1904 / 29 p. 17 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

An tatsächlihem Material kann ih nur folgend tragen. Nach der erwähnten Statistik des Herrn M rats Dr. Teynholt sind wie bereits bemerkt 1. Januar bis 15. Oktober d. J. 21612 F worden. Von diesen zeigten ungefähr 1480 oder 6,8°/6 a Erscheinungen. Jn 326 Fällen, d. h. 10, das Abtreibungsmittel den Erfolg versagt. dieser leßteren nicht unmöglich, daß die Zahl der ungeheilt Entlasse größere ist, da in Uebersicht IIL, 894 Fälle verzeichnet sind, wo die

Kuren anzureihen sind, steht dahin, doch ist es me achtens ausgeschlossen, sie sämtlich als volle Mißerfol sehen, da sowohl bei der fundes no<h Würmer im als au<h bei einzelnen Leuten sein können. Auch können die irrtümlih als neten niht ohne Man wird deshalb nicht etwa die 894 Fälle den e 326 Fällen zuzählen, also mit 1230 oder 5,69%/, „erf Fällen rechnen müssen; aber die Möglichkeit, daß j 326 etwas zu gering ist, ist zuzugeben.

Jn 920 Fällen waren nach als drei Kuren erforderlich, um Heilung herbeizuführ sind 4,29/,. Hierzu ist zu bemerken, daß der Vor Allgemeinen Knappschaftsvereins zu Bochum bereits Rundschreiben vom 6. macht, daß mehr als hinter einander nicht stattfinden dürften, innezuhalten und der Patient als „ungeheilt“ zu ent Wiederholte Kuren überhaupt sind nach Oberbergamts Dgrtmund in circa 10 bis 15% notwendig L ivo

drei, höchstens vier Abtreib1

Dann liegt eine weitere Statistik des Herrn Dr. Dieminger

vor, der seit 1902 die Belegschaft auf der Zeche Graf

untersu<ht. Auf Grund seiner Untersuhungen sind nach seinem

Anfang September 1903 erstatteten Berichte bis dahin sonen einer Abtreibungskur unterworfen worden. war bei:

185 Personen eine 2. Kur (20,7 °/9), 33 It » B ( 3,6 L L Q h e v O O) 8 1 „5. und häufigere Kur (0,9 °/),

insgesamt also in 232 Fällen =

was einem Prozentsaße von 0,22 entsprechen würd beiden leßtgenannten

während der Kur, wie Collaps, bei den Kuren nicht beobachtet. dem Herrn Dr. Dieminger Fälle

Bei der Nachbehan

angegeben, au nicht die Dauer des Leidens und fei Einwirkung auf den späteren Zustand der Patient

werden heute vielleiht näheres von Herrn Dr. D

erfahren. Bezüglih der angeblich

shädigenden Einwirk Kuren auf den menschlihen Organismus

ist unser

im übrigen niht ausreichend und «gerade nah dieser Richtung werden uns die Herren heute durch ihre reichhaltigen Beobach- tungen und Erfahrungen Aufklärung geben können. Von ganz

\<hweren Fällen sind uns nur drei bekannt geworden: zwei {were Störung des Sehvermögens,

Erblindungen und eine aber, wohl verstanden, sind dies die einzigen Fälle \<hwerer Störungen seit dem Fahre 1901.

Es wird si< nun darum handeln, festzusteller Einfluß die Kuren nach den bezeichneten Richtungen haben, und ob es unseres Systems und nah den gemachten Erfahrungen notwendig er dem gegenwärtigen (für Wurmkranke

und in welchen Punkten. Herr Medizinalrat Dr. Tenholt: Um ein Miß zu verhüten, bitte« ich, die Leute, welche mit dem haftet sind, durhweg „Wurmträger“ zu nennen. unterscheidet man Kranke, d. Nichtkranke, d. h. niht wurmkranke Wurrniräger. seiner Zeit zu dieser Unterscheidung gekommen Arbeit, welche aus der Berliner Gerhardt'schen Kli Dort hatte man bei einer

Neger keine Krankheitserscheinungen dar. Dann b

bald darauf ein Obduktionsfall, der für diese Frage von größtem Ein Arbeiter, der früher niemals auf einer

