1904 / 12 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Wirkung. Vor allem aber hatten sich die Darsteller den Dialog jo vôllia zu eigen gemacht und behandelten die Sprache mit der Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit, die ibr auch in einer anderen als der heutigen Zeit eigen war. Dazu kam eine ebenso ges>ma>volle wie verständig dem Werke angepaßte Inszenierung und Auétstattung. Die Titelrolle spielte Frau Sorma, sie verlieh der Minna jenes beitere, siegesbewußte Tempe- rament, das ollen Schwierigkeiten zum Troß seinem Ziele zustrebt; Anmut, Scalkhaftigkeit, Herzensgüte vereinigten sich in ihrer Leistung zu {önster Vollkommenheit. Nicht ganz so reife Kunst bot Fräulein glü>liher JInstinkt leß sie päter Winte1steins Tellheim ift vom Schillertheater her bekannt; er is von vornehmer Männlihkeit, mit cinem s{<wermütigen Zug, obne jemals langweilig Die derbe Biederkeit des Just fand in Herrn Nein- hardts Darstellung ungekünstelten Aus8dru>, und das gerade, ehrliche, soldatishe Wesen des Werner zeichnete Herr Kayßler mit festen, ker- nigen Strichen. Den Wirt spielte Herr Engels, und seine Kunst, komisch zu carakterisieren, kam hier in vollstem Maße zur Geltung. Freilich wäe hier etwas weniger mehr im Sinne des Dichters ges Geradezu glänzend waren

Höflih als Franziska, aber ihr ( stets den re<ten Weg erkennen, auf dem sie ih zweifellos sicherer bewegen wird. Eduard von

zu erscheinen.

wesen, ohne der Wirkung Eintrag zu tun.

die Cpisodenrollen bescht; als Dame in Trauer bot Fräulein Wangel mit den einfachsten Mitteln eine geradezu er- greifende Leistung, und als MNRiccaut de la Marlinière

seiner leiten,

dürfte Herr Giampietro mit er Französischen und seiner diékreten

herrs<ung des n des zum Akenteurer herabgesunkenen / sein. Alles in allem, es mar ciner der künstleri\{<

Konzerte.

Nachträglich sei no< eines Konzerts geda<t, das Fräulein Car» lotta Stubenrauch (Violine) am Sonnabend v. W. in der Die vielversprechende bekannte junge erfreuliches musikalishes Ver- ständnis, vorgeshrittene Technik und eine re<t ansprechende Vortrags-

Singakademie veranstaltete. Künstlerin bekundete wiederum ein

weise. Ihr Ten ift ja freili< niht besonders groß, jedo wobl- flingend und rein. Sie spielte u. a. die Sonate in A Dur von Fran>, „Ungarishe Melodien" von Ernst und den „Hexentanz“

(Variationen) von Paganini mit klesonderem Erfolge. Herr Bruno Hinze-Neinhold (Klavier) re<t beifällig auf-

genommene Leistunzen: namentli verdicnt das te<ns{ wie musi-

falish hervorragende Spiel des leßteren besondere Aneikennung. Herr

Kapellmeister Robert Erben hatte die Klavierbegleitung der beiden Damen übernoinmen,

Das seite Philharmonische Konzert, das am Montag stattfand, begann mit Richard Wagners Faust: Ouvertüre, die in {arf umrissenen Konturen und in feinster Klangfärbung vergeführt wurde. In Abänderung des ursprünglich aufgestellten Programms, wonach Herr Spra Meéschaert der Solistdes Abends sein solite, hatie Herr Conrad

n\orge den Soliflenpart übernommen und spiclte das A-Dur Konzert Nr. 2 für Klavier von F. Liézt, das ihm - reichliche Gelegenheit zur Entfaltung seiner Gestaltyneéskraft bot. Er spielte mit glänzender, nie versagender Technik, mit einem Ton, der im leisestcn Piano Leben und Tragkraft behielt und im äußersten Forte feine Einbuße an Schönheit und Atel erlitt. Jedenfalls zeigte er sich seiner großen Aufgabe auch geistig vollkommen gewachsen. Die Yeife seiner Nuffassung, die über- legene Sicherheit im Ausgestalten, die poctisde Feinheit, Lie im Adagio sostenuto zum Auêdru> kam, ter machtvolle Zug, der \i<h in dem Allegro deciso wie au animato geltend madhte, alle diese Vorzüge waren geradezu bewundernêwert, und enthustastishe Kundgebungen lobnten den Künstler reihli<h für seinen Meistervortrag. Im weiteren Verlaufe des Konzerts brachte das Programm Schuberts unvollendete H Mcll- Symphonie nnd Tschaïkowetkys F-Moll-Symphonie Nr. 4 (Op. 36), mit deren Wiedergabe Herr Professor N ikis< und das vorzügliche Orchester ein paar Glanzlcistungen ersten Ranges boten. Wenn auch die leßterwähnte Symphonie als Kunsiwerk gewiß niht auf der Höhe der Pathetishen Sympbonie in H-Moll steht. fo zeigt sie do< in vielen Dingen die Eigenart des Tondichters fast deutlicher wie jene, besdnders im leßten Satze, der mit dem ihm zu Grunde liegenden, no< jeßt viel gesungenen rusfishen Volkéliede cin ganz und gar nationales Kolorit trägt, und erwe>te dadur ein unverkennbares Interesse bei den Zuhörern, namentlich wenn sie so interpretiert und gespielt wird, wie das hier ges{ah. Herr Nikisch lebt und webt nun einmal in Tschaïkowsky. Im Saal Bechstein trat an demselben Abend eine junge Sängerin, Ciska Schattka, wit gutem Gelingen auf. Ihre Arien und Lieder tcug sie mit frisber, wohlklingender Slimme vor: das gut gebildete Organ {eint au ziemli ausgiebig zu sein, wenigstens gelangten manche Töne zu prächtiger Entfaltung. Da si die musikalisde Be-

gabung der jungen Dame mit natürlicher Bortragskunst verbindet, fkonnten ihre gesanglichen Darbietungen erfreulih wirken. _CEine andere Liedersängerin, Else Schüne- mann, ließ fih< gleichzeitig mit Erfolg in dir Sing-

atademie bören. Der ansprechende, vortrefli< geshulte Alt der Jungen Künstlerin kam in allen ibren Vorträgen ges{<ma>voll zur

Theater. Königliche Schauspiele. Sonnabend: Neues Operntheater: Keine Vorstellung. Schauspielhaus. 16. Vorstellung. Zweig. Schauspiel in 3 f

Messina.

