1882 / 160 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Anleibeschein des Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen für Zwedcke des Provinzial-Hülfskassen- und Meliorationsfonds. 1V. Ausgabe.

(Wappen der Provinz.) Reihe... Buchstabe. 2 Ne...

Der Provinzialverband der Provinz Ostpreußen vershuldet dem Inhaber dieses Anleihescheines . . Mark verzinslich zu vier Pro- zent jährli. 5: Z : Diese Darlehns\{uld is auf Grund der Beschlüsse des fünften Ostpreußischen Provinzial-Landtages vom 5. und 9. Mai 1882 kontra- hirt worden.

Die umseitig abgedruckten Bedingungen finden auf sie An- wendung.

aa R M 188 . :

Die Kommission der Provinzial-Verwaltung für den Provinzial- Hülfskassen- und Meliorationsfonds. Stempel.) Eigenhändige Unterschriften. Eingetragen in das Register snb Fol. ...., Der Kontrolbeamte. (Unterschrift.) Provinz Oftpreußen. : Erster (bis zehnter) Zinsschein . ter Reihe zum Anleihe- \{ein des Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen für Zwecke des Provinzial-Hülfskafsen- und Meliorationsfonds. 1V, Ausgabe.

M s U Ne ber Mark zu vier Prozent Zinsen über A Ma Pio,

Der Inhaber dieses Zinsscheines empfängt gegen dessen Rückgabe L A es 188 , und späterhin die Zinsen des vorbenann- ten Anleihescheins für das Halbjahr vom .. .... B (in Buchstabe). M . . -Z bei der Landes-Hauptkasse für die Provinz Ostpreußen in Königsberg.

PONTGSD O O en 188

(Stempel.)

Die Kommission der Provinzial-Verwaltung für den Provinzial- Hülfsfkassen- und Meliorationsfonds, (Facsimile der Unterschriften.) / Der Kontrolbeamte. Qu) Dieser Zinsschein ist ungültig, wenn dessen Geldbetrag nicht bis zum 31. Dezember . . . . erhoben wird.

Provinz Ostpreußen. Anweisung un Anleiheschein es Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen für Zwecke des Provinzial-Hülfskassen- und Meliorationsfonds. i IV. Ausgabe. Mee U N. A Mark zu vier Prozent Zinsen.

Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu dem bezeichneten Anleiheschein die . . te Reihe Zinsscheine e die fünf Jahre 18 . . bis 18 , . bei der Landeshauptkasse für die Provinz Oslpreußen in Königsberg, sofern von dem Inhaber des Änleihe- scheins nicht rechtzeitig Widerspruch erhoben ift.

O O S 188 . : Die Kommission der Provinzial - Verwaltung für den Provinzial- Hülfsfkafsen- und Meliorationsfonds. (Facsimile der Unterschriften.) Der Kontrolbeamte. (Unterschrift.)

Brenn es ° Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen für Chausfseebauzweke. Wappen der Provinz.) V. Ausgabe, MEbE Bie M. über 5 UALL

Der Provinzialverband der Provinz Ostpreußen verschuldet dem Inhaber dieses Anleihescheines .. ...…. Mark, verzinslich zu vier Prozent jährlich.

Diese Darlehns\{uld ist auf Grund der Bes{lüsse des V. Ost- preußischen Provinzial-Landtages vom 5. und 9. Mai 1882 und des demgemäß ertheilten Allerhöchsten Privilegiums vom . . . . kontra- hirt worden.

Die umseitig abgedruckten Bedingungen finden auf sie Anwendung.

He Vet N, S

Namens des Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen.

Landesdirektor. Mitglieder des Provinzialaus\chufses. (Siegel des Landesdirektors.) Eingetragen in das Register Seite ....

Der Kontrolbeamte, (Unterschrift)

Provinz Ostpreußen.

Erster (bis zehnter) Zinsschein . ter Reibe zum Anleiheschein des Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen

für Chausseebauzwecke.

V, Ausgabe.

C t C, S 1 ua Mark zu vier Prozent Zinsen über de M. 4 Wi, Der Inhaber dieses Zins\heines empfängt gegen dessen Nück- E i. E. ai 18 , , und späterhin die Zinsen des vor- benannten Anleibescheins für das Halbjabr vom . .…... Ms iw mit (S ua) Mark . . . . Pfg. bei der Landes-Haupt-

kasse für die Provinz Ostpreußen in Königsberg, beziehungêweise den dur dieselbe bezeihneten besonderen Zahlstellen. (Stempel.) S t. R, Namens des Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen. (Faksimile der Namen8unters{riften.) Landesdirektor. Mitglieder des Provinzialaus\{u}ses. Der Kontrolbeamte. (Unterschrift.) Dieser Zinsschein ist ungültig, wenn dessen Geld- betrag nicht bis zum 31, Dezember . . . . erhoben wird.

Provinz Ostpreußen. Anweisung zum Anleiheschein des Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen für Chausseebauzwete. V, Ausgabe. E: s voi s E ae E S Mark zu vier Prozent Zinsen.

Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen -deren Rückgabe zu dem vorbezeichneten Anleibeschein die . . te Reihe Zinsscheine für die fünf Jahre 18 . . bis 18 , , bei der Landet-Hauptkasse für die

Provinz Oftpreußen in Königsberg, sofern von dem Inhaber des An- leihescheins nit rechtzeitig Widerspru erhoben ift.

L E E Z

Namens des Provinzialverbandes der Provinz Ostpreußen.

(Faksimile der Unterschriften ) Landesdirektor. Mitglieder des Da NET, Der Kontrolbeamte. (Unterschrift.)

