1882 / 279 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

im Laufe des Jahres 1882 ein R m ermöglichen war.) S Die Einnahme aus allen Verkehrszweigen war im Ok- tober d. J.: a. beim Vergleiche der provisorisch er- mittelten Ergebnisse des laufenden Jahres mit dem Definitivum des Vorjahres: im Ganzen (mit 29 495,61 km Betricbélänge) bei 33 Bahnen mit zusammen 23 426,15 km höher undbei 21 Bahnen mit zusammen 6069.46 km niedriger als in demselben Monate des Vorjahres, und auf das R itometer Betricbslänge bei 1 Bahn mit 89,50 km unverändert, bei 27 Bahnen mit zusammen 21 110,57 km öher und bei 6 Bahnen mit zusammen 8295,54 km darunter 8 Bahnen mit vermehrter Betriebslänge) niedriger, als in demselben Monate des Vorjahres ; b. beim Vergleiche der provisorisch ermittelten Ergebnisse des laufenden Jahres mit den im Vorjahre ermittelten rovisorischen Angaben: im Ganzen (mit 2949561 km Betriebslänge) bei 38 Bahnen mit zusammen 24 860,36 km höher und bei 16 Bahnen mit zusammen 4635,25 km niedriger, als in demselben Monate des Vorjahres, und auf das Kilometer Betriebslänge bei 34 Bahnen mit zusammen 22 916,31 km höher und bei 20 Bahnen mit zusammen 6579,30 km (darunter 6 Bahnen mit vermehrter Betriebs- länge) geringer, als in demselben Monate des Vorjahres. Die Einnahme aus allen Verkehrszweigen war vom 1. Ja- nuar bis Ende Oktober d. J.: a, beim Vergleiche der provisorisch ermittelten Ergebnisse des lau- enden Jahres mit dem Definitivum des Vorjahres Ganzen (mit 29 495,61 km Betriebslänge) bei 39 Bahnen mit zusammen 25 11048 km höher und bei 15 Bahnen mit zusammen 4385,13 km geringer, als in dem- jelben Zeitraume des Vorjahres, und auf das Kilo- meter Betriebslänge bei 34 Bahnen mit zusammen 22 928,86 km höher und bei 20 Bahnen mit zusammen 6566,75 km (darunter 6 Bahnen mit H HOAR Betriebslänge) geringer, als in demselben Zeitraume des orjahres ; b, beim ergleice der provisorisch ermittelten Ergebnisse mit den im Vorjahre ermittelten provisorischen ‘Angaben: im Ganzen (mit 29 495,61 km Be- triebslänge) bei 44 Bahnen mit zusammen 27 324,44 km ‘höher und bei 10 Bahnen mit zusammen 2171,17 km ge- ringer als in demselben Zeitraume des Vorjahres, und auf das Kilometer Betriebslänge bei 40 Bahnen mit zusam- ‘men 25 424,85 km höher und bei 14 Vahnen mit zusaînmen 4070,76 km (darunter 4 Bahnen mit vermehrter Betriebs- S geringer, als in demselben Zeitraum des Vorjahres. ei den unter Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen, aus\chließlich der vom Staate für eigene Rech- “nung verwalteten Bahnen, betrug Ende Oktober d. J. das „gesammte konzessionirte Anlagekapital 701 428 600 4 {230 407 900 a Stammaktien, 93 645 000 /4 Prioritäts-Stamm- aktien und 377375 700 M4 rioritäts-Obligationen) und die Län ge derjenigen Strecken, für welh« das Kapital bestimmt ist, 3208,65 km, so daß auf je 1 km 218 606 é entfallen. Bei den unter Privatverwaltung stehenden rivatbahnen betrug Ende Oktober d. F. das gesammte onzessionirte Anlagekapital 1039396 843 M 402 194850 6 Stammaktien, 152 556 900 46 Prioritäts- tammaktien und 484645 093 #4 PVrioritäts:Obli ationen) und die iy derjenigen Strecken, für welche dieses Kapi-

tal bestimmt ist, 5568,46 km, so daß auf je 1 km 186 658 entfallen.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, * Herzoglich sacsen-meiningensche Staats-Minister Freiherr von Giseke ist hier angekommen.

Der französische Botshaster Baron de Courcel ist am 22, d. M. von Urlaub zurückgekehrt und hat die Ge- shäste der französischen Botschaft wieder übernommen.

Wie „W. T. B.“ meldet, is der frühere Minister- Präsident Frhr. von Manteuffel gestern auf seinem Gute Crossen bei Golßen verstorben.

Als Aerzte haben \ich niedergelassen die Herren :

Dr. Maiß în_Brieg, Dr. Bussen in Linden bei Hannover, Dr. Gottschalk in Liebenau,

Dr, Naberschulte in Gelsenkirchen und Dr. Knebel in Laasphe.

Baden. Aus Stockholm, 25. November, wird dem W. T. B.“ gemeldet: Der König hat heute dem Gro f- herzog von Baden die Kette zum Seraphinen-Orden verliehen.

Braunschweig. Braunschweig, 2. November. (Hann. Cour.) Die Landessynode ist nah Erstattung des Kommissionsberichts gestern in die Berathung des Gesetzes betreffend das Ruhe-Einkommen der Geisilichen, einge- trejen. Dieselbe hat die Berathung heute fortgeseßt und so- dann die Sarrage mit einigen, größtentheils redaktionellen Abänderungen im Ganzen angenommen. Zu einer kurzen Debatte gab heute die in 8. 19 des Gesehes enthaltene Be- stimmung Veranlassung, derzufolge es den bei dem Jnkrasft- treten des Gesehes bereits im Amte befindlihen Geistlichen freisteht, ob sie dem Emeritirungsfonds beitreten oder den Ruhe- gehalt demnähst nah der bisherigen Ordnung beziehen wollen. Obgleih von mehreren Mitgliedern der Verfsamm- ang als wünschenswerth anerkannt wurde, daß sämmtliche Geistlihe der Mgen lutherishen Landeskirche geseßlich gebunden sein sollten, dem Sr rUngieuds beizu- treten, wurde dennoch ein Antrag auf Aenderung des enannten Paragraphen nicht gestellt, da sowohl von dem Bertrotes der Kirchenr m onsistorial-Rath von Schmidt- Phiseldeck als von orsizenden der Kommission auf die rechtlihen Bedenken hingewiesen wurde, welhe einer in die Privatrehte Einzelner eingreisenden esehlihen Bestim- mung der Art entgegenständen. erfolgter Annahme des neuen Kirchengeseßzes, welches voraussihtlih bereits am 1. Ja- nuar 1883 in Kraft treten wird, wurde die außerordentliche Landessynode im Austrage Sr. Hoheit des 6 von dem Geheimen Rath Dr. jur, Wirk lossen. 6 genannte desgesehe zu erheben, wird nun s am 29, d, M. zusammentretenden Landtags sein.

veränderte Bezirks3-

Wien, 26, November. (W. T. B.) Kattaro

e” aus ldet wird, sollen

n auf Letesi des sein. Vier izams- nach Skutari kommandirt.

