1882 / 282 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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- Besiy bis jeßt armen Staatsinstitute haben

Versammlung bes{lessen, den bestehenden Konventionspreis für Stabeisen von 145 Æ pro Tonne festzuhalten und lieber, wenn er- ers. die Produktion als die Preise zu ermäßigen. Kleinere

blifsements, die nicht zum Kartell gehören, gehen freilih mit ihren Notirungen ziemlich weit unter diesen Saß, um neue Bestellun- en zu erhalten. Die Stahlwerke und Kleineisenzeugfabriken find durchweg lebhaft beschäftigt, da denselben neuerdings wieder sehr erheblihe Bestellungen durch die -heimishen Eisenbahnen zu- gegangen find. In demselben Falle sind auch die Waggon- und Lokomotivfabriken, die ihrerseits wieder ziemlich große Be- Poinagea in den bei der Herstellung von Wagaons und Lokomotiven benöthigten Walzeisensorten, wie. Blecben, Winkeleisen, sowie in Rädern, Asen 2c. gemacht haben. Im Koh lengeschäft sind Industriekohlen, Gaë- und Kokekohlen fortwährend fehr reichlich be- gehrt und finden \{lanken Ros zu E e In Hausbrand ist das Geschäft dagegen wegen der milden Witterung weniger belebt. In Koke ist der Verkehr immer noch sehr rege und die Preise sind fest. Es finden {on viele Abschlüsse für das 1. Semester nächsten Jahres statt und zwar zu 62—64 4. pro 100 Ctr., während für kürzere Kontrakte und kleinere Quantitäten 65—70 #, je nah Qualität, erzielt werden. :

__ Amsterdam, 29. November. (W. T. B.) Die beute von der niederländischen Handel8gesell\chaft abgehaltene Ka ffee- au ktion eröffnete für Nr. 1 zu 35 à 352, Nr. 2 3674 à 37, Nr. 3 27 à 274, Nr. 8 254 à 254, Nr. 10 253 à 26, Nr. 11 2514 à 25x, Nr. 18 25} à 253, Nr. 22 254 à 252 Cent.

London, 29, November. (W. T. B.) Bei der

gestrigen Wollauktion waren Preise unverändert.

Verlin, 30. November 1882.

Der Ankauf der Hamilton-Sammlung und die Art ihrer Erwerbung haben in so hohem Maße das Jnteresse des Publikums erregt, daß es voraussichtlich manchem Fréunde der preußishen Staatssammlungen willkommen sein wird, einige

“va Notizen über die Geschichte dieser Erwerbung zu er- alten.

Nachdem die bevorstehende Veräußerung von Kunstschäßen des Herzogs von Hamilton schon längere Zeit im Allgemeinen die Aufmerksamkeit auf sih gelenkt hatte, fand dex Direktor des Königlichen Kupferstichkabinets, Dr. Lippmann, zuerst im Frühsommer d. F. Gelegenheit, einen Einblick in die dazu ge- hörige Handschristensammlung zu gewinnen, welche zwar eines großen Rufes genoß, ihrem Bestande nach aber für so gut wie unbekannt gelten mußte. Er erkannte sofort die außer- ordentliche Bedeutung des bis dahin verborgenen Schaßes und den hohen Werth, welchen derselbe für unsere an solhem würde. Jn richtiger Würdigurg dieser Verhältnisse that er sogleih auf eigene Hand Schritte, um die Möglichkeit eines Enbloc-Ankaufs der bereits zur öffentlichen Versteigerung bestimmten Samm- lung zu sichern und exstattete in diesem Sinne einen ein- gehenden Bericht an die Generalverwaltung der Königlichen Museen, welcher die Zustimmung des Erlauchten Protektors der Museen fand und den Kultus-Minister bewog, sofort eine nähere Prüfung des Ganzen einzuleiten. Zu diejem Behufe wurden außer dem Direktor Lippmann der Direktor Dr. Bode von den Königlihen Museen und Herr A. von Beckerath von hier, sowie der im Auftrage des Kultus-Ministers in Paris beschäftigte Professor A. Schöne nah London entsandt, um die bis zu der bevo1stehenden Auktion auf einer Bank deponirten Handschriften, soweit die erschwerenden Umstände ihrer damaligen Aufbewahrung es irgend gestatteten, ciner

enauen Prüfung zu unterwerfen. Die Aufgabe des rofessors Schöne war es zunächst, cin Verzeichniß der sämmtlihen Handschriften aufzustellen, an dem és bis dahin ganz gefehlt hatte und damit die nöthigen Unterlagen für die weitere Prüfung der mannigfaltigen Handschriften im Allgemeinen, sowie eine vorläufige Feststellung ihrer wissen- schaftlihen Bedeutung und eine übershläalihe Werthbestim- mung im Speziellen zu beschaffen. Den übrigen Mitgliedern der Kommission fiel die genauere Prüfung und Schäßung der mit Miniaturen ausgestatteten Handschriften zu. Hierbei trat von Neuem die unvergleihlihe Bedeutung der durch hohe fünstlerishe Vollendung, durch Mannigfaltigkeit der vertretenen Schulen und durch Güte der Erhaltung ausgezeihneten Mi- niaturen::Handschristen hervor. Jmmerhin blieb nach den ersten Eindrücken, welche die Kommission in London gewonnen atte, noch zweifelhaft, ob ein Ankauf der ganzen Sammlung ierdur allein gerechtfertigt ersheine. Inzwischen ermöglichte das von Professor Schöne an Ort und Stelle vorbereitete und nach den genommenen Notizen bearbeitete Verzeichniß sowie ein in der Folge zugänglih gewordener Probeabzug des Auktions- katalogs, eine vergleihende Schäßung der Sammlung in ihrem Verhältniß zu anderen in den leßten Jahren zum Verkauf gelangten Handschristen aufzustellen, vor Allem aber mit Rüdcksicht auf die verschiedenen in der Sammlung vetr- tretenen Gebiete eine Reihe von Gelehrten zur Beurtheilung der Frage ihres Ankaufs heranzuziehen. Die gutachtlichen Aeußerungen der Professoren Dr. Tobler, Dr. Mo:nmsen und Dr, Wattenbah und des Bibliothekars Dr. Rose in Berlin sowie des Ober-Bibliothekars Professor Wilmanns in Göttin- gen geben über die größere oder geringere Bedeutung der verschiedenen Handschriftengruppen Aufschluß. Die genannten Gelehrten mit Ausnahme des durch andere geschäftliche Verpflichtungen von Berlin fern gehaltenen Professors Watten- bah —, sowie die Direktoren Dr. Lippmann und Dr. Bode und Herr von Beckerath traten alsdann mit dem Ober-Biblio- thekar Dr, Lepsius und dem Generaldirektor der Königlichen Museen Dr. Schöne zu einer Berathung in Berlin zu- ammen und vereinigten sich zu einem den Ankauf r gesammten Sammlung empfchlenden Votum. Jn der That erschien es nur auf diesem Wege möglich, die großen Hauptsilicke der Sammlung, - welche bei einer Ver- fleigerung der Gegenstand des Wettbewerbes der begütertsten Liebhaber aller Nationen werden mußten, dem preußischen Staate von vornherein zu sihern, und ein uns bis dahin so t wie sehlendes Material künstlerisher Studien und wissen- swaftlicher Forschung zu gewinnen.

