1882 / 83 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Königreich Preufßenu.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht : den Oberförstern Mühlhausen zu Münder, Runne- baum zu Eberswalde und Weise zu Eberswalde den Charakter als Forstmeister zu verleihen; fowie den Seminar-Direktor Carl Knoke in Wunstorf zum ordentlihen Professor in der theologischen Fakultät der Uni- versität Göttingen zu ernennen.

Berlin, den 5. April 1882.

eute Mittag 12 Uhr erfolgle im Kronprinzlichen Palais

zu Berlin die Konfirmation Fhrer Königlichen

oheit der Prinzessin Victoria, Tochter Sr. Kaiser-

lihen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen, und Sr.

Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrih Leo-

C E Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Fried- rih Carl.

Während Se. Majestät der Kaiser und König zu In vet lebhaftesten Bedauern durch eine leichte Jn- disposition verhindert waren, an der Feier Theil zu nehmen, fand diese in Gegenwart Jhrer Majestät der Kaiserin und Königin, der Durchlauchligsten Eltern, der Mitglieder der Königlichen Familie, Sr. Königlichen Hoheit des Groß- herzogs von Hessen und bei Rhein nebst Höchstdessen Töchtern, den Prinzessinnen Victoria und Elisabeth, Großherzogliche Hoheiten, sowie Jhrer Hoheiten des Herzogs und der Herzogin von Anhalt statt.

Die heilige Handlung wurde durh den Ober-Hofprediger, General-Superintendenten der Kurmark und Ober-Konsistorial- Rath D. Kögel verrichtet, nahdem Jhre Königliche Hoheit die ers An Victoria dur< den Prediger Persius an der Heiligen

eistkirhe zu Potsdam, und Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrih Leopold dur<h den Hofprediger und Garnisonpfarrer Frommel den Religionsunterriht und die Konfirmations- vorbereitungen genossen hatten.

Jn der kurz vor der Feier stattgehabten Unterredung über die Glaubenslehren der evangelishen Kirche hatten Jhre Königlichen Hoheiten die an Sie gerichteten Fragen ausführ- lih beantwortet und Jhre Antworten dur<h Aussprüche der Heiligen Schrift begründet.

Höchstdieselben bestätigten darauf Jhren Taufbund durch Beantwortung der in der Agende vorgeschriebenen Fragen, verlasen das von Jhnen Selbst aufgeseßte Bekenntniß und Gelübde und wurden nun in die Rechte und Pflichten der evangelischen Kirche aufgenommen.

E Cu M wegen Ausfertigung auf den Inhaber lautender

Schuldverschreibungen der Stadt Norden im Betrage von 150000 A Reichswährung.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2.

Nachdem die städtischen Kollegien zu Norden in den Plenarver- sammlungen vom 16. Dezember 1881 bezw. 22. Februar 1882 be- \{<lo}sen haben, behufs der Leistung eines Beitrages zu den Ausfüh- ung olen der in dem Geseße vom 9. März 1880 8. 1 Nr. 7 näher bezeichneten Eisenbahn eine Anleihe aufzunehmen, wollen Wir auf den Antrag des Magistrats der Stadt Norden

zu diesem Zwe>ke auf jeden Inhaber lautende, mit Zinscoupons

versehene, Seitens der Gläubiger unkündbare Schuldverschrei-

bungen im Betrage von 150 000 Æ ausstellen zu dürfen, da sih hiergegen weder im Interesse der Gläubiger, no< der Schuldnerin Etwas zu erinnern gefunden hat, in Gemäßheit des 8, 2 des Geseßes vom 17. Juni 1833 und der Verordnung vom- 17. Sep- tember 1867 zur Ausftellung von Schuldverschreibungen zum Betrage von 150000 Æ, in Buchstaben: „Einhundertundfünfzig Tausend Mark“, welche in folgenden Abschnitten :

109 000 zu 1000 Æ, 50 000 Æ zu 500 M, zusammen 150 000 A.

na< dem anliegenden Schema und unter Beifügung von Zins- coupons und Talons na den beiliegenden Formularen auszufertigen, mit vier Prozent jährli< zu verzinsen und nah dem festgestellten as mittelst Ausloosung bezw. Rückkauf in den Jahren 1883 bis 1924 aus einem Tilgungsfonds, welcher mit 1 Prozent ährlih unter Zuwachs der Zinsen von den getilgten Schuldverschrei- ungen gebildet wird, zu tilgen sind, dur< gegenwärtiges Privilegium Unsere landesherrliche Genehmigung ertheilen. Die Ertheilung erfolgt mit der re<tlihen Wirkung, daß ein jeder Inhaber dieser Schuld- verschreibungen die daraus hervorgegangenen Rechte geltend zu machen befugt ist, ohne zu dem Nachweise der Uebertragung des Eigenthums verpflichtet zu sein.

Durch vorstehendes Privilegium, wel<es Wir vorbehaltlih der Rechte Dritter ertheilen, wird für die Befriedigung der Inhaber der Schulverschreibungen eine Gewährleistung Seitens des Staates N E u Höf b

, Urkundlih unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedru>tem Königlichen A el. iGrif

Gegeben Berlin, den 20. März 1882,

(L. 8.) Wilhelm. von Puttkamer. Bitter. Provinz Hannover. Landdrosteibezirk Aurich. SEUlbLeL\Greivüunga

der : Stadt Norden L e Mt... über Ausgefertigt in Gemäßheit d Umabatk usgefertigt tn Gemäßheit des landesherrlichen Privilegiums vom 20. März 1882 (Amtsblatt für Hannover vom s Y 1882 Nr. . .. Seite... , und Geseßz-Sammlung für 1882 Seite .. laufende Nr. . . .).