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten,

Der bisherige Verwaltungsrath bei dem Provinzial- Schulkollegium zu Magdeburg, Regierungs-Rath Becher, ist in die landwirthschaftlihe Verwaltung zurückgetreten und an- ien worden, fortan wieder den Titel Regierungs- und

andes-Dekonomie-Rath zu führen. :

Abgereist: Se. Excellenz der Vorsißende der Kom- mission zur Ausarbeitung des Entwurfs eincs bürgerlichen Geseßbuchs, Wirkliche Geheime Rath Dr. Pape nach Karlsbad;

der Präsident des Bundesamtes für das Heimathwesen König nah Berchtesgaden und Tirol.

Bekanntmachung.

Bei der dem Plane gemäß am heutigen Tage vor Notar und Zeugen stattgefundenen 47. Prämienziehung des vormals Kurhessischen, bei dem Bankhause M. A. von Rothschild u. Söhne in Frankfurt a. M. aufgenommenen Staats-Lotterie-Anlehens vom Jahre 1845 sind auf die 5000 Nummern der am 1. Dezember v. I. und am 1. Juni d. J. gezogenen 209 Serien die im beigefügten Verzeichnisse I. aufgeführten Prämien gefallen. :

Die Auszahlung dieser Prämien findet, gegen Rückgabe der Prämienscheine, vom 15. Dezember d. J. ab tägli, mit Ausnahme

der Sonn- und Hesttage, bei dem obengenannten Bankhause oder bei i

der Königlichen Regierungs-Hauptkasse dahier statt.

Die Erhe“ung der Prämien kann jedoch au bei allen übrigen Königlichen Regierungs- und beziehungêweise Bezirks-Hauptkassen, sowie bei der Kreitkasse in Frankfurt a. M. und der Königlichen Staats\culden-Tilgungskasse in Berlin geschehen, in welchem Falle die Prämienscheine bereits vom 1, Dezember d. J. ab bei der be- treffenden Kasse eingereiht werden können, da dieselben zunächst an Me S in Cassel zur Festseßung übersandt werden müssen.

Zugleich werden die Inhaber solcher Prämienscheine obigen An- lehns, welche zu einer der im weiter beigefügten Vezeichuisse IT. auf- geführten Serien gehören, zur baldigen nachträglichen Erhebung der darauf gefallenen Prämienbeträge, gegen“ Ablieferung der Prämien- scheine hiermit aufgefordert.

Endlich wird auf das unter T1I. beigefügte Verzeichniß amortisirter Prämienscheine, sowie auf das Verzeichniß 19. derjenigen Prämien- scheine, deren Verjährung eingetreten ist oder in Kürze bevorsteht, aufmerksam gemacht.

Cassel, am 1. Juli 1882.

Königliches Regierungs-Präsidium. von Brauchitsch.

Bekanntmachung für Seefahrer.

Mit der nächsten Steuermannéprüfung soll in Emden am 2. August und in' Leer am 7. August cr. begonnen werden. z Anmeldungen zu diesen Prüfungen nimmt in Emden der König- Tie Navigationslehrer Kruse, in Leer der Unterzeichnete entgegen. Leer, den 9. Fülé 1882,

Der Königliche Navigations\{Gul-Direktor für die Provinz Hannover.

J. V.: Wendtlandt, Königlicher Navigationslehrer.

Nichtamtliches. Deutsches Neiíich.

Preußen. Berlin, 11. Juli. Jhre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin empfingen gestern, Mittags um 11/7 Uhr, den Ober-Bürgermeister Breslau und den Stadt- verordneten-Vorsteher, Fabrikbesißer Hoffmann aus Erfurt, in Audienz und nahmen von denselben photographische Auf- nahmen der Wandgemälde im neuen Erfurter Rathhaus entgegen.

Das Enteignungsrecht ist Allerhöchst verliehen worden: 1) unter dem 17. Mai 1882 dem Kreise Ober- Barnim, Regierungsbezirk Potédam, zum Grunderwerb für den Bau einer Chaussee von Schöpfurth bis zu dem Punkte der Grenze des Nieder - Barnimer Kreises, nah welchem der leßtere andererseits eine Chaussee von der Ruhlsdorfer Brücke aus über Marienwerder und Forsthaus Pechteih herzustellen beabsichtigt ; 2) unter dem 5. Juni 1882 dem Kreise Schlawe, Regierurgsbezirk Cöslin, behufs des Grunderwerbs für die Chausseeanlage, welche derselbe von dem Bahnh5fe Schübben- Zanow über Bußhagen bei Rügenwalde zum Anschlusse an die Carwiß - Rügenwalder Chaussee herzustellen beabsichtigt. Zugleich ist Allerhöchst genehwigt worden, daß die dem Chaussee- geld-Tatrife vom 29. Februar 1840 angehängten Bestimmungen wegen der Chaussee-Polizeivergehen auf die bezeichnete neue Chaussee zu Anwendung kommen; 3) unter dem 7. Juni 1882 dem Kreise Hadersleben im Regierungsbezirk Schleswig behufs des Grunterwerbs für den chausseemäßigen Ausbau des Weges von Gramm nah Nödding ; 4) unter dem 12. Juni 1882 der Stadtgemeinde Bonn für diejenigen Parzellen, welche in der Flurabtheilung „an der Höhe“ und „hinter dem Gerichte“ in der Gemarkung Bonn an der Cölner Chaussee und der Grenze von Buschdorf belegen sind, bchufs An- legung eines neuen Begräbnißplaßes; 5) unter dem 23. Juni 1882 dem Kreise Maricnwerder, Pro: vinz Westpreußen, welher den Bau dreier Chausseen von Gr. Nebrau nah Bialken, von Kurzebrack bis Johannis- dorf und von Mewe bis zur Kreisgrenze in der Richtung auf Morroschin beschlossen hat, für die zu dieser Chaussee erforder- lihen Gründstücke.