Auf Grund dieser Ergebnisse konnte der Kultus-Minister Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen, welcher die gane An el-genheit schon in ihren ersten Stadien mit dem gnädigsten Snteresse begleitet hatte, Vortrag halten und die Zustimmung zu den weiteren Schritten einholen, welche denn auch die huldvollsite Unterstühung Höchstdesselben gefunden haben. u Gemeinschaft mit dem L inan ¿‘Minister unterbreitete derselbe aladann Sr. Majestät dem König die Vorschläge, deren Allerhöchste Genehmigung es ermöglicht hat, die Sammlung Hamilton zu erwerben, G

. Die Dur&hführung des Ankaufs selbst und ihre Ueber- führung nah Berlin fiel alsdann wieder dem Direktor Lipp-

mann zu, welcher sich zu diesem Zwecke von Neuem nah London begeben hatte. E

Die Verpackung erfolgte in 27 mit Zinkblech ausgeschla- genen und verlötheten Kisten, deren Versendung mit Rücksicht auf die Forderungen der Gesellschast, welche die Versicherung übernommen hatte, mittels vier verschiedener Dampfer geschah. Am 30. Oktober traf die erste, am 1. November die leßte Sendung unversehrt in den Königlihen Museen ein, wo im Königlichen Kupferstihkabinet soeben eine Ausstellung von ausgezeichneten Stücken der Sammlung vorbereitet ist und voraussihtlich am 3. Dezember eröffnet werden wird.

Morgen, den 1. Dezember, findet Königliche Par- forcejagd statt. Rendezvous: Mittags 1 Uhr zu Jagdschloß Grunewald.

