1903 / 296 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 17 Dec 1903 18:00:01 GMT) scan diff

Nicßtamkliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 17. Dezember.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute vormittag im Neuen Palais die Vorträge des Kriegs- ministers, Generalleutnants von Einem und des Chefs des Militärkabinetts , Generalleuinants Grafen von Hülsen- Haeseler und begaben Sih um 11 Uhr nach Berlin, um Seine? Majestät den König von Dänemark, Allerhöchstwelcher gestern abend um 8/4 Uhr mit Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Waldemar von Däne- mark von Kopenhagen dort eingetroffen und im König- lichen Schlosse abgestiegen war, Zu begrüßen. Um 12 Uhr fuhren Beide Majestäten und Seine Königliche Hoheit der Prinz Waldemar nach Potsdam. Von dort gedenken Seine Majestät der König von Dänemark um 3 Uhr die Reise nach Gmunden fortzuseßen und Seine Majestät der Kaiser und König um dieselbe Zeit nah der Göhrde abzureisen.

Fhre Majestät die Kaiserin und Königin haben den neuernannten brasilianishen Gesandten da Costa Motta estern im Anschluß an die Audienz bei Seiner Mazestät dem Kaiser und König im Neuen Palais empfangen.

Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Plenar- sizung; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Justizwesen, die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Rehnungswesen sowie die vereinigten Ausschüsse für Rechnungswesen und für Handel und Verkehr Sißungen.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Großherzoglich mecklenburg - shwerinshe Landgerichtspräsident Dr. Lan g- feld ist in Berlin angekommen.

Vayern.

u dem vorgestrigen 60jährigen Generalsjubiläum Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten hat Seine Majestät der Kaiser, wie „W. T. B.“ meldet, in herzlihster Weise Allerhöchstseine Glückwünsche zum Ausdruck gebraht. Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent sandte an Seine Majestät den Kaiser ein in warmen Worten gehalienes Danktelegramm, in dem Höchstderselbe zugleih der Freude über die völlige Genesung Seiner Majestät Ausdruck gab.

Deutsche Kolonien.

Auf Grund des § 1 Nr. 7 der Verfügung des Reichs- kanzlers, betreffend die Ausübung der Gerichtsbarkeit in den S chußgebieten Afrikas und der Südsee, vom 25. Dezember 1900 hat die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts unterm 4. d. M. bestimmt, daß das Kaiserliche Obergericht für die Shußgebiete Kamerun und Togo seinen Amtssit in Buea, Kamerun, hat.

Oesterreich-Ungarn.

Die „Wiener Zeitung“ - veröffentliht die erbetene Ver- sezung des österreichish-ungarishen Botschafters in Madrid Grafen Dubsky in den Ruhestand unter dem Ausdru der Kaiserlichen Anerkennung für dessen vieljährigen treuen und hingebungsvollen Dienste. Zu seinem Nachfolger ist Graf Wesersheimb ernannt worden.

Bei dem gestrigen Empfange der Delegationen drückten, wie „W. T. B.* berichtet, die beiden Delegations8präsidenten in ihren Ansprachen dem Kaiser ihre Genugtuung aus über die Erneuerung des Dreibuntes, den Fortbestand des Einvernehmens mit Rußland und die guten Beziehungen zu allen auëwärtigen Staaten, die eine neue Gewähr für die Erhaltung des Friedens böten. Dies sei angesihts der bevorstehenden Erneuerung der Handels- verträge von erhöhtem Werte. Die Präsidenten \sprachen sodann die patriotishe Genugtuung über die durch die jüngsten Monarchen- besuhe zu Tage getretene allgemeine Bewunderung und Verehrung aus, die die gesamte Welt dem österreihischen Kaiser entgegenbringe, und {lossen mit heißen Segenswünschen für den Monarchen. Beide Reden sowie die gestern bereits mitgeteilte Thronrede wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Am Schlusse der Nede des Kaisers brachten die Delegationépräsidenten Hoch- bezw. Eljenrufe auf den Kaiser aus, in die die Delegierten begeistert einstimmten.

Im Ausschusse der ungarischen Delegation für aus- wärtige Angelegenheiten gab gestern der Minister des Aeußern Graf Goluchowsfi das üblihe Crposé über die auswärtige Lage. Er gedachte zunächst der Erneuerung des Dreibundes und führte aus: „Durch diese Erneuerung wurden neuerdings die Ver- hältnisse konsolidiert, die die Basis unserer Friedenspolitik bilden und seit bald einem Vierteljahrhundert dem ganzen europäischen Kontinent eine Aera ruhiger und erfolgreiher Entwickelung gesichert haben. Die Bürgschaften dafür, daß der Fortbestand des Dreibundes unsere poli- tishen Interessen auch in ter Zukunft vollauf ¿u gewährleisten ver- mag, find sehr reeller Natur und umso höher anzuschlagen, als fie bei einer gleihmäßigen Verteilung von Rechten und Pflichten allen Teilen neben der Förderung des erhabenen Friedenéwerkes eine hins reihende Bewegungsfreiheit einräumen, um ihnen die nahdrüdckliche Wahrnehmung und Vertretung ihrer \pezifishen Interessen zu ges statten. Gegen die Nichtigkeit dieser Auffassung dürfte heut- z¡utage kaum mehr ein Widerspruch erhoben werden, was die Genugtuung beweist, mit der die Kunde von der- Fortdauer unserer Allianzverbältnisse ziemliÞh allgemein entgegengenommen wurde, ja das Verständnis, welhes man dieser Tatsache selbft in jenen Kreisen entgegenbrachte, die noch in der jüngsten Vergangenheit, wenn auch vornehmlich vom engeren Parteistandpunkte beeinflußt, unserer politishen Orientierung ganz entschieden abhold waren. Zwar fehlt es au heute nicht an Widersachern ; dieselben sind aber vereinzelt und refkrutieren sich hauptsähliß aus Leuten, die prinzipiell an allem Kritik üben, oder Elementen, die vor keiner noch so albernen Erfindung zurückshreckn, um ihrer plan- mäßigen Minierarbeit immer neue Nahrung zu vershaffen. Ver- dienen aber solche Ausbrüche von Leidenscaft keine übermäßige Be- achtung, so ift es allerdings bedauerlich, daß diesen unverantwortlihen

idersacern innerhalb unseres eigenen Gebietes öfters gleich unver- antwortlide Elemente von auswärts sozusagen in die Hände spielen, indem sie ihnen ein willlommenes und leiht verwendbares Material zu allerlei Heßkampagnen bieten, und um fo bedauerlicher ist diese Tatsache, wenn derartige Machenschaften aus einem Lande stammen, mit

