern und Württemberg. Vermischtes: Verkehr auf der Berliner Stadtbahn. Heizungê- und Ventilationsanlage der Böcse in Berlin, Das neue Geschäfts- gebäude für das Land- und Amtsgericht in Oppeln. Errichtung cines Denkmales im St. Stephanédome in Wien. Parlamentsgebäude in Budapest. Die Baugewerkschule des Berliner Handwerkervereins. Die Beleuchtung antiker Gebäude. Verwendung des Elektrizitäts- sammlers für Straßenbahnbetrieb. Untertunnelung der Straße von Messina. Die Ursachen der Ueberdeckung alter Bauwerke mit Erde. Technische Hochschule in Braunshweig Bücberschau.

Statistische Nachrichten.

Der Weinbau im Regierungsbezirk Wiesbaden im Jahre 1881. (Stat. Corr.) Es ist ein \{wieriges mühsames Geschäft der Weinbau am Rhein. Auf fteilen Gebirgswänden erhebt sich oft eine künstliche Terrasse über die andere, und mit kost- spieligem Mauerwerk und Steinmauern wird den Weinbergen eine Lage gegeben, daß die Sonnenstrahlen ihre volle Wirkung äußern können. Dabei erbeisht jeder Weinstock fast das ganze Jahr hindur die sorgfältigste Pflege und Arbeit. Während es \sich in südlichen Klimaten nur um einen größeren oder geringeren Ertrag handelt, hängt es am Rhein von den mannigfachsten Witterungseinflüssen ab, ob eine Weinernte überhaupt geräth,

Der klassishe Sitz des Weinbaues is der cigentlihe Rheingau, das rechte Rheinufer von Niederwalluf bis Rüdesheim. Die Höhen des Taunus, die mit dihtem Walde gekrönt sind und dadurch gegen Sturm und rauhe Nordwinde Schuß gewähren, fallen gegen Süden nah dem Rheine ab, nur wenig von Seitenthälern dur{chbrochen. Auf dieser Abdachung des Gebirges sind allenthalben Weinberge angelegt. Ueber den Umfang und den Ertrag derselben, soweit sie im Gebiete des vormaligen Herzogthums Nassau licgen, werden alljährlich sta- tistishe Erhebungen vorgenommen. Wir entnehmen denselben, daß im Jahre 1881 das gesammte mit Weinreben bestockte Areal 3585 27 ha umfaßte, von denen 2880,02 ha im Ertrage standen, 64,65 ha weniger als im Vorjahre, aber 77,86 ha mehr als 1875.

Der größte Theil dieser Fläche war mit wei, nur 100,31 ba mit rothen Reben bepflanzt. Der Anbau. der leßteren ist ftark zurüdck- gegangen, da im Jahre 1875 mit solhen noch 158,03 ha bebaut waren.

Von den weißen Reben ist die Rieslingsrebe, mit der im Jahre 1881 1508,63 ha bepflanzt waren, die beliebteste; hieran {ließen si die Kleinberger Rebe mit 569,77 ha, die österreihishe Rebe mit 367,34, die gemiscbten Traubensorten mit 297,23, die Traminer mit 25,82 und die Drleanstraube mit 10,92 ha. Von den Gemarkungen, auf denen die rothe Traube kultivirt wird, entfallen 66,12 ha auf Klebroth und 34,19 ba auf Frühburgunder.

Nach den über den Ertrag vorliegenden Erhebungen lieferte die Herbstung des verflossenen Jahres zwar nah der Quantität ein er- heblich günstigeres Resultat als die Creëcenz des Jahres 1880, 67 691 hl gegen 14 451 hl; doch wurden bezüglih der Qualität die aroßen Hoffnungen, zu denen die vorgeschrittene Entwicklung der Weintrauben bereits im Juli des Vorjahres berechtigte, in Folge der später eintretenden ungünstigen Witterung nit erfüllt. Nur wenige Gemarkungen berichten von einer qualitativ guten, die meisten da- gegen von einer mittleren oder noch geringeren Creêcenz.

