1882 / 268 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Wartburgkrieg, Wein, Wodan, Zahlen, Zimmerauéstattung, Zunsft- und Gildewesen, Zwerge und Riesen, welche, der Wichtigkeit der in ibnen behandelten Gegenstände entspre<hend, eine besonders auëführ- lie und eingehende Behandlung erfahren haben. Ein am Slufse Maggeenes egister über alle in dem Werke enthaltenen Artikel ver- vollständigt dasselbe nunmehr zu einem willkommenen Rathgeber für Bade und Liebhaber des deutschen Alterthums, welche {nell und ündig über einen eins{lägigen Gegenstand orientirt zu sein wünschen. Bei der in immer weiteren Kreisen si< ausbreitenden liebevollen Mflege der deutschen Vergangenheit und ihrer reiben Vermächtnisse an en der Literatur, der Kunst, des Gewerbes, bei dem regen Interesse an Allem, was die Sinnes- und Lebensweise unserer Altvordern angeht, und dem noch immer zunehmenden Sammeleifer für deute Alterthümer, dürfte diese kleine Encyklopädie vielseitigen Beifalls gewiß sein. Die Verlagsbuchhandlung hat au<h für eine würdige äußere Aus- attung dur Herstellung einer eleganten soliden Einbanddecke ge- orgt, wel<he den Abonnenten zum Preise von 1 & (Ganzleinen mit üden- und Titelvergoldung) bezw. 1 A 25 H (Halbfranz mit Rükenvergoldung) abgegeben wird. Das ganze Werk (51 Bogen . 89) kann nunmehr au in elegant gebundenen Exemplaren zum Preise von 20 M bezogen werden. ;

Land- und Forstwirthschaft.

Im Regierungsbezirk Coblenz hat sich die Ernte in Folge des unbeständigen Wetters sehr in die Länge gezogen und konnten die ge- wonnenen Früchte nur mit vieler Mühe tro>en eingebra<t werden. Trotzdem darf aber die Ernte in einzelnen Kreisen im Durchschnitt als eine gute, resp. sehr gute Mittelernte bezeichnet werden. Im All- gemeinen haben die Cerealien bezüglih des Strohes einen befriedigen- den Ertrag gelicfert, dagegen sind die Körner weniger gut gerathen und enthalten geringere Mehlbestandtheile als sonst. Auf Wiesen und Kleefeldern ist ein reicher Ertrag gewachsen, aber Heu sowohl als Grummet haben in Folge der Nässe vielfa<h stark an Nährwerth verloren. Gemüse und Futterknollen hatten si< vortreffli<h ent- widelt, die Hülsenfrüchte sind weniger gut gediehen. Am unbefriedigensten ist die Kartoffelernte ausgefallen, Die Frühkartoffeln waren tur die anhaltende Feucttigkeit fast überall stark in Fäulniß geratben, au< haben die Spätkartoffeln dur< die Nässe erheblich gelitten. Die Obsfternte ist eine schr geringe.

Die Autésichten auf eine au< nur einigermaßen zufriedenstellende Weinernte wurde durch das andauernde Regenwetter fast vollständig vernichtet. Ein großer Theil der Trauben ift gar nicht zur Reife gn, in den geringeren Lagen waren dieselben hart und kaum der

ese werth. Dagegen herrschte in den besseren Lagen, wo die Trauben am Reifen waren, Robfäule, wodur< das ohnehin {hon geringe Er- gebniß schr erheblich reduzirt worden ist.

.— Aus dem Markgräfler Lande meldet die „Karlsr. Ztg.“: Unser weltberühmter Wein is} selbst dieses Jahr besser geworden, als man nah dem Regensommer hätte erwarten sollen. Das Ge- wicht beträgt nah der Occhsle’shen Waage 60—-70 und in besten Lagen selbst 72 Grad. Leider finden sih no< nicht viele Käufer ein.

Gewerbe nnd Handel.

Das kürzlich auêgegebene 9. Heft XVI. Jahrgangs 1882 von „Kunst und Gewerbe“, Zeitschrift zur Förderung deutscher Kunstindustrie, herausgegeben vom Bayerischen Gewerbe- museum zu Nürnberg (redigirt von Dr. Otto von Schorn, Druck und Verlag von G. P. J. Bieling (G. Diet) in Nürnberg) bringt den Schluß der historis<hen Studie von F. Jännicke über das Kunst- gewerbe in Spanien und sodann den Beginn einer Beschreibung der altdeutshen Gläser in der Mustersammlung des Bayeriichen Gewerbe- museums, von Carl Friedrih. Dieser erste Abschnitt behandelt nur die reiche Sammlung von , Römern“ und ist mit einer Reihe von Ab- bildungen besonders charakteristischer und \{öner Exemplare ausgestattet. Wenn man den Römer heutzutage besonders als Rheinweinglas an- sieht, so weist der Verfasser darauf hin, daß die Wiege dcs Römers keineswegs in den Nheinlanden gestanden hat, sondern in den sogenannten deutschen Waldgegenden, im Bayerischen und im Böhmer Walde zu suchen sei. Die grüne Farbe aber wählte may, weil in grünen Gläsern „ein rebenre{<tcr blanker Wein“ si< sehr \{ön und lieblich auêsnimmt und eine „lustige Farbe“ erhält. Der Name wird auf mittellateinis<es „romarins“, rômiscbes Glas, zurü>geführt. Es ift bekannt, daß man das ganze Mittelalter hindurh alte römische Glas- \scherben suchte, aufkaufte und mit zur Schmelze verwandte. Die aus diesen Scherben gewonnene Glaëmasse nun führte {on zur Zeit des sog. Heraclius, also im 10. Jahrhundert, den Namen „römisches Glas“ (vitrum Romanum), wurde aber damals zumeist nur zu Perlen gebrau<t. Aus diesen alten Glasbrocken, denen sich vielleibt manche venetianishe beigefellt haben mögen, machte man, nah Ma hesius, noh im 16. Jahrhundert das \{önste Glas, und diese speziell in den Waldgegenten gefertigten Gläser gingen daher unter der Bezeichnung „römisches Glas“ in den Handel. Den wei- teren Inhalt des Heftes bilden nachträglihe Mittheilungen über die bayerisde Landcsauéstellung * in Nürnbera, über die inter- nationale Elektrizitätsautstelung in München, über die Schüler- arbeiten der Unterrictéanstalt des Kurstgewerbemuseums in Berlin, eine Spißcnouétstellung in Paris, das Preiéausschbreiben des Kunst- gewerbevercins in Halle a./S. und das orientalishe Museum auf der Ausstellung in Triest; ferner Rathschläge für die Werkstatt, Mittheilungen aus dem Buchhandel und kleinere Nachrichten. Die Kunstbeilagen dieses Heftes sind: ein fein auégeführtes Farbendru>- blatt, Ofenkaceln \{<weizeris<en und deutshen Ursprungs, genau na<h den Originalen des bayerisen Nationalmuseums in allen Farbennüancen reproduzirend ; dann ein weiteres Blatt aus den kühn erfundenen ornamentalen Figurenmotiven des Pierin del Vaga, und end- li die Aufnabme eines geschnitten Holzrahmens florentiner Herkunft aus der Mustersammlung des bayeri]<en Gewerbemuseums.