Außer den bereits besprochenen Novitäten der gegenwärtigen Kunst-Ausstellung in der Kommandantenstraße (77/79) enthält dieselbe ein großes Gemälde von Hermann Kaulbach „Lucrezia Borgia vor dem Papst Alexander VI. und der Gesellschaft des päpst- lichen Hofes tanzend.“ Der ziemlih gesuchte Vorwurf ist mit vielem Fleiß Tomponirt und auch auf die Charakteristik der Köpfe der Haupt- personen große Sorgfalt verwandt, indessen macht die Mehrzahl der Theilnehmer an dem lüsternen Schauspiel doch den Eindruck von Statisten und mit kostbaren Gewändern bebängten Mo- dellen, wie denn überhaupt alles Beiwerk von dem spiegel- blanken Marmor - Estrih und den prachtvollen Stoffen an bis zu dem gleihgültigsten Geräth herab mit außerordent- licher malerisher Kunst behandelt is. Dasselbe ist in Bezug auf die Gewissenhaftigkeit in der Wiedergabe des -archäolo- gischen Details auch von dem Böhmschen Gemälde zu sagen, dessen Titel lautet; „Thusnelda wird von ihrem Vater Segest dem Germanicus üb.rliefert.“ Jedoh überwuchert hier das Kostüm- liche bei aller trefflihen Absicht den historischen Kern noch mehr als auf dem vorgenannten Bilde. Eher das Umgekehrte dürfte von der in kleinen Dimensionen fich darbietenden Tafel A. von Werners gelten, welhe Luthers Selbstvertheidigung auf dem Reichs- tage zu Worms zum Gegenstande hat. Denn hier konzen- trirt sich die Kunst fast aus\chließlich auf die Durch- geistigung und scharfe Charakterisirung der Köpfe, ohne daß dabei jedoch das bistorische Beiwerk und I Rahmen vernachlässigt wäre ; in leßterer Beziehung is der Künstler sogar so weit gegangen, den geschichtlih berühmten Saal getreu nach der heutigen Erscheinung zu malen, wobei fich die nüchternen, weißgetünchten, ihrer alten Vertäfe- lung beraubten Wände als Hintergrund für die mit eminenter Kunst plastisch modellirten Köpfe allerdings sehr vortheilhaft verwerthen ließen. Die Ecscheinung des MReformators entspriht freilich nit ganz dem uns geläufigen traditionellen Bilde. Zwei bemerkens8werthe Werke hat - das Genre aufzuweisen, nämlich „Des Wilderers Rache“ von E. Sellmer und „Zum Tode wund“ von K. Röwbling. Ersteres schildert in vorzüglihèr Komposition mit gewissenhaftester ershütternder Wahrheit den Eindruck des blutigen Dramas auf den Mienen der die Bahre des tödlih getroffenen Forst- beamten umstehenden Personen und ist ohne vordringlihe Mache sehr gcdiegen und tück&tig gemalt, während das andere Bild, eine Episode aus dem leßten Kriege, es mehr auf den realistischen Effekt abgesehen zu haben scheint. Mancherlei Genrestücke heiteren Charakters haben Amberg, Skarbina, Harburger, Lulvès, Hochhaus, Zimmer, Borg- mann u. A. eingeliefert. Mehr dekorativ, aber fehr \orgfältig und distinguirt in Farbe und Zeichnung ift die fast lebensgroße Einzel- figur eines Ae von dem Münchener Augustin Geiger. Genre- und Architekturmalerei vereinigt beherrscht mit gleicher Tüchtigkeit der Münchener J. V. Carstens in seinem Bilde „Das Findelkind“, (welhes von Mönchen vor einem barock ornamentirten Klosterportal aufgenommen wird), Genre und Landschaft Raupp auf dem Gemälde „Die Ankunft des Dampfers“. Unter den Landschaftern steht obenan Graf Harrach mit einer grandiosen Ansibt des Wetterhorns. Der a os O ist vom Meorgennebel leiht verschleiert, der mit seinem Silberton Gestein und Gletscher in zartesten Duft hüllt und mit großartiger Wahrheit und Meisterschaft in den leisesten durchsi{Gtigsten Tönen wiedergegehen ist, die fich nur innerhalb der Skala von weiß bis silbergrau be- wegen, ohne doch im Geringsten monoton zu werden; es hätte daher der gesuchten Kontraste in den grotesken Baumformationen und dem aufdringlich grell rothgelben Haidekraut des Vordergrundes zur größe- ren Lebhaftigkeit der Wirkung keineswegs bedurft, umsoweniger, als dadurch die ruhige Größe der Erscheinung des erhabenen vielbewun- derten Bergriesen, der zwar unendlich oft, aber wohl noch nie so voll- endet malerisch wiedergegeben worden ist, eigen1lih beeinträcbtigt wird. Troßÿz alledem treten hinter diese eminente S{öpfung auch die an \ich so vortrefflichen Hochgebirgsansibten von O. von Kameke, Leu und Engelhardts elwas zurück. August Becker hat sich einen weniger häufig ge- wählten Vorwurf ausersehen, nämlich die hobe Tatra, deren düfterGroß- artigkeit er überzeugend und stimmungsvoll schildert. Bennewitz von Löfen, der Maler der verkannten Schönheiten der Mark, ist dieser nah wie vor treu geblieben; dagegen tritt uns A. Lutteroth, der farbenfrohe Scilderer des sonnigen Italiens, auëknahmsweise mit einer nordischen Eicbenwald-Landschaft entgegen, die bei aller Tüchtigkeit doch an der Fahlheit der Sonnenlicbtreflexe eine gewisse Verwöhnung des Auges dur die Intensität der italienishen Sonne nicht verkennen läßt. Der treffliche Wiener Landschaftsmaler von Lichtenfels hat ein zwar kleines und delikat gemaltes, aber do groß \tylisirtes romantis{h gestimmtes Bild von der durch Hauffs Roman weit bekannten Burg Lichtenstein bergesandt. Von dem verstorbenen Lier sehen wir die mit Lorbeer- kranz und Trauerflor geschmüdckte vorletzte Arbeit, das Freisinger Moor bei Münden darstellend, in der bekannten \stimmungsvollen Auffassung dieses Künstlers, Eine große farbenprätbtige dekorative Jdeallands{aft mit mythologisber Staffage (für ein Treppenhaus bestimmt) hat Hertel gemalt, während Bracht als weitere Frucht seiner Orientreîise cine sovnig glühende arabiswe Wüstenlandschaft ausftellte, Ferner verdienen genannt zu werden Flickel (eine poetishe Waldstudie), Gude, Scbnee, Berninger, Valentin Ruths, Zschimmer, Tübbecke (Winterlandschaften mit Staffage von Sclitt- \chubläufern), Bucbholz und die Marinemaler Sturm und Dücker. Das Porträtfah bietet uns mehrere Namen von gutem Klange, wie Angeli, der cin mit bekannter Delikatesse und Vornehmheit behan- deltes Damenbildniß eingesandt hat, ferner Biermann, Graef, Plockborst und Oécar Begas, während Stauffer \sih mit solchen Bildnissen, wie sein neuestes Opus, seinen \chnell erworbenen Ruf ebenso s{nell wicdex verderben dürfte. Die Thiermalerei ist durch zwei riejengroße, aber in der malerishen Auffassung und Ausfüh- rung ziemlih nücbterne Gemälde von Schenck, dagegen ein weit gelun- generes Thiergenreftück von C. Arnold, sowie Werke von Volt und Dae vertreten. Das Stillleben repräsentirt in bekannter vollendeter Weise La von Preuschen, die si{ nunmehr als Fr. Dr. Schmidt vor- tellt, durch eine Reibe breit und virtuos gemalter dekorativer Tafeln. Neben ihr haben auch Anna Peters und Clara Lobedan treffliche Bilder ausgestellt, In einem Nebenraum haben die Aquarellen und Zeichnungen ihren Plat gefunden. Unter jenen ift eine Kollektion von Blättern von Streckfuß zu nennen, welche Schloß Rheinsberg und seine reizenden Umgebungen zum Gegenstande haben; unter den Zeichnungen sehen wir die Originale zu den durch Vervielfältigung bercits weit bekannten anmuthigen Tuschzeihnungen zu der amerling’s{hen p g | „Amor und Psyche*, von Paul Thumann. ier finden wir au noch eine Zeichnung von A. von Werner, cinen riegôrath aus dem letzten Feldzuge darstellend, mit den wohlbekannten, marfkig charafkterisirten Köpfen der Helden jener großen Zeit. Au die Kupferstebkunst ist dur einige treffliche Blätter vertreten, Der im Auftrage der BeselsGast für vervielfältigende Kunst in Wien von poceoy ausgeführte Stih noch Rafaels „Schule von Athen“ leidet eilih an einer gewissen Uebersubtilität im rloen, wodurch der monumentale Eindruck des Ganzen, namentlich în den Konturen der Geftalten und der Architektur - \{chwächlich erscheint, indessen verdient

die Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit der Ausführung alles Lob. Im preußisben Staatsauftrage hat H. Meyer die Anbetung der Maria und Anna im hiesigen Museum, von Moretto (Bonvicino), gestochen und damit diese Perle unserer Sammlung in einer vortreff- lihen Reproduktion den Kunstfreunden zugänglih gemacht. Au der Stich der „Poesie“, jener köstliben allegorishen Frauengestalt yon Rafael, ift vortrefflih gelungen. Als eine sehr tüchtige, die Farben- tône des Originals in feinster Schattirung wiedergebende Arbeit i} sodann auch der Stich von Eilers nach dem be- fannten * Holbeinshen Gemälde in Dresden, den Golds{mied Heinrichs VIIL, Hubert Moret darstellend, zu bezeichnen. Im unteren Raume sind endlih einige plastishe Werke auf- gestellt, darunter eine Lutherbüste von Schöler und zwei weibliche Porträtbüsten von Manthe und Anna von Kahle (in einer Ee des großen oberen Saales auch noch die sorgsam in Marmor ausgeführte Büste einer alten Dame von Lürssen.) Eine Genregruppe von Sommer, ein Satyr, der von einem ihm im Nacken sißenden neckischen Amor ge- plagt wird, ist besonders glücklih erfunden und sorgfältig ausgeführt. Scließlih seien noch zwei von dem als Thierbildner bekannten Wiese sehr lebens8voll modellirte Reliefs, Dachshunde darstellend, erwähnt,

