1882 / 295 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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die an die alterthümlichen deuts<hen Re<tsgebräuche erinnern ; ein Begaaiß der Scbußheiligen von Künstlern und Werkleuten und e < ein Vossar Erne. De e mittelalterlihen Bau- nungen, Kontra und derartigen Au nungen. :

In Hinbli>e auf das nahende Weihnachtsfest machen wir auf das im Verlage der Hof-Bu- und Kunsthandlung von S. Soldan in Nürnberg erscheinende, allen Kurstfreunden warm zu empfehlende Unternehmen: „Albre<t Dürer's Holzschnitt- Werk“ in Auswahl mit Tert, herausgegeben von Professor Dr. Carl von Lüßow. Nach den Originalien aus der Kunstsammlung Sr Königlichen Hoheit des Fürsten von Hohenzollern in Si maringen durch Lichtdru> als Facsinüle ausgeführt von Arnold u. Zetitler“, hier mit no<mals aufmerksam. Heute haben wir über die kürzlich ausgegebene II]. Abtheilung des Werkes zu berichten. Dieselbe umfaßt 12 Blätter, unter denen wir zunächst zwei von den Holzschnitten finden, in welchen Dürer Momente aus dem Leben der Jungfrau Maria verherrlicht, jene beiden anmuthigen Blätter, welche gleichzeitig mit dem „Marien- leben“ entstanden und ihm in Stil und Stimmuna verwandt, aus dem an Holzschnitten besonders ergiebigen Jahre 1511 f\tammen : nämlich die heilige Familie mit fünf Engeln und die heilige Familie mit den musizirenden Engeln. Aus demselben Jahre rühren auch die beiden Scbnitte her „Christophorus dur das Wasser \hreitend“ und „die Messe des heiligen Gregor“. Dem Jahre 1505 gehört das Blatt an, welches den heiligen Georg zu Pferde darstellt. Unter den Schnitten der vorliegenden Sammlung, auf welchen weltliheGegenstände zur Darstellung gebracht sind, nehmen unsere Aufmerksamkeit vornehmlich diejenigen Blätter in Anspruch, welche si< auf den großen Zeit- genossen des Meisters, den Kaiser Maximilian beziehen, und unter diesen vor allen das interessante Bildniß des Kaisers, aus dem Jahre 1519, wel<hes in Auffassung und Ausführung eine meisterhafte Arbeit ist. Ein anderes Blatt aus dem Jahre 1515 gehört der „Ehrenpforte Kaiser Maximilians“ an, und zwei Schnitte gehören u dem „Triumphwagen Kaiser Marimilians“, einer der am meisten

ekannten. Holzschnittzeihnunaen Dürers, welhe für ihn von einem der berühmtesten Xylographen jener Zeit, Hieronymus Andreae, damals kurzweg Jeronymus Form|\chneider genannt, im Jahre 1522 geschnitten wurde. Zu den früheren Holzschnittarbeiten des Meisters zählt die etwa um 1497 entstandene dramatis< bewegte Zeichnung „die Kämpfenden“ („Erkules“). Schließlih erwähnen wir aus der vorliegenden Abtheilung des Dürerschen Holzschnittswerkes noch die beiden kleineren Blätter: „das Wappen des Michael Behaim“ (um 1509) und „der erste Knoten (um 1507). A ; ¿ R

Die treu facsimilirten Tafeln zeigen dur<weg eine vorzügliche Ausführung und erschließen das Holzschnittwerk des großen Meisters, dessen kostbare Originale nux in wenigen bevorzugten Sammlungen zugänglich sind, in würdiger künstlerischer Reproduktion au< weiteren Kreisen. Sie bilden so eine ebenso gediegene wie werthvolle Gabe für den Weihnachtstisch.

Berlin, 15. Dezember 1882.

Konsulatsberichte.

Bericht aus Sydney über den Wollexport Australiens. Sydney, den 18. Oktober 1882.

Für die deutshe Wollindustrie, welhe das australische Rohmaterial benußt und in deren Vortheil es liegt, si direkt mit den australishen Produzenten in Verbindung zu \etßen, dürften die nachstehenden Zahlen über den Umfang der in den beiden leßten Saisons an den australishen Verschiffungs- orten flattgefundenen Auktionsverkäufe von Wolle nicht ohne

E E Saison 1880/81 Saison 1881/82 atlon

Es wurden verkauft: Ballen Wolle Ballen Wolle

in Melbourne 122 272 157 974 Sydney 50 000 75 000 Adelaide 25 000 40 000

zusammen 197 272 272 974

Die Zunahme in der leßten Saison betrug daher 75 702 Ballen oder 38 Proz. ;

Auf dem Londoner Wollmarkte, wo sonst fast die ge- sammte australishe Schur zum Verkauf gelangte, verfolgt man diese steigende Bedeutung der hiesigen Märkte für den direkten Einkauf von Wolle mit einer gewissen Eifersucht und hat si< namentli<h kontinentalen Käufern gegenüber bemüht, die Sachlage zu verschleiern, und die Versuche einer direkten Wollausfuhr von hier nah den Vereinigten Staaten, sowie na französischen, belgishen und deutschen Häfen als verfehlte darzustellen.

