1925 / 185 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

das Recht auf angemessene Entlohnung îm Rahmen ber wirtschaft- lichen Möglichkeiten. Es wird sich also niemand. gegen den notwendigen und gesunden Handel wenden. Die Bevölkerung aber macht immer wiedec die bittere Erfahrung, daß es Preisspannen gibt, die nicht nur einen angemessenen Entgelt für wirtschaftliche Arbeit irgendwelcher Art darstellen, sondern auf Umstände zurückgeführt werden müssen, die den Verbraucher und zum Teil auch den Erzeuger unberechtigterweise schädigen. (Sehr wahr! rets.) Besonders schwierig ist die Lage da- durch, daß bei manchen Gegenständen des täglichen Bedarfs die Käufer, besonders auh die Hausfrauen, noch niht wieder jene festen Wert- borstellungen haben (Lachen und Zurufe bei den Kommunisten), die in der Zeit vor dem Kriege (andauernde lebhafte Zurufe bei den Kommunisten. Gloe.) :

Jene festen Wertvorstellungen haben, die in der Zeit vor dem Kriege ein wihtiger Regler der Preisgestaltung überhaupt waren.

Bei diesem! gesamien Sachverhalt ist es angesichts der bevor- stehenden Zollgeseßgebung mehr als je Aufgabe der Reichsregierung, auf eine Senkung der Preise mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln hinzuwirken. (Lebhafte Zurufe bei den Kommunisten.) Die Reichsregierung hat unter diesem Gesichtspunkt den von den Mehr- hèitsparteien eingebrahten Antrag auf eine weitere Senkung der Um- sabsteuer, nämlih auf 1 vH, zum ersten technis{ch möglichen Termin, dem 1. Oktober, troß der finanziellen Bedenken zugestimmt. (Abg. Dr. Herb: Gestern haben Sie es noh abgelehnt; das is Jhre sachliche Arbeit!) Es kommt nun- darauf an, zu erreichen, daß diese Senkung der Umsaßsteuer auh wirkli dem lebten Verbraucher zugute kommt. Bei dieser Gelegenheit sei offen ausgesprochen, daß die bis- herigen Senkungen der Ümsaßsteuer von 2,5 auf 2 und von 2 gau 1,5 vH in ihrer preissenkenden Wirkung nicht hinreichend erkennbar gèworden sind. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dies hängt im wesentlichen damit zusammen, daß andere gleichzeitig preissteigernde Wirkungen der auf der Umsaßsteuer beruhenden Preissenkung entgez?n- gewirkt haben. Die zurzeit bestehende wirtschaftliche Lage läßt aber die Annahme begründet erscheinen, daß demnächst solche pre!s- sfeigernden Ursachen nicht obwalten werden. (Lachen links.) Daraus ergibt sih mit doppeltem Schwergewicht die Notwendigkeit, die Senkungen der Umsaßsteuer zugunsten der Verbraucher in möglichst großem Ausmaß wirksam zu machen, (Ag. Dr. Breitscheid; Die Nede hat Ihnen kein Freund gemacht!) Nein, die babe ih selber gemaht! (Lautes Lachen «und Zurufe links: Man hätte Jhnen mehr zugetraut!) Die diesmalige Senkung ist in sih auch bedeutungsvoller als die bisherigen Senkungen insofern, als sie ein volles Drittel der gesamten jeßt bestehenden Umsaßsteuer ausmacht, während die érste Senkung nur ein Fünftel betrug. Die Reichsregierung wird allen in Betracht kommenden Verbänden der Wirtschaft gegenüber eine cin- heitlihe Preissenkung für den 1. Oktober, den Tag des Inkrafttretens der Senkung der Umsaßsteuer, nahdrüklih betreiben. (Zuruf links: Haben Sie au die Macht?) und wird da, wo sie eine gesebß!:che Handhabe der Preisfestsezung hat, notfalls davon Gebrauh machen, (Lebhafte Zurufe links.)

Bei der allgemeinen Preissenkung wird es sih nicht nur darum handeln, die Verringerung der Umsaßsteuer sich auswirken zu lassen, sondern mindestens ebenso sehr darum, daß die dur das ganze Geseß- gebungswerk dieses Sommers erheblich verbesserte Sicherheit des Wirt- \chaftslebens (Lachen links). auh in der Kalkulation ihren deutlichen Ausdruck findet, Es braucht nicht mehr Rücksicht genommen zu werden (Lärm und stürmische Zurufe links: Auf die Arbeiter! Abg. Wels: An diese Nede werden Sie noch lange denken!) auf Unsicherheiten in der Aufwertung, wie das bis zum Abschluß der Aufwertungsgeseß- gebung in großem Umfange geschehen ist, Es-kann jeßt niht mehr der Einwand erhoben werden, daß die Einkommensteuer aus der Substanz bezahlt werden müsse. Es muß die gesteigerte Sicherheit der Preis- gestaltung dur die Zollgeseßgebung ihren Ausdruck in einer viel fnapperen Kalkulation der Preise finden, Mir ist völlig bewußt, daß es weite Kreise des Wirtschaftslebens gibt, die sich schon heute diesen Forderungen aus Ueberzeugung und aus eigener Not anpassen. Ueber- haupt wird niemand verkennen, welche schweren Hemmungen das Wirtschaftsleben bedrüccken, unter denen ich, ohne auf die Gesamtlage der Wirtschaft näher einzugehen, die Kosten der Geldbeschaffung, die sich in Zinsen und Provisionen ausdrücen, erwähnen möchte.

Mit meinen heutigen Darlegungen ziele ih darauf ab, daß auf der ganzen Linie des Wirtschaftslebens die Erleichterungen, die durch das Gesebgebungswerk . dieses Sommers geschaffen sind, in einer Weise ausgewertet werden müssen, die auch der großen Bevölkerungsmenge zugute kommt, und daß sie nicht auf irgendwelhen Zwischenstationen hängen bleiben dürfen, die für die Warenbewegung feinen Nugen bringen, sondern sich als Auswüchse unseres Wirtschaftslebens dar- stellen. (Lebhafte Zustimmung bei den Deutschnationalen.) Jch richte deshalb \hon heute von dieser Stelle aus an alle Kräfte des wirtschaft- lichen und auch des öffentlichen Lebens, namentlich auch an die Länder- regierungen und die Gemeinden, die dringende Aufforderung, der Reichs- regierung bei ihren Bestrebungen, nun endlich eine grundsäßlich ent- .\heidende Wendung in der Preisstellung herbeizuführen, Hilfe zu seisten. (Lautes Lachen links.) Es wird / dazu mancherlei Mittel geben. Freier Wettbewerb und das gute Beispiel sind die entschei- denden Kräfte, auf deren Auslösung au die Reichsregierung hin- arbeiten muß. Neben der Arbeit der öffentlichen Gewalten bietet si ‘hier ein-weitgehendes Betätigungsfeld für die volkswirtschaftliche Ein- sicht und das vaterländische Wollen der großen wirtschaftlichen - Organisationen. i