Interesse ist. Zeche gearbeitet gekommen und auf Jm Februar des folgenden Jahres wurde e gradig wurmfkrank erkannt; er starb auch Der Mann hatte an keiner anderen Krankheit geli

hatte, war zu Weihnachten aus

Nieren usw. waren durchaus gesund mit Ausnahme einer sehr geringen fettigen Degeneration am Herzen, die aber die Todes-

ursahe nit gewesen sein konnte. Der Körper ständig blutleer. Jm Darm fanden sih etwa 20 Vorher waren keine Würmer abgetrieben, das filicis fand sich im Magen unverändert vor. De ledigli<h an den Folgen der dur< den Wurm Krankheit gestorben, Die 200 Würmer Blut in dem Maße entzogen haben, daß er ist, Jh nehme mit anderen Forschern an, daß

unter Umständen ein Gift produziert und hierdurch die Von Leichtenstern sind ein oder

gradige Anämie veranlaßt. zwei einshlägide Obduklionen gemacht worden.

älle behandelt

aller Fälle hat Jn 15 (oder 4,6%/6) | b

Fälle war der Patient mit Erscheinungen färben.

der sekundären Anämie behaftet, in 311 nicht. Es ist indessen

legte Spalte dieser Statistik Patienten als geheilt ent-

lassen, jedoch innerhalb se<hs Wochen wieder erfrankt waren. Ob einzelne und wie viele von diesen Fällen den „erfolglosen“

Entlassung troy des negativen Be- Darme der Patienten gewesen sein Neuanste>ungen vorgekommen geheilt Bezeich- weiteres als unheilbar angesehen werden.

der erwähnten Statistik mehr

August 1903 darauf aufmerksam ge- daß vielmehr alsdann

den Ermittelungen des

Von diesen

925,2 9/, eine Wiederholung erforderlich. Nur bei zwei Personen blieb die Kur ohne Erfolg, Personen zeigten blühende Gesichtsfarbe, gesundes Aeußere, keine Zeichen von Anämie. Besondere Zufälle Sehstörungen usw. wurden

von Tecterus catarrhalis, Gastritis, Gastroenteritis vorgefommen. Jhre Zahl ift nicht

gegenüber dem unleugbaren Erfolge vom wissenschaftlichen Standpunkte aus

und Wurmbehaftete gleichen) Verfahren irgend eine Aenderung eintreten zu lassen,

h. wurmkranke Wurmträger und

Anzahl von Negern aus Südafrika den A.-Wurm gefunden und doch boten auffälligerweise diese

Zeche Recklinghausen angelegt worden.

bald darauf.

können ihm nicht das daran gestorben

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war voll- 0 Würmer. extractum x Mann ist verursachten

der Wurm hoch-

Er erwähnt

blutiger Massen, meines Erachtens rühren solche e Würmern, sondern von einem gleichzeitigen Magengeschwür

her. Jch habe niemals Die in der Literatur besprochenen Fälle von Blutungen lassen

sich auf andere Ursachen

neuesten Nothnagelshen Werke über vorlese:

stehung der Ankylostomanämie Blutverluste außer Zweifel gestellt, so ist andererseits auch die Anschauung über wohl begründet. aus dem Ankylostoma im Darm seines Substanz hervorgeht, resorbiert wird und in den Harn über- geht. Blutbahn injiziert, verändert. mit dem Harn derselben Personen, nahdem die Ankylostomen

abgetrieben waren und konnte nun zeigen, daß der Harn die

anämisierende Wirkung ( Autoren wurden diese Versuche später in

bestätigt. l Forschungen Bouchards und seiner Schule über die Giftkörpér

im normalen Harn an Boden verliert, bedarf prüfungen.)

wirkung des Ankylostoma durh die Stoffwechselversuche Bohlands,

E die man im Darm gefunden habe. Aber | A

Blutungen niht von den solche Blutungen im Darm gefunden.

insbesondere auf Hämorrhoidal- lutungen zurücfführen, die ja stets die Stuhlgänge blutig

Sie gestatten wohl, meine Herren, daß ich hier, betreffs er toxischen Eigenschaft des Wurms eine Stelle aus dem Pathologie und Therapie

Möglichkeit der Ent-

„Jst „durch die exakten Angaben die akute oder subakute

durch

die Anämie dur<h Giftwirkung des Wurmes Lussana hat im Jahre 1890 gezeigt, daß Wirtes eine gistige

Wurden Extrakte dieses Harnes Kaninchen in die so wurde das Blut der Tiere anämisch