W. T. B.) Das Unterhaus und Spezialdebatte den Geseh:

betreffs Ausbaues der Pest-Szoenyer Bahn. Bei : über eine Petition wegen Konfis?ation anti- 1 im Heveser Komitate kam es zu einer

| lbhastera te. Dex. Referent erklärte, der Aus\{uß billige vollkommen den bezüglichen Ministerialerlaß. Minister-

Präsident Tisza rechtfertigte die getroffenen Maßnahmen und erklärte, wenn der Friede und die Eintracht unter den Racen und Konfessionen durch Auswüchse der Preßfreiheit ernstlih gefährdet sein sollten, werde die Regierung den Muth haben, dur geseßliche Vorkehrungen solche Hindernisse der Ruhe und des Friedens im Jnnern wegzuräumen. Abg. Fstoczy brachte unter Angriffen gegen die “vate und die jüdische Presse einen Antrag auf geseßlihe Lösung der _Judenfrage ein. Die Debatte wurde abgebrochen und nah stürmischen und lärmenden Szenen für morgen eine Sitzung anberaumt, in welcher zunächst über deren Tagesordnung durch Namensabstimmung entschieden werden wird.

Schweiz. Basel, 26. November. (W. T. B.) Nah dem bis jeßt vorliegenden Resultat der Volksabstimmung wird der Bundesbeschluß vom 14. Juni, betreffend die staat- liche Leitung des Primärunterrichts und die Anstellung eines eidgenössishen Schulinspektors, als abgelehnt betrahtet, Die Wahlbetheiligung war groß; dié Städte haben durhgehends für Annahme des Beschlusses gestimmt. /

Bern, 27. November. (W. T. B.) Durch die gestern erfolgte Abstimmung des shweizerishen Volkes wurde der Bundesbeschluß, betreffend die Ausführung des Schulartik.[s der Bundesverfassung (staatliche Leitung des Primärunterihts und Anstellung eines eidgenössischen Schulinspektors), mit 301 352 gegen 167 221 Stimmen abgelehnt.

Großbritannien und Jrland. London, 27. No- vember. (W. T. B.) Der Herzog von Edinburg befindet sich auf dem Wege der Genesung. E

Dublin, 26. November. (W, T. B.) Drei Mitglieder der geheimen Polizei wurden gestern von Feniern mit NRevolverschüssen angegriffen. Ein Polizist wurde getödtet ; ein anderer Polizist erwiderte das Feuer und verwundete einen Fenier sehr erheblich; die beiden anderen Fenier wurden fesigenommen. :

26. November. (Spätere Meldung.) Die gestern an- gegriffenen Polizisten waren zur Zeit des Ueberfalles in der Ueberwachung eines Stadtdistrikts begriffen, in welchem sich mehrere Leute aufhielten, die in dem Verdachte stehen, einer geheimen Verbindung anzugehören. Es waren sechs Polizeiagenten, die von zehn Männecn angegriffen wurden.

27, November. (W. T. B.) Die Polizei ver- haftete gestern einen Amerikaner, namens R an, welcher der Betheiligung an dem Mordanfalle auf die Polizei verdächtig erscheint. Der Vize-König hat eine Untersuchung des Vor- falls angeordnet. i

Sydney, 20. November. (Allg. Corr.) Die Legislatur von Neusüdwales hat die Landbill verworfen. Das Ministerium hat in Folge dessen dem Gouverneur empfohlen, das Parlament aufzulösen. Lord A. Loftus hat eingewilligt, dieses Verfahren einzuschlagen.

Frankreich. Ep ris, 25. November. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer hat 17 Artikel des Kriegsbudgets angenommen, Der Kriegs-Minister erwiderte im Laufe der Berathung auf eine Anfrage des Deputirten Laisant, daß die Kosten der Okkupation von Tunis, welche bis jeßt in dem außerordentlichen Budget figurirten, vom nächsten Jahre ab in dem ordentlihen Budget des Krieges erscheinen werden.

Die Gerüchte über bevorstehende Veränderungen im Ministerium werden von der „Agence Havas“ als unbegründet bezeihnet. Die Budgetk ommission und die Regierung hätten sich auf der Basis des Versprechens des Ministers Héerisson verständigt, daß alle seine Bemühungen und Hülfsmittel auf die Arbeiten an den neuen, im Bau hbe- griffenen Eisenbahnen vereinigt und die Zahl derselben nit vermehrt, sondern vielmehr nach Maßgabe der Fertigstellung der einzelnen Bahnen verringert werden soll.

Portugal. Lissabon, 26. November. (W. T. B.) Das ministerielle Journal „Revoluçao do Septembro“ führt aus: Frankreih habe die Rechte Portugals am Congo respektirt und als befreundete Macht in dieser Angelegenheit die größte Loyalität gegen Portugal beobachtet.

talien. Rom, W. November. (W. T. W) In der Deputirtenkammer nahm heute Farini mit einer von lebhaftem Beifall begleiteten Rede von dem Präsidium Besiß. Die Kammer überließ ihm die Ernennung der Mit- glieder der Adreßkommission. Der Minister-Präsident Depretis brachte Geseßentwürfe ein über eine Reform des Kommunal: und Provinzialgeseßes und des Gesehes über die öffentliche Sicherheit sowie über die Errichtung eines Nationaldenkmals für Garibaldi.

26. November. (W. T. B.) Die Zeitungemeldung, daß das Ministerium die Entlassung des Unter-Staatssekre- tärs im Ministerium des Aeußern, Baron Blanc, angenom- men habe, ist unbegründet.

Brindisi, 27. November. (W. T. B.) Nubar Pascha hat sich an Bord des „Tanjore“ nah Alexandrien eingeschifft.

Türkei. Konstantinopel, 25, November. (W. T. B.) Einer Meldung des „Reutershen Bureaus“ zufolge soll Montenegro zu einem Kompromiß mit der Pforte eneigt sein und würde sich mit der Hälfte des Distrikts von

latshen zufrieden geben.