Den Kreisen Ober-Barnim und Marienwerder ist für die oben unter 1 und 5 genannten Chaussee- streden gegen Uebernahme der künftigen chausseemäßigen Unterhaltung dieser Straßen gleichzeitig auch das Recht zur Erhebung des Chausseegeldes nach den Bestimmungen des Chausseegeldtariss vom 29. Februar 1840 einshließlih der in demselben enthaltenen Bestimmungen über die Befreiungen, sowie der sonstigen, die Erhebung betreffen-

den zusäßlihen Vorschriften vorbehaltlich der Abänderung der sämmtlichen voraufgeführten Bestimmungen Allerhöchst verliehen worden. Auch sollen die dem Chausseegeldtarife vom 29. Februar 1840 angehängten Bestimmungen wegen der Chaussee-Polizeivergehen auf die gedachten Straßen zur An- wendung kommen.

Die Abgaben für die Bn des Hafens und der Lagerpläße bei Ragnit im Kreise Ragnit des Regierungs- bezirks Gumbinnen, sowie die Hafenabgaben in der Stadt Putig, Kreis Neustadt i. Wpr. sind durch Tarife, welche unter dem 28. April bezw. 24. Mai 1882 Allerhöchst vollzogen sind, geregelt worden.

Nach verschiedenen Spéezialcrlassen tes Ministers der geiitlihen 2c. Angelegenheiten unterliegt eine analoge Anwen- dung der Allerhöchsten Kabinets-Ordre vom 27. April 1816 wegen der den Hinterbliebenen Königlicher Beamten zu be- willigenden Gnadenkompetenzen und bezw. der Aller- höchsten Kabinets-Ordre vom 15. November 1819 auc auf die Hinterbliebenen von Schullehrern keinem Be- denken und ist es auh nicht bedenklich, die Vorschrift des 8. 3 des Geseßes vom 6. Februar 1881, wona, wenn ein ver- storbener Beamter eine Wittwe oder ehelihe Nachkommen nicht hinterlassen hat, ‘mit Genehmigung des Verwaltungs- chefs die Gnadenkompetenz außer den in der Kabinets-Ordre vom 15. November 1819 erwähnten auch solchen Personen, welche die Kosten der leßten Krankheit und der Beerdigung bestritten haben, für den Fall gewährt werden kann, daß der Nachlaß zu deren Deckung nicht ausreiht, ebenfalls analog in Beziehung auf Schullehrer anzuwenden.

Die Strafbarkeit eines Zeitungs-Redacteurs wegen eines in seiner Zeitung enthaltenen, von einem An: deren verfaßten strafbaren Artikels als Thäter ist nah $. 20 des Reichs - Preßgeseßes nur dann ausgeshlossen, wenn durch besondere Umstände die Annahme seiner Thäterschaft ausgeschlossen wird. Dieser Bestimmung hat das Retichsgeriht durh Urtheil vom 19. April d. De Tol: gende Auslegung gegeben: „Entschuldigt sich der Re- dacteur: einer Zeitung damit, er habe einen Artikel, ein Inserat 2c. oder einen Theil eines solchen, nicht kennen gelernt, so liegt darin die Einräumung, daß er objektiv seine ge}eßliche Pflicht nicht erfüllt hat. Um wegen dieser objektiven Pflicht- verlehung entschuldigt zu erscheinen, kann er si nit darauf berufen, daß wegen der Größe der Zeitung oder wegen der Menge der ihm obliegenden Redaktionsgeschäfte es ihm nicht möglich gewesen sei, die inkriminirte Stelle des Artikels kennen zu lernen, denn dies würde jenem Gedanken des Gesehes widerstreiten, daß der Redacteur Alles, was er in die Zeitung aufnimmt, kennen zu lernen verpflichtet ist, folglich, um der Verantwortung zu entgehen, Dasjenige, wovon er sich keine oder keine genugsame Kenntniß hat verschaffen können, niht aufnehmen darf. Er hat also bei dauernder Geschäftsüberhäufung seine Redaktion auf einen Theil, bezw. einen kleineren Theil des Blattes zu beschränken. Auch darauf kann er sih nicht berufen, daß er dur ander- weite, außer seinem unmittelbaren Geschäftskreise als Nedac- teur liegende Geschäfte an der Wahrnehmung seiner redak- tionellen Geschäste gehindert worden sei; in Erwägung seiner geseßlichen Pflicht als Redacteur hat er entwedér die anderweiten Geschäfte abzulehnen oder sich in seinen Redaktionsgeschästen auf geseßlih zulässige Art vertreten zu lassen. Sodann kaun er sich nicht darauf berufen, daß er einen Theil seiner Redaktionsgeschäfte durh eine, wenngleich sorgsam ausgewählte Person, jedoch ohne daß diese als verantwortliher Redacteur auf dem Blatte genannt ist, habe besorgen lassen; denn seine ihm, so lange er als solcher genannt war, obliegenden geseh- lihen Pflichten auf einen Anderen zu übertragen, ist er durch das Geseg nicht ermächtigt. Endlih kann es ihn nicht entschuldigen, wenn die Kenntniß, die er von dem Jnhalt des Blattes genommen hat, eine so ungenaue oder flüchtige gewesen ist, daß er deshalb den wirklichen Sinn eines Artikels nicht erkannt hat, denn eine solche Kenntniß- nahme ist niht die vom Geseß verlangte und vorausgeseßte. Ueberhaupt ist jede durch Fahrlässigkeit vershuldete Unkennt- niß ungeeignet, vor der Strafe zu s{hüßen, weil im Fall einer solchen Fahrlässigkeit die Unkenntniß vermeidlich, die Kenntniß- nahme also möglih war, und eben, weil das Geseß von der Annahme der Möglichk. it der Kenntnißnahme ausgeht, die Präsumtion der Thäterschast aufgestellt worden ist.“

Der heutigen Nummer des „Reichs- und Staats- Anzeigers“ ist eine „Besondere Beilage“ (Nr. 7), enthaltend Entscheidungen des Reichsgerichts, beigefügt.

