1904 / 25 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Charakter trägt, daß der größte Einfluß immer liegen wird bei denen, die durch Bildung, Besiy oder geschihtlihe Ueberlieferung hervorragen. Das werden Sie dur keine Staatsform der Welt ändern, und was beute der Abgeordnete Wurm von anderen Staaten ausgeführt hat, glaube ih, bestätigt nur meine Auffassung.

Ferner hat der Herr Abg. Wurm heute cine Ausführung ge- macht, die ich unmöglich für gerechtfertigt erahten kann. Er hat erklärt, wenn Arbeiter die Arbeit niederlegten, sei das etwas ganz anderes, als wenn Aerzte sie niederlegten, und hat dann die Aerzte auf eine Stufe gestellt etwa mit den Milchhändlern. Jch frage den Herrn Abg. Wurm, welcher tatsählihe Unterschied besteht * denn zwischen einem Arbeiter, der seine Arbeit verkauft, und einem Arzt, der seine Arbeit auch verkauft? (Sehr richtig !) Der Arbeiter ver- kauft seine physishe Arbeit, ja zum Teil auch geistige Arbeit, es gibt Arbeiter in Fabriken, die auch einen Teil geistiger Arbeit zu leisten haben, und der Arzt verkauft seine geistige Arbeit und bis- weilen au physische Arbeit. Welcher Unterschied ift dies? Wenn Sie dem Arbeiter das Recht geben, zu sagen: unter den und den Bedingungen will ich nit arbeiten, so ist das sein gutes Recht; dann müssen Sie aber, was dem Arbeiter recht ist, dem Arzt als billig zugestchen. (Sehr wahr!) Ich hoffe ja, diese Fragen werden sich abklären, und auch die Krankenkassen werden einsehen, daß sie so nicht wirtshaften können, daß fie auch den Aerzten, studierten, ge- tildeten Leuten, ein köheres Maß von Nüksicht zuteil werden lassen müssen, wie es häufig geschehen ift. (Sehr richtig !)

Was die angefohtene Methode bei der Statistik betrifft, die den Berichten der Gewerbeaufsichtsbeamten beigcfügt ist, so hat uns hier jete Tendenz ferngelegen. Mein Herr Kommissarius wird nachher erklären, wie die Sache zustande gekommen ist, Die Forderung, daß die Gewerbeauffichtêbeamten Neichsbeamte werden sollen, ist in dem hohen Hause oft gestellt worden. Aber man kann unmögli die Tätigkeit der Gewerbeaufsihtsbeamten gegenüberstellen der Tätigkeit des Reichsgesundheitsamts. Das Reichsgesundheit8amt ift eine wissenschaftlihe Behörde, welche über die wissenschaftlihen Fragen zur Förderung der Gesundheit im deutswen Volke zu entscheiden hat, welche Geseße und Ausführüngsverordnungen vorzubereiten hat, während die Gewerbeaufsihtösbeamten lokale #4{usführungsbeamte finde und deswegen nur Landesbeamte sein können. Daß die Gewerbeauf- sicht noch verbessert werden muß, und wir namentlih noch mehr Ge- werbeaufsihtsbeamte haben müssen, um eine gründlichere Aufsicht über die Fabriken zu führen, habe ih wiederbolt zugestanden. Es ist aber häufig nicht einfach, selbst beim besten Willen, hierzu die nötige An- zahl geeigneter Kräfte zu finden.

Was die Forderung betrifft, ein klares Lild über die Be- strafungen zu haben, die festgeseßt sind gegen Uebertretungen der Arbeitershugbestimmungen, so habe ich schon erklärt, daß im Laufe von drei Wochen dem Reichstage cine umfassende tabellarische Arbeit über diese Frage zugehen wird, die vollkommenen Aufschluß geben wird. Aber ih bin allerdings der Ansicht und möchte das hier vor dem Reichstage erklären, gerade die gebildeten und besitßenden Kreise müssen es sich zur Ehre rechnen, die Geseßze aufs pünktlichste zu erfüllen, und i kenne da keine nebensählihen und keine wichtigen Arbeiter- \{utßvorshriften, sondern wo eine Vorschrift zum Schutze der Atbeiter- klasse erlassen ist, ist es eine Ehrensahe für jeten Arbeitgeber, diese Vorschriften auch gewissenhaft zu beobaWten (sehr rihtig!), und ich habe mit einem Arbeitgeber, der diese Vorschriften vernachlässigt und damit Leben und Gesundheit der Arbeiter s{ädigt, auch nicht das ge- ringste Mitleid. Wenn aber der Herr Vorredner einzelne Fälle von Begnadigungen kritisiert hat, so läßt sich darauf aus der Hand gar nichts antworten, da muß man die Akten kennen, man muß den ein- zelnen Fall kennen, und das sieht manhmal wesentlih anters aus.

Was die Bestimmungen über die Sonntagsruhe angeht, auf die Bezug genommen ist, so sieht es freilih gefährlich aus, wenn darin steht, es sind in so und so viel Fällen Ausnahmen von der Sonntags8- rube gestattet worden; aber das find manchmal nur Ausnahmen für einige Sonntage, oder einen Sonntag, wo tringende Arbeiten zu verrihten sind, zur NBerhätung von Schäden an Fabrikations- stoffen. Die Zahlen sehen deshalb viel größer und gefährlicher aus, wie sie sind. Im übrigen habe ih {on erklärt: ih ‘bin bereits beschäftigt mit einer Nachprüfung sämtliher Verordnungen über die Sonntagsruhe.

Der Herr Abg. Wurm berührte auch die Frage der Mitglied- haft der Arbeiter bei Arbeiterorganisationen. Bei Beantwortung der Interpellation wegen der Berufêvereine werde ih mich darüber ausführlicher äußern. Man kann den Arbeitern nicht verwehren, sich zu organisieren, um ihre nteressen auf dem Arbeitsmarkt zu vertreten und mit den Unternehmern über die Bedingungen der Arbeit zu verhandeln ; aber die Gefahr liegt darin, daß diese Organisationen, die rein wirt- schaftliche sein sollten, sich nur auf die Arbeitsleistung, die Lebens- verhältnisse des Arbeiters beshränken follten, zu rein politischen Organisationen gemaht werden (lebhafte Zustimmung) und damit ihren eigentlihen Charakter vollkommen verlieren. Das macht in der Tat die Unternehmer kopfsheu und feindlih gegen die Arbeiter- organisationen. Wenn diese Organisationen sich lediglih auf wirt- schaftlihe Fragen, auf das Arbeitéverhältnis und die Ne&te aus - dem- selben, auf vie Lohnverbältnisse beshränkten, dann würde wahrscheinli auch das Verhältnis der Organisationen zu den Unternehmern ein besseres sein. (Lebhafte Zwischenrufe von ten Sozialdemokraten, Glode des Präsidenten.) Auf ten Einzelfall kann ih hier natürli nit eingehen; meine Bemerkung war. nur eine allgemeine; gerade im Interesse der Arbeiterorganisation liegt es deshalb, fich nit zu poli- tischen Organisationen auszubilden. äFch glaube, auch in den Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereinen ist das lebhaft beklagt worden.