Bericht über den Wollexport und die Schafzucht der Kolonie Südaustralien. Adelaide, den 10, Oktober 1882,

Wolle ist dem Werthe nah das wichtigste Exportprodufkt dieser Kolonie und die Schafzucht wird hier immer eifriger betrieben. Dieselbe wird si< no< mit jedem Jahre ver- mehren, da ein großer Theil unserer Ländereien, des tro>denen Klimas wegen, nie zum A>erbau taugen wird, überall jedoch, wenn nur dur< Dämme für Wasser gesorgt ist, Schafe er- nährt werden können.

Das soeben verflossene Wolljahr Anfangs Oktober findet gewöhnli die erste Wolle ihren Weg zum Markte ist ein ziemli< günstiges für den Squatter (Schafzüchter) ge- wesen. Die Wolle war nit allein reihlih, sondern au< von

uter Qualität, Bis zum leßten Jahre wurde nur sehr wenig Wolle in der Kolonie selbst verkauft, sondern bei Weitem der rößte Theil von den Eigenthümern selbst nah England ge- sandt. Dies hat si< jedo< jeyt sehr geändert. Mehrere hiesige Firmen haben es si<h zum Geschäft gemaht, Woll- märfkte zu etabliren, was einen solchen Erfolg gehabt hat, daß sehr viel Wolle am Platze verkauft wird und nur noch die rößeren Squatter ihre Wolle selbst verschifsen. Der Ge- ammtwerth der von hier in der leßten Saison (1. Oktober 1881 bis 30. September 1882) verschifften Wolle belief sich auf 2343 500 Psd. Sterl. Hiervon ging der arößte Theil lber neun Zehntel na< London und der Rest nah Ham- burg und Antwerp-n. Da dieser Verkehr mit Deutschland und Belgien jet seinen Ansang genommen hat, so ist zu hoffen, daß derselbe sih re<t bald vergrößern wird, da der

ntinent Europas auf jeden Fall die Wolle billiger direkt ren dieser Kolonie beziehen kann, anstatt in London zu aufen.

Die vergangene Saison war die ersie, in welcher der Wollverkauf hier mit wirklihem Ernste betrieben wurde und re<t viel ist in den ersten drei Monaten des Jahres an regel- mäßigen w<hentlihen Markttagen meistbietend veräußert worden. Für den Verschiffer isi os Zahr jedoch kein günstiges gewesen.

Preise waren verhältnißmäßig zu ho< und der englische Markt das ganze Jahr hindur ein sehr gedrü>ter. Die Sendungen nah Lamburg und Antwerpen sollen au nicht

gut ausgefa sein. Die Ursache von leßterem nit allein im Preise liegen, sondern ou darin, da

Es sind jeßt wieder mehrere europäishe Käufer hier an- gekommen, um den bevorstehenden Verkäufen beizuwohnen.

wei der elmä Verkäufe (die ersten dieses Jahres) anden le te Woche att. Es wurde jedo< nur wenig ver- kauft. Käufer wollten niht wieder die hohen Preise des leßten Jahres zahlen, da sie durh die vorjährigen großen Ver- luste vorsichtiger geworden sind und außerdem bis jeßt nicht viel Aussicht vorhanden is, daß der europäishe Markt sich

bessern wird.

Schiffe sind hier stets zur rechten Zeit leiht zu haben. Ein großer Theil der Wolle geht jeßt jedo< mit den Dampf- schiffen, welhe unseren Hafen regelmäßig besuchen. Ueber- haupt senden die, welhe ihre Wolle früh im Oktober nach Port Adelaide schaffen können, aewöhnlih per Dampfer nah London, um noch die dortigen Wollverkäufe im November zu benußen. : S

Die Frachien nach London betragen hier gewöhnli einen

(greasy gereinigte Wolle.

nach Deutschland zu heben und zu befördern.

Wollexportes ausmachen.

kann auf regelmäßigen Regen gerechnet werden.

den Nachbarkolonien erzielt.

wöhnlich der größte Theil der Wollernte verschifft ist.

pro Pfund bezahlt.

nachdem viel oder wenig Schmußtß in demselben ist.

Fn hiesigen Markt ungefähr mit 6 Pence pro Pfund ein.

Jahres ungefähr 10 Proz. unter denen des leßten Jahres.

heimer Kommerzien-Rath Del

troffene Maßregel in einigen Bundesstaaten Mifitrauen bervor

vielleicht nit die für den dortigen Markt am besten passenden Sorten gesandt wurden.

welde Schranken

alben Penny pro Pfund Gewicht für die ungewaschene ( ) Wol und dreiviertel Penny für die gewaschene und

Die jeßt regelmäßig fahrenden Slomanschen Dampfer werden auf jeden Fall dazu beitragen, die direkte Verschiffung

Die soeben angefangene Wollshur scheint aud eine ziemli ergiebige zu werden, auch wird die Qualität im Allge- meinen als eine gute bezeihnet. An einigen Stellen werden freilih Klagen darüber laut, daß die Wolle etwas {<le<ter ist, da Mangel an. Futter in den ersten Mo- naten dieses Jahres, herbeigeführt dur< einen sehr tro>denen Sommer, das Wachsthum der Wolle aufhielt. Mit jedem Jahre kommt auch ein größerer Theil der Wolle aus den westli<hen Provinzen der Kolonien von Neu:-Süd- Wales und Queensland nah Süd-Australien, um hier ver- \{i}t zu werden, da unser Hafen diesen Gegenden, durch die Schiffahrt auf dem Flusse Murray und durch die Eisenbahn, wel<e kürzlich bis zu zwei Hundert englische Meilen nördlich von Port Augusta (obere Spiße des Spencers Golf) eröffnet wurde, näher liegt, wie die Häfen der genannten Kolonien. Dies wird mit der Zeit einen wesentlihen Theil unseres

