1903 / 172 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Großbritannien und E x k :

öni d die Königin hielten gestern, wie

W. T Bu U in Phönizpark zu Dublin eine Truppen- schau über 10000 Mann ab. Die zahre herbeigeströmten Zuschauer begrüßten die Majestäten dur lebhafte Kund-

nqgen. G gun Oberhause erwiderte der Herzog von Devonshire auf eine Anfrage, betreffend die Untersuchung auf dem Gebiete der Finanzpolitik: die Nbgerung habe keine Politik vorzus{lagen, bis die Untersuhung über den Freihandel abgeschlossen sei. Die Freihandels- politik habe 50 Jahre lang eine gute Probe abgelegt. Ein grobe Minister habe diese Politik angefochten. Aber was wäre eine olitif die beim Blasen der Trompeten eines einzelnen, wenn auch maht- vollen Mannes zusammenzufallen drohe, weil ihre Erfolge unter- suht werden sollten? Er habe eine bessere Meinung von dem Frei- handel als viele von denen, die eine nervöse Angst verspürten bei dem Gedanken an die eventuellen Ergebnisse einer Untersuchung. Er glaube, daß alle Einwendungen gegen den Freihandel grundlos feien ; er glaube Aar daß der Freihandel niht alle Wünsche erfüllt habe, die seine Begründer von ihm erhofft hâtten. Doch sei es nicht \{wer, zu beweisen, daß ein Wechsel in der Politik die vorhandenen Uebel nicht beseitigen odèr England in noh größere Uebelstände stürzen würde. Der Herzog von Devonshire rechtfertigte sodann die Haltung des Kabinetts hinsihilih der Stellung des Staatssekretärs jür die Kolonien Chamberlain und der beabsichtigten Untersuchung. Hierauf nahm Lord Rosebery das Wort und führte aus, er halte die Zu- gehörigkeit des Vorredners zum Kabinett für eine Garantie dafür, daß, solange dieser in demselben sei, das fiskalishe System unverändert bleiben werde. Der Redner machte sih sodann über die Haltung der ierung lustig. 5 R

E Im e Tai e erklärte der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Lord Cranborne, daß bezüglih Afghanistans ein weiterer Schriftwehsel mit der russishen Regierung stattgefunden habe; er fönne aber jeßt feine Auskunft darüber geben. Bei der Beratung des Etats des Auswärtigen führte Sir Charles Dilke (liberal) aus: der Austausch von Besuchen zwishen dem König und dem Präsidenten Loubet sowie die Nede des Premierministers an die fran- zösishen Delegierten ständen in seltsamem Widerspruch mit der Politik, die die britishe Regierung Deutschland gegenüber verfolge. Er hob hervor, daß diese Politik gegen Deutschland außer- ordentlih unbeständig und überrashendem Wechsel unterworfen sei; fie schädige die britischen Interessen. Die Regierung habe in der Venezuela-Angelegenheit und in der Bagdadbahnfrage Deutsch- land geschmeichelt; der Traum von Deutschlands Hilfe gegen Rußland habe stets die Politik der Regierung beunruhigt. ebt, da es zu spät sei, habe man erkannt, daß dies ebenso ein Traum gewesen sei wie der “Gedanke eines Bündnisses mit Jtalien gegen Frankrei. Obgleih die Negierung erst Deutschland ge ielt, habe sie später doch mit eingestimmt in das Geschrei egen Deutschland dur die plößlihe Entdeckung der canadishen Be- chwerde. Bowles erklärte hierauf, England sei das Opfer einer aggressiven Politik Deutschlands. Der Unterstaatssekretär des Aeußern Lord Cranborne lehnte es in Beantwortung mehrerer Anfragen ab, sih darüber zu erklären, ob ein geheimer Vertrag mit Deutschland be- stehe oder niht. Die englishe Regierung habe nichts getan, was so ausgelegt werden könne, als ob es sich gegen Englands ältesten Verbündeten, Portugal, rihte, und er sei sicher, daß Portugal, wenn es befragt würde, dasselbe sagen würde. Mit Ausnahme Portugals sei von keinem Minister ein Bündnis mit irgend einem europäischen Lande befürwortet worden, das {ließe aber ein freund- \chaftliches Zusammenwirken mit den europäischen Nachbarn nicht aus. Der Besuch des Königs auf dem Kontinent habe die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen England und den vom König besuchten Ländern bestanden hätten, nur noch enger gestaltet. Im weiteren Verlauf seiner Rede wandte sh Lord Cranborne lebhaft gegen die heftigen Angriffe Bowles gegen Deutschland und sagte, eine Sprache, wie die von Bowles gebrauchte, könne nur Schaden anrihten. Der Redner be- stritt, daß die Beziehungen zu Deutschland nur eine Reihe von Fehlern gewesen seien, und führte die Sansibarangelegenheit an, mit deren Regelung unzufrieden zu sein für England kein Grund bestehe. Er glaube auch nicht, daß das deutsh-englishe Uebereinkommen bezügli des Yangtse ein Mißgriff gewesen lei. Es sei zu bedauern, daß dieses Uebereinkommen von Deutschland niht ebenso ausgelegt werde wie von England; das Uebereinkommen habe aber nur Gutes bervor- aebrat. Die englishen und die deutshen Eisenbahnsyndikate in China {ienen auf gutem Fuße miteinander zu stehen, feine der beiden Parteien habe bei dem Wettbewerbe besseres errungen als die andere. In der Frage der Räumung- Schanghais habe die deutshe Yegierung gewisse Forderungen gestellt, die von - der englishen zurückgewiesen worden seien, und die chinesische Regierung babe den englishen Standpunkt sih zu eigen gemacht. Lord Cranborne verteidigte im weiteren Verlaufe seiner Rede die Politik der Regierung dbezüglich Venezuelas und der Bagdadbahn. Hinsichtlih Venezuelas warf der Redner die Frage auf, ob es denn als politisher Grundsay aufgestellt werden solle, daß, weil die englische Politik in einer vergangenen Zeit nicht identisch mit der Politik eines anderen Landes gewesen sei oder weil einmal im Deutschen Reichstage einige unhöflize Bemerkungen gefallen seien, ein gemeinschaftlihes Vorgehen ausgeschlossen sein solle? Schließlich zur canadishen Frage rgebend, sagte Lord Cranborne, England wünsche mit allen fremden Völkern in gutem Einvernehmen zu leben, stelle aber seine Kolonien vor jede fremde Nation. Sobald Deuts{land und andere Länder zugäben, daß Englands fiskalische Be- jiehungen zu seinen Kolonien eine innere Angelegenheit Englands eien, an der sie keinen Anteil hätten, werde Englands Haltung bei den Handelsvertragtverhandlungen mit Deutschland so entgegenkommend sein, wie der größte Freund Deutschlands es nur wünschen könne. Sir Edward Grey führte hierauf aus, das Zusammengehen Englands mit Deutschland in China sei ein Feblgriff gewesen sei, Deutschland habe Gngland keinerlei Unterstützung angedeihen lassen. Der Redner trat dann für eine Verständigung mit Rußland ein. Auf eine Frage, warum die Regierung nah vierjährigem Schweigen in der canadischen FOEAenTeE jeyt vorgebe, gab der Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain einen distorishen Nückblick über die Angelegenheit und sagte, die neuen Umstände lägen in der Drohung der deutschen Regierung, die in der Depesche des Staatssekretärs Freiherrn von Richthofen enthalten sei. Nach dieser Depesche habe die Frage eine unendlih größere Bedeutung gewonnen, weil die englishe Regierung von der deutschen benachrichtigt worden sei, daß Deutschland nicht allein seine E der Wiedervergeltung geaen Canada noch strenger

