1882 / 200 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Verordnung,

betreffend die Vertretung des lauenburgischen Landes-Kommunalverbandes.

Vom 24. August 1882.

Vir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c.

[verordnen auf Grund des Artikels 63 der Verfassungs-Urkunde vom 31. Januar 1850 und auf den Antrag Unseres Staats- Ministeriums, was folgt :

Artikel T.

Der lauenburgische Landes-Kommunalverband (8. 8 des Geseßes vom 23. Juni 1876, Gesez-Samml. S. 169) wird vom 1. Oktober 1882 ab, an Stelle der mit diesem Zeit- punkte außer Wirksamkeit tretenden Ritter- und Landschaft des Herzogthums Lauenburg, durch eine Kreisversammlung vertreten, welche nah den Bestimmungen der 88. 84 bis 114 der Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom

o Mee E (Geseß-Samml. S. 179) zu bilden ist.

Dabei kommen für die Veranlagung der größeren länd- lihen Grundbesißer zur Grund- und Gebäudesteuer, an Stelle der im $. 86 a. a. O. in Bezug genommenen R vom 21. Mai 1861, die lauenburgishen Geseße vom 15. Februar 1875 (Offizielles Wochenblatt S. 127 und 171) in Anwendung.

Artikel 11.

Jn Betreff 1) der Ernennung des Landrathes,

2) der Versammlungen und Geschäfte des Kreistages, 3) des Kreishaushaltes, 4) des Kreisaus\chusses, 5) der Kreiskommissionen und i 6) der Oberaufsicht des Staates über die Kreis- verwaltung : treten die Vorschriften der 88. 74, 115 bis 139, 164 Ab- saß 2, 167, 168 und 176 bis 180 der Kreisordnung vom

13. Dezember 1872 ; / “19. März 1881 mit Ausna hme derjenigen D

en, welche die Verwaltung von Landesangelegenheiten dur den Kreisaus\{uß edt vom 1. Oktober 1882 ab au

für den lauenburgishen Landes-Kommunalverband in Kraft.

Artikel 11),

Die Einführung der Bestimmungen im Artikel T. und I. erfolgt mit den Maßgaben, daß bis auf Weiteres : 1) an Stelle des Regierungs:-Präsidenten und des Bezirks- rathes die Bezirksregierung fungirt, j 2) an Stelle der Klage bei den Verwaltungsgerichten die A ae an die vorgeseßte Verwaltungsbehörde statt- ndet un 3) für das Disziplinarverfahren gegen Mitglieder des Kreisausschusses und gegen Kreisbeamte die Vorschriften des Gesetzes, betreffend die Dienstvergehen der nicht richterlichen Beamten, vom 21. Juli 1852 (Geseß- dito S. 465) uneingeshränkt in Anwendung ommen.

Artikel IV,

Noch vor dem 1. Oktober 1882 is zur Wahl der Kreis- tagsabgeordneten, sowie zur Wahl der Mitglieder des Kreis- ausschusses na< den Bestimmungen dieser Verordnung zu schreiten. Für die dabei vorzunehmenden Vertheilungen und Wahlen sind die dem Kreisaus\schusse beziehungsweise dem Kreistage übertragenen Befugnisse von dem Landrathe wahr- zunehmen.

Artikel V.

Mit dem 1. Oktober 1882 treten alle der gegenwärtigen Verordnung zuwiderlaufenden E, insbesondere au die Artikel 111. und 1V. des lauenburgischen Gesetzes vom 7. Dezember 1872 über die Einrichtung der ständischen Ra (Offizielles Wochenblatt S. 325), außer

raft.

Jedoch verbleibt es bei den Vorschriften des 8. 20 Ab- saÿ 2 des gedachten Geseßes bezügli<h der Pensionirung, Wittwen- 2c. Versorgung und Gewährung von Wartegeldern für die zur Zeit im Dienste des Landes-Kommunalverbandes stehenden Beamten, insbesondere auch diejenigen, deren Amt durch die Bestimmungen der gegenwärtigen Verordnung in Wegfall kommt.

‘Desgleichen bewendet es bei den bisherigen Bestimmungen über das Erforderniß der Bestätigung des Direktors der [lauenburgishen Gelehrtenshule und der höheren Beamten, Jowie bei der Bestätigung des Forstbetriebsplanes.

Jm Uebrigen ist die Einrihtung der Verwaltung des Vermögens des bisherigen lauenburgishen Landes-Kommunal- verbandes durch Statut festzustellen, in welchem das Recht der Selbstverwaltung dem Kreise gewahrt wird.

Die dienstlihen Verhältnisse der Kreisbeamten sind dur ein von dem Kreistage zu erlassendes Reglement zu ordnen. Dieses sowie die sonst für einzelne Verwaltungszweige und Einrichtungen zu erlassenden Reglements bedürfen der mini- steriellen Genehmigung.

Die Verwaltung der auf Grund des lauenburgischen Gesehes vom 8. Dezember 1866 (Offizielles Wochenblatt 1867 S. 1) aufgenommenen Domanialanleihe ist na< wie vor von der dazu in Gemäßheit des lauenburgishen Geseßes vom 24. Dezember 1875 (Offizielles Wochenblatt S. 529) beauf- tragten Kommission zu führen.

Artikel VI,

Die gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Werkündigung in Kraft.

Artikel VII.

Der Minister des Jnnern is mit der Ausführung dieser Werordnung beauftragt und erläßt die hierzu erforderlichen Anordnungen und Jnstruktionen.

Urkundlich unter Unserer “aren Unterschrift und beigedru>tem Königlichen Jnsiegel.

Gegeben Schloß Babelsberg, den 24. August 1882. (L. 8.) Wilhelm. von Bismar>. von Puttkamer. von Kameke. Maybach, Lucius, Friedberg. von Boetticher. von Goßler. Scholz,

Justiz-Ministerium.