Monaten in verstärktem Maße zum Vorschein kommen, sind gewiß hödst beklagenswerte Erscheinungen, die nicht entschieden genug ber- urteilt und zurückgewiesen werden können; ich halte indessen dafür, daß es dennoch verfehlt wäre, thnen ein größeres Gewicht bei- zulegen als jenes hohlerx Demonstrationen, die vor allem berufen sind, der eigenen Regierung arge Verlegenheiten zu bereiten. Jch kann demzufolge nicht umhin, mit besonderer Befriedigung und An- erkennung die vornehme Ruhe und Gelassenheit hervorzuheben, die man bei uns sowohl in den meisten ernsten Preßorganen als auch in den objektiv denkenden politishen Kreisen diesen Treibereien gegen- über zu béobahhten pflegt und die im Verein mit den von der Königlich italienishen Regierung an den Tag gelegten korrekten Bemühungen, den fraglihen Verirrungen Einhalt zu gebieten, wohl am ehbesten bei- tragen werden, die erwünschte Ernüchterung bald herbeizuführen und die guten Beziehungen, die uns ebenso wie dem Nachbarkönigreichhe am Herzen E müssen, vor ernsteren Trübungen zu bewahren.“

Der Minister wandte sich nunmehr der befriedigenden Ausgestal- tung der. freundschaftlihen Beziehungen Desterreih-Ungarns zum russischen Reiche zu, die sih allmählih vertieften, und von denen eine O der Friedensgarantien erwartet werden dürfe. Man dürfe heute wohl mit Genugtuung konstatieren, daß die Hoffnungen, welche an die St. Petersburger Entente vom Jahre 1897 geknüpft worden seien, vollauf gerechtfertigt ershienen. Die Er- kfenntnis nämlich, daß kein eigentliher Grund zu einer Politik des Miß- trauens und der latenten Anfeindung vorhanden sei, habe beiderseits immer festere Wurzeln gefaßt und im Laufe der Jahre zu einer Ueker- einstimmung in der Auffassung und Beurteilung manher inzwischen laut gewordener Fragen geführt, deren erfprießlihe Folgen gerade in diesem Augenblick besonders gewürdigt zu werden verdienten. An- \chließend an diese Erwägungen verbreitet s|ch das Exposs über das Balkanproblem. Der Minister sagte: „Als sich bei dem in den leßten Monaten des vorigen Jahres erfolgten bedenk- liden Ausbruch der Gâärung unter der christlihen Be- völkerung der europäischen Türkei herausstellte, daß die Pforte, troß wiederholter Mahnungen und Aufforderungen der Mächte, zu einer gründlichen Umgestaltung ihres in jeder Hinsicht fehlerhaften und verderblißen Verwaltungssystems nicht zu bewegen war, verständigten sich die beiden Kabinette angesihts der Gefahr, die ein längeres Zuwarten zur Folge gehabt haben würde, und im Interesse der eigenen Sicherheit im Wege eines schriftlihen und Ende Dezember 1902 durch den Wiener Besuch des Grafen Lamsdorff er- möglihten mündlihen Gedankenaustaushes über die zu ergreifenden Sanierungsmaßregeln. Zu allererst wurde die Notwendigkeit er- fannt, einen anderen als den bisherigen modus pPprocedendi zu wählen, die ung über die zu treffenden Maßnahmen dem s{chwerfälligen Apparat tes europäishen Konzerts zu ent- ziehen und die Angelegenheit zu zweien in die Hand zu nehmen auf Grund eines von den Signatarmächten des Berliner Vertrags zu erwirkenden Mandats. Nach Feststellung dieser Modalität handelte es sich nunmehr darum, einen passenden Aktionéplan zu ent- werfen und über jene Mittel {lüssig zu werden, die den Bedürf nissen der Lage entsprächhen, ohne olen Weiterungen Tür und Tor zu oóffnen, die tiefgehende, für den europäischen Os gefahr- volle Umwälzungen zur Folge haben könnten. Die Aufgabe war keine leichte. Von dem Bestreben geleitet, eine Neiße von Maßregeln bei der türkishen Regierung durchzusetzen, die bei der gebotenen Schonung der Lebensbedingungen des türkishen Neichs und der Erhaltung der Autorität des Landesherrn der christlihen Bevölkerung der europäischen Türkei ernste Garantien für eine wirklihe und nahhaltige Besserung ihrer Lage bôten, mußte zunächst der Gedanke der Vereinigung der \o- genannten mazedonishen Wilajets zu einer autonomen Provinz, mit einem christlißen Generalgouverneur an der Spiße, aus dem Pro- gramme ausgeschaltet werden, einerseits wegen des zu erwartenden Widerstandes des mohamedanischen Elementes, andererseits weil die Schaffung eine zweiten Ostrumeliens vor allem zum Schaden der Türkei, àn deren Integrität wir unentwegt festhalten, wie nicht minder zum Nachteile des Gleichgewichts unter den Balkarstaaten, dessen Störung wir gleichfalls nicht zugeben wollen, ausgeschlagen hätte. Um also den vielfachen Ucbelständen auf dem Gebiete des Steuerwesens, der Gendarmerie- und Poslizei- organisation, der Befriedigung kultureller Bedürfnisse, sowie den be- ständigen Auëschreitungen gegen die Christen und der Willkür ge- wissenloser Funktionäre zu fenen: wurden unsere Forderungen in einem Operate zusammengefaßt, das von den Signatarmächten ge- billigt und vom Sultan zur Dur(führung sanktioniert wurde. Wenn dieses in seinen Einzelheiten genügend bekannte Operat auf unbedingte Vollständigkeit - und Unfehlbarkeit auch nie einen Arspruh erhob, und wir uns auh von vornherein eine Er- weiterung desselben vorbehielten, halten wir troß der von "ver- \chiedeneind Seiten diesem Unternehmen entgegengebrahten Skepsis an der Ueberzeugung fest, daß das angestrebte Ziel auf diefer Grundlage mit Zähigkeit und Nusdauer zu erreichen ist. Wir verhbehlten uns nie die Schwierigkeiten, die mit der Ausführung dieses Pensums verbunden sein würden und die sich sofort im ersten Stadium der Aktion ein- stellten, nicht nur von seiten der Türkei, sondern auch namentlich und überraschende! weise seitens der bulgarischen Mazedonier, die seit Jahr und Tag die Erlangung erträgliher Existenzbedingungen für die christlichen Völkerschaften in der Türkei als das einzige Ziel ihrer Bemühungen hinstellten, nunmehr aber in der gewalttätigsten Weise gegen die beab- sihtigten Maßregeln sich auflehnten und verkündeten, sih mit keiner Lösung zufrieden geben zu wollen, dies niht ihren weitgehenden, von nationalen viel mehr als von humanitären Nücksichten beein- flußten Postulaten Rechnung tragen würde. Die revolutionären Komitees, deren Zentralleitung fich auf bulgarischem Boden befand, entwickelten dementsprehend und dank der geradezu sträflichen, von einer aktiven Parteinahme sih- kaum mehr unterscheidenden Toleranz der fürstliden Regierung von diesem Zeitpunkte an eine geradezu fieberhafte Tätigkeit, deren Ergebnis die Ausrüstung zahlreiher Banden und die Verübung von empörenden Attentaten waren, die den augenscheinlichen Zweck verfolgten, einen Dissens unter den Mächten, nicht in letzter Linie aber zwischen den Kabinetten von Wien und St. Petersburg über die weitere Durchführung der Aktion herbeizuführen. Als aber kein Zweifel an dem Ernste unseres Ent- \{lusses bestehen konnte, das vereinbarte Programm unentwegt zu be- folgen, nahmen die revolutionären Komitees zu immer tolleren Streichen Zufluht, um ähnliche Grausamkeiten auf türkischer Seite hervorzurufen, die in der Tat niht ausblieben, und unter denen die unshuldige und friedlihe Bevölkerung am bärtesten zu leiden hatte. Daß unter folhen Umständen das NReformwerk ins Stcocken geraten mußte, is wohl erklärlich, zumal der türfisWen Regierung ter nur zu willkommene Vorwand geboten war, si der ihr auferlegten Aufgabe möglichst lange zu ent- ztehen. Die Konstatierung dieser Tatsachen aber ist notwendig, um die Haltlosigkeit jener Kritik darzulegen, die einer Erweiterung des Sanierungsplans das Wort redet, bevor noch dessen Wirksamkeit überhaupt erprobt werden fo.inte. Die beiden Kabinette aber ver- blieben fest auf ihrem Standpunkt und erkannten die Notwendigkeit, zunächst dur die ernstesten Verstellungen sowohl in Sofia als auch in Konstantinopel auf der Beseitigung jener gefahr- vollen Momente zu bestehen, die die Aufregung erzeugten und ihr immer neue Nahrung verschafften. Weiter stellte sich die Notwendigkeit heraus, das ursprünglihe Reform- programm in bezug auf die Durhführungsmodalitäten in manchen Punkten ju ergänzen, wozu die Mürzsteger Zusammenkunft Anlaß bot.“ Der Minister erörterte nun das bekannte hierauf bezügliche Elaborat, aus welhem entnommen werden könne, daß beide Mächte allen Ernstes an die Arbeit, die ihnen oblag, geschritten und aufrichtigst bemüht gewesen seien, ihre Aufgabe gewissenhaft zu lösen. Gegenüber den Kritiken, die auch an diesem Operate geübt wurden, glaubte der Minister betonen zu follen, daß sich die Mächte einerseits der Erkenntnis nicht hätten verschließen können, daß die Türkei ohne effektive Ueberwahungsmaßregeln von ihrer selbstmörderischen, den europäishen Frieden bedrohenden Politik nicht abzubringen

