1903 / 155 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

zuS2 1) Nach Absa 3 sollen vie Hinteëbl falls. nah anderweiter gefeßliher Vorschrift ein höherer als be Absah 1 Ziffer 2 vorgesehene Betrag zu Rats if erhalten. Durch die neue Fassung dieses Absages ist a drü>lih ein Jndividualreht jedes einzelnen Berechtigten aner- kannt worden. Es sind demzufolge niht mehr, wie dur den Erlaß vom 17. Juni 1898 (1IT. 9467) angeordnet, die Ge- amtbezüge der Hinterbliebenen an Witwen- und Waisenrenten Gesamtbezügen an geseßlihen Witwen- und Waisengeldern egeulver elen, sondern es ist Witwenrente mit dem itwengelde und Waisenrente mit dem Waisengelde zu vergleichen. Hierbei dürfen jedo<h die durh das Unfall- und das Hinterbliebenenfürsorgegesez gegebenen Höchstgrenzen der Gesamtbezüge niht überschritten werden. Gegebenenfalls sind unter Anwendung der Höchstgrenze des günstigeren Gesezes die nah vorstehendem berehneten Einzelbezüge in gleichem wage wej âes zu kürzen. * __2) Jm übrigen sind hinsichtlih der Ansprüche der Hinter- bliebenen gegenüber dem bisherigen Geseß hauptsächlich folgende Aenderungen eingetreten : ' a. das Sterbegeld ist von 30 s ‘auf 50 /4 erhöht worden, \ A e ra für P Es O beträgt, ohne Nücksicht arauf, ob die Mutter noch lebt oder niht, 20 Prozent des Diensteinkommens des Verstorbenen, 9 aats c. die Mindest- und Höchstbeträge der Witwenrenten sind von 160 bezw. 1600 M auf 216 bezw. 3000 M-erhöht worden, __(d. die Rentengewährung an Verwandte der aufsteigenden Linie ist schon zulässig, wenn deren Lebensunterhalt au<h nur A UIAO von dem Verstorbenen bestritten ist, e. Unfallrente kann auch elternlosen Enkeln gewährt

; zu 8 10. _ Die SZ 8 bis 11 des bisherigen Ura werden durch die S8 10 bis 12 des Reichsunfallfürsorgegeseßzes vom 18. Juni 1901 (R.-G.-Bl. S. 211 ffff.) erseßt. aterielle Aenderungen sind hiermit im allgemeinen niht verbunden. Durch die jeßige Fassung des $ 10 des Reichsgeseßes ist zur Beseitigung hervorgetretener Zweifel klargestellt worden, daß von Hinterbliebenen, die im einzelnen Falle niht renten- berechtigt sind, z. B. von nichtbedürftigen Ascendenten, Haft- flichtansprühe gegen die Verwaltung nicht erhoben werden

onnen. zu Artikel 2.

Das Gese hat keine rü>wirkende Kraft. Es findet daher nicht auf Betriebsunfälle Anwendung, die sih v or dem 12. Juni 1902, dem Tage der Verkündung, ereignet haben.

Berlin, den 24. Zuni 1903.

Der Minister der öffentlihen Arbeiten. Budde.

An die Herren Oberpräsidenten als Chefs von Strom- bauverwaltungen bezw. der Kanalverwaltung zu Münster i. W., sämtlihe Herren Regierungspräsi- denten, den Herrn Polizeiprästdenten und die König- liche Ministerialbaukommission hier.

werden.

Verseßt sind: die Kreisbauinspektoren, Baurat Schulz von Königsberg i. Pr. nah Allenstein und Trimborn von Ken nah Cassel, sowie der, Wasserbauinspektor, Baurat

nispel von Köpeni> nach Liegniy. j

_Der Landbauinspektor Dr. Jng. Muthesius bei der Kaiserlich deutschen CALOSE in London ist zur anderweiten Verwendung im Staatsdienste abberufen. __ Der Kreisbauinspektor, Baurat Arenberg in Cassel ist in den Nuhestand getreten.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

VeranntmaGunag.

_ Vei der heute öffentlih in Gegenwart eines Notars be- wirkten Verlosung der Köthen-Bernburger Eisenbahn- aktien sind folgende Nummern gezogen worden: Nr. 1655, 1657 bis 1660, 1662 bis 1666, 1669, 1670 1672, 1674, 1676 bis 1679, 1682, 1684, 1685, 1687 bis 1689, 1691, 1692, 1694 bis 1699, 1702 bis 1704 _ 1707 bis 1715, 1718 bis 1720, 1722, 1725, 1727, zujammen 50 Stü> über je 100 Tlr. = 5000 Tlr. H. = 15 000 t

Dieselben werden den Besißern zum 1. Januar 1904 mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgelosten Nummern vershriebenen Kapitalbeträge vom 2. Januar 1904 ab gegen Quittung und Nü>gabe der Aktien und der dazu argen Erneuerungsscheine (Anweisungen) zur lbhebung der Zinsscheinreihe V bei der Staatsschulden- tilgungsfaßsse, hierselbst W, 8, Taubenstraße 29, zu erheben. Me Zahlung Fialg! nos 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nach-

mittags, mit Aus|\{hluß der Sonn- und Festtage un drei Geschäftstage ves Monats. L MERE N

__ Die Einlösung geschieht au< bei den Negierunashaupt- kassen und in Frankfurt a. M. bei der Kreidfafe. i E Laupb, Zwecke können die Effekten einer dieser Kassen "A vom L. Dezember 1903 ab eingereiht werden, welche sie der Staats- schuldentilgungskasse jur Prüfung vorzulegen hat und nah oige Feststellung die Auszahlung vom 2. Januar 1904 ab

irft. Vom 1. Januar 1904 ab hört die Verzi der M een Alfien auf. ? L REN ie Staatsschuldentilgungskasse kann sich in einen Schrift- wechsel mit den Jnhabern der Aktien über die Zallmaalctba ni@. einlassen. y i Formulare zu den Quittungen werden von den o s zeichneten Kassen unentgeltlich verabfolgt. E Berlin, den 1. Juli 19083, Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Hoffmann.