Wie die „Agence Havas“ meldet, beständen derzeit S@hwierigkeiten mit Rumelien, welches seit dem 4. Sep- tember keine Zahlungen mehr geleistet habe und gegenwärtig 307 750 Livres an die Administration der Bondholders \{ulde. Die rumelishe Regierung beanspruce die Herabminderung ihrer Schuldverpflihtung unter dem Vorgeben, daß ihre Ein- nahmen gegenwärtig 600 000 Livres nicht erreihten. Jn Konstantinopel werde man lebhafte Opposition ep denn es sei bewiesen, daß die rumelische Regierung ohne plaufibelen Grund die unter dem früheren Regime erhobenen Steuern Se Va s herabgeseßt und derart die fiktiven Defizits g en

26, November. (W, T. B.) Meldung des „Neuter- {hen Bureaus“: Die Pforte versandte nz neuerdings drei Cirfkulardepeschen bezüglih Feststellung der Grenzen Mont enegros, worin die e ersuht werden, Kommissare behufs endgü Sefellung dieser G auf der von England hei t der Abtretung Duslcignos

a Mächte haben auf diese

27. November. (W. T. B.) Assim Pascha is an Stelle Said Paschas zum Minister des Auswärtigen ernannt worden. Von der Pforte ist am 25. d. M. an ihre Ver- treter im Auélande ein neues Rundschreiben über die montenegrinishe Grenzfrage versendet worden, in welchem das Verlangen wegen Entsendung von Kommissarien der Mächte erneuert wird. Hinsichtlih der einen Flächen- raum von 39 gkm umfassenden status quo-Grenze heißt es in dem Rundschreiben, die diesbezügliche Meinungsverschieden- heit sei wiederholt reiflich geprüft worden , {ließli habe der Fürst von Montenegro eine Lösung auf der Basis einer aleichmäßigen Theilung des Gebietes zwischen der Türkei und Montenegro in der Weise acceptirt, daß der Ort und Hügel von Matamosch jedenfalls bei der Türkei verbleiben folle und Montenegro durch die Abtretung eines gewissen Theils des an Montenegro anstoßenden Gebiets von Sertch entschädigt werde. Die Pforte habe dies beschlossen und thr Kommissar sei mit den entsprechenden Instruktionen versehen.

Serbien. Belgrad, 26. November. (W. T. B.) Der bisherige serbische Gesandte in Wien, Christic, geht in den nächsten Tagen als Gesandter nah London ab. Der für Wien ernannte Gesandte Bogiczewic wird sih ebenfalls nächstens auf seinen neuen Posten begeben. Die serbischen Kommissäre sind behufs Abschlusses des serbisch-deutshen Handelsvertrages nah Berlin abgereist.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 25. No- vember. (W. T. B.) Die Taufe des Herzogs von Schoonen fand heute Abend 61/, Uhr im Weißen Saale des Schlo}ses statt. Unmittelbar nah der Taufe wurde der übliche Kanonensalut abgegeben.

Afrika. Egypten. Kairo, 25. November. (W. T. B.) Meldung der „Agence Havas“: Einer Depesche aus dem Sudan zufolge wäre der falsche Prophet cernirt; es gehe sogar das Gerücht, daß er gefangen genommen sei.

Zeitungsftimmen.

Die „Bohemia“ äußert sich über den beabsichtigten Steuererlaß :

Die vollständige Aufhebung der vier untersten Stufen der Klassensteuer soll also in Preußen, ungeachtet aller Schwierigkeiten, mit Aufrechterhaltung der bereits bestehenden Steuererlasse durch- geseßt werden. Schon in der Thronrede vom 14. d. M. war diese Maßregel als eine Nothwendigkeit bezeichnet worden, welcher Rech- nung getragen werden müsse, selbst auf die Gefahr hin, daß der hierdurch entstehende Ausfall an direkten Einnahmen des Staats fo lange anderweitig gedeckt werden müßte, bis der Deutsche Reichstag die Erhöhung der indirekten Einnahmen bewilligt haben wird. Hätte man es hier mit einem isolirten Akte von Popularitätshascherei zu thun, dann würde siher die Skepsis berechtigt geln, welcbe cinwendet, daß es in leßter Linie auf eins hinauskomme, ob man den armen Leuten das Geld auf direk- tem oder indirekte Wege abnehme, und daß „die Nebeneinander- stellung von Steucrerlassen und Defizits doch noch als keine unange- fohtene und nicht - einmal als eine der Regel na zu befolgende Staats- finanzmaxime zu betraten ist.“ Allein billigerweise wird man zugeben müssen, daß die finanze und s\ozialpolitischen Reform- versube, deren Rethe dieses Steueraufhebungsprojekt angehört, ein Syftem darstellen, das der vollsten Beachtung werth ift. Einheit des Reiches, rationelle R O und Sicherung der Existenz der zunächft gedrückten Klassen, Ueberwälzung der Lasten auf das Gebiet der indirekten Abgaben, cin gesunder staatliber Egoismus das sind Grundsätze, die, wenn auc die angekündigte Steueraufhebung allein nit hinreichen dürfte, im Sinne der Worte des neuen preußischen Finanz-Ministers „eine dauernde Erleichterung* zu bieten, in entsprehender Bethätigung zusammenwirken können, diese Erleich- terung gründlich und dauernd herbeizuführen. z

Die „Hallische Zeitung“ schreibt :

Zu den bemerkenswerthesten Aussprüchen, welche der Reichs- kanzler während der letzten Reicbstagésession gethan hat, gehören n Ausführungen über die Ursachen der Auswanderung. Der