Den durch den Handelspolitischen Ausschuß. beschlossenen Aende- rungen des Gesehes und des Tarifs stimmt die Reichsregierung zu. An einer Reihe dieser Beschlüsse erblickt sie auf Grund der geführten . Verhandlungen Verbesserungen ihrer ursprünglichen Vorlage. Die anderen Beschlüsse glaubt sie im Rahmen dieses vorläufigen Gesehes als tragbar bezeihnen zu können. (Zuruf links: Für wen tragbar?) Von entscheidender Bedeutung aber ist, daß die Zollvorlage jebt im - unmittelbaren Anschluß an die Aufwertungs- und Steuergesebgebung verabschiedet wird, damit der Reichsregierung durch sie wie durch die gleichzeitig zu verabshiedenden Handelsverträge eine feste Grundlage für die weitere Arbeit zum Aufbau der deutschen Wirtschaft gegeben wird, (Lebhafter Beifall in der Mitte und rechts. Entrüstete Rufe: Pfui!

und Zischen links. Erneuter Beifall in der Mitte und rechts, þ

Fortgesehtes Zischen und erneute Rufe links: Pfui!)

: Verschiedene kommunistif Abgeordnete werden wegen hbe- \chimpfender Zurufe vom Tai nten Löbe Ordnung fen. a Wels (Soz.): r Reichskanzler hat a ey E

): De n gemacht, die nah meiner Ueberzeugung E

* prochen bleiben dürfen. Wir sind aber nicht in der Lage, sofort ros Stellung zu nehmen, und. beantragen, um den Lite V

legenhelk zur Stellungnahme zu geben die Aussehßung ber Verhanb-

lungen um zwei Stunden.

Der Antrag Wels wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten abgelehnt. (Minutenlange Pfuirufe links.) :

__ Hierauf erhält das Wort

Abg. Dr. Hilferding (Soz.): ¿Das deutshe Volk ist be- klagenswert!" Dieses Wort in der Rede des Ptitisfanzlers tri ft zu! Das Gefühl der Erbitterung macht sih geltend, daß wir nicht en in der Lage sind, in sachlicher Weise nachzuweisen, wie ver- rblih die Politik der Régierung und der Regierungsparteien ist. Gegen den Zoll sprechen shwerwiegende volkswirtschaftlihe Gründe. Die Schicksalsstunde der deutschen Handelspolitik, von der von bedeutenden Volkswirtschaftern gesprohen wurde diese Stunde hat eine leine Regierung, ein kleines Parlament gefunden! - “Die Schicksalsgemeinschaft, die Verbundenheit aller europäischen Völker, ukt eute in dieser Wirtschaftskrise besonders lebhaft vor Augen. - Des ner gibt ein Bild von der- Wirtschaftsentwicklung seit 1912. uh trop der Fehler der Handelspolitik konnte sich die Wirtschaft entwideln. Heute aber bleibt die- landwirtschaftlihe Produktion de hinter der Friedenszeit. Ohne den Krieg hätten wir “eine Sina um 40 Prozent haben nten Wir haben aber eine ' tagnation in der Wirtschaft, da die Folgen .des Krieges sich erst wieder ausgleichen müssen. Wir haben eine s{chwere Krise in der Produktionsindustrie. Demgegenüber bedarf es einex Erweiterung der Veredelungsindustrie. Das hindert aber die heutige Zollpolitik. Gerade die Dae werden stark belastet, durch die Agrarzölle werden die Löhne verteuert. Dazu kommt der Roheisenzoll. Not- wendig ist eine auswärtige Politik, die zu einer Befriedung Europas Cr damit europäische Wirtschaftspolitik getrieben werdén kann. ebt, wo wir den Weltmarkt brauchen, bringt man diese Ershwerung mit der variage. Wie ganz anders urteilt jeßt die Wistenschaft als zur Zeit Adolf Wagners: „Der deutsche Markt ist heute zu eng geworden“. Es handelt sih heute niht um die Frage des Ab- saßes, sondern um die Notwendigkeit einer Produktionssteigerung. E brauchen wir den Weltmarkt. Wir schließen ihn aber dur Zollpölitik ab! Man: kommt mit dem Einwand: Die Schuhzölle der andern! - Ja, das Wettrüsten i das (es te Mittel zur Ver- L eines Krieges! Dies Beispiel trifft au für die Wirtschaft au! eshalb treibe man eine liberale Handelspolitik! Eine Ueber- produktion haben wir in der Kohlen- und Eisenindustrie. Auch ‘hier kann nur die Erweiterung der Veredelungsindustrie helfen. Die Handelspolitik! hat heute eine ungleih größere Bedeutung als vor dem Kriege, als Adolf Wagner noch lehrte. Was bedeutet diese Handelspolitik der Regierung gegenüber den Weltwirtschafts- problemen, ‘die wir heute vor uns oben Dieser Zolltarif ‘ist blind zusammengeshrieben (Sehr wahr! links), er bedeutet einen willkür- lihen Eingriff in die Geseße der Frobuktion, bedeutet eine Zwangs- wirtschaft von ganz besonders s{limmer Wirkung. Er i keine Handels- und Wirtschaftspolitik, er ist nihts anderes als eine Aende- rung dér innerne Einkommensverhältnisse; er ist derx Ausgang jenes Kampfes um die Abwälzung der Dawes-Lasten. Der Tarif führt zu einer Verteuerung der - gesamten Produktion. Besonders verderblich ist die Erhöhung des Eisenzolls, der sih_auf allen Gebieten aus- wirken wird. ir stehen heute ‘vor den Folgen der Niederlage bet der Wahl von Marx. Es rächt sih heute auch die konfessionelle Spaltung der Arbeiterschaft. Bei der Arbeitgeberschaft sicht man diese konféssionelle Spaltung nicht. Man hat ein Kompromiß gemacht! Man sagt, es sei ein Vorteil, daß die Mindestzölle auf die Agrar- produkte gefallen sind. Dieser Vorteil ist nicht sehr groß; die Re- gierung braucht ja nur eine Amveisung an die Unterhändler zu geben! Das Kompromiß ist erkauft durch Mindestzölle für Fleis und Vieh, die über 50 Prozent ‘die 1s übersteigen! (Hört, ele O ; ; on li hört!) Man hätte einen besseren Schuß für die Produktion - ge- auf der cinen Seite von wirtschaftlichen Gesichtspunkten leiten liche, - wonnen, wenn man mit uns die Zollfreiheit für Getreide und | [2 haben lie ih aber auf der andern Seite ebensowenig de Futtermittel beschlossen hätte. Mit den Mindestzöllen hat man -die Schwierigkeiten verschließen können, die die Auswirkung der Bete große Masse der bäuerlichen Bevölkerung, die heute noh blind an den die Veibraucherkreise, zum B AGE wird. Es ergab sich sür |t Schugzoll glaubt, eingereiht in dieselbe Linie dex Schußzollfront daraus die Notwendigkeit, im Regierungsentwurf, nicht unwesentlice mit den Gtoßkartellmagnaten und dem Großgrundbesiß und damit Aenderungen, insbesondere zugunsten der olksernährung porn ehmen eine vernünftige Gestaltung des Tarifs ungeheuer erschwert. Diese Der Wille, den bedürftigen Kreisen der Bevölkerung die Belastung Pa olitik war nicht notwendig. Sie aber (zum Zentrum) haben erträglich zu gestalten, führte weiter zu dem Entschluß, die uma ih so leiht gefügt! (Sehr wahr! links.) Deshalb eine Frage an um verliegenden Geseßentwurf davon abhängig zu ma Us Imsaßsteuer weiter herabgeseßt wird. Sie sind der