Mit jedem Jahre dringen die Schafzüchter tiefer in das Jnnere unseres Kontinents vor. Schöne wasserreicze Gegenden sind bis zum 25. Grad jüdlicher Breite entde>t worden, und follen zur Schafzucht benußt werden, wie man erwartet, mit großem Erfolge. Fe näher dem tropischen Klima, desto sicherer

Es wird jeßt auch viel in der Kolonie gethan, un die Qualität der Wolle zu verbessern, indem keine Kosten gescheut werden, die besten Schafe zu zühten. Nicht selten werden 300 bis 500 Pfd. Sterl. für einen einzigen Schafbo> bezahlt. Schafe, welche hier gezogen wurden, haben hohe Preise in

Wollverkäuse und Verschiffungen sind jeßt in vollem Gange und werden so bis Ende Januar bleiben, wenn ge-

Es ist etwas \s{<wierig, Preise anzugeben, welche sür die Wolle hier erzielt werden, da die Qualität eine so sehr ver- schiedene ist. Die gewaschene, gereinigte Wolle wird zu von 18 bis zu 20 Pence pro Pfund verkauft, während die ge- wöhnliche (greasy) von 8 bis zu 91/2 Pence erzielt. Lehtes Jahr wurde für die bestbekannten Sorten sogar 1 Schilling

Die \{le<teren Sorten, sowie die Wolle der Lämmer, von den Bauchtheilen der Schafe und Stücke von den Beinen und so weiter erhalten gewöhnlih 4 bis 7 Pence pro Pfund, je nah Qualität, der Abfall (Lo>3) von 2 bis 3 Pence, je

Es werden auch ziemlih viele Schafvließe von hier nah Europa gesandt und zwar werden dieselben vor der Ver- Lffuns mit einer Giftmishung bestrihen, um Würmer und

eften abzuhalten. Die besten dieser Vließe stehen auf dem

Jn der egten Saison wurden im Ganzen 150 027 Ballen Wolle hier verschifft, wovon im hiesigen Markte circa 40 900 verkauft waren. Da jeßt immer mehr Schaszüchter hier ver- kaufen, so sind zu jeder Zeit alle verschiedenen Sorten kauf- bar sogar von den Darling- (Fluß) Gegenden in Neu- Süd-Wales ist dieses Jahr Wolle hierher zum Verkauf gesandt.

Jm Ganzen genommen sind soweit die Preise dieses

Unter sehr zahlreiher Betheiligung begannen beute Vormittag im Oberlichtsaale des Rathhauses die Verhandlungen des deutscben Handelstages. Der Sarl ende des bleibenden Aus\s{husses, Ge- rü> (Berlin) eröffnete die Verhand- lungen gegen 10} Uhr Vormittags, und ertheilte zunä<st das Wort dem Staats-Minister von Boetticher. Derselbe sagte ungefähr: Meine Herren! Es gereicht mir zu ganz besonderer Freude und Ehre, den deutschen Handelstag wiederum begrüßen zu können. I habe gleizeitig die Ehre, Ihnen die Grüße des Herrn Reichs- kanzlers, der ja, wie Ihnen bckannt, einer der cifrigsten und treuesten Förderer der deutshen Verkehrsinteressen ist, zu über- bringen. Meine Herren, meine Freudez Sie wiederum begrüßen zu dürfen, ist um so größer, als die Zusküände in unscrem wirtbsc<aft- lichen Leben in den leßten Jahren \i< zu allseitiger Befriedigung gebessert und befestigt haben und als die Erwartungen und Hoffnun- gen, die ih vor 2 Jahren in Aus\sibt stellte und die Erfüllung, die ih bereits vor einem Jahre in besheidenem Maße bestätigen konnte, beute in erweiterter Form in Erscheinung getreten sind. Meine Her- ren! J hatte vor Kurzem Gelegenheit, mich mit den Handels, und Industrieverhältnissen näher zu befassen; zum erstea Male hatte i Gelegenheit, mih von der Leistungsfähigkeit der deutshen Jadustcie in zwei verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes zu überzeugen. Sowohl die Autstellung in Nürnberg als au< das Schaffen und Streben in dem rbeinish-westfälishen Industricbezirk bat mi mit großer Befriedigung erfüllt. Es ist mir cin Bedürfniß, meiner Freude und meiner Anerkennung für das kräftige Streben, welches ich mit meinen Augen sowohl im Süden als au< im Westen tes Reiches wahrge- nommen habe, Auédru> zu geben. J< habe damit den Dank zu verbinden für die licbenöwürdige bereite Aufnahme, welche ic dort allseitig gefunden habe. Meine Herren! I< bin garnicht ¡weifelhaft, daß wenn, was ja anzunehmen ist, in allen übrigen Theilen Deuts- landé dasselbe treben vorhanden ist und auf diesem Wege fort- genden wird, daß Deutschland, wozu es ja au politish bere&tigt ei, niht mehr weit davon entfernt ist, der erste Jadustriestaat der Welt zu werden. (Beifall) Meine Herren! Es liegt der deutschen Reicdöregierung nichts ferner, als diesem Streben irgendwelche Schwierigkeiten in den zu legen. Mit einiger Betrühb- niß hat es mich erfüllt, daß cine vom ndels- Minister ß

ce bat. Meine Herren! J sage das nicht, um zu polemisiren; die Re- gierung ift niht Willens, der Thätiakeit der Handelskammern irgend Mit Befriedigung hat es mich auf der