Bekanntmachung, betreffend die Karl Haas e-S tift ir di akademische Saale un dh In Beri Sie Das diesjährige Karl e Stipéndi 900 4 ist dem Studiercaden dee Ansiatt Orga

von K“

Neinhöold Lichey poelienen worden den 5). D ry 1908, orfizende des Kuratoriums.

Joachim.

uS-

jekanntmahung. e „Geseyes vom 10. April 1872 (Geseÿsammlk.

Frlaß vom 25. März 1903, betreffend die Ver-

Jôre<ts an die Zu>erfabrik von Wulsch,

f d > zum Erwerbe des zur Erweiterung

U reinigungsanlagen erforderlihen Grundeigentums im meindebezirk S{hwanebe>, dur< das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Magen Nr. 23 S. 301, ausgegeben am 6. Juni 1903 ; 2) der am 13. 1903 Allerhöchst vollzogene Nachtrag zu dem Statut des Stromdeichverbandes des Memeldeltas vom 5. April 1897 dur das Amtsblatt dex Königlichen Negierung zu Gumbinnen Nr. 23 S. 195, augen _am- 10. Juni 1903; 3) der Allerhöhste Erlaß vom 18. Mai 1903, betreffend die Verleihung des Rechts zur Chausseegelderhebung usw. an den Kreis Ostprigniß für die von ihm erbaute Chaussee von Pritzwalk nah reyenstein, dur< das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu

N us der Stadt Berlin Nr. 25 S. 273, ausgegeben. am

. Jun :

_4) der Allerhö{hste Erlaß vom 18. Mai 1903, betreffend die Ver- leihung dès Enteignungsre<ts an den Kreis Siegen zur Entziehung und zur dauernden Beschränkung des zum Bau und Betrieb einer Straßenbahn von Siegen nach Klafeld-Geisweid erforderlihen Grund- eigentums, dur< das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Arns- berg Nr. 24 S. 310, ausgegeben am 13. Juni 1903;

9) der Allerhö<ste Erlaß vom 18. Mai 1903, betreffend die Verleihung des Enteignungsrehts an die Kleinbahnaktiengesellshaft Gardelegen— Kall e a."M. zu Gardelegen zur Entziehung und zur dauernden Beschränkräag des zum Bau und Betrieb einex Kleinbahn von Bardelegen na albe a. M. mit Abzweigungen nah der Walk- mühle und der Ebbe in Anspruch zu nehmenden Grundeigen- tums, dur das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Magdeburg Nr. 24 S. 305, ausgegeben am 13. Juni 1903;

6) das am 24. Mai 1903 Allerhö<\# vollzogene Statut für die Artländer Meliorationsgenossenschaft zu Quakenbrü>k im Kreise Bersen- brüd> „durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Osnabrück Nr. 25, Beilage, ‘ausgegeben am 19. Juni 1903.

Abgerei st :

_ Seine Excellenz der Staatssekretär des Reichsshaßamts Wirklihe Geheime Rat Freiherr von Spiel mit Urlaub nah Bayern ;

der Direktor im Justizministerium, Wirklihe Geheime Oberjustizrat Dr. Lucas, mit Urlaub nach Tirol 9

Nicßtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen Berlin, 4. Juli.

. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen gestern den Vortrag des Ministers der geistlihen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten, heute die Vorträge des Finanz- ministers und des Vertreters des Zivilkabinetts entgegen.

S ai

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts Freiherr von Richthofen hat einen Urlaub angetreten as wird während desselben dur<h den Unterstaatssekretär, Wirklichen Geheimen Rat Dr. von Mühlberg vertreten. °

Der Vizepräsident des Rechnungshofs Reichs Ehrhardt ist nah Norderney abgereist.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Königlich württem-

bergishe Präsident von Schi>ker ist mit Urlaub von Berlin abgereist.

_ Der \{hweizerishe Gesandte Dr. Noth hat Berlin ver- lassen. Während der Dauer seiner Abwesenheit führt der

Legationssekr tär, Legationsrat Dr. Vogel die äft Gesandtschaft. s G

des Deutschen

. Kiel, 3. Juli. Jhre Majestät die Kaiserin und Königin begab Sich heute früh nah dem Start der Segel- jahten in das Kieler Schloß, besuhte um 9 Uhr, wie S, da O „berichtet, die Ausstellung der Handarbeiten von nicht vollsinnigen Kindern und Erwachsenen nordischer Anstalten im Sigßungssaale der Landesversicherungsanstalt und jodann die historishe Landeshalle., Später erteilte Jhre Majestät _im Schlosse mehrere Audienzen und nahm das Fruhstü> bei Jhrer Königlichen Hoheit der Frngessin Heinrich ein, Um 2 Uhr Nachmittags begab Sich zihre Majestät an Bord der Jacht „Hohenzollern“ zurü>, die odann nah Travemünde in See ging. Abènds um 81/4 Uhr lief die „Hohenzollern“ mit Jhrer Majestät der Kaiserin an Bord dort ein, worauf au< Seine Majestät der Kaiser und König, Allerhöchstwelcher zuvor auf der Jacht „Meteor“

von Kiel in Travemünde eingetroffen war, Sich auf die „Hohenzollern“ begab.