Sie (zum Zentrum), die eine Antwort aus ihrer innersten T- ugung erheischt: Wollen Sie sich nicht Ra ob A Bere durch die Zélle etwa, hervorgerüfene Verteuerun Po itif vor Dr. Luther unterstüßen wöllen, der gesagt hat, Handels- Hier, annähernd einen Ausgleich erfahren müßte. Solange und olitik könne man nie mit der Sozialdemokratie machen? (Zuruf des soweit eue nicht zu Handelsverträgen mit anderen Stagle eihsfanzlers Dr. Luther: Wann habe ih das gesagt?! E tür- | gekommen ist, bedeuten die autonomen Zölle des Tariss ¿allerdingl mische Erwiderung bei den Sozialdemokraten: Haben Sie ein so eine Gefahr. Es mußte daher Sorge getragen werden, s “Pen \chlehtes Gedächtnis?!) Jch sage, Handelspolitik kanw man nur mit daß - die autonomen Zollsäße der Vorlage, soweit fie nicht dur der Sozialdemokratie machen! fa n rechts.) Denken Sie auh an Handelsverträge eine wesentliche Herabseßung écfapren würden, etl den spanischen Handelsvertrag. Cine große Magorität war für ihn, | Kraft treten und zu einer }chweren un ewollien Belastung der W quch ‘wir. Die- Regierung aber kündigte den Vertrag, um eine der darsbpreise hrer könnten. Dazu ist oin egulativ wr welches del ÿ leitenden Gedanken bei dem ustanöëkommen ‘dieser Geseße8vorla

die Wirksamkeit erhält, dem Gedanken, zwar 11 einem Z

x den vorliegenden Tari

halb einer Frist von längstens „A It I | ersept werden muß. Ÿ; + einer hierzu gehörigen Entschließun me gefunden, und jy

chaffen. Sie betrachten rovisorium, das innerhal ren dur einen e Bestimmung hat auch im wirtshaftsrat und Reichstagsausshuß gefordert worden wesentlihe und daher au viel umfteiienx Aenderung des li it Jeltenvon Zustandes bringt die Vorlage die Wiedereinschaltu er Zölle auf Produkte der andwirischaft einshließlich des As und Gartenbaues. Die Parteien sind von der Ueberzeugun durchbrungen, daß die gegenwärtig bestehende Zollfreihei vol Agrarprodukten für die, ndwirtschaft niht länger erträglih ist daß ihr vielmehr auth der SRUI vor drohender Ueberschwemmung mit Auslandserzeugnissen zuteil werden muß. Die Zukunft de; deutschen Wirts t und damit des „deutschen . Volkes. überhauzt ist davon I 4 daß die He Re in unserer Handels, aoE dèren Höhe im wesentlichen dem Einfuhrbedarf an Lebens Mitte ‘ausgeglihen wird. Angesichts der Schwierigkeiten, die Steigerung des industriellen Warenexports ibi und auchch ui für die nächste Zukunft entgegenstehen, erscheint die tunlihs. ‘Steigerung der ‘landiwirtschaftlichen Sgeuguns als Kernpuntkt diz deutschen Wirtschaftsprogramms. Die Einführung von Schu

ivesentliches Mittel zur rreichung dieses Zieles. Der \chwer Kampf, den die. deutsche Fndustrie gegenüber dem kapitalkrästigen Auslande zu führen hat, ist. zur Aussichtslosigkeit verurteilt, wen. nicht au sie einen ausreichenden Scyuy erhält. Gegenüber de Ausdehnung, die im Ausland alte und neue Jndustviezweige unte dén veränderten Verhältnissen und. dem ae der Kriegs! geit genommen haben, steht die deutshe Jndustrie vor der Aus gabe, sich den verlorenen Weltmarkt wieder erobern zu müssen, vor der weiteren Aufgabe, den Vorsprung einholen qu sollen, den das Ausland durch. Jntensivierung und Rationalisieruug de Betriebe inzwischen L ne konnte. Die Schwierigkeiten wurden. verstärkt durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags, 16! nah die Ententestaaten in Deutschland" Meistbegü "stigung ohne! Gegenseitigkeit genossen haben. Schwerste Wirtschaftskrisen, ver bunden mit Stillogungen und Arbeitslosigkeit, waren die Folgey, deren Beseitigung nur abhängig ist von einer neuen wekltwirb| shaftlihen Geltung Deutschlands. Den Weg hierzu versperrt in Ausland der deutschen Wirtschaft die unüber teiglihe Mauer eines Hochschubzollsystems, ‘welches mit- seinem prohibitiven Charakter jede Konkurrenzmöglichkeit deutscher Waren auf. dem Weltmaikit aus\cheidet. Um die deutsche RRI s i nicht zum .… Erliegeh kommen zu lássen und so unermeßliches. Elend vom deuts Volke abzuwenden, um ferner die unter hwersten Verhältnisset begonnene Wiederaufbauavbeit des deu hen Wirtschaftslebeni vorwärts zu bringen, glauben die genannten Parteien, der deub schen Fidustrie wieder Arbeit und Ausfuhrmöglichkeit verschaffen zu müssen. Sie sind hierbei - der Meinung, daß dies bei det géwaltigen Zollrüstung des Auslandes nur möglich sei durch eil Schubzollsystem, welches durch seine Höhe die. Gewähr bietét, daß mit ihm am Verhandlungstische - erfolgreiche Bresche in dit Hochschubzollmauer der Vertragsgegner gelegt werden fönuk, Von diejem - Gedanken geleitet, häben sie {ih entschlossen, dit SFadustriezölle mit den Ausschußanträgen anzunehmen: Sie find sich dabei bewußi, daß viele der autonomen Zölle als Verhand- lungszölle ein Mittel sein sollen, dexr deutschen Ausfuhr die Tot wieder zu dffnen. Sie. versprechen sih von der ollvorsage nid} nux eine Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft, sondern vor allem auch des schwer daniederliegenden deutschen Arbeitsmar!tes. Wenn sich die Parteien kci dem Ent Mes ti Annahme derx Vorlag e