Der Landgerichts: Direktor Althoff in Saarbrü>en ist ju Amtsrichter mit dem Charakter als Amtsgerichts-Rath ei dem Amtsgericht in Trier, und der Landgerichts-Rath Dr. Beseler in Berlin zum Landgerichts-Direktor bei dem

geriht in Saarbrüen ernannt.

Verseßt sind: der Landgerihhts-Direktor Schulz in Arns- berg an das Landgeriht in Münster, der Landgerichts-Rath Friedri in Limburg a. Lahn an das Landgericht in Pader- born, der Amtsgerihts-Rath S<humann in Allenstein als Landgerichts-Rath an das Landgeriht in Braunsberg, der Landgerichts-Rath von Kleinsorgen in Hechingen und der Amtsrichter Harte in Thorn als Landrichter an das Land- geriht in Thorn, *der Amtsrichter Büsterba< in Rhaunen als Landrichter an das Landgericht in Coblenz und der Amtsrichter Mau in Wilster an das Amtsgericht in Sonderburg.

Zu Amtsrichtern sind ernannt: der Gerichts-A}sessor von Strachowski bei dem Amtsgeriht in Stallupönen, der Gerichts-Assessor Bergmann bei dem Amtsgericht in Schweß, der Gerichts-Assessor Martin bei dem Amtsgeriht in Groß- almerode, der Gerihts-Assessor Dr. Oswald bei dem Anits- geriht in Wischwill und der Gerichts-Affsessor Przewloka

bei dem Amtsgericht in Beuthen O. Schl.

Dem Amtsgerihts-Rath Mein e in Einbe> und dem Amts- gerihts-Rath Meyer in Lübbe>e ist die nachgesu<hte Dienst-

entlassung mit Pension ertheilt.

Der Rechtsanwalt Mangold in Geestemünde is zum Notar im Bezirk des Landgerichts zu Verden, mit Anweisung

seines Wohnsißes in Geestemünde, ernannt.

Jn der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht: der Rechts- anwalt Rempe in Lübbecke bei dem Landgericht in Bielefeld und der Rechtsanwalt U rbach in Festenberg bei dem Land-

geriht in Oels.

In die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen : der Gerichts-Assessor Lan dolf Meyer bei dem Landgericht (nicht Amtsgericht wie in Nr. 188 zu lesen war) in Potsdam, der Rechts- anwalt Kalkow ski aus Breslau bei dem Amtsgericht in Zobten, der Regierungs-Assessor a. D. Ruhnke bei dem Landgericht in Halberstadt, der Gerichts-Assesor Wippermann bei dem Landgericht in Halle a. S., der Gerichts-Assesor Küken- thal bei dem Amtsgericht in Wittsto>, der Gerichts-A}sessor Ehrlich bei dem Landgericht in Cottbus, der Gerichts-Assessor Meinshausen bei dem Amtsgericht in Eschwege, der Ge- rihts-Assessor Dr. Woc>ke bei dem Amtsgericht in Franken- stein, der Gerichts-Assessor Viebig bei dem Amtsgericht in Marienburg, der Gerichts-Assessor Dr. N issen bei dem Land- geriht in Breslau, der Rehtsanwalt U rba < aus Festenberg bei dem Amtsgericht in Militsh, der Gerichts - Assessor Weißler bei dem Amtsgericht in Königshütte, der Gerichts- Assessor Weyland bei dem Amtsgericht in Treptow a. R., und der Gerichts-Assessor Messershmidt bei dem Amts-

geriht in Rügenwalde.

Der Landgerichts-Präsident Freiherr von Maltzahn in Frankfurt a. O.,, der Amtsgerichts-Rath Eilender in Köln, der Amtsgerihts-Rath Sachau in Kiel, der Amtsrichter Lübbes in Jbhehoe, der Amtsrichter Hesse in Hannover und der Amtsrichter Fl se in Aachen, der Rehtsanwalt und Notar, Justiz-Rath Hellhoff in Perleberg und der Notar Grote-

fend in Hannover sind gestorben. F

Ministerium jx Le6dwirthschaft, Domänen

Forsten.

fun

Der Oberförster Bethge zu Weenzen ist auf die dur Pensionirung des Oberförsters Scheidemantel erledigte Ober- försterstele zu Tornau im Regierungsbezirk Merseburg , und der Oberförster von Waldheim zu Taberbrück auf die dur Pensionirung des Oberförsters Steffens erledigte Oberförster- stelle zu Zicher im Regierungsbezirk Frankfurt a./O. verseßt

worden.

Der Oberförsterkandidat Carganico ist zum Oberförster ernannt und demselben die Oberförsterstelle zu Weenzen in der

Provinz Hannover übertragen worden.

Die Nummer 29 der Geseßz-Sammlung, welche von heute

ab zur Ausgabe gelangt, enthält unter

Nr. 8890 die Verordnung, betreffend die Vertretung des lauenburgishen Landes-Kommunalverbandes.

1882; und unter

Berlin, den 26. August 1882.

Königliches Geseß-Sammlungs-Amt.

Didden.

Personalveränderungen. Königlih Preußische Armee.

