1882 / 245 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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diese Beweise vertrauentvoller Liebe. JI< kann nur Gott bitten, das mir wiedergeschenkte Leben und die neugewonnenen Kräfte ganz dem Wohl und Gedeihen meines Volkes widmen zu dürfen. Dur treue

Arbeit für Alle möchte ih am liebsten meinen Dank für die erfahrene Treue bewähren. ; i . i: Z /

Beim Wiederantritt meiner Regierung gilt es mir als eine werthe Pflicht, Dir für die aufopfernde Hingebung zu danken, die Du mir mit der treuen Gesinnung des Sohnes während der langen Zeit meiner Verhinderung bewiesen hast. Mit aufrichtiger Befriedi- gung war ih Zeuge Deines Bestrebens, Deine Aufgabe der Stell- vertretung mit gewissenhafter Sorgfalt zu lösen. Freudig durfte ih wahrnehmen, welche Früchte Deine fleißigen Studien auf Schule und Universität nun in der praktis{en Anwendung getragen haben. Die von Dir gesammelten Erfahrungen wirst Du als wibtige Grundlage für Deine fernere Entwi>kelung und Thôâtigkeit ansehen; und insofern ist die uns auferlegte Prüfung s\egensvoll für Dich geworden. In diesem Sinne schauen wir Beide auf diese \{were Zeit mit Dank zurü>.

Deiner Fürsorge übertrage ih die Vermittelung meines Dankes an mein theueres Volk.

Gottes Segen walte über Dir und unserm lieben Land. Dein treu Dich liebender Vater —— Friedri <.

S<{loß Mainau, den 15. Oktober 1882. E An Se. Königliche Hoheit den Erbgroßherzog Friedrich von Baden in Karlsruhe.

Sehr werthges{äßter Herr Staats-Minister Turban!

Se. Königliche Hoheit der Großherzog hat in dem hier an- ges{lossenen an mi gerihteten Schreiben vom 15. dieses Monats den Wunsch ausgesprochen, daß der Inhalt desselben zur öffentlichen Kenntniß gebracht werde. Indem ih Sie bitte, das hierna<h Erfor- derliche anzuordnen, benüße ih auch diesen Anlaß, Sie meiner vor- züglihen Werthschäßung zu versichern und verbleibe

Ihr ergebener

Friedri, Erbgroßherzog. Karlsruhe, den 16. Oktober 1882, : An den Herrn Staats-Minister Turban dahier.

Höchstem Auftrag gemäß bringe ih das folgende an mi ge- richtete gnädigste Handschreiben Sr. Königlichen Hoheit des Groß- herzogs hiermit zur öffentlichen Kenntniß.

Karlsruhe, den 16. Oktober 1882.

Turban. Mein lieber Staats-Minister Turban! : Aus dem an meinen Sohn, den Erbgroßherzog, unter dem heuti- gen Tag gerichteten Schreiben haben Sie vernommen, daß ih die Regierung des Landes wieder zu Übernehmen gelt Min, Gott sei Dank, fühle i< mi< in meiner Wiederherstellung weit genug gefördert, um mich den Interessen des Landes mit der gebührenden Hingebung widmen zu dürfen. Dabei verhehle ih mir keineswegs, daß ih in der Verwendung der wieder erlangten Arbeitskraft vorerst mir werde Beschränkungen auferlegen müssen, die mir, beim Vergleich mit der früheren Thätigkeit, sehr {wer fallen. Nur im Interesse der völligen Befestigung meiner dur die lange Krankheitsperiode ershütterten Gesundheit fasse ih diesen Entschluß der Selbstbes<ränkung der ein Opfer für mi ist. E Bei der freudigen Rückkehr in die mir so werthe Thätigkeit sprebe i< Ihnen und den Mitgliedern des Staats-Ministeriums dankbare Anerkennung aus für den treuen und erfolgreichen Beistand, dessen sih der Erbgroßherzog als mein Stellvertreter von Ihrer Seite itets zu erfreuen hatte. Sie haben ihm dadur seine {<wierige Auf- gabe wesentli< erleichtert.

Sie entspracen damit dem Vertrauen, womit ih bisher die Thâätigkeit des Staats-Ministeriums zu begleiten gewohnt war und womit ich jeßt zu unserer Arbeit zurü>kehre.

In aufrichtiger Werthschätzung verbleibe ih i:

Ihr wohlgeneigter

Friedri <. S{loß Mainau, den 15. Oktober 1882,

eff}en. Darmsiadt, 14. Oktober. (Köln. Ztg.) Die Großherzogliche Regierung hatte in neuerer Zeit, um die Wirkungen der neuen Gerichtskostengeseßgebung in finanzieller Hinsicht zu ermitteln und ein Urtheil darüber zu gewinnen, ob in einzelnen Richtungen eine weitere Er- mäßigung der Gerichtskosten eintreten könne, bezüglih der Kosten in den bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, auf welche das deutsche Gerichtskostengeseß Anwendung findet, und bezüg- lih eines Theils der Kosten der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit Erhebungen veranlaßt, deren Ergebnisse jeßt die „Darnmst. Ztg.“ veröffentlicht. Es ergiebt si< daraus die Thatsache, daß, während die Reineinnahme des Zeitraums 1. Of- tober 1878/79 na<h früheren Ermittelungen 533 593 4 betrug, die Reineinnahme des Geschäftsjahres 1881 \i< auf nur 357 278 F (Gesawmt-Solleinnahme an Gerichtskosten d. h. Gebühren und Auslagen 531 978 , nah Abzug der Aus- gaben : zurü>bezahlte Vorschüsse und Kosten 33 630 A, nieder- geshlagene Kosten 9119 M, uneinbringliche Kosten 31 414 M4, eugengebühren, Diäten und sonstige Auslagen nach $8. 79 des -K.-G. 100 536 A, zusammen 174 700 i) beziffert, sona<h etwa um ein Drittel hinter jener erstern zurü>geblieben ist. Etwas günstiger steht es bei der nichtsireitigen Gerichtsbar- keit (Jmmobiliarveräußerungs- und Hypothekenstempel) indem hier bei Vergleihung eines Jahres vor dem 1. Oktober 1879 mit einem Voranschlag nah der hessischen Verordnung vom 18. Januar d. J. bei dem Stempel für Jmmobiliarveräuße- rungen die Ziffern 324 007 M gegen 339665 F und bei gem Stempel für Hypotheken 96883 M gegen 96 018 M ehen.