Bremen.

._Der Senát hat gesiern an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Gröning den Senator Dr. Barkhausen zum Bürgermeister gewählt.

Großbritannien und Jrland.

In: der gestrigen Sihung des Unterhauses beantragte

einer Meldung des „W. T. B.“ aus London der Zivillord Ta Admiralität Pretym ei ralität zur Âu Gaibe ne Een, d welze die Admi-

illionen Pfund Sterlin

für Marinebauten ermähtigt wird: Pretym cin Betrag von i Millienen Piand für —— e M - onnener Bauten erforder! e 3 den m dap at ms L det Werft von : in ein Reparadutdeo! für die

, ferner die ftändi-

i anzpolitik riôtwendig “sei; es hätte i Aeg Gan LUE dest E jet bätte geglaubt, daß es in diefer

onfervativen Partei unterstützt werden

Frankrei<.

In der gestrigen Sitzung des Senats antwortete zunä Ministerpräsident E ai bes ‘auf die am Tage zuvor von T N Chamaillard gegen seinen Sohn erhobenen Beschuldigungen und wies W. L. B.“ berichtet, diese als Verleumdungen \härfsten (Lebhafter Beifall) Im weiteren Verlaufe der

Sißung wurde die Vorlage, welhe die Regierung ermä tigt dur< eine Anleihe 65 Millionen Francs für öffent id: Arbeiten in Französish-Westafrika zu! beschaffen, mit der von der Deputiertenkammer beigefügten Zusaßbestimmung angenommen daß die Lieferungen nur an französishe Gewerbetreibente vergeben werden dürfen. Der Senator Dubost wandte ih egen diesen A e g E zum Schaden der öffent,

en darstelle, und fragte, wie fi die i den Konsequenzen dieses* den ean Dsifcten A ha

SUEEA Gewerbetreib eingeräumten Monopols entziehen werde. Der Kolome minister oumergue

: erwiderte, die Negierun werd allen Fällen, in denen von Lieferanten zu Gene Folderunes erhoben werden, \fih an ‘das Parlament wenden. Nach lebhafter Debatte beschloß sodann mit 150 gegen 117 Stimmen der Senat auf Verlangen des Ministerpräsidenten Combes, eine Abendsißung ah, zuhalten, um über das Zulassungsgefuch der Salesianer zu beraten Das Haus genehmigte darauf noh die Vorlage, betreffend das Ver; ‘fahren bei der Liquidation der Kongregationsvermözen, sowie den von der Deputiertenkammer angenommenen Antrag Debussy über die Er. höhung der Zölle auf Vieh und Flets<.

Nachdem Abends um 9 Uhr die Sißung wieder aufgenommen worden war, verhandelte der Senat über das Gesuch des Salesia ner- ordens von Dom Bosco um Zulassung. Der Senator Bösrenger trat für den Orden „ein, der weder Politik treibe no< eine geschäftliche Tätigkeit ausübe, sondern {h ledigli mit der Erziehung der Kinder des Volks befasse. Der Minister- präsident Combes trat diesen Ausführungen entgegen und sagte: „Die Salesianer sind Kosmopoliten, und ihre Tätigkeit gilt weniger den Waisenkindern als dem laden des Ordens. Wir leben nit mehr in der Zeit, in der das bloße Gewand der Menge als Emblem der Tugend (Ehrfurcht einflößte. Unser \keptisches «Zeitalter glaubt nicht mebr an spontane religiöse Berufungen.“ Der Senator Halgan rief, den Ministerpräfidenten unterbrehend: „Auch nit an dauernde Berufungen; Sie sind ein Beispiel dafür." Combes fuhr fort: „Der Staat darf Privatunter- nehmungen nit die Ausübung seiner Humanitätspflichten überlassen, Ich lasse der von der Religiosität eingegebenen Hingebung alle Ge, retigkeit widerfahren, aber das Wort „Nächstenliebe“ eignet sich nicht zur Bezeichnung einer Pflicht der bürgerlichen Gesellschaft. (Beifall.) Die Orden sind ein Anachronismus, und der Glaube bildet keine NRecht- fertigung _mehr für sie. Die Triebfeder religiösen Berufes ist oft das persönliche Interesse. (Protestrufe re<hts.) Wir müssen den Ordensanstalten, die den Charakter industrieller und kommerzieller Betriebe haben, die Genehmigung versagen.“ (Lebhafter Beifall.) Hierauf wurde die Fortseßung der Debatte bis Sonnabend vertagt und die Sizung um Mitternacht geschlossen.

Die Deputiertenkammet nahm gestern mit 485 gegen 45 Stimmen die Vorlage, betreffend die direkten Steuern, da E

Rußland.

Der Kaiser empfing gestern, wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg berichtet, den bayerischen Gesandten Freiherrn von Gasfer zur Entgegennahme seines Abberufungs chreibens und verlieh ihm den Alexander-:Newsky-Orden.

JFtalien.