Wie erheblich der Hektarertrag \{chwankt, lassen nachstehende Zahlen erkennen. Es wurden durchschnittlich vom Hektar geherbstet:

1875 1878 1880 1881 Wee Be U A 12,7 4,9 23,6 rote Ben P ¿209 9,0 36 202

Überhaupt „1. e 409 12,6 4,9 23,5 Der Quantität nach übersteigt der Hektarerirag des einen Jahres

1881 denjenigen der drei Vorjahre zusammen. Innerhalb der sieben leßten Jahre gestaltete sich die Herbstung der einzelnen Rebsorten, wie folgt. Es wurden gekeltert : Hektoliter. 1875 1879 1881 1875—81 a. von weißen Trauben (höchste) (kleinste) (mittlere) Riesling 57 015,80 6216,00 4049460 28 391,74 Orleans 840,00 72,00 528,00 438,51 Traminer 1 867,60 55,44 311,60 507,75 Oesterreicher . . 14 937,00 (80) 832,80 5516,80 7255,23 Kleinberger . .. . 26 270,80 694,24 1052440 9622,03 gemischte 2594640 273888 8274,40 9296,24 Zusammen . . 126 877,60 13566,16 65 649,80 55 511,51

b. von rothen Trauben

Klebroth 2 525,60 211,04 1052, 80 1168,32 Frühburgunder .. 1684,60 151,44 988,80 673,12 zusammen .. 4210,20 36248 9204160 1841,44 überhaupt . . 131 087,80 13928,64 67 691,40 57 352,95

Die „Times“ veröffentlicht eine aus amtlihen Quellen zu- sammengestellte Statistik über den Konsum berauschender Getränke im Vereinigten Königreiche Großbritannien und Irland während des abgelaufenen Jahres. Darnach wurden im J. 1881 nicht weniger als 970 788 564 Gallons Bier verbraucht, welche Quantität, den Gallon zu 1 Sh. 6 Pence berechnet, einen Gesammt- werth von 72 809 142 Pfd. Sterl. gegen 67 881 673 Pfd. Sterl. in 1880 darstellt. Der Konsum britischer Weine und Spirituosen betrug 28 730 719 Gallons im Werthe von 28730 719 Pfd. Sterl. gegen 28 457 486 Pfd. Sterl. in 1880. An fremden Spirituosen wurden 8295265 Gallons im Werthbetrage von 9954 318 Pfd Sterl. gegen 10173014 in 1880, und an fremden Weinen 15 644 757 Gallons im Werthe von 14080 281 Pfd. Sterl. gegen 14 267 102 Pfd. Sterl. in 1880 fkonsumirt, während der Konsum britisher Weine auf 15 000000 Gallons im Werthbetrage von 1 500 000 Pfd. Sterl. veranschlagt ist. Die Gesammtzeche für 1881

cziffert sih auf 127074460 Pfd. Sterl. gegen 122 279 275 Pfd.