Elsaß - Lothringen, Straßburg, 16. Oltober. Wie die „Els.-Lothr. Ztg.“ mitthält, begab ih der Statt- gter gestern, um die dortige Ausstellung zu besuchen, nah

ünster, wo derselbe von dem Comité der Ausstellung sowie den Bürgermeistern der oberen Ortschaften des Thales empfangen wurde. Namens desselben ergriff Hr. Jean Kiener das Wort, um den Statthalter auf das Herzlichste zu begrüßen und ihm im Namen der Stadt Münster und der Bewohner des Münsterthals den Dank für den Besu< der Ausstel- lung auszusprechen. Jn seiner Erwiderung dankte Se. Excellenz für die ihm gewidmeten Worte und hob hervor: es sei ihm ein Bedürfniß, gewesen, hier persönlich zu erscheinen, nit allein um die Ausstellung zu sehen, sondern um vor Allem seine innige Theilnahme auszusprehen über das furchtbare Unglüd, welches so viele Bewohner von Münster und des Münsterthals in Shmerz und Trauer verseßt habe. Hier- auf erfolgte die Besichtigung der Ausstellung. Der Stalt- lter begab si< demnächst zu Fuß na< der fatholishen irhe und auf den Friedhof an die Gräber der bei ugstetten Verunglü>ten. Vom Kirhhof aus trat der tatthalter die Kü>fahrt nah Colmar an.

Oesterreich-Ungarn. Agram, 17. Oktober. (W. T. B.) Der Jnartikulirungs-Aus <uß des Landtags nahm mit allen Stimmen gegen diejenige Vojnovics den vom Banus

gestellten Antrag, betreffend die gZnartikulirung der Grenz verordnungen, an.

Großbritannien und 1 h ber. (Allg. Corr.) Der „Observer“ jchreibt: „Es sei denn, daß die Ereignisse viel s{hneller vorrü>en, als wir Ursache haben, zu vermuthen, so ist es nit wahrscheinli<, daß die Regierung noch auf längere Zeit hinaus in der Lage sein eorganisation Egyptens bekannt rage von inneren

London, 16. Okto-

wird, ihr Programm zur t zu geben. Denn niht nur ist diese F E Schwierigkeiten umgeben, sondern sie ist au komplizirt dur die Verbindung Egyptens mit der Türkei und die Beziehun- gen zwischen England und den europäischen Mächten. i ist also eitel“, zieht der „Observer“ den Schluß, „eine Kritik über die Vergangenheit auszusprechen ,

Der „Observer“ perhorreszirt daher cine ernstliche Debatte über die Politik der Regierung in Betreff Egyptens bei dem Zusammentritt des Parlaments am 24. ds. und meint, „während die Unterhandlungen no<h in der Shwebe sind und während die Arrangements für die künftige Administration Egyptens fih. no< unter Diskussion befinden (niht nur in Cairo, son- dern in den leitenden Hauptstädten Europas) würde es höchst unrathsam sein, eine parlamentarische Debatte herbeizuführen, in welcher an die Minister. die Aufforderung gerichtet wird, den allgemeinen Charakter der Lösung zu enthüllen, welche Wir erwarten deshalb, daß, wenn das Parlament zusammenkommt, jedwede Forderung nach einer langen und ershöpfenden Diskussion unserer egyptischen Politik mit der einfachen Erklärung kurzer Hand parirt werden wird, daß eine solche Diskussion in der gegenwärtigen Zeitlage dem öffentlihen Jnteresse nicht förderlih sein würde.“ Auch hält der „Observer“ dafür, daß die Führer der konservativen Partei gewichtige Gründe haben, eine Kontroverse zu ver- meiden, welche es klar machen, daß die Schwierigkeiten der Situation in niht geringem Grade dur< den Wankelmuth

und die Kurzsichtigkeit der vorigen Administration hervorge- rufen worden seten.

P Plymouth

dieselben im Auge haben.

3 Heinrich von Preußen kam am Sonntag in an Bord der deutschen Kriegskorvette „Olga“ an, wird daselbst bis Freitag verw:ilen und an diesem Tage der Grundsteinlegung zu dem Leuchtthurm von Eddystone welcher auf dem Hoe errichtet werden soll Seitens des Herzogs und der Herzogin von Edinburgh beiwohnen.

Leopold und seire Gemahlin besu<hten am Sonnabend von Balmoral aus Glasgow, um daselbst eine Ausstellung von kunstvollen Nadelarbeiten zu eröffnen. Ge- legentlih seiner Anwesenheit wurde de bürgerreht der Stadt ertheilt. Dem He von der Einwohnerschaft der schottishen Handelsstadt ein äußerst herzlicher Empfang bereitet.

In Dublin wurde gestern Morgen auf eine vor der Kaserne im Brabazon-Park stationirte Sch Der Soldat ist tödtlich verwundet und d aufkommen.

Dublin,

m Prinzen das Ehren- rzoglichen Paare wurde

ildwache geschossen. ürfte niht wieder Verhaftungen haben noch nit stattgefunden. 17, Oktober. nationale Konferenz ist h nells zusammengetreten und hat nationalen beschlossen.

Frankreich. - Paris, 16. Oktober. (Köln. Ztg.) Die Eröffnung der Kammersession soll am 6. November erfolgen, indessen ist das Einberufungsdekret no< nicht er-

Zunächst?zird si<h die Députirtenkammer mit dem Zur Wiederanknüpfung det delsvertrag wurden zwischen landen Vorverhandlungen er- Montceau-les-Mines is} seit gestern von Schwadron einer Gensd’armerie-Abtheilung beseht. gleich bereits an 2000 Mann Truppen in jener Gegend stehen, wurde heute no< ein Jägerbatailon nah Montceau ab- Ein kommandirender Genera militärishen Maßregeln in Händen. allgemeine Sicherheit traf gestern Abend in Montceau ein. Der Ministerrath hat seinen Beschluß, daß fortan seine Verhandlungen geheim bleiben sollen, infolge der Beshwerden der Presse wieder fallen lassen. Präsident Grévy machte gestern dem Prinzen von Wales seinen Gegenbesuh. Der Prinz von Wales besuhte au< Gambetta.

Macon, 17. Oktober. les Mines sind mehrere Führer der dort stattfindenden unruhigen Bewegung verhaftet worden. regel der Regierung und die Raschheit bei der Ausführung derselben haben ihre Wirkung nicht verfehlt, und man hofft, daß jeder Versuch neuer Ruhestörungen unterbleiben werde.