Die Aktien-Brauerei-Gesells<aft „Moabit* er- zielte in dem am 30. September cr. beendigten Geschäftsjahr cinen Gewinn an Bier in Fässern 610280 #, an Flaschenbier 57 821 M, an Nebenprodukten 4014 #4, zusammen, inkl. 1546 M Vortrag aus dem Vorjahr, 673 661 (4 Davon waren zu bestreiten: Hypotheken- insen 46 824 K, Unkosten der Auésschanklokale 4507 M, Abschrei- ungen 114 204 „, Materialienverbrau< und Unkosten 389 558 4, zweifelhafte Forderungen 7820 M, und es verblieb sodann ein Rein-

inn von 110748 M, welcer wie folgt vertheilt wird: MReserve- onds 5460 M, Aussihtêrath 5460 M, Direktion und Beamte 8736 „M, 34% Dividende 89 250 Æ, und es verbleiben 1841 M aufs neue Jahr zu übertragen.

Antwerpen, 13. November. (W. T. B) Wollauktion. Angeboten 2022 B. Buenos-Ayres-Wollen, davon 1157 B. verkauft. Autwahl mittelmäßig. Fes unverändert.

Paris, 14, November. (W. T. B.) Die Angelegenheit der eUnion générale* wird am 5. Dezember vor der $8. Strafkammer hiersclbst zur Verhandlung kommen.

Verkehrs-Anfstalten.

Portsmouth, 13, November. (W. T. B.) Der Hamburger A LLLI „Westphalia*“ ist mit einem großen Loche im Bug r cingetroffen; derselbe war bei der Insel Wight mit cinem unbe-

kannten Dampfer zusammengestoßen. —_— 14, November. (W. T. S) Der Kapitän des emrgen Postdampfers „Westphalia* berichtet über den reits gemeldetea Zusammenstoß: Die Kollision fand beute früb 14 Uhr statt. In der Dunkelheit konnte man von dem anteren Dampfer wcnig sehen, do< war derselbe cin aroßer. Der Kapitän ließ cin Boot mit einem Offizier und sc><s Mann auésetien, um Auskanft über die Lage und den Namen des Dampfers zu erlangen. Dieses Boot wurde nicht wiedergesehen. Die „Westphalia® hat ein

großes Le> und wird morgen ins Dok gebracht werdea.

New-York, 13, November. (W. T. B) Der Damvfer Spain“ von der National -Dampfschiffs-Compagnie (C. essingscbe Linie), der Hamburger Postdampfer „Lessing“ und die Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Hermann“

ad „Rhein * find hier eingetroffen.

Berlin, 14. November 1882.

Verviers, 14. November. (Tel.) Die englis<he Post vom 13. d. Vits. Abends, planmäßig in Verviers um 8 Uhr 39 Minuten Vormittags, is ausgeblieben. Grund: Unwetter im Kanal.

Am 11. d. M. Abends gegen 9 Uhr entgleiste der Personen- zug Nr. 47 auf der abhnftre>e Strasburg U./M.— Pasewalk, etwa 1 km vor dem leßteren Bahnhof, dadur, daß \ih roe En drit, von dem linken Vorderrade der Lokomotive ab- ge atte.

Obwokbl der Post- und ein Personenwagen in Folge dessen si zur Seite legten, während tie übrigen GUaraeige tehen blieben, ift glü>licherweise kein Verluft an Menscbenleben zu beklagen.

Schwerere Verleßungen dagegen haben ein Schaffner und zwei Passagiere erlitten dur< Armbruch resp. Quetschungen, während zwei Post-, ein Bahnbeamter und ein Passagier leichte Beschädigungen erhielten, die sie ihre Reise fortzuseßen nicht verhinderten.

Die Bahpystre>ke ist einstweilen gesperrt, sodaß die Passagiere an dieser Stelle heute aus einem in den anderen Zug umsteigen mußten.

Voraussichtli<ßh wird morgen der regelmäßige durhgehende Ver- kehr wieder stattfinden.