Ein weit. aus\{auendes Unternehmen der deutschen Gesel[- \chaft San Georgio in Florenz stellt dem künstlerischen und kTunftwissenshaftliben Studium der italienishen Renaissance ein Material in Ausficht, wie es in gleicher Vollständigkeit und gleich zuverlässiger Bearkteitung bisher vergeblich gesucht wird. Es handelt fich um die genaue Aufnahme sämmtlicher hervorragenden profanen und kirchliben Baudenkmäler sowie der besten Werke dekorativer Kunst der Renaissance aus dem Gesammtgebiet von Toskana und um eine Publikation derselben, für die unter Heranziehung der heut zu Gebot \stehenden Reproduktionsweisen das Werk von Letarouilly über die Bauten ‘Roms nach Format und Umfang als Muster dienen wird, Um auch im Detail die größte Korrekt- heit zu erzielen, soll, zunächst für den Zweck der Publikation, eine ausgedehnte Abformuñg der architektonishen Gliederungen und des ornamentalen und figürlichen Schmuckes der in Betracht kommenden Bauten, Grabmäler und fonstigen Objekte in Angriff genommen werden. Die so gewonnenen Abgüsse aber beabsichtigt die Gesellschaft zugleih den Sammlungen und den technishen und künstlerischen Lehranstalten zugängig zu machen. Ins Auge gefaßt ist daneben endlich noch die Reproduktion der in ihrer Art bedeutendsten und am meisten charakteristi]chen Palastfacaden in Modellen, die das System der betreffenden Architektur in einer oder in mehreren Axenbreiten und in 1/5 der natürliben Größe vor- führen, und damit, unterstüßt durÞ die Originalabgüsse der Details, die denkbar unmittelbarste Anschauung der Bauwerke ge: währen sollen. Ein eben ausgegebenes erstes Verzeichniß umfaßt be- reits eine ansehnliche Kollektion von Gesimsgliederungen, Mute Kapitälen und sonstigen Details von Bauten und dekorativen Arbeiten in Marmor, Terracotta u. \. w., sowie eine Reihe jener Façaden- Modelle, die für Sammlungen und Ateliers besonders willkommen sein werden. Jn der Durchführung ihres Unternehmens wird die Ge- sellschaft von den deutschen wie von den italienischen Behörden so er- folgreih unterstüßt, daß sie das gesteckte Ziel in drei Jahren zu er- reichen gedenkt. In den künstlerishen und wissenschaftlichen Kreisen,

C Theilnahme sie appellirt, wird cs an dieser sicher nicht ehlen.

Frankfurt a. M., 30. November. (W. T. B.) Nachdem der Main gestern Nachmittag 5 Uhr bis «uf 552 em gestiegen war, hielt sich der Wasserstand bis 10 Uhr Abends auf dieser Höhe. Hier- auf fiel das Wasser erst langsam und dann successivé schneller; heute früh 9 Uhr betrug der Wasserstand 529 cm. Das Wasser fällt gegenwärtig durchschnittlich 3 cem per Stunde.

Cöln, 29. November. (W. T. B.) Der Pegel des Rheins zeigt gegenwärtig 9,40 m. In Folge des Dur{bruchs der Dämme unterhalb Cölns bei Niebl und Warringen sind mehrere Qr fortgerissen worden. Ein Verlust von Menschenleben ist nicht zu beklagen.

Cöln, 30. November. (W. T. B.) Bei Tagesanbruchß war das Wasser des Rheins auf 897 ecm gefallen; das Wetter ist ziem- lih fkflar. Der Wasserstand beträgt bei Binzerbrück 560 ecm und bei Coblenz 787 ecm.

Mainz, 29. November. (W. T. B.) Seit heute Nachmittag 2 Uhr ist der Rhein nicht weiter gestiegen. Von Bodenheim, Laubenheim und Nackenheim einlaufenden Nachrichten zufolge stürzten sih die Wassermassen mit rasender Gewalt durch die Rhein- dammbrüche und überflutheken die Dörfer vollständig. Viele Häuser sind eingestürzt. Außer Pionieren if auch Infanterie von hier aus zur Hülfeleistung dorthin geeilt. Von Basel wird starkes Fallen des Rheins gemeldet

Mainz, 30, November, Morgens. Der Rhein ist unbedeutend gefallen. In Bodenheim sind mehrere Häuser eingestürzt; ein Verlust an Menschenleben ist micht zu beklagen. Der Pofstverkehr ist mit Ausschluß der Packetbeförderung wieder eröffnet, die nächste von bier zu erreihende Eisenbahnstation ift Nackenheim.

Mainz, 30. November. (W. T. B.) Mit Frankfurt a. M. und Darmstadt ist ein beschränkter Eisenbahnverkehr wiederher- gestellt; in Bischofsheim muß umgestiegen werden, Das Wetter ist hell und heiter.

Bremen, 29. November, Abends. (W. T. B.) In der Nähe von Dörvörden bei Verden hat ein Weser deichbru ch stattgefunden.

Im National-Theater beginnen am nächsten Sonntag die bereits früher geplanten Opernvorstellungen mit der Auf- führung von Verdi's „Troubadour.“ Es sind bewährte Kräfte für die Soli und ein tüchtiger Chor engagirt, auch das Orchester ent- sprechend verstärkt worden. Das Ballet wird beibehalten werden, um in den Opern, in denen es am Platze ist, mitzuwirken.