Maßregel in ri<tigem Sinne aufgefaßt ist, und daß der Re<ts\treit bierübe mehr in politischen Kreisen als in denen von Handel und Industrie geführt ift. (Bravo.) Meine Herren! Wenn Sie irgend einen Wuns haben, so wenden Sie si< nur immer ver- trauensvoll an die Regierung. Sie werden bei dieser immer in offenes Herz für Ihre Bestrebungen finden. Vor einigen Tagen habe i< das vom General-Sekretariat des deutschen) Handelstages herausgegebene „deutshe Wirthscafts- jahr” erhalten. Die sa<kundige, gründliche und objektive Behandlung ieses Werks hat mich aufrichtig gefreut. Wenn in dem Werke ge- sagt ist: Das Vertrauen im deutschen Wirthschaftsleben is wieder zurü>gekehrt, dann wünsche ih, daß das Vertrauen nicht mehr vom deutschen Boden vershwinden möge. (Befifall.) Die deutsche Reichs- regierung ift bereit, den Vertretern des deutsben Handels in diesem Bestreben zu helfen. (Bravo.) Der Vorsißende, Geh. Kommerzien- Rath Delbrück, dankte dem Minister für seine Begrüßung und be- merkte u. A. : Er gebe der Hoffnung Ausdru, „daß die deutsche Reichs- regierung alles das in geeigneter Weise berü>sihtigen werde, was die Vertreter des Handels und der Industrie für wahr halten und wie sie es für wahr halten. Der Geh. Kommerzien-Rath Delbrü er- suchte schließlich die Versammlung, si<h zum Zeichen des Dankes für den Herrn Minister von den Pläßen zu erheben. (Dies geschah.) Ober-Bürgermeister Dr. von For>kenbe> begrüßte hierauf die Ver- sammlung Namens der ftädtis<hen Behörden und der Bürgerschaft Berlins und Geh. Kommerzien-Rath Franz Mendelssohn (Berlin) Namens der Korporation der Berliner Kaufmannschaft. Alsdann wurden Geh. Kommerzien-Rath Delbrü>k (Berlin) zum ersten, Kauf- mann Rasarth (Hamburg) zum zweiten und Direktor Frommel (Augsburg) zum dritten Vorsißenden gewählt.

Der Centralverein für das Wohl der arbeitenden Klassen, der auf eine nunmehr 38jährige Thätigkeit zurüblicen kann, hielt vorgestern Abend unter Vorsitz des Prof. Dr. Gneist im Reich8iagsgebäude seine diesjährige Generalversammlung ab. Die Mitgliederzahl hat si< von 743 auf 684 vermindert ; es befinden sich darunter 90 Behörden, Körperschaften und Vereine, 61 Alktien- gesellschaften, 6 permanente und 527 persönlihe Mitglieder, 108 davon in Berlin. Der Schwerpunkt der Vereinsthätigkeit lag in der Redaktion des „Arbeiterfreundes*, die 4545 4 an Kosten vere ursachte. Die „Socialcorrespondenz“, die ¿. Z. von etwa 200 Zei- tungen und 1000 Privatleuten gehalten wird, wurde mit 3000 M, die von der Gesellschaft für Volksbildung eingeseßte Kommission für Ausstellung von Lehrlingsarbeiten mit 300 4, die Jugendsparkassen mit 150 4 \subventionirt. Die hygienische Ausstellung wird der Verein mit einer Reihe von Schriften beschi>en. Die Einnahmen in Höhe von 11 457 M find um 1264 M gegen die Ausgaben zurü>- geblieben; das Vermögen des Vereins beläuft sich auf 54 663 K

Die Ausstellung japanesis{er Malereien im Kunst- gewerbe-Museum, welhe heute ges<{los}sen „werden sollte, wird wegen des vielseitigen Interesses, welches sie erregt, bis Neujahr geöffnet bleiben, so daß auch die Angehörigen unserer Lehr- anstalten die Ferien zum Besu der Ausstellung benußen können. Der vom Besißer der Sammlung Professor Gierke verfaßte Katalog hat si< als ein unentbehrliches Hülfsmittel für die Kenntniß der japanischen Kunst erwiesen.

In den Räumen des Gräflich Redernschen Palais ist beute der Bazar zum Besten des Dorotheenstädtiscen Armenvereins eröffnet worden.

Nichmond, 14. Dezember, Vormittags 11 Uhr. (W. T. S In dem alten Palast von Hampton Court« bra heute frü eine Feuersbrunst aus, die no< immer weitere Fortschritte macht. Der östlihe Theil des Palastes ift fast vollständig zerstört. Wie es heißt, sind mehrere werthvolle historis%e Gemälde verbrannt und viele andere Kunstwerke beschädigt. /

14. Dezember, Mittags. (W. T. B.) Das in dem Palaste von Hampton Court ausgebrochene Feuer ift bewältigt, Der ange- rihtete Schaden ist ni<ht so bedeutend, als man bisher annahm; es sind nur einige von Hofpensionären bewohnt gewesene Räumlichkeiten durch das Feuer zerstört worden.