Grnennungen, Beförderungen und Verseßungen. Im aktiven Heere. Sc<{loß Babelsberg, 17. August. v. Alten, Gen. Major und Commandeur der 26. Kommandanten von Danzig, v. Sto >en, Oberst und Commandeur des 3. Garde-Gren. Regts. unter Stellung à la suite des Regts.,

zum Commandeur der 26. Inf. Brig., ernannt.

f. Brig., zum

v. Kretsc{<man, des Infanterie-Regiments Nr. 52, 3. Garde-Grenadier-Regiment zu Egloffstein, Inf. Regt. Nr. 85, mit der Führung des Inf. Regts. Nr. 52, unter Stellung à la suite desselben, beauftragt. egt. Nr. 4, als etatsmäß. Stabsoffiz. in das Inf. Regt. Nr. 85, v. Derschau, Hauptm. und Comp. Chef vom Inf. Regt. um überzähl. Major, in das Gren. Regt. t. vom Inf. Regt. Nr. 71, unter Beförder. zum Hauptm. und Comp. Chef, in das Inf. Regt. Nr. 85, verseßt. Inf. Regt. Nr. 71 und kommandirt bei der Unteroff. Schule in Weißenfels, zum Pr. Lt. befördert. König, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 69, in das Inf. Regt. Nr. 71

Im aktiven Heere. Scloß v. Schmeling, Gen. Lt. und Kom- mandant von Danzig, in Genehm. seines Abschied8gesuches, mit Pension zur Disposition gestellt. , Inf. Negt. Nr. 68, ausgeschieden und zu den Reserve-Offizieren des Regts. übergetreten. Fla<hsland, Major a. D., zuleßt im Inf. Regt. Nr. 47, Schneider, Major a. D,, zuleßt im Inf. Regt. Nr. 60, der Charakter als Oberst-Lt. verlichen.

Im Beurlaubtenstande. 15. August. Locher, Sec. Lt. von der Res. des Füs. Regts. Nr. 39, v. Bed>erath IIL., Sec. Lt. von der Landw. Inf. des 2. Bats. Landw. Regts. Nr. 17, der Abschied bewilligt.

Commandeur Eigenschaft

Hertell, M Nr. 85, unter Beförder.

Nr. 4, Lorenz I., Pr.

Dammann, Sec. Lt. vom

bschied8bewilligungen. Babelsberg, 17. August.

v. Rußdorf, Sec. L

S<{loß Babelsberg,

Nichtamtliches. Deutsches Nei.

Preußen. Berlin, 26, August. An verschiedenen Einnahmen des Reichs sind für die Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis zuin Schluß des Monats Juli 1882 (verglichen mit der Einnahme in demselben Zeitraume des Vorjahres) vereinnahmt worden : Post- verwaltung 47 613 374 M (+ 1775758 M), Reichs-Eisen- bahnverwaltung 14 181 400 4 (+4 337 755 M).

—— Der mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Staats- sekretärs im Auswärtigen Amte betraute Kaiserliche Botschafter, agfeldt-Wildenburg, hat einen ihm aus Gesundheitsrüd>sichten Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Derselbe wird während seiner Abwesenheit dur<h den Unter- Staatssekretär, Wirklichen Geheimen Legations-Rath Dr. Bus h vertreten.

Der Chef der Admiralität, Stosch, ist von der vor einigen Tagen nach Kiel und Wilhelmshaven unternommenen FJnspicirungsreise hier wieder eingetroffen.

Der General der Kavallerie von Rau <<, Chef der Landgensd'armerie, welcher von der Mitte Mai cr. ‘angetrete- nen Dienstreise gestern hier wieder eingetroffen war, wird sih demnächst zur Fortseßung der Jnspicirungen na der Provinz Posen begeben. |

und Telegraphen-

Graf von H

Staats-Minister von

Darmstadt, 25. August. Theilnahme an dem bei Friedberg stattfindenden Kavallerie- Manöver, dem Se. Königliche Hoheit der Großherz og bei- wohnt, werden am 27. d. M. auch Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Carl von Preußen und die beiden Söhne des Prinzen von Wales erwartet.

(W. T. B.) Zur

Oesterreich-Ungarn. Wien, 25. August. Die Nachmittagsblätter bringen ein polizeilihes Communiqué über das am 4. Juli d. J. an dem Schuhmacher Merstal- linger begangene Raubattentat , längere Zeit werde in den Journalen der Revolutionspartei des Auélandes die Aufwiegelung der Arbeitermassen zur Vernichtung der Staateinstitutionen unleugbaren Einfluß in hiesigen Arbeiterkreisen bildet, wel<he den anarchistishen Standpunkt Mosts vertrete. Die hiesige Sicherheitsbehörde habe Anzeichen dafür ge- wonnen, daß das Naubattentat gegen Merstallinger von Anhängern der hiesigen radikalen Arbeiterpartei verübt worden sei, um Agitationsgelder aufzubringen. Jn vorgenommenen ' »utes in der Wohnung eines gegenwärtig flüchtigen fanatishen Führers der Umsturzpartei, ein anderer

(W. T. B.) es heißt,

und durch Preßerzeugnisse eine Fraktion ge-

Vom 24, August

Nr. 8891 die Verfügung des Justiz-Ministers, betreffend die Anlegung des Grundbuhs für die Bezirke der Amts- gerihte Elmshorn, Trittau, Lügumkloster, Norburg, Tinnum und für einen Theil der Bezirke der Amtsgerichte Altona, Husum, Schenefeld. Vom 20. August 1882.

Folge der Recherchen des geraubten

Bekanntmachung, Aus Anlaß; der am 30. d. Mts. Vormittags auf dem Tempel-

hofer Felde stattfindenden Parade des Garde-Corps wird von 9 Uhr ab bis zur Beendigung derselbea die Tempelhofer Chaussee für

Wagen und Reiter gesperrt.

Mit Beginn des Auêsmarsches der Truppen, etwa von 84 Uhr ab bis na< dem Passiren der Allerhöchsten Herrschaften (10 Uhr) und von 11 Uhr ab bis zur Aufhebung der Sperrung wird L) die Haltestelle der Omnibuse der Linien Halles<hes Thor

erger- bezw. —Schönhauser Thor und Chausseestraße vom R Thorplaß nah dem Belle-Allianceplat, Ee der Wilhelm-

Lands

raße, verlegt,

2) der Betrieb der Pferde- Eisenbahn in der Friedrichstraße ein-

gestellt,

3) die Linie Dönhofsplatz-Kreuzberg nur vom Dönhofsplahz bis

zum Belle-Allianceplatz een: Auf das Paradefeld

n find.