Am Dienstag fand im Saale der Singakademie die 33. Aufführung der Hochschule für Musik unter Leitung des Hrn. Professor Joseph Joachim statt. Die Eingangspiece bildete ein Con- cert für Streichorchester in G-dur, welhes in präzisester Exekution t Gehör gebracht wurde; die ausgezeihnete Schulung des

rch(hesters trat dem mächtigen Tonwerk gegenüber besonders wohl- thuend hervor. Weiterhin bot das Progamm Cherubini's wirkungs- volle Abenceragen-Ouverture und Schumanns selten gebotene EKs-dur- Symphonie; auch diese Nummern gaben Zeugniß von der gleich mäßigen Aus- und Durc{bildung des Orchesters, welche sowohl dur die Eigenart der gesammten Auffassung als in der ryth- mischen Vollendung der Details die künstlerishe Wirksam- keit des Dirigenten erkennen ließen Den Höhepunkt des Abends bildete Joachims zweites iolinconcert mit Orchester- begleitung, in welem p rof. R als Interpret seiner eigenen Komposition wohl den höcbsten Anforderungen, die überhaupt an cinen Künskler geftellt werden können, vollkommen entsprawh. Die Milde und Weichheit, die Wärme und der Adel des Tons stehen eben un- übertreffliÞ da; besonders kam in dem im Romanzenstil gehaltenen Satze die gane Tonfülle, welhe der Künstler seinem Instrumente zu entlocken weiß, überwältigend zum Ausdruck, Der ganze Abend estaltete sich zu einem so reinen Kunstgenuß, daß die Hörer höchst efriedigt das Haus verließen.

Redacteur: Riedel. Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner. Vier Beilagen (eins{ließlich Börsen-Beilage).

Berlin:

zum Deutschen Reichs-

M 282.

T E A

Nichtamtliches.

Preußen. Berlin, 30. November.

gestrigen (10.) Sißung des Hauses der Abgeordneten bei der ersten Berathung des Gesezentwurfs, betreffend den Erlaß polizeilicher Strafverfügungen, von dem Justiz-Minister Dr. Friedberg gehaltene Rede hat folgenden

Wortlaut:

Nach den gehörten Reden darf ich wohl annehmen, da e ‘Theile des hoben Hauses darüber einig sind, den Gesebenhwuet E Kommission zu überweisen, und ih würde deshalb auch jede Acuße- rung unterlassen, wenn nicht cinige Bemerkungen der H redner eine Erwiderung, wenn auc in kurzen Worten, verlangten.

Ich beginne mit dem leßten Herrn Redner, der aus den Motiven auf Seite 9 gefolgert hat, daß es meine nächste Pflicht fei, cinen

; rath erlassen, damit der Uebel- stand in Bezug auf die gerichtlichen Kosten abgestellt werde. Es eint nun mein Schiksal, daß, sowie ih mich hier sehen lasse, als- bald die Hohe der Gerichtékosten mir e wird, als ob ich

e daran in doch wirklich ziemli unschuldig daran, und wir Eönnen uns s{limmsten Falls Alle. ia darein theilen, wenn wir wirklich in dem Reichs-Kostengesey ein 'Geseß gemacht haben, welches mit dem wirklichen congruirt. Denn der Reichstag ist es doch \chließlich, der das Gesetz beschlossen hat, und ih glaube jedenfalls, daß, wenn eine Schuld vor- liegt, sie sih der Art vertheilt, daß auf mich persönli nur eine

„Nothruf“ an den Bundesrath zu

ganz allein die Schuld daran trüge. Ich

Homöopathishe Dosis davon kommt.

Wenn nun der Hr. Abg. Zelle weiter aus Motive, die er verlesen hat, und aus 8. 9 \cließt,

wären,

Worten der Motive etwas unterlegt, Nicht die Gerichtékosten als solche sind es, zeihnet werden. Die Nebenkosten sind es, die bei Verfahren in Bezug auf eine Polizeiübertretung nicht immer in einem richtigen Verhältniß mit

Strafe stehen. Es kann nämlich eine Strafe von vielleicht wenigen

‘Mark ausgesprochen fein und die Provokation

Gehör führt dahin, daß, weil vielleicht 10 Zeugen dabei zu ver- eigentlichen

Zeugenkosten die

nehmen fino, diese teige, daß man

so über allerdings sagen

wenn és da heißt, die Höhe Verhältniß, und die Beschuldigten würden

weg zu sheuten. Schließlich ist das doc aber nur cine in Worten. Auf das weitere Detail, bs

Redncr angeführt hat, brauhe i wohl ger einzugchen, als ja in

zu erledigen.

Ich wende mich darum jeßt zu dem ersten Härn Redner, der obgleih er gegen den Geseßentwurf cine G AUE O war, doch \{licß- Ti, wenngleih mit einer gewissen {merzlihen Resignation, erklärte, er würde dem Geseß im Prinzip nicht widersvrechen, wenngleich er als rheinischer Jurist es beklage, daß mit dem Gesetz ein Einbruch in

P T x Inserate für den Deutschen Reichs8- und Königl. Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expedition

einem gerichtlichen

e j darf, di - lihen Kosten stehen mit der erkannten Strafe in lun ‘e btinen

Verhältniß, Ih will aber darum nicht sagen, daß der Ausdruck in den Motiven nicht vielleicht glücklicher hätte gewählt werden können; ja ich will sogar gern anerkennen, er sei nit glücklich gewählt; denn,

der erkannten Strafe stche oft in keinem

h ? in so hohem Grad belastet, daß für manche der Rechtsweg kaum ils L

wäre diese Ausdruckêweise besser vermieden und man hätte sagen sollen, os sih Manche abhalten ließen, den sonst zulässigen edie

rage des Auétdrucks

t z der beabsihtigten Kommissi i rihtige Stelle sein wird, diejenigen Bed Nblis die ce b sfion die

hat, näver zu erörtern und, wenn sie für berechtigt befunden werden,

Erste Beilage

die bisherige Gewöhnung der rheinischen Juristen erfolge i aus, daß die Autorität, auf welcher die Motive Tee r Mhrle daß nämlih der Wunsch nach einem solchen Gesetze Bürgermeistern der rheinisden Städte ergangen sei daß dieses Argument ihm nicht imponire, weil ja die Herren in eigener Sache gesprochen hätten; denn fie hätten eine Erweiterung ihrer Machtbefug- Nun kann ih vorweg nicht zugeben, daß, wenn

Die in der

nisse gewünscht. von sämmtlichen Bürgermeistern

Fall, daß ich erren Vor- | der Herren Bürgermeister Bürgermeister der Städte

1852, das in allen anderen steht, jeßt,

sagen sie:

Leben nit ganz

es auszudehnen. den Worten der

ausgesprochen. die zu hoh be- R

hat darin nur d [ entstehen können, L der geringfügigen und abgeurtheilt werden foll. auf richterliches ]

Gerichtskosten | au feine Uebertreibung üben.

mäne des Strafrechts.

der leßte Herr um so weni- Slpasproielordriang machte. l s des Hrn.

ier ausgeführt

wo es heißt:

Verfügung festzuseßen, erstreckt tretungen,“

Da hat also doch die höchste

D

. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen,

1 des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich 2. Eubhastationen, Aufgebote, Voriadungen

Preußischen Staals-Anzeigers: L Berlin 8W., Wilhelm-Straße Nr. 32.

e E 2 ——————- ==—- En

Steekbriefe u nd Untersuchungs - Sachen. [50750]

Der wegen {weren Diebstahls in Untersucbungs- baft befindlide Maschiuenbauer Hermann Friedrich Johl, 25 Jahre alt, aus Berlin, ist beute Vormittag aus dem Arresthause hierselbst ent- \sprungen. Indem i nachstehend das Signalement des 2c. Johl angebe, ersuche i Jeden, der über den Aufenthaltsort desselben Auskunft zu geben vermag, mir oder der nächsten Polizeibehörde Mittheilung zu macen. Die Polizeibehörden ersuce ih, den A. Jobl event. zu verhaften und mir Anzeige davon zu machen. Signalement: Geburtsort Marien- elde, Aufenthaltëort Berlin, Religion evangelisch, g eand oder Gewerbe Maschinenbauer, Alter Jahre, Größe 1,69 Meter, Haare dunkelblond,

tirn frei, Augenbrauen braun, Augen braun, Nase gewöhnli, Mund gewöhnli, Bart ohne, Zähne gesett, Kinn oval, Gesichtsbildung oval, Gesichts- arbe gesund, Gestalt s{lank, Sprache deuts. Be- Tleidung: 1 dunkelblaue Anstaltsjacke, Weste und Pose, 1 weißleinenes Vemd, 1 Paar grauwollene ï trümpfe, 1 Paar Ledershube, 1 blau- und weiß- arrirtes Anstaltéhalstuh, 1 Unterbose. Coblenz,

den 28, November 1882. Der Erste Staatsanwalt: ommer.

Seit dem 26, d. M. von der Truppe fort g Der Füsilier Nicolaus Gidhoffen der 10 Ne. goute 6, Westfälishea Infanteric-Negiments

r. 99, geboren am 12. Januar 1858 zu Me » n seinem am 25. d. M. abgelaufenen Urlaub nah

aargemünd bis jeßt nicht zurückgekehrt, so daß der

E acht der Fahnenflucht gegen ihn vorliegt.

lle Behörden werden hiermit dienstergebenst er- [udt, auf den p. Githoffen zu fahnden, ihn im Be- ngsfall zu verhaften und dem unterzeichneten ommando Nacbricht zukommen zu lassen. b ignalement: Größe 1,63 m, are, Augen- rauen, Schnurrbart : \{chwarz, Stirn : niedrig, Nase und Mund : gewöhnli, Zähne: gesund, Kinn : oval, Gesichtéfarbe: blaß und gelblid, Gesichtsbildung : [ E l, Statur: s\{chlank. Besondere Kennzeichen :

u, dergl,

3 4. Verloosung, Amortisation, Zinszahluag M n, 8, w. von öffentlichen Papieren.

C E m

V, Garnitur, Mantel 11. Garnitur Hemd, Helm 11, Garnitur, Tornister 11 Garnitur, Seitengeweb S E EN Leibriemcen. N eit dem 26, d. M. von der Truppe fort,

Der Füsilier Joscph Philipp Ottro chink der 11, Kompagnie 6, Westfälischen Infanterie-$ tegiments Nr, 55, geboren am 5. Juli 1861 zu Gunnstedt, Kreis Weißenburg, is von seinem am 25. d. M. Dectan eden Tou, na Sunnstedt bisher nit zurüdgekehrt, so daß der Verdacht der ¡flu gegen n poreot. G S Alle Vehörden werden hiermit dienstergebenst er- fut, auf den p. Ottroschink zu abulea. ibn im Betretungsfall zu verhaften und dem unterzeichneten Kommando Nawricht zukommen zu lassen.

Signalement: Größe 1,58 m, Haare, Augen- brauen, Schnurrbart: heUblond, Augen: grau, Nase : gewöhnlid, Mund: klcin, Zähne: gesund, Kinn: spiy, Gesichtebildung: oval, Gesichtsfarbe: bleich, Statur: \{lank. Besondere Kennzeichen : keine.

Anzug: Waffenrock, Halsbinde, Tuchbose 1V. und V. Garnitur, Helm, Seitengewehr Nr. 81 mit Leib- riemen, Tornister mit Niemen, Unterbose.

Ane den 28, November 1882.

as Kommando des Füsilier-Bataillons 6, SAETES Znfanterie-Regiments Nr. 55. _ Hreiberr von Boedcklin,

Major, mit der Führung des Bataillons Ecauftragt.

—— _—

Subhastationen, Aufgebote, Vor: ladungen u. dergl.

{50730] Oeffentliche Zustellun

Die Catharine Barbara Neuß De Aurih, Ehec- frau des Schusters Georg Carl Reuß von Auri, vertreten durch Recbtsanwalt Klett dabier flagt geoen diesen ihren Ehemann, der mit unbekanntem

fenthalt abwesend ist, wegen böslicher Verla ung, mit dem Antrage auf Trennung ihrer im Luna, 1869 in DiEblhanfen eingegangenen Ebe, beziehungs- weise, daß der agte das eheliche Leben berzut- stellen habe, und ladet den Beklagten zur münde lichen Verhandlung des Rechtöstreits vor die Civil- kammer des Königlichen Landgerichts zu Heilbronn

Auzug: Wassenreck, Halsbinde, Tuchhose 1V. und

Wunsch ausgesprohen wird, man « priori annehmen dürfte, das wäre blos geschehen, damit sie ihre eigene Machtbefugnifse ers weitern. Das is aker auch in der That ati hes um die Erlaubniß. bitte, einige Worte l E Aachen, Duisburg, Düsseldorf, Elberfeld und Essen h \chaftlichen Gesuch gebeten, doch das wohlthätige Geseß vom 11. Mai

l 1 Provinzen der Monarchie seit Jahren be- da die rheinisde Gcricbtsverfassung keine Abweichung mehr verlange, doch auch auf die Rheinlande auszudehnen; dabei