Frankfurt a. M., 10, Juli. (W T. B.) Die niederländische Königsfamilie ist hier eingetroffen und im Franksurter Hof abgestiegen.

Baden. Karlsruhe, 9. Juli. (Schwäb. Merk.) Der Erbgroßherzog verbringt seinen 25. Geburtstag auf der Mainau und wird einige Zeit daselbst verweilen. Der junge Fürst. führt nun {hon acht Monate lang die Regierungs- geschäste an Stelle des nun rascher VoUgenesung entgegen- schreitenden Vaters. Die {hon seit einiger Zeit er- wartete Ernennung der von den Ständen genehmigten beiden weiteren Kreis-Schulräthe- für Bruchsal und Lahr ist nunmehr erfolgt; es sind zwei weitere Spezialbeamte des Schulfahs dazu ausersehen wor- den. Der landständishe Ausschuß hat seine Arbciten am 26. Juni begonnen und am 7. d. M. beendet. Der Ge- sammtausshuß pflegt nur eine oder zwei Sißungen zu halten und es verbleiben dann nur die einzelnen mit den Berichten betrauten Mitglieder hierselbst. —— Die badische General- wittwenka sse besaß am 31. Dezember 1881 ein Vermögen von rund 6100000 f, gegen das Vorjahr eine Ver- mehrung von beiläufig 100000 F; der Reservefonds beträgt 1017584 ## Die Zahl der Mitglieder be- trug 2361, die Zahl der benefiziumsberehtigten Witt- wen- und Waisenfamilien 908 mit Bezügen im Betrag von rund 468 000 S Jn einem aus Anlaß der Brüssele r Aus- stellung für Gesundheitspflege erstatteten Bericht über den Ausbau der Stadt Karlsruhe ist hervorgehoben, daß die weite bauliche Ausdehnung der Stadt, die Untermengung der theilweise noch niederen (älteren) Bauten mit sreien Plätzen und Gartenanlagen in gesundheitlicher Beziehung ihre großen Vortheile hat, daß aber die städlishe Verwaltung (Straßen, Beleuchtung, Bewässerung u. A. m.) dadurch sehr vertheuert wird. Von einem gesundheitsshädlihen Grade der Ueber: bauung könne in der badishen Residenz noch lange nicht die Rede sein, wenn man dahin zu wirken sucht, daß zunächst die Jnnenstadt baulih gehörig auëgenußt werde.

2 bete d E o Ba u e: p p

Oesterreich - Ungarn. Wi n, 9. Juli. Wie die „Presse“ erfährt, wird der Kaiser, der sih gestern von Ebensee wieder nach Z\s&! begeben hat, den bisherigen Dispo- sitionen zufolge am 24. d. M. aus Pil in Schönbrunn und am 25. d. M. Vormittags in Bru a. d. Leitha zur Jns$di- zirung der Truppen der dritten Lagerperiode eintreffen, Nach- mittags an dem Offiziersdiner zu 60 Gedeen theilnehmen und Mittwoch den 26. nach Wien zurückehren.

Pest, 9. Juli. Wie der „Pest. Lloyd“ meldet, dürfte die neue Armeereform nicht früher durchgeführt werden, bis nicht das auf Basis derselben abgefaßte Budget alle Stadien der verfassungsmäßigen Behandlung durch- gemaht und die Sanktion der Krone erhalten haben wird, was vor dem Ende dieses Jahres fauw der all sein dürfte. Was speziell die geplante Heranziehung der Ersaßreserve betreffe, so habe sich die Kriegs- verwaltung bereiis an die ungarische und die österreichische Regierung mit dem Ansuchen gewendet, dieselben möchten die diesbezüglihen Novellen zum Wehrgeseß vorbereiten, um sie zur geeigneten Zeit den Parlamenten zu Pest und zu Wien vorzulegen,

Grofßbritanuien und Jrland. London, 10. Zuli. (W. T. B) Im Oberhause theilte heute der Staats: sekretär des Aeußern, Granville, mit, Admiral Seymour habe heute früh den Lokalbehörden von Alexaudrien noti- fizirt, daß, wenn die Befestigungen nicht zeitweilig behufs Ent- waffnung derselben übergeben würden, er morgen mit Tages- anbruch das Feuer auf dieselben eröffnen würde. (Beifall.) Gran- ville fügte hinzu, es sei zwar shmerzlih, Gewalt gegen einen Schwächeren üben zu müssen, aber in dem vorliegenden Falle gebe es feine andere Alternative. Die feindlichen Vorberei- tungen seien in Verhöhnung des Wunsches des Khedive und der Befehle des Sultans und troy der Versicherungen der Lokalbehörden fortgeseßt worden und die j:tige Aktion sei daher nur durch die Selbstvertheidigung geboten. Jm Ver- laufe der Sißung nahm das Oberhaus die irische Zwangs- bill in zweiter Lesung ohne Abstimmung an.

Jm Unterhause besprach der Premier Gladstone die Abstimmung vom Freitag und erklärte, ein solcher Zwischenfall sei beispiellos in den Annalen des Parlaments. Die Kammer hahe dor Regierung eine die Freiheit und häuslihe Sicherheit beshränkende Gewalt verliehen, welche die Regierung für unnöthig erklärt habe. Die durxh die Bill gewährten Gewalten seien indessen diskretionäre und es sei die Pflicht der Regierung, nur von denjenigen Gebrauch zu machen, weiche sie für nothwendig haite. Er hoffe, eine Nothwendigkeit, die oben erwähnte Spezial- gewalt in Anwendung zu bringen, werde nicht entstehen. Sollte dies indessen doh der Fall sein, so habe die Regierung hinsichtlich derselben dieselbe Verantwoitlichkeit, wie in Betreff der übrigen ihr durch die Bill verliehenen Gewalten. Außer der Zwangsbill und Pachtrückstandsbill wünsche die Negierung noch die Wahlbestehungsbill, dann die gewöhnlichen Geschäste zu erledigen und hierauf die Vertagung bis zur zweiten Hälfte des Oktober zu beantragen, um alsdann an die Beraihung der Reform der Geschästsordnung zu gehen. Das Haus seßte hierauf die Spezialberathung der Pacht- rüdstandsbill fort.