__ Der Erzbischof von Cöln, Kardinal Fischer is gestern wie „W. T. B.“ aus Nom berichtet, nah Genua as iti von wo er sih na<h Cöln zurü>begeben wird. Am Bahnhofe waren päpstlihe Würdenträger sowie der preußische Gesandte öreiherr von Rotenhan zur Verabschiedung anwesend.

Schweiz.

/ Nachdem das italienishe Parlament die \{<weizeris<- italienishe Uebereinkunft, betreffend die U ebertragung der ttalienishen Simplonkonzession auf die Eid- genossenschaft, genehmigt hat, beruft der Bundesrat, nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Bern, die Bundes- verjammlung zu einer außerordentlihen Session auf den 26. Oktober d. J. ein behufs Natifizierung dieser Ueber- einkunft und eventuell Genehmigung des Vertrages über den Rückkauf der Jura-Simplonbahn. s

Niederlande. Die zweite Kammer hat, einer Meldung des „W. T. B.“

n.

aus dem Haag zufolge, die Vorlage, betreffend die Nevision

des Zu>ersteuergeseßes gemäß der Brüsseler Zud>er- konvention, angenommen.

Velgien.

Die Deputiertenkammer seßte gestern die Bespre<bung der Interpellation über die Verbältnisse. im Sr ee Reen Mbet Der Deputierte Lorand erwiderte, wie ,W. T. B.“ aus Brüssel be- richtet, ausführlih auf die vorgestrigen Erklärungen der Regierung; er hielt alle an der Verwaltung des Congostaates geübte Kritik auf- re<t und bestand auf der Einleitung einer Untersuhung, die der Congostaat selbst in die Hand debmen solle, Der Minister- prasident de Smet de Nayer führte darauf aus, er halte es für unnötig, Lorand, der stets überzeugter Kolonial- gegner gewesen sei, zu widerlegen ; der sunde Sinn des Landes werde zu urteilen wissen. Janson bemerkte, cine Unter- su<hung würde ergeben, daß im Congostaat nit mehr Mißbräuche vorfämen als in anderen Kolonien au<. Weder könne er es illigen, daß gegen den Congostaat ein besonderer Verdacht erhoben werde, no< fich einer Kampagne ansGlieben, deren Ziel sei: Otoz-vous des Iù, us jo my motts! Der Grundsay der Inbesitinahme hberrenlosen andes sei vôlkerre<tli< anerkannt. e Berliner Akte halte er nicht für verleßt. Es sei unbestreitbar, daß die Regierung Maßnahmen zur Abstellung von Mißbräuchen ergriffen babe; fie habe aber dur die Besteuerung den Eingeborenen Frondienste auferlegt. Er lege Ve rung gegen den herrschenden t der Gewinnsucht ein; an- scheinend habe der König den edlen Gedanken, der bei Beginn der Gntwidelung vorgewaliet habe, aus dem Sinne verloren und sei ein

eibender König geworden. (Rufe: Zur Ordnung!) Die rege besos „gun, rab an reg ra vat y ú die zu

ntiragien ZTagesordnungen abgestimmt werden

worau Siyung ges{lossen würde. l

Türkei.

Der serbishe Gesandte Gruitsch ist, wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel berichtet, gestern abend nad Bed gereist. Troh seiner Ernennung zum Präsidenten des Staats- ra erpielt er den, Beschl, | sd niát endgültig zu ‘ver o w i nach anti

werde s Die rc gg M SegrasBque Migéres meldet :

stärker, aus Jnfaánterie, Kavallerie und liter vg ans

¡lungen an der bulgarishen Grenze fort. Die t dei der Türkei, diese erwiesenen Tatsachen fo Abrede stellen, gleichzeitig aber neue und starke Abteilungen c der Grenze aufzustellen, deren Konzentrierung durch die Notwendigkeit der Bekämpfung der anden in feiner

Ì Meise zu erklären sei, sprächen dafür, daß die Türkei beab-

‘ne, den wahren Zwe> dieser militärischen Maßnahmen zu E und Me ffentlihe Meinung Europas dur Ver- breitung falsher Nachrihten über angebliche Absichten der brlgarischen Regierung irre zu führen.

Griechenland.

Aus Athen wird dem „W. T. B.“ vom gestrigen Tage berichtet, daß die Umgebung des Gebäudes der Deputierten- fammer militärish bewacht, wurde, in der Stadt jedo<h Ruhe herrschte. Bei Beginn der Sißung der Kammer beantragte in ministerieller Deputierter, nicht am Abend zu verhandeln, sondern die nächste Sißung auf heute früh 8 Uhr anzuseßen. Dieser Pes wurde mit 127 gegen 73 Stimmen an- genommen und die Sißung sodann aufgehoben. Es waren Maßnahmen getroffen worden, um jede Kundgebung am Abend zu vereiteln. Wie in Athen verlautete, hat aus Anlaß des Fallenlassens des Korinthenmonopols in Pyrgos eine

| fürmishe Volksversammlung stattgefunden.

Rumänien.

Der Ministerprösident Sturdza ist, nah ciner Meldung des „W. T. B.“ aus Bukarest, heute zur Kur nach Karlsbad abgereist.

Serbien.

Bun serbischen Gesandten in St. Petersburg wurde, einer Meldung des „W. T. B.“ aus Belgrad, zufolge Stojan Nowakowits< wiederernannt.

Afien.