St. Petersburg, 14, Dezember. (W. T. B.) Der „Neuen Zeit® zufolge rüstet die dänische Regierung im Vereine mit der russischen eine Erpedition unter der Leitung Normans aus, um das vermißte dänishe Schiff ,Djymphna“ zu suchen. Die Erpe- dition, welhe 20 Schlitten und 120 Renthiere mit {i führen soll, wird wahrsceinlih no< in diesem Monat aufbrehen und nah dem Osten und Westen der Petshoramündung gehen.

Im Circus Renz haben vorgestern die drei amerikanischen Par- forcespringer Mssrs. Batcbellor, Donavan und Dutton ihr erstes Wettspringen mit den ausgesutesten Springern des Renz'scen Gym- nastiker-Contingents begonnen und zwar, wie man \i< bei dem bier allgemein verbreiteten Interesse für Turnkunst denken kann, unter der lebhaftesten Theilnahme des gesammten Publikums. Die Zähigkeit des Körpers, vereint mit einer auffallenden Muskelstärke und Elasticität, <arakterisirt die drei als e<te Vollblut - Amerikaner, denen keine Anstrengung zu groß ist, ihren Effekt zu erzielen. Troÿdem fanden fie unter den übrigen Springern man- <hen ebenbürtigen Gegner; namentlih zeichnete si{< Mr. Warne, der sh. in der {hon häufig dort gesehenen großen Voltige stets hervorthat, dur< eleganten Absprung und eine mit den Amerikanern vollständig gleichmäßige Inne- haltung der Höhen- und Längendistanzen aus, Die groß artigste Leistung dieser \{ließli< in engere Konkurrenz ge- tretenen Springer waren die Pyramidalsprünge mit doppeltem Salto- mortale über 12 Pferde hinweg, deren jede2maliges glückliches Ge- lingen von dem dröhnenden Applaus des ganzen Auditoriums belohnt wurde. Neu war ferner în der vorgestrigen Vorstellung die von Hrn. Direktor Nenz vollständig umgestaltete Fon „Don Quixote*, wel<he si< bei ihren ersten Aufführuñgen als etwas zu lang erwiesen hatte. Dem geübten Bli>ke und dem gerade auf diesem Felde stets bewährten guten Geshma> des Hrn. Renz ist es nun auf das Vortrefflibste gelungen , _alle die Hand- lung unnöthig verlängernden und das Verständniß ershwerenden Scenen zu beseitigen und ein einheitlicbes, leicht übersichtliches Bild von der in dieser neuen Fassung wirklih drastish wirkenden ritterlihen Jrrfahrt des verliebten Don Quixote herzustellen. Der Beifall blieb somit au< bis zu dem in einem farbenreihen und wohl- organisirten Ballet-Ensemble gipfelnden Sc{lußtableau in fort- dauernder Steigerung. Zum Besten der Weihnawts- besheerung armer Kinder des Friedri - Wilhelm- städtischen und Luisenstädtiscben ezirks beabsichtigt Hr. Direktor Renz in den nächsten Tagen cine große Gala-Vorstel- lung zu geben, auf deren Programm wir no< zurü>kommen.

Der Hofkünstler Bellacbini eröffnet am 1. Weihnacsfeiertage im Hotel de Russie seine bier längst bekannten interessanten Vor- stellungen. Der Ruf, wel<hea sih Hr. Bellachini erworben hat, wird ibm obne Zweifel auch diesmal vielen Zuspru<h verschaffen, zumal er jeyt zum erften Mal na der Krankheit wieder auftritt, die ihn ¡wang in Pyrmont seine Vorstellungen abzubrechen.

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Kessel). Dru>: W. Elsner.

Sechs Beilagen (eins<lichlih Börsen-Beilage).

Berlin:

5 i anderen Seite berührt, ‘ah von ciner Anzahl Handelskammern die

Erste Beilage s-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

erlin, Freitag, den 15. Dezember

1882, O O E E O O S O Ä M E O T E T O 2 S

Deutsches Neie.

Nachweisung e für die Zeit vom

zum Deutschen Reich

N 295.

der Einnahme an Wehselstempelsteuer im Deutschen Reich

1. April 1882 bis zum S{lufse des Monats November 1882.

Einnahme in dem-

Hierzu Einnahme selben Zeitraume

Dber-Post-Direktions-Bezirke. im Monate in den Vormonaten.

Zusammen.

weniger t.

I. Im Reihs-Postgebiete.

Königsberg Gumbinnen

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Ma deburg

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20) Minden

23 Frankfurt a/M. O S 25) Aachen .

26) Goblenz .

2 Düfseldorf .

99) Dresden . Karlsruhe .

Darmstadt A Schwerin i./M. .

36) Braunschweig j

N 8120 | 15 2463 | 75

12 488 | 65

Summe I.

L Ba III. Württemberg .

Ueberhaupt Berlin, im Dezember 1882.