Bevor man den Fall in Dresden beurteilt, wo der Magistrat seinen Arbeitern verbot, einem Konfumbverein beizutreten, so muß man erst wissen, was . für ein Konsumverein das war. (Zwischenrufe von den Sozialdemokraten.) Gewiß! Und dann muß ich noch bemerkten: bei den Arbeiten in Staatsbetrieben liegt häufig ein fo dringendes öffentliches Interesse vor,“ daß dort die Arbeit, der regelmäßige Verkehr nicht gestört werden darf, ‘es liegen da unter Umständen so hohe Staatsinteressen vor, daß ein Arbeiter, der in einen solchen öffentlihen Betrieb geht, fich auch fklar sein muß, daß er nicht die Freiheit des Handelns haben kann, wie die Arbeiter in einem Privatbetriebe. (Lebhafte Zwischenrufe bei den

Sozialdemokraten.) Nein, erlauben Sie, mein verehrter Herr: dem Interesse des Individuums geht in folhem Falle eben das der Allgemeinheit vor. (Lebhafte Zustimmung.) In Eisenbahn- und militärishen Werkstätten ¿. B. handelt es \sich um solche wichtigen

“nteressen, daß da der Arbeiter während seiner Veriragszeit dem Arbei ** geber unktedingt ¿ur Verfügung stehen muß. Die Grundlage ist dort eben etne ganz verschiedene. Beim Privatbetrieb handelt es sich um Erwerbs betricbe, bei öffentlichen Betrieben aber meist um ‘Erfüllung wichtiger öffentlicher Zwecke; das sind Behörden, welche ganz bestimmte Auf- gaben dec Kommunen, des Staats zu erfüllen haben, und die unter öffent» licher Kontrolle stehen, soweit es sih um Neichs- oder Staatsbetriebe handelt, unter der Kontrolle. der Einzellandtage resp. des Reichstags. Da ist selbstverständlih das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer ein anderes als zwischen einem Privatunternehmer und seinen Arbeitern. Die Arbeiter in Kommunal- oder Staats» oder Reichsbetrieben müssen sich das selbft fagen und danach ihre Lage be- urteilen. (Sehr richtig !) i

Bei der Interpellation über die Berufsvereine fônnen wir ja diese Fragen weiter vertiefen. (Lebhaftes Bravo!)

* Nachdem noch der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Direktor im Reichsamt des Jnnern Caspar einige Aeuße- rungen des Abg. Wurm über die Gemwerbeinspcktorenberichte rihtig gestellt hat, wird die Beratung abgebrochen.

Präsident Graf von Ballestrem: Der Staatssekretär hat er- flärt, daß er nunmehr bereit set, die Snterpellation Trimborn zu beantworten. Jh werde morgen darauf zurückkommen.

Schluß 63/4 Uhr. Nächste Sißung: Freitag 1 Uhr. (Forisezung der Beratung des Etats des Reichsamts des Jnnern.)

Nr. 4 der „Veröffentlihungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“, vom 27. Januar, hat folgenden Inhalt : Gesundheitsstand und Gang der Nolkskrankheiten. Zeitweilige Maßregeln gegen Pest und Cholera. Deëgl. gegen Pest. Sanitätëbericht über die preußische Armee, 1900/01. Geseßzgebung usw. (Preußen.) E Farbkreiden. -- (Prov. Branden- burg.) Trichinenshau. (Neg.-Bez. Magdeburg.) Fleisch. Schlacht- vieh, und Fleischbeschau. (Reg.-Bez. Schleëwig.) Mineralwasser- fabriken. (Sachsen.) Viehpulver. (Württemberg.) Schlachtvieh und Fleish. (Hessen.) Nahrungsmittelchemiker. (Mecklenburg- Sck{werin ) Fleischbeshauer und Trichinenshauer. (Hamburg.) Deëgl. Fleishbeshauamt. (Oesterreih-Unzarn ) Zuckersteuer. (Frankreih) Wein. (Canada.) Butter, Margarine 2. Gang der Tierseuchen im Deutschen Reiche, 15. Januar 1904. Deégl. in Frankreich, 3. Vierteljahr 1903. Desgl. in Norwegen, 1901. Ninterpest in Aegypten, 1803. Zeitweilige Maßregeln gegen Tier- seuchen. (Deutsches Neich.) Werhaudlungen von gesetzgebenden Körperschaften, Vereinen, Kongressen usw. (Frankrei) 1. Fran- zösiscer Kongreß für Klimatotheropie und Hygiene in Städten. Vermischtes. (Breuben SchlaÞthäuser, 1902. (Brafilien, Rio de Janeiro.) Gesundheitsverhältnisse, 1902. Geschenkliste. MWcchentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40 000 und mehr Einwohrern. Desgle' chen in größeren Städten des Aus- landes. Erkrankungen in Krankenhäusern deutsher Großstädte. Desgleichen in deutschen Stadt- und Landbezirken. Witterung. Grundwasserstand und Bodenwärme in Berlin und München, De- zember 1903. Beilage: Gerichtliche Entscheidungen auf dem Gebiete ter öfentlihen Gesundheitöpflege (Aerzte, Zahnärzte).

Verdingungen im Auslande. Spanien.

3. Februar 1904, 12 Uhr. Verwaltung der Königlichen Münze und Stempelfabrik (Administración de la Fábrica Nacional de la Moneda y Timbre in Madrid: Lieferung des in den Jahren 1904. 1905 und 1906 benötigten Kartonpapiers für Postkarten, Jagd- und Waffensheine jährlich mindestens 236 Ries. Angebote auf spanishem Stempclpapier von 1 Peseta. Näkeres an Ort und Stelle und im „Neichs8anzeiger“.

Bis 12. Apiil 1904. Junta de Patronata de la Escuela doe Ingenieros Industriales in Bilbao: Lieferung von Maschinen

nd Avpocraten zu Unterrichtszwecken. Angebote auf spanishem Stempelpapier. Näheres im Sekretariat der genannten Ingenieur- schule.

Portugal.

Bis 21. März 1904. Pirecçao General des Obras Publicas e Minas in Lissabon: Bau von Kaianlagen im portugiesischen Hafen von Lagos. Voranschlag 31 0C0 Milreis. Sicherheitéleistung 600 Milreis. Schweden.