Auf Grund der von den städtishen Kollegien der Stadt Norden in den Plenarversammlungen vom 16. Dezember 1881 bezw. 22. Februar 1882 gefaßten Beschlüsse wegen Aufnahme einer Anleihe von 150000 M bekennen si< Magistrat und Bürgervorsteher- Kollegium der Stadt Norden Namens der leßteren dur< diese, für (en Inhaber gültige, Seitens des Gläubigers unkündbare Ver- <reibung zu einer Darlchnss{uld von M, welche an die Stadt Norden baar gezahlt worden und mit vier Prozent jährlich zu verzinsen ift.

Die Rückzahlung der ganzen S{uld von 150 000 M erfolgt na Sa abe des genehmigten Tilgungsplans mittelst Ausloosung bezw. Rückkauf der uldverschreibungen in den Jahren 1883 bis späte- stens 1924 einschließli< aus einem Tilgungsfonds, welher mit wenigstens Einem Prozent Set unter Zuwachs der Zinsen von den getilgten Schuldverschreibungen gebildet wird.

ie Ausloosung geschieht in dem Monate September. Der Stadt bleibt jedo< das Recht vorbehalten, den Tilgungsfonds zu E oder auch sämmtliche no< im Umlaufe befindlihe Schuld- vers{reibungen vom Jahre 1895 an, auf einmal zu kündigen.

Die durch die verstärkte Tilgung ersparten Zinsen wachsen eben- falls dem Tilgungsfonds zu.

Die ausgeloosten, sowie die gekündigten Schuldverschreibungen werden unter Bezeichnung ihrer Bustaben, Nummern und Beträge, sowie des Termins, an wel<hem die Rüczahlung erfolgen foll, öffent- li< bekannt gema<ht. Diese Bekanntmachung erfolgt fes, drei, zwei und einen Monat vor dem Zahlungstermine in dem Deutschen Reichs- und Ing Preußischen Staats-Anzeiger, den Auricher Nachrichten (Amtsblatt für Ost- friesland) und dem Osffriesishen Courier. Geht eines dieser Blätter ein, so wird an dessen Statt von den städtishen Kollegien mit Ge- gegn igung der Königlichen Landdrostei zu Aurich cin anderes Blatt

estimmt.

Bis zu dem Tage, wo solchergestalt das Kapital zu entrichten ift, wird es in jährlichen Terminen am 1. April, von heute an gerechnet, mit vier a arg verzinset.

Die Auszahlung der Zinsen und des Kapitals erfolgt gegen bloße Rückgabe der fällig gewordenen Zinscoupons, bezw. diefer Schuld- verschreibung bei der städtischen Kämmereikasse zu Norden resp. den \fonst bekannt gemachten Zahlstellen, und zwar auch in der nah dem Eintritte des Fälligkeitstermins folgenden Zeit.

Mit der zur Empfangnahme des Kapitals eingereichten Schuld- verschreibung sind auch die dazu gehörigen Zinscoupons der späteren Fâlligkeitstermine zurü>zuliefern. Für die fehlenden Zinscoupons wird der Betrag vom Kapitale abgezogen.

Die gekündigten Kapitalbeträge, welche innerhalb dreißig Jahren na< dem Rückzahlungstermine nicht erhoben werden, sowie die inner- halb vier Jahren na< dem Ablaufe des Kalenderjahres ihrer Fällig- keit nit erhobenen Zinsen verjähren zu Gunsten der Stadt Norden.

Das Aufgebot und die Kraftloserklärung verlorener oder vernichteter Schuldverschreibungen erfolgt na Vorschrift der $8. 838 und ff. der Civil- prozeß-Ordnung für das Deutsche Reich vom 30. Januar 1877 (Reichs- Geseß-Blatt S. 83) bezw. na< $. 20 des Ausführungsgeseßes zur Deutschen Civil-Prozeß-Ordnung vom 24, März 1879 (Geset- Samml. S. 281)

Zinscoupons können weder aufgeboten, nod für kraftlos erklärt werden. Doch soll Demjenigen, welcher den Verlust von Zinscoupons vor Ablauf der vierjährigen Verjährungsfrist bei dem Magistrat anmeldet und den stattgehabten Besiß der Zinscoupons dur< Vor- zeigung der Schuldverschreibung oder sonst in glaubhafter Weise darthut, nah Ablauf der Verjährungsfrist der Betrag der angemeldeten und bis dahin ni<t vorgekommenen Zinscoupons gegen Quittung aus- gezahlt werden.

Mit dieser Schuldverschreibung sind fünf ganzjährige Zins- coupons bis zum Schlusse des Jahres . . . . ausgegeben, die ferneren Zinscoupons werden für fünfjährige Zeiträume ausgegeben werden.

Die Ausgabe einer neuen Serie von Zinscoupons erfolgt bei der städtischen Kämmereikasse zu Norden gegen Ablieferung des der älteren Zins8coupons-Serie beigedru>ten Talons. Beim Verluste des Talons erfolgt die Aushändigung der neuen Zinscoupons-Serie an den Jn- bobe de Schuldverschreibung, sofern deren Vorzeigung rechtzeitig ge-

ehen ist.

Zur Sicherheit der hierdur< eingegangenen Verpflichtungen haftet die Stadt Norden mit ihrem Vermögen und mit ihrer Steuerkraft.

Dessen zu Urkund haben wir diese Ausfertigung unter unserer Unterschrift ertheilt.

Norden, den . . ten

Der Magistrat.

Das Vürgervoorsteher-Kollegium. (Tro>kenes Siegel.) (Cigenhändige Unterschrift des Bürgermeisters und des Bürgervor- steher-Wortsührers und Gegenzeichnung eines Kontrolbeamten aus dem Magistrats-Kollegium.)

Provinz Hannover. Landdrosteibezirk Aurich. Zinscoupon

zur Schuldverschreibung der Stadt Norden. Série... Lâtt. Nr. 7 Uber: Mark

zu vier Prozent Ziusen über . . . Mark.