stalten wolle, sondern daß Deutschland das tun wolle zu dem be- onderen Zwet, jede andere Kolonie zu verhindern, Canadas Beispiel zu folgen. Da in der kolonialen Konferenz deutlich hervor- getreten sei, daß alle Kolonien gewillt seicn, England in Zukunft Vorzugöbehandlung zu gewähren, so \ei es eine offene, gegen Gagland gerichtete Drohung, daß, wenn es nicht die Kolonien verdindere, England Vorzugsbehandlung zu gewähren, es dafür zu leiden haben werde. Gr habe darüber feinen Unwillen oder Ueberraschung ausgedrückt, wie behauptet worden sei, er habe im Gegenteil ecflärt, daß es ihm durchaus natürlich erscheine, daß, solange Deutschland glaube, ta die enallice Politik nur cine solde des passiven oder überhaupt keines Widerstandes sei, es wahrscheinlich sei,

daß die deutschen Staatêmänner die Politik fortseyen würden, die nach |

ibrer Ansicht im Interesse des deutschen Handels liege. Ohne irgendwie

Üeberrashung oder Unwillen auszudrücken, habe man in England es |

ih vollständig klar gemacht, daß die Regierung in Zukunft die Fort- setzung dieser Vergeltungépolitik nicht zulassen könne, ohne alle in

ibrer Mat befinelichen Schritte zu tun, ihr ein Ende zu bereiten. |

Ex freue ib. dak fie durb diese Erklärungen, die, wie er annehme,

von der großen Masse des Volkes würden gutgeheißen werden, schon den | Erfolg erzielt habe, daß fie jeyt zu Verhandlungen über die Angelegenheit | aufgefordert worden sei, die wahrsheinlih zu cinem befriedigenderen