dem wir, wie mit Italien, im engen Friedens- und Freundschaftsbunde stehen. Die irredèntischen Mani festationen, die dort seit einigen

E D Dea ta

Sicherheit und Ruhe nit vorangestellt werden könne. „Von diesen Erwägungen geleitet, sind wir trotz aller abfälligen Urteile ent\{chlofsen

uns in unserer Vorgangsweise nit beirren zu lassen, und erblidn

im feften Einvernehmen mit dem von der gleichen Auffassung au, fügung, St. Petersburger Kabinette fowie in der loyalen Ünter,

üßung der übrigen Signatarmächte eine sehr ür den endgültigen Erfolg der Konstantinopel, wo die Klugheit blick des Sultans durch die Annahme der Mürzsteger V, {lüsse über die vielfahen gegen unsere Aktion gerichteten Intrigen den Sieg davongetragen haben, wird man hoffentlih imme mehr zur Einsicht kommen, daß wir nicht als Feinde, sondern viel, mehr als Me R Freunde der Türkei auftreten, und daß es für sie niht von Nußen fein kann, unsere Aufgabe dur allerlei Quer, treibereien zu ershweren, und daß fie nur ihre eigene Cristenz in Frage stellen würde, wollte sie unsere Forderungen, die sie allein vor dey jähen Untergange zu bewahren vermögen, nicht aufrichtig und loyal berüdsihtigen. Möge man sich davon in den Kreisen der Pforte ernstlich Rechenschaft geben, ehe es zu \pät wi und bevor sich aus dem gegenwärtigen Chaos Zustände ent. widckeln, die dann jede Rettung unmöglich machen. Anderseits darf man sich in Sofia niht der Erkenntnis verschließen, "daß die Haltung der fürstlichen Regierung gegenüber der revolutionären Ba wegung einer sehr genauen und strengen Ueberwachung unterzogen wi und daß Bulgarien seinem Schicksal unbedingt überlassen werden würde, wenn es nicht verstände, seine Politik dem Willen der Mäte anzupassen, und nit alles aufböte, um selbst den Verdacht einer straf, E Komplizität an friedenstörenden Machenschaften von. {ih fern zu halten“.