Türkei. Konstantinopel, 17. Oktober, (W. T. B.) Achmed Vefik, derGouverneur von Brussa, ist heute seines Postens entseßt worden, weil er den Befehlen der Pforte nid leistete. Die Abseßung wird als ein Beweis dafür a daß der Premier-Minister entschlossen sei, energisch v: Achmet Vefik wiesen werden.

18, Oktober. Lord Dufferin eine Note dessen Note vom 8. d. M., mung Egyptens.

D). Die eute unter dem Vorsiß Var- die Bildung einer irischen iga in Gemäßheit des bekanntcn Programms

Budget zu beschäftigen haben. Verhandlungen über den Han Frankreih und den Nieder

Bataillon FJnfanterie,

[l hat die Leitung der Der Direktor für die

Montceau

Die bezüglihe Mafß-

rzugehen. soll dem Staatsrath zur Aburtheilung über- (W. T. B.) Die Pforte hat gestern zugehen lassen als Antwort auf die Frage n derselben erklärt die Pforte, \iz sei geneigt, wegen der definitiven Regelung der ecyptishen An- gelegenheiten mit Englan zu verhandeln und hoffe im Ver- trauen auf die Freundschaft Englands, daß lagen des status quo

betreffend

( ) die Hauptgrund- feine Aenderung erfahren würden.

l (W. T. B.) Skimmen die Re-

Dänemark. Kopenhagen, 17. Oktober. Das Foilkething nahm mit 74 gegen 10 gegen das Verbot der Einfuhr von Hornvieh aus Neun Mitglieder der Rechten enthielten \i<h der Abstimmung. Der Minister des Innern hatte im Voraus erklärt, er könne die Resolution in niht berlüid>sihtigen. früher gegebene V

Schweden

der vorliegenden Form Gleidzeitig wiederholte der Minister das ersprehen einer eventuellen hebung des Verbots, jedo<h mit Uebergan

Amerika,

späteren Auf- gsbestimmungen.

(Allg. Corr.) hierher zurüd>gekehrt. ensecola hat einen Aufruf an g des dur<h das gelbe Fieber in a Elends erlassen. Datum gemeldet ,

New-York, Präsident Arthur ist von Boston Der Gesundheitsrath in P das Land zur Linderun dieser Stadt verursachte

14. Oktober.

Aus Panama

um Mitternacht Jn einem Theile der Jnsel Cuba wurde am le

Cuba büten Sonntag viel Schaden

Wirbelsturm , angerichtet, Bezirk Vuelta abajo

Bette, und viele Personen ertranken.

Die Leichen von 15

sind seitdem geborgen worden, aber andere werden no< vermißt. i

15. Oktober. Es is jeßt bestimmt ermittelt worden, daß die Wahl in West-Virginien einen Gewinn von zwei Kongreßmitgliedern für die Republikaner ergeben hat. Die Demokraten haben indeß eine Majorität von ca. 20 000 Stimmen im Staate. General Grant hat erklärt, ér sei an dem gegenwärtigen politischen Feldzuge nicht interessirt, da er sfih mit Politik niht beschäftige.

Afrika. Egyvten. Kairo, 17. Oktober. (W. T. B.) Der Herzog von Connaught ijt von seinem Ausfluge na< Vberegypten zurücgekehrt und wird heute Abend mit General Wolseley einer zu Ehren der englischen Armee veranstalteten Festlichkeit beiwohnen. Morgen findet ein Fest bei Riaz Pascha statt, zu welhem der Herzog sein Erscheinen gleichfalls zugesagt hat. Dem englishen General - Konsul Malet wurde eine Note des Ministeriums zugestellt, in welcher darauf hingewiesen wird, daß eine strenge Bestrag- fung der Rebellen für die Aufrechterhaltung der Ordnung nothwendig sei. Es würde gefährlih sein, den Prozeß gegen die Rebellen hinzus<hleppen. Man dürfe nicht ein Verfahren anwenden, welches für orientalische Länder unzulässig fei.

Alexandrien, 17. Oktober. (W. T. B.) Der Justiz- Minister hat dem Präsidenten des internationalen Gerichts- hofs ein Dekret des Khedive zugehen lassen, dur welches die Frist für die Erfüllung aller seit dem 10. Juni gefällten richterlihen Entscheidungen bis zum 31. Dezember d. J. verlängert wird. Nach dem von der Kommission für die Domänenanleihe er- statteten Bericht wird voraussichtli< beantragt werden, daß die Regierung zur Bezahlung des fälligen Coupons einen Vorschuß leiste. Der Bericht konstatirt, daß die Aus- gaben in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September d. N den Voranschlag um 187 000 Livres übersteigen. Noger Bey hat in einer Zuschrift die Ansicht ausgesprochen, das; die Bewilligung englischer Vertheidiger für Ara bi Pascha ein schwerer Nachtheil sür die egyptische Justiz sein würde.

Zeitungsftimmen.

Unter der Ueberschrist: „Was wollen wir Freikonser- vativen ?“ bringt die „Post einen Artikel, der no< einmal das Programm der sreikonservativen Partei für die Wahlen zusammenfaßt; es heißt in diesem Artikel u. a.: 46

„Wir wollen gleihmäßige Fürsorge des Staates für alle Zweige des Erwerbslebens, für alle Theile des Landes, und namentli au für den Bürger- und Bauernstand in den kleineren Städten und auf dem platten Lande, Wir billigen es daher, daß seit 1879 die Zoll- und Verkehrspolitik im Reihe und in Preußen ni<ht mehr vorwiegend im Interesse des Großhandels und der aroßen Geld- und Handelspläße geleitet, sondern der Schutz und die Förderung aub des deutschen Gewerbfleißes und Landbaues, der nationalen Arbeit als Ziel verfolgt wird. In diesem Sinne begrüßen wir insbesondere aub den Uebergang zum Staatsbahnsystem mit Genugthuung, weil dur den- selben das Unwesen der Differentialtarife zu Gunsten des Aus- landes beseitigt und au< ärmeren Gegenden die Möglichkeit er- öffnet ist, Eisenbahnverbindung zu erhalten. Wir wollen gleich- mäßige und gerechte Vertheilung der Staatslasten und fordern, daß die untersten Stufen der Klassensteuer aufgehoben, die mitt- leren und oberen Stufen ermäßigt, die hierzu weiter erforder- lien Mittel zunähst dur< Beseitigung des Steuerprivilegs der großen Geldkapitalien beschafft werden. Wir wollen Entlastung der Gemeinden dur< Ueberweisung eines Theiles der Grund- und Gebäudesteuer und stärkere Aufwendungen des Staates für Scul- zwe>ke. Soweit hierzu die rihtigere Veranlagung der großen Ein- kommen zur Einkommensteuer und die besondere Besteuerung des Großkapitals die Mittel nicht liefert, werden sie ohne Schwierigkeit durch mäßige, in dieser Beschränkung weder den Produzenten, no< den Handeltreibenden, no< den Konsumenten drü>ende Besteuerung von Gegenständen des Verbraubs, welhe ni<t zum Leben nothwendig sind, wie z. B. des Trinkbranntweins, zu beschaffen sein. . . .*“