ährend der Parade die Wagen zu verlassen ist

durchaus nicht gestattet.

Equipagen, welche ni<t im Besi von Passirsheinen sind, gen derartigen Personen-

uhrwerken ist der Einlaß auf das Paradefeld sowie das Befahren der e Le Mane en ran bis zum Steuerhause nicht ei der Kreuzbergstraße in die Lichter-

elderstraße cinbiegen und dur diese auf das Tempelhoferfeld fahren. ort fönnen sie sih re<ts (westlih) der Chaussee aufstellen, wo ihnen ein geeigneter Plaß angewiesen werden wird, von welchem das

sowie Droschken, Kremsern oder son

selderstr: Dieselben müssen

aradefeld übersehen werden kann. Berlin, den 25, August 1882.

Königliches Polizei-Präsidium,

von Madai.

Theil bei einem mit diejen Kreisen liirten Goldarbeiter vor- Auch seien Correspondenzen mit Beschlag belegt, welche die Verhaftung noch anderer betheiligter Sozia- Die amtlichen Feststelungen hätten er- geben, daß die verbrecherishe That ihre Schatten bis in die Redaktionsstube eines hiesigen werfe. Details würden bei der no< {webenden Untersuchung nicht veröffentlicht. Ï

Triest, 25, August. (W. T. B.) Die hiesige Handel#s- kammer beschloß ohne alle Debatte einstimmig, anläßlich der 500 jährigen Zugehörigkeit Triests archie eine Ergebenheitsadre

gesunden worden, listen ermöglichten.

ozialdemokratishen Blattes

u der österreichishen Mon- se an den Kaiser zu Nach einer vom Regierungskommissar gemachten Mittheilung werden der Kaiser und die Kaiserin, sowie ronprinz Nudolf und seine Gemahlin der Stadt Triest am 17., 18, und 19. k, M. einen Besuch abstatten.

Großbritannien und Jrland. London, 24. August. (Allg. Corr.) Die Königin hat ihre Abreise von Osborne nah Schottland bis zur nähsten Woche verschoben. rland wird gemeldet: Die Mörder der Familie

ullaghadrume in der Grafschaft Galway sind verhaftet worden und zwar auf Grund der Aussagen von Augenzeugen des gräßlichhen Verbrechens. an der Zahl und die gegen die Mordgesellen vo o vollkommener Natur, daß diese ihrer ver: entgehen werden. wiederum

en Equipagen r\cheinen ver-

elbst werden nur diejeni [ugelasen, deren Inhaber mit polizeilihen Pass ehe

Foyce in

Es sind i rliegenden Schuldbeweise dienten Stra Dubliner

hoffentli<h nicht } Kommissionsgerichtsho} : ein Todesurtheil über einen von einer Spezial \{uldig erklärten Agrarmörder gefällt.

Solche Erfolge der Rechtspflege sind indeß nur in Dublin möglich,

a in de,

Provinz die Geshworenen \si< no< immer ürchten, ei Schuldigspruh abzugeben. 4 N E a Jn London sowie auf der ganzen Insel wüthete gestern ein hefti ger Sturm, der, den bis jeßt darüber vorliegen- den spärlichen Berichten zufolge, zu Lande wie an der Küste großen Schaden angerichtet zu haben scheint.

Türkei. Konstantinopel, 25. Au ust. (W. T. B. Lord Dufferin hatte heute Abend abermals eine Beipeetin mit Said Pascha und Assym Pascha. Der englishe Bot- schafter erklärte dabei, daß England, indem es den vom Sultan geltend gemachten Bedenken nachgebe, sich zugleich bereit erkläre, die Forderung fallen zu lassen, daß jede türkischerseits auszu- führende militärishe Bewegung dur< den englishen Kom- mandanten gutgeheißen werden müsse. Der englische und der türkische Kommandant sollen mit einander in Berathung treten. Wenn eine türkischerseits beabsichtigte Bewegung die Zu- stimmung der Engländer nicht findet, soll es den Türken frei- stehen, dieselbe troßdem auszuführen. Said Pascha besteht daraus, daß eine Landung türkischer Truppen in Alexandrien zur Kombinirung der vorzunehmenden militärischen Operationen in Egypten unumgänglih nothwendig sei.

26. August. (W. T. B.) Jn Folge der von der Pforte veranlaßten Untersuhung über ‘die jüngst stattgehabten Un: ruhen in Beirut sind 6 bereits vorher gerihtli<h bestrafte Personen der Anstistung dazu überführt und zur Verbannung verurtheilt „worden und zwar drei na<h Rhodus und die übrigen drei nah Marash. Fünf türkische Soldaten, welche sih ebenfalls an den Ruhestörungen betheiligten, wurden nach Yemen transportirt.

Afrika. Egypten. Alexandrien, 25. Augus, (W. T. B.) Zuverlässigen Nachrihten aus dem Nt Landes zufolge ist das Anwachsen des Nil hinter dem ver- flossenen Jahre bedeutend zurückgeblieben, welcher Umstand mit Bezug auf die Ernte als ungünstig gilt.

__— Das österreichische Kanonenboot „Nautilus“ befindet sich no< immer vor Abukir, alle Bemühungen des österreichishen Konsuls, die Freigabe der von den Egyptern gefangen genommenen Mannschaften des „Nautilus“ zu er- langen, sind bis jeßt erfolglos gewesen. Die zur Vermitte- lung der Freigabe vom österreichischen Konsul na<h Abukir und Kafrdowar abgesandten Personen sind bis jeßt nicht zurü>gekehrt ; auf ein Telegramm des Konsuls an Lesseps er- widerte Leßterer, er könne in der Angelegenheit nichts thun. Die Konstituirung des neuen egyptis<hen Ministe - riums ist no< nicht erfolgt, da Haidar Pascha no< nicht eingetroffen ist.