Der grüne Auf;ügen von Feslir

hilippi. Jn Szene geseßt vom Oberregisseur Mar Zoologischer Garten. rube. Anfang 7 Uhr.

Sonntag: Neues Operntheater. Vorstellung im Abonnement (Billettreservefsaß Nr. 11). Mignon. Oper in 3 Akten vor än:.broise Thomas. Text mit Benußung des Wolfgang von Goethes{hen Romans „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ von Michel Carré und Jules Barbier, deuts< von Ferdinand Gumbert. Anfang 7# Uhr.

Schauspielhaus. 17. Vorstellung. Prinz Friedrich pon Homburg. Schauspiel in 5 Aufzügen von Heinrich von Kleist. Anfang 74 Uhr.

Deutsches Theater. Sonnabend: Zum ersten Male: Novella d’Andrea. Schauspiel in 4 Auf- zügen von Ludwig Fulda. Anfang 74 Uhr.

Sonntag, Nachmittags 24 Uhr: Der arme Seiuri<. Abends 7èé Uhr: Novella d’'Andrea.

Montag: Monna Vanna.

Berliner Theater. Theresia.

Sonntag, Nachmittags 24 Uhr: Ein Winuter- märchen. Abends 74 Uhr: Maria Therefia.

Montag: Alt-Heidelberg.

Dienétag

Donn. rstag: Selena.

Barnhelm.

Desvallières

Sonnabend : Maria

Schönfeld. HSochtourisft.

Schillertheater. @. (Wallnertheater.) | Anfang 74 Uhr.

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Ein Duell. Schauspiel Sn, Qu aL A Bi Marien Tante.

Isadora Duucan iu ihren neueu Täuzen.

in 3 Akten von Franz Wolff. Vorber: Ein v ronn Schauspiel in 1 Akt von Robert a

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Abends 8 Uhr : Die Stützen der Gesellschaft. Montag, Abénds 8 Uhr: Ein Duell. Vorher: Ein Sonnenstrahl. Me (Erfedet> WilhelmstädtishesTheater.) nabend, Abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. u!ptel in 5 Aufzügen von Friedrih von Schiller.

Hasenballett.

fließenden Be-

Kennzei<nung Kavaliers kaum zu übertreffen wertvollsten Theaterabende, die dieser Winter gebracht hat, no< vazu einer, der zu den s{önsten Hoffnungen für die Zukunft des Neuen Theaters berechtigt.

Als Mik- wirkende boten Fräulein Flora Wolff (Allistin aus Leipzig) und

Geltung. Die Stimme ist freili< ni<t sehr groß; aber aus der Art, wie die begrenzten Mittel verwendet werden, sprechen ein kluges Ver- ständnis und eine bemerkenswerte Selbstbeherrshung, die bei der Weitcrentwi>lung der guten Eaben wohltätig mitwirken werden. In die Liedervorträge wurde eine interessante Abwehslung gebraht dur die Wiedergabe eines Klavie1trios von X. Scharwenka. Da die

Vortragenden außer dem Kemponisten nc< die Herren Fl. Zajic und H. Grünfeld waren, konnte eine vertiefflihe Duchführung des Werkes nur selbstverständlich sein.

Der zweite Liederabend von Lula Mysz-Gmeiner hatte am Dienstag den Beethovensaal bis auf den leßten Platz gefüllt. Der Eindru>, der von ihren musikalishen Darbietungen auëgeht, fließt aus doppelter Quelle : niht nur das anmutige Organ und feine Fähigkeit, Gefühle und Gedanfen im Klarge zu beleben, wirken auf die Zuhörer ; als ein anderer Träger des Ausdru>s kommt in ebenso hohem Grade das bewegliche Mienenspiel der Sängerin in Betracht; das ließ si< aus der Spannung e1seben, mit welcher ‘das Publikum die Vortragende beobachtete. “Lieder mit \{li<ter, ernster Empfindung liegen ihr deéhalb nit ganz so günstig wie von Leidenschaft durchbebte oder von munteker Schelmerei erheitente Gesänge. Einen besonders starken Beifall fanden die Lieder von Ed. Behm ,Nachtgeshwäß" und „Ich bin eine Ha1fe*“. Da der Kompcnist am Klavier begleitete, konnte er an dem Et1folge persönli< teilnehmen. Das stürmische Verlangen nah Zugaben scheint sih an den Liederabenden der Künstlerin zu einer festen Gewohnheit heranzubilden. Im Oberlichtsaal der Philharmonie bot ebenfalls am Dienstag Gabrielle Fabritius re<t bclanglose Klaviervorträge. Sie spielte mit nüchternem An- {lag und ohne 1c<ten Ausdru>k. Mehr Ges>ma>k entwi>elte Daisy Släàgelfe in „ihren Gesangeleistungen Aber erwärmen konnte sih auch niemand an dem feinen, dünnen Sopran, obgleich die Stimme einen angenet men Klang und cine verbältnismäßig gute Höhe lk esißt.

ZU den erfreuliGen Erscheinungen im Konzertsaal zählt der Geiger Aldo Antonietti, der am Mittwoch im Beethoven- saal auftrat. Er besigt cinen ges{meidigen Ton, eine sichere Tecnik und wird vor allen Dingen bei seinen Vorträgen von einem warmen Gefühl uyd einem natürlichen Geshma> geleitet. Sein Programm war sorgfältig seinem Können angepaßt. Es bhränkte ich, wenn man von Vieurtemps' tehnis< befonteis s<wieriger „Fantasia Appassionata“ absficht, auf fleincre Solcstü>e; und alle kamen leihtflüssig und anmutig zu Gehör. vereinigungen, die in populären Konzerten musikalis@e Gaben vornehmster Art bieten, bat sih wieterum um eine vermehrt. Im Oberlichtsaal der Philharmonie gaben die Herren Arthur Hartmann (1. Violine), Dan Vi)jansfki (2. Violine), Jacques Gibbs (Viola) und Anton Hekking (Violoncell), gleihfalis am Mittwoch ihr erstes populâres Konzert. Der erste und der letzte aus dicser Künstlerreibe zählen zu den Besten ihres Bereids urd ver- bürgfen eine ausgezeichnete Durhfübrung der angekündigten zwei EStreichquartette von Beethoven und Borodin. Tie Sicherheit eincs abgellârten Geistes beher:\<te die Vert1äge jederzeit, obne auf die Frisbe der Empfindung zu drü>ken. QDcn Quartetten {lossen fich Cir zelvorträge auf dem Cillo und der Violine an. Alle Darbietungen wurden mit stürmishem Beifall aufgenommen.