Verein für Geschichte der Mark Brandenburg: Sibung vom 8. November 1882. Hr. Gymnasiallehrer Dr, Bolte las über die Geshidbte des Schauspiels in der Mark Brandenburg während des 16. Jahrhunderts. Untersuchungen über dies lange ungebührli<h vernahlässigte Gebiet sind nur von zwei Männern an- gestellt worden, von Plümi>ke in sciner Theatergeschihte von Berlin und von Gottl. Friedlaender in den Einleitungen zu den 1839 und 1862 von ihm herausgegebenen Weihnachts\pielen des Georg Pondo und des Heinrich Chrustinus. Um so lehrreicher waren die Mitthei- lungen, welche der Vortragende avs den Ergebnissen feiner Forshun- gen machte. Der große Aufschwung, den das deutsche Drama seit dem Kuftreten der Kirchenreformation nahm und der in Norddeutsch- land si< zuerst in Sachsen geltend machte, erstre>te \i< auch auf die Mark. Der p et der Berliner Geistlichkeit vom 30. Mai 1598 weist wohl auf eine schon seit lange geübte Sitte hin, das Leiden Christi an den Ostertagen in der Kirche mimish dar- zustellen; aber erst scit 1540 wird uns von einzelnen Aufführungen berichtet. Jn der Regel wurden dieselben von Schülern bewerkstelligt ; die Darstellungen der lateinisben Komödien des Terenz, wie sie z. B. in Gardelegen und später in Joachiméthal bezeugt sind, bildeten eine nüßlihe Uebung für die Jugend, die auch Luther anewpfahl, und zu- gleih eine Cinnahme für die Schulmeister. Bald schritt man au< zu deutshen Spielen vor. Von den Märkern, welche sh als Schau- spieldicbter auszeichneten, brachten mehrere den größeren Theil ihres Lebens in der Fremde zu, so besonders Christoph Stymmel, der Ver- fasser einer naturwahren lateinishen Studentenkomödie, Georg Rollenhagen, dessen Abraham erst 1569 erschien, Daniel Cramer, welher den fsä<hsishen Prinzenraub in lateiniswer Sprache behandelte; vielleicht gehört zu ihnen au Luthers mehrjähriger Haus- genosse Paul Rebhun. Dagegen waren in Berlin selbst thätig der Hamburger Heinrich Knaust, zwischen 1540 und 1544 Rektor des Kölnischen Gymnasiums, die Eitslebener Georg Pondo in Berlin na<weisbar 1574—1610, und Philipp Agricola, der Sohn des Hof- predigers. Diese drei wurden von dem Vortragenden dur Proben aus ihren Werken <arakterisirt, ebenso der Ostpreuße Gregorius Wagner und der Cottbuser Petrus Praetoriuês, während auf einige Andere no< einzugehen der vorgerü>ten Zeit wegen unmögli<h wurde. Hr. Profcssor Holße machte auf das- jüngst von B. Hofmann in Ansba<h veröffentlichte Lebensbild der Markgräfin Bar- bara von Hohcnzollern aufmerksam. Barbara, cine Toter Johanns des Alchymisten, geboren 1423, verlebte ihre Kinder- jahre in der Mark. Zehnjährig ward sie nab Mantua zur Heirath mit dem Erbprinzen Ludwig von Gonzaga abgeholt. Nach der Hoch- zeit entwickelte sie dort in der Schule des berühmten Humanisten Vittorino da dez die glänzenden Geistesgaben, dur welche sie den feingebildeten Hof von Mantua \{mü>te und ihre Zeitgenossen zur Bewunderung hinriß. MRegierende Markgräfin von 1444 bis zum Tode ihres Gemahls 1478, bewies sie ihren überlegenen Geist auch in den politisben Geschäften. Jhrer deutschen Heimath bewahrte sie stets treue Anhänglichkeit, namentli ihrem Vater und ihrem Obeim Albrecht Acbilles, die dafür auch ihrerseits die Hohenzollerutochter in Mantua wiederbolentlih aufsu<hten. Sie starb 1481.

Der unter dem Protektorat des Großherzogs von Hessen stehende Historische Verein für das Großherzogthum Hessen zählte nah seinen im September d. J. ausgegebenen .Quartalblättern“ für 1881 und das erste Halbjahr 1882 425 ordentliche und 16 fkorre- spondirende Mitglicder Ferner gchören demselben als Ehrenmitgalie- der an: der Eroßherzog von Sachsen-Weimar und die Priazen Alexander, Heinri und Wilhelm von Hesseu. Präsident des Ver- eins für die Periode 1881—84 ist Dr. Max Rieger, Vize-Präsident: Mitprediger Friedrih Ritsert, Sekretär: der Großherzogliche Haus- und Staats-Arcbivar Dr. Freiherr Gustav Schenk zu Schwcinéberg. Der Verein hält seine monatlicen Versammlungen in Darmstadt und unternahm Auéflüge nah der Burg Auerberg und Zwingenberg, sowie na< Dieburg, Von den gehaltenen Vorträgen ist der des Präsidenten Max Rieger über die Nibelungensage in ihren Beziehua- gen zum Nkeinland besonders interessant und in erweiterter und über- arbciteter Gestalt in den Quartalblättern abgedru>t. Ferner finden wir darin u. A. no<h folgende bistorische und arcäologisce Mittbeilunaen: von Dr. Köhler: Die Definitorial-Ordnung des Landgrafen Georg 11. ; von Dr. Swenk zu Schweinsberg: Beitrag zur Geschichte des heimi- {en Weinbaues ; Denésburg, der alte Name des Diensberges bei Gicßen; Die alte und die neue Burg zu Gießen; Bo>kende Bäume und Kreuze; Erzbischof Adolf von Mainz erneunt seinen Pfeifec und Diener Bracht zum König der fahrenden Leute in feinem Erzbiétbum und Lande; Cine Burg-Friedberger Juden- Aufnahme 2c.; von D.>er: Namen von Fluren, Gwannen und sonstigen Oertlichkeiten im süd- öftlihen Odenwalde; von Gieß: Ausgrabung an der sogenannten „feubten Mauer* im Wörther Stadtwalde; Untersuwung eines Hügelgrabes bei Hering i. O. ; Ausgrabungea auf der Hasselburg bei Peamerrots u s. w. Die Sammlungen des Vereins sind dur

eshenke und Zuwendungen von Funden in stetem Wachêt1hum be- griffen. Unter den mancherlei dem Verein gescenkten Alterihümern sind besonders merkwürdig: ein zwishen Auerbach, Hähnlein und S<wanheim gefundenes rômishes Beschlagslü> von Bronze mit der Reliesdarstcllung eines Wagenlenkers im Circus und Stü>ke eines mehrfarbig gemalten Estrichfußbodens von dem Römerkastell Hasselburg bei Hummetroth. Fecner ist die Eröffaung des dur< den Rittmeister à la anite M. Heil hergestellten Museums in der Pauluékirhe zu Worms zu er- wähnen. Oberst von Cobausen hat den Pfablgraben in seinem Laufe zwischen Kinzig und Wetter neu begangen und darüber vorläufigen Bericht erstattet, Gymnasiallehrer Dr. Wolf in Hanau hat die Reste des Rômerkastells zu Groß-Krotzenbura, Hr. G. Dieffenbach die Reste des Mithraeums in Friedberg untersubt. Dem Ausshuß- mitglied Prof. Dr. Julius Grimm zu Wiesbaden wurden 150 M zur Fortseyung der seither aus eigenen Mitteln bestrittenen Unter- suchungen über die Topographie des römischen und mittelalterliten Kastells bewilligt und dem Ausschußmitalied Hen. Gustav Dieffenbach ein FetGer Kredit zur Fortsetzung der Unterjucung des Wetterauer Pfahblgrabens eröffnet.