Dem „Deutschen Handelsarchive“ wird aus Chemniß im Zuli geschrieben : Le s ;

Die Lage von Handel und Industrie in dem hiesigen Bezirk war während des zweiten Quartals, wie au in dem ersten Qua al, eine zufriedenstellende. Die viele Jahre gehörten Klagen über unzu- reidbende Preise sind zwar no< nit verstummt, do< gestehen viele Fabrikanten die langsam zum Durcbruch gekommene Besserung aller Verhältnisse unverboblen zu, ohne jedo< ein beitimmtes Urtbeil über die Ursachen der Besserung abgeben zu wöllen. ....….

Es hat fast dur<gehends cine Zunahme des Ervorts und cine Gesammtzunahme desselben um 900000 M stattzefunden. Eine Ausnahme scheinen die Artikel Kleiderstoffe und Kleiderbesätze zu machen.

Zieht man jedo bier die beiden Semester zusammen, \o beträgt die Auétfubr in Mark für das erste Semester:

1882, Kleiderstoffe . . , 2769 768 Kleiderbesäte. . . 2531 129 2 226 634 woraus sich ergiebt, daß sih wohl nur aus zufälligen Ursachen die Effektuirungen der Bestellungen für die Sommersaison anders auf die beiden Quartale vertheilt baben, als im Jahre 1881, wäb» rend im Ganzen cine Zunahme von 700 000 M stattgefunden bat.

Die Baumwollspinnereien waren im vergangenen Quartale vollauf beschäftigt und hatten flotten Absat, im Gegensatz zu früberen Jahren, in welcen um diese Zeit meist auf Lager gearbeitet n urde, welcbes erst die größeren Bedarfämonate des Herbstcs und Winters aufzebrten.

Der Garnhändler, welcher sonst in den Monaten April, Mai und Juni seinen Bedarf prompt und meist billig de>en koante, muß jeßt, um re<tzeitig Garne zu bekommen, Monate lang zuvor bei den Spinnern kontrhiren. Dieselben haben Jahre lang geklagt, daß dic Verkaufépreise in keinem Verhältnisse zu dem Preise des Robmaterials ständen. Es {eint jett, daß dieser dur eine stark überfüllte Kon- kurrenz gezeitigte Umstand allmäblih seinen Ausaleich finden würde. Die dur< Erwerbung von Elsaß-Lothringen mit übernommene Spin- delzahl war zu mäcbtig, als daß sie neben der damals bereits bestan- denen deutschen Spindelzahl, die an si die starke englische Konkur- renz ertragen mußte, unbemerkt hätte bestehen können. Die Spinner müssen zugeben, daß zu diesem Ausgleich nicht unwesentlich die 4oll- reform beigetragen hat, indem sie die englisben Gespinnste - ver- drängt und der Ucberflutbhung des deutschen Marktes Einhalt ge. boten hat.

Die Verbältnisse für die Vigognespinnereien, mit dem Hauptsfit in Crimmitsbau pnd Werdau, haben sich nicht wesentlich geändert. Die Naótfrage blieb eine durchaus gute, so daß die meisten der leistungëfäbigen Spinner derselben kaum zu begegnen vermochten.

. « - Ueber die Lage der Kammgarnspinnercien laufen ret be- friedigende Nachrichten cin. Im vergangenen Jahre hat es war auch nicht an Aufträgen gefehlt, aber, während damals die Preise der Kammgarne cinen bisber no< nicht dagewesenen niedrigen Stand cin- genommen hatten, hat si scit Herbst vorigen Jahres cine langsame Aufbesserung derselben vollzogen, welche bis zu 5 und 6%, theilweise au darüber, geht. . ..

Das Nebenprodukt der Kammaarnspinnereien, die Kämmlinge, sind, da t in Folge des guten Geschäftsganges au in röheren Mengen produzirt wurden, zwar gut, aber nur zu wohlfei eren Preisen abzuseßen gewesen, zur Zufriedenheit der Streichgarn- inner pie Fabrikation gemis{ter Kleiderstoffe ift in einer günstigen Lage gewesen. . . . Deutschland tritt in den Kleiderstoffartikeln wieder als Großfkonfument auf, ein Beweis, daß sich die allg.meinen Ver- hältnisse gebessert haben.

. . . « Nachdem in der Papierfabrikation bereits im leßten Viertel des vorigen Jahres eine wesentlihe Belebung des Geschäfts einge- treten war, hat dieselbe nicht nur seither angehalten, sondern fie hat ih no< erhöht, indem Papierbedarf und Nachfrage na< Papier sich immer mebr und mehr steigerten. Es herrschte demna in den be- treffenden Fabriken eine lebhafte Thätigkeit. . Daß bei diesem regen Geschäftsgange au< die zahlreihen Holzs<leifereien des Ge- birges voll beschäftigt sind, theilweise sogar beträchtli< erweitert werden mußten, ist jelbstredend, haben dieselben do nit allein den Bedarf des Inlands zu de>cn, sondern versenden auch bedeutende Massen ibres Produkts namentli<h nah Rußland.

Die Steinnußknopffabrikätion in Gößnitz und S<{mölln geht unausgeseßt flott

Die Lage der Eisenindustrie ist ebenso wie in den \<{lesischen und westfälis<hen Bezirken eine befriedigende. Es sind namentlich auf Gießereiprodukte so bedeutende Aufträge eingegangen, daß viele Gießereien sich veranlaßt gesehen haben, ihre Etablissements zu ver- größern. Im Verhältnisse zu der größeren Nachfrage haben die Werthe für Eisenblehe, Façon- und Stabeisen, die auf ein bedenk- liches Nivean herabgesunken waren, eine stetige Steigerung zu ver- eichnen.