Das

T Neue Königlihe Operntheater bleibt morgen, Sonnabend, ( es<lcssen. Am Sonntag wird als Vorstellung im Abonnemcnt (Visllettreservesaß Nr. 11) „Mignon“ von A. Thomas gegeben. Am Montag findct cine Wieterhclung von N Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnbcrg* statt. Das Gastspiel des Kamme1rsänçers Paul Kalisch aus Wieébaden, das moracn mit Othello* an der Königli>en Oper beginnen sollte, ist auf Wunsch dcs Künstlers und im Einvernehmen mit der General- intendantur bis zum Wiederbegü.n der Vorstellungen im Opernhause vershoben worden.

In der Apostel Pauluékirhe findet am Montag, Abends 8 Ubr, ein Konzert zum Besten der Kleinkinder\<ule in Schöneberg stott, veranstaltet ven Professor Egidi (Orgel) und

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Braut vou | tuett. 5) Kinderchöre. 6) Abends » Uhr: Uriel Acosta. Montag, ‘Abends 8 Uhr: Wilhelm Tell.

Theater des Westens. Kantstr. 12. Bahnhof

herzogliher Hoftheaterintendant a. D.) (außer Abonnement): Der Troubadour. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Martha. Abends 74 Uhr: Die Fledermaus. Montag (15. Vorstellung im Abonnement): Der Waffenschmied. (außer Abonnement): Nikolaus NRothmübl. Mittwoch (außer Abonnement): Martha.

Zum

Neues Theater. Sonnabend: Minna vou

Residenziheater. (Direktion: S. Lautenburg.) Sonnabend und folgende Tage: Der keusche Casimir. (Maître Nitouche.) und Mars. Schönau. Anfang 7# Uhr.

Thaliatheater. Direktion Jean Kren und Alfred

Sonnabend und folgende Tage: Der (Guido Thielscher in der Titelrolle.)

BPentraltheater. Sonnabend, Nahmittags4 Uhr: Zu halben Preisen: Kindervorstellung (jeder Er-- wachsene ein Kind frei; jedes Kind einen Ertra- plaß): Der gestiefelte Kater. Gesang und Tanz in 4 Bildern. Gesänge und Tänze: 1) Der Rattentanz. 2) Das 3) Die Vogelsheuche. 4)

seinem Kirchenbor, unter Mitwirkung von Fräulein E. Pilchowtka (Sopran), Fräulein V. Zitelmann (Alt), Fau Be>ker- Samolewéka und Fräulein H. Cronec (Vicline), wie des Kammermusikers P. Koentosberg (Trompete). Karten (0,50, 1 und 2 4) sind vorber in den Musitalienhandlungen von P. Tkelen (Eichhornstraße 3) und N. Nühle (Winterfeldtplaß) zu haben.

„W. T. B.“. meldet, dcr Komponist, r. Eduard Lassen ne< lärgerem Leiden Er war am 13. April 1830 zu

“Sn Weimar U wie Generalmusikdirektor D beute aus dem Leben geschieden.

Kopenhagen geboren und hatte scine Auébildung auf dem Konsfervatorium zu Brüssel erhalten. In Weimar war er feit dem Jahre 1857, wo seire este Oper „König Edgar“ zur

Aufführung gelangte. Im Jahre 1861 wurte er dort Hoskapellmeister und trat 1875 als Generalmusikdirektor in den Nubestand. Von seinen zahlreiden Kompositionen haben seine Lieter, die nc< beute in den Konzertfälen viel gesungen werden, die weiteste Verbzeitung gefunden.

nadtsmann. Hansi Hanke, als Gast.)

Vrdonneau, deuts< von M. A i von VYenry Herblay.

(Direftion : A. Pras, Grof- Sonnabend Carl Schulz,

Martin Klein,

Gaftspiel von Die Jüdin.

1 Friedri- und Unive1sitätsstraße.) ersten

Male: Die schöne

Jakobsohn), neu bearbeitet von

Wten Von Alfred S<{önfeld.

Deutsh von Max

Schwank in 3

den Hauptrollen) Anfang 74 Uhr

Ein toller Einfall.

Die große Zahl der Künstler- |

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Das Lied vom Weih- 7) Das lebente Glod>ensp'el. Abends 7x Uhr: Das | Schwalbenuest. Operette in 3 Aften von Maurice Rappaport.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen (in erster Besetzung): Die Fledermaus. in 3 Aften von Johann Strauß. (Josefine Vettori, Nud. Abends Uhr: Das Schwalbennest.

Montag und folgende Tage: Das Schwalbenuest. |

Trianontheater. (Georgenstraße, zwischen 51 Sonnabend und Sonntag: Madame X. Anfang 8 Ubr.

Bellealliancetheater. (Unter der Direktion von Jean Kren und Alfred Schönfeld vom Thaliatheater.) Sonnabend u. folgende Tage : Der reichste Berliner. Große Ausstattungspofse mit Gesang und Tanz in 4 Akten (na< einem älteren Stoff von Ely und Iean Kren und Ilfred Musik von Cinödshofer und Schmidt. (Gerda Walde und Friy Helmerding in

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei kleinen Preisen :

Am 25, 27. und 29. Januar: Der Hochtourift. (Mit Guido Thielscher in der Titelrolle.)

| an ter si< no< die Stadtvy. Preuß,

Fagd.

Von dem Vorstand der Deutschen Geweihaus- stellung wird mitgeteilt, daß für die in diesem Jahre ftatt- findende zehnte Ausstellung die Parterreräume des ehe- maligen preußishen Abgeordnetenhauses am Dön- hoffsplaß Leipzigerstraße 75 gewählt sind.