Erachnis führen durften als die früheren, die vollständig febl-

eschlagen seien, weil die Regierung babe zugeben müssen, daß fie ge R in der Hand Pte, E einen Handel abzuschließen. Nachdem Chamberlain ges{hlossen, führte Asquit h aus, die Drohung, Deutschlands, von der jeßt, gerade bevor die Regierung in einen neuen fiskalishen Feldzug eingetreten sei, so viel Wlproer werde, sei die- selbe, die in viel s{ärferer Weise im Juni 1900 im deutschen Reichstage ausgesprochen worden, von der Negterung aber unbeachtet gelaffen worden sei. Er gebe zu, daß die Drohung des Freiherrn von Richthofen unvereinbar sei mit Deutshlands Behauptung, daß es das Recht habe, Canada als unabhängiges fiskalishes Wesen zu be- handeln. Wenn Kampftarife ohne Berechtigung auferlegt würden, fo könne das als feindseliger Akt bezeichnet werden. Die Meinung, daß England erlauben solle, es zu treten, einfach weil die feindliche Haltung nicht das Land, sondern den Handel angreife, sei lediglich ein Wahn und in keiner Weise in der Freihandelslehre enthalten. Worin die Opposition sich wesentlich von denen unterscheide die von Wiedervergeltung \prächen, das sei die Art des Vorgehens. Wiedervergeltung sei eine Waffe, die oft das Volk am meisten schädige, das sie zur Anwendung bringt. In dem. Falle mit Deutschland be- nde sich England nicht einer solchen Lage gegenüber, und er hoffe i daß die Angelegenheit durch freundschaftlihe Verhandlungen werde geregelt werden. Die Ansicht, England müsse sein Fiskal- system einer“ gründlihen Aenderung unterziehen, um einer Lage, wie ter in Frage stehenden, begegnen zu können, sei ein Ge- \pen\t, nur geeignet, unwissende und nervöse Personen zu erschrecken. Hierauf ergriff der Premierminister Balfour das Wort und sagte, er wolle auf die Beschuldigung, daß die Regierung nicts getan habe, mit der Erklärung antworten, daß Deutschland Vorstellungen gemacht worden seien, die den Verhandlungen ein ganz anderes Aussehen ge- geben hätten. Er bestreite, daß 1899 dieselbe Drohung gefallen sei wie 1903, vnd die früheren Bemerkungen, die übrigens nicht in einer Depesche, sondern im Reichstage gemaht worden feien, hätten sh auf ein Vorgehen von Barbados bezogen, das mit Canatas Vor- gehen niht zu vergleihen sei. Es sei behauytet worden, die Ne- gierung habe zwei Jahre nihts getan; man müsse aber bedenken, daß dies Jahre gewesen ge in denen England einen furchtbaren Krieg in Südafrika zu führen gehabt habe und deshalb nit in der Lage gewesen sei, sh in Streitigkeiten mit den kontinentalen Nachbarn ein- zulassen, und daß Canada damals finanziell von dem Vorgehen Deutsch- lands nicht zu leiden gehabt habe. Wenn das der Fall gewesen wäre, würde die Regierung verpflihtet gewesen sein, um jeden Preis zu Gunsten Canadas einzuschreiten. Ec könne nicht ersehen, welche Politik Asquith vertrete. Sei er für eine durhaus passive Haltung, wenn gegen eine der englishen Kolonien Ausgleirhszölle zur Geltung gebraht würden, weil sie dem Mutterlande Vorzugsbehandlung ewähre? „Wie ih ihn verstanden habe, müßten wir es als un- feunoliben Aft auffassen und einen Krieg beginnen, wenn nur ein fiskalishes Vorgehen gegen uns unternommen wird; aber ein Wiedervergeltungstarif i} . weniger kostspielig und weniger zu tadeln als ein Krieg, Wenn ein Krieg berehtigt ist, dann ist es auch ein Wiedervergeltungstarif. Nimmt die Opposition den Stand- punkt ein, daß Deutschland gegen unsere Kolonien unternehmen kann, was ihm beliebt, und wir keine Wiedervergeltung üben sollen? Das ist weder der Standpunkt der Regierung, noch vereinbar mit Zugè- hörigkeit zu einem großen Reiche.“ Nach dem Premierminister sprach Sir Henry Campbell Bannerman und sagte, das Land verlange ungeduldig, die Ansichten und Vorschläge derRegierung kennen zu lernen, und dex Premierminister frage nur, welches die Ansichten der Opposition seien. Die Kolonien e fiskalish unabhängig sein oder nicht, beides zugleih sei nicht möglih, und der fürzlih mit Persien abgeshlossene Vertrag befasse sih mit den Kolonien in einer Weise, die unvereinbar sei mit dem Deutschland gegenüber behaupteten Standpunkte. Die Antwort der Opposition auf die Frage des Premierministers laute dahin, daß sie sich mit einem speziellen Falle befassen könne, wenn sie dazu aufgefordert werde. Wiedervergeltungspolitik pralle auf diejenigen zurück, die von ihr Gebrauch machten, aber über all- gemeine Grundsäße hinaus sei die Opposition weder aufgefordert, noch in der Lage, Rede zu stehen. Der Gegenstand“ wurde hierauf verlassen und die Generaldiskussion wieder aufgenommen, in deren Verlauf u. a. Lord Cranborne erklärte, die Regierung habe vergeblih Schritte zu gunsten der englishen Benediktiner in Douai unternommen, die auf Grund des französishen Verein8geseßes aus- gewiesen worden seien. Bei aller Achtung vor der großen Nachbar- nation köônne er nur sagen, er sei überrasht, daß die französische Ne- gierung für nôtig gehalten habe, ein folhes Gese einzuführen, daß in ngland niemals angenommen worden sein würde. Im weiteren Verlauf der Sizung erklärte Lord Cranborne, in Bezug auf die maze- donische Frage liege nichts Neues vor. Die politische Lage sei sehr \{lecht, aber in einigen Beziehungen sei Besserung eingetreten. Was Persien betreffe, so habe die russishe Quarantäneabsperrung an der afghanishen Grenze den englishen Handelsverkehr aus Indien estôrt und England habe cin Recht, sih darüber zu beklagen. Eraland habe îin Persien Boden gewonnen, und der neue Handels- vertrag verbindere, daß Zölle zu seinem Nachteil erhoben würden. Der englische Handel mit China habe zwischen 1901 und 1902 um cine Million Pfund Sterling zugenommen, und England habe feinen Grund zu der Annahme, daß es in dem Wett- bewerb um die Eisenbahnen zurückgedrängt worden sei. Was die Mandschurei betreffe, so erkenne die Regierung vollauf die Wichtigkeit von Niutschwang für die englischen Interessen an, sie erkenne auch die besondere Stellung an, die Rußland errungen habe. Die russische Regierung wisse sehr wobl, daß England erfreut sein würde, zu einer Verständigung zu gelangen; es seien aber beträchtliche Schwierigkeiten vorhanden. Er uweifle, ob die russische Negierung so einheitlich sei, als man vom Despotiómus a priori annehmen seine mindestens zwei Parteien r geben, mit denen England zu rehnea habe. Um zu einer Verständi gung zu gelangen, müsse auf seiten der russishen Regierung guter Wille bestehen und müsse Enaland klar erkennen, was die russische Regierung wolle. Die englische Regierung russishen einen Hinweis erhalten bezüglih dessen, erwarte Enalands Verbünteter, das japanische obne Zweifel in Unruhe wegen der Fortdauer der der Mandschurei, und die Vereinigten Staaten seien eine Regelung herbeizuführen Das hauptsächlicdste Japans betreffe die Stellung Koreas; das Hauptinteresse für England und Amerika bilde die Aufrechterhaltung der Vertragörehte und der offenen Tür. Es seien Elemente vorhanden, aus denen heraus eine Verständigung möglich sein müsse, bereit sei, den englischen Vertrogkrechten und Handelsinteressen das gebührende Gewicht beizulegen, so werde sie England nicht unzugäng- lih finden

was fie

Bejeyung bestrebt,

Auf dem diesjährigen Bankett der Primrose-Leaqgue |

4 M f ( i | )

im Cecilhotel zu London hielt der Premierminister Balfour | Baumwolle, Vieh mit geringerer Zunahme. : | zeigt sih nur bei Flachs und den anderen Pflanzenspinnstoffen, außer

éine Nede, in der er sagte, es babe sih gegen den Staats sekretär für die Kolonien Chamberlain recht viel ungerehte Kritik erhoben, aber gerade er

hade das Recht, ihren Ansichten Ausdruck zu geben

Der Lordmayor empfing gestern die Mitglieder der Schiedsgerichtsgruppe des franzöfishen Parlaments im Mansion- house. mitgliedern wohnte dem Empfangs hei.

reich und England. Der Präsident der Schie d’Estournelles betonte den Wert des Schiedsgerichts.

Jtalien.

des Nardinalskollegiums ist, wie „W. T

T. B“

gewählt worden, der die Kardinäle

Macchi,

möchte; es | in der russischen Regierung u | gehalten wurde, verließ der italienishe Gesandte wegen

| einiger darin gemachten Bemerkungen die Kirche. babe niemals von der |

Reich, fei |

Interesse |

und wenn die russihe Regierung |

(Chamberlain) habe doch die Ge- | legenheit, die Meinungen der Kolonien kennen zu lernen, und |

| einfubre eigen Material- 2c

Eine beträchtliche Zahl von englischen Parlaments: | Der Lordmayor | | erinnerte an die freundschaftlicden T zwischen Frank-

iedsgerihtsgruppe |

| Drogerie-, | ftarfen | Waren (

Jn der gesiern vormittag abgehaltenen dritten erien | nach Britls-Nordamerika zwar weniger erfährt, | eine Kommission für die materiellen Arbeiten des Konklaves | Niederlanden aber weit mehr nachgelassen hat

Della !