der Lébensmittd

egierungsparteien bei der Stange zu halten und opferte damit das olltarif

allgemeine Interesse einem wirtschaftlichen Sonderinteresse, Man E ; O h macht diéësen Zoll iht, wie behauptet wi ih oi Wirtschaft, was ihr net tut, zu geben, aber na Möglichkeit die. dat O A S Nb laldcerträgë N E E verbundenen Härten zu . mildern, die a O elastung nach

stem will man auf der ganzen Linie aufbauen! Der i L : L : Stra mit seinen hohen iben gibt ein ibaulibes Bei Diel Les Ge ehgebung durch eine Ermächtigung, die im Gese i re Bi De Ch breifunt Deutschlands, die so geführlich ist, weil wir auf den | Anlerung funden wonach Regierung, Reichsrat und ein uss Export angewiesen sind, ist die Folge. Wir Sozialdemokraten weigern | 28 Rei Hans Aenderungen der Zollsäße ‘vorzunehmen haben, wck uns, partikularistishen Zünftlerinteressen und Großindustrieinteresfen die wirtschaftliche Lage es erfordert. Wir sehen das Volk als Gesan u dienen. Eine wirkliche Verteidigung ihrer Politik können fen | heit, schidsalverbunden aufeinander angewiesen, Grzeugeräum und 8

egierungsparteien A geben. - Daher die Abdrosselung dieser Be- umentenschaft Maßnahmen, die sie als gesezwidrig vorsieht, bewei

s

t ! G ü D O e alsdemo- | 1M, daher nah dem illen der genannten Parteien auf der mittlem ratungen! Es genügt Ihnen (nah rets), auf die bösen Sozialdemo inie der Ausgleichung der Notwendigkeiten der Die, und

kraten zu shimpfen. as wir qa jer nicht sagen können, i : ; t dl wir N Sei fte Ton draußen L e, Lad A mite, Lebenserfordernisse der E E Vf a ‘P teien f Wir gehen aus diesen Beratungen als die moralischen Sieger hervor; | Zung erfuhren die Arbeiten und die Ginstellungen der Parteien wir werden auch in kurzer Zeit die wirklichen Sieger sein. (Beifall der Sozialdemokraten.) : : Abg. Perli L us A gibt als Vorsizender des Handelspolitischen usschusses im Namen der Deus nationalen D aftli der S E E Musen Vo a n dbu i I lichen Vereinigung un exr Bayerischen Volkspartei f. “c : | \ folgendé Erklärung t „Dex von der Pt bregierun ae: legende Reformmwerk sein fann, das - die As Wirtschaft bed rate Geseßentwurf über Zolländerungen hat bei den Verhand- ‘wenn sie au nit. in allen Teilen und nad allen Richtungen lungen im LendelbpolitifGen Ausschuß beträchtliche Abänderungen ieita l ist das erklärlich, aus der Nahfriegöltetlung er deutig erfahren. . Sie verdanken ‘in den wesentlichen ‘Punkten ihre Ent- Wirt\cha t in der Welt, erklärlich aus dex Angew! heit ver wild stehung einer Reihe von Anträgen, die in vertrauen2vo t Zu- lichen Gestaltung, die. auch in den nächsten Jahren noch nic! | sammenarbeit der genannten Pakteien und der Reichsregierung leiñat sein wird, erklärlich aus der Ss der Zeit, in der li Y varbereitet worden sind, und die mit dem Ziele. geführt wurden, e Pera er E atbauer 0s S On Las gwisHe den vielfah einander entgegenstehenden «Fnteressen der | - den Domes 8 bali, fd zu seiner wo zu entslie Gi i ,

anderen Seite ergeben. Das soll geschehen auf dem Wege dêr t

Vorlage dur die wertvollen Ergebnisse, die der vorläufige Rei wirtschaftsrat aus ann Beratungen zeitigte. Cine Richtung gels Y Ergänzung brachten ‘die Arbeiten des seitens des handel8po tisda Auioschusles berufenen Agrar-Enquete-Aus\chusses, die in “der M partei; der tonung der Netwendigkeit von Schuß wi ür Industrio, wie Ag

Mar ari Ÿ te gipfelten. Wenn die kleine Be tarifvorlage nicht das grun

j iedenen Produktionsgweige, der Erzeuger und der“ Ver- f 5 ; ; : L CLOE A èn Schritt zu tun, der zu einer besseren Zukunft des deutschen U Loheniibér: deli Unte Lnstigeren Verhältnissen, leitenden führen soll, ein Schritt iwar ins Üngzmisie, er aber an werdî : Auslaude sicherstellen, auf. der anderen - Seite die dur Fevn- muß, in ‘der Hoffnung, daß er gelingt. A : haltung der Auslandskonkurrenz mögliche Belastung der Bevölke- E : Dung unerträglich: machen toll. Die genannten Parteien sind m ossen, dem Gesepentwurs in dex Yassung der Aus\huß- vorlage 0: teren und mit der g die Verantwortung für das Gesepeswerk zu trageu, obgleiÓ lreihe -Forderungen von agi tar viin und Verbrauchern, deren Berechtigung - die ein- zelnen Parteien von ihrer Beurteilung der Lage der U i . aus für unumgänglih hielten, ihre teilweise oder volle Cr itl lung nit gefunden LOEN ie Parteien sind übereinstimmend der Auffassung, daß die gegenwärtige Lage der deutshen Witt- | t und thter einzelnen Teile und die Beziehungen der deut- F n Wirtschaft zu den anderen Staaten, wie sie_jsih durch die |' Kviegszeit und die Verhältnisse der Nachkri it hera det } haben, zurzeit noch nicht in dem Maße übersehbar sind, daß schon lee iee epoglleite Grund ge für ristige Regens unserer Berlin, Wilhelmstr. 32. ichungen zum Ausla e en werden Tann. ie “. S E Eh sind auch der Meinung, daß die vollkommene Durchberatung des f | S Drei Beilagen

(hafen M e der e Frist, innerhalb Ie Age ge Fn Tie fis en mußte, um ertrû / 7 e S S Haffen werden nuit, Un n eee in Dosinitivum und Geste und Zweite Zentral-Handeläcegister-Beilage.

(Forisetung in der Ersten Beilage.)