Nah Meldungen aus Wladiwostok ist, wie der „Köln. Ztg.“ aus St. Petersburg berihtet wird, der russische Kriegsminister, General Kuropat kin infolge Kaiser- lichen Auftrages plöblih von dort abgereist. Er änderte seinen Weg wesentlih und begibt sih zunächst nah Nicolajewsk. Man nimmt an, daß der Besuch des Ministers in Nicolajewsk den Zwe> verfolge, die Befestigungen zu besichtigen.

eldungen aus Korea zufolge beshwerte sih der russishe Gesandte beim Minister des Aeußern über die Landankäufe dur< Japaner, Engländer, Amerikaner und Deutsche, da diese außerhalb der Gebiete ihrer Maa inonon Häuser bauten, was den Russen niht erlaubt würde. Der koreanishe Minister des Innern machte den Minister des Aeußern darauf auf- merksam, daß auf der Jnsel Kochado viele Japaner einge- troffen seien und mit der Anpflanzung von Maulbeerbäumen begönnen. Die Ankömmlinge behaupteten, ein Japaner habe vor vier Jahren mit der koreanishen Regierung einen Pacht- vertrag auf 30 Jahre abgeschlossen. Das Gesuch des französishen Gesandten um Erteilung der Konzession ur Gold ewinnung in Tshangoschau wurde von der Eoreani! en Regierung abschlägig beschieden.

Aus Tokio berichtet das „Reutershe Bureau“, nah einex Meldung des Blattes „Nitschi-Nitshi-Schimbun“ aus Peking sei der SineGen Regierung von ihrem Gesandten in St. Petersburg die Nachricht zugegangen, daß Japan mit der russishen Regierung in direkte Verhandlungen in St. Petersburg eingetreten sei. Jn Tokio sei jedo< auf Erkundigungen keinerlei amtlihe Bestätigung dieser Meldung zu erlangen, obshon niht in Abrede gestellt werde, daß ein

einungsaustaush zwishen Tokio und St. Petersburg statt- gefunden habe.

Afrika.

Nach einer in Algier eingetroffenen Meldung aus Lalla- Marnia in Marokko gab gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, ein dem Stamme der Mehaya angehöriger Mann im Lager von Sidi-Aiissa bei Udja einen Pistolenshuß auf Mulay Mohammed, den Bruder des Sultans, ab. Dieser wurde nicht getroffen, die Kugel verwundete aber einen Soldaten. Der Täter wurde sofort festgenommen und lebendig verbrannt.

Nr. 29 des „Centralblatts für das Deutshe Reich“, herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 3. Juli, hat folgenden Inhalt: 1) Konsulatwesen : TFrmädtigungen zur Vornahme von Zivilstandsakten. 2) Militärwesen : Bekanntmachung, betreffend die auf Grund des Gesetzes über die Kriegsleistungen gebildeten Lieferungsverbände und die hinsihtlih der Kriegsleistungen der Ge- meinden zuständigen Behörden. 3) Justiwwesen: Aenderungen in dem Verzeichnisse der zur Einziehung von Gerichtskosten bestimmten Stellen. 4) Zoll- und Steuerwesen: Veränderungen in dem Stande oder den Yefugnissen der Zoll- und Steuerstellen; Ab- leben eines Stationskontrolleurs. 5) Handels und Gewerbewesen : Neues Verzeichnis der regelmäßigen Untersuchungen unterliegenden und den Anforderungen der Meblauskonvention entsprechend erklärten Gartenbau- 2c. Anlagen. 6) gi Uebertragung der Dienst- verrichtungen des Kontrolleurs bei der Rendantur des Reichskriegs- shatzes. 7) S vernngivezen : Bekanntmachung, betreffend den Fortbezug der Unfallrenten und die Gewährung des Anspruchs auf Hinterbliebenenrente bei Ausländern. 8) Polizciwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet. ä

Nr. $3 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, heraus- gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 4. «Juli folgenden Inhalt : Amtliches: Runderlaß vom 14. Juni 1903, detreffend Anzeigen über die Abkömmlichkeit von Wasserbauinspektoren. (rlaß vom 24. Juni 1903, betreffend die Ausführungöbestimmungen und Erläuterungen zu dem Gesetze über die Fürsorge für Beamte infolge von Betriebsunfällen. Dienstn en. Nichtamtliches: Die neue evangelishe Garnisonkirche in Lu rg- Neuordnung der oberen Bauverwal in Hessen. —— Dectung zur Verhütung von Gntgleisungen bei halbgeöffneter Weiche. is<htes: Aus- Wettbewerb für Fassadenentwürfe zum neuen Auf- na de im Bahnhof in Base . A ectenversammlung ds Deutscher Arch - und Ingenieurvereine in Dresden.

0 bon und L nern a dem n. Die Ruinen ung von Ketten- e in In. Ten Hochschule

ule in Hannover.

Statistik und Volkswirtsthaft.

Ueber die Gehaltsverhältnisse der preußischen Volksf<hullehrer

veröffentlicht die „Zeitshrift des Königlih Preußishen Statistischen Bureaus“ (1903 S 41 ff.) eine Aa des Geheimen Regierungs- rats, Professors Dr. Petersilie, welche -die eins{lägigen Verhält- niffse auf Grund der schulstatistishen Erhebung vom 27. Juni 1901 aus- führli< darstellt. Die Arbeit beleu<tet die Wirkungen des Lehrer- besoldungsgeseßes mit vielen Durchschnitts- und Verhältniszahlen und gibt auch die bei der Erhebung ermittelten Zahlenbeträge, aus denen jene gewonnen worden sind.