orts{hrittspartei geaenüber bob Fürst Biêmarck hervor, daß die Auswanderung nicht ein Ergebniß der Uebervölkerung sei, sondern im Gegentheil in den {wäcer bevölkerten Landettheilen am bäufigstea vorfomme, und daß sie unter der ländlichen Bevölkerung die größte Nolle spiele, weil in dieser die wenigste Auss\irßk auf ein Vorwärts- kommen vorhanden sei. An diese Worte sind wir dur eine vor einiger Zeit veröffentlichte Abhandlung über das langsame Wachs- thum der Bevölkerung Frankreichs erinnert worden, welche ähnliche Erscheinungen des französischen Lebens, nämlih die Entvölkerung des flahen Landes, wenn auc nit zu Gunsten der Auswanderung, \on- dern zu Gunsten der (in der Rede des Reichskanzlers gleichfalls erörterten) roßen Städte zum Gegenstande hat. Die bezüglicen Resultate sind chon wegen ihrer Aehnlichkeit mit den deutscen von Bedeutung. Im Jahre 1831 lebten in den großen Städten Frankreichs (Städten mit mehr als 20 000 Einwohnern) etwa 2} Millionen, in den kleinen Städten und Flecken mit mehr als 2000 Seelen 37 Millionen, auf dem flacden Lande 25} Millionen Menschen; fünfundvierzig Jahre später (1876) kamen auf die großen Städte 64 Millionen, auf die kleinen Städte 5} Millionen, auf das flache Land 24 945 064 Be- wohner, so daß die großen Städte um 119, die kleinen Städte um 49% gewa{bsen sind, während das platte Land nit nur feine Zunahme erfahren, sondern im Gegentheil um 4% in seiner Bevölkerung abgenommen hat. Im weiteren Verfolg wird dann auseinandergeseßt , daß der Ackerbau in Frankreich zurückzugehen beginne, weil die Zunahme der öffentlichen Lasten den Landmann ungleih s{werer drücke, als den Städtebewohner, dessen Einnabmen in dem gleiben Maße wüchsen, während diejenigen des Landmanns stehen blieben oder der ausländishen Konkurrenz wegen zurückgingen 2c. „Nicht, daß es den ländlicen Arbeitern an Grund und Boden fehlte, dem Boden feblen die Arbeiter.“ In vielen Grenzdistrikten müßten fremde Arbeiter bereits an Stelle der ein- heimischen die Saat- und Erntearbeiten verrichten, weil der eingeborne Landarbeiter in die Stadt ziehe, wo die Arbeit minder bart, das Leben bewegter und s{icksalsreicher sci. „Es ist das Veröden der Hoffnung, das die Leute zur Auswanderung treibt“, hatte der Reichs- kanzler in Hinblick auf die deutschen, speziell die westpreußischen Ver- bâltnisse gesagt.

In „Steins deutscher Correspondenz“ lesen wir :

+ + + « eWir treten gewissermaßen in die Zeit der Milliarden n, sagte Hr. Finanz-Minister Scholz, da der Etat wirkli als Milliarde balancirt, oder balanciren soll Für die wachsende Bedeutung

reuszens ft das cin gutes Zeichen, viel Einnabmen sind in der inanzwirths{aft beinahe ebenso wichtig als viel Ausgaben. Zmmerhin steht der Finanz-Minister höher, der viel Aus- gaben risfirt, wenn sie nur produktiov angelegt wer- R. E e Sparsame, der nur die disponiblen Mittel verwendet; den sogenannten „geordneten Finanz zufländen“ kann das Volk verhungern. Wir gestehen ofen, daß uns die Acngsilichkeit der liberalen Partei, gegenüber weniger Millionen Stenererlässe, durchaus nicht gefällt; eine Anleihe, welche das Geld dorther nimmt, wo es \sih angesammelt bat ist rlétiger als die Steuer, welche das Geld au von dem Orte einzicht, an dem ed Produktion gebraucht wird. Das „Deutsche Reich* ift in der That „tecih* g um den Einzelstaaten ein paar Hundert Millionen S abzunehmen, so sehr auH in den modernen Kapuzner- predigten der Anhänger der „bewährten altpreußischen Finanzpolitik“ das che Reich als „Deutsches Arm* verschrien wird, 7. |

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“

t, welhe Wirkung ein von Rußland auf die Einfuhr untern und Steinkohle gelegter Zoll auf den Export

dieser Güter aus Deutschland na

Rußland haben würde

und {ließt ihre Betrachtung mit folgenden Worten :

W lastung die deutse Eisenindustrie empfindlich treffen würde.

Es ist nun _ ni&t zu leugnen, daß die in Aussicht Pébenhe De- ann

en Zollsaß in ihre Preise nit mit aufnehmen, ohne dieselben zu en S so t sie den rufsisben Werken einen Vorsprung, der bei günstiger Entwickelung ihrerseits den ganzen deutschen Import illu- orish machen kann. Andererseits hat die deutshe Industrie Rück- ¡ht auf ihre eigenen Produktionskosten, besonders auf die steigenden Arbeiterlöhne zu nehmen. S{ließlib wird sich wahrscheinlich ein lusgleih ergeben, der auf Seiten Rußlants eine größere Belebung

M der Montanindustrie herbeiführt, der M s{einlid einen partiellen Import läßt, esserte I skonomische Fabrikationsweise selbst die starke Verzollung überwindet,

deutschen Seite aber wahr- der durch verbesserte und

Was ist daraus zu lernen ? S Erstens die sehr einfache Wahrheit, die aber von den Manchester-

zmännern durchaus bestritten wird, daß der Konsument meistentheils nicht den Zoll trägt, sondern der Fimporteur. Die Nuffen werden ‘der Manchesterschule zu Gefallen den Zoll gewiß nicht zahlen, wenn fie nit müssen; leßteres vermeiden fie aber dadur, daß sie den

Zollgegenstand nah besten Kräften selbst fabriziren.

Bei diesem Bei-

{piel, wo heimische Interessenten selbst' der leidende Theil sind, ift die

‘Wahrheit in der

Frage: wer trägt den Zoll? viel leichter einzusehen,

als wenn mit Gegenständen exemplifizirt wird, die unter Zollbeschrän- fungen nach Deutschland importirt werden.

Es ist aber noch etwas Anderes daraus zu lernen, daß nämli

in wirthschaftlichen Dingen Jeder sich selbst der Nächste ist. In ähn- Ticher Lage wie die russische Montanindustrie befindet si heute unsere Forstwirthschaft resp. Landwirthschaft. Beide führen einen \{weren

Kampf mit russishen Importartikeln und 4 wie diese berechtigt, in der Heimath

find deshalb mindestens die angemessene Unter-

stüßung in diesem Kampfe zu finden.

Dem „Frankfurter Journal“ wird aus München,

24, November, berichtet :

Am Montag Abend kamen hier ca. 170 hiesige Schneidermeister

zusammen, um eine Innung auf Grund der Novelle zur Reich3-

M Gewerbeordnung zu gründen.

Die Statuten der neuen Innung,

welche aus der früßeren Kleidermacher-Innung und dem Arbeitgeber-

e

rein der Münchener Schneider besteht, wurden bereits der König-

lichen Regierung zur Genehmigung vorgelegt.

Centralblatt für das Deutshe Reih. Nr. 47.