Der Inhaber dieses Zinscoupons empfängt gegen dessen: Rük- gabe am 1. April... . und späterhin die Zinsen der vorbenannten S chuldvers<hreibung für das Jahr vom 1. April 18 , . bis ultimo März 18 . . mit Mark bei der städtis<hen Kämmereikasse zu Norden und den sonst bekannt gemachten Zahlstellen.

Norden, den . . ten 1

Der Magistrat. Das Bürgervorsteher-Kollegium. (Tro>kenes Siegel.) eue der Unterschrift des Bürgermeisters und des Bürgervorsteher- ortführers und eigenhändige Gegenzeichnung eines Kontrolbeamten.) 2 Zinscoupon ift ungültig, wenn dessen Geldbetrag nicht innerhalb vier Jahren nah dem Tage der Fälligkeit erhoben wird.

Provinz Hannover. ai Landdrosteibezirk Aurich. Talon zur Schuldverschreibung der Stadt Norden.

LIGLeA e Mt 6% über Mark Reichswährung à vier Prozent Zinsen.

Der Inhaber - dieses Talons empfängt gegen dessen Rückgabe zu der obigen Schuldverschreibung der Stadt Norden die . . . Serie NOupons für die fünf Jahre 18 , . bis 18 , . bei der städtischen

ämmereikasse, sofern ni<ht re<tzeitig von dem als solchen sich aus- weisenden Inhaber der Schuldverschreibung dagegen Widerspruch erhoben wird,

Norden, den …. ten B...

Der Magistrat. Das Bürgervorsteher-Kollegium. (Tro>kenes Siegel.) (Faksimile der Unterschrift des Bürgermeisters und des Bürgervorsteher- ortführers und eigenhändige Gegenzeihnung eines Kontrolbeamten.)

Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Bekanntmachung.

Jm 1. Quartal 1882 haben nach abgelegter Prüfung nach- benannte praftishe Aerzte das Fähigkeitszeugniß zur Verwal- tung einer Physikatsstelle erhalten :

1) Trib Ap Esleben in Leopoldshall (Herzogthum

nhalt),

2) Dr. Hermann Ludwig Friedrih Haehner in Düsseldorf, i

3) Dr. Friedri<h vom Hofe in Altena, Regierungsbezirk Arnsberg,

4) Dr, August Otto Kanzler in Rothenfelde, Landdrostei- bezirk Osnabrü>,

5) Dr, Ludwig Joseph Ferdinand Kirchhoff in Diez a. d. Lahn, Regierungsbezirk Wiesbaden,

6) Dr. Friß Richard Theodor Kleffel in Wilhelms- haven, Landdrosteibezirk Aurich,

7) Dr. Max Schaefer in Pankow, Regierungsbezirk Potsdam,

8) Dr. Johann Gottlieb Paul S<hleußner in Alt- Doebern, Regierungsbezirk Frankfurt a. O.

9) Dr. Louis Ernst Arthur Strauß in Berlin.

Berlin, den 31, März 1882.

Der Minister der geistlichen, Unterrihts- und Medizinal- Angelegenheiten. Jn Vertretung : Lucanus.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Dem Forstmeister Weise ist die bisher interimistis< von ihm verwaltete Stelle eines Dirigenten der forstte<hnischen Abtheilung des Versuchswesens und Dritten forstlihen Lehrers

an der Forstakademie zu Eberswalde definitiv verliehen worden.

Nichtamtliches. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 6. April. Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin empfingen gestern den Be- su< FJhrer Kaiserlid)en und Königlichen Hoheiten des Kron- prinzen und der Kronprinzessin sowie Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen mit Höchstseinen Töchtern.

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin wohnte gestern dem Examen sowie der darauf folgenden Konfirmation der Prinzessin Victoria und des Prinzen Leopold im Palais Sr. Kaiserlihen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen bei.

Heute sand im Königlichen Palais sür Beide Majestäten und die Königliche Familie die Feier des heiligen Abend- mahls statt.

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin wohnte der liturgishen Andacht im Dome bei.

Der Bundesrath hat in seiner Sißung vom 21. März d. J. beschlossen :

1) Ueber die in dem deutschen Zollgebiet nah Maßgabe der Beschlüsse des Bundesraths vom 22. Juni und 20. De- zember 1869 und vom 16. Dezember 1881 mit dem An- \pruh auf Zoll- oder Steuervergütung abgefertigten Z uer - mengen sind mit Zugrundelegung der Unterscheidungen nah Nr. 470 bis 472 des statistishen Waarenverzeichnisses halbmonatlih Uebersichten dur<h den „Reichs-Anzeiger“ zu ver- öffentlichen. : /

2) Als Unterlagen für diele Uebersichten dienen Nach- weisungen, welche von den zur Abfertigung von Zucker mit dem Anspruch auf Zoll- oder Steuervergütung befugten Aem- tern, einschließli<h derjenigen, auf welche der Beschluß des Bundesraths vom 16. Dezember 1881 Anwendung findet, nah Maßgabe der von dem Kaiserlichen Statistischen Amt zu liefernden Formulare aufzustellen und unmittelbar an lchteres einzusenden sind.

3) Die Einsendung der Nachweisungen (Ziffer 2) hat, so- weit Abfertigungen von Zu>ker mit dem Anspru<h auf Zoll- oder Steuervergütung bei einem der betreffenden Aemter vor- gekommen sind, jedesmal am 16. des Monats für die Zeit vom 1. bis 15. desselben Monats und am 1. des Monats für die Zeit vom 16. bis zum Schluß des abgelaufenen Monats zu erfolgen.

4) Sämmtliche zur Abfertigung von Zu>ker mit dem An- spru<h auf Zoll- oder Steuervergütung befugten Aemter (Ziffer 2) haben na<h Ablauf cines jeden Kalenderjahres eine Bescheinigung darüber an das Kaiserlihe Statistishe Amt gelangen zu lassen, daß die nach Ziffer 3 eingesandten, einzeln nach den Zeitabschnilten zu bezeichnenden Nachweisungen alle in dem abgelaufenen Jahr bei dem betreffenden Amt mit dem Anspru<h auf Zoll- oder Steuervergütung abgefertigten Zu>termengen umfassen, beziehungsweise, daß Abfertigungen dieser Art daselbst in dem abgelaufenen Jahr ni&t vorge- kommen sind.