18. Februar 1904, 12 Uhr. Jüärnvägsstyrelsens Registrator (Registrator der Eisenbahnverwaltung) St ok holm: 10000 kg Baumöl, 860 000 kg Petroleum (Amer. Warer White), 100 000 kg Petroleum (Nussish), 16000 kg Leinöl, rohes, 80000 kg Leinêl, getochtes, 450 : 00 kg Mineralöl, Zvlinder-, 4:0 000 kg Mineralöl, Lokomotiv-, 600 000 kg Mineraiöl, Wagene, 100 000 kg “Yampenöl, 45 000 kg Talg, 60000 kg“ Schmie: seife, 250000 kg Baumwollenabfall, 215 000 kg Calciumfarbid, 10000 Stück Treckentücher. Die An- gebote, die auf dem von der Verwaltung vorgeschricbenen Formular versiegelt einzureichen sind, dürfen fich nur auf je eine Warenart be- ziehen. Formulare und sonstige Aufschlüsse liefert „Jürnväügsstyrelsens Pörrädsbyrä“ (Verratébureau ter Eijenbahnverwaltung) in Stock- holm, Zentralstation.

Theater und Musik. Konzerte.

Das siebente Philharmonische Konzert, das am Montag unter Leitung von Professor Arthur Nikisch stattfand, wurde in Abänderung des ursprünglihen Programms, wonach Liszts „Préludes“ als Einleitung dienen follten, mit der fehr wirkunasvoll gespielten Ouvertüre zu „Richard 111.“ (Op. 68) von N. Volkmann eröffnet.

Daran {loß \ich eine viersäßige Suite für großes Orchester von Alexander Glazounow, die unter dem Titel „Moyen- âge“ im Jahre 1902 erschienen ist und in diesen Konzerten zum ersten Male zu Gehör gebraht wurde. Interessant

ist sie, aber sie gehört niht gerade zum wertvollsten, wenngleih sie als ein reizyoller Beitrag zur russischen Programmusik betrachtet werden darf. Jedenfalls klingt sie fris und farbenreih und darum au rect unterhaltsam, ohne freilih den Anspruch auf eine nach- haltiget& Wirkung erheben zu dürfen. Am meisten gefiel der zweite Sat, das Scherzo mit dem „Totentanz“. Die Wiedergabe der Novität unter Herrn Nikishs Leitung ließ nichts zu wünschen übrig. Als Solist wirkte an diesem Abend Herr Henri Marteau mit, der sich von neuem als der feinfühlige, aristokratish-vornehme Künstler bewährte. Er spielt das Violinkonzert in C-Moll (Op. 50) von G. Jaques- Dalcroze, das er schon vor ungefähr zwei Jahren in einem von ihm selbst veranstalteten Konzertabende vorgetragen hatte, in umgearbeiteter Form, in der einzelne damals zur Sprache gebrachte Mängel in dankenswerter Weise beseitigt waren. Das Dalcrozeshe Konzert ist ein ungentein interessantes Stück, mit Geist und Phantasie entworfen, mit großem techuischen Können ausgeführt und von modernem Gepräge. Die \{hwierige, aber caraftervole und dabet böchst dankbare Solopartie ruht auf einer vielgestaltigen, farben- reichen Orchesteruntermalung. Zwei Hauptthemen, ein pathetischs ernstes und ein gesangvolles, ziehen sich in mannigfaher Umformung durch alle drei Säße und vermitteln den im übrigen manhmal nur tele gewahrten Zusammenhang. Am meisten fesseln unstreitig die beiden ersten Säße, das Allegro con ritmo und das Largo. Im Orchester beschäftigt der Komponist hauptsählih die Bläser, während die Streichinstrumente nur in den Zwischenspielen mehr hervortreten. Auf diese Weise hebt sih das Soloinstrument stets sehr

lihtvoll von der Begleitung ab. ‘Und nun wurde die Sologeige von Marteau mit solchem. Feuer und folcher Tonschönheit gespielt, daß jubelnder Beifall diesen seinen meisterhaften Vortrag, an dessen Ge- lingen das Orchester stark beteiligt war, reihli belohnte. Den weiteren Snhalt des Programms bildete die E-Moll-Symphonie Nr. 4 don Joh. Brahms und gab dem Abende einen würdigen Abschluß. Im Beethovensaal stellte sih zu derselben Zeit Annette Thieme als Sängerin vor; ihr heller Sopran besißt nicht gerade besonderen Klangreiz, auch nicht eine {chöne Rundung des Tons; aber die Stimme zeigte sich gut geshult, wenn sie sich auch manchmal den Absichten der Sängerin widerseßte. Die Künstlerin legt Men Wert auf einen sinngemäßen Ausdruck beim Vortrage; fo Tobensroert nun dies Bestreben ist, so \chießt sie dabei doch leiht über das Ziel hinaus und {raubt die natürlihe Empfindung zu einer gefünsteiten Manier hinauf. Das fiel besonders in Grétrys Arie aus der Oper „Richard Löwenherz" auf; maßvoller gab sich die Kunst der Sängerin in den anderen beiden Nummern, die gleichfalls der älteren ven Musik entnommen waren. ie mitwirkende Pianistin Betsy Wyers spielte geläufig und sauber, wenn auch nah ihren Ausführungen kein nachhaltiger Eindruck zurükblieb. Gleihfalls am Montag trat im Saal Bechstein die Konzert- sängerin Margarete Altmann-Kunÿ aus Straßburg i. E. mit

gutem Gelingen auf. Die Sängerin besißt eine angenehme, trefflich

in der Tiefe einen \{önen,

gebildete Altstimme, die besonders L Da sich mit diesen guten

modulationsfähigen Klang “entfaltet.