Verantwortlicher Schriftleiter: J. V.: Weber in Berlin. - Verantwortlich für ben Anzeigontelil: Rechnungsdirektor Menger i! | in Berlin. 4 Verlag ber Geschäftsstelle (Menger na) in Berlin. Druck der Nord {sen Buchdruckerei und Nerlagsanstalt.,

( ist die sofortige Fnangritt, j / } nahme der Vorarbeiten sowie die: enun, von ‘Reid

n entspricht, möglichst bald durch erhöhte Jnlandserzeugun :

zöllen auf Agrarprodukte ist zwar nicht das ei ige, aber doch ei

Bat, sind uns zum großen Teil verrammelt.

ichen, daß die Pr Meinung, daß d! Wi

Tr. 185. Nichtamtliches.

(Fortsezung aus dem Hauptblatt.)

Abg. Hoernle (Komm.) lehnt die Vorlage als Erzeugnis Brutalität und Borniertheit der in Deutschland regierenden sassen ab jung! sie eine stümperhafte Begründung voller Wider- üche erha ten habe, in der ein Argument das andere aufhebe. die sollen die breiten Massen vor dem Rückfall in barbarische Zu- ide bewahrt bleiben, da thnen für Kulturbedürfnisse kein Pfennm ibt? Kein Wort davon in der Regierungserklärung! Zynis » nackt tritt der wahre Charakter dieser sogenannten demo- atischen Repblik zutage, die weiter nichts i als eine Aale rrshaft der Bourgeoi)te und der Großagrarier. Die kümmerliche egründung Luthers erinnert an das Wort Martin Luthers, die elt komme ihm vor wie ein Stall voll lauter Diebe. Diese Zoll- d S stellen ja nichts anderes, als den brutalsten Raubzug r, (Es sind außer den Kommunisten nur noch zehn Abgeordnete

Saal.) Am 29. August vorigen Jahres haben die Deutsch- tionalen zur Hälfte für das Dawes-Gutachten gestimmt, und am ). August wurde ihnen die Zollvorlage vorgelegt. Sie wollten das \wes-Gutachten annehmen, wenn sie nur ihre Getreidezölle bekämen. je Gewerkschaften hätten die Massen gegen diese Zollvorlage aufs fen müssen. (Redner schlägt wiederholt mit der flachen Hand auf 1s Pult, auf der Rechten wird ihm vielfah nachgemacht, was einen ntrüstungs\turm der Kommunisten erregt.) Wir werden den ampf des Proletariats gegen die Wucher olle führen. Die Sache icd sih an ihren Urhebern rächen. Parlament oder Arbeiterräte, 1s wird die Parole sein. Das Volk wird richtea über diese Gesell- aft. (Beifall und Händeklatschen bei- den Kommunisten.)

Abg. D ietr i ch- Baden (Dem.): Wie kann man die deutsche Pirtshaft Lei ber gegenwärtigen Lage in eine Weltwirtschaft ein- iedern? Die Durchführung der Reparationen ist eiaontlih nicht jóglih Wi- brauchen Rohstoffe aus dem Ausland, nicht nur die e wir vor dem Kriege brauchten, sondern auch die, die uns dur

A rieg verloren geaangen sind. Mit Jdealiómus kann man ein lf niche füttern. Die Kaufkraft unseres Volkes ist gering, und her ist auc; ‘die Lebenshaltung gering. Die weltwirtschaftlichen Beziehungen Fen o dur den Krieg sehr geändert. Die Kon- irrenz der Vereinigten Staaten für uns ist in IJndustriewaren sliegen, aber nicht in landwirtschaftlichen Erzeugnissen, denn die indwirtschaftlihe Produktion ist dort sehr verteuert. Italien hat ch selbst stark industrialisiert und, versorgt sich selbst viel mehr, als ß früher der Fn ähnlicher Entwicklung sind China und legypten, deren uhr i en begriffen ist. , Das gilt auch von teuseeland. Gine - große wierigkeit bietet das Neparations- roblem. Jn der Brüsseler Han elskammer hat man einsehen gelernt, elche Wirkung die Reparationss\orge niht nur für Deutschland, ndern für die ganze Welt hat, und man hat schon eine, Gänsehaut von bekommen. Die Absabgebiete, die Deutschland früher gehabt

Bir stehen vor einer anz veränderten Lage, und dennoch müssen wir E: Wir rinnern, daß man die Zollberatung nicht fördern ondern möglichst irückhalten soll. Die Zölle müssen M herabgeseßt werden.

Im exportieren zu können, müssen wir billig produzieren. Wir sind

1 der tehnishen Entwicklung hinter anderen Ländern zurügeblieben,

nd» müssen da ausgleichen A ige Produktion, Dazu gehört, daß vir die Rohstoffe möglichst billig | ereinbeklommen Jn olge der Be- andlung der Sache durh Marximaltarif und Minimaltarif_ist es dahin gekommen, daß wir mit Polen einen Zollkrieg, feinen: Frieden vit Jtalien, Zwiespalt mit Spanien und einen, shlehten Waffen- illstand mit Fran a haben. Gewiß, wir müssen einen Zolltari aben, wir haben au gewisse Konzessionen nah der a rarischen

Seite gemacht, aber das Handwerkzeug der Landwirtschaft, die

Futtermittel usw., dürfen nit verteuert werden. Die Hauptsa

t, daß wir zu Handelsverträgen kommen. Wir trennen uns von

den Agrariern für die Dauer des peior hen Zolltarifs. In zwei ahren kann manches passieren, und auf rund unseres Vorslogs ie Vorlage nur bis zum 1, Juli 1926 gelien 4 lassen, hâtte ih ohl eine Einigung erzielen lassen. Nicht ein hoher Zolltarif ist das

Mittel, in die Weltwirtschaft hineinzukommen, sondern dazu müssen

anz andere Wege gegangen werden. Solange die Staaten des

‘lten Europa si gegenseitia durh hohe Zollmauern abschließen,

ann das alte Europa seine Stellung in der Welt nicht wieder rringen und behaupten; die Staaten sollten \ih zusammenseßen und beraten, wie sie die Zellmauern niederlegen können. (Lebhafte Zu- timmung links.) Es bedarf mit Frankreich niht nur einer poli- ischen Verständigung dur einen Sicherheitspakt, sondern auch der virtschaftlichen Verständigung. Von diesem Zolltarif erwarten wir cine Verständigung. (Beifall E L

Aba, von Graefe - Mecklenburg (Völk.): Die Vorlegung des : olltarifs ist bei dem jeßigen parlamentarischen System durch Re- vierungsfrisen verzögert worden, die Vorlage hätte zu einer Jahreszeit und gemacht werden sollen, wo eine gründ iche Durchberatung möglich gewesen wäre. Jch mode den Regierungsparteien keinen Vorwurf

daraus, daß sie von den Mitteln der Mehrheit Gebrauch machen, aber ih mache ihnen den Vorwurf, daß diese vorden ist. Beim endgültigen Zolltarif müsse man zuerst eine

Sndustrieenquete, und dann eine Agrarenquete veranstalten. Ein Bente Bild war es, wie versuht wurde, an dem Tarif zu ündern dur Markten und Feilschen der einzelnen Verbände. ter den eigenen Kollegen trat diese Jnteressenvertretung in Er-

scheinung. (Hört, hört!) Von den Ministerbänken und den Pläßen dieses Hauses müssen alle die verschwinden, die von Interessen- berbänden abhängen. Die Syndici der großen Verbände gehören nicht in den Reichstag. (Beifall links.) Die Folge sind diese

Verrücktheiten, die zum Teil in der Vorlage vorhanden sind. S

wird der Speck mit 14 Mark verzollt, das Schwome lle mit 21,

Und das Lebendgewicht Schwein mit 14,50 Mark. Das ist Blödsinn.