/ Pre konnte nit auébleiben, daß die Besserung der Preise der Rohmaterialien und Halbfabrikate auch auf die Werthverhältnisse der fertigen Maschinen zurückwirkte. Wenn auch die Verkaufsprei!e der Letzteren den Wünschen der Fabrikanten no< niht ganz entsprachen, so ist doc zu konstatiren, daß es bei reichlichen Aufträgen ermöglicht werden konnte, die Zahl der Arbeiter der Maschinenfabriken allmähli{ zu erweitern und nicht nur deren Einkommen, sondern au die Ge- sammtrentabilität der Unternehmungen zu erhöhen. In Bezug auf den Großmaschinen-, namentli< auf den Lokomotivenbau, ift eine kleine Besserung der erzielten Preise zwar au< eingetreten, aber immer noch nit in ganz befriedigendem Maße. Invessen gehen die Bestellungen in reicherem Maße ein, als früher, wenn auch die Pro- duktionéfähigkeit der Lokomotivenbauanstalten immer noch eine größere ist, als der Bedarf. :

Die \äcbsische Maschinenfabrikation hat mit Japan und China große Geschäfte gema<t. Es sind Lokomctiven für die niecderlän- dishe Kolonialregierung nah Java geliefert worden. Es gingen solhe nah Schweden _ und Norwegen, nah der Schweiz, Rumänien, Serbien, Italien, Spanien und Poctugal. Namentlich wegen der Lieferungen nah den leßten drei Ländern waren harte Kämpfe zu be- stehen, Dieselben sind siegrei<h bestanden, was um so bemerkens- werther ist, als die deutsbe Konkurrenzfähigkeit im Vergleich zu den fremdländischen, namentlich den englischen und französischen Fabrifen vielfah dur< theure Land- und Seefracht beeinträchtigt wurde.

In der Werkzeugmaschinenfabrikation is die Summe der ein- gegangenen Aufträge seit Ende 1878 in stetiger, aber nur langsamer Steigerung gewesen und hat sich in dieser Richtung auch im vergan- genen Quartal fortbewegt .

Das Geschäft in der Webstuhlbranche ist andauernd ein günstiges. Troß vermchrter Arbeitszeit konnten die Auftraggeber nicht genügend befriediat werden. .. , , In Sti>kmaschinen ist na< wie vor ein fehr lebhafres Geschäft. Es hat si< dasselbe in einem Maße entwi>elt, wie es vorher nur in der Glanzperiode Anfangs der siebziger Fahre der Fall war.

. . « Sehr rei<li< waren im vergangenen Quartale die Fabriken beschäftigt, welche die Maschinen zur Fabrikation von Holzstoff, Pappen, und Papier aller Art sowie die dazu nöthigen Turbinen er- ugen...

: Die Arbeiterzahl hat in fast allen Werkstätten zugenommen, Es beschäftigt zum Beispiel die Maschinenfabrik Germania zur Zeit 438 Arbeiter mit einein Durchschnittslohn von 16 X 29 Z, “in der- selben Periode des Vorjahres waren bei derselben 425 Arbeiter mit einem Durchschnittslohn von 16 K 12 4 Z thätig. Die \ähsische Webstuhlfabrik beschäftigt 650 Arbeiter, gegen 550 in der- selben Periode des Vorjahres; die säbsishe Sti>kmascinenfabrik

450 gegen 250 Arbeiter, welbe durbschnittli< 17 M 10 „Z gegen 16 G verdienen. Die sähsis<e Maschinenfabrik hat in dem am 30. Juni zu Ende gegangenen Geschäftsjahr dur{\s{nittliÞ 2662 gegen 2302 Arbeiter bei einem Durchschnittsverdienst von 17 K 9% F gegen 17 K 83 „F bescbästigt. Die angeführten Zahlen stellen den Lohn für Stundenarbeit dar, und ift darin ein wesent- lier Unterschied gegen das Vorjahr nicht zu bemerken. Wenn man aber den durch längeres Arbeiten übcr die gewöhnliche Arbeitszeit und dur< vermehrte Akkordarbeit entstandenen Verdienst mit in Recbnung zieht, so stellt si zum Beispiel bei der säcsiscen Sti>- maschi nenfabrik ter Lobn auf 22 X 50 A und bei der \äcbsischen Mascbine nfabrik auf 18 M 68 „Z für den Mann und für die Wocbe.

Die Arbeiterbewegung wird übrigens am besten dur die Zahlen veranschaulicht, welche die Betheiligung der Arbeiter an der Allge- meinen Krankenkasse für die Maschinenfabriken und Gießereieu der Stadt Chemnitz, welcer nur zwei Fabriken mit eigenen Kassen nicht angehören, geben.

Es gebörten derselben an:

am 31. Dezember 1880. , , 7536,

Ol. o E, E.

M. V Oi. R

31, » E B

L, Q I (OBE

e M. «Ms Mitglieder. Nicht uninteressant und zuglei< ein Beweis für die [eb- hafte Thätigkeit in den biesigen Maschinenbau- Anstalten sind folgende Zahlen, Während an Roheisen bei der hiesizen Güterervedition in Wagenladungen im 2. Quartal d. J. 4375590 kg, gegen

1314 040 kg im 2. Quartal des vorigen Jahres eingingen, wurden an Maschinentheilen versandt :

1882 1881 im April 2394270 kg, gegen 1551 420 kg .: E Lo Ä 1498360 ,„ » U D010 5 1506600 , also 6831890 kg, gegen 4466 380 kg, oder 52,96 9% mebr.

, Aus dem oberen Gebirge kommen über die Hauptindustrie desselben, die Mascbinensti>kerci, sehr gute Nachrichten. In den Städten und auf den Dörfern herrs{t reges Leben. Bestehende Fabriken werden auêgedehnt, neue entstehen in rascher Aufeinanderfolge. So sind zum Beispiel in Schneeberg Ende Juni 100 Sti>maschinen mebr in Thätigkeit gewesen als Anfançs 1881, und allein in jüngster Zeit drei Gebäude für 10, 24 und 36 Maschinen fertig gcworden. Andere lind projektirt.