26. August. (W. T. B.) Der Offizier und die 12 Marinesoldaten des österreichishen Kriegs- \hiffs „Nautilus“, welhe am 21. d. bei Abukir gelandet und gefangen genommen waren, sind nunmehr freigelassen worden. Der „Nautilus“ ist darauf nach Port Said abge- gangen.

Port Said, 25. August. (W. T. B.) Die Kanal- gesellschaft hat die Arbeiten zur Ausrüstung von Bagger- schiffen auf der Rhede von Port Said und dem Kanal wegen des seit 3 Tagen beobachteten Fallens des Wassers im Jsmailia-Süßwasserkanal einstellen lassen. Lesseps und sein Sohn werden am Sonntag abreisen, mit der Oberleitung der Gesellschaft ist Rouville, der Chef des Transitverkehrs, beauftragt worden. Eine gestern von englischer Seite unternommene Rekognos- zirung ergab, daß Gemile h voll von arabischen Truppen ist, daß aber keine Vorposten na< Port Said zu ausgestellt sind. Gemileh wird demnächst wahrscheinli< bombardirt werden. Araber von Damiette hielten, wie verlautet, 4Gefangene, unter denen sich 2 Geistliche befanden, se<s Wochen lang in Kettenhaft und sollen dieselben auf die grausamste Weise miß- handelt haben.

Aus London, 25. August, meldet „W D B! Gerüchtweise verlautet, General Wol eley habe einen Nach- {ub von Truppen verlangt. Die Regierung hat, nachdem sie sih mit dem Khedive in Verbindung geseßt, das Aner- bieten des Prinzen Jbrahim, den Feldzug in Egypten in der britischen Armee mitzumachen, abgelehnt.

Eine Depesche General Wols eley's an das Depar- tement des Krieges aus Jsmailia vom 24. d, M. meldet: Jh habe heute Morgen mit Kavallerie und 1000 Mann Jn- fanterie den Vormarsch angetreten und nah einigen Scharmügeln einen von Arabi Paschas Truppen zwischen den Ortschaften Magfar und Mahuta am Kanal errichteten FFa- shinendamm beseßt. Einige Offiziere und Mannschaften sind verwundet. Jh werde morgen die Stellung des Feindes bei Halenka angreifen.

General Wolseley theilt in einer Depesche aus «JFsmailia von heute Abend 10 Uhr mit, er sei heute (25.) früh von Neuem vorgerü>t mit der ersten Division, der ganzen Kavallerie: Brigade und 16 Kanonen. Die Egypter hätten ihre Position bei Ma huta stark verschanzt und noch etwa 10 000 Mann zur Verstärkung herangezogen, während englischerseits im Ganzen nur 1500 Mann den ganzen Tag über, und zwar mit Erfolg, den- selben entgegengestellt wurden. Er habe dem General Lowe Befehl ertheilt, mit Kavallerie und Artillerie die Egypter im Rü>en anzugreifen; General Lowe habe dieses Manöver in der geschi>testen Weise ausgeführt; die englishen Trup- pen hätten den Feind in die Flucht geschlagen und ihm einen empfindlichen Verlust beigebracht, ein großes Lager bei dem Bahnhofe Mahsamet, 5 Kruppsche Kanonen, eine Quantität Munition und eine Anzahl Gewehre nebst 75 Eisen- bahnwaggons voll Proviant sei in ihre Hände gefallen. Wolseley erklärt weiter, er sei so sehr von dem Ausgang dieses Zusammen- stoßes mit den Egyptern befriedigt, daß er entgegen seiner frühe- ren Absiht morgen {hon den Weitermarsch antreten werde, um die Schleuse Kassasin am Süßwasserkanal zu beseßen, da diese Position den Weg der Truppen durch die Wüste zwischen smailia und Dette ficherstelle. Er erwarte, bevor er nah

agazig gelange, keinen ernsthaften Angriff der Egypter mehr, die durch die heutige Niederlage in hohem Grade entmuthigt erschienen. Die in dem gestrigen Gefechte englischerseits er- littenen Verluste giebt General O auf 6 Todte, 12 Ver- wundete an. Die heutigen Verluste seien no< unbekannt, aber nicht bedeutend. General Seymour habe auf dem Süßwasser- kanal einen riedr hergestellt, um die Truppen mit Proviant zu versehen.

Dem „Daily Telegraph“ wird aus Port Said vom 21. d. M. gemeldet: „Raschid Pascha ‘Husni, ein Tscherkesse und einer der besten Soldaten Arabis, jo wie Mahmud Sami stehen in Telelkebir, etwa 30 Meilen von mailia, mit fei 1 on von denen 11000 Mann reguläre Truppen

n sollen.“ g

In einem Telegramme der „Daily News“ aus Jsmailia vom 22. d. wird mitgetheilt :

, Gestern und heute sind verschiedene höhere Offiziere und Ge- meine leßtere in einem sehr elenden Zustande hier angekommen und haben sih gefangen gegeben. Alle betheuerten ihre Loyalität oegen den Khedive, den Wunsh ausspre<end, nur ihm zu dienen. Dieselben versicherten unseren Behörden, daß sie nur dur< Drohungen und Einshüchterungen in den Reihen der Rebellenarmee festgehalten wurden und daß Tausende Andere \si< in gleiher Lage befänden. Die allgemeine Meinung unter denen, wel<e Caypten wirkli< fennen und das Volk verstehen, ist, daß sehr wenig Widerstand von Seiten der Rebellen geleistet werden wird. Aus dem befestigten Lager zu Telel- kebir wird cine Flucht stattfinden; über diesen Punkt hinaus aber werde die Straße nah Kairo frei sein, es sei denn, es gelinge Arabi, eet 2 unter Wasser zu seßen, was jedo< für zweifelhaft gehal-

ird.