Volpe und Casali angehören. Lapponi wurde zum Arzt ür das Konklave gewählt, ferner noch ein anderer Arzt, ein hirurg und ein Apotheker. y E :

Gestern vormittag begannen die „Novemdialien“,'die neuntägigen Leichenfeiern für den Papst. Sechs Trauer- gottesdienste finden an den ersten 6 Tagen in der Chorkapelle der St. Peterskirhe von seiten des Vatikanischen Kapitels statt. Es folgen dann drei Gottesdienste namens des Kardinalskollegiums in der Sixtinishen Kapelle. Der gestrige Gottesdienst wurde um 10 Uhr e in der Chorkapelle “abgehalten. Jn der Mitte der Kapelle war ein von der Tiara überragter und von zahllosen brennen- den Kerzen umsäumter Katafalk errichtet. Einer der dem Kapitel von St. Peter angehörenden Bischöfe zelebrierte die Trauermesse und erteilte den Segen. Der Feierlichkeit wohnten die Kapitelsmitglieder und eine Anzahl besonders zugelassener hervorragender Persönlichkeiten bei. ; :

Am Sonnabend um 11 Uhs wird das Kardinals- follegium das diplomatische Korps offiziell empfangen. Der Doyen des diplomatischen Korps wird eine Ansprache halten und der Kardinalkämmerer dieselbe beantworten.

Spanien.

Der König sanktionierte, wie „W. T. B.“ meldet, das Gesetz, durch das die Rohmaterialien für das Denkmal der mit dem deutschen Schulschiff „Gneisenau“ Verunglückten von den Zollabgaben befreit werden. Gestern um 8 Uhr Abends erfolgte die Abreise des Königs" von Madrid nah San Sebastian.

Niederlande.

Die Erste Kammer stimmte, dem „W. T. B.“ zufolge, der Revision des Zuckersteuergeseßes gemäß der Zulker- kfonvention zu. Der Finanzminister erklärte, die Nachricht von der Bildung eines Kartells zur Beschränkung der Zuker- ausfuhr nah England klinge wahrscheinlih, jedoh habe die Regierung noh keine offizelle Bestätigung erhalten. Das Interesse an der Maßnahme erscheine ihm gering. Jn englischen Handelskreisen sche man die Maßnahme \keptish an.

Türkei.

Die „Agence Havas“ meldet aus Saloniki, die Be- hörde habe, nahdem sie alle Mittel versucht, sih mit den Aufständischen, die sich auf den Amatovasee geflüchtet hätten, auszusöhnen, Befehl gegeben, auf dieselben zu schießen. Die Bande sei vernichtet worden. Am Mittwoch habe man 124 Leichen, die auf dem See trieben, gefunden.

Eine Mitteilung der Pforte au die Botschafter Oesterreih-Ungarns und Rußlands über den Ban den- kampf bei Capari in der Nähe von Monastir besagt, daß bei den Toten Dynamitbomben und zahlreiche revolutionäre Schriften gefunden worden seien.

Bulgarien,

Dem Wiener „Telegr.-Korresp.-Bureau“ wird aus Sofia mitgeteilt, in mazedonishen Kreisen werde behauptet, daß in einer vor kurzem in Sofia abgehaltenen Beratung der Führer der mazedonischen Komitees in Bulgarien und der Chefs der inneren Organisation in Mazedonien be {lossen worden sei, vorläufig insofern von einer gemeinsamen- Unterstüßung des Aufstandes abzusehen, als die innere Organi- sation entschlossen sei, zu einem leßten Verzweiflungskampf auszuholen, wenn bis zum Herbst die Reformen -niht durch- geführt worden seien. Sie wünsche jedoh nicht, daß bei den geringen Aussichten auf Erfolg Bulgarien, der leßte Hort der bulgarishen Nationalität, mitgerissen und mitgefährdet werde. Die mazedonishen Komitees in Bulgarien hätten in diesem Sinne nunmehr beschlossen, als Sammelorgane für die Beschaffung ‘der Mittel für die innere Organisation zu fungieren, jedoch feinerlei Banden mehr auszurüsten. Die Lage werde in offiziellen bulgarishen Kreisen sowie im türkishen Kommissariat als sehr friedlich betrahtet, obwohl die Ursachen des Aufstandes nicht gehoben seien.

Amerika. Ggil (?) ist, nah einer Meldung des „W. T. B.“ aus

5 Port au Prince, in San Domingo verfassungsmäßig zum Präsidenten gewählt worden.

Aus Carácas meldet das „Reutershe Bureau“ vom aestrigen Tage, die Truppen der Aufständischen unter General Nolando seien in Ciudad Bolivar nach einem Kampfe, der 52 Stunden gewährt habe, gefangen genommen worden. Die Regierung erkläre den Aufstand für beendet.

In Santiago de Chile wurde gestern eine offizielle Trauerfeier für den Papst abgchalten, der das diplo- matische Korps beiwohnte. Während der Rede, die dabei

Statistik und Volkswirtschaft.

Deutschlands Außenhandel im 1. Halbjahr 1903. Nach dem soeben vom Kaiserlichen Statistishen Amt heraus-

| gegebenen Juniheft der „Monatlichen Nachweise über den auswärtigen | Handel des deutschen Zollgebiets* betrug im 1. Halbjahr 1903:

die Einfubr in Tonnen zu 1000 kœæ: 21723916 gegen 19 661 309 und 20768597 in den beiden Vorjahren, daher mehr 2 062 607 und 955 419, die Gdelmetalleinfuhr: 580 gegen 558 und 581. 32 von den 43 Zolltarifnummern zeigen gegen das Vorjahr eine Zunahme der Einfubr. Unter diesen ragen hervor: Erden, Erze (4- 764 307), Holz 2c. (4- 397 387), Koblen (4- 309 013), Getreide und andere Land- bauerzeugnisse (4- 289 162), Abfälle (4 135 408), dann Steine, Erdöl,

Ein erheblicherer Ausfall

Baumwolle, mit einem Weniger von 22521 t, das dur die stark verringerte Jutezufuhr aus Indien verursacht ist. Flachs selbst eigt cine beträbtliche Zunahme. Troy stark verminderter Reis- und Salj- Waren nur einen Ausfall von 7249 {. betrug in Tonnen zu 1000 k@: 18 303 199 15 048 869 in den beiten Vorjahren, daher mehr 2614 088 und 3254 330, die Edelmetallausfuhr: 199 gegen 199 und 206, 34 Zolltarifnummern zeigen eine gesteigerte Autfuhr. Unter ibnen ragen bervor: Koblen x. mit über der Hälfte der Ge- samtausfuhr und elner Zunahme von 1478530, FErden, Erze (4- 009435), Eisen und Cisenwaren (4- 327 099), Apotheker, und Facbewzren (4- 56851). Einen Auétfall zeigen nur und noch immer Material- x. 74252), da die Rohzukerausfuhr nah Groß- britannien unter die Hälfte der vorjährigen Mengen, die Ausfuhr als um die Hâlfte gefallen reinigtien Staaten von Amerika und den Der Ausfall bei Grot-, da die Ausfuhr

Die Ausfubr aegen 15 789 131 und

i. die Ausfuhr nah den L

Würfel-, granuliertäm x. Zucker ift geringer,

;seitannien weiter zugenommen hat. Die Gesamtzuckerausfuhr 1 den Vereinigten Staaten von Amerika war im 1. Halbjahr 1903 ‘rund 4000 & geringer als diejenige nah Südafrika.