Für die Ausstellung sind wieder sehr zahlreiche Anmel- dungen eingegangen, und sie wird dur< eine Sonderdecennar- ausstellung bezw. Prämiierung der besten in den Jahren 1895 bis 1903 mit ersten Preisen bedahten Stü>ke noh ein be- fonderes Jnteresse gewinnen, weil sih dabei herausstellen muß, ob si<h die Geweih- und Gehörnbildung im Laufe der leßten zehn Jahre verschlehtert oder verbessert hat.

Am 27. Januar, ‘Mittags 1 Uhr, findet die Eröffnung, der Schluß am 16. Februar, Abends 6 Uhr, statt. Dauer- karten für 10, einmalige Eintrittskarten am 27. Januar U O, an allen anderen Tagen für 2 # und Kataloge Ur L276 werden an der Kasse am Eingang zum Ausstellungslok’ale ausgegeben. Aktiven Forstshußbeamten in Uniform wird vom 1. bis einshließli< 10. Februar freier Eintritt gewährt.

Mannigfaltiges. Berlin, den 15. Januar 1904.

Der geslrigen Sitzung der Stadtverordneten ging eine gemcinshafstlihe Sißung des Magistrats und der Stadtverordneten voraus. In dieser wurden 25 Mitglieder und 14 Mitglieder- stellvertreter für die Einkommensteuerberufungskommission gewählt. Im Anschluß hieran fand seitens der Versammlung die Wahl eines Stadtsyndilus und eines besoldeten Stadtrats \tatt, deren Ergebnis die fast einstimmige Wiederwahl des Stadtsyndikus Weise und des Stadtrats Tourbió war. Es folgte die Berichterstattung des zur Vorkteratung der Vorlage, betreffend die Verdoppelung der Umsaßsteuer, niedergeseßten Ausscusses. Der Ausschuß s<{lug nah eingehenden Beratunçen vor, ten Saß für bebaute Grundstüke von } auf 1% des Werts, für unbebaute von 1 auf 2% zu erhöhen. Jn der Debatte befürwortete der Stadtv. Wallach, die Umsaßsteuer bei bebauten Grund- stü>en auf $%/ zu belassen, während der Stadtv. Jacobi die An- nahme des Ausschußantrags empfahl. Dagegen bezeibnete der Stadtv. Cassel die ganze Umsaßsteuer als ungere<t, weil sie den kleinen Leuten es ers<hwere, ihre Ersparnisse in festem Grundbesig anzulegen und si feßhaft zu machen. Eber sei er für eine Erböhung des Kommunal- steuerzushlags über 1009/6 hinaus. Diesen Ausführungen trat der Ober- bürgermeister Kirschner, in längerer Nette entgegen und warm für die Erböhung der Umsaßsteuer ein. Na den Erfahrunaen anderer Städte wie au<h nach ten eigenen Erfahrungen sei die Umsatzsteuer ohne hemmenden Einfluß auf den Grundstü>keverfehr geblieben. Er versicherte, daß, wenn die Einkommensteuer erböht werden müßte, eine E1ihöhung um 10 v. H. angesichts ter gesteigerten Anforderungen an die Stadtverwaltung unausbleiblih sein würde Nach weitercr Debatte, Sing-r und Mommsen be- teiligten, wurde der Ant1ag des Autshufscs in vorgerü>kter Stunde mit 62 gegen 49 Stimmen angenowmcn. Die übrigen Gegcnstände wurden von der Tagesordnung abgesetzt.

Die Deutsche Kolonialgesells<haft veranstaltet als koloniales Trachtenfest auh in diesem Jahre ein fogenannteë „Sikukuu“, eine Zusammenkunft zu Ehren einer großen Jumben- versammlung bei Baaamoyo in Deutsch-Ostafrika. Die Nähe der

| Küste ermögliht die Beteiligung nicht nur aller arabischen, indischen

und ostasiatishen Völkerschaften, sondern au<h von Tropenreisenden, Secleuten, Vergnügungéreisenden aller Art. Die Veranstaltung findet am Sonnabend, den 23. d. M., Abents 8 Uhr, im Neuen König- lichen Operntheater statt. Eintrittskarten zum Preise von 5 M sind dur< das „Kolonialheim“ (Schellingstraße 3 1) zu beziehen.

_

Madrid, 15. Januar. (W. T. B) Bei Corcubton ift ein deutsher Dampfer gestrandet, do<h wurte die Besatzung gerettet. Cin Boot, in dem sich 18 Arbeiter befanden, kenterte in der Nähe von Cangas de Onis; sieben Personen er- tranken. Bei heftigem Sturm ist am Mittwo<h an der Küste bei Coruña außer dem holländischen Baggerschiff „Nosario“ auch der mit Erz beladene englis<he Dampfer „,Kenmor" ge- scheitert: 9 Matrosen sind ertrunken.

(Fortseßung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

T E L N T Me N24 4 fa P E R T A O As

Konzerte.

Singakademie. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Konzert von Gertrude Ruscheweyh (Klavier) mit dem Philharmovischeu Orchester (O. Marien- hagen). Mitwirkung: Fräulein Alide Küttuer.

Kleine Musik |

Operette : e Saal Bechstein. Sonnabend, Abends 74 Uhr :

Konzert von Constauce Erbiceano (Klavier).

Mitwirkung: Ossip Schnirlin (Violine).

Ander)

Familiennachrichten.

Verlobt: Frl. Mathilde Lange mit Hrn. Pfarrer Ludwig Heermann (Berlin—Fishbe> bei Hameln). Frl. Irmgard von Hofmann mit Hrn. Ober- leutnant Alex von Gagern (Cannes—Bromberg). Frl. Liese-Lotte Léuner mit Hrn. Ritterguté- besißer Nudolf Nitter von Bradöky- Labouñ (Glösa

-Thürmsdorf bei Königstein a. E.).

Geboren: Eine Tochter: Hrn. Leutnant Kuno

Grafen Eckbre<ht von Dürkheim -Montmartin (Berlin). Hrn. Major a. D. Constantin von Schweinichen (Pawelwitz). Hrn. Carl von Wedel Vehlingsdorff (Vehlingsdorff).