Von dem „Archiv für hessishe Geschichte und Alter- thumsfkunde“, herausgegeben von Dr. Gustav Frhrn. Scbenk u Scdweinéberg, derzeitigem Vereinssekretär, ist das 2. Heft XV, Bandes ausgegeben worden (Darmstadt 1881. Jm Selbstverlage des Hist, Vereins f. d. Ar es ecdogihum Hessen. Jn Kommission der Hofbuch- handlung von A. Klingelböffer.) Aus dem mannigfaltigen interessanten Inhalt des flattlichen Heftes sind zunächst zu erwähnen cine Reihe von Urkunden aus dem 14. und 15, Jahrhundert, welhe Prof, Der. Hugo Lörsh in Bonn aus Jngelheimer Urtheilsbüchern mittheilt,

und wel<e viele für die Lokalzeschihte der mittelrheinishen Terri- torien ni<ht unwihtige Einzelheiten enthalten. Ferner bringt dieses Heft den S{luß der Geschichte der Klöster der Büßerinnen bei

eisenau und der Tertiarierinnen zu Klein-Winternheim, von P. Bru- der, Kaplan zu Bingen, der Geschibte des Dorfes Planig, von Ern Wörner, sowie der Mittheilungen aus der älteren Ge- schichte der hessishen Artillerie von Hauptmann C. Leydheer. Der Herausgeber beginnt eine Untersuhung über Johann Gutenbergs Grabstätte und Namen, in der er \si< zunächst gegen die Ansicht Bockenheimers wendet, welcher zu beweisen suchte, daß der Erfinder der Buchdruckerkunst nicht in der Franziskaner-, sondern in der Do- minifkanerkir<he zu Mainz beigeseßt worden fei. Sittengeschichtlich und sprali< Interessantes aus Hessen hat Prof. Dr. Anton Bir- linger in Bonn beigesteuert. Graf Friedrih zu Solms-Laubach theilt die Resultate seiner in den Archiven von Lich und Laubach über das Amt Laubach in seinem früheren und späteren Bestande angestellten

Studien mit, welche dur< eine Karte der Wüstungen des Amts illu-

strirt werden. Interessante Aufschlüsse bietet au< der Aufsaß von Albert Dunker über den von dem Landgrafen Friedri<h von Hessen über die Barbaresken bei Goletta im Jahre 1640 erfo<tenen Seesieg. Dieser tapfere Prinz, der 1682 als Fürstbishof von Breslau starb, war damals General der Galeeren des Malteser-Ordens und ist, wie der Verf, nachweist, sehr wahrscheinli<h das mit dichterischer Freiheit benußte Vorbild zu Swillers „Geisterscher“ gewesen. Denn wenn fe au< manche historishe Daten bei Schiller ni<ht mit \sei- ner Person geschihtli< vereinigen lassen, so stimmen doch andere Angaben, wie sein Uebertritt zur katholischen Kirche, die Uebernahme seiner pekuniären Verpflichtungen dur< dieselbe, be- sonders aber die Erwähnung des Umstandes, daß er als dritter Prin

seines Hauses keine wahrscheinliche Auesicht zur Regierung habe, sehr auf- fällig. Nach Dunkers Ansicht hat dieser Prinz sonah mehr Anspruch als Herzog Karl Alexander von Württemberg (f 1737) oder Herzog Johann Friedrih von Braunschweig-Lüneburg (f 1679), auf welche nur die Thatsache der Conversion paßt, zumal sih auch die beiden Gefährten des Geistersehers in den historishen Persönlichkeiten der Reisebegleiter des R, wieder erkennen lassen. Endlich ist no< zu erwähnen eine Arbeit über die Münzen der Stadt Mainz, vom Lehrer Paul Jofeph in Frankfurt a. M. Unter den kleineren Ge findet sih Urkundliches über Schloß Kalsmunt (nebst

rundriß). ;

Dresden, 13. November. (W. T. B.) Von den durch die Explosion in Oberritter8grün betroffenen Bergleuten sind 7 sehr {wer verleßt und die übrigen für längere Zeit arbeiteunföhig geworden. Die Verleßungen bestehen zumeist in Brandwunden. Ein Todesfall war bis heute früh nicht eingetreten. Die beiden explo- dicten Patronenkisten enthielten 12 kg Pulver.

Die gestern bereits erwähnte Novität des Wallner-Theaters „Ebbe und Fluth“ erfreute sih auc an den folgenden Abenden der freundlihsten Aufnahme Seitens des Publikums. In der That bietet die Posse aber auch für cin gut gelauntes Publikum soviel Ergößliches, daß der Erfolg ni<ht verwundern kann. Der Verfasser derselben, Ed. Jacobson, hat in sciner freien Bearbeitung der „Niniche“ die wesentlichsten Stücke scines Vorbildes sehr geschi>t benutzt, und indem er die Handlung auf deutschen Boden verpflanzte- und den Schauplatz einiger besonders wirkungêvollen Scenen nah Bcrlin verlegte den einzig möglihen Weg betreten, die äßende Frivolität des Hennequinschen Stückes abstumpfen zu können, ohne die Wirkung der gut erfundenen Fabel zu gefährden. In dieser Umgestaltung - liegt der S>werpunkt der Bearbei- tung und wenn man einige launige Couplets hinzu- re<net, so hat man über das Verdienst des Verfassers an dem Er- folge ers<höpfend berichtet. Der wesentli<ste Theil "des Erfolges ist diesmal wie so häufig auf der Wallner-Bühne der Darstellung zu verdanken. Die komischen Situationen und drolligen Verwechs- lungen, die Wortspiele und humorvollen Couplets bedurften, um zu ihrer vollen Wirkung zu kommen, der ausgezeichneten darstelierischen Kräfte des Wallner-Theaters. In erster Linie gebührt Frl. Ernestine Wegner (Caprice, Gräfin Kornieki) vollste Anerkennung ; ihre in Ton und Geberde meisterhafte Interpretation der Tänzerin und Gräfin und ihre zündenden Couplets waren von immer fic erneuentem und steigerndem Beifall begleitet. Von dem mitwirkenden männ- lien Personal erwarben die Herren Gutbcery (Graf Korniski), Blen>e (Graf Wendelin), Engels (Frit Blume) für ihr <arakte- ristis<hes und individualisirtes Spiel wohlverdienten Beifall. Die übrigen Darsteller reihten sih dem Ensemble vortrefflich ein.