Die Einfuhr werte betrugen im 1. albjahr 1903 in 1000 in wesentlichen nah den Vorjahrswerten, jedo sind für Getreide, 4/, Wolle, Kammzug, Wollengarn, Baumwolle und Baumwollen- “n besondere Einheitswerte dannyt. worden —: 3 068 308 gegen 29119 und 2751987 in den beiden Vorjahren, daher mehr 1189 und 316 321, der Wert der Edelmetalleinfuhr 65 538 gegen 7082 und 70 602 Zunahmen von über 10 Millionen Mark gegen

". Rorjahr zeigen sih unter den 34 Zolltarifnummern mit erhöhten

¿juhrwerten bei Abfällen (+ 11), Baumwolle nnd Baumwollen-

+ 57), Erden, Erzen, Edelmetallen 2c. (+ 23), Getreide

36), Häuten und Fellen (+ 20), Holz (+ 18), Vieh (4-16),

olle (+ 16), eine erheblihere Abnahme nur bei Del nnd Fetten einem Ausfall von rund 2 Millionen Mark.

Die Ausfuhrwerte betrugen im 1. Halbjahr 1903 in 1000 4

ermittelt wie die Einfuhrwerte —: 2410 354 gegen 2 223 459 4 2136 020 in den Vorjahren, daher mehr 186 895 und 274334,

L Pert der Edelmetallauéfuhr: 50317 gegen 36790 und 38 300. 4 Zolltarifnummern zeigen höhere Ausfuhrwerte, darunter mit einer hnahme von über 10 Millionen Mark: Baumwolle und Baumwollen- Pen (+ 28), Drogerie-, Apotheker- und Farbewaren (+ 12), Eisen hd Cisenwaren (+ 47), Erden, Erze, Edelmetalle (+ 21), Kupfer 2c [1+ 10,3), Papier (+ 12)- Kohlen (+ 22). Seide und Wolle zeigen j; Zunahmen von 9 und 8 Millionen Mart. Einen Ausfall von 4 10 Millionen Mark zeigen nur Materialwaren (— 15), während iden sonstigen Nummern mit geringeren Ausfuhrwerten nur noch

hiute E e mit einem Nückgang von 6 Millionen Mark be- mrfenswert nd.

Zur Arbeiterbewegung.

Der Ausstand der Berliner Kürschner (vgl. Nr. 171 d. Bl.) j, wie hiesige Blätter melden, nunmehr beendet. Die Arbeit wurde M n gestrigen Donnerstag wieder aufgenommen. Die Arbeiter m „Kabelwerk Dberspree“ (Allgemeine Elektrizitäts - Gesell- (hast), deren es etwa 3000 a wollen, nah der „Deutschen Warte“, h cine Bewegung zur gün L i Gestaltung ihrer Lage eintreten. Fi: flagen über niedrige Löhne, shlechte hygienishe Cinrichtungen, scharfe Strafwesen, zu viel Ueberstundenarbeit usw. Cine stark hsuhte Versammlung beschloß, für genügenden Anschluß an die \rzanisation zu sorgen und fodann energisch für Besserung der \rheitsbedingungen einzutreten. |

Fn Bochum nimmt, wie die „Nh.-Westf. Ztg." mitteilt, die n den Maurern (vgl. Nr. 166 d. Bl.) über einzelne Firmen urhängte Sperre allmählich zu. Die Polizei verbot am Mittwoch hen Ee Ne der Maurer den Aufenthalt vor und in dem Bahn- hfsgebäude. eber den Lohnkampf im Baugewerbe in Hannover berichtet ur „Hann. Cour.“, daß ein günstiger Erfolz der fortgesetzten Be- núhungen des Siadtdirektors, eine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen und den Lohnkampf zu voi M für den Augenblick uh sehr zweifelhaft erscheine; die Mehrzahl der Arbeiter zeige r kein Verständnis für die Vermittelungsbestrebungen. Den élimmsten Stand hätten dabei die Mitglieder der Streiklkommission, he die Verhandlungen führten; ihre wohlmeinend im Interesse ihrer follegen ausgeführten Handlungen, ihre Beratungen mit den Behörden, p: Cmpfehlungen der vereinbarten Einigungsvorschläge usw. würden nit Empôrung als Verrat an der Arbeiîtersache bezeihnet. Dies sei wohl in einer Versammlung der Zimmerleute, die am Dienstag statt- ind, wie in einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung der Maurer zum Ausdruck gekommen, in denen die neuen, von den Kom- risionsmitgliedern empfohlenen Vorschläge besprohen wurden. Von hen Kommissions8mitgliedern wurde die gegenwärtige Lage beleuchtet nd dabei auh darauf hingewiesen, wie sh die nächste Zukunft ge- alten werde, die keine besonders aus\sichtêvolle sei, da die Arbeitgeber oh weitere auswärtige Arbeiter (in Mainz infolge Beendigung der bewegung frei werdende 200 Italiener) heranziehen und damit die ingendsten Arbeiten ausführen würden.

Aus St. Petersburg wird dem „W. T. B.* folgende amt- je Meldung aus Bibi-Cibat mitgeteilt: Am 14. Juli traten ¿ Arbeiter der Werke der Mantashew- und Baku- Vesellshaft (vgl. Nr. 171 d. Bl.) in den Ausstand, der d bald auf alle übrigen Werke ausbreitete. Am 17. Juli be- m der Ausstand der Arbeiter der Eisenbahnwerkstätten, folge dessen der Verkehr der Güterzüge eingestellt werden fte, Zur Zeit haben in Baku und Balachany alle Industriewerke, die Straßenbahnen, die Drudckereien, die

Wrivatgesellshaften und Handwerksstätten die Arbeit ein-

elt. Es fanden mehrfach unbedeutende Straßenunruben statt, und ¡wei Fällen mußte zur Wiederherstellung der Ordnung Militär Ianbeigezogen werden. Baku hat eine starke Garnison.