Gestorben: Hr. Reichsgerichtspräsident a. D,, Wirkliher Geheimer Rat von Oehlschläger (Char- lottenburg). —- Hr. Georg Graf von Boß-Dölzig (Dölzig N.-M.). Hr. Kammerherr Ernft geor, von Ketelhodt (Rudolstadt). Hr. Oberst-

Gastspiel von

h y VBabel Müärchenspiel mit (BVorkommende

inder-

BPirkus Schumann. Sonnabend, Abends 74Uhr: Oeffnung 6 Meter.

Immer das Neueste: Unterbrochene Loop des Mons. Ancillotti. Herr Jul. Seeth mit seinen dresfierten 25 Löwen. Ausstattungspantomime der Gegenwart. Cine Wanderung dur aht Jahrtausende in elf Abteilungen.

eutnant a. D. von Heyniy (Neustrelitz). Fr. General Pauline von Sobbe, gch. Diey (Char- lottenburg).

Verantwortlicher Redakteur Dr. Tyrol in Charlottenburg.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Dru>k der Norddeutschen Buchdru>erei und Verlägs- Anstalt, Berlin 8W., Wilhelmstraße Nr. 32.

Acht Beilagen (eins{<ließli< Börsen-Beilage).

Die größte

1903 beschlossen, der Deutsch-Westafrikanishen Handelsgesell-

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staatsanzeiger.

Erste Beilage

Berlin, Freitag, den 15. Januar

1904.

M 12. Amtllsiches.

Deutsches Reich.

Beschluß des Bundesrats, betreffend die Deutsh-Westafrikanische Handels- gefellshaft in Hamburg.

Vom 13. November 1903.

Auf Grund des 8 11 des Schußgebietsgesezes, (Reichs- gesehbl. 1900, S. 813) wird folgendes zur öffentlichen Kenntnis gebracht:

„Der Bundesrat hat in seiner Sißzung vom 13. November

shaft mit dem Sig in Hamburg auf Grund ihrer vom Reichskanzler genehmigten Saßungen die Fähigkeit beizulegen, unter ihrem Namen Rechte, insbesondere Eigentum und andere dingliche Rechte an Grundstücken, zu erwerben, Verbindlich- keiten einzugehen, vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden.

Auszug aus den Satzungen.

Unter der Firma Deuts<-Westafrikanische Handels- gesells<haft wird auf Grund der deutshen Neichsgeseße vom 15. März 1888 und vom 2. Juli 1399 eine Kolonialge\ellschaft er- richtet, wel<he ihren Sig in Hamburg hat.

Der. Zwe>k der Gesellschaft besteht in der Betreibung von Handels- geshäften irgendwelcher Art, der Erwerbung von Grundbesitz, sonstigem Eigentum und Rechten aller Art in Westafrika, insbesondere in den deutschen Schußgebieten Kamerun und Togo, der Verwertung der ge- machten Erwerbungen, dem Beirieb von Land- und Plantagenwirt-

aft.

"Die Gesellschaft ist befugt, Zweigniederlassungen im Inland und usland zu begründen. E e y C Ausfübrung ihrer Zwe>e wird die Gesellshaft zunächst das gesamte Geschäft der Deutsh-Westafrikanishen Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung erwerben. E

Die Dauer der Gesellschaft ist zeitli<h niht bes{<ränkt. :

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 2000 000,— #, ein-

geteilt in Anteile zu je 100,— M : N j Bon diesen Anteilen erhält die Deutsh-Westafrikanische Handels- gesellschaft mit beschränkter Haftung solhe im Nominalbetrag von 1 950 000,— 4A Sie bringt für diese Anteile ihr gesamtes Geschäft mit allen zu demselben gehörigen Aktiven und Passiven ein. Die Einbringung erfolgt auf Grund threr Bilanz vom 31. Dezember 1902. Auch sämtliche, von der Deutsh-Westafrikanishen Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung seit dem 31. Dezember 1902 gemachten Ge- {äfte und Erwerbungen, ebenso wie die seit diefem Zeitpunkt ent- standenen Passiven der Gesellschaft gehen für NRe<hnung der Deutsch- Westafrikanishen Handelsgesellschaft. B

Die übrigen Anteile im Nominalbetrag von 50000 werden bei der Gründung sofort bar eingezahlt. : y

Die Urkunden über die Anteile (Anteilscheine) lauten auf den Tnhaber. :

A Scheine können unter Zustimmung des Aufsichtsrats auf Antrag der Berechtigten in Stücken über einen, fünf, zehn, fünfzig, hundert und fünfhundert Anteile ausgestellt werden. ; 2

Die Inhaber der Anteile bilden die Gesellshaft. Die Anteile sind unteilbar. Sie haben die re<tli<en Eigenshaften beweglicher Sachen; mehrere Miteigentümer können ihre Rechte nur durch einen gemeinsamen Vertreter ausüben. Die den Inhabern derselben als Mitgliedern der Gesellschaft zustehenden Nehte an die Gesellschaft werden in der Generalversammlung geltend gemaht. Einzelne Mit- eigentümer können nicht auf Teilung klagen. E

Die Deutsch-Westafrikanische Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung erhält die ihr zu überweisenden Anteilsheine ausgehändigt, nachdem sie ihr gesamtes Geschäft ordnungsmäßig auf die Gesellschaft übertragen hat. y i 4 Ueber n Vollzahlung hinaus haben die Zeichner der Anteile oder ihre Rechtsnachfolger keine Verpflichtung. Für die Verbindlich- keiten der Gesellschaft haftet den Gläubigern derselben nur das Gefell- shafts8vermögen. L E

Verpflichtete, welche die fällige Einzahlung nit [eisten, sind von dem Vorstand mittels Bekanntmachung, unter Angabe der Nummern der Anteile, auf wel<he die Zahlung rüd>ständig geblieben ist, auf- zufordern, dieselbe nebs Zinsen zu 5 9% von der Aufforderung an innerhalb einer ni<t unter vier Wochen zu bestimmenden Frist zu entrichten. e