Der Minister gedachte hierauf der jedem mens{lichen Gefühle hohnsprehenden Tragödie im Belgrader Konak, die neben der ungewöhnlichen Erregung der ganzen zivilisierten Welt einen Zustand zu \caffen gedroht habe, der mannigfache sehr ernste Gefahren für die friedlihe Entwidelung der Dinge im nächsten Orient zur Folge hätte haben können. „Desfterreih-Ungarn durfte, als durch die Belgrader Ge, schehnisse nächst berührte Macht, niht zögern, der einstimmigen Berufung der zweiten nationalen Dynastie auf den Thron Serbiens seine Zustimmung zu erteilen, da das unglücklihe Land nur hier- durch der ihm drohenden Anarchie entzogen werden konnte, und es hon in unserem eigenen Interesse lag, dem neuerwählten König seine wahrhaft dornenvolle Aufgabe niht zu ers{chweren; ihm liegt die Pflicht ob, das durch den fluchwürdigen {Frevel tiefgeschädigte Ansehen Serbiens zu heben und die durch heftige Stürme außer Rand und Band gekommenen innerpolitisßen Verhältnisse in

ernste Gew unternommenen Aktion. r

und der politische SaA

Es ist zu hoffen, daß der König Peter im gesunden Teile des serbischen Volkes eine feste Stüße zur Vollbringung dieser regeneratori|chen Arbeit finden wird. Wir werden jeden Fortschritt in dieser Hinsicht mit um so aufrichtigerer Genugtuung begrüßen, als der- selbe nur dann real, gedeihlich und dauerhaft sein kann, wenn das Nachbarkönigreih feinen vielfahen politishen Irrungen ent- sagt, den vollen Weit unserer Freundschast erkennt und nit etwa durch die Duldung gehässiger, in gewissen unverantwortlichen Kreisen üblih gewordener Ausfälle gegen die österreihish-ungarishe Monarchie uns zwingt, das Maß unseres Entgegenkommens in der Folge sehr bedeutend etnzushränken“. Mit allen Merkmalen politisher Reife und kluger Besonnenheit verhielten sich den jüngsten Balkanwirren gegenüber sowohl Rumänien als Griechenland, die beide dadurch ihren sehr verdienten Ruf als Elemente der Rube und Ordnung in den Augen Europas neuerdings befestigt und \fich als verläßlihe Stüßen jenes großen Friedenswerkes erwiesen hätten, dem Desterreih-Ungarn in erfreuliher Uebereinstimmung mit allen Groß- mächten feine besten Kräfte zu widmen bemüht sei.

Der Minister verwies sodann darauf, daß in allen Ländern immer deutlicher das Bestreben zum Vorschein komme, die Garantien des Friedens beständig zu vermehren und das Hervortreten scharfer Gegensäße im Wege au®gleichhender Aussprache einzudämmen. Schon in seinem jüngsten Exrposé habe er auf das sih allmählich ein- bürgernde System der spezifishen Interessengruppierungen hin- gewiesen, die heute bereits sozusagen einen ergänzenden Teil der zum europäisen Gleichgewichte gehörigen KAusrüstung bildeten und in den seit einiger Zeit immer bäufigeren Zusammenkünften der Staatsoberhäupter eine nahhaltige Förderung fänden. Namentlich seien die leßten Monate an solhen Begegnungen reich, und unter denselben hätten die Besuche der vielen befreundeten Souveräne am Wiener Hofe niht am wenigsten den Stempel jener ausnehmend warmen Herzlichkeit, die den ausgezeihneten und vertrauensvollen Be- ziehungen entsprehe, die die Monarchie mit allen fremden Staaten in so glückliher Weise verbinde.

Graf Goluchowéki gedachte \{ließlich des Hinscheidens der achtunggebietenden Gestalt des Papstes Leo XTIII. und betonte, daß das jüngste Konklave seiner Aufgabe in einer überaus glücklichen und ungeteilte Befriedigung erweckenden Weise nachgekommen sei. Bei diesem Anlasse trat der Minister den mannigfahen Kontroversen und Kritiken über die Ausübung des sogenannten Veto- rechts seitens Oesterreich - Ungarns entgegen und be- tonte, daß sowohl die Leugnung dieses Rechts als die Auf- fassung, daß scine Ausübung eine unbefugte Anmaßung oder eine unstatthafte Einmishung der weltlichen Macht in kirch- lite Angelegenheiten bedeute, durchaus unrichtig sei. Der Minister verwies darauf, daß, wenn auch das Veto auf keinem be- stimmten Gesetze beruhe und von der Kirche niemals ausdrücklich an- erkannt worden fei, es sch doch im Laufe der Jahrhunderte zu einem Gewohnheitsrehte herausgebildet habe, daß es tatsählih zu wieder- holten Malen von Trägern der habsburgishen Krone pari passu mit Frankreih und Spanien und von diefen beiden leßteren Staaten auch allein ausgeübt worden sei, daß der mit der Erxklusion Betraute immer ein Kardinal sei, und von so hohen Kirchenfürsten doch nicht angenommen werden könne, daß sie fich zu einer unkanonischen Handlung hergeben würden, sowie daß das heilige Kollegium als solches nie einen formellen Protest erhoben habe und es auch nie vorgekommen sei, daß eine angemeldete Ausschließung vom Konklave unberüdcksichtigt geblieben sei. Das gegenwärtige Veto habe eher den Charakter eines Wunsches oder einer Warnung, und es könne einen Einfluß auf die Gültigkeit der einmal getroffenen Wahl nicht auéüben ; denn den Mächten, die es erhöben, ständen heutzutage noch weniger als jemals materielle Mittel zur Verfügung, um thm Geltung zu verschaffen, falls es dem Kardinalskollegium be- lieben jollte, von demselben keine Notiz zu nehmen. Ganz ent- chieden aber müsse die Behauptung zurückgewiesen werden, als ob Oesterreih-Ungarn bei Ausübung des Vetorehts als Repräsentant einer politishen Konstellation aufgetreten sei. Eine Verhandlung oder selbst ein Gedankenaustaush über diesen Gegenstand habe ctemals und mit niemandem stattgefunden. Oesterreih habe im vollen Genusse seiner Initiative und Entschließungöfreiheit gehandelt, ohne daß eine Anregung dazu von irgend einer Seite ausgegangen sei. Der Minister empfahl {ließli das Budget des Ministeriums des Aeußern zur Annahme. :

Das Erxposó wurde mit allgemeinem lebhasten Beifall auf- genommen.