Wie verschiedenen Abendblättern aus Konstanti- nopel vom heutigen Tage gemeldet wird, hat die Admiralität den Offizieren und Mannschaften der türkischen Panzer- schiffe heute früh den strengen Befehl ertheilt, die Schiffe nicht zu E Es wird in Konstantinopel für möglich gehalten, daß sich türkishe Schiffe nah den egyptishen Ge- wässern begeben werden.

Italien. Mailand, 11. Juli. (W. T. B.) Der frühere Khedive Fsmail ist hier eingetroffen.

Türkei, Konstantinopel, 11. Juli. (W. T. B) Dér Premier-Minister Abdurrahman Pascha is} seiner Funktionen enthoben worden, man spricht davon, daß der frühere Premier-Minister Said Pascha wieder an seine Stelle ireten werde. Der englishe Botschafter ‘ord Dufferin theilte gestern der Pforte offiziel den Wort- laut des Ultimatums des Admirals Seymour mit. Der amerikanische Gesandte halte gestern wiederum eine Audienz beim Sultan. Jm Publikum will man an diese Audienz Gerüchte knüpfen von einer Bereitwilligkeit der V er - einigten Staaten in der egyptishen Frage zu ver- mitteln.

Numänien. Bukarest, 11. Juli. (W. T. B.) Das amtlihe Blatt veröffentliht ein Preisausschreiben sür die Projekte zum Bau der zur Verbindung der Eisenbahnlinien Kustendsche-Czernawoda und Bukarest-Fetetti herzustellenden Donaubrücke und eines an derselben Stelle unter dem Bette der Donau zu erbauenden Tunnels. Für die Brücken- projekte ist ein Preis von 100 000 Fr. bestimmt, welcher unter die Einsender der 3 besten Projekte zur Vertheilung gelangt. Der Preis für das Tunnelprojekt beträgt 50 000 Fr. Die Kosten des Brückenbaues sind auf ca. 20 Millionen veran- s{lagt. Die Aufforderung der rumänischen Regierung ist un- beshränkt an die hervorragendsten Bautechniker der ganzen Welt gerichtet.

Afrika. Egypten. Alexandrien, 10. Zuli. (W. T. B.) Admiral Seymour richtete heute früh ein Schreiben an den Stadtgouverneur und zeigte demselben darin an, daß das Bombard- ment morgen früh 4 Uhr beginnen werde. Der englische Konsul notifizirte in einem Schreiben an Ragheb Pascha die Einstellung der Beziehungen zu der egyptishen Regierung und richtete ein weiteres Schreiben an Derwish Pascha, in welchem erklärt wird, daß Derwisch Pascha als für die Sicherheit des Khedive verantwortlih be- trahtet werde. Die französishen Kriegsschiffe werden an dem Bombardement niht Theil nehmen. Alle Details für das Bombardement wurden in einer Konferenz des Admirals Seymour mit den Kapitänen der englischen Kriegsschiffe gestern definiv festgestellt, Der englishe Konsul hat \sih an Vord des „Monarch“ begeben, um im Falle der Nothwendig- keit in der Nähe des Admirals Seymour zu sein.

Die fremden Panzerschiffe sind außerl:alb des euie vor Anker gegangen, die französishen Kriegsschiffe, mit uênahme der „Alma“ und „Hirondelle“, haben Alexandrien bei Sonnenuntergang verlassen. Von dem englishen Ge- \{hwader befinden sih nur die „Thetis“, der „Monarch“ und der „ZJnvincible“ innerhalb des Hafens, die anderen englischen Kriegsschiffe liegen außerhalb desselben vor Anker.

Das „Reutersche Bureau“ meldet aus Alexandrien

vom 11., früh 7 Uhr: Das Bombardement hat heute Morgen begonnen.

Aus Toulon, 10. Juli, meldet „W. T. B.“: Das Transportschiff „Sarthe“ hat heute den hiesigen Hafen verlassen und begiebt sich direkt nach Port Said, um deu! von Alexandrien dorthin abgegangenen französishen Levante- geshwader Kriegsmaterial und Proviant zuzuführen.

Aus London, 11. Juli, meldet „W. T. B.“: Der „Standard“ bringt in einer zweiten Ausgabe ein Telegramm, datirt an Bord des „Fnvincible“ 73/, Uhr Morgens, in welchem es heißt: Die Panzerschiffe „Alexandra“, „Sultan“ und „Superb“ eröffneten das Bombardement. Die Batterien antworteten sofort, aber- die Schüsse erreihten zuerst die Schiffe niht. Alsdann betheiligten sich die übrigen Schiffe des englishen Geschwaders an der Beschießung. Der Geschüßka mpf wurde um 71/, Uhr ein allgemeiner. Nachdem die Kanonade 20 Minuten gedauert hatte, verstummte das Feuer zweier Forts. Das Fort „Pharos“ scheint {wer beschädigt. Die Schiffe sind nicht beschädigt.

Eine weitere Depesche des „Standard“ vom Bord des „Znvincible“ 9 Uhr Morgens meldet: Das Bombardement dauert jeßt 2 Stunden. Das Fort „Pharos“ ist schwer be- schädigt; ie Forts „Marsa“ und „El Kanat“ sind in die Luft geflogen, viele Geschüße der anderen Forts sind un- brauchbar gemacht.