Zur Kontrolle wiederholte Lussana die Versuche

Von anderen | f vollem Umfange (Wie weit diese Folgerungen durh die neuen

nicht mehr besaß.

weiterer Nach- | 1

Eine weitere Stüge findet die Annahme einer Gisft-

welche eine erheblih gesteigerte Eiweißzerseßzung

Intensität des Stoffwechsels begleitet, während wir fie gerade bei den Anämien auf toxischer Basis zu finden pflegen.“ Meine klinishen Erfahrungen erstrecken sih auf etwa 4000 Wurmträger, die wir von 1894 bis jeßt untersucht haben. Im Anfange hatten wir die allerschwersten Fälle und verordneten nah dem Vorschlage Leichtensterns möglichst frisches extractum filicis, Wir haben damals die großartigsten Erfolge damit. erzielt, sodaß ih der Meinung war, man föónne jeden Kranken furieren. Bei den späteren Untersuchungen der Kranken, die weniger anämishe Erscheinungen boten, hatten wir indes ver- schiedene Mißerfolge zu verzeichnen; die Ankylostomum-Eier ließen si weniger gut abtreiben. Es kamen auch Erscheinungen bedenklicher Natur hinzu. Die Leute klagten über einen ganz eigenartigen Schwindel, litten an Kopfschmerz und Seh- stórungen. Jn solchen Fällen wurden die Kuren ausgeseßt und die Leute erhielten diese oder jene Stärkungsmittel. Damals schon haben wir uns nach einem anderen Mittel um- gesehen, haben es mit Santonin, Koso, Granatwurzelrinde usw. versuht, haben aber keine Erfolge erzielt und kehrten immer wieder zu extractum filicis zurü>. Als später zwei Fälle von vollständiger Erblindung vorkamen in einem Falle sogar ohne onämische Erscheinungen und wo das Mittel äußerst vorsichtig, nur 2 Tage lang, täglich 5 g, gegeben worden war —, wurden wir stuzig. Meine Assistenten weigerten sich, das Mittel zu verordnen. Da haben wir es mit Thymol ver- sucht, aber feine guten Erfolge erzielt, dagegen traten auch bei diesem Mittel schwere Nebenerscheinungen hervor. In den legten Tagen. habe i< auf Anregung in einer Vorbesprechung zur heutigen Sigung versucht, diejenigen Fälle zusammenzustellen, in denen die Wurmträger infolge des ge- gebenen Mittels sehr angegriffen oder beschädigt worden sind. Redner erwähnt zunächst 38 im Elisabeth-Hospital zu Bochum behandelter Fälle, wo es nicht gelungen war, die Würmer vollständig abzutreiben, weil das extractum filicis die Gesund- heit der Leute dermaßen angegriffen hatte, daß es bedenklich erschien, dasselbe weiter zu geben. Es werden dann noch weitere Beispiele angeführt, daß dies Mittel s{hädli<h gewirkt habe; es sei jedoch nicht zu entbehren, nur von einer zwangsweisen Anwendung desselben glaubt Redner abraten zu müssen.

Herr Geheimer Obermedizinalrat Professor Dr. Kirchner: Meine Herren! Die Frage zu Punkt 1 ist wohl so gedacht, ob si unterschiedliche Wirkungen der Abtreibungskur zwischen „wurmkranken“ und „wurmbehafteten“ Personen ergeben haben. Der Punkt scheint mir sehr wichtig. Zunächst begrüße ich es mit lebhafter Freude, daß Herr Tenholt den prinzipiellen Unterschied zwischen „wurmfkrank“ und nur „wurmbehaftet“ aufgegeben hat, und wir nur no<h von „Wurmträgern“ sprechen wollen. Wenn auch in klinischer Beziehung zweifellos ein Unterschied zwischen solchen Wurmbehafteten, die noch keine merklichen Krankheitserscheinungen haben, und den deutlich Anämischen besteht, für die hygienishe Beurteilung ist der Unterschied ohne Belang. Die Gefahr, die den Bergwerken von einem Wurmkranken droht, ist gleich groß bei einem Wurmträger, ob er wurmkrank if oder N, - eder, Der Würmer beherbergt, ist eine Gefahr für seine Mitarbeiter. Er muß daher mit den erfordérlichen Mitteln behandelt werden oder aus der bergmännishen Tätigkeit ausscheiden. Zwingen fann man natürlih niemand, das Mittel zu nehmen, aber man kann und muß ihm die Arbeit unter Tage verweigern, wenn er sich niht behandeln lassen will, und man muß darin fest sein und ihm im Weigerungsfalle sagen: „Willst Du Dich nicht behandeln lassen, so mußt Du die Bergarbeit aufgeben“. Das ist unbedingt notwendig. Jh glaube, wenn man dies den Leuten in Ruhe auseinanderseßt, dann werden sie ver- nünftig sein und sih der Kur unterwerfen.