Ein Telegramm der „Times“ aus ort Said vom ée E, Y dajelbst am Abend dieses Tages ein egyptischer Offizier aus dem Sudan eingetroffen, welcher die Mittheilung mate, pin er von Mehemet Naadi Pascha, dem Gouverneur des Sudan, abgeschi>t worden sei, um den Khedive zu benachrichtigen, daß er (der Gouver- neur) und alle unter seinem Befehle stehenden Offiziere und Solda- ten loyal seien und Arabi nie anerkennen werden. Ein Scul- meister aus den Regierungs\chulen in Kairo, welcher letztere die Stadt am 14. verlassen hat, giebt an, daß nächtli< Fackelzugprozessionen die Straßen Kairos dur<ziehen und Männer wie Knaben Allah an- rufen, den Tod über die Engländer herabzusenden, in den Worten: eGroßer Allah schi>e allen cristlichen Hunden den Tod!“ Ein kopti- \her Erzbischof, der sih daselbst befindet, thut aus Fur<t um sein Leben alles, was Arabi ihm befiehlt oder von ihm verlangt. Der Se e 2 bio 8 Vi dane nton auf, jeder e ave 2 vis 0 Piaster pro Feddan zu zahlen, die Hälfte seines Viehes und ein Gefäß Weizen zu liefern. L

Aus Alexandrien, 21. August, wird der „Pol. Corr.“ geschrieben : B E ,_ Das gestrige Gefeht, an wel<em das 38., 49., 75. und 79. Ne- giment Theil nahmen, war wie gewöhnlich ein Artilleriekampf; zum ersten Male bedienten sih die Araber einer 15 Centimenter-Krupp- Kanone, welche, sehr gut dirigirt, Bomben in die englischen Ver- scanzungen \{leuderte und um ein Haar den Panzerzug in die Luft gesprengt hätte. Zwei Compagnien des 42. Bataillons, die von den Hauptleuten Rathbone und Mac Crad>en befehligt wurden, hatten das feindliche Feuer auszuhalten. Sie hatten si< verschanzt, und cin Bataillon mußte einen Flankenmarsh machen, um ihnen Luft zu hafen. Die Brigade Wood besteht fast durchgängig aus jungen Truppen, die zum ersten Male im Feuer stehen. Die Araber be- gingen niht mehr denselben Fehler, wie Tags vorher. Sie verließen ihre Verschanzungen, welche sie jeßt ia mit sehr tiefen Gräben umgeben, niht früher, als bis ihre Artillerie einige Unordnung in die englischen Reihen gebraht hatte. Der Panzerzug mußte ungefähr 509 m zurü>fahren, um die dur< die egyptischen Bomben auf der Linie angerichteten Verwüstungen zu untersuchen. Diesen Augenbli> benützten die arabishen Generale, um mit drei Bataillonen Infanterie und starker Kavallerie die Engländer anzu- greifen. General Wood mußte den Rückzug antreten und seine Brigade unter den Schuß der Batterien von Ramleh bringen. Der General ist zur Ueberzeugung gelangt, t die Verschanzungen von Kafr-el-Dowar ohne vollständiges elagerungsmaterial nit genommen werden können. Zwei Kanonen, eine von vier, die andere von sechs Tonnen, die in Abukir genommen wurden, wur- den in King-Dêman plazirt. General Alifon hat die Kanonen von 6$ t, welche das Fort Ada vertheidigen sollten, erbeutet und dieselben mit Maschinen auf die Erdwerke von Ramleh gebracht. Es ist \{<wierig, von den englischen Offizieren die Ziffern der Verluste zu erfahren, welche ihre Truppen in den tägli< vorkommenden Plänkeleien erleiden. Sie spre<hen mit großer Bereitwilligkeit von der Anzahl Leute, wel<e sie den Egyptern - tödten, aber ihre eigenen Todten gestehen sie nit ein. Höchstens. erwähnen sie die Fälle von Sonnenstich, denen ihre Soldaten zum Opfer fallen. Von 16 000 Mann, die zwischen Kafr-el-Dewar und Abukir echelonnirt sind, werden 5000 Mann na< Kairo geschi>t werden. Die Engländer erhalten tägli neue Nahshübe. Zwei neue Bataillone werden die Brigade Alison verstärken. _In Kairo herrs{<t große Aufregung. 35 000 Fellahs wurden requirirt, um in Barrage (bei der Eisenbahn- brüde über den Nil) Verschanzungen aufzuwerfen. Die Partei der alten Funktionäre ist für den Frieden und für Unterwerfung Unter den Khedive. Jn Zagazig und in Mansurah wird der heilige Krieg gepredigt; alle Truppen werden nach diesen beiden Punkten dirigirt. In der Nähe von Chibin-el- Kom und von Mehalla wurden weite Landstre>en übers{<wemmt. Man spricht von einem Bruche der Kanäle und vom Verluste der Ernten. Doch ist es unmögli, die Verläßlichkeit dieser Gerüchte zu prüfen. Auch wird versichert, daß 20000 Mann, die aus Ober- E, na< Kairo gekommen sein sollen, der Armee einverleibt vorden seien.

Zeitungsstimmen.