Mitteln auch Geshmack im Vortrage verbindet, mußte eine günstige Wirkung hervorgerufen werden. Am Klavier de- gleiteee Dr. Gustav Altmann, von dem auh zum Schluß zwei Kompositionen zu Gehör gebracht wurden. |

Die Pianistin Irma Hun, die an demselben Abend in der Sings- akademie auftrat, entwidelt bei tühtiger Tecnik au Kraft des Anschlags, die nur allzuleicht in Härte übergeht. i Vortrag von Chopins As-Dur- Polonaise beobachtet werden, die zwar

mit rene Geläufigkeit, aber ohne Glanz wiedergegt ben wurde. Dem |

musikalishen Verständnis, das die Dame wohl besißt, fehlt es bis jeßt noch an Zartheit des Ausdrucks und besonders an Phantasie, die

für Stücke wie Chepins Des-Dur-Nocturne und Liszts „Liebestraum*

unentbehrlih find. / Im Saal der Singakademie veranstaltete am Dienstag

die Sängerin Fräulein Alice Charrier ein Konzert unter Mikt- wirkung des Violinisten

großem Wohllaut, jedoch hat sie augenscheinlich zur Zeit thr Organ überanstrengt, denn bei jeder. etwas stärkeren Tongebung wurde ein zishender Nebenklang hörbar. Lieder sehr vorsichtig gewesen war, fanden ihre Darbietungen freund- lien Beifall. Der mitwirkende Geiger zeichnete fh durh großen Ton und recht weit vorgeschrittene Technik aus, aber die Neinbeit ter Intonation ließ viel zu wünschen Übrig Zwei junge Musiker, Karl Klingler (Violine) und Richard Rößler (Klavier), hatten an temselben Tage im Saal Bechstein

einen Sonatenabend veranstaltet, wobei eine eigene Komposition von | jedem der beiden Konzertgeber ¿zum ersten Male zu Gebör gebracht |

wurde. Als dritte Gabe dis Abends war die A-Dur-Sonatle von Paul Juon angeseßt. In der Zusammenstellung eines solchen Progromms liegt starkes Selbstgefühl, und daß dieser Glaube an die eigene Kraft niht ganz der Begründung entbehrt, bewies das Interesse, weldes die neuen Tonschöpfunzen erweckten. Richard Rößlers

Fis: Moll-Sonate zeigte eine glatte Technik und eine gefällige Melodien- |

führung, die, wenn auch nicht gerade neu, so doch au nit ganz alltäglih wirkt. Karl Klingler verrät in seiner Komposition ein leb- haftes musikalishes Gefühl, das anregt, wenn es auch noch nicht gerade tiefere Wirkungen hinterläßt. In ihrem Spiel erfreuten die Konzertgeber durch den jugendfrishen Eifer, mit dem sie die drei Sonaten vortrugen. Im Oberlichtsaal der Philharmonie (Dienstag) ließ fich zu gleicher Zeit eine russishe Sängerin, Nadina van der Brandt, hôren. Sie pflegt besonders den Ziergesang und trug demgemäß Arien aus den Opern „La Traviata“, „Die Hugenotten“ und „Lakmé“ vor. Ihr Sopran klingt bell und fris, aber au bei E Anstrengung leiht {arf ; für die Wiedergabe gerade der Koloraturen ist noch größere Sicherheit des Ausdrucks und Sauberkeit in der Durchführung erwünsht. Zur Mitwinkung an dem Konzert war Fräulein Amalie Birnbaum herangezogen worden, die mit glattem Strich einige kleineren Stüde auf der Geige spielte. Lula Mysz-Gmeiner zählt zu den Lieblingen des Konzertpublikums, das Lewiesen der Besuch und der Beifall ihres an demselben Dienstag im

Beethoven-Saal gegebenen dritten und legten Liederabends Es |

ift als ob nicht nur ihre Gesangsfunst geshägt wird, sondern als ob die Künstlecin daneben ein unsichtbares seelisches Band mit ihrer andähtigen Gemeinde verbindet.

zum Herzen Sprechende herrscht bei ihr vor. nidt übermächtig, aber wohllautend und gut geshult. Drei italienisGen Gesängen von Marcello, Pergolesi und Durante ließ sie den Schumannschen Liederzyklus „Frauenliebe und Leben“ folgen, dann Kompositionen leihterer Art vcn Nobert Kahn, vom Komponisten selbst am Klavier begleitet, und endlich heute erfreulicherweise für einen wahrhaft fkünstlerishen Liederabend unerläßli} Kom- positionen von H. Wolf, zum Teil aus feinem Nachlaß, unter denen

namentlich „Nixe Bin'efuß“, meisterlih vorgetragen, reichen Beifall F

erntete. Lieter von Brahms waren als wertvolle Zugaben aufgespart.

Die Klaviervorträge von

mittelmäßiges Durschnittsfönnen kaum heran. Sonate wurde niht nur nüchtern und

sondern auch in unzulängliher äußerer Wenn auch der mitwirkende Cellospieler Walter nit gerade besondere Leistungen" zu bieten vermag, so war doch wenigstens etwas Seele in seinen Vorträgen zu yerspüren. Als tüchtiger Pianist erwies sfich an demselben Abend E. Howard Fones im Beethovensaal. Sein Ton strömt niht eben Glanz aus, aber er gibt sih do immer rund und angenehm und behält au im scnelleren Zeitmaß seine Klarheit. Da der Künstler außerdem mit Ernst an seine Aufgabe geht und mit Geshmack vorträgt, konnten feine musikalishen Darbietungen erfreulid wirken. Zwei der id allgemeiner Beliebtheit erfreuenden „Jugendkonzerte“ fanden am Mittwoch um 12' Uhr Mittags, bezw. 4 Uhr Nachmittags, im großen Saale der Philharmonie unter Herrn Marx Battkes künstlerischer Leitung statt. Von den Mitwirkenden in beiten Veranstaltungen erregte der elfjährige Violinvirtuose Gerd Preiß naturgemäß das ganz tefondere Interesse seiner jugendlichen Zuhörer. Anfänglich zwar etwas befangen, gewann er bald seine volle Ruhe und brachte u. a. Wieniawskys „Kujawiak“ mit großer tehnischner Sicherheit und einem für seine Jahre überraschend gut autgeprägten musikalischen Empfinden zu Gehör. Stürmischen Beisall erntete er namentlich bei der fein gezeichneten Wiedergabe des melodienreihen „Nymphentanzes

von Jelski. Man merkte es seinem Spiel an, daß er mit Lust und Liebe dabei war. Herr Arthur van Eweyk ecfreute ferner dur

eine Reihe von Gesangsvorträgen in seiner bekannten gediegenen Weise, Ebenso fand auch die beliebte Konzertsängerin Frau Luise Klosseck- Müller mit dem tiefdurchdahten und -empfundenen Vortrag einiger Balladen von Loewe und Plüddemanan und einer Reihe von Volké- liedern, die in ihrer S(hlichtheit ganz besonders geeignet waren, Ein- gang in das Kindergemüt zu finden, ein dankbares Publikum. P! deflamatorischen ODarbietungen der Hosschauspielerinnen Frau Auguste Prasch - Grevenberg und Fräulein Gertrud von Hagen, . bei denen auch der Kaisergeburtstagsfeier g bührend gedaht wurde, hatten zwar zu Anfang etwas unter einer gewissen Unruhe der kleinen Zuhörer zu leiden, kamen jedo troßdem zu threm Rechte. In dem Mittagskonzerte fesselten das wohllautende Organ und der ausdrucksvolle Vortrag der legtgenannten Dame vel der Wiedergabe einiger Dichtungen von Blüthgen und Kopisch. Nah mittags sprah Frau Prasch-Grevenberg, die es verstand, die Zuhôrer durch ihre dramatische Nor zu erwärmen. Herr Kapt meister Pu sch führte im musikalischen Teile der Neranstaltung dit Begleitung mit gewohnter Sicherheit aus.

auédruckslos8 Form dargeboten.