+++IH +11 I +E+F+F+F+E+FEFTFEFHFT+FTFFHEL T T IHFTT TF1

563 470 | 50

7704 | 93 | ergangen wäre. Meine Herren ! Haupt-Bucbbalterei des Reichs\atz-Amts. m. der schiefen Ebene, auf der uns auch der Hr. Abg. Hänel gouis iester. wo - 4

s der Fall war. Wir würden höchst wahrscheinli, wenigstens deutet der Kreis

meiner Erfahrung entschieden darauf hin, eine ganz kolossale Vermehrung dieser Bewegung und namentlich eine Verbreitung der \ozialdemokra- tisben Irrlehren unter der ländlichen Bevölkerung in Deutschland

erlebt haben. T es dort den von dem Gesetz gebotenen Handhaben gelungen ift, eine

genug anschlagen.

! Schriften, die dort gehaltenen

| öffentlihen Sicher Jn der gestrigen | des Begriffes zula vor Eintritt in die srath, König- | bevollmächtigte ! wie folgt, das

Ni<tamfsißes.

Berlin, 15. Dezember. es Reichstags ergriff geéordnung der Bevollmächtigte zum Bunde lih bayerishe außerordentliche Gesandte und gister Graf Lerchenfeld-Koefering,

Reden keine Gefährdung der Wollte man diese weite Auslegung S. 28 von der Regierung ede Kontrole an- | ede des Ministers sei die Stelle gewesen, wo darüber geäußert habe, d Sozialdemokratie in einzel- Der Minister habe Vorgänge, die \ih abgespielt hätten, an die erlin, welche ebenfalls die Er sei hier en, sondern Minister auf, doch zuwirken, daß sie nicht

sozialistisher

sozialistischen rkten, auszu- ng jenes Pro- lten wirke die R für e erung Fortbestand und Gesellshaftsordnung. Vor Allem < hüten, den Liberalismus stets und ukunst au< im stände mit den Er entnehme aus den Worten des Velleitäten, wie das Zusamm ozialdemokraten in Zukun

Preußen.

en, dann fönnte (26.) Sißung d

ganz allgemein na<h Belieben und ewendet werden. abe ihn wirkli befriedigt ; das | der Minister seine Judignation | bei den Wahlen die Gegner der | nen Fällen mit derselben paktirt hiervei wohl vorzugsweise gedacht an die | im Breslauer „Neuen Wahblverein“ | hristlich-soziale Agitation hier in B | sozialdemokratishe Kandidatur patr | mit dem Minister gehe sogar noch wei | auf die Regierungen selbst dahin ein | meyr wie | bung betrieben, | nah strebten , | Programms, welche die , während sie nur die demo ramms bekämpften. Regierung viel mehr a die Verbreitun

Nur ein Passus der

, Meine Herren! lation in Betreff des Ges Vindthorst seinem Bedau die bayerische

der gestrigen Debatte über seine Interpel- eyes vom 4. Mai 1874 hat der Hr. Abg. ern oder Befremden Ausdru> Vertretung das Votum Bay sißung vom 5, Juli nit dem Reichstage mittheilte. geordnete hat hieran eine Bemerkung geknüpft, ß zu einer derartigen Mittheilung Zu meinem Bedauern w

gegeben, daß erns in der Bundesraths- Der Herr Ab- deren Sinn- gewesen 8 in Müncen an Muth zu ar i< verhindert, der gestrigen stags beizuwohnen, sonst bâtte ib ni< üd>zuweisen,

l onisirt habe.

niht nur völlig einverstand feblen scheine. ter und fordere den Sizun des Reich

si< von jeber emerkung sofort

gegenzuseßen. Dieser Versuch ist indeß, wie i biermit lonstatire, dem Herrn Abgeordneten damals mißlungen, Es ergab si vielmehr bei einer genauen Prüfung des pro und contra, daß eben außer- ordentliche Vollmachten sür die Regierung nötbig seien und die über- wiegende Majorität der Vertreter der deutschen Nation hat den Standpunkt der Negierung in dieser Beziehung adoptirt.

t , t unterlassen, Ib hole dies beute na.

Muth hat, Œs ist dies und wird dies gesehen, bei welcher sie gierung hat die bayerische Recht, nit aber die Ver- eidung darüber, ob sie im Ret Gebrau macen will tziehen lassen.

) t : niemals den Beweis \{uldig geblieben, und überall ihre Ansichten zu vertreten.

von ihr aub im

diejenigen Regierungsgewalt stä kratishe Richtu Durch ihr jeßiges Verha r als alle Flugblätter und A ing sozialistisher Lehren, ershüttere elbst am meisten das öffentliche Vertrauen in dem der bestehenden Staats-

sollie die Regierung si u verdächtigen. en Staat, Grundsätzen des Liber Ministers, daß derarti anderer Parteien mit wieder vorkommen würden. Er nehme jeden der die Wirkungen des Gesetzes welhe man für die Verfüg bringe, seien so allgemeiner mit einigermaßen dichter Bevölkeru _getroffenen Maßregel and einfa<h ein, eßes durchaus nicht beabsichtigt ; der nur ein temporärer sein und nur für die Verhängun

Y Reichstage bei jeder Frage es für angezeigt erahtet. Wie jede Bundesre egierung hierzu das verfassungsmäßige pflichtung und sie wird \i< die freie Entf finzelnen Falle von dem ihr zustehenden oder nit, dur keinerlei Provokation en Hr. Abg. Windthorst {eint von der daß das Votum Bayerns in der n zustimmendes gewesen ist. ng nur zu bemerken, daß die bayerische Vertretun Bayerns in dieser Frage L

welche der Sojzialistengeseßes als ewig verbürgt anzunebmen sei. Das liegt im Schooße der Zukunft, wir können darüber heute, na< meiner Auf- E iGcirie au assung, nicht diskutiren. J< habe nur zu konstatiren, was i< au< Bundesërathsfißung vom

habe auf diese Voraus- g keinen Auftrag oder dessen Be-

Es gebe feine lten hat, das Votum welche im Widerspru

sründung hier mitzutheilen.