Der Abgeordnete hat nicht die Interessen eines Industriezroeigs,

sondern die Gesamtinteressen des Volkes zu vertreten. Sonst kommt tatsächlih eine Konsumentenauspowerung heraus. Bei der Zoll- tarifvorarbeit ist fleißig gearbeitet worden. Gs fehlte aber über dem

Ganzen die Hand des Meisters. “So ist ein Flicwerk entstanden,

da die einzelnen Ressorts ihre Wünsche durchseßten, Die endgültige

SGollvorlage muß besser sein. Man. soll gus den Fehlern. lernen.

Der Zoll soll ein Schub der Arbeit sein. Dann werden die Massen

auch den Zollschuß A Ein Grundfehler war die unterschied- iche Behandlung von Getreide und Vieh. Graf Kaniß ist hier das

Opfer von sehr gerissenen Hintermännern eworden, die er nicht

durschaut * hat. Die Linken sollten ihren Kampf gegen den Vrot- wucher da einseßen, wo das börsenmäßige Spekulantentum mit

Brotgetreide zugunsten des internationalen Getreidehandels jein

Wesen treibt. Hier liegt die Quelle des Brotwuchers! Die

Maltigung für die Futtermittel kommt leßten Endes den industriellen

Viehzuüchtern zugute, und der kleine Landwirt geht leer aus. Das

ist die Folge davon, daß man das Herzstück der Ee die Ge- treidemindestzölle, herausgenommen hat. Da hat die Regierung élwas getan, was nicht einwandfrei ist. Dieses Kompromiß öffnet dem internationalen börsenmäßigen ¿ireidehandel Tür und. Tor. Die Taube in der Hand, die Pitgemästete, hat die Industrie be- kommen; die Landwirtschaft hat nicht einmal den Spaß in der Hand bekommen der sißt noch auf dem Dache! Man joll sih schwer hüten, si heute {on so auf die endgültige Regelung jeßt ist es ja nur eine vorübergehende festzulegen. Die nationale Arbeit muß geshübßt werden. Mit dem Fluch der internationalen Spekulation,

wangslage geschaffen

Erste Beilage

Verlin, Montag, den 10. August |

müssen wir aufräumen. Das A und O des Zusammenbruchs, auch des Etats, sind und werden die Dawes-Lasten bleiben. Che die nit beseitigt sind, schwebt alles in der Luft. Die Spanne zwischen Er-

uger- und Konsumentenpreisen muß endlich abgebaut werden.

gu ist E: eine Erweiterung der Zwan wirtschaft, sondern ledigli eine Fiegung, des Weges vom Produzenten zum Klein- händler, nötig, die eine Verbilligung der Ware für den rbraucher bringen würde. Wenn Sie unsere Anträge annehmen, dann können wir der Zollvorlage zustimmen, sonst nicht.

Der Abg. Dittmann (Soz.) beantragi um 3/4 Uhr die Beratung jeßt abzubrechen und auf Montag zu vertagen. Qugleih S er die Beshlußfähigkeit des Hauses. (Die

ozialdemokraten und Kommunisten Men bis auf wenige Abgeordnete den Saal.) Die Frage, ob das Haus beschluß, Mrde ist, wird durch Abgabe von Zetteln festgestellt. Die A timmung wird von Vizepräsident Dr. ießer lange hin- gezogen. Noch nach 10 Minuten geben einige eiligst herbei- geeilte Abgeordnete Zettel ab. Gleichwohl sind nux 244 Ab- geordnete anwesend. Das Haus ist also nicht beschlußfähig.

Vizepräsident Dr, R i eße x beraumt eine neue Sigung mit derx gleihen Tagesordnung auf eine halbe Stunde später, auf 4% Uhr, an.

Schluß 3% Uhr.

116. Siyung, Nachmittags 4/4 Uhr. __ Die zweite Beratung der Zollvorlage wird fort- gejeßt.

Abg. Ri ppel (D. May: Den Sozialdemokraten kommt es vor allem darauf an, mit Reden die Zeit tet zu schlagen. (Lärm links.) Aber es kommt eßt nicht auf Neden sondern Taten an. Als Ver- tceter einer stödtischen Arbeiterbevölkerung (Lachen links) kann ih nur sagen, daß es sich lediglich um eine Zweckmäßigkeitsfrage handelt. Die Sozialdemokratie hat in der langen Zeit seit 1902 nichts gelernt. (Lärm bei den Sogialdemotanea, gejichts der ganzen weltpolitischen Lage kann nur ein Zllusionilt 0 (prehan wie Herr Hilferding, der von einem Sprung ins Dunkle redete. Die Vorlage ist ein wertvolles Justrument auch zur Stabilisierung der Wagrung, Käme sie nicht E so würde nah kaum einem Jahr ein in ustrielles Arbeits- lojenheer da sein, die Arbeiter selbst würden tv ch nach Schuß der nationalen Arbeit rufen. (a en bei den Sozialdemokraten.) Aus den Reihen der Sozialdemokratie selbst wird der gane bekämpft. Wir fordern einen Schuß für unsere nationale irtschast, und des- halb s{himpfen Sie uns Zoll- und Brotwucherer. Wix Deutsch- nationalen sind einmütig in dem Verlangen nah Schuß der nationalen Arbeit, wir handeln nicht im Interesse einer Gruppe, wir wollen auch e die deutsche 5 arl uß, und zwar gerade im Interesse der Arbeiter. Der Amerikaner Ford hat infolge der niedrigen deutschen

ólle die deutsche Automobilindustrie fast A niederkonkurrieren können. Ein verarmtes Velk darf sih nicht den Luxus leisten, allein im Monat Januar über 332 Doppelzentner Apfelsinen einzuführen. Die deutsche Produktion, insbesondere auch, an Lebensmitteln, muß esteigert werden mit allen Mitteln, und eins dieser Mittel ist der oll. Die Sozialdemokraten haben im Ausschuß selbst die Notlage