Aus den Mitteilungen des Herrn Tenholt schien hervor- zugehen, als ob gerade bei den gesunden Wurmträgern die Wirkung der Kur langsamer erfolge und s{hwerere Neben-

nicht hervor, und nicht krank waren. gegeben hat, fallen nicht ins Gewicht, weil man nur prozentual rechnen kann. Wenn bei 4000 Kuren nur eine so geringe Anzahl mit Nebenstörungen vorgekommen sind, zurückhalten, Allerdings ist einander bei einem eine Pferdekur. impfung müßte man dazu übergehen, Kuren angemessene dritten erfolglosen angemessene Zeit, etwa 1/, Jahr, zu unterbrechen. Mittel differenter Natur wird auf den Körper s{hädli< wirken. es aufzugeben, Chloroform au<h immer weiter an, nahmefällen der Tod in der Narkose erfolgt.

Würmer ein Gift produzierten, suchungen angestellt werden. Das wäre vielleicht eine dankbare

Aufgabe für Herrn Bruns.

zu sein. : / uns noch mitgeteilt, daß die Eier, welche im Darm entstehen,

umwandeln. der Fälle richtig sein. wirksamen Kuren sich Darm des Betreffenden

möglich ist.

us der Reihe von Beispielen, die er anführte, ging aber ob dies Personen betraf, die Würmer hatten Auch die Zahlen, die Herr Reuß

Im großen und ganzen kann man sagen:

so kann uns das nicht mit der Anwendung der Mittel weiter vorzugehen. die Anwendung von 8 bis 10 Kuren hinter- Wurmträger zu hart, das ist wirklich fast Analog dem Verfahren bei der Schußpoken- zwischen den einzelnen Pausen eintreten zu lassen und nach der

Kur die Behandlung ganz oder für eine Jedes

ungeschi>t angewandt Solcher Wirkungen wegen

wäre nicht wohlgetan. Wir wenden ja das obwohl in seltenen Aus-

Ueber die vorgetragene Ansicht, daß die Ankylostoma- müssen wohl erst no< Unter-

Bis dahin müssen wir uns keptish verhalten. j Noch eine andere Frage scheint mir noch nicht klar gelöst Bezüglich der Entwickelung des Ank.-Wurmes wird

nah außen abgesondert werden und si< dann erst in Larven Das wird auch für die überwiegende Mehrheit Aber die Beobachtung, daß troy vieler immer noch Eier und Würmer im nachweisen lassen, drängt die Frage unter Umständen - im

sowie eine beträchtliche Erhöhung des respiratorischen Quotienten | auf, ob es nicht möglich ist, daß sih

in zwei Fällen von Ankylostomiasis nahwiesen. Die reinen | Darm selbst die Eier in Larven verwandeln können. Jch posthaemorrhagishen Anämien sind aber, wie wir oben | weiß wohl, daß dies in der Regel nicht der Fall ist. Aber gezeigt haben (s. S. 18), nicht von einer größeren | i<h möchte festgestellt sehen, ob es niht doch ausnahmsweise

Fch resumiere mi<h dahin: Es ist ein großer Fortschritt, daß wir darüber einig sind, alle Wurmbehasfteten als „Wurm- träger“ gleih zu behandeln; es ist nit sicher nachgewiesen, daß die nachteiligen Folgen der Kuren bei den „Nichtkranken“ etwa s{<limmer wären als bei den wirklich Kranken; es ist ferner noch nicht nahgewiesen, daß der Ank.-Wurm ein Gift produziert; für die spätere Behandlung wird es sih empfehlen, zwischen je zwei Kuren eine angemessene Pause eintreten zu lassen, in jedem Falle überhaupt niht mehr als 3 Kuren hintereinander vornehmen zu lassen.