Die Buchbinder in der Regierungsdrucckerei zu Washington teben, wie der „Magdeb. Ztg.“ telegraphiert wird, in den Ausstand i treten, falls der Hilfsvormann Miller zurückfehrt, der von dem Megierungsdruckder Palmer entlassen worden war, nachdem die Ge- rlhaft ihn autgeschlossen hatte; seine Wiedereinstellung hat der sident Roosevelt unter Hinweis auf das Zivildienstgeseyß angeordnet.

Kunst und Wissenschaft.

In der Sitzung der philosophisch - historishen asse der Königlichen Akademie der Wissen- aften vom 16. Juli (vorsitender Sekretar: Herr Diels) las er NRoethe über altdeutshe Worte mit kurzer Ltamm- und langer Bildungssilde. Im Anschluß an Kebahtungen über rbythmishe Tendenzen der Prosa wurde eigt, daß Worte der Form 2% X (manunga) nit nur für den d, sondern auch für die ungebundene Rede Schwierigkeiten bieten inen; es wurden die Mittel verfolgt, dur die sih die Sprache L Aufgabe erleichtert hat: Dehnung der Stammsilbe, Tonverschiebung Béndig), Aufgabe des Tieftons und Kürzung der ursprünglichen Mtonigen Silbe. Herr von Wilamowitz- Moellendorff überreichte Meriptiones Graeccaes consílio et auctoritate Academias Serarum Regias Boruassicae editae, vol. XIL fasc. V. pars for: Inscriptiones Cycladum praeter Tenum odidit Fr. Hiller è Gaertringen (Berolini ap. G Reimerum 1903)

In der Siyung der physikalish-mathematishen Klasse n Akademie von demselben Tage las Herr Branco über die tutung der Gries-Breccien des Vorrieses. Sie treten Wèrmig inmitten der unverletzten Hochfläche der Schwäbischen Alb auf M iônnen daber nur auf Explosionen zurückgeführt werden. Man dat in Wen Breccien wohl die denkbar frübesten Entwickelungkstadien des Vulka- Minus zu sehen. Derselbe las ferner über die Spaltenfrage t Vulkane. Bereits bei einer ganzen Anzahl vulkanischer Vor- amen und von verschiedenen Forschern ift eine Unabhängigkeit von MVeristierenden Spalten jeyt dargetan. Ein starker Druck in der Winde und eine Plastizität der Gesieine unter starkem Druck en die Annahme offener Spalten in der Tiefe unwahrscheinlich tungen in der Erdrinde könnten dagegen das Entsteden offener halten wahrsceinlih machen Herr Schwarz legte cine Ab- lung des Herrn Dr. Oswald Venske in Potsdam vor vit Theorie derjenigen Raumkurven, bei welchen die e Kruümmung eine gegebene Funktion der Bogen- ige i}. Es wird folgende Aufgabe behandelt: Eine Raumkurve i der Forderung unterworfen, daß ihr Anfangöpunkt gezeben sel, t Anfangötangente vorgeschriebene Richtung babe, daß ihre Länge Meeschrieben sei, und daß sich die erste Krümmung in vorgeschtiebener e mit der Bogenlänge ändere. Zu beflimmen ift derjenige Teil V Raumes, wel@dem der Endpunkt der Raumkurve angehört prt Dr. Schmely in Leiden übersandte einen Sonderabdruck aus n Internationalen Archiv für Ethnographie: „Rudolf Virdow ? momoriam“ (Leiden 1903).

Eine deutshe medizinische Ausstellung wird auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 im Rahmen einer großen Unterrichtsausstellung vom preußishen Ministerium der geist- lichen, Unterrihts- und Medizinalangelegenhbeiten ver- anstaltet werden. Die konstituierende Sitzung der Ausstellungs- fommission fand am Donnerstag, den 16. Juli, im Ministerium statt. Nach Gröffnung der Sitzung durch den Generalreferenten der Unterrichts- ausstellung, Geheimen Öberregierungsrat Dr. Schmidt legte der Reichs- kommissar, Geheime Oberregierungsrat Lewald die Aussichten der geplanten Ausstellung in St. Louis dar. Im weiteren Verlaufe der Sitzung, welche der Wirklihe Geheime Rat, Professor von Berg- mann leitete, entwickelte Professor R. _Kutner den Plan der mediziaischen Aussiecuung und ihrer Organisation. Hieran {los sich eine lebhafte Diskussion der zahlreich Er- schienenen, unter welchen sich die hervorragendsten Vertreter der theoretischen und prafktishen Medizin, u. a. die Geheimen Medizinalräte Engelmann, Hertwig, Kraus, von Mikulicz, Orth, Rubner, Waldeyer befanden. Das Ergebnis der Besprehung war, daß. die deutshe medizinische Ausstellung vornehmlich alle diejenigen Hilfsmittel und Einrichtungen veranschaulihen \soll, welche dem wissenschaftlihen medizinishen Unterrichte dienen. Daneben sollen auch besonders bedeutsame Leistungen auf dem Gebiete der Diagnostik und Therapie berücksihtigt werden. Nach der Konstituierung der Anwesenden als Ausftellungskommission wurde deren Vorstand, welcher zugleich als engerer Ärbeitsaus\huß wirken foll, gewählt. Es sind dies die Herren: Vorsitzender: Geheimer Medizinalrat, Professor Dr. Waldeyer; stellvertretende Vorsißende: Geheimer Medizinalrat, Professor Dr. von Mikulicz - Radecki , Geheimer Medizinalrat, Professor Dr. Kraus und Geheimer Oberregierungsrat Dr. Schmidt; Generalsekretär: Professor Dr. R. Kutner; stellver- tretender Generalsekretär: Dr. Bokenheimer; ferner die Herren: Geheimer Regierungsrat nant Dr. Albers-Schöneberg, Dr. Frohse, Privat- dozent Dr. Kaiserling, Geheimer Obermedizinalrat Kirchner, Re- ierungsassessor Graf zu Limburg-Stirum, Privatdozent Dr. Pick, Profesor Dr. Wasférmann. In der nächsten Zeit wird ein Rund- reiben mit der Einladung zur Beteiligung an alle hervorragenden Institute und Firmen Deutschlands gelangen.