Der Viereraus\chuß der ungarishen Delegation nahm gestern nah langec Debatte das zweimonatige Budgetprovisorium an. Im Laufe der Debatte BoD Ugron hervor, daß, wenn fih au die Verhältnisse zwishen dem gemeinsamen Heere und den bürger- lichen Elementen gebessert hätten, das gemeinsame Heer dennoch, vom ungarischen nationalen Gesichtspunkte aus, heute noch exklusiver sei denn je. Der NeichskäWegsminister von Pitreich bat, die Erörterung der nationalen und politishen Forderungen zu verschieben, bis die Zeit für eine gründlihe Behandlung derselben gekommen sein werde und eine Ausgleihung der bestehenden Gegensäße möglich sei. Der Minister erörterte dann eingehend die Geshüßfrage und er- klärte, die Herstellung der Haubite sel im Zuge; die Rohre seien zum größten Teile bereits C in die Anfertigung der übrigen Bestand-

sei, daß sie aber andererseits nicht hätten vergessen dürfen, daß die Beglückung fremder Völkerschaften den Interessen der eigenen

teile würte der Privatindustrie übergeben werden. Die Kriegsyerwal- tung halte an Bronze fest. Wenn andere Armeen die Bronze nichk

ruhigere Bahnen und zu einer normalen Entwickelung zurückzu!eiten,

“g R A R u L

annähmen, #o (e dies ein Beweis, daß sie das Geheimnis reichish-ungari

sei ebenso dauerhaft wic [ l derungen. Die ganze Angelegenheit sei Kriegsverwaltung von dem außerordentlichen

spruchreif, w

er halte dafür, daß die Delegation ebenfalls die Armeefra

d und ausführlich beraten e Aufklärung und Beruhigung gegeben werde. dies nicht bei der Votierung der Idemnität für angezeigt.

Großbritannien und Frland.

folle, damit über alle wi

Mie mehrere Londoner Blätter melden, hat die Regie-

die Errichtung von 26 Freiwilligenregi trland beschlossen, wo dies bisher nicht gestatte

Chamberlain hielt gestern, wie „W. T. of

in Lee ds cine Ansprache in einer zahlreich besuchten lung, in bereitet wurde. Earl

stellte Chamberlain als geschäftsführenden Direktor

S d Company, Limited, hin. Chamberlain führte aus: N E unumstößlicher Lehrsatz, und es gebe über- der Welt, die niht nach 60. Jahren einer

Der E E fein ine Einrichtung in : L funk bie Im weiteren Verlauf seiner Chamberlain auf die Uebel hin, die durch die Schleuderpre landes hervorgerufen würden, _ ) die Lage des britischen Handels in wenigen {limmer sein als jet. Unter den Auspizien fomitees werde ein Ausshuß von werden, der über die Lage des britischen Mittel zu einer Besserung die)er Lage beraten solle. würden Vertreter s Sep Be Ns Gre Í Sachverständige vernommen werden. Sa ausarbeiten. Der Ausschuß werde | 1 Charakter haben. Es werde vielleiht nicht möglich sei merzielle Union des l h die Nachwelt werde es niemals verzeihen , jeßt die geringste Gelegenheit verliere, um diese ichern, die ein nationales Bedürfnis, keine Parteifrage nion bestehe niht im freien Austausch der Waren, abe ein Schritt in diesem Sinne sein. schwierig sein, die Kolonien von der eit | zeugen, aber wenn er als Botschafter mit NBollmachte Kolonien gesandt werde, könnte er Vorschläge machen, d nahme wert seien, könnte als Gegengabe das Vaterland erlangen.

Handels

die Absomermig einer A d bilde in s{lechten wie in guten Zeiten. D) aber es liege in Englands Macht, ihn zu verwirklichen.

Nach Schluß der Versammlung wurde Chamberlain mit

einem Fackelzug nah seiner Wohnung begleitet. Ftalien.

i zuti nkammer seßte gestern. die Debatte über S \ Auswärtigen fort. Wie Deputierte Baccelli die Sprache und führte die Gründe daß auch Jtalien

den Etat des Ministeriums des L beciiet, Aae der rage der Handelsverträge zur DV lig Mage er es niht für nüßlich halte, j einen Kampftarif veröffentlihe. Der Vertrag mit müsse und könne auf der Grundlage es jeß nishen Tarifs abgeschlossen werden. Der Redner stp lid den Wunsch aus, daß die Regierung des arbeitenden Italiens |{chüßen werde.

Marazzi führte aus, er sei einzig und allein der Frieden. 1 1 der Deutsche Kaiser, der mit so großer Wärme seine Frieden Europ1s8 widme, seinem mächtigen bleibe. Der Nedner erklärte ferner, er Jet überzeugt, daß zu Mißverständnissen und Meinungsverschiedenheiten zwi und Frankreih verschwunden seien,

Der

ae E S billig A äußerte fi illigend darüber, politik treu zu bleiben beabsichtige, herzlihe Einvernehmen Italiens mit Frankrei über den Empfang, den der König und die Königin in gefunden hätten, aus. Der Deputierte de N erwarte, daß der Minister Tittoni etne beständige und Politik befolgen werde, die die Interessen wirksam {hüße. Unter lebhafter dann der Minister des Aeußern

daß die

Tittoni das

erklärte zunächst, in Benadir gebe es feinen Sflavenhandel, und au

die Haus\klaverei nehme immer mehr ab; es

Mögliche getan, um die aus dem i Freie e Me aich des Balkanproblems wiederholte der

das Prinzip des europäischen Kvnzerts werde gemäß d und M Geiste des Berliner Vertrags gewahrt

England vollständiges Einverständnis. Der Mi die Regierung beabsichtige nicht, tätig einzugreisen, wo Interessen Italiens zu s{üßen 1 politik vermeiden und ihre 48 auf

Gegenden fkonzentrieren, wo Ftalien wirklibe und habe. Bezüglich der von der Handelsverträge äußerte der weitgehenden Erklärungen abgeben, Gange seien, und müsse f U Unterhändler nicht unterließen, ih alle von Gesichtspunkte zur Richtschnur dienen zu lassen ; er erke niht nüßlih sein würde, jeßt Die Regierung werde aber l Vo1 für vershiedene Eventualitäten ermähtige, zum

italienishen Interessen entsprechende Maßregeln Weiter sagte der Minister, er freue si, erklären daß die Verhandlungen mit Deutschland einen nähmen und einen befriedigenden

die

könne Ee nicht ie seien reih noh geringfügig jeten. : l res liege die Schwierigkeit in den Dingen selbst; auf aber sei der gute Wille groß. Man müsse das Vertrau man im gemeinsamen Interesse zu einer Der Minister versicherte \{ließlih,

werde. Recht der Arbeit wirksamen

Verträgen werde auh das

i L i mi viel Autorität es erklärt habe. wie auch how Luzzatti mit so vie 0 Ag gn

einigen kurzen Erklärungen des Berichterstatters Grip Etat des Auswärtigen genehmigt. Mit: großer Mehrhe Kammer weiter der Vorlage, betreffend die Konversio1 entigen Rente, durch Aufstehen und Mien R über die Vorlage nah Stimmenzah foll heu Abstimmung erfolgen.