Herr Dr. Perner gibt zu Punkt 1 einiges statistisches Material. Seit Mitte Februar sind in den Baracken auf Zeche „Erin“ und „Westhausen“ im ganzen 1205 Mann in 1609 Kuren, und zwar mit extr. fil. behandelt worden. Dies wurde in verschiedenen Dosen bis zu 12 g, gewöhnlih nüchtern, gegeben und nah einer halben Stunde ein Kalomelpulver. Am anderen Tage ruhte die Kur. Den folgenden Tag wurden dann 2 g weniger gegeben. Die meisten Leute haben die Kur gut vertragen. Verschiedentlih hat s< Appetitlosigkeit, auch Kolik infolge des Kalomels gezeigt; bei 5 Mann ist Tcterus festgestellt worden, Herzstörungen bei 2 und Schwindel- (Ohn- machts-) Anfall bei einem Mann. Störungen des Sehvermögens wurden nicht beobachtet. Redner kommt zu dem Schlusse, daß bei den meisten Leuten infolge der Kur keine besonders nennenswerten Beschwerden aufgetreten seien, daß aber die Möglichkeit ernster Störungen vorhanden sei. Von den 40 am legten Donnerstag aus der Barae Entlassenen nahmen 36 die Arbeit sofort wieder auf; 2, die Junggesellen waren, wollten bis zum nächsten Montag feiern, erklärten sih aber selbst für gesund; einer hatte Kovfschmerzen und einer Ieterus. Im übrigen sind auch etliche Leute gekommen und haben er- flärt, die Kur sei" ihnen ganz gut bekommen. Wahrscheinlich, weil sie einmal ordentlih abgeführt haben.

Herr Medizinalrat Dr. Tenholt: Jn den von mir angeführten Fällen, wo 10 bis 11 Kuren angewandt worden sind, sind diese Kuren nicht hintereinander gemacht worden. Die betreffenden Leute waren vorher hon in anderen Kranken- häusern behandelt. Jn unserem Elisabeth-Krankenhause wurden höchstens 4 Kuren vorgenommen. Die unangenehmen Er- fahrungen, die wir gemacht haben, haben den Allgemeinen Knappschaftsverein in Bochum veranlaßt, am 6. August d. J. an sämtliche Aerzte ein Rundschreiben zu richten, worin der Nat erteilt wird, höchstens 3 bis 4 Kuren im Einzelfalle zu machen. Redner verliest das Schreiben und kommt dann auf das Beispiel der Chloroformanwendung. Diese finde statt bei Operationen, wo die Gefahr der Unterlassung derselben größer sei als die des Chloroforms. Bei der Wurmkrankheit, namentli<h bei den nihtkranken Wurmträgern, sei aber die Gefahr der wiederholten Abtreibungsversuche größer als wenn man den Wurmträger laufen lasse. Was die gestellte Frage betrifft, ob si<h die Eier hon im Darm zu Larven ent- wi>eln können, so glaube ih, daß das bestimmt nicht der Fall ist. Es wäre höchstens möglih, daß sih aus dem am Affter haften gebliebenen Wurmeiern in den feuchtwarmen Hautfalten niht nur junge, sondern auch reife eingekapselte Larven entwidelten und dur<h die Hände desselben Wurm- trägers wieder in seinen Mund gelangten, was man be- kanntlich Autoinsektion nennt.

Herr Professor Dr. Löbker: Nach meiner Ueberzeugung fommt eine Entwickelung im Darm nicht vor. Das ist schon definitiv dur<h die Arbeiten der älteren Autoren entschieden. Es muß zugegeben werden, daß bei Verstopfung ausnahms- weise ein Ei sih im Di>kdarm etwas weiter entwieln kann als gewöhnlich, auch daß am Aster und in dessen Umgebung eine Entwickelung von Larven zustande kommen kann, aber “die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, daß diese Larven zur Einkapselung kommen, und da nur aus diesen die geschleht8-

reifen Würmer entstehen, so ist die Uebertragung auf diese

Weise praktis<h wohl kaum zu befürchten.

erscheinungen erzeuge, als bei denen, die schon anämisch waren.