Das Medizinische Institut der Stadt Mexiko be- reitet für die Weltaäëstellung in St. Louis 1904 eine Spezial- ausstellung von fünfzig Medizinalpflanzen vor, welche berehtigtes Aufsehen erregen dürfte. Es werden nicht nur die Pflanzen selbst in lebendem Zustande zu sehen sein, fondern es wird auch dürch Beschreibungen, Zeichnungen und Karten Auskunft darüber gegeben werden, wo diese Pflanzen wachsen. Es wird ihre Verwendung zu Medizinalzwecken und zur Bereitung von Medikamenten gezeigt, und ebenso werden Angaben über die Verwendung der Heilpflanzen und threr Produkte in gewissen Krankheitsfällen gemaht werden. Ganz besonders interessant wird unter diesen fünfzig Medizinalpflanzen aber eine strauchartice Pflanze sein, die in der Provinz Mahoacan wächst. Die Indianer haben \ich hon früher darüber beklagt, daß, wenn fie in einen Wald kommen, in dem diese Pflanze häufiger wächst, sie den Weg verlieren und ihres freien Willens beraubt werden. Es sind von seiten der mexikanischen Regierung besondere Expeditionen veranstaltet worden, um näheres über diese Pflanze zu erfahren. Man hat in der Tat entdeckt, daß der Duft der Blüten dieser Pflanze so betäubend ist, daß {on bei der Annäherung an dieselben eine Beeinflussung der Sinnestätigkeit des Menschen entsteht.

Land- und Forstwirtschaft.

Für den Saatenstand in Deutschland Mitte Juli sind nach der Zusammenstellung des Kaiserlihen Statistishen Amts, die für die einzelnen Staaten und Landesteile in der Ersten Beilage zur beutigen Nummer des „Reihs- und Staatsanzeigers" veröffentlicht wird, die Noten folgende: (Nr. 1 bedeutet schr gut, Nr. 2 gut, 3 mittel (dur{ch\{nittlich), 4 ge-

ring; die Zwischenstufen find durch Dezimalen bezeichnet.)

1903 1902

dagegen

Juli | Juni | Mai | April | Juli

Winterweizen Sommerweizen . Minter s pel z Winterroggen Sommerroggen . Sommer gerte (44 Kartoffeln Klee .

Luzerne. Wiesen.

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Hauptprüfungen der Deutschen Landwirtscchafts- Gesellschaft in den Jahren 1904 und 1905.

Die Deutsche Landwirtschaft&Gesellschaft bat für das Jahr 1904 folgende Hauptprüfungen ausgeschrieben: 1) Drillmaschinen. 2) Große Hâckselmaschinen. 3) Selbsteinleger an Dreshmaschinea. 4) Flachs- raufmashinen (wiederholt). 5) Spirituslampen aller Art. Die Preisausschreiben sud von der Deutschen Landwirtschafts. Gesellschaft, Berlin SW., Dessauer Straße 14, zu beziehen.

Für das Jahr 1905 ift seitens der Geräteabteilung beschlossen worden, die Hauptprüfung von Kraftwagen mit Spiritusbetrieb im Zabre 1905 zu wiederholen, da die Prüfung des Jahres 1903 ein vollständig zufriedenfe endes Ergebnis nicht gehabt hat.

Gbenso wird die Prüfung der kleinen Pasteurifierapparate im Jahre 1905 wiederholt werden. Ferner ift beabsichtigt, in demselben Jahre Getreidetrockner zu prüfen

Getreidemarkt in Genua und Savona. Der Kalserlihe Generalkonsul in Genua dberichtet 16. d. M. : Die Grundstimmung der italienishen Märkte blich im Juni d. I. bei {wachen Umsäten ungemein flau; die Preise wichen langsam durchschnittlich unter Parität der an Exportpläyen geforderten Original- preise. Auf dem Getreidemarkt in Genua wurden gehandelt Dur Taganrog P. 10,10 E aas E i i i Gdirfa Ulfa Nicolaje® P. 9,30 49% sofort und E D o 6,95 « 16 —15,50 Sevtember Dezember 4 e 159%, —15,30 Rotmais n S vorrätig e 14 15} Cingquantin Donau . d d e Lg 16 Gelbmais Donau-Odessa . h i e 18 13,—, Am 30. Juni d. J. stellten si die Getreldevorräte und die Preise für den Doppelzentner in Genua folgendermaßen Vorräte Preise

Weichwelizen Vartrweizen Roggen

Mais

Dafer

unterm

16.25 15.871

15.75 624

J

unverzollt . 19 §500 da 15,75— 16,00 Goldfranken 7 000 15,50— 15,7!

4 U . 19 000 11 00— 16 00 10000 , 11,2%— 11,50

P,

* ° °

J

In Wadona

stellten sich die Zafuhren an Preise für den

Getreide Dorvelzentner, wie folgt

iee Vie

| „Spithead* eine pestverdätdtige Erkrankung festgeitellt | Kranke wutde in das Beobachtungslazarett üderge?ührt und der Dampfer | mit allen Personen im

| im Lidanongediet

i gelang

Einfuhr im Monat Juni 1903: Weizen . . . 20400 4z.

Marktpreise für den Doppelzentner verzollt: 25,00 Lire,

Getreidehandel in Syrien.

Ä ¿E Kaiferlihe Generalkonsul in Beirut berihtet unterm

Die diesjährige Ernte hat begonnen, die neuen Erntevrodukte find jedoch noch nit auf den Markt gekommen. 9

Von den Beständen der vorjährigen Ernte gingen im Funi d. F. 10 000 dz Braugerste aus der Gegend von Damaskus und Hama über Beirut nah Liverpool und zwar zum Preise von 13 Fr. für den Doppelzentner frei ab Bahn. Ferner wurden von Lattakie und Mersina ungefähr 10000 dz Futtergerste nah Aegypten verschifft, queite denselben Preis wie die zu Brauzwecken ausgeführte Gerste erzielte.

Der Preis des Weizens ist 17 Fr. per Doppelzentner frei ab Bahn.

Ernteaus sichten in Schweden.