Inhalt: Finanzwesen: Nachtrag zur Nachweisung über Einnahmen

des Reichs vom 1. April Steuerwesen : E L IIDeIGLUA, Taback und Tabakfabrikate;

bis Ende Oktober 1882. Zoll- und betreffend Autfuhrvergütung für

bberufung cines Reichsbevollmäh-

tigten; Befugniß einer Steuerstelle, Konsulatwesen : Ernennung ;

Aufhebung etncs Konsulats; -APolizeiwesen : Ausweisun

YV

Erequatur-Ertheilungen. von Ausländern aus dem Neichsgebiete. Amtsblatt des Reichs-Postamts. Nr. 71. Inhalt : erfügungen: vom 17, November 1882. Bekleben der Postkarten it Reichsstempelmarken. Vom 16. November 1882. Brieftaxen

m Verkehr mit Antofagasta.

waltung für den Postkongreß in Lissabon.

1

ahrer. 11. Kleine Mittheilungen : Telegra

Archiv für Post und Telegraphie. Nr. 21. Inhalt : Aktenstücke und Aufsäße: Die Vorschläge der deutshen Postver- Das niederländische elegraphenwesen im Jahre 1880, Grönland und die Grönlands-

phen in Japan. Eine ylinderuhr als Drucksache. Postkarten mit Antwort in England. Die Gesammtlänge der europäischen Eisenbahnen. Englische

een San, Die norwegis{ch-\{chwedische Verbindungsbahn

Drontheim-Torys iht an französische Denkmal. 1III. Zeitschriftenüberschau.

Verfügung vom 22. November 1882,

Y

)ammer-Sundswall. Ertheilung von Reitunter- Feld-Telegraphenbeamte. Das Rowland-Hill-

Justiz-Ministerial-Blatt. Nr. 43. Inhalt: Allgemcine betreffend das Verfahren der

erihtsvollzieher bei Pfänd ungen. Erkenntniß des Neich8gerichts

om 3, Dezember 1881.

Amtliches : Arlbergbahn und des Arlbergtunnels8.

Centralblatt der Bauverwaltung. Nr. 47.

Inhalt: Personalnachrichten.

Nichtamtlies: Der Bau der Das Kunstgewerbemuseum

n Berlin. (Fortsetzung aus Nr. 42.) Der Krabnbagger. Ver- mnis{btcs: Der Etat der preußiscben landwirthschaftlichen Verwaltung

ür 1883/84, D

enkscrift über Flußregulirungen. Ueber die

inrihtung der Ober-Bau-Direktor-Stellen. Stephaniebrücke in

Wien. Elektriscbe Beleuchtung des Theaters in Brünn. Die

erc :-dnung zur feuersiceren Herstellung von Theatern in Nieder-

sterreih. Antike Hochdruckwasserleitung des Betilienus in Alatri.

nterseeishen Tunnels

H

Die Fertigstellung der Bahulinie Pino-Novara. Plan des zwishecn England und Frankrei. Die

rbeiten am Panamak’anal. Eisenbahnbau in Brasilien. Gesuch

m Zulassung zur zweiten Staatéprüfung in Preußen.

Landtags- Angelegenheiten. Der Etat der landwirthschaftlihen Verwaltung cin-

Ylicßlih der Centralverwaltun g für das Jahr 1883/84 weist an Ginnahmnn 2 154 000 A (gegen den laufenden Etat - 1000 A6),

an dauernden Ausgaben 7 597 255 aligen und außerordentlichen Ausgaben 2 047 597 4 (+ 787 422 k),

(+ 157 773 M) und an ein-

négesammt an Ausgaben 9 644 850 4 (+ 945 195 4) auf.

5

rmäßiagt,

Bei den Einnahmen (Ky. 32) sind die Kosten und anderen

Sinnahmen bei den Aukteinandersctzungtbehörden (1464 385 U) auf

rund der Durchschnitterträge in den leßten Jahren um 89 620 4 dagegen diejenigen der landwirths{@aftlichen Lebranstalten

105 057 A) und der Thierarzneishulen (114 500 #4) um 23 522 bw.

500 A erböbt worden.

4

J Bei den Rückzablungen und Zinsen von eliorationédarlebnen (328 530 d) und den sonstigen Einnahmen

39 331 4) tritt cine Ermäßigung von 5 428 bzw. 446 M cin. Neu- ngestellt sind die Wittwen- und Waisengeldbeiträge mit 69472 4.

Bei den dauernden Ausgaben tritt Kap. 99 (Ministerium

10 880 4) durch Dotirung der Oberstallmeisterstelle mit 12000 4 ne Echêöhung von 3300 4 cin; sür Verwaltung des Dienstgebäudes

ind 2200 # mehr ausgeworfen, 36430 « ift unverändert geblieben.

börde 3463611 M (4- 32016 #6) sind 8400 M mehr sür zwei att!mäßig anzustellende Vermessungs - Inspektoren

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P.

Q it t die auf Grund gei

Kap. 100 Ober-Landeéskulturgerit Kap. 101 (Auseinandersetzungs-

(Vorfleher der

odâtish-tehnisben Bureaux in Cassel und Münster , zum Ansayz

fommen, An Kosten für die trigonometrishen Arbeiten zum An- vluß der Spezialvermessungen an die trigonometrische

Landes- messung sind 9361 4 mehr eingestellt worden; zur Remunerirung n Hülfsarbeitern 2c. 11 755 M4 an Tagegeldern 2c. 3900 M, an sten Ausgaben 400 M mebr. Die bisher zur Bestreitung der iélagen für die Audeinandersetungen im Kreise Herzogth. Lauenburg fgcworfenen 3000 K sind in Folge des Gesehes vom 1, Februar (9 in Wegfall gekommen. Jn Kap. 102 (landwirth\schaftliche Lehranstalten 2c. 925917 27 425 M] sind dle Fonds f Besoldung der Lebrer und Hilfs- im Ganzen um 12000 M, diejenigen für Lehrmittel und zmmlungen im Gauzen um 4650 M, die für Feuerung und Be- Ylung 2 um 729 4, die sür Unterhaltung der Gebäude :c. um 200,4 d die für vorausschbare Ausgaben um verstärkt worden. Bei den Thierarzneishulen und dem Veterinärwesen (Kap. 103 850 M [4-86 323 M] sind zur Vermehrung der Hilfêlchrkräfte der Lehrmittel 3550 M und zur Begründung neuer ellen 1947 Æ hinzugetreten. Für veterinär- von 79 826 M heraus Bestimm

ungen getödteten Der ns zur Förderung der Viehzucht (Kap. 104 : 618420 4%) ist unver-

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ändert geblieben. In den Kapiteln „Zur Förderung der Fisterei (Kapitel 105 : 214 404 (6) und Landesmeliorationen 2c. R 106 : 789 599 46) sind nur unerhebliche Veränderungen eingetreten (+ 988 bezw. 268 H)‘ In die allaemrinen Ausgaben (Kap. 107 : 330 142 A) sind _die gesetzlihen Wittwen- und Waisengelter mit 5789 M. neu eingestellt worden.