Das konnte bei dem |

Herrn Julius Nuthstrôm. Die | Sängerin ist im Besiß einer kleinen, \ympathishen Stimme von |

Da sie indessen in der Auswahl ihrer |

Das Seelenvolle, das Jhre Stimme ist ja f

Bessie Silberfeld, die am} Mittwoch im Saal Bechstein zu hêren waren, ragen an ein Beethcvens Es-Dur- F gespielt, f

Lewy

| Zweite Beilage zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußishen Staatsanzeiger.

„Mg

Dede

——— E L L L L E I

Berlin, Freitag, den 29. Januar

1904.

Gesundheitswesen, Tierkraukheiten und Absperrungs- maßregeln.

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.

(Aus den „Veröffentlihungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts*, Nr. 4 vom 27. Januar 1904.)

häufer) je 2, Kopenhagen, Paris je 3, Liverpool ea N ; i 12, M) 37, Moskau 4, Petersburg 8 P odesfálle,

Schleswig 55, Nürnberg 17 Erkrankungen;

holm je 106, Warschau (Krankenhäuser) 3 Erkr ;

¡ 3 Erfkrank ; s husten: Magdeburg 3, Glasgow, New York, Waridtan (Krerten: Ao Schleswig 48, Liegniß 7, Nürnberg 22 Fa Daven 20, Kopenhagen 57, New YVork 8, Ba 17; e É Pest. An tuggen: Lungenentzündung: Lemberg 10 Todesfälle; Reg.-

Bez. kfontagiöse

Rußland. Der Direktor des in einem abge F i

) 5 Der Divs i l gelegenen Fort bei | Augenentzü : i c {

P 4 N On Pestlaboratoriums ist am 20. Januar an der | 3 L O 0 P Bete 6g Ae 2: Tobadtal O en; das Fort ist abgesperrt, seine Bewohner find | Ankylostomiasis: Reg.-Bez. Arnóberg 92 Erficntllocen:

E iung unterworfen worden.

Ae( en. In Alexandrien ist am 21. Januar ein neue S “0 Bee gekommen. e E ritisch-ODstindien. Während der am 2. JIanua

i ( : r ab-

E Woche sind in der Präsidentshaft Bombay : E Vg (6683 Todesfälle) an der Pest zur Anzeige gelangt, ls 04 (398) îa der St adt Bombay, 7 (3) im Stadt- und Hafen- ge ie L, 9 (5) in dem von Bhavnagar und 9 (9) im afen ezir von Broach. Zu den in der Borwoche aus dieser Prâäsident- aft gemeldeten Fällen find nahträglih noch 1350 Eifkrankungen (und | =—ck

Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb E aller deutschen Berichtsorte aa 0E 1,15 9%) Ra urg î. B., Mainz Erkrankungen wurden gemeldet in Berlin 24,

Breslau 42, in den Reg.-Bez. Arnéberg 167, Königsberg 11 s

j t ; Z 8

Stettin 49, in Nürnberg 80, Budapest 175, Kaventiagts A, Aa Bart S R86/06 S at ae A Prag 33, Wien 133; desgl. an S (95: 0,91 %/0): in Heilbronn Ti j wurden gemeldet in Berlin 32, im N Acüdbere 106 Bn Nürnberg 21, Hamburg 27, Budapest 57, Edinburg 21 Kopen- hagen 45, _London (Krankenbäuser) 195, New Yo1k 345 Ra 61, Sit. Peteréburg 48, Wien 16; ferner wurden Er- ras vyngen angezeigt an Diphtherie und Krupp in Berlin 52 Breélau 17, in den Neg.-Bezirken Arnsberg 61, Königsberg 103, Y Hamburg 34, Budapest 44, Christiania 21, Kopenhagen 23, “ars (Krankenhäuser) 94, «New York 461, Paris 75, St. Peters- burg 93, Stockholm 24, Wien 74; desgl. an Unterleibstyphus i New York 36, Paris 54, La

Handel und Gewerbe. (Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie “.) Kohlenproduftion im Deutschen Reiche im Fahre 1903. k