Spanien.

Wie dem „W. T. B.“ aus Madrid gemeldet wird, hat

der Ministerpräsident Maura erklärt, er werde nicht die Vertrauensfrage stellen.

10. Januar über seine Politik äußern können,

Geseßentwürfe über die Sozial- und Wahlreform einbringen

werde. Die Minister sind aufgefordert worden, für 1904 am 31. d. M. bereit zu halten.

tellungsverfahrens nicht fkennten. den Na und Cure allen Anfor-

Kredit von 38 Millionen jeßt 15 Millionen anfordere. Der Ministerpräsident Graf Tisza erflärte,

Doch halte er

der ihm ein außerordentli begeisterter Empfang ¿ Fig William, der den Vorsiß führte,

und erklärte, nah feiner Ansicht werde Monaten des Tarifreform- Sachverständigen

Dem Ausschusse der Kronkolonien, Indiens und der Kolonien mit und aus jedem Handelszweige sollten Später werde der Aus\huß ein feinen politischen

Reichs herbeizuführen, von der er träume, aber wenn

Man habe vorgegeben, es werde Weisheit seines Plans zu über-

gleichwertige Wohltaten für Die glänzende Absonderung Englands sei keine Absonderung eines durch Alter ges{wäcten Individuums, sondern die eine gemeinsame Körpers Das set vielleiht ein Traum,

die

er fei überzeugt, das Ziel des Dreibundes Er hege den innigen Wunsch, daß

Reiche lange erhaltenz

sodaß beide Länder ihre Kräfte im Mittelmeer auf der Grundlage eines dauerhasten Einvernehmens

D utierte Gaetani di Laurenzana L Regierung der Dreibunds- und spra seine Freude über das Frankreih und England und Paris und London Novellis erklärte, er

und Rechte Aufmerksamkeit des Hauses nahm

&Fnnern kommenden Sflaven zu be- Z Minister das

von ihm in der vorgestrigen Sißung bereits Gesagte und versicherte,

Mas die Politik

i i \ wischen Jtalien, Frankreih und im Mittelmeer betreffe, so herrsche z et: O banialvet,

“ie sie werde jede Abenteuer- ätigkeit

große Interessen dem Deputierten Baccelli angeregten Frage Minister, er könne natürli keine da die Verhandlungen Tae M ih darauf beschränken, mitzuteilen, daß die R Baccelli dargelegten

hon einen Generalta if aufzuste beute eine Vorlage einbringen,

günstigen Fortgang Abschluß erwarten ließen. Die Ver-

it der Schweiz würden eifrig in Angriff genommen, er E Ae E daß die Schwierigkeiten weder wentg zahl- Bezüglich der Verhandlungen mit Dester-

Verständigung gelangen in den abzuschließenden

Die Cortes würden sich am

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Schweiz.

i t genehmigte, dem „W. T.. B.“ zus e n den Simplonvertrag mit Jtalien mit 98 gegen 35 Stimmen. Der Vertrag ist damit auch von seiten

iz ratifiziert. e f FIes La ta hat zum Bundespräsi- denten für das Jahr 1904 den Bundesrat Comtesse- Neuenburg (radikal) und zum Vizepräsidenten den Bundesrat Ru het-Waadt (radikal) gewählt.

Türkei. einer Meldung des Wiener „Telegr.-Korresp.- Bureaus“ aus Konstantinopel hat am Montag bei Kapinowo, 25 km südwestlih von Koprülü, im Wilajet Uesküb, ein Kampf zwischen einer Patrouille und einer Komiteebande stattgefunden, bei dem der Bandenchef und drei Komitatschis getötet, sechs gefangen genommen wurden. Vier

itglieder entflohen. e Cu N Miicailina des Gesandten der Ver-

inigten Staaten in Konstantinopel, betreffend den videnfall zwischen dem amerikanischen Konsul Davis und den Behörden von Alexandrette, wies, wie V T B erfah die Regierung den Kontreadmiral Cotton, der sich gegenwärtig mit einem Geschwader in Alexandrien befindet, an, eimn Kriegsschiff dem Konsul zur Verfügung zu stellen. Cotton werde wahrscheinlih den Kreuzer „Brooklyn“ wählen. Dem Konsul ‘Davis werde gestattet werden, nah Alexandrette zurückzukehren. Man habe ihm die Erlaubnis erteilt, über die Bedingungen für seine Aufnahme in Alexandrette zu verhandeln.

Griechenland.

er Ministerpräsident Na lli hat gestern, wie „W, L. D.“ erfährt, dem aura fein Rücktrittsgesuch unterbreitet und mit Nüsicht auf die wirtschaftliche Lage von einer Auflösung der Kammer abgeraten. Er empfahl dem König, diejenige Partei zur Regierung zu berufen, die in der Kammer über die Mehrheit verfüge. Theothokis wurde in das Palais befohlen und erhielt den Auftrag zur Bildung eines neuen Kabinetts. Er schlug die Ernennung eines Geschäfts- ministeriums vor. Nachdem der König Jedoch diese Lósung der Frage zurückgewiesen, erbat Theothokis 24 Stunden Be- denkzeit, um sih mit seinen Freunden zu beraten.

Nach

Serbien.

Nowakowitsch und Genossen haben, wie M D B bes richtet, "in der S dtina den Antrag eingebracht, zur Unter- stüßung der Flüchtlinge aus Altserbien und Mazedonien eine halbe Million Dinare zu bewilligen.

Amerika.