Als einmalige und außerordentliche Ausgaben sind angeseßt: 126 000 G (+ 27 000 (A) 5. Rate für die Buhnenbauten auf Sylt; 10 000 i 2. Nate für die Herstellung des Meitzenschen Werkes über die landwirtbschaftlichen Verhältnisse der neuen Provinzen ; 675 000 é (— 75 000 e 4. und letzte Rate zur Herstellung ciner Verbindung zwischen dem ink8emsischen und dem bolländis{en Kanal- neve; 52000 4 zum Ankauf der Greifêwalder Oie, die von der Stadt Greifswald verkauft werden soll; 56 600 M zu Erweiterungs- und Umbauten der Thierarzneischule zu Hannover; 10000 6 für ein neues Auditorium in Poppelsdorf; 3 600 M für ein Aufseberbaus in Geisenheim; 8245 4 für Erweiterung und Erneuerung der Wasfser- leitung daselbst; 15009 M zur Anschaffung geodätischer Instrumente ; 560 #6 zum Ankaufe des Mühlenetablissements bei Bubainen und 29 000 „é zum Bau einer Grundablaßsch{leuse behufs Herstellung einer Sciffahrts\cleuse daselbst; 2152 4 Neparaturen an den Gebäuden des Wallmeister-Etablissements zu Alt-Beeliß und 560000 4 zur Sörderung genossenscaftlicher Flußregulirungen, deren Zweckmäßigkeit dur eine besondere Denkschrift nachgewiesen ist.

Der Etat der Domänen verwaltung für das Jahr vom 1. April 1883/84 {ließt in der Einnahme mit 28 982760 M ab gegen 29260510 G des vorigen Etats, mithin weniger 277 750 46 Ein Weniger findet si in folgenden Titeln: Grundherrliche Hebun- gen und Hebungen von veräußerten Domänenobjekten, als Erb-, Grund- und Domänenzins, Kanon, Einnahmen für Naturalprästatio- nen, Zinsen von bäuerlichen Inventarien- (Hofwehr-) Geldern und unbe- ständige Gefälle: 290 000 4 Dieses Minus wird als eine Folge bezeichnet von Ablösungen mittelt Kapitalzahlung dur{ Verwandlung von Domä- nengefällen in Amortisationsrente und des Fortfalls von sogenannten stehenden Gefällen aus der Provinz Scleêwig-Holstein, welche die Natur der Grundsteuer haben. * Ein Minus von 118 218 M erscheint bei Titel 4, „Ertrag von anderen Domänengrundstücken, Müh!en und Fischereien“, in Folge von Veräußerungen, sowie durch Ueber- tragung von Grundstüen resp. Einnahmen auf den Etat der Forst- verwaltung und anderer Staatsverwaltungen. Titel «sonstige ver- mischte Einnahmen und zur Abrundung der Einnahmen in den Kassen-Ctats* weist ein Weniger von 23557 4. nab. Ein Plus gegen den vorigen Etat zeigen folgende Titel: «Domänen-Amortisations- renten“ 36 000 , dur Regulirung der Domöänengehälter zur Amor- tisation, unter Berücksichtigung der bei diesem Titel durch Ablösung mittelst Kapitalzahlung entstehenden Ausfälle. Bei Titel : „Ertrag von Domänenvorwerken* findet si ein Plus vou 75 140 4, ein Mehr von 30000 4 Bei Titel: „Ertrag von Mineralbrunnen und Bade- anstalten, nämlih der Mineralbrunnen zu Niederselters, Fachingen, (Ems, Langenschwalbab, Weilbach und Geilnau, sowie der Bäder Ems, Schlangenbad, Langenshwalbach, Weilbach, Nenndorf, Hof- geismar, Rehberg, Norderney und Cranz“, ein Mehr von §3380 Bei Titel: „Zinsen von Aktiv-Kapitalien*“ als höhere Zinsen: Ein- nahme auf Grund kontrafktlicher Bestimmung. Neu eingestellt in den vor- liegenden Etat ist Titel : „Gesetzliche Wittwen- und Waisengeld-Beiträge“ mit 11 605 4 auf Grund des Gesetzes vom 20. Mai 1882, betr. die Gürsorge für der Wittwen und Waisen der unmittelbaren Staats- eamten. Die dauernden Ausgaben \{ließen mit 6 780 060 4A ab (+ 104540 6). Ein Mehr steckt: mit 120600 K in dem Titel „ZU Almosen und Unterftüßzungen, eins{ließlich zu einmaligen Unter- lungen für Personen, weiche, ohne die Ei enschaft von Beamten zu haben, im Dienste der Domänen- und Forstverwaltung beschäftigt werden oder beschäftigt gewesen sind, sowie für Hinterbliebene folcer Personen“; mit 50000 4 in Titel: „Zinsen von Vassiv- fapitalien, Passivrenten , sonstizaeen Abgaben und Lasten“ ; mit 4800 Æ in Titel: „Zu Vermessungen und Boni- tirungen“; mit 50009 (A in Titel: „Betriebskosten für die in Titel 5 der Einnahme aufgeführten Mineralbrunnen und Bâder“; mit 12000 Æ in Titel „Vermischte Ausgaben, eins{ließlich Stell- vertretungékosten.*“ Ein Weniger findet \ich in dem Titel: „Zur Unter- baltung und zum Neubau der Domänengebäude, sowie zu Wege-, Brücken-, Ufer- und Wasserbauten, welche dem Domänenfiskus ob- liegen“ von 12480 4 und von 10000 6 in dem Titel »Betriebs8- kosten für administrirte Grundstüde.“ Die „einmaligen und außerordentlichen Ausgaben“ beziffern sich auf 1467991 M (-+ 867991 M). Dieses Mehr resultirt aus folgenden Titeln: „Zum Ankauf der mit den Domänenvorwerken Calbe und Grigebhna, Regierungsbezirk Magdeburg, im Zusammenbange stehende, dem derzeitigen Pächter gehörigen Grundslücke im Umfange von 371,2612 ba“ mit 857991 A und zu Remunerationen und Dienst- aufwands-Entschädigungen für diejenigen Beamten, welche mit der Auéführung der Verordnung vom 28. September 1867, betreffend die Ablôsung der den Domänenfiskus im vormaligen Königreiche Hannover zustehenden Reallasten, und des Gesetzes vom 3. Januar 1873, betreffend die Ablösung der Reallasten in der Provinz Swleëwig-Holstein, beauftragt werden mit 10000 M Der Ueber- {uß der Einnahmen über die Autgaben beträgt 20 734 709 A (— 1259281 A4), Der Etat der Centralverwaltung der Domänen und Md iee weist eine Einnahme von 9440 M nah (4- 9449 M), ugang nach Mafigabe des Geset:es vom 20. Mai 1882, betr. die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der unmittelbaren Staats- beamten. Die Ausgabe beziffert si auf 422 690 4 (4+ 3330 M. Ein Mehr von 300 Æ findet si in dem Kapitel „Besoldungen“ ; Zur angemessenen Erböbung der Besoldung des bautechniscen Hülf8g- arbeiters von 4890 K auf 5100 46, als den Durchschnitt der Be- soldungen der übrigen Negierungs- und Bauräthe, und von 770 4 in dem Titel: „Geseulihe Wittwen- und Waisengelder“. In Titel: „Zu Diäten, Fuhr- und Versetzungskosten“ findet \sich cin Mebr von 2500 M Der Etat der Forstverwaltung ergiebt eine Einnabme von 52371 500 M (+ 784 500 M). Ein Mehr gegen den vorigen Etat weisen folgende Titel nah: „Für Holz aus dem Forstwirth- schaftëjahre 1. Oktober 1882/83* mit 430000 4, „Für Neben- nuyßungen“ mit 160000 4, „Von Wiesenanlagen“ mit 4000 4 Neu eingestellt in den vorliegenden Etat ist Titel: „Gesetzliche Wittwen- und Waisenaeld-Beiträge“ mit 209 730 auf Grund des Gesetzes vom 20. Mai 1882. Ein Weniger zeigen die Titel: «Aus der Jagd* mit 2614 4, „von Torfgräbereien“ mit 17 090 M Die dauernden Ausgaben belaufen si auf 30464 500 M (+ 479150 M) In dem Kapitel: „Kosten der Verwaltung und des Betriebes*, wels mit 27 664 310 M (4- 400160 M4) ab- s{ließt, zeigt sich ein Mehr in den Titeln: „Förster e mit 5518 M; „Zur Nemunerirung von eru dalNaufse rn_2c.* mit 23400 M; „Zu Stellen-Zulagen für Förster und Waldwärter 2c.“ mit 1230 4; „Für Werbung und Transport von Holz im Forfst- wirthschaftejahre 1. Oktober 1882/83 und von anderen For produkten“ mit 402 000 M; „Betriebskosten der Sägemühlen* mit 5000 di; gFolverkauiv- und Berpachtungsökoften, Botenlöhne und sonstige kleine bgaben der Lokalverwaltung* mit 2600 A Ein Minus findet sich îin diesem Kapitel bei den Titeln: Besoldungen für „678 Öber- försler 2c.“ mit 5100 4. das Durscbnittögchalt für zwei entbehrlich gewordene Stellen; „Betriebskosten für Torfgräbercien* mit 30009 4 nung und Berictigung dee Greaga, e etl? ur Bezelch- nung un gun zu onen, und Prozeß kl'ositen* mit 30000 M Kapitel „zu forstwi en stbaftlicen und Lehrzwecken“ {ließt ab mit 192690 M (4- 7 M) Das Plus erscheint in den Titcl: „Zur Nemunerirung von Hülfélehrern 2420 A Revi Al na Ausgaben beziffert 5 Kavitel „Allgemeine Au E (4 71 500 M). Das A ultirt aus den Titela: Reale und Polizei - Verwaltung in (eal, eben Kommunal- - n mit 10000 M: und „Ablô en an von E