Im weiteren Verlaufe Ung des Neichstags wurde die Berath en über die Anordnungen, hen, der Königlich sächsische erung auf Grund des 1878 (R.-G.-Bl, S.- 351

Bestrebungen U. Juni, 25. Okto De Bundesrat

. T, nisters von Putt Sozialistengesetes e Begründung für die standes über Berlin , fragt, wer es w

der gestrigen (26.

mit Mißtrauen auf. Die ung des Belagerungszustandes bei- daß man sie an jedem Ort ng würde anwenden können. n werde der Belagerungs- sei im $. 2 des Belagerungszustand dürfe de Gründe sollten werde das so lange dauern,

welhe von der Königüich und der hamburgischen 5. 28 des Gesches vom 21, egen die gemein der Sozialdemokrati ber und 25. November 1882 hes getroffen worden sind, änel erklärte, amer sei eine begeisterte

ewesen , enthalte aber s{letterd

gefährlichen

mit Geneh- fortgesetzt. die gestrige Rede des ertheidigung

Dur die permanenter und das

g maßgebend sein.

listengeseh niht dauern oder solle es viell üte Sozialdemokrat na< Am Bestehen der sozialdemokratischen ern , als das Geseh. te doch die

ngs nicht Verhängung des kleinen Belagerunas- Hamburg und Leipzig. Der Minister ohl wagen würde, er) angeführten Thatsachen no<h ilihe Sicherheit gesährdet sei. - Alle die häßlichen Citate, demokratischen

at”, gegen di

fratishe L

bis der le Er

Partei werde länger dau der Fall sci, so müß gehen, au auf jene Pa sie wüßte allmählich die {ärsen Gerade die Tha forderung, sol

Wenn das aber Regierung endli<h dazu über- eine Ret anzuwenden, ffen aus der tsahen im Bericht seien gleichsam eine he Uebergangsbestimmungen anzuba der sozialdemokrati ng seien theils stumpfe Waffen, nur die äußeren Symptome, nit der

na<h den von ihm zu bestreiten, daß die Er unternehme dies Wag- die der Minister Flugschriften, aus dem Züricher - gegen die Monarchie angeführt habe, stärkten ag wohl in seiner Gegnerschast gegen do<h enthielten die im Ausland gedru>ten

aus sozial- Sozial-Dem Öz

en. Man

ershre>e vor der Verbreitun hen Lehren,

[ aber die Mittel zur Bekämp * theils unbere(htigte ;

die sozialdemo-

Kern der Sozialdemokratie werde getroffen. Das Erregen von Furcht , wodur man dem Reichstage Konzessionen ent- lo>en wolle, sei ihm widerlih, beinahe ebenso widerlih, wie die Unterscheidung von Blanqui’scher sozialdemokratischer Revolution, wie sie von den hier im Hause anwesenden Sozialdemokraten gemacht werde.

Hau ergriff der Staats-Minister von Puttkamer das D o ; ,

Die eben gehörte Rede bietet eine \o große Fülle von für mi interessanten Anknüpfungspunkten, daß i< es mir trotz des Bie B seins, die Zeit des bohen Hauses vielleicht über die Gebühr in An- spruch „nehmen zu müfsen, do< nicht versagen kann, dem Hrn. Abg. Dr. Hänel in seinem Gedankengange einigermaßen zu fo gen. Ich bitte nur um Entschuldigung, wenn diese Erwiderung nit so wohl geglicdert und so logisch geordnet ausfällt, weil i< mir ja nur die Gesichtspunkte, die hauptsähli< in seiner Rede hervortreten, in der Kürze habe notiren können.

Ich habe zunächst keine Aeußerung des Herrn Abgeordneten ver- nommen, aus welcher mit Bestimmtheit hervorginge, wie er und seine Freunde \i< zu dem von Seiten der sozialdemokratischen Abgeordneten gestellten Antrag verhalten werden, welcher dahin geht, daß das hohe Haus ein genügendes Material für die Fortdauer der auf Grund des 8. 28 des Gesetzes verhängten Maßregeln aus den vorgelegten Dru>kschriften ni<t entnehmen könne. Seine Aueßerungen lassen mich allerdings befürhten, daß er Und seine Freunde diesem Antrage zustimmen werden (Zuruf von links: Ja wohl !) und aus seiner bejahenden Kopf- bewegung muß ich eine Bestätigung dieser Besorgniß entnehmen.

Meine Herren ! Das erfüllt mi mit sehr großem Bedauern, denn es stellt in meinen Augen einen Fortschritt dar in derjenigen allge- meinen Richtuug der Politik, wel<e der Hr. Ag Hänel und feine Freunde \eit Jahren dauernd den Bundesregierungen gegenüber ver- folgen, nämli< der absoluten Ablehnung jeder Maßregel, wel<e wenigstens na< der Meinung der verbündeten Regierungen dazu E E Wohl und dic Wohlfahrt des Reiches und seiner Bewohner zu fördern.