Im Wilhelm- Theater folgte am Sonnabend der oft wiederholten „vergnügten Welt“ ein neues Stü>k „Die Theater- prinzessin“, eine Posse mit Gesang und Tanz in 3 Akten von &F. Mölle, welche, wenn man nach dem Erfolge des ersten Abends urtheilt, wiederum eine lange Reihe von Wiederholungen erleben wird. Als Novität allerdings darf man die ,Theaterprinzessin“ nicht ansehen, da. soviel wir uns erinnern, dieselbe Posse {hon vor einigen Jahren über diese Bühne gegangen ist. Die „Theaterprinzessin“ ist halb im Charakter der alten Berliner Posse, balb im Stile des Volklsftücks gehalten und inhaltli<h nicht ohne Interesse. Eine Schauspielerin mit strenger Moral, die alle Verehrer auffordert, ibr den Ebering zu reihen oder aus ibrer Nähe zu versbhwinden, liebt heimlich einen Jugendgefährten, den sie nur dann beirathen will, wenn er auch ein Künstler geworden ist. und seine Kunst dadurch be- währt hat, daß er sciner Geliebten in drei verschiedenen Rollen be- gegnet, ohne von derselben erkannt zu werden. Dieser überaus wunder- lide Einfall findet wirkli seine Erfüllung, so daß die Liebenden ein Paar werden können. Die Darstellung, an wel<e die Kritik nicht einen hohen Maßstab anlegen darf, fand bci dem Publikum so großen und von Grund des Herzens kommenden Bei- fall, wie ihn große Darsteller bei weniger genügsamen Zuschauern selten erreichen. Das Publikum des Wilhelm-Theaters will si ergöten, ohne viel zu fritisiren. Die beliebteste Persönlihkeit {eint Hr. Ascber zu sein, der als „Faktotum Kanurke* fast permanent auf der Bühne war und seine Verehrer dur< Couplets und Wite unterhielt, Frl. Weidemann stellte die Trheaterprinzessin re><t anerkennenswerth dar. Die Rolle des in steter Verwandlung befind- lihen Liebhabers wurde von Hrn. Thomas (Eduard Berger) sehr gewandt durchgeführt; derselbe erntete für seine Leistung reichen Beifall, mit wel<em au den übrigen Darstellern gegenüber nicht gekargt wurde.

Im Ostend-Theater gelangt am Donnerstag Dumad' „Cameliendame* mit Fr. von Moser-Sperner in der Hauptrolle zur Aufführung. Die Direktion des Ostend-Tkeaters bat, mehrfachen Wünschen entspre<wend, sib bereit erklärt, wöchentlih- einmal \o- genannte Volksvo1istellungen zu halben Koassenpreisen zu geben, um auf diese Art au<h den weniger Bemittelten den Besuch zu ermög- lichen. Die Reibe dieser Aufführungen wird morgen „Die Grille“ von Gharlotte Birch-Pfeiffer eröffnen.

Der nä<sle Quartettabend der Herren Joachim , de Ahna, Wirth und Hausmann findet niht am Sonnabend, den 18, d. M., sondern am Dienstag, den 21, d. M.,, Abends $8 Uhr, im Saale der Sing-Akademie ftatt. Auf dem Programm stehen: das Quintett in Es dur von Beethoven, das Sextett in B-dur von Brahms und cin Quartett von Pon, Billets find bei dem Hauêswart der Sing-Akademie zu haben.

Konzerthaus. Auf dem Programm des morgigen Symphonie- konzerts stehen u. A. die 7. Symphonie in A-dur von Beethoven und das „Parsifal“-Vorspiel von Richard Wagner.

Redacteur: Riedel. Verlag der Expedition (Kessel). Dru>: W. Elsner Vier Beilagen (eins{ließli< Börsen-Beilage).

M 268.

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Dienstag,

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Æ | 2 Inserate für den Deutschen Reihs- und Königl. Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expedition

des Deutshen Reihs-Anzeigers und Köwaiglich Preußischen Staals-Anzeigers: Berlin 8W., Wilhelm-Straße Nr. 32. A)

1, Steckbriefe und Untersguchungs-Sachen. 2, Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. derg].

3, Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen etc.

4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung

Steekbriefe und Untersuchungs - Sachen.

Steckbriefs-Erneuerunug. Der gegen den Agenten (Arzt) Samuel Roseuthal wegen wiederholten Betruges und wiederholter Unterschlagung in den Akten R. 167 de 1877 jeßt R. 204 de 1877 rep. vom vormaligen hiesigen Königlichen Stadt- geri<ht unter dem 12, Mai 1877 und E unter dem 2. Dezember 1881 erlassene Stecbrief wird erneuert. Berlin, den 31. Oktober 1882, Staatsanwaltschaft bei “dem Königlichen Land- gerihte I. Beschreibung: Alter 32 oder 30 Jahre, geboren 2, Januar 1850 oder 1852, Geburtsort Scthoenlanke, Größe 5 Fuß 4 Zoll, Haare \<bwarjz, Augen braun, Augenbrauen s{<warz, Nase und Mund gewöhnlich, Gesichtsfarbe gesund, Gestalt {lank.

[48193] Ste>briefs-Erledigung.

Das hinter den Arbeiter Gustav Kühl aus ‘Loben t d Vergehens gegen die 88. 223, 223 a, R. St. G. B. unterm 26. Oktober 1882 (Nr. 45,929 dieses Blattes) erlassene Strafvollstre>ängs- ersuchen ist dur< Ergreifung erledigt. Berlinchen, den 9. November 1882, Königliches Amtsgericht.