_ würde. Troßdem wêrd von den allermeisten

in Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger

1925

derartiger politisher Kampf wirkt vergiftend, weil er jede liche Mon N, Auth eren

noch freihändlerische An ) ; ide geit die Schaffung einer euro äishen Zollunion eifri Dabei geht man von der Ansicht aus, daß Europa durch den krieg außerordentli gelitten be und sein e Oer fluß im Sinken sei. ran ih sei der eun

pi V ry von Nordamerika in Europa stark im

versu

Rivalität derx vielen kleinen Staaten in seitigen Vernichtung und vollständigen Ohnmacht. Literatur ist im Werden begritlen, in der die Forderung einem einheitlichen Europa von

chsen. E

für ein derartig weit estecktes Ziel. Es 1 die gegenseltige wirth tlihe Abhängigkeit b 1 vorhandén ist. Uns foill nür scheinen, als seien wir von europäishen Zollunion außerordentlih weit entfernt.

dur hohe Zölle absperren Einfuhr von Waren zu verhindern. am Anfang großer wixisGas Ger internationaler mag rets.) Die Au die Verweigerung von notwendigen und Î Rechten für fremde Handel3- und Geschäftsreisende, die

polisiecung wichtiger Rohsto ebiete, die AuS8nußzung der ische nd wiesGafitien adt, Ausfu! ;

Kämpfe.

n u verwandt werden. ie [uan Ereignisse des Weltkrieg in aller Prien. Die

eurxopäishe Krieg Eu taaten mili weitergerüstet. Man darf ohne Uebertreibun von einem europäischen Solidaritätsgefühl no

sagen, daß auch wir alle Bestreb

ist. Wir dürfen aber wohl ern unterstügen, die uropa und zu einer aber nicht so lange warten mit der Vertretung interessen, bis eines Tages vielleiht die wirtschaftliche E uropás kommt. Die Welt um uns hat \i chugzöllnerisch eingestellt. Geräde wer den Zollshranken in der Welt will, au: auch den n reale Mittel zur Erreichung dieses ieles zu verw

ist, wenn es einen A ; will, zu zollpolitischen Gegenmaßnahmen zu greifen. Kein daß sie ihre Zollschranken beseitigen müßten. Erst dann, wen die anderen : Zug um Zug eine Herabseßung der_Zo schranken ermöglichen prinzipielle Frage, sondern eine Die Wirtschaftspolitik - soll einen Ausgleich schaffen den \ verschiedensten Teilen des Landes, zwischen Sou Landwirtschaft, zwischen Stadt und Land, zwischen S

und verarbeitender Fndustrie. Nah unserer \sachlihe Prüfung notwendi sand einen Schußzoll brauchen

und welche nicht.

der Landwirtschaft anerkannt und ein Programm gur, bhilfe enf- worfen. Das 1st aber nur Theorie. Man, sucht damit„Stimmun zu: machen, daß der Schubzoll: die Ware verteuere. Dabei hat fd unter der Herrschasi der früheren ubzólle die Lage der Ar- beitershaft ständig gehoben. (Lebhafter Widerspruch links.) Der Sozialdemckrat S ippel hat ausdrüdlih betont, daß der Schu nicht verteuernd wirke. , geluny erhalten, so müsse man Teuerung un Hungersnot verhüten.

as kann aber nur durh Vermehrung der Produktion gel ehen. An der Verteuerung der Le ensmittel haben niht Zölle Schuld, ondern die internationale Spekulation und der Zwischenhandel, wosür be- 10g die Karto ein Beispiel sind, Der Weg vom Grzeuger is zum Verbraucher. ist zu, lang und zu teuer. Diesem Prcblem müssen wir näher treten. Vie Vorlage enthält soziale Gedanken, aber hält sih von sozialistischen Gedanken des Freihandels frei. Das Grammophon, das phil aro Orchester des kleinen Mannes bleibt zollfrei. (Lachen links.) (Als der Redner einen d s Angriff gegen die Linke richtet, wird er von Sozialdemokraten und Kommu- nisten urs großen Lärm, Zurufe und Pfeifen längere Zeit am Weitersprechen gehindert. Ta ns ertönen laute Schlußrufe au der Linken. Vergebens versuchte igeprasivent Dr. Nießer dur

ortwährendes Läuten mit der Glode den Lärm zu beschwichtigen. nter Händeklatschen der Linken verläßt Abg. Rippel die Redner- tribüne.) Vie Pun des Abg. Rippel, die die A auf der Linken hervorrief, lautete: „Wir aben im Ausschuß \achlihe Arbeit geleistet, während sich ven Jhnen ete immer g i Redner eei um wohlpräparierte andressierte Reden zum Fenster hinaus zu halten. *

Vizepräsident Dr. Rießer verweist den kommunistischen Abgeordneten Neubauer aus dem Saal. Da der Abge- ordnete Neubauer der Aufforderung des Vizepräsidenten, den Saal zu Lea niht nahkommt, unterbricht der Vigze- präsident Dr. Rießer die Sitzung auf fünf Minuten.

Nach Wiedereröffnung der Sißun (der Abg, Neubauer hat inzwishen den Saal virctaifen) teilt Vizepräsident Dr. R ießer niit, er habe versäumt, in dec Angelegenheit Neubauer den Aeltestenrat zu berufen; er hole das jeßt nah und vertage die Sizung bis 5% Uhr. i

Nach Wiedereröffnung der Sißung durch Vizepräsident Dr. Rießer erklärt dieser: | Was den Konflikt betrifft, so hat si herausgestellt, dáß | die Aeußerung, die der é Rip l getan hat, als rlamentarifs eine e wurde infolge des Lär

auf einer Seite des Hauses nicht ver tanden. Zch will aber hinzu- fügen, daß ih inzwishen dur das stenographische Protoko fests

habe, däß die Aeußerung des Herrn KRippel noch s{härfer gewesen ist als ih bei meiner Rüge vorausseßte. Er hat von ‘wohlandressierten Reden“ gesprochen. Jch rufe ihn daher zur Ordnung.

Vizepräsident Dr. Rießer will nunmehr dem Abg. Ehr - hardt (Zentr.) das Wort geben. Abg. Dittmann (Soz.) beantragt nunmehr abermals die Vertagung und bestreitet erneut die Beschlußfähigkeit des Hauses. Da das Büro nicht einig ist, wird die Frage, ob das Haus beshlußfähi ist, aber- mals durch Zettelabgabe entschieden. Sozialdemokraten und Kommunisten hatten wieder bis auf wenige Abgeordnete den Saal verlassen. Abgegeben wurden 262 Zettel. Das Haus ist also beschlußfähig. (Beifall bei den Regierungs8parteien.)