Wer diese Frist, ohne die vorbezeichnete Zahlung zu leisten, ver- streichen läßt, hat außer den Zinsen eine Konventionalstrafe von zehn Prozent des fälligen Betrags verwirkt und kann zur Zahlung des ge- ¡eihneten Betrags samt Zinsen, Strafe und Kosten auf dem Rechts- weg angehalten werden. :

h Stud Anteilscheine oder von der Gefellshaft na< den Be- stimmungen des Artikels 9 ausgefertigte andere Dokumente beschädigt oder unbrauchbar geworden, jedo< in ihren wesentlichen Teilen nod) dergestalt erhalten, daß dem Vorstand über ihre Richtigkeit kein Zweifel obwaltet, so ist der Vorstand unter Zustimmung des Auf- sichtsrats ermächtigt, gegen Einreihung der beschädigten Papiere auf Kosten . des Inhabers neue gleichartige Papiere auszufertigen und auszuretchen. ; i

ufer in diesem Fall is die Anfertigung und Ausreihung neuer Anteilscheine an Stelle der beschädigten oder verloren gegangenen nur nach gerihtliher Kraftloserklärung der alten Scheine zulässig.

Den Inhabern von Anteilscheinen, welhe den Verlust der dazu ehörigen Dividendenscheine bei dem Vorstand anmelden und den fatigélabten Besitz dur<h Vorzeigung der Anteilsheine oder „gonst in glaubhafter Weise dartun, kann nah Ablauf einer von dem Vorstand unter Zustimmung des Aufsichtsrats zu bestimmenden Frist von mindestens se<s Monaten und gegen eine von demselben festzuseßende Sicherheit der Betrag der angemeldeten und bis dahin nicht vor- gekommenen Dividendenscheine gegen Quittung ausgezahlt werden.

Eine gerihtlihe Kraftlozerklärung beschädigter oder verlorener Talons findet nicht statt. O E :

Wenn der Inhaber eines Anteilscheins vor Ausreihung einer neuen Serie von Dividendenscheinen der Verabreihung derfelben an den Präsentanten des Talons widerspricht, „der Präfentant sie jedoch fordert, so ist der Streit zur gerichtlihen Entscheidung zu verweisen, die aue Serie der Dividendenscheine aber bis zur ausgemahten Sache einzubehalten. e A

Y Wenn ein Talon abhanden gekommen ist, so sind dem Eigentümer des betreffenden Anteils nah Ablauf des Zahltags des dritten der Dividendenscheine, die gegen Ginreihung des Talons zu empfangen waren, diese Dividendenscheine gegen Quittung und eine nah dem Grmessen des Vorstandes festzustellende Sicherheit zu verabfolgen. Der Besiß des betreffenden Talons gibt alsdann kein Recht auf

Em ividendenscheine. : Os Acipra auf Peottung eines Dividendenbetrags verjährt

ab gerechnet, an welhem die Auszahlung der in Frage stehenden Dividende von der Generalversammlung bes<lossen worden ist.

Die Organe der Gesellschaft sind: a. der Vorstand, b. der Aufsichtsrat, c. die Revisoren, d. die Generalversammlung. : Der Vorstand besteht aus zwei bis fünf Mitgliedern. Der Vorstand hat bei Ausübung seiner Amtstätigkeit den An- ordnungen des Aufsichtsrats und insbesondere ben von diesem ihm er- teilten Geshäftsanweisungen Folge zu leisten. Den Erwerb, die Veräußerung oder Bes<hwerung von Grund- eigentum darf der Vorstand nur mit Genehmigung des Aufsichtsrats vornehmen. : ; Der Vorstand vertritt die Gesellschaft na< außen bei allen Rechts- geschäften und sonstigen Angelegenheiten. : | Die Mitglieder des Vorstands zeihnen je na< der Bestimmung des Aufsichtsrats (und dem mit den Mitgliedern des Vorstands darüber abgeschlossenen Vertrag) entweder ein jedes Mitglied allein, ‘oder je zwei Mitglieder des Vorstands zusammen, oder ein Mitglied des Borstands mit einem zur Mitunterschrift befugten Angestellten (Pro- furisten). Auch Angestellte (Prokuristen) können jeder für sich allein oder mehrere gemetinschaftli<h mit der Zeichnung der Firma betraut werden. L e Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens fünf und höchstens neun Mitgliedern, welhe von der Generalversammlung zu wählen sind. Die Mehrheit der Mitglieder muß aus Angehörigen des Deutschen Neichs bestehen. : Die Sitzungen des Aufsichtsrats, über welche Protokoll geführt verden muß, finden statt, so oft eine geschäftliche Veranlassung dazu vorliegt und außerdem, wenn wenigstens zwei Mitglieder es verlangen. In leßterem Fall muß die Sitzung innerhalb von aht Tagen statt- inden. Die Berufung erfolgt dur< den Vorsißenden oder dessen Stellvertreter unter Mitteilung der Tagesordnung, des Orts und der Zeit der Versammlung. Der Aufsichtörat ist bes{lußfähig, wenn mindestens drei Mitglieder anwesend sind. In eiligen Fällen können Beschlüsse au< im Weg \chriftliher oder telegraphischer Abstimmung gefaßt werden. 4 : s ‘Auf die Nechte und Pflichten des Auffichtsrats finden, sofern nicht in dieser Saßung besondere Bestimmungen getroffen find, die für den Aufsichtêrat von Altiengele anen bestehenden Vorschriften des Handelsgeseßbuchs analoge Anwendung. | j Sie TOnbees hat der Aufsichtsrat folgende Nechte und Pflichten: a. die Prüfung der von dem Vorstand aufgestellten Bilanz und Gewinn- und Verlustre<hnung sowie dessen Vorschlags zur Gewinn- verteilung; . b. ie Ernennung der Mitglieder des Vorstands, von Prokuristen sowie derjenigen fonstigen Angestellten, deren jährlihe Besoldung mehr als 3000 M. beträgt, denen eine Tantieme gewährt werden soll, oder denen eine Vertretungsbefugnis erteilt ist. In leßterem Fall bestimmt der Aufsichtsrat au< den Umfang folher Vertretungs- befugnis; s c. die Genehmigung zum Erwerb und zur Veräußerung von Immobilien ; d. die Entscheidung über Ls a von Geldern, welche zum Geschäftsbetrieb nicht erforderlih find; : 5 p die Se dunicin der vom Vorstand vorzulegenden Betriebs- pläne und Verwaltungs8etats \owie aller die Gesellschaft betreffenden Neubauten bei einem Voranschlag von mehr als 2000 6; t f. die Befugnis, für die Geschäftsführung des Vorstands eine Anweisung zu erlassen ;

Tagesordnung festzuseßen ; : O L,

b. die Befugnis, zur Kontrolle der Geschäftsführung des Vorstands einen Revisor zu bestellen ; R

i. die Entscheidung, ob und event. in wel<her Art der Neserve- fonds gesondert anzulegen und zu verwalten, oder ob derselbe im Geschäftsbetrieb zu verwenden ift;

k. die Vertretung der Gesellschaft bei der Vornahme von Rechts- geschäften gegenüber den Mitgliedern des Vorstands sowie bei Rechts- itreitigkeiten mit diesen.