[48267]

Unsere gegen die Grubenarbeiter Andreas Jankowsky und Martin Koneczky erlassenen Steckbriefe vom 26. Oktober dieses Jahres sind erledigt. Bitterfeld, den 10. November 1882, Königliches Amtsgericht, I. Abtheilung. gez. Rittler.

Subhastationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl.

[48252] Oeffentliche Zustellung mit Ladung.

Die Gemeinde Euerdorf, vertreten dur< ihren bevolUmächtigten Gemeindekassier Anton Seufert, anwaltschaftlih vertreten dur< den K. Rechtsanwalt Breitung hier, klagt

gegen Anna Helmstadt, Pußmacherin, früher in Euer- dorf, nun ohne bekannten Aufenthaltsort, wegen Forderung mit dem Antrage:

„Kgl. Landgericht Schweinfurt wolle erkennen : Beklagte sei s{<uldig, an die Klägerin 1390 6 28 „4 Hauptsache, dann 139 , Zinsen hieraus vom 14, August 1880 an bis dahin 1882 sowie die von da ab weiter laufenden 5 °/igen Zinsen zu bezahlen und die Prozeßkosten zu tragen bezw. der Klägerin zu erstatten ;* und ladet die Beklagte in die öffentlihe Sitzung des Königl. Landgerichts Schweinfurt I1I. Civil- kammer auf Duo, den 30. Januar 1883, ormittags 9 Uhr, unter der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassen Anwalt zu bestellen.

In Gemäßheit des $8, 187 R. C. P. O. wird Vorstehendes zum Zwe>e der öffentlichen Zustellung bekannt gegeben.

Schweinfurt, den 11, November 1882,

Gerichtsschreiberei des K. Landgerichts. Voigt.

[48242] Oeffentliche Zustellung.

In der Prozeßsahe des Brauermeisters Anton Kok es, früher in Ratibor-Hammer wohnhaft, Klägers,

wider

1) den Fis{händler Johann Wieble in Ratibor,

2) die Anna, geborene Wiehle, vereheliht ge- wesene Kokes, wider verehelichte Maschinenschlosier Ptok daselbst, Beklagte, wegen Herausgabe von Gegenständen, is zur Abnahme des dur die Ur- theile vom 15. Oktober 1878 und 24, Oktober 1879 dem Kläger auferlegten Eides und zur Abfassung der Purifikatoira cin Termin auf den 11. Januar 1883, Vormittags 10 Uhr, vor der 11. Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Ratibor, Saal Nr. 15, anberaumt.

Prerzy wird der seinem gegenwärtigen Aufenthalte na< unbekannte Kläger öffentlich geladen.

Ratibor, den 28. Oktober 1882,

Gladis<, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts,

{48223] Oeffentliche Zustellung, Der Kaufmann Heinrih Schäfer zu Carlshafen, vertreten dur den Rechtsanwalt Wunderlich, klagt egen die Wittwe Minna Hertel, geb. Führer, zu Bobenfelde, jetziger Aufenthaltsort unbekannt, wegen einer Forderung von 1395 M4 27 4, mit dem An- trage , die Beklagte zur Zablung von 1395 A 27 Z nebft 6 9/4 Zinsen seit dem 18. August 1882 kosten- ihlig zu verurtheilen, das Urtheil au< gegen icherbeiteleistung für vorläufig vollstre>bar zu er- TNären, und ladet die Beklagte zur mündlichen Verhandlung des Recbtöstreits vor die 11. Civil- kammer des Königlichen Landgerihts zu Göt- tingen auf den 9, Februar 1883, Vormittags 10 Uhr mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

2) u. s. w. von öffentlichen Papieren.

[48237] Oeffentliche Zustellung. Der Kaufmann . R. Willems zu Norden, vertreten dur den Schreiber Harms daselbst, klagt geen den Tobe Kleen aus Südcoldinne, zeitiger

ufenthalt8ort unbekannt, wegen Forderungen zu 17 M 55 H und 12 M 5 S für gelieferten Hafer und Kosten, mit dem Antrage auf Verurtheilung obiger Beträge nebst Zinsen und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Norden auf

den 7. März 1883, Vormittags 10 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Norden, den 9. November 1882.

J. Claassen, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

[48215] Oeffentliche Zustellung. Der Franz Joseph Palm, Gastwirth in Eupen, vertreten durch Rechtsanwalt Springsfeld, klagt gegen Peter Josef Jacob Fober, Seemann, zur Zeit ohne bekannten Wohn- und Aufenthalts- ort, als nunmehr einziger Erbe des zu Eupen ver- storbenen gewerblosen Franz Jacob Fober, mit dem Antrage auf Zahlung von 3445,95 M mit Zinsen vom Tage der Klagebehändigung, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des NRechtsftreits vor die 11. Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Aachen auf den 23. Febrnar 1883, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwe>ke der öffentlichen Zustellung wird dieser Aus3zug der Klage bekannt gemacht. Aachen, den 9. November 1882,

Bewer, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[48214] Oeffentliche Zusteltung, Der Gerbereibesißer J. E. Martin Brühl zu Herdorf klagt gegen den Schneidermeister Peter Hammer zu Herdorf, wohnhaft dermalen in Nord- amerika, unbekannt wohnhaft, aus Restforderung aus Waarenlieferung mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 8 4 60 4 nebst 59%) Zinsen seit dem 1. Januar 1881 und ladet den Beklagten zur mütdlihen Verhandlung des Rechts- streits vor das Königliche Amtsgericht zu Daaden auf den 13. März 1883, Vormittags 10 Uhr. um Zwe>e der öffentlihen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Daaden, den 9, November 1882.

Koch, Gerichts\{reiber des Königlichen Amtsgerichts.