Neu în dem jetzigen Etat erscheint der Titel „Geseßlihe Wittwen- und Waisengelder“ mit 17500 4 in Folge tes Geseßcs vom 20. Mai 1882. Die einmaligen und außerordentliben Ausgaben belaufen sih auf 2050000 4 (— 39650 M4). Diese 39 650 M waren in den vorigen Etat als extraordinärer Zus{buß in dem Titel: „Zum Ankauf von Grundstücken zu den Forsten“ zu Wiesenmeliorationen eingestellt und erscheint in dem vorliegenden Etat nit wieder. Der Ueberschuß der Einnahmen über die Aus- gaben ergiebt demnach 19 857 009 4 (+ 345 000 M).

Leber das Stärkeverhältniß der verschiedenen Fraktionen des Abgeordnetenhauses giebt das eben fesigestellte Fraftionsver- zeibniß nafolgende Auskunft. Die konservative Fraktion zählt (inklusive 1 Hosritanten: Abg. von Bi3marck- satow) 117 Mitglie« der; die Fraktion des Centrums (inklusive 2 Hospitanten: Abg. Dr. Brüel und rhr, von Grote) 98 Mitglieder; die nationalliberale Fraktion 67 Mitglieder; die freikonservative Fraktion (inklusive 4 Hospitanten : Abgg. Douglas, Dr. Tifse, Lückhoff und Strutz) 59 Mit- glieder; die Fortscrittspartei (inklusive 2 Hospitanten: Abg. Spanier und Dr. Stern) 37 Mitglieder; die Fraktion der Polen: 18 Mit- glieder. Als keiner Fraktion angehörig sino zusammen 38 Mitglieder aufgeführt ; unter ibnen befinden sich indeß auch diejenigen 21 Mite glieder, welcbe die Liberale Vereinigung bilden. Erledigt ist zur Zeit

nur 1 Mandat, da die Ersaßwahl im IY. Berliner Wahlkreise nody ausfteht.

Statistische Nachrichten.

_Nath den ftatistishen Ermittelungen des Vereins deutscher Gisen- undStahlindustrieller belief fih die Noheisenpro- duktion des Deutschen Reis (einschließli Luremburgs) im Monat Oktober 1882 auf 283 950 t. darunter 187 427 t Puddelroheisen, 10180 t Spiegeleisen, 62 152 t Bessemer- und 21691 t Gießerei- roheisen. Die Produktion im Oktober 1881 betrug 241 552 t. Vonr 1. Januar bis 31, Oktober 1882 wurden produzirt 2 424 552 t. gegen 2237980 t, im Vorjahre.