Wohnhäuser werden zur Aufnahme von Maschinen umagckaut. Zahlreiche Handweber der Gegend von Pausa, Mübltroff, Falkenstein und Ellefeld gehen zu der besseren Verdienst verspre<benden Industrie E

Das Geschäft in Voigtländishen Zwirngardinen nabm cinen kräftigen Aufshwung und licgen no< zahlreiche Aufträge zur Er- digung vor, so daß die Auésichten für die Zukunft ret günstige sin

„In den Oeléênitzer Fabriken für englishe Gardinen dauert die Aufstellung neuer Stühle fort, und müssen die Etablissements Tag und Nacht arbeiten, um die vorlicgentden Bestellungen re<btzeitig zu erledigen.

Die bedeutenden voigtländischen Wäschckonfektionägescbäfte, deren stille Zeit in tie vergangenen Monate fällt, haben keine Veranlassung ¡u lagen Die KorsetfabrikenYhaben ausreichend zu thun und önnen kaum genug Arbeiterinnen auftrciben.

Die großen me<anis<en Webereien für weiße Baumwollen- waaren, namentli< Futterstoffe, in Plauen und Umgegend waren besser, als im ersten Quartal beschäftigt und haben nit nöthig ge- habt, zur Beschäftigung ihrer Stühle andere Artikel zu fabriziren.

Den Appreturanstalten wurden für einzelne Artikel, namentli Stickereien, höhere Löhne bewilliat

In der Kartonnagen- und Schuhwaarenbranche der Annaberger Gegend ist regelmäßiger Absaß vorhanden gewesen, und sind die Fa- brikanten ni<t unzufrieden. é

Das Geschäft in der Spielwaarenindustrie in Olbernhau, Grün- hainiden und Umgegend im vergangenen Quartal fann als ein ret erfreuliches bezeichnet werden. Die Arbeiter waren reihli< beschäftigt und in der Lage, fest auf Preis zu halten, während sie sonst, um nur das Leben zu fristen, zu jedem Preise los\{lagen mußten

In der „Schlesischen Zeitung“ lesen wir:

Wie in Danzig und Königsberg widerlegt au<ß in Swinemünde der steigende Schiffsverkehr die freihändlerishe Behauptuna, daß die gegenwärtige Zollpolitik die Seehäfen ruinire, auf das Bündigste. In den drei ersten Vierteljahren find dort 2705 Schiffe, darunter 1439 Dampfer gegen 2343 bezw. 1261 in demselben Zeitraum des Vorjahres eingelaufen. Die Zahl ist daher um 17 bezw. 14 “/g

gestiegen.

Marineverordnungsblatt. Nr. 19, Inhalt: Sciffffs- verpflegung. Botteliers, Besatzungsetat. Stationsakten auswärtiger Stationen. Scheibenshwärze. Personalverände- rungen. Benachrichtigungen.

Kunst, Tissenschaft und Literatur.

Das System der direkten Steuern. Beiträge zur preußischen Steuerreform von A. F. Steilberg, Regierungs-Rath, Berlin. Puttkammer & Mühlbre<t. Preis 2 ## So lange in den civilisirten Ländern die Last der Steuern, welche für die Zwecke des Staates und der staatlichen Institute erhoben werden müsser, eine mäßigere war, als in den neueren Zeiten, ist das Be- dürfniß einer gere<ten Vertheilung derselben niht fo dringend empfunden worden, als gegenwärtig. Denn eine von Vielen gemein- sam zu übernehmende Last, die theilweise selbst von den Schwächeren ohne Anstrengung getragen werden kann, bedarf keiner \o sorgfältigen Anlegung, wie cine Bürde, welche allen, oder wenigastens den \<wächeren Theilnehmern empfindlich ist. Jn diesem Falle, wo die Schwere der- selben eine gewisse Anstrengung der Kräfte erfordert, ist es nothwendig, daß der kräftigeren Schulter au< ein größeres Gewicht aufgebürdet werde, damit nur ein leichteres und erträgliches für die minder starken übrig bleibe. Dies ift die Hauptursache (eine andere liegt in der allmählihen Umgestaltung der sozialen Verhältnisse), die in der neuesten Zeit das Problem ciner rationellen Besteuerung der Staats- und Gemeindebürger mehr als je in den Vordergrund gedrängt hat, sagt der Verfasser in der Einleitung. In erster Neihe hat ich hierbei bei der alte Streit darüber wieder erhoben, toe! <er Theil des gesammten Steuerbedarfs durch die indirekten, und welcher durch die direkten Steuern zu erheben sei. Während vor noch nit langer Zeit die Strömung der öffentlihen Meinung so sehr gegen die indirekten Steucrn gerichtet war, daß manche derartige Abgaben ohne Bedenken und Widerspruch beseitigt wurden, die zwar einige Belästigung für das zahlende Publikum mit sich brachten, aber keineswegs drü>end waren, hat jeßt eine Umkehr stattgifunden, bei der sogar die Beseitigung einer Reihe von direkten Steuern als wünschen8werth bezeichnet worden ist. Die vorliegende Schrift, welche auf die Frage über das quantitative Verhältniß zwischen direkten und indirekten Steuern nicht eingeht, versucht darzulegen, in welher Weise derjenige Theil des Staatsbedarfes, welcher nah rationeller Vertheilung den direkten Steuern zufällt, aufgebra<ht werden muß, wenn eine den Steuerkräften der Einzelnen möglicbst angepafte gere<hte Vertheilung der Steuerlast erzielt werden soll. Hierbei nimmt der Verfasser auch Gelegenheit, darzuthun, daß eine Beseitigung aller direkten Steuern außer der Einkommensteuer auch unter streugster Anwendung der finanzwissenscaftlihen Grund- säße nicht erforderli<h sei, sondern, daß es nur darauf an- komme, das jeßt geltende System der direkten Steuern zu ergänzen und von Mängeln zu befreien.

Aus demselben Verlage liegen no< folgende jüngst ersbienene Sÿhriften vor:

1) Die soziale Gesetzgebung und Armenpflege, deren Geschichte und Reformbedürfniß, von Dr. jur. C. Silberschlag, Obker-Landesgerichts-Rath. Preis 2 (A Der Verfasser dieser Broschüre bat es unternommen, die soziale und Armengesetzgebung des Alterthums und der neueren Zeit, namentli die betreffende Gesetzgebung der neueren Zeit in Deutscbland und Preußen, in ihren Hauptgrundzügen darzustellen und den Zusammenhang dieser Gesetz- gebuna mit den Grundsätzen der Moral und Religion, dic in den verschiedenen Zeiten herrsdbten, darzulegen. Er legt die Mängel, welche der beutigen preußischen Armengesetzgebuna anbaften, offen dar und mat Borschläge zu deren Abbülfe, und liefert so einen dankens- werthen Beitrag zu der wichtigen Frage der Reform unscrer Armen- gesetzgebung.