Sa D E C

E V CICEARA

T T E Era N I

_Der Wurm is ein gieriger Blutsauger, namentlich das Weibchen, und es ist daher auch verständlih, daß beim Vor- handensein zahlreicher, fortgeseßt saugender Jndividuen der Zustand der <hronishen Anämie herbeigeführt werden fann Anderseits sprechen manche Umstände für die Wahrschëinlich- feit, daß die Würmer ein Gift absondern. Niemand weiß bisher, wo dieses Gift entsteht, wie es beschaffen isi und ob es wirkli<h vom menschlichen Körper aufgenommen wird. Diese Annahme einer toxishen Einwirkung ist für die Erklärung mancher Erscheinungen der Krankheit sehr bequem, bleibt aber vorläufig eine Hypothese und muß erst dur< weitere Unier- suchungen bestätigt werden. :

__Jn der Frage zu Punkt 1 ist wiederum der Unterschied zwischen Wurmfkranken und Wurmbehafteten gemacht, worüber fürzlich bei einer Besprechung in Bochum unter den anwesen- den medizinischen Sachverständigen Einigung erzielt ist Klinisch ist dieser Unterschied aufreht zu erhalten, denn es ist von großer Bedeutung, ob der Mensh shon an den Folgen der massenhaften Wurminvasion leidet, oder ob bei Veherbergung einer nur geringen Anzahl von Würmern eine {hädliche Einwirkung bei ihm nicht zur Geltung fommt Früher nahm man an, daß der Besiy der Würmer überhaupt schädige. Wir wissen jeßt aber mit Bestimmtheit und das ist ein wesentlicher Erfolg der Massenuntersuhungen im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier, daß wir viel mehr gesunde Wurmbesißer haben als solche, die frank sind, ja leßtere sind infolge der getroffenen energischen Maßregeln kaum noch vor- Landen, Für das Krankwerden des Wirtes ist die Zahl der Würmer und die Dauer der Beherbergung derselben sowie die größee oder geringere Widerstandsfähigkeit des Wirtes maßgebend. Jch kann aber nicht anerkennen, daß die Lehre von der Jmmunität gewisser Volksstämme oder einzelner Jndividuen bis dahin eine unanfehtbare wissenschaftliche Basis

gefunden hat. Jn leßterer Beziehung verweise ih auf die von mir bei meinem ersten Besuche der Zeche Brennbergy in

Ungarn im Jahre 1896 gemachten Erfahrungen. Unter der

gesamten Belegschaft unter Tage fand sich faum ein Mann der nicht franf war. Und die Annahme einer Immunität gewisser Volksstämme ist {hon von Leichtenstern ‘mit Recht und mit vollem Erfolg bekämpft worden. Soviel über die klinische Seite der Frage. :