Wie dem „Standard“ aus Ottawa gemeldet wird, be- Stef, Vie Regierung von Canada, Lieferungsangebote für zwei Kreuzer einzufordern. Die Kreuzer sollen an der atlantischen Küste und in den Großen Seen stationiert werden und den Kern einer canadishen Flotte bilden. :

Aus Washington meldet „W. T. B.“, der Aus\chuß des Senats habe gestern der Resolution des Nepräsentanten- hauses zugestimmt, nah M E reß sich am 19. d. M. i 4. Januar vertagen joll. ; E E Der Stat hat gestern die cubanische M ERENIEE

itsbill mit 57 gegen Stimmen angenommen.

e s RNeutersthe, Bureau‘“ berichtet, die Regierung werde ein Kriegsschiff, wahrscheinlich das Kanonenboot „W ilm ington“, auf Ersuchen des amerikanischen Gesandten in Soul, der melde, daß dort infolge der Ausstände große Unruhe herrsche, nah Korea entsenden.

Statistik und Volkswirtschaft.

i i i i ) 903 eutsche überseeishe Auswanderung imNovember 19 G E dein gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Es wurden befördert deutsche Auswanderer im Monat November dos odd

über 3 y ¿L LDOA 1143 Bremen s e

A os L 78 deutsche Häfen zusammen . 207 82 fremde Häfen (soweit ermittelt) . . 358 529

: 2433 2411.

überhaupt ? en Häfen wurden im November 1903 neven den O Angehörige fremder Staaten

9075 deutschen Auswanderern noch 19 594 A rige fr 1ati S gingen über Bremen 11 391, über Hamburg S161, Nordenhamm 2 (durch den Dampfer des Norddeutschen Llovd „Aachen“, der ausnahmsweise von Nordenhamm abfuhr).

Die Bevölkerung der Stadt Hamburg.

ensaß zu anderen Staaten zählt Hamburg seine O pi M Jahre. Am Anfang des Monats November 1903 hat es in der Stadt nach den „Hamb. Beiträgen 743 860 Ein- wohner ermittelt, das sind 14 306 oder 1,96 9% mehr als im Vor- jahre. Die Vermehrung geht fast genau zur Hälfte auf natürlichen Zuwachs, zur Hälfte auf die Zuwanderung zurück. Zu den Bewohnern der Stadt kommt noch eine Bevölkerung von 7982 Personen auf den im Stadtgebiet liegenden Schiffen, also eine ganze kleine n für sich auf dem Wasser. Diese Schiffsbevölkerung hat sich seit 1900 um 607 Persoien vermehrt. Mit der _Schiffsbevölkerung zählte Hamburg also in diesem Jahre 751 842 Einwohner.

Zur Arbeiterbewegung,

Die Geschirrsattler Berlins haben, der - Deutschen Warte“ zufolge, beschlossen, den Meistern folgende Forderungen zu Ur: Neunstundentag, d 9/0 Lohnerhöhung, bei Akkord 10 °/o, 29 /o o ne zuschlag für Ueberstunden. Die Lohnbewegung „der Dro en- kutscher (vgl. Nr. 285 d. Bl.) hat, nah demselben Blatte, eine neue Wendung erfahren. Die Arbeitgeber teilten den KutsGorvecteern mit, daß sie bezüglich p ove nes Be E S wollen.

ie Ber inden in den nächsten Tagen S : gen Wie die Nat -3tg.* aus Kottbus berichtet, beschloß dort eine Versammlung Textilindustrieller aus 25 deutshen Städten cue mütiga, die Crimmitscha uer Arden gs Res und finanzie

) terstüten. (Vgl. Nr. 299 d. D) | e eau im, wo eiù Teilausstand der Scneidergesellen ausgebrochen ift, beshloß, wie die „Frkf. Ztg.“ meldet, eine E versammlung, den neuen Lohntarif der Arbeitgeber zurückzuweisen, un erklärte ih mit den bereits Ausständigen solidarisch.

Bauwesen.

Ein Wettbewerb für Skizzen zu einem Gebäude für das Verkehrsministerium und ein entralbriefpostamt in München wird unter den Architekten, welce die bayerische Staats- angehörigkeit besißen oder in Bayern ansässig sind, mit Frist bis zum 15. März 1904 ausgeschrieben. Ein erster Preis von 7000 #4, ein ¡weiter von 5000, ein dritter von 4000 und zwet vierte Preise von je 2000 M sind ausgeseßt. Die zur Verfügung stehende-Summe von 90 000 A fann auch in anderer Weise verteilt werden. Außerdem bleibt der Ankauf weiterer Entwürfe zum Preise von je 1000 M vor- behalten. Die Bedingungen mit Programm und Lageplan können von dem Geheimen Erpeditionsamt des Staatsministeriums des Königs lichen Hauses und des Aeußern in München gegen Einsendung von 3 é. bezogen werden.

Laund- und Forstwirtschaft.

Die diesjährige Weinernte in Numänien ; Cid Griechenland.

Die rumänische Weinernte is im Jahre 1903 hinsichtlich der Menge nur mäßig, hinsichtlih der Qualität dagegen gut auêgefallen ; man schäßt die diesjährige En Numäniens auf etwa 800 000 bl gegen 1 000 000 hl im Borjahre. :

In GUbBentanl sind in diesem Jahre gegen 2 000 000 hl Wein von guter Qualität gewonnen worden; 1m gewöhnlichen Durchschnitt beträgt die Avsbeute etwa 1 900 000 hl. (Bollettino Ufficiale, Rom )

Weizenernte Uruguays im Jahre 1902/03.

Das Ergebnis der Weizenernte 1902/03 wird nah den bisher bekannt So ies amtlichen Ermittelungen auf rund 142,6 Mil- lionen kg gegen 206,9 Millionen kg 1m Vorjahie angegeben. Von dieser Produktionssumme entfallen auf die am Weizenbau haupt\ächlih beteiligten Departements: Canelonas 41 279 960 Ke Colonia 37 981 909 kg, San José 22 337 802 kg, Minas 15 021 459 kg, Florida 9 853 432 kg, Soriamo 7 462275 kg. (Nach einem Bericht des Kaiserlichen Konsulats in Montevideo.)