1039 Totesfälle) hinzuce T : Es A ale) htnzugekommen; die Anzahl der Pesttodesfälle in der Präsidentschaft während der. am 2. Januar abgelaufenen Berichts- Dezember I bis Dez : woche war daher um 82 geringer als während der unmittelbar vor | Januar bis Dezember s angegangenen 10 On E Stei (M | Briketts | Le En na. In Tientsin sind am 28. November und 14. De- Din T Koks ¿M Stein- Brauns |- A0 len L v. I. 2 in englischen Diensten stehende Indier an der Pest s omen Naßpreß-| fohlen kohlen Koks | Naßpreß- ge! or i das Indierlager zu Tientsin wurde infolgedessen unter 1E steine M bir und t N mit dem zur deutschen L | L L t t t t - assung gehörtgen og. Westdorfe verboten. InNiutf ] berbe bezirk S 9 598 579! 26| : - hatte zwar, den Seitingonabricter pa 2 A Fn N iutfchwang Dberbergamtsbezrk Breslau - a P 202802 92200 00244 202810 301269: 939 596| 693 336 L abgenommen do waren damals di L Midi Gw A Aae Degeitber u ic Ce 665| 2 794 217 93 536 G 702 deer Meter 190 189 E / M L amais dle bon (tut van: »f » r hi 2 L E S SL via 490 900 7 702! 30 792 966 A L G H noch immer der ärztlihen Untersuch [ schwang einlaufenden Schiffe lausthal . , 78 345 61 573 6 706 5 209 A N 30 71 : 366 [5528688 diele Mata 08 intersuhung in Taku unterworfen, während , Dortmund 5 535 362 | 9809 90) 8831500 632013] 78352) 48011 e Maßregel gegen alle übrizen Schiffe aufgehoben worden war y Bonn E AAOI 091 105 890244 157648] 64759 154 110146 100} 1826 851 Japan. Auf Formosa fame E n V Ti s 1 115 062 631 178 49 873 163 644 13 212 950 » O5 arr rOR 2B, 020 09 tember und Oktober v. F _fTamen während der Monate Sep- Preußen. 9 358 006! 3 579 25 —— 3212950 6095657 528 864| 1 579 992 7 Er. P RITTODET Di S nur noch im BVerwaltungsbezirke Taipeh J B L J 200 006 399 294 l 002 067 $40 S18) 10S 989 S79| 38 460 23211 146 G59 “m 7 Erkrankungen und 6 Todesfälle an der Pest zur Anzeige. 2 A E Im Vorjahre . 8716 766| 3501 984| 874083| 760 341| 100260 529| 36 276 165| 9 145 506 9 173 681 Orte, in denen Ratten mit Pestbazillen weltiBen reue Mid e Berginspektionsbezirk® A E N e 62 068 155 ; A Hi (U 541 100 4a 224 D A 165| 9 145 5068 8 111 344 lih gereinigt und desinfiziert worden. Wäh L P " Bayreuth . . 8 6 H Da Sun A S ¡E | esinfiziert worden. Wi = N 5 Ln L l 841 141€ —— - 98 9386| 2 E in 730 von 81 729, a L “ctien Calbiaes 1908 jn Na) Zweibrücken S O L - 635 2051 E L n / R922 E Es ! A he al S T - ——— Do ZUDI idi S Amal in Vie O I L H L Et Mo e Jm Vorjahre . e E a 360901] 1G 539 e S 9, neuerdings in 4 bis 5 von je 1000 Natten. ¿i eat A . ) 812 2 74 ABR L 1 929 77 SA ERA E s British-Südafrika. In der Kap Cron En Le Berginspektionsbezirk Zwickau 1 und 11 198 878 (40 L O 1 232 799 26 506 s L amtlichen Auêweisen für die Zeit vom 12. bis 26. Dezember v. I. r elsniß i. E. 152865| 7A L 51989) ‘14274 2 Pestfälle in East London festgestellt worden: ie Et Most / Dresden 51 918 E A M 1 754 390, - A 3716 E Do gelte worden; tote -Nagetiere 4 38 122 949 S3 M75 270 55 N19 E Se der Pest erlegen sind, wurden noch in P ort / Leipzig - s 132 041 E 17 377 N l 4: 7 608 Su S ¡lizabeth und Queenstown, pestkr 5 ; Sachse ——— ae S6 | 97 608 -——-- 245 891 A : Uten L, anke Natten in Knysn wien . o 403 661 170 16 5 86 : ; : Z Cn und East London, vereinzelt auc i - M3 Knyona U. 9 001 (0 165 584, 204081 4698458 Is 156 5 A b inzelt au in der Näbe v T E A m Vorjahre 206 17 20 1795 ¿ S I 19 1 828 159 62 60 771 Bridge aefutiden. ' der N be von Lady Grey Hessen I E 3 Tre 396 170 E 184 4 551 19 0391 - 4615 745) 1741585 57 290 335 786 Fnlgo ino 14454 G G 5X, : : x 2 C (Di E 3 F 1 A411 1 a Eee E A a Mitteilung vom 23. Dezember v. I. galt die Brauns{weig. E. 39) 15414 35 S4 , 343 901 : 51 057 bar avid als pestfrei, nachdem dort der lebte Pesikranke am SaŸsen - Meiningen, Satfen - Coburg- 2 e e Tai n R ei TOReIDer estorben war. i _ Gotha und Schwarzburg-NRudolstadt . 1 625 S0 a 4A : dn en . Ae der vier Wochen vom 23. November bis Sa E , a —— 189 914 E 33 549 E h, Ns D N . Dezember v. J. sind in Rio de Janeirc nah den Ausweise Anhalt. S A 35 8 Pt 4 299 312 N 490 515 der dortigen ; Ln c L DAQ: VEN - AULWELIEN Elsaß-Lotbrinae : 135 846 14 029 276 GOR N ep e R n S SEL de 21, 22, 21, 7, zusammen Glsaß-Lothringen E 149 502 h 5 T edes 1 376 696 138 427 sonen der Pest erlegen und 46, 27, 25, 13, zusammen 111 neue Baden, Melllenburg und Reuß j. L. . N s “T a0 2 0 : Pesterkrankungen angemeldet. Deutiches Nei a leiten L . 1 890 17 609 Sd 100 Whólcza ‘cim S orilkr . Las 102| 4265 911| 1007931 947496} 116 664 376| 45 955 558 11509 259! 10 176 170 » D é are . c 704! O6 78 6: A Ee E E S M v JUS 2) ¡ahre 360 704| 4 194 969} 878 634| 850 725j107 448 534*)/43 313 122*)| 9 202 796| 9 314 396

T i » , f Q c C ie Türkei. Nach dem Wotenausweife Nr. 2 vom 11. Januar über den Stand der Cholera in Syrien und Meso- E s Erkrankungen (4 Todesfälle) gemeldet, davon in Steinkohlen o D Hin O A D L )

E ar obz R G aa L Ia L AD im Jahre 1902 747

] n-Aleppo, Latakieh, Mußeïeb je 1 Erkrankung; aus | L ed e MLSOIO wurde das Auftreten der | 5 E R Ee, A AORSS |

Braunkohlen

t erter ind 3 196 98 On des Sandjaks Ha uran 14 179 970 L olera ohne Zahlenangabe mitgeteilt. China. In Tientsin waren zufolge einer Mitteilung vom 18. Dezember v. J. seit zwei Monaten Fälle von Cholera nicht vo gekommen, doch wird das hestige Auftreten des Typhus Unte ben ats eing E J a E baltigen Erzeugnissen. Der am 2. Juli v. Is. den Kortes zur É C M n etner u K t 1 4 ; 1 Art 0 œ F y 5 7 j 2 3e OTGe h ; 5 e 30 V f s reffe 6 e. l 6 s Gi f N as Sag atvofenen Diaunke E Tam Chiaus Beratung vorgelegte Gesetentrourf, betreffend das Verbot der Einfubr 4

7 L s z V j l of an der Cholera gestorben, wie amtlich festgestellt worden ist.

; Spanien. N 5 S L Fr H e : 5 Berbot der Einfuhr von Saccharin und sacchcharin-

von Saccharin und faccharinhaltigen Erzeugnissen, ist von diesen an- | genommen und am 24. Dezember v. F. Geseß geworden. (CGacet | s T Ae / I. Geleß geworden. (Gaceta Gelbfieber E Salli vom 25. Dezember 1903.) .

s LEDEL, Zolltarifierung von Ware Die ge 7 ;

Fg 7 n 2107 Mnn20in0 n Si P L g A ¿D M S R T EN. Vle gegen Hautretzunaen Es gelangten zur Anzeige in Laredo (Texas) am 26. Dezember Verwendung findende Seife „Avollano de Ta gc: nin

Bruja j

& in M I Ds : ‘“ 1 L v c. c e 1 Ccfkrankung, in Nio de Janeiro vom 23. bis 29. November | Munyón®* ift als Parfümerie ohne Alkohol nah Nr. 148 des Tarifs | M G / B - ® “C I X 17S

25,

l d rtranfung (und 1 Todesfall), ferner im Staate Meriko vom | (Mindestsaß 2,590 Peseten für 1 kg, Tara 25 9/0) zu verzolle (Gr L “fas 19. Vezember in Vera Cruz 3 (2) und vom 6. bis 12. De- | p E A E A REA E m QiuUdad Biltortia 8: (2) in Meridaà 2 (1), in | Aduanas vom 21.