Die „Essener Zeitung“ theilt die Einleitung des Jahresberihtes der Handelskammer für den Kreis Essen mit. Daselbst wird u. A. ausgesührt :

Wenn auch im vergangenen Jahre die Koblenindustrie in ver- mehrterem Umfange beschäftigt war, als im vorhergehenden, so kann im Allgemeinen do<h no< durchaus nicht von einer befriedigenden Lage derselben berihtet werden, indem namentli< die niedrigen Preise „der Kohlen es sind, welche diesem Zweige der Montanindustrie no<h immer die Prosperität “nicht statten, welche feiner Energie des Schaffens entspräche In der Eisenindustrie war das Verhältniß im Allgemeinen günstiger. Die Werke waren beschäftigt, obschon der Verdienst mit Ausnahme einiger Spezialitäten nur gering war. In dem vorhergehenden Jahre war dur das Eingreifen der Spekulation eine über das berechtigte Maß hinausgehende Steigerung der Preise, namentli<h für Roh- materialien eingetreten, welcher im abgelaufenen Jahre eine Reaktion folgte. Jedo< waren die Preise no< etwas böher als im Jahre 1879/80 und das Geschäft bewegte si in ruhigen Bahnen. Die Nawbfrage wuchs stetig und der steigende Verbrauch an Eisen und Stahl bildet die Grundlage einer weiteren gedeiblicen Entwickelung. Troy des thatsächlich bis jeßt nur geringen Erfolges sind wir doch der festen Ueberzeugung, daß eine weitere Besserung? bei

‘der vollständigen Durchführung der von Ew. Dur(lauct inaugurirten

Wirthschaftépolitik eintreten wird. Namentlich seinen uns unter Anderem die jüngsten Maßnahmen, welche auf Einführung und Ver- besserung von ara lseriralen, die billigere Tarifirung der Güter auf den Eisenbahnen 2c, hinzielen, geeignet, auf den oblstand unserer Gegend und des Vaterlandes günstig einzuwirken Wir gestatten uns Ew. Durchlaucht Aufmerksamkeit wiederholt ganz besonders auf die Größe des Staatsinteresses hinzulenken, wel- bes an der Ausdehnung der Montanindustrie hervorragend betheiligt ist, jowodl durch die Zahl der in derselben beschäftigten Arbeiter, als dur den Ertrag der Staatseisenbahnen, wel<e von ihr haupt\äli mittelst Massentransporte alimentirt werden. Die bedeutenden und edlen unterirdis< lagernden Mineralien können beim Schutze der Kohlen» und Eisenindustrie wesentli jeuragen, den Nationalwohl[- stand zu vermehren und die Wohlfahrt des Vaterlandes zu heben. }elbe Blatt g einen Auszug aus dem Jahresbericht der Handelskammer für den Kreis Siegen, welcher unter dem Abschnitt „Allgemeines“ sagt: ; enn von der Freihandelspartei Ende 1880 z, B. darauf hin-

gewiesen werden konnte, daß der im Herbst 1879 beginnende Auf-

s{wung der Eisenindustrie allein auf amerikanis<he Käufe zurü>zu- führen sei, so fann beute dem gegenüber die Thatsache wohl nicht ge- leugnet werden, daß das Eisengeshäft si im verflossenen Jahre, unabbängig vom Auslande, im Ganzen in #etiger rubiger Entwi>e- lung befunden hat, welce allerdings augenbli>lid unter einer Ab- Es leidet, wie solche au in den besten Zeiten vorzukommen

Die „Norddeutsche Allgemeine eitung“ uen: Î B Dan

s ist von großem Interesse, den Wirkungen der neuen Zoll- geleßgebung na allen Seiten hin nachzugehen, und es ist dabei er- freuli, diese Wirkung als eine gute anerkannt zu sehen.

o wird aus einem Kreise, in welhem namentli die Tuch- und Bud>sfin-Industrie blüht, aus dem Kreise Cottbus, berichtet, daß in der vorjährigen Campagne gegen die vorangegangenen Jahre eine entschiedene Besserung zu erkennen war, wenn auch das Resultat noc kein grade glänzendes zu nennen gewesen. Aber nicht zu leugnen ist, wie man von dort her schreibt, daß die jeßige Zollgeseßgebung den dortigen Fabri- kanten sehr zu statten fommt. . Die Einfuhr englisher Waare ist auf einen vers<windenden Bruchtheil des früheren deutscen Konsums reduzirt, namcntli< Winterwaare. Aber au< So1namerwaare wird auch nicht annähernd mehr in der Menge eingeführt, wie beispiels- weise no< vor drei Jahren. Der auf fremde Waare erhobene Zoll sichert der cinheimischen Industrie bei gleicher Leistungsfähigkeit immer- hin einen, wenn au dur die geringe Höhe des Zolles, namentlich auf feinere Waare, nicht allzubedeutenden Vorsprung.

: Daher bebt sih au< für jenen Kreis, dessen Fabrikate dur anerkannte Solidität und Reellität sowie dur< Billigkeit und geshmad>volle Ausführung den englishen Waaren das Terrain mit Erfolg streitig machen, der Export. So hat die Ausfuhr na< Nord- amerifa einige dortige Fabriken reihli< beschäftigt; au<h Rußland interessirt sih für diese Waaren, do wird der Export dorthin durch den enormen Zoll sehr eingeschränkt. In Italien, der Schweiz, Holland und Skandinavien gewinni bus deutsche Fabrikat gleichfalls immer mehr an Boden ; daß aber die Hoffnung auf ein regelmäßiges Absaßtz- gebiet in Oesterreich - Ungarn, die man in den letzten Jahren gefaßt, nit realisirt worden, liegt an dem an und für fh hohen Zoll und vor Allem an der Art der Erhebung. Man klagt darüber, daß fast kein Geschäft dorthin flott geht, bei jeder Gelegenheit c A bei der Verzollung Schwierigkeiten gemaht werden.

, Wenn nun aber im Ganzen troß alledem diese Industrie ih stetig hebt, so erkennt man darin eben mit Dank den Segen der neuen Zollgeseßgebung.