De Herr Abgeordnete hat ferner am Sclusse seiner Ausfüh- rung einen kurzen Bli> geworfen auf die Natur und die Wirkung des Sozialistengeseßes, dessen begeisterten Anhänger er mich nit ganz mit Unrecht nannte. Er bezeichnete die Waffen, welche uns durch dieses Gese an bie Hand gegeben find, als durch die Erfahrung als stumpf erwicsen und behauptete, es seien dur die Hanvhabung

des Gesetzes nur die äußeren Symptome der sozialiftishen Bewegung,

keineswegs ihr innerer Kern getroffen. Meine Herren! Ih muß das bis auf einen gewissen Grad als ri<tig anerkennen. Ünzweifelhaft ist es dur< das Gesez vom Oktober 1878 nicht gelungen, die Sozial- demokratie vom Erdboden verschwinden zu machen, ja auc nur sie in ihrem inneren Kerne zerstörend zu treffen. Nein, meine Herren, von

dieser Selbstüberhebung in Bezug auf die Wirkungen ihrer

Schöpfung sind die verbündeten Regierungen sehr weit entfernt. Es ist uns aber gelungen, fie einzudämmen. Der prophylaktische

Charakter des Gese8es, der von vornherein, in meinen Augen wenig- stens, sein Hanptbestandtheil war, hat si also, wie Me scheint, durchaus bewährt. Ich erlaube mir, an den Herrn Abgeordneten, der vor mir sprah, die Frage zu stellen, wie er si wohl die Entwi>e- lung unserer deutschen Verhältnisse auf diesem Gebiete denkt, wenn

das Gesetz von 1878 mit Beihülfe der Vertreter der Nation nicht Nach meinen Erfahrungen wären wir

halten will, ein sehr erhebliches Stü> weiter geglitten, als das bisher

olche bisher zu verhindern, fönnen wir nit bo<

Der Hr. Abg. Hänel sagt ferner: Wir sind ebenfalls entschiedene

Gegner der Irrlehren der Sozialdemokratie, wir \{re>en jogar vor ihnen zurüd>, aber wir wünschen und erwarten, daß auf dem Boden des gemeinen Rechts und auf dem Boden der Entwi>lung der libe- ralen Anschauungen die Sozialdemokratie \{ließlid uns unter den Händen verschwinden oder wenigstens alle ihre Gefahren für die bür- gerlihe Gesellshaft verlieren werde. Meine Herren! I halte das meinerseits für einen verhängnißvollen Jrrtbum. Der T Abgeordnete hat, wenn i< nicht irre, allerdings e

inerzeit {on einmal den Versu gema<t, Strafnormen des emeinen Rechts aufzustellen, wel<he seiner Meinung na< im Stande ein sollten, BYAGIeN Ausschreitungen, deren die Sozialdemokratie

buldig gemacht hat, einen wirksamen Damm ent-

Jh y - mich in diesem Augenbli>e niht über die Frage, err Abgeordnete au< ftreifte, ob denn die Dauer des

ern {on hervorgehoben habe, daß, so lange dieses Gese, und so

lange insbesondere der $. 28 dieses Gesetzes besteht, die Regierungen fih niemals der Pflicht werden entziehen können, im gegebenen Falle zu prüfen, ob na der konkreten Lage der Verbältnisse zwingende Ver-

guafans zu seiner Anwendung vorliegt ; denn darin gebe ih dem

rn. Abg. Hänel vollkommen Ret, es wäre geradezu ein Frevel,

wenn man ohne sehr zwing@de Gründe von diesen Vollmachten Ge- brau<h machen wollte, ie Regierungen können und dürfen sich aber der Ueherieugung nicht verschließen, daß sie sih einer derartigen Lage Des befinden.

rr Abgeordnete meinte, wenn man aus so allgemein bin-

rama otiven, wie sie die Denkschriften enthalten, die esugniß zur ne

nwendung des $. 28 herleiten, wenn man sih auf so allgem

Gründe stüßen wolle, so wäre es vielleicht besser, man debnte diese Maßregel gleih auf das ganze Gebiet des Deutschen Reiches aus. Nein, meine Herren, das ist ein einfacher Irrthum :; es giebt allerdings einige Centren der deutschen Bevölkerung, in welcben die sozialistischen und sozialdemokratishen nah der Seite der Ausschreitungen hin ge- fährlihen Doktrinen und Bewegungen ganz besonders Boden den haben, und die auf genauerer Beobachtung berubenden Erfa rungen, welche die Regierung in dieser Bezichunç gemacht hat, haben sie der Erkenntniß von der Nothwendigkeit Gei

Altona, sowie Leipzig resp. Umgebungen. die außerordentlihen Ma regeln zu verhängen.

ührt, für Berlin, Hambu

Was nun die Anregung anbetrifft, die der Herr Abgeordnete an

meine Person für die verbündeten Regierungen richtete, wir möcten do in unserem eigenen Juteresse für den ja doc einmal cintretenden Fall der Aufhebung dieses Gesetes mildere Uebergangabestim

so ungefähr, glaube i, war sein Gedanke, der sozialdem tischen Ausschreitung gegenüber in Erwägung ziehen, so würden wir, meine gier, derselben mit Freuden fstattgchen, wenn nux die Mögliikeit dam dur das Verhalten der Partei