P «om lor a0 ehuantepec J (1). IODVembeCr 1903.)

T; tine Strumyf \ j Tuchartige Strumpfwaren aus Wolle und Baun

Bodo | m: ck s L e r 1A s Li

A : Pod en | M gele auf der Schauseite geraut und in Verbindung

zum 1 R E Jn Glasgow, wo vom Herbst 1900 bis | L ÆWollplü]ch, werden als „wollene Strumpfwaren mit oder G ! 6 ! 1 S) f G 4 7 y "f E hne 3 ? 1 An I t y o n H _ n

zum 1. Juli 1901 1786 und von Anfang November 1901 bis ¿zum | $ ne Betimishung von Baumwolle oder anderen Pflanzenfasern“ nach

j »r2 All (CyTab » A C ! / | verzollt. (Erlaß des Generalzolldirektors vom 28. Oktober 1903. Eco de las Aduanas vom 28. November 1903.) ; Fe p ck 5 5 o r i Eilenketten (jogenannte ronzales, vDVemmvor | rihtungen) unterliegen, wenn sie aus Schmiedeeisen angefertigt sind,

So M ua N i fa ; +5 O6 ï F | dem Zoll nah Nr. 57 des Tarifs (Mindestsaz 13 Peseten für 100 kg

Blattern in letzter Zeit wieder häufiger aufgetreten; seit Anfang No- vember v. F. sind bis zum zel

a.

13. Januar 382 Pokenfälle gemeld v. F. nd, . Januar 382 Pocenfälle gemeldet davon 27 mit tôdlidem Ausgange. s l

Unterleibs8typhus.

Niederlande. Fan 5 T0 C D E o C ATEY E 7 Mindestfgk L R 4 P ; , N ge uar ‘erlassenen Delannkmachung der Madtich) n Gesundheits, | O 18,09 Pefcten für 100 kg NReingewicht). (Rundschreiben tommtisston De Zahl der Typhuésfäâlle auffallig vermehrt, jedoch lteß | C9 eneralzolldirektors pom 29. Vfttober 1903. - Eco de las 8 eine Verbreitung der Krankheit dur Trinkwasser oder eingeführte | Aduanas vom 28. Dezember 1903.) i N H j P voin » An 04094 2 ci “A T G E A f Ì A , 4 S Q s V c D Milh nit nahweisen. Der Bürgermeister hat öffentli darauf | Nach dem in den Anmerkungen 63 und 64 zum Zolltarif aus-

E Le A c E E L L ai S E O S 2 3 P SE ans, gemadt, daß es sih empfiehlt, möglihst nur abgekochte | gesprochenen Grundfatze sind als Maschinenteile, die wie die be- tilh zu trinken, nur abgekohtes Wasser zu verwenden und sich

| treffenden Maschinen verzollt werden, nur diejenigen Gegenstände

Ne ah »ito o G do "7 É R - , 14 é 7 io 4 y Q l 524 B , L vor den Mahlzeiten die Hände genügend zu fäubern. Auf ein anzusehen, dite zum Med 1nt8mus der Maschine geboren und obne von der Gesundheitskommission erstattetes Gutachten bat die | dellen Störung niht leicht erseßt werden können. Demgemäß werden

Röhren, a) 7601 H h ck » E 4 - x

| der Nr. 9 Stangen, Achsen, Schrauben und die übrigen unter

| den R gerechnet. Dieser Grundsaß soll auf Maschinen

aller Art, auch auf Nähmaschinen, Anwendung finden.

des Dberverwaltungêgerihts (Staatsrats) vom 10. Juni 1903.

Eco doe las Aduanas vom 14. Dezember 1903.)

| L6\ch- E t+ E i S

| aid Ah Bake Ladezeit für Schiffe. Dur Rundschreiben des

A Tas vom 18. November 1903 ift in Erinnerung ge- s A y « at worden, daß na Artikel 77 de + (Aan NAR

…_ Potcken: Glasgow, Paris je 4, Warschau (Krankenhäuser), Kon- | Löschen sowie a L Das Q tifel, (7 der Zollordnung bei Schiffen das

N 14 V 16 Ae C b Tabelle: Gbinbura. 8 n [E e O das Laden im allgem auf die Zeit von etner

Ra E T E O e A E ide vor Sonnenausgan ci en Stunde nat

Rer), Me DGUrg len Paris 18, Warschau (Krankenhäuser) | Sonnenuntergang befchränkt O E O Slunde nah

d ‘rfrankungen ; Varizellen: Budapest 38, Kopenhagen 10, New | beamten mdalidîtes Entaegenko i J D E n den Zoll-

i 97, St. Petersburg 20, Prag 5, Wien 118 Erkrankungen; Nück- | Beziehung zur Pflicht mai wodes Cin in diefer

allfieber: Moskau 2 Todesfälle; St. Petersburg 11 Erkrankungen; | 7. Dezember 1903 y getnatgs worden R O I00 A CUKNAS: VERM

Gemeindeverwaltung ferner dafür Sorge getragen daß den Vâusern, in denen fich Typhuskranke befinden, Tonnen wit einer Kreolinlösung zur Verfügung gestellt werden, in welche die Fäkalien und das Waschwassor der Kranken gegossen werden follen; die Lonnen werden von der Stadtverwaltung geleert und desinfiziert. Für Desinfektion der Kleidung von Typhusfranken ist gleichfalls Sorge getragen. i Berschiedene Krankheiten.