Zeitung8ftimnreun.

Die „Wiesbadener Zeitung“ weist darauf hin, daß man gegenwärtig auf nationalliberaler Seite die in- direften Steuerqu llen des Reiches als „ers{chöpft“ hinftellen möchte, obwohl diese Ansicht früheren Aussprüchen national- liberaler Führer durchaus gegensäßlih gegenüber stehe. Jn dieser Nücksicht shreibt das Biatt:

Weshalb if denn Le niemals auf diese Erschöpfung hin- gewlesen und das Vorhandensein einer solchen bewiesen worden ? Weshalb haben denn die Liberalen noch kürzlih die stärkere Be- steuerung des Branntweins gefordert ? Das deutet doch nicht auf eine wirklihe Erschöpfung der Neichsquellen hin. Aber auc ein Vergleich mit anderen Ländern zeigt, daß die indirekte Steuerquelle Deutsch- lands im Ganzen noch sehr geschont worden ift. . In Deutscbland fallen auf den Kopf 10,4 4 indirekte Steuern, während in Franf- reih 417 Æ, in England 31,6 Æ für den Kopf der Be- völkerung an indirekten Steuern aufgebracht werden. Für den Taback werden in Deutschland 1,27 M auf den Kopf erhoben, in Frankreich 5,68 4, in England 4,86 1, in den Vereinigten Staaten 4,36 M, in Oesterreich 3,41 A und in Italien 2,03 h. 3; für Branntwein in Deutschland 1,37 #, in Frankreih 1,87 4, in England 11,88 46. &ür Vier in Norddeutschland 0,57 4, in Württemberg 3,85 M, in Bayern 6 4 eine Ungleichheit, welche nicht als gerechtfertigt an- gesehen werden kann; in England werden 4,68 M für den Kopf an Biersteuer erhoben. Will man nun etwa glauben machen, daß das große mächtige Deutschland niht im Stande sei, seine indirekten Steuern ¡u erhöhen, um seine öffentlichen Bedürfnisse mehr hieraus zu befrie- digen, als aus den im Verhältniß viel zu stark herangezogenen direk- ten Abgaben ?

Jul Die „Elberfelder Zeitung“ meldet aus Crefeld, 5. Zuli

Aus dem Konsulardistrikt Crefeld sind im 2. Quartal d. Ds! Waaren im Werthe von 6 969 216,82 # na den Vereinigten Staaten exportirt worden, d. h. für 3214518,24 M mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Werth der Waaren, welche in dem mit dem 30. Juni 1882 beendeteten Jahre aus dem Crefelder Distrift nah den Vereinigten Staaten erportirt worden ist, beziffert sich auf 5512635,99 Dollars, gegen 8333213168 Dollars in dem vorhergehenden Jahre, mithin auf 2180 504,31 Dollars mehr. Erportirt wurden im 2, Quartal 18892 u. a.: Plüschartikel für 234172716 Æ, Sammtartikel für 1 319 218,11 Æ, während im zweiten Quartal v. F. in beiden Ar- tikeln zusammen nur für 1419 979,61 M erportirt wurde. Ferner wurden im 2. Quartal 1882 exportirt (wir fügen die entsprehende Ziffer des Vorjahres in Klammern hinzu): Papierwaaren und Eti- quettes für 79181,98 (32157,35 X), Sammtbänder für 15 334,30 M (— M), halbscidene Bänder für 52560,78 M (18 354,93 M), ganzseidene Stoffe für 93 644,58 14 (192 439,27 M), halbseidene Stoffe für 1190 639,51 M (1 180 401 93 M), Stabl und eiserne Maschinen für 10 428,65 M( (105 903,08 (6), Stablscienen stählerne MRadschienen, Schmiedewaaren für 1778 288,25 M (112 138,93 46), Wollwaaren wurden im 2. Quartal v. L E 451 676,16 Æ erxportirt, während die Statistik für das 2. Quartal d, J. einen Erport von Wollwaaren nicht zu verzeichnen hat.

Der „Metallar beiter“ schreibt in seiner industriellen Rundschau:

Auf dem Eisenmarkte ist eine dur{chgehende Erhöhung der Sta!- cisenpreise eingetreten. Zuerst konferirten am 20, und 21. Juni die [chlesisden Walzwerksbesitzer mit Berliner Kaufleuten und seßten cine Erhöhung des Grundpreises von 130 auf 135 & dur, und fo groß ist das Vertrauen der Abnehmer in den Bestand der jeßigen günstigen Konjunktur, daß zu den neuen Preisen sofort sehr bedeu- tende Quantitäten, man spricht von ca, 500 000 Ctr., fest vers{lossen wurden, so daß die \{lesis{ben Walzwerke für das dritte Quartal vollkommen versorgt scin dürften. Im Anscbluß hieran bat am 24. v, M. das rhein.-westfäl. Stabeisen-Kartell nach allseitiger reif- licber Erörterung der Geschäftélage und auf Grund der befrie- digenden Statistik des Vormonats den Stabeisen-Grundpreis um 5 K, aljo auf 145 # pro 1000 kg, erhöht. Endlih kommen in acht Tagen die rheinisch-westfälishen Kesselble-Fabrikanten in Godes- berg zusammen und auch bierbei steht die*Preisfrage auf der Tages- ordnung, wenngleih bei der flauen Haltung des englisden Marktes eine Preiserhöhung durchaus noch nit als gewiß angenommen wer- den darf. Auf der Berliner Konferenz sollen au fehr bedeutende Abschlüsse in Rohzink fürs Ausland perfekt geworden sein, und da auch Zinkbleche sehr stark gehen, die Kupfervorräthe gegen das Vor- jahr um ca. 10000 t gefallen sind und Zinn eine festere Haltung zeigt, so kann die Lage des Metallmarktes im Allgemeinen als eine recht befriedigende und hoffnungsvolle bezeinet werden.