[48224] Oeffeutliche Zustellung. / CGiv.-Nr. 24015. Schneidermeister Karl Schäfer von Karlsruhe, vertreten durÞ< Rechtsanwalt Dr. Wörter von da, klagt gegen den Dreher Karl Julius Schmiers aus Frankenheim, z. Zt. an unbekanntem Orte, aus Kleiderkauf, mit dem Antrage auf vor- läufig vollstre>bare Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 86 M se<s und achtzig Mark nebst 5 9% Zins vom Klagzustellungstag unter Kostenfolge, und ladet den Beklagten zur münd- lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großberzoglibe Amtsgericht zu Karlsrube auf Freitag, den 29, Dezember 1882, Vormittags 9 Uhr, E Zum Zwe>e der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Karlsruhe, den 9. November 1882, W. Frank, Gericht8\{reiber des Großherzoglichen Amtsgerichts,

[48272] Oeffentliche Zustellung,

Der Kaufmann Fr. W. Müller zu Halberstadt, Breiteweg 38, vertreten dur< den Justizrath Löbnit in Nordhausen, klagt gegen den Handelômann W. Wiethan zu Benned>enstein, z. Zt. in unbekannter Abwesenheit aus Kaufgeschäften, mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zablung von 116,77 M nebst 6% Verzugszinsen seit dem 8. Ok- tober 1878, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtöstreits vor das Königliche Amtsgericht, 11, Abtheilung, zu Ellrich auf den 283, Januar 1883, Vormittags 10 Uhr.

Zum Zwe>e der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Ellrich, am 4. November 1882.

Rübenhagen,

Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

[48269] Oeffentliche Zustellun Der David Bouillung, in New-Orleaus, Mrk wohnend, vertreten dur< Rechtsanwalt arl, klaat gegen den Peter Bouillung, Shuhmacer, ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltsort, mit dem ntrage : Volle Kaiserliches Landgericht die Theilung tes Na(lasses des zu Lambah beheimatheten, pulept in New-Orleans si aufbaltenden und daselbst verstorbenen Bernhard Bouillung in der Weise verordnen, daß die cine Hälfte dem David Bouillung, die andere dem Peter Bouillung zufalle.

A Zum wee der sentlichen Zustellung wird dieser a a K T RURNE,

Kläger ladet den Bekla zur mündlichen Ver- j handlun q ded, Necbstreits ror die L B ge dgeri Saa nd, unter Abe

aiser an zu regem

Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts,

Deffentlicher Anzeiger. 7

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expeditionen des „Zuvalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Vogker, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

den 14. November

182,

5. Industrielle Etablissgements, Fabriken und Grosshandel.

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

7. Literarische Anzeigen.

8, Theater-Anzeigen.

| In der Börsen- 9, Familien-Nachrichten.

beilage, F

mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Jum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Saargemünd, den 9. November 1882.

Der Obersekretär : Erren.

[48251]

Oeffentliche Zustellung und Ladung.

Die Schneidersehefrau Margaretha eee in

Bamberg, vertreten dur< den Kgl. Rechtsanwalt

Meisner dahier, stellt Klage gegen ihren Ehemann,

den Schneider Ambros Heusinger, zuleßt in Bam-

berg, nun unbekannten Aufenthalts, wegen Alimen- tation —, na<dem sie gegen den Beklagten zur

Sicherheit ihrer Alimente beim Kgl. Landgerichte

Bamberg den dinglichen Arrest in eine Legatsforde-

a desselben bereits erwirkt hat, mit dem An-

rage:

Kgl. Landgericht wolle aus\prechen :

I. der Beklagte is \c<uldig, zur Alimentation der Klägerin an diese für die Dauer deren Lebens vom 22. September 1882 an täglih Eine Mark zu zahlen und die Kosten des Prozesses ein- \{lüssig der auf den Arrestbefehl vom 12. Ok- tober 1882 erwachsenen Kosten zu zahlen.

II. Dieses Urtheil wird gemäß $. 648 Ziff. 6 der P. O. für vorläufig vollstre>bar erklärt und ladet den Ca zur mündlichen Verhand- lung des Rechtsstreits vor die I. Civilkammer des Königlichen Landgerichts Bamberg auf

STEnLoL den 29. Januar 1883, ormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem genannten Gerichte zugelassenen Rechtsanwalt zu bestellen.

Zum Zwec>te der öffentlihen Zustellung wird

diejer Auszug der Klage hiermit bekannt gemacht.

Bamberg, den 10. November 1882,

Gerichtsschreiberei

des Königlichen Landgerichts Bamberg : Schwemmer, Ober-Sekretär.

Verkaufs-Anzeige nebst Edictalladung.

In Sachen der Direktion der Sparkasse zu Lilien- thal, Gläubigerin,

gegen den Brinkköthner Diedrih Barnstorf}f in Ober- endermoor, Schuldner,

soll die dem Schuldner gehörige, unter Nr. 26 in Oberendermoor belegene Brinkköthnerstelle, bestehend aus:

1) einem Wohnhause,

2) einem Ba>ofen,

3) einem Mannéstande in der Kirhe zu St.

Jürgen, L i Y

4) einen Begräbnißplaße auf dem Kirchhofe da-

elbst,

5) 1 Hekt. 73 Ar 66 Qu.-M. Ländereien in der

elbmark Oberende und E

6) 2 Hekt. 59 Ar 5 Qu.-M. Lndereien in der

Feldmark Warpheim, zwangsweise in dem dazu auf Mittwoch, 27. Dezember d. J., Morgeas 10 Uhr, allhier anberaumten Termine öôffentlih versteigert werden.

Kaufliebhaber werden damit geladen.

Die Kaufbedingungen können auf der Gerichts- reiberei eingesehen werden,

Alle, welhe daran Eigenthums-, Näher-, lehn- re<tlide, fideikommissarische, R und sonstige dingliche Rechte, insbesondere Servituten und Real- berehtigungen zu haben vermeinen, werden aufgefor- dert, selbige im obigen Termin anzumelden und die darüber lautenden Urkunden vorzulegen, unter dem Ver- warnen, daß im Nichtanmeldungsfalle das Recht im Verhältniß zum neuen Erwerber des Grundstücks verloren gehe. L

Der ‘Aus\{lußbescheid wird demnäcst nur dur Anschlag an die Gerichtstafel veröffentlicht.

Lilienthal, den 8. November 1882.

Königliches Amttgeriht, Abtheilung 1IL eyer.