Vom hygienishen Standpunkte aus darf man feinen

Unterschied zwishen Wurmbehafteten und Wurmkranfen

machen, wenn die Bekämpfung der Plage erfolgreih durch-

geführt werden soll. Die von den gesunden Wurmträgern im

Kote entleerten Ankylostomum-Eier find in der gleichen Weise entwi>elungsfähig wie die vom Wurmfkranken gelieferten. Detve liefern und verbretten mithin das für die Entstehung der Würmer und der Krankheit erforderlihe Material, und da für die Entwickelung der Eier außerhalb des menschlihen Körpers allein der günstigere oder ungünstigere Nährboden maßgebend ist, in den die Eier abgeseßt werden, so darf man aus der Tatsache, daß der Kot eines Wurmkranken entsprechend der größeren Anzahl von Würmern meistens mehr Eier enthält als die gleiche Menge Kot eines gesunden Wurmträgers | auen unter feinen Umständen einen Unterschied machen zwischen Wurmbehafteten und Wurmfkranken; beide sind bezüglich der Verbreitung der Würmer und der Krankheit gleich gefährlich mithin auch in gleiher Weise zu behandeln. G Schon im Anfange der 90er Jahre, als nur Wurm- kranke behandelt wurden, habe ih au< mangelhafte und erfolglose Abtreibungsresultate zu verzeichnen gehabt, obwohl die Kuren damals sehr subtil unter meiner eigenen Aufsicht durhgeführt werden konnten, da ja nur relativ wenige Fälle in Betracht kamen. Jch kann daher auh in bezug auf den Erfolg der Kuren keinen Unterschied gelten lassen zwischen ranken und nichtkranken Wurmbesitzern. Jch glaube, daß die Ansicht des Herrn Tenholt von ihm selbst noch einer Nach- prüfung unterzogen werden muß. Er muß bedenken, daß er seine Anschauung gewonnen hat auf Grund seiner Beobachtungen in den leßten Jahren, wo er es weniger mit kranken, als mit gesunden Wurmbesizgern zu tun gehabt hat. Die aus zahl- reichen Beobachtungsstellen des Reviers stammende Massen- itatistik hat nur einen relativen Wert. Dem Resultat einer ‘Sa Slatijtik eines einzigen Beobachters lege i größeren J zert bei, weil in ihr nur Fâlle enthalten sind, in denen die Behandlung unter denselben Bedingungen stattgefunden hat. Die üblen Nebenwirkungen des extr. fil, von denen in leßter Zeit so oft die Nede gewesen ist, treten keineswegs nur bei der Benußung des Mittels gegen die hier in Betracht kommenden Würmer, sondern in gleicher Weise bei der Ab- treibung anderer Eingeweidewürmer auf. Auch andere Ab- treibungsmittel find durchaus nicht immer ganz ungefährlich für den Menschen. Darum sollten auch z. B. Bandwurm- kuren nur unter Kontrolle des Arztes in Krankenhäusern gemacht werden. Wollte man aber den gesunden Wurm- besiger, der sich gegen die Abtreibung der Parasiten sträubt ungestört in der eigentlichen Grubenarbeit belassen, so würde er seine Mitarbeiter gefährden. Er hat daher die Verpflichtung, zum Schuße der anderen si< der Kur zu unterziehen. Bei der Verabreichung des Farnkräuterextraktes muß äußerst vor- sichtig verfahren werden. Jeder Arzt weiß, daß die Anwen- dung von differenten Mitteln unter Umständen Gesundheit und Leben des Menschen gefährden kann, er trägt daher auh die volle Verantwortung für die korrekte Anwendung derselben und richtet Dosierung wie Art der Anwendung des Mittels nah den besonderen Umständen jedes Falles ein. Jn dieser Freiheit des Handelns soll man den Arzt nicht ‘durch Reglements beschränken. Aus Mitteilungen von seiten verschiedener Aerzte habe ih entnehmen zu können geglaubt, daß sie sih bei diesen Kuren in ihrer Freiheit beschränkt fühlen. Eine solhe An- shauung darf nicht aufkommen. Der Arzt muß von Fall zu Fall entscheiden. Die Notwendigkeit der besonderen Belehrung und Unterweisung der Aerzte über die Ankylostomiasis und deren Behandlung bleibt dabei bestehen, .da es ih um eine

meinen Bergleute geäußert hat, kann ih nur beipflichten. 894 Mann dürfen jenen 326 der zweiten Spalte ebenda nicht ohne weiteres zugezählt werden; denn der Fall ist nicht selten, daß ein Mann, mag er auh drei bis vier Rüfälle ‘der Ee Le haben,’ s{hließlih, manhmal allerdings erst nah Ablauf von einigen Monaten, endgültig ei lgrei

Kur absolviert. E

habe, so meint er, daß man die bloßen Wurmträger aus zwei Gründen mit den Abtreibungekuren mehr s{honen müsse, als |

Aerzten in Deutschland nur in ; werden kann. Ÿ unserem Revier kennen gelern

(Sewerhbe:

aber gewaltsam vorgehen könne, und bemerkt noh, extr. fil

müsse man übrigens mit Vorsicht von flinishen Sachverständigen ausgingen.

Fürstentum mitgeteilt, wo bei der SOer Jahre Auch Professor Dr. Leichtenstern habe damals bestätigt. die Wurmträger abhält, unterirdish zu arbeiten? Herr Professor Dr. Löbker: Vollständig! dem Standpunkt: Wurms über Tage findet bei uns nicht statt.

(Grube arbeiten und von dort Arbeitsstätte infizieren. L Q ; Ez n Austro>nung, spätestens der erste Frost vernichtet diesen Herd. Von einer Uebertragung des Wurms über Tage kann man in der Praxis nicht reden, wenn man auch theoretisch die Möglichkeit einer solchen in ganz besonderen vereinzelten Fällen zugeben muß. f ; E E Obermedizinalrat Professor Dr. Kirchner: Die 2 nf jt des Herrn Tenholt, daß man die Leute mit den “e ruhig laufen lassen fönne, halte ih nit für richtig. L en durch die Blutentziehung eine Gefahr für den De reffenden selber, dann aber dur< die Verbreitung der Eier eine solche au<h für die Allgemeinheit. Zwingen zu einer Kur oder Operation kann man niemand, das ist nicht einmal in der Armee zulässig, selbst wenn der franfe Soldat durd die Weigerung zu einer Operation seine Wiederherstellun it Felddienstfähigkeit unmögli<h macht. n Jh möchte dann weiter bemerken, daß die angebliche Ungefährlihkeit der Wurmträger über Tage m. E noch erst der Feststellung bedarf. Denn auch bei uns herrscht im Sommer sftundenlang eine Temperatur von über 21 0 A Stellen in der Umgebung der Bergwerke über Tage wo Feuchtigkeit und Schatten vorhanden ist, wo die Eier fich erst in anzystierte Larven verwandeln können. Jh bin Ansicht, daß man in den heißen Sommermonaten hinsichtlich