Ä L Kaiserliche Generalkonsul in Stockholm berichtet unterm

Die Wintersaaten versprehen im allgemeinen eine etwas über

mittelmäßige Ernte, obwohl fie an verschiedenen Orten und Plätzen

je nah der mehr oder weniger guten Aussaat ungleich stehen. Fn Südschweden, besonders. in den Provinzen T Sa as Bleking, find _ die Aussichten die besten. Dagegen kann im westlichen Schweden, wie in den Provinzen Westgotland und Wermland, kaum auf eine Mittelernte gerehnet werden. Die Dürre im Juni d. I. hat an manchen Orten das Wachstum der Pflanzen aufgehalten. In den östlihen und südlichen Provinzen ist die Ernte mehrfach durch Rost beshädigt worden. In einigen Teilen des Svea- lands, wie in den Provinzen Kopparberg und Gefleborg, wurde die Saat durch heftigen Regen niedergeworfen. Die Blüte fand im allgemeinen unter günstigen Verbältniffen statt.

Die Sommersaaten versprechen nach wie vor eine mittelgute Ernte oder eine Ernte über mittel. Der Stand des Hafers ist überall sehr ungleich. Wo gute Aussaat vorhanden war, find die Autsichten gut, wo solche fehlte, steht der Hafer ungleihmäßig und dünn; an einzelnen Stellen ist er gar nit aufgegangen. In den östlichen Teilen des Landes Upland, Södermanland, Östgotland, Gotland und Smäland hat das Sommerkorn durch die Dürre Schaden gelitten. Auch in den übrigen Teilen des Landes war dies, wenn auch in geringerem Grade der Fall. Die verspätete Aussaat wird an mancen Plätzen zu einem ungünstigen Ernteergebnis beitragen.

Die Wiesen, deren Stand im Frübjahr zu den besten Aussichten berechtigte, haben durch die im größten Teile des Landes im Juni d. F. anhaltende Dürre an manchen Orten stark gelitten. Das Gras erreichte im allgemeinen die erwartete Länge niht. In dem nördlichen Svealand und in Norrland werden die Wiesen keine volle Mittelernte ergeben. In Südschweden ist die Heuernte überall beendet.

Die Grundsäße der Shweinezucht in Dänemark.

Die Schweinezucht bildet eine der wesentlichsten Einkommens- quellen für die dâänishe Landwirtschaft. Im Jahre 1900 sind nicht weniger als 126 Millionen Pfund Schweinefleisch heimisher Pro- duktion mit einem berechneten Wert von beinahe 59 Millionen Kronen aus Dänemark ausgeführt worden. Es ift also ein Unter- nehmen von nit zu unters{chäßender Bedeutung, wenn die dänischen Landwirte bestrebt find, die Qualität des Fleishes so zu verbessern, daß es auf dem ausländisden Markt möglichst bobe Preise erzielt.

Das Lehrreiche der Entwickelung liegt nun, wie der deutsche

landwirtshaftlihe Sachverständige für Skandinavien in den „Mit- teilungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft* berichtet, darin, daß es den Dänen gelungen ist, in verbältnismäßig kurzer Zeit fh den Forderungen ganz verschiedener Märkte anzupassen. Gegenwärtig ist bekanntlih England der bauptsächlichste, ja fast der einzige Ab- nehmer für das dâänishe Schweinefleish. Aber früber war es anders, als noch die deutshen Grenzen dafür offen standen. Seit 1880 vollzog sich dieser Umschwung in dem Absay für die dâänishe Schweineproduktion, indem England an die Stelle von Deutschland trat. Schon 1887 war dieser Uebergang vollendet, und nun ftanden die dänishen Schweinezüchter vor ganz anderen Markts verbältnissen. Während Deutschland kurze, viershrötige Fettshweine verlangt hatte, erzielten auf dem englishen Markte lange, fleischige Schweine mit feinen Knochen und feiner Schwarte, dünnem Rüdckenspedck, dien Seiten und guten Schinken die besien Preise.

So ents{loß man sich zu einer Rafseveredelung in ganz anderer Richtung als bisher und benuyte zu diesem Zweck besonders große Yorkshire-Eber, welche gerade diejenigen Eigenschaften auf die aus der Kreuzung mit dem dänischen Schwein jener Zeit hervorgehenden Nachkommen übertrugen, die man auf dem englishen Markt verlangte. Hierdurh wurden zwar bervorragende züchteri!he Erfolge erzielt, ader die Febler der Yorkshiretiere wurden damit auch nach Dänemark übertragen.

So sah man si endlich veranlaßt, cinen neuen Weg einzuschlagen, auf dem es gelingen konnte, die Gesundheit und Fruchtbarkeit der alten Landrafse wieder zur Geltung zu bringen. Man gab das Prinzip der fortgeseiten Kreuzung und Veredelung mit Yorkidire-Gbern auf und ging dazu über, als Muttershweine für das zu nugzende Produkt Sauen auszuwäblen, welhe in ihrem Aeußeren an die Form der alten Landrafse erinnerten. Als Eber behielt man für die Nuyproduktion die reinen Yorkshire-Gber bei. Um aber für ten Bedarf an Sauen der ecindeimischen Landrasse aus- reichend sorgen und die guten Eigenschaften dieser Rasse, insbesondere Fruchtbarkeit und Wideritandékraft, weiter entwickeln zu können, schritt man zur Errichtung von besonderen Zuchtanstalten für diese Rasse, in denen also sowobl die Eder als aud die Sauen der Landrasse ange- bôrten. Ebenso unterscheidet und prämiiert man jeut auf Tiershauen die Landrasse gesondert von der Yorkshirerasse. Diese Grundsä baben es Dänemark ermöglicht, den englischen Schweinefleishmark Ï

u bederrichen

F

Gesundheitswescu, Tierkranukheiten und Absperrungs- maßregeln.

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.

| (Aus den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesunddheitsamts*, Nr. 29

vom 22. Juli 1903.)

Pest Im protestantischen Krankendause ju Genua if am tinem indischen Matrosen des briden Dampf worden. Der

Jtalien 16. Juli dei

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Das protestantiSe

nöd ven Beirut am 4. Juli Er- Tc ten ven tenen T tadt î sofort cin Militärkordon gczyogen worden Alerandrien ifi am ck. Juli 1 Todesfall. in Tan ¿h ind am 2 Juli 4 Erkrankungen an der eft gemeldet

werder Beitere Peslälle find vom 4. dis 11. Juli nichi zur Anzeige

Vordatfen dvderankert Krankenhaus ist vom Verkedr adgesperrt Türkei. In Diedeil, cinem 30 km gelegenen Küstenorte, siand krankungen an der Peti fellgeltelit endeten. Um den Ort if Aecgyvten. Ju

t Britis §-Okstindien

In der PrUlidentsdaft Bombay sind während der

deilden am 2 mnd V. Zuni d