Der frühere und CELEEE Zustand der Lehrerbesoldungsver- hältnisse wird dur folgende vergleichende Hauptzahlen veranschaulicht. Bon 1000 Lehrkräften hatten ein Gesamtdiensteinkommen

TeHrex | Lehrerinnen in den auf dem | in den auf dem Städten Lande Städten Lande 1896 1901 1896 1901| 1896 1901 1896 1901 bis 900 A 259 92,5 116,8 .85,7|/ 1062 342 178,2 127,0 901—1200 „, 123,0 41,8 310,6 211,0 | 301,8 194,5 498,4 353,6 1201—1800 308,4 221,2 434,4 342,6 | 475,6 513;8 309,1 443,7 1801—2400 „, 280,3 315,8 111,8 244,0 | 113,3 2022 14,3 72,6 2401—3000 ,„ 171,1 217,6 23,6 92,3 B O02 e 31 über 3000 , 91,3 201,1 28. 2441 01 —. Die Verbesserung des Diensteinkommens der Volksschullehrer in- folge des SEOLO R Ang kommt in- diesen Zahlenrceihen deutli<h zum Ausdru>: von 1000 städtischen Lehrera hatten 1896 457,3 ein Gesamteinkommen bis zu 1800 4, 1901 nur no<h 265,5, von 1000 Landlehrern 1896 861,8, 1901 nur 639,3; von jenen find unter 1000 also rund 192, von diesen rund 222 in die höheren Einkommensstufen von über 1800 M aufgestiegen. Aehnlich ist es bei den Lehrerinnen: von 1000" städtischen Lehrerinnen hatten 1896 408,0 ein Gesamteinkommen bis zu 1200 4, 1901 nur no<h 228,7, von 1000 Landlehrerinnen 1896 676,6, 1901 nur 480,6; von jenen sind unter 1000 also rund 180, von diesen 196 in die höheren Einkommenss\tufen von über 1200 M aufgerü>t. Innerhalb der einzelnen höheren Einkommensstufen hat überdies noh eine erheb- liche Verschiebung nah oben stattgefunden. Die Unterscheidung von Stadt und Land- ist hier, wie in der ganzen Abhandlung, nach ge- meindere<tlihen, niht nah wirtschaftlihen oder sonstigen Merkmalen gemacht, wie das auch bei den früheren Schulstatistiken Aa ist. Das gesamte Dur(hschnittsdiensteinkommen ist im Vergleich mit der Zeit kurz vor (1896) und bald nah dem Inkrafttretèn des Lehrer- besoldungsgeseßes. (1901) für Lehrer auf dem Lande rund um ein Viertel gestiegen, in den Städten niht ganz um ein Fünftel (hier war das Einkommen au<h früher {hon besser), für Lehrerinnen auf dem Lande rund um ein Sechstel, in den Städten etwas mehr; es betrug nämlih Mark in den Städten

1896 1901 für Lehrer 2029 2401 1357 1693 für Lehrerinnen 1362 1599 1132 1321.

Solche allgemeinen Dur<hschnitte stehen für die Vergleichung der Zeit vor und na< dem Inkrafttreten des Lehrerbesoldungsge|etzes allein zur Verfügung. Lebteres hat für die Folge aber niht nur die re<htlihen und tatsählihen Grundlagen der Hebiebung des Dienst- einkommens geändert, sondern au< die verschiedenen Gruppen von Lehrern besonders behandelt. Die Darstellung für 1901 unterscheidet diese daher dur<hweg und gibt einen Ueberbli> über das rechtliche Dur(hschnittseinkommen (gegenüber dem früber ermittelten tatsächlichen), dieses qus den Einheits\äßen von Grundgehalt sowie Wohnung bezw. Mietsents{<hädigung und Alterszulagen für die einzelnen Dienstalters- perioden bere<hnend. Sie weist nah, daß nah Maßgabe der für 1901 ermittelten Einheits\äße der drei Einkommensbestandteile an geseßz- lihem Jahreseinkommen jeweilig nah der festen Anstellung bezw. am Schluß der Steigung des Gehalts dur<h Alterszulagen bezieht

in den Städten auf dem Lande

im 4.—7. na< 31 im 4.—7. nah 31

Dienstji. Dienstj. Diensftj. Dienst.

Kirchenamt .

¿i 2298 A 3963 A 1697 A 3038 A ein Rektor usw. mit

rant. S: O A, ein Inhaber einer ver-

einigten Kirchen- u.

C S Or S4 ein fonstig. Lehrer (ohne

tr) a LC10 Br 1230 , 2364 eine Lebrerin . 2 ¿-. 1320, 2428 1104, 2004

auf dem Lande 1896 1901

ein Rektor usw. ohne

ein te<bnischer Lebrer . 2045 3 602 --— eine tehnishe Lehrerin 1068 103 T0. 1916

Diese Durchschnittésätze für den ganzen Staat lassen die Ver- schiedenheiten der einzelnen Landesteile niht mehr erkênnen. Solche bestehen aber, und fie beruhen auf unagleicher Fesisezun der Einheits- sätze. Auch diese werden in unserer Quelle ausführlih nahgewiesen. Man wolle also auf die dort mitgeteilten Einzelheiten zurü>gehen, wenn man einen näheren Einbli> in die Dinge gewinnen will. Hier verbietet der Raum, Ausführlicheres zu bringen.