Die hier betonten Uebelstände daß für die geringsten Po- lizeiübertretungen immer ein geritliches Verfahren stattfinden nume «machen sich in praxi so bitter fühlb Ober-Bürgermeister zu Aachen und Cöln, obgleich unsere Städte als Sigze Königlicher „Polizeidirektionen bei dieser Frage gar niht unmittelbar betheiligt sind“ 2c. 2c., daß wir bitten müssen,

Ich glaube, daß auch der Abg. von Cuny in den verl Worten einen klaren Beweis dafür finden wird, daß die A

die e / i daß di ‘iht8- i i i kosten bei diesen kleinen Polizeiübertretungen T) Aa Mas een R E L RES

und daß ih damit selbst anerkannt bâtte, fie wären geradezu nicht zu tragen, so glaube ih doch, daß er damit diesen

was nicht in ihnen steht.

aben, als daß sie sich damit eine Machterweiterung zufü : sie haben nur ein Interesse der Städte, g zuführen wollten;

Interesse der rheinischen Bevölkerung überhaupt einen solchen Wunsch

Der Hr. Abg. Hänel, zu s ba ih mi jeßt wende, n ga Jeleßentwur| als einen „Bruch“ in das

große preußische Prinzip bezeihnet, welches dahin ile ist, daß jede Strafsache nur von der in la R Gewalt beurtheilt

werd S8 ist ja richtig, daß dies das

durchgehende Prinzip in unserem Rechte ist. in He glaube, man darf mit dem E vos Begriffe „Strafsache“ do i r s giebt eine Reihe von Handlungen,

die mit Strafe bedroht sind, ohne daß sie darum gleich mit Ie Namen einer »strafrechtlihen“ Verfehlung bezeichnet werden s\ollten. Cine Reihe von polizeilihen Vorschristen, wie die über das Anmelden von Dienstboten, über das Kebren einer Straße und andere derartige Handlungen sollen zwar mit Strafe heimgesucht werden, darum aber fallen sie noch nicht in den großen Bereich, gewissermaßen in die Do-

ngenommen nun aber selbst, daß man dem Gedanken des Herrn Abgeordneten zustimmt und alle diese kleinen Polizeiübortretueen zur

2 0 1 amilie der strafbaren Handlungen recha i ä eschreiten, weil sie die durch denselben entstehenden Kosten ami der hier e unge L R gR as man das Gese über die Strafmandate vom Jahr 1852 \{chuf, und noch mehr hâtte er gemacht werden sollen, als man die deutsche | in

Wie hätte, wenn wirkli der: Gedanke bg. Hänel so unanfechtbar wäre, die Reicbs8gesegebung | der dazu kommen können, eine Bestimmung zu treffen, wie die des &

Wo nach den Bestimmungen der Landesgesetze die Polizeibehörden befugt sind, eine in den Strafgesetzen N Sieafe DeR

es cin Reihe von Verfehlungen gegen Geseße und Verordnungen gebe,

efffentlichexr

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. Verkünate, Verpachtungen, Submissionen ote, |

R SRDGE A

sih beriefen, von den Ober-

spâätet; er

der angesehensten Städte ein solcher

so wenig der aus den Anträgen zu verlesen. Die Barmen, Cöln, Crefeld, aben in einem gemein-

ar, daß felbfl wir, die

weniger bei der Petition gedacht

die sie vertreten, nur im

i D ) find beim Aber, meine Herren, ih

seßentwurfe

gefragt Klagen auch

Klagen . 453,

sih diese Befugniß nur auf Ueber- Reicbsgeseßgebung anerkannt, daß

Anzeiger.

. Industriclle Etablissements, Fabriken und Grosshandel, . Verschiedeue Bekanntmachungen. . Literarische Anzeigen. . Theater-Anzeigen, ] In der Börsen- . Familien-Nachrichten. beilage. Ps

die man nicht imme: mit der des Strafpro ahnden könne

rufen?! Ich bin a

Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 30. November 182,

mindestens wäre Reicistage bei

; en bin hnen eine genaue Statistik geben zu können,

der bei dem hiesigen es darf dies als Be-

Frage des Hrn. Abg. von Cuny zurüzu-

erklärt hat, so muß i 1 fie darüber nit hindurch fortwährend am Rhein darüber

: r jahrelang von rihterlihen Behörden

eingegangen sind, daß sie mit der Aburtelung einer Unsumme volizei- licher Uebertretungen belastet wurden, und daß sie Da ls v of von dieser lästigen Judikatur über polizeilihe Uebertretungen befreit zu werden, und zwar befreit durch die Einführung jenes Gese es, das

den “alten Provinzen seit dem Jahre 1852

der * Bürgermeister ols Vertreter der Vertreter aus juristischen Kreisen hervorgegangen sind, darf anführen, daß die Einführung des altpreußisben Geseßes in die Rheinlande wenn auch vielleicht nit bei allen Juristen, doch bei der unendlich großen Mehrzahl der ganzen übrigen Bevölkerung mit Bei- fall wird aufgenommen werden, und ic kann daher auch nur wün- \{en, daß man durch Annahme des Gesezentwurfes in der Kom-

mission und demnächst hier diesen Wünschen des Rheinlandes RNechs nung tragen möge.

esteht. Also die großen Städte,

lagen, die ih als Belag dafür

der Administrativbehörden und

E P MRENE A LIN I D ODE E D E I S A L R T L EEERR:

e

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expeditionen des „JInvalidendank“, Rudolf Mosse, Haafensteiun & Vogler, G. L. Daube & Co., E. Sÿhlotte, Büttuer & Winter, sowie alle übrigen größeren

Annoncen - Bureaux.

mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

ry Einlafsungsfrist ist auf \sech3 Wochen fest- gesetzt.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Heilbronn, den 25. November 1882,

eyvd,

Gerichts\{hreiber des Königlichen Landgerichts.

[50615] Oeffentliche Zustellung.