5) Ueber die mit dem Anspru<h auf Zoll- oder Steuer- vergütung abgefertigten Zu>kermengen sind von Seiten der betreffenden Abfertigunaëämter nah näherer Anordnung des Hauptamtsvorstandes Vornotizen zu führen, auf Grund deren die Nachweisungen (Ziffer 2) aufgestellt werden. Bezüglich dieser Vornotizen finden die Bestimmungen im 8. 22 Absatz 1, im $8. 24 Saß 2 und in den 8. 28 und 29 der Dienst- vorschriften, betreffend die Statistik os Waarenverkehrs des deutschen Zollgebiets mit dem Auslande, vom 21, November 1879 sinngemäße Anwendung.

6) Die nah dem Beschluß des Bundesraths vom 12. Of- tober 1876 monatlih aufzustellenden U.-bersichten über die versteuerten Rübenmengen sowie über die Einfuhr und Aus- fuhr von Zu>ker sind von seiten des Kaiserlichen Statistischen Amts bei der Veröffentlihung in den Monatsheften zur Statistik des Deutschen Reichs dur<h Beisügung der Angaben über die in dem betreffenden Monat mit dem Anspruch auf Zoll- oder Steuervergütung abgefertigten Zu>ermengen zu ergänzen.

7) Die vorstehenden Bestimmungen 1. April 1882 in Wirksamkeit.

8) Zur Ergänzung der nah Ziffer 1 und 6 zu veröffent- lichenden Uebersichten sind über die in den Monaten Januar bis März 1882 mit dem Anspru<h auf Zoll- oder Steuer- vergütung abgefertigten Zu>ermengen von Seiten der be- treffenden Aemter unt Benußung der für die halbmonatlichen Nachweisungen vorgeschriebenen ¿Formulare (Ziffer 2) besondere summarishe Nachweisungen aufzustellen und am 1. April 1882 unmittelbar an das Kaiserliche Statistishe Amt einzusenden, welches die darin enthaltenen Angaben in einer Hauptübersicht für das deutsche Zollgebiet zu vereinigen und leßtere in dem „Reichs-Anzeiger“, sowie in den Monatshesten zur Statistik des Deutschen Reichs zu veröffentlichen hat.

_ ‘Nach einér Cirkularverfügung des Ministers der öffentlihen Arbeiten, vom 14. v. M., sind bei akademischen Exkursionen auf den Staatseisenbahnen statt der Transport- scheine Billets zu verabfolgen, Wenn bei <<hulfahrten aus- nahmsweise die Benußung von Scnellzügen gestattet wird, so ist hierfür ein Preisaufshlag nicht zu erheben. Kinder unter 4 Jahren, wenn sie ihre Stelle auf den Pläßen ihrer Angehörigen mitfinden, sind au<h dann frei zu befördern, wenn die Leßteren freie Fahrt genießen. Für Kinder von 4 bis 10 Jahren in Begleitung von Jnhabern von Freifahrtscheinen, Vereinsfarten u. dgl. kommen diejenigen Ermäßigungen zur Anwendung, welche nah dem Tarife einzeln reisenden Kindern gewährt werden. Fnhaber solher Freikarten und Freifahrt- scheine, welche für eine bestimmte Wagenklasse ausgestellt sind, können, soweit nih: das Freifahrtreglement vom 8. Juni 1880 die Benußung einer höheren Wagenklassé ausnahmsweise zuläßt, dur Lösung eines Zuschlagsbillets die Berechtigung son Benußung ciner höheren Wagenklasse niht erlangen,

treten mit dem

ondern haben, wenn sie eine höhere als die ihnzn nah dem eglement zustehende Wagenklasse benußen wollen, ein Billet für die leßtere zu lösen.

Durch einen Erlaß desselben Ministers, vom 16. März d. J., sind die Königlichen Eisenbahn: Direktionen ermächtigt worden, die Preise der Abo nnementskarten für Schulkinder bei einem vollen Jahresadonnement fortan auf der Grundlage von 1 Pf. (statt 1,33 Pf.) für die T. Klasse und von 1,5 Pf. (statt 2 Pf.) für die 11. Klasse für jedes durhfahrene Kilo- meter zu berehnen. Wegen der Ermäßigung des Avonnements für mehrere Kinder derselben Familie verbleibt es bei dem allgemeinen Erlaß vom 8. April 1881. Sofern auf einzelnen Stre>en no< günstigere Bedingungen bestehen , sind die- selben bis auf Weiteres beizubehalten.

Die Anwendbarkeit der Bestimmung des $. 193 des Strafgeseßbbuches, wonach bei der Wahrnehmung be- xe<htigter Fnteressen an sih beleidigende Aeuße- rungen unter Umständen nicht strafbar sind, wird, nah einem Urtheil des Reichsgerichts, ll. Straffenats, vom 3. Februar d. J., dadurh nicht ausgeschlossen, daß diese Aeußerung vor Personen gemacht wird, z. B. vor einer Volksversammlung, welche niht dazu berufen sind, über das damit geltend gemachte Recht oder rechtliche Jnteresse zu be- finden.

Wird von dem Vaker oder der Mutter eines unge- ogeren Kindes ein Dritter zur Züchtigung ihres Kindes aufgefordert, so ist nah einem Urtheil des Neichsgerichts, III, Strafsena1s, vom 11. Januar d. cF., derselbe nicht wegen Mißhandlung zu bestrafen, wenn er der elterlichen Auffor- derung Folge leistet und bei seinen Thätlichkeiten gegen das Kind die Grenzen einer Züchtigung nicht überschreitet.