Niederländische Unfallversiherungs8gesellshaften.

(Stat. Korr.) Im Königreih der Niederlande *) bestehen

6 Gesellschaften, welhe gegen Unfälle versichern, nämlih: 1) Ds Eerasto Nederlandsche Verzekering-Maataschappij op het leven, tegen inval. en ongelukken toe 's Gravonhage, 2) Onderlinge V.-M. tegen de geldelijke gevolgen van ongelukken daselbst seit 1892, 3) De Eerste Rotterdamsche M. van V. op het leven tegen ong. en invaliditeit seit 1896, 4) Ani=ardamsche M. van V, desgleichen seit 1898, 5) Ds Nederlandschb Allgemeens Ver- zekorin qu seit 1898, 6) Algemeoens V. M. Ds Philantroop seit 1896. Die von der letztgenannten Anstalt herten Beträge nd ect für das leyte Jahr angegeben. Unter den Einzelversicherten

finden sih au< die Versicherungen gegen Unfälle auf See und Reisen. ÎIm Laufe der Jahre waren in Kraft:

Jah ollektiv- Einzel- a. Tausende Gulden bei Fl. | 10 [d.

Zat ‘verträge verträge Todesfall Invalidität zeitweilig | Unfälle 1890 7600 2015 18 034 20 901 14669 | 475 1891 .. 2396 26 857 _._ 1892 .. : 2 885 37 277 41 126 193 D os Í 2811 38 030 41 629 O 6. d 3 163 48 513 52 386 E s d 3 526 55 573 59 595 1896 4216 60115 67 156 1897 .. 6 436 67 478 82718 1898 8 333 86761 111266 1899 10 219 91801 124050 1900 . 11227 111398 146989 Die Kapitalversicherung auf den Fall lebenslän unfähigfeit oder aeseäukter Arbeitsfähigkeit also

en als die auf Todesfall, aber no< die

us t Entschädi bei zeitweilliger Ärbeitsunf in rung auf dgrce E E bia tot werken).

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Zur Arbeiterbewegung.

Die Lobnbewegung der Brauerelarbeitexr in Barmen wie Wet. s durch

ist, die „Rh.- mitteilt, jeyt beendet worden

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ate eines Lohntarifs, der vom Verband der Braue von Elberfeld, Barmen und Úmgegend- mit d Seite R E vereinbart worden ift. Der Lohntarif am 1. August d.:J. in Kraft und ist drei Jahre unkündbar. Der Tarif sest für die - ver- f iedenen Kategorien der Brauereiarbeiter Mindest- und Höchstlöhne est und enthält außérdem uro Zugeständnisse an die Arbeiter.

Die Zahl der Arbeitslosen ‘in Iserlohn wird nach einer Meldung desselben Blattes von Woche zu Woche geringer, ein Zeichen, daß der Ausstand seinem Ende immer näher geht. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am Freitag noi) 340 gegen 520 in voriger Woche. In der Nadelbranhe scheint es jedo< no< immer zu gären, da die Ortsverwcltung des deutschen Metallarbeiterverbandes einen von ihr ausgearbeiteten Lohntarif in den Betrieben einzuführen beabsichtigt, ein Beginnen, das zu einem neuen Konflikt führen dürfte. Zwischen dem Zentralverband <ristli<er Metall- und Hütten- arbeiter und den „freien“ Gewerkschaften ist es zu einem Bruch gekommen. Der Zentralverband beklagt si< in einem soeben aus- Pigebenen Flugblatt, wie die „Rh.-Westf. Ztg.“ mitteilt, über errorismus seitens der Gewerkschaften.

Kunft und Wissenschaft.

Die Akademie der Wissenschaften hielt am Donnerstag, den 2. Juli, Nachmittags 5 Uhr, statutengemäß ihre öffentliche Sißung zur Feier des Jahrestages ihres Stifters Leibn iz. Den Vorsiy führte dec beständige Sekretar der physikalisch- mathematischen Klasse, Geheime Medizinalrat, Professor Dr. Waldeyer, der die Sißung mit einer Ansprache eröffnete, in der er darauf hin- wies, daß die heutige öffentliche Sißung die leßte im alten Akademie- ebäude sei, und einen kurzen Bli> auf dessen Geschihte warf. Alsdann folgten die“ Antrittsreden der seit der legten Leibnizs sißung neu eingetretenen ordentlihen Mitglieder, Professoren Dr. Richard Pischel, Dr. Friedri<h Schott ky und Dr. Gustav Noethe, die der Reihe nah von den beständigen Sekretaren, Geheimem Regierungsrat, Professor Dr. Diels, Geheimem Oberregierungsrat P osesor Dr. Auwers und Geheimem Regierungsrat, Professor Dr. ahlen beantwortet wurden. Weiter wurden Gedächtnisreden auf die verstorbenen Mitglieder der Akademie Albre<ht Weber und Rudolf Virchow gehalten, erstere von Professor Dr. Pischel, leytere von dem Geheimen Medizinalrat, Professor Dr. Waldeyer.

Schließli<ßh wurde über Preise und Preisaufgaben das Folgende verkündigt:

Preisaufgabe aus dem von Miloszewskischen Legat.