Der Waffenarbeiter Bu Menser zu St. Etienne, vertreten durch den Handelsmann Emanuel Wertheimer zu Oberehnheim, klagt gegen die Ebe- leut: Mathias Borxberger, Wafsfenarbeiter und Maria Menser, füher zu MolUkir, jeßt zu St. Etienne wohnhaft, aus baarem Darlehen vom 12, April 1867 ad 240 „4 nebst Zinsen aus dea fünf letzten Jahren mit 60 4 mit dem Antrage auf Verurthei- lung zur Zahlung von 300 \{ mit Zinsen vom Klagetage und ladet die Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Nechtöstreits vor das Kaiserliche Amtsgericht zu Oberehnheim auf

den 19, Januar 1883, Vormittags 9 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Rodenkircben,

Gerichtsschreiber des Kaiserlichen Amtsgerichts.

[50735] Amtsgericht Hambu

Auf Antrag von She Sina Philipp Kemnitz, als amentévollstrecker von Johann Wil- belm Hahlbohm, vertreten dur die Rechtsanwälte

E: R. L. und P. Oppenheimer, wird ein Aufgebot

erlan daß Alle, welhe an den Nachlaß des am Bun fette Wi ebe t m ohm +0 H sprüche zu haben vermeinen, oder E i aungn des von dem genannten Grblafsser am 21. Mai 1879 errichteten, am 13, Juli 1882 Perlen publizirten Testaments, wie au der ellung des Antragstellers zum Testaments-

auf Denbag, den 13, Februar 1883,

vollstrecker und den demselben als solchem er- theilten Befugnissen, intdbesondere ter Umschrei-

m A ER 25mm”

bung8befugniß desselben, widersprewben wollen, hie» mit aufgefordert werden, solbe An- und Wider» sprüche spätestens in dem auf Monutag, 22. Januar 1883, 10 Uhe B.-M,, anberaumten Aufgebotstermin im unterzeichneten Armtéêgeriht, Daramthorstraße 10, Zimmer Nr. 14, anzumelden und zwar Auswärtige unter Bestellung eines hiefigen Zustellun bevollmächtigten bei Strafe des Ausichluses. Gahrbireg, don 23, E as Am t b Zur Veglaubiaung : Romberg, Dx., Gerichts-Sekretär.

Ausfertigung. A 6,

nfgebo Auf Antrag der nächsten gerichtsbek2uaten Vers wadbten ergeht Aufforderung:

1) an Margaretha Kreuter, geb. Fus, Ehefrau des Gerders Ferdinand Kreutcr und Tochter der Bauerseheleute Isidor uud Anna Maria Fuchs von Grünmorobac, geboren am 15. April 1841, spätestens im Aufacbotötermine Mou« tag, den 1, Oktober kftg. ZJs., Vorm d 9 Uhr, sich bier anzumelden, widrigenfa

9 sie für dk ie F

2) an die Erbbei gebotêverfahrea zu wahren,

3) an alle Diejenigen, welche über das Leben der Margaretha Kreuter Kunde geben können, Mit« theilung ber bis zu dem bezeichneten Ters mine hierher zu machen. sa 27. November 1882.

[50718)

Ma ck. Den Gleitlaut nrt i L ne E , 1092 Der Sd N tes Königlichen Amttgerichtsz O Set

{weren Formen des Strafrichters und zesses, sondern in den leichten Formen der Polizeigewalt

Ich glaube also bätte im werden müssen; im Reichstage ebenso verworfen hoffe, verworfen werden wird, weit, indem er das Gebiet der ftrafrechtli seinen naturgemäßen Begriff hinaus erweitert. Gegen die Bestimmung, da

A6 S e n _ bei dem S, erhoben er würbe aber, wie ich überzeugt bin, Viahtta

worden sein, wie er hier, wie i Denn der Einwand geht eben zu chen Handlungen über

i man die Kompet i sind Bedenken erhoben worden, rasibtnd derer G act, Dae e

Geseßentwurf sich einfach darauf zurücziehen darf: daß das Retgza- geseß der Landesgeseßgebung diefe Fakultät E p N S wie der Hr. Abg. von Rauchhaupt bereits hervorhob, fogar nur einen sehr diskreten und bescheidenen Gebra Befugniß „gemacht; denn der Gesezentwurf hätte im M petenz weiter gehen können, als' er es thut.

Die ferner hier erörterte F verfügungen nur den Rechtsweg oder oder die Beschwerde zulassen wolle, ist eine Frage zweifelhafter Natur. des Geseßentwurfes, indem wir den damit das Richtige zu treffen,

ge der Berufung auf den Richter. ie Geseßgebung zu viel bevormundez Sie ler den polizeilich Bestraften dabin bevor- munden, daß Sie ihm vorschreiben, er dürfe unter keinen Umständen die Beschwerde S sondern müsse immer den Richter an- h „allerdings auch darin im Widerspruch mit dem Hrn. Abg. Hânel, indem ih meine, daß für eine große Reihe von Strafen wegen polizeilicher Uebertretungen der Beschwerdeweg der bessere, und leichter zum Ziel führende Weg als der durch den Richter fei. JA Sev E Lage, J wle viel jolwer Mandate wohl ergangen und im Rechtswege an - ten sind. Aber auf ein Jahr kann i die Zabl Der t O

A erlassenen Strafmandate angeben. Im Iahre 1880

iesigen Polizeipräsidium erlassen worden 67099 Strafbefehle und unter diesen ist nur in 4924 Fällen Provokati i i O E wereen, 0 e a L veis dasur gelten, daß in der Mehrzahl der Fälle die Bestraft fih gern mit der von der Polizeibehörde festgestellten Strafe Ls und selbst gar nicht auf den Richter zurückzugreifen gemeint sind. Um aber noch auf eine ehren : ob die höchste Gerichtsbehörde am Rhein sih mit diesem Ge- einverstanden antworten, daß wir allerdings ex professu haben, daß aber

darauf

ihre Interessen im Aufs

Wir haben, im Entwurf uch von dieser aße der Kom-

rage, ob man gegen politische Straf-

ob man elektiv den Rehtsweg das ich bekenne es gern Wir haben bei der Aufstellung en elektiven Weg wählten, geglaubt, weil wix es in das freie Ermessen des

. Beschuldigten tellen, ob er glaubt, ‘im ‘B : 7 ommen r - Gnüen obee i e e i eshwerdewege beffer fort

So oft wird darüber geklagt, dnß d warum wollen Sie denn hier den