Der General-Lieutenant Bronsart von Schellen-

dorff, Commandeur der 2. Garde-Fnfanterie- Division, ist

von Urlaub aus Breslau hierher zurückgekehrt. Bayern. München, 5. April... (W. T. B) Der

N König empfing heute den neu ernannten Nuntius di Pietro

in Antrittsaudienz.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 5. April. (W. T. B.) FML. Jovanovic meldet: Am 3. d. wurde na< einem kurzen Gefechte östlih von Peljovac in der Crivoscie Macia Planina und am 4. d. Bjela-Gord beseßt. Die Jn- surgenten flohen am 3. d. in der Nihtung auf Gradovina und Bannevske Greda. Am 4. d. wurden die Fnsurgenten dur einige Schüsse von Lisac vertrieben, Abtheilungen der 44. Division hatten am 3. und 4. d. Vuci Zub und den Orien beseßt, um das Ausweichen der Fnsurgenten gegen Zubci zu verhindern. Ad‘heilungen der 47. Division gingen bis hart an die montenegrinishe Grenze vor und begrüßten die dort aufgestellten Kordontruppen. N

Prag, 4. April. Der „Prager Lloyd“ konstatirt, d..ß die Ernennung des Frhrn. von Kraus zum Statthalter von Böhmen in allen politischen Kreisen lebhafte Befriedigung her- vorgerufen habe. Baron Kraus habe durh seine bisherige Amtsführung bewiesen, daß gerade er der Mann sei, um der schwierigen Verhältnisse in Böhmen Herr zu werden. An der Hand des Geseges wisse er die Parteien, wo es Noth thut, aus- einanderzuhalten, sie aber au dort zu vereinigen, wo ein ge- meinsames Wirken räthli< erscheint.

Pest, 6. April. Dem „Pesti Naplo“ wird aus Cet- tinje gemeldet, Montenegro sei der ihm obliegenden inter: nationalen Verpflichtung nachgekommen, indem es einen Grenzkordon von 700 Mann aufstellte. :

Aus Ragusa, 3. April, telegraphirt ein Correspon- dent dem „Pester Lloyd“:

Von der Bereisung der südlichen Herzegowina zurückgekehrt, beeile ih mi, zunächst die Thatsache hervorzuheben, daß sich nirgends mehr größere Insurgentenschaaren zeigen und daß Leßtere sich in einem stetig vorschreitenden Abbröckelungsprozesse befinden Die fort- gesetzte Reihe von Niederlagen, welche die verschiedenen Jnsurgenten- banden in der mittleren wie in der südlichen Herzegowina erlitten haben, der Mangel eines jeden Erfolges gegen die Truppen, das kräf- tige und vorsichtige Auftreten der letzteren, dur< welches ver- hindert wurde, daß bei den Insurgenten der Krieg den Krieg ernähre und daß die Banden auf Kosten des Militärs leben; endlich das all- mähliche Versiegen der dem Aufstande von außen zugeleiteten Zuflüsse: das alles hat zum langsamen Verglimmen des Aufstandes mitgewirkt, Das fruchtbare Popovo-Polje und die ganze Umgebung von Trebinje bieten ein Bild des tiefsten Friedens; nicht sehr verschieden davon ist die Gegend bis nördli Bilek. NördliÞh von Bilek ift ist die entlang der montenegrinishen Grenze laufende, nur von Saum- thieren benußzbare Straße no< unsicher, da die Ceta des von seiner Verwundung genesenen Stojan Kova&eviçc sih auf dem Wardar und der Troglawa-Planina aufhält. Diese Nähe der Insurgenten führt zuweilen zu belanglosen Plänkeleien ; sobald jedo< größere Streif- abtheilungen sich den Banden nähern, weichen letztere kampflos aus. Damit hat der Aufstand den Kreislauf zum ursprünglichen Räuber- unwesen zurückbeschrieben. Um demselben zu steuern und die Truppen iht durh zwed>lose Gewaltmärswhe gegen einen unfaß- baren Feind abzuheßen, sind nun sehr viele Ortschaften, die früher gar ni<ht oder höcbstens von Gensd'armerieposten besetzt waren, mit Truppen belegt worden, welche selbständig ihren Rayon zu sichern haben; auf diese Art hofft man, den Bewegungsraum der Insurgenten so einzuengen, daß dieselben \{ließli< auf die entlegenen unwirthlichen Gebirgsgegenden beschränkt bleiben, wo nichts zu holen ist, Da auf den neubesetzten Punkten keinerlei Unterkünfte für die Truppen bestehen, so müssen jeßt solche, namentli< in Ulok, an der oberen Narenta, in Korito, wo bisher nur die Gensd’armerie-Kaserne Zagrudje und ein einziges Haus gestanden u. \. w., geschaffen werden.

Zara, 6. April (W. T. B.) Jn Folge der siegreichen Operationen in Bielagora soll dem „Narodni Listy“ zufolge no<h im April ein Theil der in der Bocche operirenden QUARNSR entlassen werden und sollen die Feldzulagen auf- oren.

Frankreich. Aus Tunis wird u. d. 4. April gemeldet : Der neue Minister-Resident Cambon empfing gestern Vertreter der französischen Kolonie. Der erste Deputirte der- selben gab dem Vertrauen der Kolonie zu Cambon Ausdru> und sagte: das Dringendste sei eine finanzielle Reform, welche eine möglichst radikale sein sollte. Cambon versicherte die Depu- tirten seiner vollkommenen Hingebung und Untei stüßung; er werde die einzuführenden Verbesserungen ohne Voreingenom- menheit und mit dem Bestreben studiren, die Regierung des Bey zu unterstüßen und zu zeigen, daß Frankreich den guten Ruf, eine civilisatorishe Nation zu sein, no< nicht eingebüßt habe, Es bedürfe der Zeit und der Klugheit, um ein dauer- haftes Werk zu schaffen; er re<ne in seinem Streben auf den Beistand Aller. Abends empfing der Minister-Resident die fremden Konsuln.