In der Leibnizsißung des Jahres 1900 hat die Akademie folgende f n aus dem von Herrn von Miloszewski gestifteten Legat ür philosophische Preisfragen gestellt :

„Die Entwickelungsgeschihte des Hegelschen Systems soll mit Denagung der auf der Königlichen Bibliothek zu Berlin be- findlihen Manuskripte Hegels dargestellt und historisch ver- ständlih gemacht werden. Hierbei soll insbesondere berü>tfichtigt werden die Ausbildung seines Pantheismus, seiner dialektischen Methode, der Anordnung der Kategorien in der Logik und seines Verfahrens, die Gestalten des geschi<tlihen Lebens in einen philosophischen Zusammenhang zu bringen.“

Diese Preisaufgabe hat eine Bearbeitung gefunden. Sie trägt das Motto: nec ridere nec lugere sed intelligere.

Zunächst handelt es si< darum, die auf der Berliner Bibliothek befindlihen Manuskripte <hronologis< zu bestimmen, um sie für die Entwi>elungsgeshihte benußbar zu machen. Rosenkranz hat keine Rechenschaft über die Gründe gegeben, auf denen seine Verteilung der Handschriften an die na< den Aufenthaltsorten von ihm abge- grenzten Lebensabschnitte beruht. Und schon der nächste Bearbeiter des Nachlasses, R. Haym, hat die <ronologishen Bestimmungen von Rosenkranz an wichtigen Punkten widerlegt. So muß von ihnen bei der erneuten historis{h-kritishen Arbeit zunächst abgesehen werden: nur daß, da Rosenkranz vieles in der Berliner Sammlung Fehlende benußt hat, im Zusammentreffen mit ihm ein günstiges Indizium zu sehen ist. Der Verfasser hat nun die Handschriften, von denen be- sonders die aus der Berner und Frankfurter Zeit mit ihren Korrekturen, Umarbeitungen und Verweisungen {wer benußbar find, mit an- erkennenswertem Fleiße durhgearbeitet und eine vollständige Dar- stellung ihres Inhalts gegeben. Er hat auch an einem sehr wichtigen ene die bisherige <ronologishe Anordnung fkorrigiert. ie Richtigkeit der neuen Bestimmung erscheint unzweifelhaft, und die Entwi>elung8geshichte des Systems wird aus dieser Bestimmung er- heblihen Nugen ziehen. Hierauf beschränkt A in der Hauptsache die Förderung, welche die bistorish-kritishe Behandlung der Manu- (E durh diese Arbeit erfahren hat. Tiefer als in diese haben Neigung und Talent des Verfassers ihn în die Entwi>kelungsgeschichte he els und die philosophishe Kritik des Systems geführt. Er ver-

cht das Leben des großen Denkers als cinen von innen bestimmten und von Stuttgart und Tübingen ab kontinuierlih verlaufenden Ent- widelungsvorgang zu erfassen. Liegt nun BE Nes gegenüber der übertriebenen Wertung des Einflusses anderer Denker auf Hegel ein entshiedenes Verdienst, so wird der Verfasser doh der anderen Seite des Sachverhaltes nicht gere<t; der Zusammenhang des Systems mit der philosophishen Bewegung von Kant ab is von ihm nicht ge- nügend untersu<t worden. Dieselbe Einseitigkeit macht \sih au in der pfllolopbilthen Kritik des Verfassers geltend. Die Entwi>kelungs- geschichte selbst ist nicht gleichmäßig durchgeführt; es kann nur gebilligt werden, daß die Darstellung kürzer wird, wo die Bedeutung der Handschriften abnimmt, aber der Zusammenhang selber wird allmählich loser, {hon die Darstellung des ersten erhaltenen System- entwurfs reiht zu äußerli<h Auszüge aneinander, und wenn ein Hauptverdienst Hegels in der Verwertung des geschichtlichen Standpunkts" für die systematischen Einzeldisziplinen der Geistes- philosophie liegt, so hâtte ihre Ausbildung im Zusammenhang mit den früheren Stadien der Entwickelung Hegels gründlicher erforsht werden müssen. So kann bei aller Anerkennung des vom Verfasser Geleisteten dieser Arbeit der Preis do<h nicht zugesprochen werden.

Die Akademie wünscht jedo<, daß das von ihr gestellte Thema damit nit verlassen werde, und s{<reibt daher dieselbe Preisaufgabe von neuem aus.

Der ausgesette Preis beträgt wiederum Zweitausend Mark.

* Die Bewerbungsschriften können in deutscher, lateinischer „Han-

zöfisher, englischer oder italienischer Sprache abgefaßt sein. Sch _— die in störender Weise unleserlih geschrieben sind, können Beschluß der zuständigen Klasse von der Bewerbung ausgeschlossen werden. Jede Bewerbungsschrift ist mit einem Spruhwort zu bezeichnen, und dieses auf cinem ufügenden versiegelten, innerli<h den Namen und die Adresse des afsers angebenden Zettel ages zu wieder- R, geen, die den Namen dus E O deu erge werden von der Bewer en. d. ziehung einer eingelieferten Preisscrift ist nlht

Die B ériften find bis zum 31. Dezember 1905 im Bareau der n W. Str. nzu- Pr, Eng des Urteils erfolgt in der Leibnizfizung

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Use zei der Akademie zum ine D CEUGD Rg ein- nebst den dazu wen. g Ir i —y dem jet aufs Ge dg: ad vos der

e E e eten lies S ju vernichten.

Stipendium der Eduard Gerhard-Stiftung.

Das Eduard im Jahre 1904 mit 4300 A zu vergeben. Le vas L fatait 10a der Akademie einzureichen.

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