2)-Die wirth s<haftliben und sozialen Zustände auf Sizilien in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts, ein kurzer Beitrag zum Verständniß der auf der Insel beute obwaltenden Verhältnisse. Von F. von Rekowsk i. Preis 80 1.

Die Swlesishe Gesellschaft für vaterländiscbe Kultur in Breslau hat ihren 59. Jahresbericht ausgegeben (Breélau, G. P, Aderhbolz* Buchhandlung). Dem von dem General- Sekretär, Staatsanwalt von Ueccbtritz, in der Generalversammlung am 30. Dezember 1881 erstatteten allgemeinen Bericht über die Ver- bâltnisse und - die Thätigkeit der Gesellschaft in verflossenen Jahre entnehmen wir Folgendes: die Sclesische Gesellschaft für vater- ländisde Kultur kann au< auf das Jahr 1881 zurüdblid>en als auf ein Jahr erfolgreider Wirksamkeit auf dem Gebiete der Wissenschaft und praktisher Thätigkcit in der beimatblichen Provinz. War sie ja auch in diesem Jahre geleitct dur das un- ermüdlice Wirken und Schaffen ihres bochverdienten Präsidenten, des Hrn. Gch. Medizinal-Ratts Prof. Dr. Göppert. In dem Bestande des Gesammt-Präsidii ist eine Veränderung nit eingetreten, dagegen betrauert sie das Hinschciden einer besonders großen Reibe von Ehren-, korrespondirenden und wirklichen Mitgliedern. Dur Austritt und Neueintritt änderte si der Personalbestand der Gesellschaft dergestalt, daß sie (am 30, Dezember 1881) 354 wirkliche cinheimishe Mitalie- der, 80 wirkliche auêwärtige Mitalieter, 48 Ebrenmitglieder und 187 korrespondirende Mitglicder zäblt. Die Sektion für Obst- und Gartenbau besteht für sih aus 89 einheimischen und 296 auswärtigen Mitaliedecn. Dieser Sektion ist au im verflossenen Jahre von Seiten det Pro- vinzialauss{<usses der Provinz Sc{lesien ein Beitrag von 1650 4 zur Unterhaltung der Sektions-Baumschule zu Theil acworden. Die Ge- sellschaftsbibliothek und die naturwissenscaftlihen Sammlungen baben mancerlei Vermehrung erfahren. Die Thätigkeit der Gesellschaft be- schränkte \si< im Berichtsjahre vornehmli<h auf tie einzelnen (11) Sektionen. Von diesen hielten die meisten Sitzungen die mediziniscbe, nämlich 17; dann folgen die historische und die botanische Sektion mit 11 Siugungen, tie naturwissenschaftlihe und die Sektion für Obst- und Gartenbau mit $ Siyungen , die entomologisde Sektion mit 7 Sitzungen, die Sektion sür öffentliche Gesundheittpflege mit 6 Sigzungen, die geographische mit 3, und die arâologlsce, dic

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philologisde und die musikalishe Sektion mit je 1 Sitzung. Die ausführlichen Protokolle über die in den einzelnen Sitzungen gehal - tenen Vorträge bilden einen stattlichen Band und bieten bei ibrer fast alle Gebiete mens{li<hen Wissens umfassenden Vielicitiakeit die mannigfacste Belehrung und Anregung, wie sie au von dem wißen-

sastlichen Eifer der Gesellschaft glänzendes Zeugniß ablegen. Am

S{luß des Bandes sind dea binges{iedenen aewidmet. Das Vermögen der Gesellschaft Jahres 1880 36 975 #4 in Effekten und 1349

Im Verlage von M. Pan>ow graphisches Kunst-Verlagsges{äft in Ber ist ein photographisches Kunstblatt erschiene tagsgebäude zu

Mitgliedern Nekrologe betrua am Schluß des

S b

(Inhaber F. Gebhardt), Photo- 0., Straußkerge n: „Das neue Aufnahme na< dem net-Format, Preis 1 agsgebäude erwe>t, wird diese willkommen sein.

von Leixner (Verlag von Lieferung vorgeschritten. i>elung bis zum Jahre n beendet ift, beginnt in der Beschichte der Jahre 1864—1880, hierselbst erscheinende und Notiz-Kalender, zum Gebrauch gemeinen Verwaltung und der Verwaltung des Innern“, ist jeßt für das Jahr 1883 in seinem vierzehnten Iahr- Der unter Benutung offizieller Quellen von Beamten des Ministeriums des Innern bearbeitete Kalender ent- hält außer einem vollständigen K des Köntglich preußischen Hauses, beamten besonders nüßlien, kommenden Mittheilungen, Tab gebräucblichen

rstraße 51,

Berlin“, Original- preisgefrôönten Plane von Paul Wallot (Kabi Bei dem Interesse, welches das Reicht Originalaufnahme in weitesten Kreisen

Unser Jahrhundert, von Otto I. Engelhorn in Stuttgart) ist bis zur 55. Nachdem die Uebersicht über die Kulturentw 1864 dur< interessante Uebersic 59. Lieferung mit dem 5. Buch dt Friedr. Schulze’'s Verlag „Preußische Termin- der Beamten der all

gange ausgegeben worden.

alendarium und eiyer Genealogie eine Reihe von den Verwaltungs- in der Praxis häufig zur Anwendung elen und Gesetzen 2c, als da sind: die Gebührentarif für Telegramme, neuen Maße Bezeichnungen