Der „Ledermarkt“ vom 8. Zuli c. sagt in seiner Wochenübersicht :

Nach dem Auêweise des ftatistisben Amts bis Ende Mai ist unsere Lederwaarenausfulr im Vergleih zu derselben Periode des Vorjahres um nicht weniger als 16 800 Centner gestiegen; das ist wahrlich ein sehr erfreulihes Resultat! Die Depression rubt also nur noch auf dem Binnengeschäft und namentli auf den nur für dasselbe bestimmten Provenienzen. Aber auch hierin mat \ich, wie wir son seit einigen Wochen berichten können, eine leise Besserung füblbar, die aber ganz erheblihe Fortschritte macen wird, sobald die in Aussicht stehende gute Ernte vollkommen gesichert erscheint.

Der Bedarf für Leder kam in dieser Woche noch etwas lebhafter als bisher zum Ausdruck, und wenn er troßdem nicht zu bedeuten- deren Abschlüfsen führte, so gescbieht dies ursäblih des Mangels an passender Waare und dur die Abneigung der Käufer, si zur Bewilligung höherer Preise als bisher zu entscbließen, Wenn nun auc that- säcblih höhere Preise noch nicht bezahlt werden, so haben \ih doch die Notirungen ausnahmslos befestigt, und unter Tagespreis, wie bisher zuweilen, ist nirgends anzukommen. i i

Jn der „Saar- und Biies-Zeitung“ lesen wir :

Saarbrücken, 7. Juli, Die fiskalishen Gruben des hiesigen Reviers haben mit Einshluß des Hafenamts im Monat Juni

418316 t Koblen abgesezt. Jm Vergleich zu dem Absatze des Vor- monates ergiebt dieses zwar einen geringen Ausfall von 8965 Ä dagegen im Vergleih zum Juni des Jahres 1881 eine Zunahme von 38 965 t oder 119%. Leßtere ist hauptsählich dem Eisenbahnd-bite zu verdanken, weler unter dem Einflusse einer günstigén Entwicke- Es meisten Industriezweige sich saft nach allen Seiten erfreulich entwidelt.

Der Versandt von Saarkohlen nab Italien hat nach Eröffnun der Gotthardbahn zu Anfang vorigen Monats begonnen, beschrän sih aber im gegenwärtigen Augenblicke selbstverständliß noch auf Probesendungen ; erst nach einigen Monaten wird man ein Urtheil Über die spätere Ausdehnung desselben gewinnen können.

„Auch die Sciffsverladung verlief im verflossenen Monat nit ungünstig (44151 t gegen 44098 t im Joni 1881), da die franzöôsi- {en Kanalabnehmer im Hinblick auf die vom 10. bis 30. Juli an- geordnete Sperrung des Kanalnetzes in den Ostdepartements ihre Bezüge während der leßten Woche verstärkten. Die Schiffsfrachten bewahren fortgeseßt einen sehr niedrigen Stand.

Die Gesammtförderung des zweiten Quartals hat 1 271 204 t erreit, gegen 1 179 171 t în der gleihen Periode des Vorjahres. Für die Monate Januar bis Juni ergiebt sih eine Gesammtförderung von 2596 306 t, oder 148 591 t bezw. 6% mehr, als in der ersten Hälfte des Jahres 1881. Die Bestellungen, welche für die zweite Hälfte des laufenden Jahres bei der Bergwerksdirektion eingegangen sind, lassen troß der für mehrere Kohlensorten eingetretenen Preis- erhöhung eine Steigerung der Nachfrage erkennen. z

Statistische Nachrichten.

_ Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesund- beitsamts sind in der 26. Jahreswoche von je 1090 Bewohnern auf den Jahresdurschnitt berechnet als gestorben gemeldet: in Berlin 28,6, in Breslau 32,0, in Königsberg 33,7, in Köln 29,4, in Frankfurt «. M, 20/ Li Hannover 24,2, in Cassel 25,7, in Magdeburg 33,8, in Stettin 23,8, in Altona 23,2, in Straßburg 19,0, in Mey 24,5, in München 23,1, in Nürnberg 24,6, in Augsburg 27,2, in Dres- den 29,1, in Leipzig 24,7, in Stuttgart 22,6, in Braunschweig 25,6, in Karlsruhe 19,0, in Hamburg 20,1, in Wien 32,0, in Budapest 38,0, in Prag 28,7, in Triest 20,9, in Krakau 29,8, in Basel 16,3, in Brüssel 21,7, in Paris 22,3, in Amsterdam 22,3, in Kopen- hagen 27,0, in Stockholm 24,7, in Christiania 15,3, ia St. Peters- burg 32,9, in Warschau 35,6, in Odessa 42,0, in Bukarest —, in Rom 21,2, in Turin —, in Madrid 48,7, in London —, in Glas- gow —, in Liverpool —, in Dublin —, in Edinburg 19,0, în Alexandrien (Egypten) 42,1. Ferner aus früheren Wochen: in New-York 28,8, in Philadelphia 24,9, in Chicago 242 in SE Louis —, in Cincinnati 27,9, in San Franzisko 23,8, in Kalkutta —, in Bombay 20,4, in Madras —.