Abg. Ehrhardt (Zentr.): Au in der Vergangenheit war die Zoll! ofitit eftig L adleiitei, , evi wird die Yollpotfüt viel- fah bekämpft aus parteiagitatorishen oder parteita o\es Er- wägungen. Man bekämpft die Zollpolitik, indem man tet, die Einführung von Zöllen läge im Vorteil einzelner be ipender Klassen und shädige die Interessen des arbeitenden Volkes. Ein

(

unzulässig bezeichnete.

Dr. Moses hat gesagt, wolle man ein Volk

Zoll ? Allgemein läßt rage {wer beant

zurzeit die für welche Wirtschastszweige in Deutschland 9 bis 24 Milliarden Goldmark vor dem

von etwa l eine passive

durch die Reparationslasten usw.

ein Siebentel der landwirtschaftlih bebauten Fläche ÑBolksernährung, ferner etwa 7 bis 80 Prozent unserer C lager usw. verloren haben, müssen wir, obwohl die die Landwirtshaft mehr bekämpft werden als wie Industrie, beide Fragen im Zulammentang betrachten. deutshe Industrie Zölle? Der Unterschied in dem zu | ins zwishen Deutshland und dem Auslaride i}t ries erx Kreditmangel wirkt geradezu lähmend. Der innere A ist geschwächt, und ohen Zöllen und scharfer von industrieller Seite werden Volkes mit Mißtrauen aufgenommen.

Konkurrenz, Die

können, und das ist ihre Nentabilität, die in den gewiesen wird. Von vielen. Ausnahmen abgesehen, die Tatsache außer Spei daß die allermeisten Werke für 1924 eine Dividende verteilt haben,

unter dem Zinssaz liegt, der im freien Verkehr für lehen gezahlt wird. Nun wird zwar Dividende nur eine Verschleierung bedeute. glau nicht, daß die Leiter unserer industriellen Werke éine Finanzpolitik treiben. Sie brauchen Kapital, um ihre teGnisch umzugestalten, und würden erli beshaffung dur Ausgabe neuer Aktien zu erreichen Solange die Dividenden von großen Werken erheblich g Zinsfaß liegen, werden unsere

usgabe neuer Aktien haben.

in nit geringen finanziellen Schwierigkeiten befinden. Die lichkeit ist heute darüber unterrihtet, was aus den nehmungen von Stinnes geworden ist. I babe den wir vor einer industriellen Krise stehen, die alle Besürhtunge init: Die Folgen des verlorenen Krieges und d

: erne „\cheinen ns nunmehr erst machen. Zurzeit scheint eîne

Lage der deutshen Industrie au erorden

eine umfangreiche Umstellung notwendig ist

jedenfalls kein allgemein Zollsretheit einführen würden, viele Industriezweig alb kürzester Frist zum Erliegen kämen. Dann würde die osigkeit so groß werden, daß unsere industriellen Arbeiterma

roßen

ber darüber

Widerspruch l

verlangen würden. eispiel der Bergarbeiter

verwies auf das ch dagegen gewandt haben, daß onnen Koblen aus Polen herübernehmen folle, Grenze kämen, während sie feiern und Hunger schlesischen Einfubr d hätten von i!

ks und Zurufe.) Der 1 S Dbers

die frei ü

Nerbot der Einfuhr polnischer K industriellen ZöUe der Einwan! so dürfe man nit verkenne bei denen es den Unterhä: billigem Ermessen die © die anderen Staaten un werden. Wir erwar!

iel mit den hohen

ugenblick im Zn Interesse daran ha dings wissen wir

deutsWen Markte e: Ausdri

u einer wirtschaftlihen Verständigun int ollunion führen. Das n. lef Volk fa

taaten in ihrer Ausfuhr gehemmt werden, läßt

/ c weifel, daß, wenn wir heute [fr die deutshe Indusjris

sah4 werden in der oi sichten bertreten. Jnsbesondere wird zur-

disfuttert,

Welts Ein-

er Vereinigten

uropa

e noch über starke kulturelle u Exe g Meyn: ine neue

nach

n verschiedensten Gesichtspunkten aus begründet wird. Die Zentrumspartei hat volles Ver tändnis Es ist E zu leugnen, daß

i allen Völkern

einer

Zurzeit können wir nur feststellen, daß die einzelnen Staaten ihre Grenzen um na! Möglichkeit ¡ede fremde ch glaube, wir stehen erst

ita

2iveisung fremder Staat8angehörtger, jun n selbstverständlichen Monos

polis

t b rprämien und Dumping seinen die Mittel zu jein, die ïn zukünftigen Wirt chaftskämpfen

8 sind

nsiht wächst, daß vielleicht der nächste ropa in einen Trümmer aufen verwandelit

tärisch

konstatieren, da nichts f merken

ungen

nit

einer Lebende

Eitt- hochzs

Abbau der

Mut enden.

ir find der Meinung, daß Deutschland in der Gegenwart genötigt hau der Zollschranken in der Welt erreicheit

Unters«

bändler fann mit leeren Händen anderen Staaten begreiflih machen,

n au i . Für

die Zentrumspartei is die Frage, S@hußzoll oder Freihandel, keine 3 / Gra \olde nah es Zwecktmäßi Fit: zwischen

e und

werindustrie Ile Wirts T n n i welche rischaftszweige in Deut|- Î : Damit komme i

zu der entscheidenden p i braucht die deutsche WirlsGast einen

wortet,

ih ein Zoll rechts fertigen läßt. Nachdem wir gegenüber einer aktiven Dantunge riege,

beute

Zahlungsbilanz von

ehwa 24 Milliarden Goldmark haben und nachdem wir durch ee ua r die

isener lle für

für die Braucht die zahlenden

engroß.

bsagzmartt in der Welt begegnet - die deutsche ia

Aeußerungen in den weitesten Schichten des Aber es gibt einen Maß- stab, den wir an unsere industriellen Werke in Deutschland anlegen Bilanzen aus- steht doch

roßeit

die erheblich

Dar

behauptet, daß die niedrige be aber

fol Wer

die Kapitals

uchett.

unter dem alla Werke kaum Glück mit der Es ist ja au ein offenes Geheimnis, daß he unsere größten industriellen Werke, mit wenigen Ausnahmen,

effente Unter

indruck, daß

n. übers

e des passiveit bemerkbar it endgültige fe {stellung üb

tlih \chwierig,

er d eil

r befe f

inners rbeits-

sen mit aller Entschiedenheit von der Pegtexung zollpolitishe Maßnahmen

Rednex

lesien, dífe Deutshland monatli 500000

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E n i Sir TOG E A MNIOIRPEHG S S F s L d E L R E R G T M E R di Zee R Cl Sf P E I e ea E G E Es s S Eg n Zee E E T4772 E E E E A L L, „e 57 T T E Ar 7 CESSA ri e O

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