Außerdem kann der Aufsichtsrat dur<h allgemeine oder besondere Instruktionen diejenigen Geschäfte jeweilig bestimmen, welhe vor dem Abschluß seiner Genehmigung bedürfen. N s

Zum Zwe> der genauern Kontrolle der Geschäftsführung wird von dem Aufsichtsrat ein beeidigter Bücherrevisor mit der Vornahme von Revisionen der Bücher, des Kassenbestands und der Anlagewerte der Gesellschaft beauftragt. Diese Revisionen haben monatli< min- destens einmal stattzufinden. Ueber das Ergebnis derselben hat der Revisor dem Aufsichtsrat zu berichten. : L

Es erwählt ferner die ordentlihe Generalversammlung jährli zwei Nevisoren, welhe am Schluß des Geschäftsjahres Bücher, Kassenbestand und Bilanz der Gesellschaft zu prüfen und über das Ergebnis der Prüfung der Generalverjammlung zu berihten haben.

Die in Gemäßheit dieser Saßungen ordnungsmäßig berufene und Generalversammlung vertritt die Gesamtheit der Die Beschlüsse und Wahlen sind für alle

zusammengeseßzte Gesellshaftsmitglieder. Mitglieder verbindlich. / E : In der Generalversammlung hat jeder Anteil eine Stimme. Das Stimmrecht kann jedo< nur für sol<he Anteile ausgeübt werden, welche mindestens drei Tage vor der Generalversammlung an einer derjenigen Stellen, welche bei Einberufung zu diesem Zwe> bekannt gegeben find, gegen Bescheinigung hinterlegt sind. Sofort nach der Generalversammlung werden die Anteilsheine gegen Rückgabe der Empfangsbescheinigung zurü>kgegeben. E E Die Teilnahme an der Generalversammlung ift jedem Mitglied der Gesellschaft ohne Rücksicht auf die Anzahl seiner Anteile gestattet, falls er sih dur eine Hinterlegungsquittung einer der vorerwähnten Hinterlegungbstellen als Mitglied ausweisk. i Mitglieder, welche Anteilsheine auf ihren Namen hinterlegt haben, können \i< in der Generalversammlung von einem Bevoll- mächtigten vertreten lassen. Die Bevollmächtigung zur Stellvertretung ist spätestens am Tage vor der Generalversammlung dem Vorstand vorzulegen, wel<er eine thm genügende Beglaubigung der Unterschrift zu verlangen berechtigt ist. N Die Generalversammlungen werden regelmäßig in Hamburg ab- gehalten. Dieselben können jedo< mit Grlaubnis des Kommissars des Reichskanzlers au< an anderen Orten stattfinden. Zu denselben beruft der Aufsichtsrat die Mitglieder wenigstens zwei Wochen vor dem an- beraumten Termin mittels Bekanntmahung in den Gesellschafts- blättern, in welcher die zu verhandelnden Gegenstände anzugeben sind. Die ordentliche Generalversammlung hat innerhalb der ersten \se<8s Monate des auf das Geschäftsjahr folgenden Jahres stattzufinden. Die erste ordentlihe Generalversammlung findet im Jahr 1904 ftatt. Außerordentlihe Generalversammlungen können von dem Auf- sichtsrat jederzeit und müssen einberufen werden, wenn Mitglieder der Gesellschaft, deren Anteile zusammen mindestens den zehnten Teil des Grundkapitals darstellen, die Einberufung fordern, und zwar ‘binnen 28 Tagen, nachdem jene Mitglieder dem Aufsichtsrat einen formulierten Antrag, dessen Gegenstand unter die S G der General-

In der ordentlichen Generalversammlung werden die Bilanz mit der Gewinn- und Verlustre<hnung für das abgelaufene Geschäftsjahr fowie die vom Vorstand, dem Auffichtsrat und den Revisoren zu er- stattenden Berichte und Anträge über die Gewinnverteilung vorgelegt. Die Berichte nebst der Bilanz müssen mindestens zwei Wochen vor der Versammlung in dem Geschäftslokal der Gesellschaft zur Einsicht der Anteilinhaber ausliegen.

Die ordentliche Generalversammlung erteilt dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und den Revisoren Entlastung, beschließt über die Ver- teilung des Reingewinns sowie über alle sonstigen Gegenstände der Tagesordnung und nimmt die saßzungsmäßigen Neuwahlen vor. Ueber die nahfolgenden Gegenstände : !

a. die Auflösung der Gesellshaft oder deren Vershmelzung mit einer anderen Gefells<aft oder die Umwandlung der re<tlihen Form der Gesellshaft oder eine teilweise Zurü>- zahlung des Gesellshaftskapitals an die Mitglieder,

b. die Auégabe weiterer Anteile (Erhöhung des Grundkapitals),

c. Aenderung des Zwe>s der Gesellschaft,

fann in einer Generalversammlung nur Beschluß gefaßt werden, wenn wenigstens drei Viertel aller Anteile in der Versammlung vertreten sind. Jst dies nicht der Fall, so kann zu gleihem Zwe> innerhalb der nächsten se<3 Wochen abermals eine außerordentliche General- versammlung berufen werden, in welcher gültig Beschluß gefaßt werden kann, au< wenn weniger als drei Viertel der Anteile vertreten sind. Immer aber ist zur Gültigkeit des Beschlusses in der ersten oder zweiten Generalversammlung erforderlih, daß derselbe mit einer Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der in der Versammlung ab- gegebenen Stimmen gefaßt werde. | ;

Abgesehen von diesen Bestimmungen, werden die Beschlüsse der Generalversammlung dur< einfahe Stimmenmehrheit gefaßt. Bei A der Stimmen gibt die Stimme des Vorsißenden den

us ag.

"Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr, sodaß per 31. Dezember jeden Jahres die Nehnung abgeschlossen und die Bilanz aufgestellt wird.

Die Vilanz mit der Gewinn- und Verlustre<nung und mit einem den Vermögensstand und die Verhältnisse der Gesellschaft entwidelnden Bericht des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie mit dem von den Nevisoren zu erstattenden Bericht muß der ordentlichen Generalver- sammlung vorgelegt werden. Der Aufsichtsrat bestimmt, vorbehältlih der Beschlußfassung der Generalversammlung, welhe Abschreibungen auf das Gesellshaftsvermögen vorzunehmen find, und wieviel für etwaige künftige Verwendungen zur Erreichung der Zwecke der Gesell- schaft zu reservieren ist. Die Generalversammlung kann die bon dem Aufsichtsrat bestimmten Beträge der Abschreibungen und der Rücklagen dur ihre Beschlußfassung erhöhen, aber niht yerminders. Durch die Genehmigung der Bilanz abseiten der Generalversammlung wird vem Borstand, dem Aufsichtsrat und den Revisoren für den JSnhalt der Bilanz und die derselben zu Grunde liegende Geschäftsführung Ent- lastung erteilt. : : i

Der aus dem Jahresabschluß s< ergebende Reingewinn wird, wie folgt, verteilt: f

a. Zunächst wird eine Summe zur Bildung des Reservefonds verwendet, welche so lange nicht unter 59/0 des Reingewinns betragen darf, bis der Reservefonds 10/9 des Grundkapitals der Gesellschaft erreicht hat, beziehentlih wieder erreiht hat, wenn er angegriffen worden war. Dieser Reservefonds darf nur zur Ergänzung des durh Verlust verminderten Gesfellschaftskapitals verwendet werden. 5

Die Bildung weiterer Spezialreservefonds bleibt der Beschlußfassung

der Generalversammlung vorbehalten. . i A

b. Der verbleibende Reingewinn wird zur Verteilung einer Dibi- dende auf das Gesellschaftskapital bis zum Höchstbetrag von 4 9% verwandt. » :

c. Von einem etwa verbleibenden weitern Uebers<uß des Rein- gewinns erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats zusammen 10 9/9 als Tantieme überwiesen. E e

Ueber die Verteilung des Betrags unter seine einzelnen Mitglieder beschließt der Aufsichtsrat. | i

d. Der verbleibende Rest des Reingewinns wird wiederum auf alle Anteile gleihmäßig als Dividende verteilt. E

Im Fall der Auflösung der Gesellshaft wird na< Tilgung der Schulden und De>ung der Liquidationskosten zunächst der Nennwert der Anteilscheine an die Inhaber derselben zurü>gezahlt. Von dem Ueberschuß erhalten die während der Liquidation im Amt befindlichen Mitglieder des Aufsichtsrats insgesamt 5 %/ als Vergütung gür die Beaufsichtigung der Liquidation. Der Nest wird auf die Anteile glei<mäßig verteilt und ausgezahlt. Die Verteilung darf nicht eher vollzogen werden als na< Ablauf eines Jahres von dem Tag an gerehnet, an welhem die Auflösung der Gesellshaft unter Aufforde- rung der Gläubiger, sich bei ihr zu melden, in den Gesellshaftsblättern bekannt gemacht worden ist. Bis zur Beendigung der Liquidation verbleibt es bei der bisherigen Organisation der Gesellshaft und ihrem Gerichts\tand. :

Die saßung8gemäß zu bewirkenden öffentlihen Bekanntmachungen der Gesfellshaft erfolgen dur< den Deutschen Reichsanzeiger und das Deutsche Kolonialblatt. 7:

Die Generalversammlung oder der Aufsichtsrat no< andere Blätter zu dem gleichen Zwe> bestimmen. L

Für den Beginn der einzuhaltenden Fristen ist die Veröffent- lihung im „Reichsanzeiger“ entscheidend.

Zu veröffentlichen find unbedingt: - E

1) die Namen der Vorstands8- und Aufsichtsratsmitglieder,

2) die genehmigte Jahresbilanz nebst Gewinn- und Verluft- rehnung, ; i

3) Bes<hlüsse über Erhöhung und Verminderung des Grund- lapitals, E

4) die Auflösung der Gesellschaft.

Die Aufsicht über die Gesellshaft wird von dem Reichskanzler (Auswärtiges Amt, Kolonialabteilung) geführt. Derselbe kann zu dem Behuf cinen Kommissar bestellen. Die Aussicht erstre>t si auf die jagungm abge Führung der Geschäfte für die Erreihung des Ge- sellschaft8zwe>8. N i l eg ee dem Reichskanzler (Auswärtiges Amt, Kolonialabteilung) bestellte Kommissar ist berechtigt, an jeder Berhandlung des Aufsichts- rats und jeder Generalversammlung teilzunehmen, von dem Vorstand und Aufsichtsrat jederzeit Bericht über die An elegenheiten der Gesell- chaft zu verlangen, au< die Bücher und Schriften derselben einzu- sehen sowie auf Kosten der Gesellschaft, wenn dem Verlangen - der dazu berehtigten Mitglieder der Gesellschaft nicht entsprohen wird, oder aus lonstigen wichtigen Gründen eine außerordentlihe General- versammlung zu berufen. H i 4

: Der Se initia der Aufsichtsbehörde sind die Beschlüsse der

Gesellschaft unterworfen, nah welchen eine Aenderung oder Ergänzung

des Statuts erfolgen, das Grundkapital teilweise zurü>gezahlt, die

Gesellschaft aufgelöst, mit einer anderen vereinigt, oder in ihrer rechts

lichen Form umgewandelt werden foll.

Tönnen

versammlung fällt, zur Vorlage an die Generalver}|ammlung eingereiht

zu Gunsten der Gesellschaft innerhalb von vier Jahren von dem Tag

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