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Niederländ ish-Indien. N d a d Generalgouverneur von Niederländish-Indien at die für vettüifte voA Hongkong und Jonkceylon angeordneten Quarantänemaßregel n wieder aufgehoben. (Vergl. „Reichs anzeiger* vom 12. Februar und 26. August d. J., Nr. 37 und 200.)

(Meldung der „Agence 21 Perjonen an Pest im ganzen sind 74 Fälle

Nio de Janeiro, 16. Dezember. Havas“.) In der leßten Woche sind hier gestorben und 25 Personen an Pest erkrankt ; zu verzeichnen.

Verdingungen im Auslande. Ftalien. A

alinspektion der Staatéeisenbahnen in Rom: Sep ante i m Manie Mittelmeerbahnen. Errichtung per Schlafsales für das italienische Personal auf der E cen Station Chiasso. Anschlag 89 800 Fr. Adriatische Ba ie 1) Legung von zwei neuen Gleisen auf der Station Domes “us Ánschlag 25 000 Fr. außer dem metallenen Ausrüstungsmateria 2 g T richtung eines neuen Lagerbaufes für gewöhnlicheFrahtgüterau] derS Cra Florenz, Campo di Marte. Anschlag 1010 900 #r., außer dem metallenen Ausrüstungsmaterial. Bestätigte Unterneÿ mungen. Mittelmeerbahnen. Arbeiten für den Bau von MYeRLEeT on Vigevano, Simonetta und Glusfalfa nah Mailand und rers der erforderlihen Terrains. Anschlag zu Lasten der Mittelmeerba nen 918 395 Fr. und zu Lasten der Adriatischen Bahnen atb ay M Adriatishe Bahnen. Vergrößerung der Einrichtungen e n Güterverkehr auf der Portomagg nshlag 75 700 Fr.

28. Dezember direktion der Arsenale, trishe Einrichtungen. 15 000 Fr. Endgültiger

L At E

in Pei Ee erung

Anschlag 150 000 Fr.; Sichervel

Zuschlag am 23. Januar 1904, Nt Niederlande.

91. Dezember 1903, Mittags. deverwa Amsterdam: Lieferungen für die städtishen G Sanfstalten: Nt aus Eisen und aus Kupfer, Koblenpfannen, Gaëbrenner, Porzetan glocken, Lampen, Tonnen 2. Bedingungen in der Staatëdruckeret sür

ER

a: 5. Dezember 1903, 11 Uhr. Kriegsministeruum im Haag, Um Hotel Sluis, Oude Stationéstraat 11, in Arnheim: (Lastenheft Nr. 221) Bau einer Kaserne in Ede und. Einrichtung eines Scheiben. standes (1. Gruppe). Anschlag 17 8€0 Gulden. (Lastenheft Ir. 222 Ausführung der 2. Gruppe der Arbeiten für die genannke Ae estehend in dem Bau eines eisernen Schuppens mil felntenem s el. Anschlag 3300 Gulden. Lastenbhefte Nr. 221 sür 1,29 Gulden und F S en ) ; “o «S HREHonäinspettor Bovenbeet- Nr. 222 für 0,60 Gulden beim Fortifitattonsin}pettor, Bovenbee

straat 31, in Arnheim. :

93. Dezember 1903, 11 Uhr. : nisterium im g: 1) Bau eines Dammes unterhalb der Gemeinden Dreumel, „Heere- waarden und Roffum, Provinz Geldern, und Aus Ti Don E arbeiten. Dieses Unternehmen bezieht sich auf L e Zee, legung der Maasmündung. Anschlag 245 000 Sun. Lastenbe (Nr. 216) bei Gebrüder van Gleet, Sput 229, Haag.

im Bureau des Chefingenteur®s Direk oré

3. Direktion, Fluweelen Burgwal Nr.

de Iong van Beek en Donk in K Jongh in Tiel. 2) Ausführung von mündurg bezügliWen Arbeiten in Helet Anschlag 650 000 Gulden. Lastendeît

van Cleef, Spui Nr. 28 a, im Haag. KuNunft ingenieurs8 Direktors des „Rijkswateritaat , 2. und B ie me mach eren Burgwal 16 b, im Haag und Fo A âr die Arbeiten j

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Waterstaatministeriuum im Haag mis rw L

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Auskunft im Bureau Direktion, Fluweelen

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legung der Maasmündung in © l s O S 93 Dezember 1903, 2 Uhr. Justizministerum im Haag: LE ¿s 209 J et Rattlt3hon (Nasftonkbeftt ® 180), © ueernens rung von 144 eîfernen aen (Ran Nr. i (gu ffene Zellengitte Türen interen guße®ernen Gittern und ZW 4 ellengittern mit Türen, 49 unteren gupeternen en und Zu (Vastenheft Nr. 181). Lastenhefte und Pläne für je 1,10 Gulden dei S E rere Sut Veo Ma im Haag. Sebrüder van Cleef, Spui Nr. 28a, im Vaag. : 5 20. Dezember 1903, 11 Uhr. Waterstaatministeriuum n den Lokalitäten der Provinzalverwaltung in Middelburg: L) Aufstellung von 2 Paar eisernen Schleusentoren und von 2 Schiebetüren in den Scbleusen östlich von Sas de Gand. Anschlag 110 000 Gulden. 2) Er- richtung des eisernen Oberdaues etner Drehbrüde mit ester Zugangs brüde auf dem Wege von Sas de Gand nah Westdorpe eim ließlich der Nebenarbeiten. Anschlag 74 500 Gulden. Lastendeft Nr. 226 bei y f ck R 8 j 5 way ® - +? Gebrüder van Cleef, Spui Nr. 28 a, im Haag. Auzkanft deim Ghef- ingenieur Bekaur, Direktor der Arbeiten in Middelburg und îm qu der Ameliorationsarbeiten für den Kanal von Terneuze, Bureau der Ameliorationsardeiten 7Ur den A D L. Nordstraat 51, in Terneuze, am 91., 22. und V. Dé&gemder. Serbien. j 98. Dezember 1903. Direktion der Kömalicd serbischen Staat#- babnen, Belgrad: Lieferung von 10 000 kg Pugwole zum Neinigem von Maschinen. Kaution 1600 Dinar. Muster und Bedingungen in

Der Ausstand der Hafenarbeiter in Bordeaux (vgl.

| Nr. 283 d. Bl.) ist, na einem Telegramm des „W. T. B.*, deendet.

obiger Direktion.