Portotare, und Münztabelle, abgekürzten cine Zeitvergleichungstabelle, die Abände Pensionsgesetzes Vom 31. März 1882, sowie und Waisen der unmittelbare ferner einen Extrakt aus den feßes vom 20. Mai 1882, be und Waisen der unmittelb Verzeichniß der Behörd und der Verwaltung des Innern Namen der Bürgermeister sämn der Beamten des Ober-Verwaltungs8gerichts gericbte, sowie der Provinzial- und Bezirks ein Namenregister beigefügt. Termin- und Notiz-Kalender“ zu erfreuen hatte, dürfte auch —DieS wletter (Schweidnitßerstr. 16—1 lager führt, über das v hat vor Kurzem 3 Kat und Katal. Nr. 178 und 179 ausgegeben. enthält ein Verzeichniß von 238 Schriften Wissens8gebieten, Schriften geschichte, Literatur, Rechtswesen, geschichte, Astronomie, Medizin, Te selben befinden si<h S{hleiermachers Werke. «Biographien, Memoiren 1000 Schriften, Schriften zur Geschichte einzelner P Kaiser Deutschlands, verschiedener deutsche der Könige des preußisben Staats, derer Staaten Europas Frankreichs, Schwedens, Mccedoniens, mebrerer der Männer, wie z. B. dcs Fürsten Bism anderer Theologen, Alterthums

27. März betreffend die Fürsorge für die Wittwen n Staatsbeamten, vom 20. Mai 1882, Bestimmungen zur Ausführung des Ge- treffend die Fürsorge für die Wittwen aren Staatëbeamten; sowie weiter cin amten dcr allgemeinen Verwaltung , einschließlih der Neferendarien, die ädte Preußens und ferner und der Verwaltungs- Am Schlusse ist Die Beliebtheit, deren der „Preußische sih bisher in den betreffenden Kreisen dem neuen Jahrgange gesichert sein.

\{eBuchhandlung(E.Fran>) in Breslau 8), die ein rei{haltiges antiquarishes Bücher- on Zeit zu Zeit Kataloge veröffentlicht werden, aloge, den antiquarishen

en und Be

Anzeiger Nr. VII. Der antiquarische Anzeiger verschiedensten über Geogravßie, \ Philosophie, Theologie, Unter den- Katalog Nr. , Briefwechsel“ umfaßt ein Verzeichniß von » Allgemeines“, die übrigen 870 : und Familien (mehrerer insbesondere

von denen 130

r Fürsten, J verschiedener Herrscher Englands, Rußlands, Polens,

i t ar>, der Reformatorez und verschiedener Gelehrter, Schriftsteller, Dichter des Katal. Nr. 179 „Ge- von 1361 Schriften, allgem. Kulturgeschichte, Ge- nd Noms, Deutschlands im All- Oesterreich, is, Ruß- änemarks, Schwedens, der und Afrikas n, des 30 jähr, <leêwig-holsteinischen, des \ der französischen {e BuHhandlung- kauft ganze

und der neueren Zeit u \. w.). ein Verzeichniß Schriften über allgemeine Ge schichte des alten Griechenlands gemeinen ‘und einzelner deutscher ayern) und Städte ( lands, Polens, En Schweiz, mehrerer Staaten Amerikas tens, Algiers), verschiedener Kriege (des \{malkaldis<e des 7 jähr., der deuts: französischen, des Krieges von 1866, der russis<-türfkiscen Revolution u. \ w. Die Sletter Bibliotheken, sowie einzelne Werke.

enthaltend

Berlin, Wien, Prag 2c.), Frankr glands, Spaniens,

Land- und Forstwirthschaft.

Die soeben erscienene strirtem Landwirthscbafts-Lerikon" in Berlin verlegt wird, liegt uns vor. vielfah nicht die Zeit und bäufig aub hat, um dur

„Kraffts Illus- , welches von Paul Parey Da der praktische Landwirth keine ausreichende Bibliothek < Naclesen in Spezialwerken Belehrung zu suchen, und es sib für ihn meist darum handelt, sofort cine Auskunft zu finden, so wird dieses handlicbe, trotz Vollständigkeit kurzgefaßte und reich mit Abbildungen aut einer günstigen Aufnahme b Der Herausgeber, bekannten Handbuchs der Landwirthschaft, das ) ist; er wurde bei diesem W-r wirthscbaftliher Autoritäten unterstüt:t

ohne vieles Suchen möglichster gestattete Lerikon ei den praktischen Landwirthea gewiß sein. der Berfasser des auf vielen Lehranfîtal- von ciner Anzabl land- Das Werk wird etwa 1300 rifon-Oktav-Formats, von drei bis vier gewöhnlichen Bänden umfassen M binnen Jahresfrist vollständig sein ; der Preiswürdigkeit.

Professor Krafft

den Inhalt und in 20 Lieferungen zu je 1 das Lerikon hat also aub no< den

Wien, 16, Oktober. Donau, mit Ausnabme vor ist die Wein ernte fast allgemein beendet die Winzer allenthalben tufrieden.

(Wiener Ztg.) » die Lese beute erst beginnt, Mit der Quantität sind In den Gebirgsgegenden beginnt beute Gumpoldsfkirhen mat den Schluß

Na dem Bericht

lheilweise die Weinlese, Washington, 17. Oktober. landwirtbscbaftlicen

\chnittéstand der Mai dürfte derselbe

daß diese Schätzung

1 gegenwärtigen Anzeichen Man nimmt an, wirklichen Ertrag v aber erbôht werde

1680 Millionen Busbels betragen.

des Hafers wird auf c i auf 20 und der dec

ortmund, dem Eisens- i : nicht zu verzeichnen, Bescdäftigung dec Eisen- wie na cinc befricdizende, immer mehr der Uebelstand füblbar dak di den Walzeisenpreiscn menten fahren daber fort, dur< abwartende £ élcisen auszuüben, was der Konvention eintreten lassen

do seinen

werke ift zwar Robeiicnpreise Die Rohbeisenkonsu- altung cinen Dru> auf

im Verbältniffe

die Preise für P daß verscbiedene kleine Preisermäßiguesz andauernd von der feflen Haltung der enallicben Konkurrenz In der Walzeisenbran<e Blecben und Walzdraht zu konstatiren, und Faconcisen bei verschicdenen tung in Bezichung auf die Preitstellung

Stahlwerke sind noS immer stark enzazi neuen Ordres für den Exvort ándauernd semerhütten doch re<t anfehnlide Bestellungen bahnen erbalten, ouh stehen weitere in naher Ausfiett. Oterscblesische Ellenbahn f von Flußftabl sür Breitspurbaba

Gicßercicisen wird

ein reger Verkehr in während sich in Stabeiien eine abwartende Haltung der Abnehmer bemerkbar s@wankende Hals bdervorgerufen hat. ri, und wenn es aub ina so haben die Bess

Waliwerken

Lieferung von 12438 t en und 523 © S@icnecn