Das neueste bereits erwähnte Doppelheft der „Zeitschrift des Königlich bayerischen Statistischen Bureau“ (1882 Nr. 1 und 2) enthält zwei längere Artikel über die Ergebnisse der letten Reichstagé- und Landtagswahlen in Bayern. Der erste dieser Aufsätze ift von dem jeßigen Vorstande des Bureaus, Regierungs-Rath Dr. von Müller, der zweite von dem Geheimsekretär L. Luber verfaßt. Beide Arbeiten behandeln ihr Thema gründlichß und lihtvol. Der Artikel von Müllers über die Reichstagswahlen befaßt si mehrfach auch mit allgemein deutschen politisc-\tatistishen Ver- hältnissen und dürfte deshalb, wenn er außerhalb Bayern3 bekannt wird, aub im weiteren Vaterlande mannigfaches Interc}s2 erregen. Die ‘bayerischen Reichstags8wahlen zeigen bei ges nauer statistisher Betrachtung zunächst, was die Betheiligung der Wahlberecb1igten betrifft, einen starken Fortschritt auf der \ciefen Gbene der Wahlmüdigkeit und der Wakhlenthaltung. Dem Verfasser scheint bei diefer Ersbeinung der Brennpunkt in der Kraft der ein- zelnen politishen Nictungen zu liegen, welche den Berveis zu führen hätten. ob fie Hoffnung und Vertrauen in die breiteren Schichten der Bevölkerung zu tragen und dieselben für politis{e Bethätiqung zu gewinnen verftänden, Wenu aus der Betheiligung an der Wahl keine Krucht für die Förderung der Ziele der Partei zu erwarten sei, lasse sich die Masse nit fo leiht aus ihrer trägen Ruhe bringen und wenn überhaupt Unmuth und Gleichgültigkeit gegen die Aufgaben der Volksvertrctung und Zweifel an der Ersprießlichkeit der ganzen parlamentarischen Institutionen in die öffentlihe Meinung eindrängen, dieselbe wobl gar theilweise be- berrs{ten, dann" werde das Wegbleiben von der Wahlurne immer bäufiger. Au die ungünstige Zusammenseßung eines Wahlbezirks könne zur Wahlenthaltung der Unter der Ungunst leidenden Partei führen. Die Lehre, daß unter allen Umständen die Ausübung des Wahlrechtes, auch ohne Hoffnung auf Sieg und Erfolg, politische priv und Ehre sci, sei par rihtig und lafse si gerade in Bayern o treffend als irgendwo beweisen; leider aber halte die beste Theorie nit Stich, wenn bei von vornherein unbesiegbaren ungünstigen Ver- bältnissen wiederholte äußere Niederlagen den Muth und die Ein- siht der Wähler gebrochen hätten. Die Wabhlbetheiligung ist in Bayern seit den Reichstagswablen von 1874 immer mehr zurücgegangen. Jn jenem Jahre waren von den Wablberechtigten zur Neicbêstagswabl volle drei Viertel (75,2%) an der Wablurne er- \{icnen, wogegen 1877 nur noch 65,3 9%, 1878 59,2% und 1881 nur noch 44,2% der Berechtigten von ibrem Stimmre{hte Gebrauch machten. Die Abnahme gegen 1874 beträgt also 31%, und fie geht durh alle Wahljahre dieses Zeitraums in allen Regierun 8bezirfen. Am f\tärksten ift sie in der Oberpfalz, wo die Wabhlbetheiligung in den sieben Jahren um 44,2% abgenommen hat; dann folaen die übrigen Kreise in nachstehender Ordnung: Unterfranken 36,9 %%/0, Niederbayern 836,2%, Oberfranken 32,1%, Schwaben 32,0 %/, Oberbayern 29,0 9%, Pfalz 25,7 9%, Mittelfranken 16,3%. Wahlkreise, in denen mebr als 70% Berech- tigte an der Wabl theilnahmen, gab es bei der Reichötoas- wahl von 1874 unter den 48 bavyveriscen 34 im Jahre 1877 noch 17, 1878 nur noch 8, 1881 nur mebr einen einzigen Nürn- berg. Im Jahre 1874 war die Betbeilung an der Wabl in einem Wakblkreise Eichstätt bis zu 90,4 % gestiegen, und kein Wahls kreis hatte unter 51 9% votirende Wähler; im Jahr 1881 zeigten nur 16 Wahlkreise eine Wablbetheiligung von mebr als 50 % der Wahls- bere{tigten; in 11 Wakhlkreisen betbeiliaten s 41 50, in 7 nuc 31—40, in 13 nur 21—30 9/9 an der Wabl, und in cinem Kreise Deggendorf wurde das Minimum von 20,15 erreiht. Eine Zunahme der Wakhlbetheiligung gegen das Jahr 1874 liegt im Jahre 1881 überhaupt nur in cinem einzigen Wahlkreise, in Nürnberg, vor. In letzterem Jahre hat in keinem einzigen bayerishen Waklkreise der acwählte Abgeordnete die absolute Mehrheit der Stimmen aller Wakhlberechtigten des Wablkréises erbalten.

Kunft, Wisseuschaft und Literatur.

Aus dem Verlage der Buchhandlung des Wiisenhauses zu Halle a. S. liegen zwei Erzählungen von Egbert Carlsjen vorz . Ein Stadtjunker von Braunschweig (441 S.) uyd II. Degen und Palette (355 S.), Die eríte Erzäblung ist in den Lüneburger Erbfolgekrieg Ende des 14. Jakbrhunderts, die zweite in den Spanischen CEcbfolgekrieg (Anfang des 18. Jahrhunderts) ver- flodten, die die Rahmen zu den belebten abwecselungêreichen Bildern geliefert haben, wele der Verfasser dem Leser vorführt. Die Charaktere des Romans find scharf gezei net, die Disposition ist spannend, die Sprache fris, sließend und den Situationen trefflich angepaßt. Jede der beiden ansprecenden Erzählungen, dic auch sauber auêgestatiet sind, ift einzeln zum Preise von 3 4 75 K fänd

In demselben Verlage erschien in zweiter Auslage: f h Karls des Großen von Moriy Berndt. Der Verfasser sildert das Leben des großen Kaisers ia allea scinen Beziehungen, baaptsälih nach Ginhard. Für die zweite Auflage sind aub no andere Quellen benutt worden, so daß der Inhalt noch cize Bereiches rung erfahren hat. Diese zweite Auflage ift gicichizitia als 3. Band der Sammlung „Deutsche atis und Charaftershilderungen süs Jung und Alt“ erschienen. s 2 M 10 A).

Endlich liegt uns aus dem genannten Verlage nob cine Bro- chüre vor: Die Revision der lutherishen ibelûbers ey ung, von Lie. th, Ernst Kuhn, Konsistorial-Asessor und Dia onus in Dresden (Preis 75 ch4.) Der Verfas