Beim Beginn und während der ersten Tage der Berichtswoche herrschten an den deutschen Beobachtungsorten \chwache bis mäßige östliche und südöstlihe, in Koniß und München mit nordöstlichen weselnde Luftströmungen, die an den meisten Stationen über Süd und Südwest nah Nord und Nordwest, und am Schluß der Woche fast allgemein na Nordost (in Köln nah West) umgingen. Die in den ersten Tagen der Woche hohe Luftwärme nahm mit dem Um- gange des Windes nah Nord ab und lag im Wocendur{schnitt ein wenig über der normalen, nur in München wurde das vieljährige Monatsmittel niht ganz erreiht. Es regnete viel, besonders in Westdeuts{land (Köln), auch Niedergänge von Gewittern waren nicht selten. Der beim Wochenbeginn hohe Luftdruck nahm in den ersten Tagen der Woche ab, stieg am 27., sank vom 29. abermals, zeigte aber am Schluß der Woche an den mittel-, nord- und ostdeutschen Stationen Neigung zum Steigen.

Die Sterblichkeitsverhältnisse haben sich in den meisten Groß- städien Europas, besonders in den deutschen, in der Berichtswoche etwas günstiger, in Königsberg, Magdeburg, Stettin, Wien ungünstiger gestaltet. Die allgemeine Sterblichkeitsverhältnißzahl für die deut- \{chen Städte sank auf 25,5 (von 26,4 pro Mille und Jahr). Wesent- lih abgenommen hat die Theilnahme der höheren Altersklasse (über 60 Jahre) an der Sterblichkeit, während das Säuglings8alter nur eine

geringere Abnahme aufwei\nt. Von 10000 Lebenden starben pro Jahr

101 Kind unter einem J2hre gegen 102 der Vorwode (in Berlin 156 gegen 157),

Das Vorkommen der Infektionskrankheiten hat sib in der Be- richtswoce dahin geändert, daß Masern, Scharlab, Dipbtberie und Poden im Allgemeinen seltener, tvphöse Fieber und Ruhr häufiger wurden. Darmfkatarrhe der Kinder und Brecbdurcfälle zeigen im Allgemeinen keine wesentlice Veränderung gegen die Vorwoche. In Königéberg, Stettin, Berlin, Breslau, Dresden, Leipzig, Magdeburg, Hamburg, Braunschweig, Wien, Pest, Triest, Brüssel, St. Peters- burg, Warshau war die Zahl der Todesfälle daran etwas größer, in München, Straßburg, Prag, Paris, Odessa etwas kleiner. Masern herrschen in Breslau, Dresden, Hamburg, Viersen, Iserlohn, Amsterdam, Wien, Paris; in München, Cheinnitz, Elberfeld, Hagen, Darmstadt wird ihr Vorkommen seltener Scharlachfieber wurden in Posen, Dresden, Plauen, Berlin, Magde- burg, Barmen, Elberfeld, Straßburg, Wien, St Peteréburg häufig Todesveranlassung. Diptherie hat in Cöslin, Dresden, Chemnitz, Berlin, Hamburg, Pest, St. Petersburg wieder mehr, in Königsberg, Elbing, München, Hannover, Wien, Paris weniger Todesfälle ber- vorgerufen. Der Keuchhusten trat in Braunschweig, Osnabrüdck, Köln, Crefeld, Neuß, Frankfurt a. M., Hanau mit intensiverem Ver- laufe auf. Typhöse Fieber führten nur in Paris häufiger zum Tode. Sterbefälle an Flecktyphus kamen aus Warschau 3, aus Posen 2, aus Pest, Krakau, St.Petersburg je 1 zur Anzeige. Anfang Juni wurde Flecktyphus in den \panisben Städten Malaga, Murcia mehrfa, in Lissabon vereinzelt beobahtet. Pockentodesfälle kamen aus deutshen Städten 5 zur Meldung (je 1 aus Königsberg, Tilsit, Memel, Eisleben, Essen); in Wien, Brüssel, St. Peteréburg, War- schau nahm die Zahl der Todetfälle an Pocken zu, in Prag, Peft, Krakau, Paris ab. Einzelne Todesfälle an Pocken kamen aus Christiania, Malaga, Granada zur Anzeige. Anfang Juni herrschten die Pokea auch in Lissabon.

Kunst, TB:X-nschaft und Literatur

Die Referate über die beiden Bütber: Die Haftpflicht des Bergwerkbesitzers 2c. von Daubenspeck und das Reiths- gefseß über die Beurkundung des Personenstandes 2c. von Wohblers in der gestrigen Nummer des „Reichs-Anzeiger“ sind aus Versehen umsftellt worden, so daß die zweite an die erste Stelle gefeßt worden ist. Mit Rücksicht bierauf bemerken wir, daß das erft- genannte Buch ebenfalls im Verlage von Franz Vahlen in Berlin erschienen ift.

Land- und Forstwirthschaft.

Dem jüngsten von dem K. K. österreihisden Ackterbau-Ministc« rium veröffentlichten Berichte über den Stand der Saaten bez. der Ernte in Oesterreich zu Ende Juni entnehmen wir: Ver- änderliche verbältnißmäßig niedere Temperatur und ziemlid häufige, jedo nit schr anhaltende Niederschläge charakterisirten im Allge- meinen die zweite Junibälfte. Am 18, Juni trat in den nördlichen und mittleren Ländern eine sehr weit verbreitete Temperatur- ernicdrigung ein, welde in nicht wenigen Gegenden dieser Länder fsogar zu \{wachben Fröften führte. vagel- {läge waren ungewöhnlich zahlrei, besonders auf der süd- lien Abdabung der Alpen (in Unter-Steiermark, Kärnten, Krain und Görz). Der Weizen, welcher in den nörd- lien Ländern noch in der Blüthe ift, wurde ziemlich häufig gelagert, es stellte sich hie und da der Rost und auch der Brand ein, dem ungeactet steht diese Frubt im Allgemeinen recht gut und liefert in den südliden Ländern bereits einc befricdigende Ernte. Der.

P R E EDERID D E ERD por a r T T, N E A A E U A

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