G der „Neuen Preußischen Zeitung“ lesen wir: Die Handelékammer von Nordhausen konstatirt in ihrem Bericht über die Lage des Jahres 1881, daß si<h im Vergleih zu den Teßt- verflossenen Jahren eine theilweise Wendung zum Besseren gezeigt hat. Manche Fabrikanten waren în der Lage, die Anzahl ihrer Arbeiter zu erhöhen und die Arbeit8zeit auszudehnen, und nicht so ganz ver- einzelt zeigten sih Resultate, die Befriedigung gewährten und Hoff- nungen auf weitere gedeihliche Entwicklung eröffnen. Die Handels- kammer von Elberfeld konstatirt glei<falls eine weitere Vermehrung der wirthschaftlihen Thätigkeit und führt als Ursache unter anderen

auch die Unterstützung an, welche die J ; ! 1 fabrin: stüßung an, welche die Industrie dur die Schutzölle

Ueber die Lage der Maschinenindustrie finden wir in der Augsburger „Uuüilgemeinen Zeitung“ folgende use rung:

„G3 war durch fast zehn Jahre für die Maswinenbranche keine so günstige Geschäftsentwi>elung als dermalen Dia Nebeg den Bestellungen an Maschinen, Waggons und Betriebsvorrichtungen für Verkehrsanstalten mat si< allenthalben ein großer Bedarf von Maschinen und Betriebsmotoren für industrielle Ünternehmungen eltend. Desgleichen nimmt die Nachfrage an Mascinen für die andwirths<aft, Mühlen, Brauereien und Fueersanten größere Dimensionen N Die deutsche Maschinenindustrie befindet si< in voller Thätigkeit, namentlih liegen in Konstruktionsarbeiten bedeutende Ordres vor; die Eisengießereien und Kesselshmieden er- freuen sih ebenfalls reiliher Aufträge; bei den Lokomotiv- und Waggonbauanstalten fehlt es ebenso wenig an lohnender Arbeit.

Auch für den Erport gewinnen die deutschen Mascinenfabriken ftets mehr an Terrain.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Von der Geschichte der Deutschen Literatur von Prof Dr. Wilhelm Scherer ist kürzlich das 6. Heft erschienen (Beri Weidmannsche Buchhandlung). In diesem Heft gelangt das- Kapitel, welches die Anfänge der modernen Literatur zur Darstellung brachte, mit der Besprechung des Reiseromans und der Robinsonaden zu Ende. Ein kleinerer Abschnitt behandelt sodann das Theater unter dem Einfluß der Oper und des Hanswursts, sowie Gotts<heds Verdienste um die deutsche Bühne. Im 11. Kapitel wendet sih der Verfasser nunmchr dem Zeitalter Friedrihs des Großen zu, welches er nah den bedeutendsten lokalen literarishen Centren der Zeit, Leipzig einer-, Zürich und Berlin andererseits, sowie den Kory- phäen jener Epoche: Gottsched und Gellert, Rabener, Zachariae, Elias Swlegel, Weiße, Bodmer und Breitinger, Friedrih dem Großen selbst, Klopsto, Ewald von Kleist und Wieland, abhandelt, Der Erscheinung Lessings ift ein besonderes Kapitel gewidmet, welches in dieser Lieferung no< ni<t zum Abschluß gelangte.

Das 7. Heft der in Carl Heymanns Verlag ets{einenden Sammlung Deutscher Reichs- und Preußischer Landes- gesetze entbält: das Geseß, betreffend ie Verjährungs- fristen bei öffentlichen Abgaben in den Provinzen Sleswig- Holstein u. \. w., vom 12. April 1882; das Reglement, die polizeiliche Behandlung der Fundsachen betreffend, vom 21. April 1882; das Gesetz, betreffend die Aufhebung der Verbote gegen das sog. Schäfervorviek u. }. w., vom 17. Mai 1882; Gesetz, betreffend baa der kirhenpolitischen Gesetze, vom 31. Mai 1882, und die Kirchengesetze für die Provinz Hannover vom 28. und 30. Juni 1882. (Preis 0,25 M) Im 8. Heft sind die Bestimmunzen gesammelt, die das Reich betreffen, nämli: Bekanntmachung, die Reichsstempelabgaben betreffend, vom 16, März 1882; Verordnung, betreffend die Kautionen der Beamten der Militär- und Marineverwaltung, vom 30. März 1882; desgl., die Marschrouten betreffend, vom 18. April 1882; desgl., betreffend die Verwendung giftiger Farben, vom 1. Mai 1882; Gesetz, betreffend die Abänderung des Zolltarifs, vom 23. Juni 1882, und Bekannt- adung, An T des Seeanisses L gewerblichen

nlagen, welche einer besonderen Genehmigun edürfen, 12, Juli 1882. (Preis 0,30 X) TEE M. A

Land- und Forstwirth\haft.

G B „Schwäb. Merk.“ entnehmen wir felgende Ernt e- Aus Niederbayern. Während man heuer im Frühjahr noch eine in jeder Beziehung gute Ernte prognostizirte n N wr ungünstige Witterung im Monat Juni auf die t überwinterten Saaten gerade nit alterirend einwirkte, fiel zur Erntezeit bei uns anhaltend \{le<tes Wetter ein, so daß das am Feld liegende Ge- treide {on zu keimen anfing und man die gleie Sorge für die no< am Halm stehende Et hegte. Glü>liher Weise trat no< in letz- ter Stunde \{öônes er ein, so daß man allerdings in aller Hast die so reibe Ernte unter Dach bringen konnte, und beute können wir ruhig sagen, daß alles zu Hause ist. Üeber den Ausfall der Qualität läßr s nas R as enden DEpLEEn Tensntirea, daß der Schaden n o groß ift, als man . B. dur< Auswuchs verdorbene Frudt kaum { des A ne s Aan

e dagegen, die größtentheils erst s wurde, hat nit so stark gelitten Auwa 1 sogeden gesGvitten

einzelt, dagegen fehlt es heuer an der Farbe, oggen war der meiste