Sterl., was im Vergleih mit 1880 eine Zunahme von 4 795 185 Pfd. Sterl. oder 3,9 9% bedeutet. Der Konsum von Bier weist eine Zunahme von 7,3 °/9 und der britischer Spirituosen eine solche von 0,96 %/ auf, während fremde Spirituosen eine Abnahme von 2,1%, und fremde Weine eine solche von 1,3 “/o ergeben.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Handbuch der Deutschen Reichsgeseßgebung, be- treffend die Seeunfälle, deren Untersubung und Verhütung. Mit Ergänzungen und Erläuterungen aus den Materialien, den Aus- führungébestimmungen und den Entscheidungen der Seeämter und des ODber-Sceamts. Herausgegeben von Julius Caesar, Staats- anwalt. Bremen. C. Schünemanns Verlag. 1882, Preis 4 4 Unter den neueren deu!shen Reichsgesetzen, welche dem Ge- biete des Seeschiffahrtswesens angehören, hat das Gesetz vom 27. Juli 1877, betreffend die Untersuchung von Seeunfällen eine hervorragende Bedeutung. In den Seeämtern und dem Ober-Seeamte sind durch jenes Geseß wichtige Organe der Se-cschiffahrts - Polizei ge- schaffen worden. Diese Behörden üben durch ihre Sprüche nit nur eine wirksame Kontrole aus über die richtige Ausführung der das Seeschiffahrtêwesen regelnden Reichs- und Landesvorschriften, der Bestimmungen über das Seestraßenreht und das Signalwesen, über Seezeichen, Lootsenwesen und Rettungsan- stalten, über Schiffsbau und Schiffsvermessung, sondern sie finden bei thren Untersuchungen der einzelnen Seeunfälle auch vielfah Gelegen- heit, auf Mängel in den bestehenden Einrichtungen, zuweilen aub auf Lücken in der Gesetzgebung hinzuweisen, die Regeln der Nautik von neuen praktishen Gesichtspunkten aus zu beleuchbten und die Kenntniß heimischer und fremder Gewässer ju bereibern und zu erweitern. Jndem ferner die Seeämter bei der Untersuchung eines jeden Secuñfalls die Frage zu prüfen und zu beantworten haben, ob der Schiffer, Steuermann oder Maschinist durch Handlungen oder Unterlassungen den Unfall oder dessen Folgen verschuldet hat, wirken sie als Censurbehörden und Wächter über die Tüchtigkeit und Gewissenhaftigkeii dieser Klassen von Schiffösbediensteten und sind zu- gleih in der Lage, ihrer Censur durch Entziehung der Gewerbec- befugniß praktishen Nahdruck zu verleihen. Bisher hat, unseres Wissens, das Gefeß über die Untersuhung von Seeunfälien eine ein- gehende Bearbeitung unter Venußung der Materialien, der Aus- führungsbestimmungen und der Entscheidungen der Seeämter und des Ober-Seeamts nicht gefunden. Faßt man das praktische Be- dürfniß der Seeämter ins Auge, so wird demselben durch einen Kommentar zu dem Sceunfalls-Geseßze vom 27. Juli 1877 allein nicht genügt. Vielmehr müssen die Seeämter auch fort- während die zu dem Gesetze erlassenen Ausführungsbestimmungen, so- wie ferner diejenigen Verordnungen zur Hand haben, welcbe das Sec- straßenrecht regeln, insbesondere die Verordnungen vom 7. Januar 1880 und vom 15. August 1876, sowie die Noth- und Lootsen-Signal- ordnung vom 14. August 1876. Daneben sind, wenn es si um die Patententziehung handelt, die reihêgeseßlihen Vorschriften über die Befähigung der Seeschiffer, Seesteuerleute und Maschinisten auf See- dampfschiffen vielfah zu berücksichtigen. Feruer kommen die im ande bgezewuche und den neueren Seegeseten enthaltenen Regeln für die Führung des Schiffsjournals oftmals zur Sprache. Auch die Strandungéordrung vom 17. Mai 1874 und die dazu er- gangene Instruktion des Bundesraths erfordert bei den Unter- subungen der Seeunfälle nicht selten Beachtung. Endlich müssen diejenigen Abschnitte des Gerichtsverfassungsgesetes und der Straf- prozeßordnung, welche für das seeamtlihe Verfahren Geltung haben, dem Secamte stets vorliegen. Alle vorgenannten Gesetze, Verord- nungen, Bekanntmachungen, Vorschriften und Instruktionen finden sib zerstreut in einer stattlihen Reihe von Jahrgängen des Reichs« Gesetblattes und Neichs-Centralblattes und sind daher nur mühsam aufzusuhen. Ihre Zusammenstellung in einem handlicen Buche erscheint daher gewiß wünschenswerth Sie reihen als cine natürlide Ergänzung an das Secunfallägesey und die zu dessen Ausführung ergangenen Bestimmungen an, Nach diesen Gesichtépunkten is der Verfasser mit gutem Erfolge bemüht gewesen, ein brauhbares Handbuc zu liefern, das, zwar vornehmlich für den praktischen Gebrauch bei den Seeämtern geeignet, do auch über den Kreis der bei den seeamtlichen Untersubungen unmittelbar betheiligten Personen binaus, den sonstigen Seeschiffahrts-Jnteressenten, Tan