Fleckfieber: St. Pete i | rfr ) | : . Petersburg 3, Warschau (Krankenhäuser) 2 Er- Nusfe E 6 N 2 , (n o ¡au S | U fertigun von Ur rut S R e noen; Fe dar Q Nürnberg, Hamburg je 7 Er- | Laut Verordnung des Sinantieia iet L an pn 908 M D ankungen; Rotlauf: Budapest, Moskau, Wien je 3, London | in Uebercinstimmung mit dem in der Bestimmung T L ta Mle

s s v 309 Lb V

(Krankenhäuser) 6, St. Petersburg 4 Todesfälle; Nürnberg 6 iter B c: : Dl. pelt : \ ; erg 6, | unter B Absatz 9 Verfügten- die Zollä t. Sy Vanpest a Dana 2, “oan b, Kopenhagen 15, lautenden E eann a E M, ee Fllen, in demi S hes enhäuser) 11, Wien 39 C rkrankungen, epi- | denen die Zollordnung die nicht auédrüdliche Konsic Vie T ca M R ra a Na Wien 8 Er- | läßt. Demna dürfen die Konsularämter die Be faubigung der : gen; n luenza: Berlin, Breslau, Moskau, St. | bezeichneten Urkunden nicht ablehnen. (Bolotin d L e etersburg je 4, London (Krankenhäuser) 21, New York 19, # aris, | Estado.) in del Ministerlo de riest je 3 Todesfälle; Nürnberg 50, Hamburg 4, Kopenhagen, Stock-

| 1 Mat 9 )2 71 DNaFonorfrantunaos S AUE t z Nr 96 cs T arifa (M; 4b Q REA C c G Mai 1902 475 Podenerfranfungen angezeigt worden waren, sind die | Nf. 196 des Tarifs (Mindestsaß 8,69 Peseten für 1_kg Reingewicht) j j j

j | 2 9 -, In Rotterdam hat sich zufolge einer Mitte | Neingewicht) und, wenn sie aus Draht bestebe ) 4 O, R ge einer Vitte | stehen, dem Zoll der Nr. 56

or Mumortunn [R Pr ota T4 ein , der Anmerkung 64 aufgeführten Gegenstände niemals zu |

(Entscheidung

laß des Generalzolldirektors vcom 28. Oktober 1903. Eco de las |

*) Nach der amtlichen Bergwerksstatistik betr ie Stei i )en Dergwerks{tatiftik betrug die Förderung von Steinkohlen und Braunkohlen im Deutschen Reich :

Steinkohlen Braunkoblen : t t n Hv 1 M 1 ( 9- im Jahre 1900 109290237 40 498 019 I ... « O GIS LDO 34 204 666.

Portugal. _ OHIRA T! zen für Mineralöle und Automobile in den po überseeischen Besißungen. Laut L

Königlicher Ve

9 D N orm kos oN2 + 5 7 Köntglicher L g vom 26 November 1903 unterliegen die über too Aonllm tor Sor Hhortoot Ao ann 2101 ; “T E die Zollämter der über eeishen Provinzen eingeführten Mineralöle folgenden ck0llen : x Mi ineralal, Totmto R oT p11 ; ) Yetneralóle, leichte Beleuchtung8zwecke geeignet (Petrcleum ausgenommen) . . l kg 67 Réis B l Z 0 0 ° s . . B )d Vio Mineralöle, mittelschwere . Le Q C . i KC i,

Mineralöle, s{chwere, zum Sch{mieren von

Maschinen

A Cts N tnor7 I, ga. mr e L j :

i L, O Mineralôle, für Beleuhtungszwecke g t: Dichte 18 zu 08° 0+ ode Ns Lia 2 Qa E L G L

ol! A ¿0 *, Sedepunkt vis zu ZUW Entflammungaspunkt unter

O 9: 1tronenael nNo - A - t+ $ot - r c Jt es C », Mranenge oder farblos; mit veilenblauem Schimmer.

h. ttoTf g: M T A U A n 9 da A D U Sn ttel dwere Liineralôle: Vichte über 0,820 ° bis 0,860 9; Stedepuynktt bis 280 Entflammungépunkt bis 150 9: kastanienbraun

_- » 4 v L 01A

S

oder mehr oder w Schimmer.

E E R J) SRN er E ra Schwere Mineralöle: Dichte über 0,860 9: Siedepunkt über J 0. É 1A f m J ; 9 ax 280 9: Eniflammungs8punkt über 150 °: von \{mutia gelb bis fastanien O} WNERARN DONn muBig ged dI8 taltantens braun-dunkelgrün.

»mtnor dun Pol» L, et wai ? P , niger dunkelçcelb, mit grünlihem oder orangefarbigem

Tir das tr dto Nhorsoot hon Non unao „Für das in die überfeei chen Besißungen zum Verbrauch - ein- efnbhrte Betroleum tf %p N n9 as v Irtt “T4 o E geführte etroleum ist der Zoll nah dem gegenwärtig gültigen Tarif weiter mit 20 Réis für 1 kg zu entrihten : : hs p j 4 d Ad p Li L L L L, L d Fur die vollständigen oder unvollftändicen Automobile aller e E j A es RODUKL L Uer GAULVINCLLE 4a Systeme find die Zolle na ZaBen zu richte NUTO Tos nota ; 7 Ves L Automobile, unvollständige (mit Rädern und Motor) t J M {a Mitra ahilo 17+ 7, 5 Ç Ly partos : E s Automobile, vollständige, einschlicßlih der 1 dem M L L ; Motor gezogenen Anhänger fowie der Hilfsmotor Stüd 12 Ei; uh : T M L v L. y Stulca 1 ZA e irgelne Teile zur Auébeljerung von {on in den Mean Q U L E C 9 den : Provinzen sich befindenden Automobilen . frei Futrononroothts Mof Ô Y y L: E : Gntgegengeleßte Bestimmungen sind aufgehobe D ( 0 MQUsgCYyoDden. (Diario do governo.)

Zuckererzeugung in den Niederlanden in den Mo Oktober bis Dezember 1903. De i O ten ersten drei Monaten der laufenden Kampagne belief sich ge „ZuCererzeugung der niederländischen Nübenzuckerfabriken auf 119 355 t, wovon auf den Monat Dezember 10 997 t entfallen. ¿Unmittelbar aus Fabriken oder aus Niederlagen wurden in die Ra finerien übergeführt im Monat Dezember 11 661 t, im Kalende jahr 1903 insgefamt 131 153 (eder » Sta ada) 8gefamt 131153 t. (Nederlandsche Staatscourant.)

i Ä Belgien.

Zolltarifierung von Waren. Neße aus baum- wollenem Garn, die im Stück eingeführt werden und eine ver shiedenartige Verwendung zulassèn, niht aber ohne vorherige weitere Verarbeitung für die Seefischerei benußt twerden können “sind nach einer Entscheidung der belgishen Zollbebörde nicht als Nee für die Secfischerei“ zollfrei zu lasen, sondern als Baumwollengewebe, alle R E 15 0 9 bom Wert zu verzollen. N ;

eteertes Baumwo ar ( Herf Fischneten verwendet Uet fol it inL ius ages 17 Ben E L, ollfrei. (The Board of Trade

fre ggr ga E R p [R Rg Ee Ae