[48231]

Aufgebot behufs Todeserklärung. Auf Antraa der Wittwe Anna Margaretha

[48210]

Mohr, geb, Monratus, in am 2, November 1812 in Flensburg geborne Hans ter Monratus, chel Sohn des er oren Monratus und der Margaretha Lucia, geb, Vitalins, in Flenbburg, roelcher seit wenigstens 30 Jahren verschollen ist, eve at. scine unbekannten Grben, hiedur< aufgeforder!,, sich, beziehungsweise ihre Erbansprüche, bis spätef;ens zu dem biedurh auf Mittwo<h, den 4, März 1883, Vormitta s 10 BIE

angesetzten Aufgebotöter.nin hiese bst anzumelden, wid falls der Versch ollene wird sür todt erklärt, und sen bisher hier verwaltetes Vermögen der

Fleusburg wird der

Annoncen - Bureaux. #8

[48219]

Zum öffentlih meistbietenden Verkaufe des zunx

Zwe>ke der Zwangsverfteigerung bes<lagnahmten,

dem Kaufmann Henri Tredt hierselbst gehörigen,

in der kleinen ollweberftraße sub Nr. 393 bele-

genen. Hauses nebst der Birkenbushwiese Nr. 17

steht ein Verkaufstermin auf

Mittwoch, den 17. Jaunar 1883,

und der Ueberbotstermin auf

Sonnabend, den 19. Februar 1883,

jedesmal Vormittags 11 Uhr, vor Gericht hier an.

Zur endlichen Regulirung der Verkaufsbedingungen,

sowie zur Anmeldung aller dinglichen Ansprüche an

das bezeihnete Grundstü>k und an die zur Immo=

biliarmafse desselben gehörigen Gegenstände ist ein

Termin auf

Mittwoch, den 17. Januar 1883, Pormittags 10 Uhr,

angesetzt.

Neubrandenburg, den 3. November 1882. Großherzogliches Amtsgericht. W. Saur.

[48241] Juin Namen des Königs! : Auf den Antrag des Gutsbesißers Oscar Donner in Abbau Culmsee, vertreten dur<h den Rechtsanwalt: Dr. von Des zu Thorn, erkennt das Königliche Amtsgericht zu Culmsee dur< den Amtsrichter Pe- tersen für Recht : i Das über die im Grundbuche von Culmsee Blatt Nr. 190 Abtheilung 111. Nr. 1 eingetra- gene Darlehnspost von no< 133 Thlr. 10 Sgr. nebst Zinsen gebildete Hypothekendokument vom 19. Juni 1847 wird für kraftlos ‘erklärt. Die Kosten des Verfahrens werden dem An- tragsteller auferlegt. Culmsee, den 28. Oktober 1882. Königliches Amtsgericht.

[48256] „Gütertrennung.

Durch re<tskräftiges Urtheil der 11. Civilkammer , des Königlichen Landgerichts zu Bonn vom 18. Ok- tober 1882 ist die zwishen den Eheleuten Rudolf Meyer, Kaufmann, und Amalia, geb. Abraham, Beide zu Roisdorf wohnend, bestandene eheliche Gütergemeinschaft für aufgelöft erklärt.

Bonn, den 11. November 1882.

Donner, Gerichts\chreiber des Königlichen Landgerichts.

[48276] Nach heute erlassenem, seinem ganzen Inhalte na< dur< Anschlag an die Gerichtstafel bekannt : gemachtem Proclam finden zur Zwangsverfteigerung der Hundt'schen Häuslerei Nr. 21 in Zarrentin mit Zubehör Termine : 1) zum Verkaufe na< zuvoriger endliher Ne- gulirung der Verkaufsbedingungen am E den 20. Dezember 1882, ormittags 12 Uhr, 2) zum Ueberbot am M den 17. Januar 1883, # ormittags 12 Uhr, ' 3) zur Anmeldung dingliher Rechte an das Grund- stüd> und an die zur Immobiliarmasse desselben gehörenden Gegenstände am Mittwoch, den 20. D ormittags Nhr, s im Zimmer Nr. 5 des hiesigen Amtsgerichtsgebäu- des statt. Auslage der Verkaufsbedingungen vom 4, De- zember d. J. an gu der Gerichts]<neiberei und bei dem zum Sequester bestellten Herrn Rentier Diedrichs in grn welcher Kaufliebhabera na<h vorgängiger niacldung die Besichtigung des Grundstü mit Zubehör gestatten wird. Wittenburg, den 9. November 1882. Großherzoglih Me>tlenbuvg-Schwerinsches Amtsgericht. Zur Beglaubigung: Der Gerichtss¿hreiber: Sc<umpeli>.

48266 Bekanntmachung. l Durch Befcbluß der Strafkammer des erl. Landgerichts Zabern, vom 6, November L. Jrs., wurde auf Grund des &. 140 Str. G. B. und des . 326 Str. P. O. das. im Deu Reiche be- ndliche Vermögen nachfolgender Wehrpflichtigen : 1) eh Be Ee e O D E i k vo ) 2) Huber, Evard, get. den 2 Mai 19 in elburg, Sohn von er, it la t, was mit dem Bemerken Meni Let betant gemacht wird, daß Ver ungen derselben über das Vermögen der Stactüs. e gegenüber nichtig sind. (EisaP. den 9. November 1882. aijerl, Staatsamvaltschaft. Verscholleuheits Das Ge Ai t Kmngzingen

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[48259] hat beute Kid i t L onen : Unsere a vom 25, v. Mis. Nr. 11329 ändern wir dahin ab, daß statt des Friseurs Lohre.e von Stuttgart nunmehr Ka*harina Lohrer und Elis L-/hrer, von Forhheim in

Antragstellerin, als sei einzigen hier bekannten Erbin und Sdueiec audarlichert werden.

dey 7, November 1882. Königl Arntégericht. 11 Abtheilung.

Brinkmann.

eingewiesen und

„_ geb.

den fh! Bess

"¿es Vermögens h g A Verfahrens auses werden.

ü nl e O10, Jeu a8, Dormittags 9 Uhr,

Kenzingen, 7. November 1882. Gerihtesäeiber des Gr. Amtögerihts: Nein hard