Spanien. Madrid, 5. April. (W. T. B.) Die Generalräthe von 11 Provinzen haben sih für die An- nahme des französis<-spanishen Handelsvertrages

ausgesprohen. Der Belagerungszustand ist in ten Provinzen Gerona, Tarragona und Lerida aufgehoben,

daueit aber in Barcelona fort, wo die Lage unver- ändert ist.

Italien. Rom, 5. April. (W. T. B) Am Freitag Nachmittag 5 Uhr wird in der Kapelle der deutschen Botschaft die Todtenfeier für die verstorbene Frau von Keudell stattfinden. Der Botschafter Hr. von Keudell begleitet die sterblichen Ueberreste seiner Gemahlin na< Berlin.

Serbien. Belgrad, 4. April. (Wien. Ztg.) Die solennen Notifikationen der Proklamirung Ser- biens zum Königreiche bei den verschiedenen Höfen werden im Laufe der nä<hsten Tage erfolgen. Der zweite Präsident der Skupschtina Professor Kujundzic, welcher die spezielle Mission hat, die Proklamirung Serbiens zum König- reiche den Höfen in Cettinje und Athen zu notifiziren, hat Belgrad gestern zu diesem Zwe>e verlassen. König Milan, Königin Natalie und der Kronprinz begeben si<h am Gründonnerstag nah Schabaz, von wo sie nah einem Auf- enthalte von 24 Stunden wieder na< Belgrad zurü>kehren. Unmittelbar nah Ostern tritt König Milan die angekündigte Nundreise dur Serbien und zwar in Begleitung des Ministers des Fnnern Garaschanin an.

Numäánien. Bukarest, 5. April. (W. T. B.) Fürst Obolensfky, der russishe Kommissar zur Bezahlung der durch die russische Armee in Rumänien verursah- ten Schäden, hat seine Mission erfüllt, nachdem er gestern noch den Bauern des Distriktes Vlaschka eine Entschädigung von 200 000 Fr. bewilligt hat. Fürst Obolensky wird morgen

Bukarest verlassen. Graf Hoyos reist am nächsten Mitt- woch ab. :

Schweden und Norwegen. Christiania, 2. April. (Hamb. Corr.) Bei der jüngst stattgefundenen Neuwahl des Präsidiums des Storthings wurde der bisherige Vizeprä- sident Joh. Sverdrup zum Präsidenten und der bisherige Präsident Rektor Steen zum Vizepräsidenten erwählt.

Amerika. Washington, 5. April. (W. T. B.) «James Partridge ist zum amerikanishen Gesandten in Peru ernannt worden. Jm Senat brachte Miller eine mit der Chinesen-Auss<hußbill, gegen welche der Prä- sident sein Veto eingelegt hat, identishe Bill ein. Durch diese neue Bill wird die Dauer des Einwanderungsverbotes auf 10 Jahre beschränkt,

Afrika. Egypten. Kairo, 28. März. (Pol. Corr.) Die Notabeln-Kammer hat ihre Berathungen in feier- liher Weise geschlossen. Der Minister-Präsident, von sämmt- lichen Ministern umgeben, hielt in Namen des Khedive eine Abschiedsrede und gab den Mitgliedern. der Kammer am folgenden Abend ein großes Diner. Die leßte Arbeit der Kammer war ein neues Wahlgeseß, welches gestern vom Khedive bereits sanktionirt wurde. Wähler ist jeder Egypter, der das 21. Lebensjahr überschritten hat und mindestens 500 Piaster an jährlihen Steuern zahlt. Ulemas, Priester christlicher Konfessionen, jüdishe Rabbiner, Lehrer in Staats- und nationalen Schulen, Civilbeamte, Dffiziere, Advokaten, Aerzte, Apotheker, Jnaenieure und Architekten sind Wähler ohne Rücksicht auf die Steuerleistung; fremde Schußbefohlene genießen kein Wahlrecht.

Zeitungsstimmen.

Das „Deutsche Tageblatt“ erklärt gegenüber dem von einem großen Blatte in einer Berliner Correspondenz erwähnten Plane „mit dem Taba>monopol möglichst kurzen Prozeß zu machen, d. h. nah der ersten Lesung keine kom- missarishe Vorberathung, sondern zweite Lesung im Plenum zu beshließen und dann angesichts der hinlänglich bekannten Stellung der Parteien zum Monopol das Geseh abzu- lehnen“ —:

Handelt es sich denn aber um etwas, das nur \o kurzer Hand, in kurzem „Redeprozeß“ zu erledigen ist? Kommen denn einer Frage, wie dieser, gegenüber Überhaupt die „Parteien“ als solche in Betracht, muß man konservativ sein, um Anhänger des Monopols, brau<ht man nur liberal zu sein, um Gegner desselben zu sein? Jst denn das ein- fache „Ablehnen“ fo leiht, so ohne jegliche {were Verantwortung, einem Gesetzentwurf gegenüber, der seine Entstehung so recht eigent- lih der tiefernsten Sorge ni<ht um das Heute, sondern um die Zukunft verdankt? Wir an unserem Theil beantworten alle diese Fragen mit einem gänz bestimmten „Nein“ und zwar, wie {hon früher und wiederholt gesagt, ni<ht aus Liebe für das Monopol, von der verständigerweise gar keine Rede sein kann, sondern einfa aus dem Grunde, weil wir keinen Weg kennen, auf dem bisher sicherer und leichter Da8jenige zu erreichen wäre, was uns vor Allem erreichens- werth crscbeint, eine Finanzlage des Deutschen Reiches, welche die unges<hwächte Aufrechterhaltung der äußeren Macbtstellung und soweit es in menschlihen und staatlichen Kräften steht, die Be- wältigung der inneren Sorgen unseres Vaterlandes ermögliht . .…. In der ganzen Masse der bislang gegen das Monopol gerichteten Auslafsungen der Presse findet si<h von einer sol<hen gründlichen Erwägung des Für und Wider allerdings nicht die leiseste Spur, ebenso wenig au<h in der Mehrzahl der von Handelskammern und Vereinen abgegebenen Gutachten; hier heißt es nur: Ruin der JIn- dustrie, Brotlosigkeit der Arbeiter, Schädigung der Landwirthschaft, Vertheuerung und Verschlehterung des Taba>ks und wie alle die sonstigen Sclagworte no<h heißen mögen, ohne dafür irgend welche Beweise beizubringen. öchstens wird versucht, die als vorauss\icht- li<h angenommenen Erträgnisse des Monopols als absolut unmög- liche darzustellen und mit Hülfe von Zahlen dieselben herabzumindern, bis \{ließli< wenig oder gar nichts davon übrig bleibt; nirgends aber begegnet man hier einem ernsten Versu, neben dem Wider auch das Für in Erwägung zu ziehen, neben dem, was dur das Monopol verloren oder sagen wir lieber, gestört oder geschädigt wird, auch dessen zu gedenken, was dadur gewonnen und erreicht wird.

Der „Schwäbische Merkur“ theilt das Dekret mit, dur welches Kaiser Napoleon 1. das Taba>monopol in seinem Reiche eingeführt hat und bemerkt dazu, daß dieses Dekret „auch heute no< für Freunde und Gegner des Monopols mit Nuyten zu lesen“ sei, Das Dekret lautet nah dem genannten Blatte wie folgt :

Kaiserliches Dekret, betr. Einführung des Tabackmonopols am 18, Dezember 1810. Napoleon, Kaiser von Frankrei, König von Italien, Protektor des Rheinbundes, Schiedsrichter des \{weizerishen Bundes. Die Finanzen sind beständiger Gegenstand unseres Nacbdenkens gewesen. Die Finanzen eines großen Reiches müssen die Mittel gewähren, um in allen außerordentlichen Fällen Stand zu halten, selbst in den Wecselfällen der erbittertsten Kriege, ohne daß es nöthig wird, neue Steuern aufzuerlegen, weil solbe während der ersten Jahre, nachdem sie eingeführt sind, wenig Ertrag bringen. Diejenigen Nationen, welche über dicse Materien am aufgeklärtesten sind, hatten gedabt, daß das einzige Mittel, diesen Zwe> zu erreichen, cin System wohlbere<hneter Anleihen wäre. Dieses

Mittel ift zuglei< unmoralis< und verhängnißvoll; es bedrü>t im Voraus die zukünftigen Generaticnen, es opfert den gegenwärtigen Momenten das, was dem Menschen am theuersten ist, das Wohl- ergehen ihrer Kinder, es untergräbt unmerklih das Staatsgebäude und verurtheilt die lebende Beneration zu den Verwünschungen der späteren. Wir haben andere Prinzipien aufgestellt, Wir haben erkannt, daß wir einer großen Anzahl von Steuern bedürfen, wel<e in gewöhnlicher Zeit unsere Völker wenig bedrü>en, weil der Tarif derselben niedrig ift, welhe aber in außerordentlichen Zeiten dur< cinfahe Erhöhung des Tarifs geeignet sind, alle Bedürfnisse des Staats\caßes zu de>en. (Hier folgen 2 Absätße über anderweitige Steuern.) Der Taba>, welcher unter allen Pcoduïten für die Besteuerung am geeignetsten ist, war unseren Blicken nicht entgangen; die Erfahrung hat uns die Unzwe>- mäßigkeit aller Maßregeln gezeigt, welhe bis heute genommen sind. Die Fabrikanten sind wenig zahlrei<, es ist aber voraus- zusehen, daß man verpflichtet fein wird, ihre Zahl noch zu vermindern. Der Preis des fabrizirten Tabacks ist ebenso ho< wie zu Zeiten der Generalpächter. Nur der kleinste Theil des Gewinnes kommt dem Staatsschaße zu Gute, in den Rest desselben theilten sih die Fabri- kanten. Zu fo vielen Mißbräuchen kommt noch der, daß die Tabak- bauern in der Hand der Leßteren sih befinden. Nach reifliber Be- rathung sind wir zu der Ueberzeugung gelangt, daß alle Erwägungen, selbst die Interessen der Landwirthschaft, es fordern, daß die Taba>k- fabrikation dur die Staatsverwaltung zum Vortheile des Staats\chatzes ausgeführt werde; daß der Taba>bau hinreichend garantirt und be- \{<üßt wird, wenn wir der Negie die Verpflichtung auferlegen, zu der Fabrikation au die Produkte des französischen Tabackbaues zu ver- wenden; daß, wenn der Konsum derselbe bleibt, der Tabackbauer aus der Einrichtung der Regie keinen Schaden haben wird, und daß endlich ohne cine Mehrbelastung unserer Völker wir einen Zweig des Cinkommens erhalten werden, welhen man auf ungefähr 80 Mil- lionen {häßt. Hierdur<h wird es uns möglich, die persönlichen und realen Steuern um eine ähnlibe Summe herabzumindern und uns für den Staatsscbaß unseres Reiches eine Steuerquelle zu sichern, welche stets im Verhältniß zu den jeweiligen Verhältnissen und Be- dürfnissen fließt.

Die „Baugewerks-Zeitung“ schreibl:

Die Klagen der Baugewerksmeister nehmen täglich mehr an Stärke und isa Die Lage des Baugewerbes läßt sih nach den vielen Berichten, die uns zugingen und täglich zugehen, in kurzen Worten dahin wiederholen und zusammenfassen: In den kleineren Städten und auf dem Lande werden für bauliche Reparaturen vorne- weg Gesellen und solche, die {sih dafür halten, mit Umgehung des Meitters angenommen. Aber au< Neubauten fallen den Meistern nur ausnahmêweise zu. Man hat das Publikum daran gewöhnt, einen Bauplan von irgend einem Zeichner sich anfertigen zu lassen und die Ausführung sekundären oder tertiären Arbeitskräften zu überlassen. Jn den mittleren Städten ver- hâlt es fih mit den Reparaturbauten ebenso und bei den Neubauten treten ihnen nit selten die Baubeamten als Konkurrenten entgegen. In den großen Städten ist der regelmäßige und einfahe Gang, der bisher ebenso natürlih und selbstverständlib war, in der Stellung des Bauherrn zum Baugewerksmeister zur Ausnahme geworden, und ¿war durch fremdartige Faktoren, wie Baubanken, vorge\<hobene Bau- unternehmer und Partieausführer, die sih in das Baugewerbe mischten, ja sich dessen bemächtigten. Nur wenn der Baugewerksmeister gleich- zeitig Kapitalist ist und bei Bauten, die er unternimmt, alle Bau- faktoren in seiner Person vereinigt, kann von einem regelre<ten Gange des Baues die Mede scin. Aber in diesen Ausnahmefällen tritt uns auch ni<t mehr das bloße und reine Baugewerbe entgegen, sondern wir sehen zu dessen nothwendiger Aufrechterhaltung Kapital, Unternehmungslust und Fach in einer und derselben Person vereinigt. Man könnte im ersten Augenbli>e anzunehmen geneigt sein, daß eine folcbe Zeit, in der das Baugewerbe die Zerfallungsprobe zu be- stehen hat, wenigstens für die Gesellen eine goldene sein müßte. Werden sie do< mannigfach ohne Mitwirkung von Baugewerk8meistern verwendet und gewiß falle wenigstens ein Theil des Meisterverdienstes ihnen zu. Aber nihts weniger als das. Man sieht es und hört es aus den bitteren Klagen, die sie darüber führen, daß sie es so oft jeßt mit uncoulanten, ausbeutesüchtigen Beschäftigungsgebern ihres Standes zu thun haben, nit aber, wie früher, mit einsihtsvollen und humanen Meistern. „Entweder, oder“, sagt man sich daher, entweder es ist wirklich um das Baugewerbe geschehen, wenn dieser Auflösungsprozeß noch lange andauert, oder die Rettung muß durch geeignete Mittel erwirkt werden. Die Mittel müssen derart sein, daß sie das Fachlihe zur Lebens- bedingurg machen und dem Gewerblichen eine Sammlungss\tätte anweisen, innerhalb deren Gehege es sich kräftig und gedeihlih entfaltet. Man wird es von diesem Standpunkte nicht in Abrede stellen können, daß die Prüfungspflichtigkeit behufs selbständigen Betriebes des Bau- gewerbes ein solches Mittel ift. Nur den \taatlih geprüften Meistern dürfte es gestattet sein, Neubauten auszuführen, ferner Baurepara- turen, bei denen ein gemeinsames Interesse in Betraht kommt, wie Verhütung von Feuersgefahr oder Einsturz, vorzunehmen, und drittens Lehrlinge auszubilden

Neichstags - Angelegenheiten.

Im 13. Hannoverishen Wahlkreise (Hildesheim) ift der zum Regierungs-Präsidenten ernannte frühere Landdrost von Pilgrim (Deutsche Reichspartei) mit 4767 Stimmen wiedergewählt worden. Der Gegenkandidat Eugen Richter—Berlin (Fortschritt) erhielt 625 Stimmen.

Statistische, Nachrichten.

Das soeben erschienene Februarheft 1882 der Monatsbefte zur Statistik des Deutschen Reichs * enthält außer den Nach- weisen über die Einfuhr und Ausfuhr der wichtigeren Waaren- artikel für den Monat Februar und die beiden ersten Monate des Jahres zusammen, über die Dur<scbnittépreise von 35 wichtigen Großhandelêwaaren und über die versteuerten Zu>errübenmengen in demselben Monat, die vorläufigen Ergebnisse der montanstatistishen Erhebungen im Jahre 1881.

Ueber die definitiven Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880 in Württemberg entnehmen wir den „Württembergishen Fahrbüchern für Statistik und Landeskunde“ folgende Angaben: Die aanze ortsanwesende Bevölkerung Württem- bergs pro 1, Dezember 1880 beläuft sich definitiv auf 1 971 118 Per- sonen, also 89 613 oder um 4,76%/9 mehr als die Bevölkerung vom 1. Dezember 1875, welche \si<h auf 1 881 505 belaufen hat. Der jähr- lie Zuwachs auf 1000 Ortsanwesende beträgt 9,53 und ift der größte seit 1834, in wel<hem Jahr die Zahl der Ortsanwesenden 1 571 012 betragen hat, somit 400 106 weniger als bei der neuesten Zählung ; es ergiebt sih somit in diesem 46 jähriaen Zeitraum eine dur<s<{nitt- liche jährlibe Zunahme von 5,54 per Mille, welche hauptsächlih auf Rechnung der hohen Geburtenzahlen der 1870er Jahre zu seßen ist. Diese sind nämli von 77473 im Jahr 1871 bis auf 89 176 im Jahre 1876 gestiegen und beginnen erst scit 1877 wieder abzunehmen, Die Geburtenzahl für 1880 beträgt 81420. Unter- \ceidet man zwischen Stadt- und Landbevölkerung in der Weise, daß die Einwohnerschaft der Ortschaften, welde ohne die dazu gehörigen Weiler und Parzellen 2000 und mehr Einwohner zählen, als \täd- tische, die der übrigen mit weniger als 2000 Einwohnern als Land- bevölkerung angesehen wird, so zählt D 111 städtische Ge- meinden mit 646 875 Seelen und 1800 Landgemeinden mit 1 324 243 Seelen. Die 25 Städte mit mehr als 5000 Einwohnern zählen zu- sammen 382 424 Ortsanwesende oder 19,40% der Gesammtbevölke- rung Württembergs. Die Zahl der bewohnten Gebäude und sonstigen Aufenthaltsorte betrug am 1. Dezember 1880 286 579, somit kom- men auf 1 Gebäude 6,88 Personen Nah dem Geschle(hte