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muß, fh behandeln zu lassen, weil sie zeitweilig efährli werden können. Jh möchte als etwas Analoges die anführen. Sie ist ja befanntlih in den S eaven heimisch und in der Reyel fommen die Cholerabazillen bei uns niót fort. Allein im Sommer en sie in flachen Betten ‘von „luh)jen auh bei uns geeignete Verhältnisse, fich zu ermehren. Es find das allerdings nur Ausnahmen, aber diese darf man doch nicht übersehen, wenn man die der Krankheit verstehen und verhüten will. N . _Herr Oberbergrat Bennhold: Die Lektüre der in einem Muster vorliegenden bergpolizeilichen Anordnung, betreffend Sicherheitsmaßregeln gegen die Wurmkrankheit auf den einzelnen QIuen des Oberbergamtsbezirfs Dortmund, hat vielleicht die “4nnahme erwed>t, als ov ein Zwang zur Einnahme der Wurm- abtreibungsmittel auf die polizeiliche Maßnahmen eintreten solle. Jn $8 Der Anordnung sind nämlich aus Versehen einige Worte stehen geblieben, die aber in Wirklichkeit si<h nicht in a ordnungen finden. Der Paragraph lautet vielmehr richtig: „Die Belegschaftsmitglieder sind verpflichtet, sich den zur sahgemäßen Durchführung der mikroskopischen Untersuhung vom Arzt für erforderlich erklärten Maßregeln zu unterwerfen.“ Ein Sina in bezug auf die Vornahme der Kur wird also nicht aus- geübt. 5 Herrn Geheimrat Kirchner möchte ih no< erwidern, daß ein Zureden, die Bergleute möchten sih der Kur unterziehen, faum notwendig wird, weil die im Falle der Verweigerung der Kur eintretende Beschäftigung über Tage ihnen bedeutend weniger Lohn bringt und sie deshalb möglichst bald wieder unter Tage angelegt zu werden suchen. Deshalb werden in der Regel über Tage nur diejenigen bleiben, die überhaupt niht von dem Wurm zu befreien waren. Dies würden also etwa 326 Mann sein bis jetzt. i

Vom Standpunkt des Oberbergamts aus haben wir nur mit hohem Jnteresse verfolgt, in welher Weise ärztlicherseits der Krankheit zu Leibe gegangen wird; wir haben uns aber gehütet, bei etwa von uns zu erlassenden Vorschriften die rein ärztlich-tehnishen Details der Krankenbehandlung zu berühren

Dies wird au in Zukunft nicht geschehen. A h | Der Auffassung des Herrn Geheimrats Reuß, die er hinsichtlich der in der leßten Spalte der Uebersicht des Allge- Knappschaftsvereins erwähnten 894 wurmkranken Diese

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Wenn ih Herrn Medizinalrat Tenholt re<t verstanden

besondere Berufskrankheit der Bergleute handelt, die von den

es bisher geschehen ist. Einmal, weil die Vornahme der

Auf Ole des cu Ministers für Handel und : Kann man jemand zwingen, das Mittel nehmen?“ antwortet Redner, daß man nur mit Rat, nit

sei als bestes Mittel erprobt. Die Mitteilun

[ | l bt. gen aus Engl über das Thymol seien nicht maßgebend; diese Mitteilengen aufnehmen, weil sie nicht

Herr Minister für Handel und Ge s i weitere Frage: Tritt fet Gefahr a O behafteten Leute über Tage weiter arbeiten? Ein früher ‘im Uppe ansässiger Arzt habe ihm mehrere Fälle blutarmen Zieglern {on zu Anfang der Ank.-Wurm gefunden worden sei. for T iese Tats

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durch 30 jährige Beobachtungen in Brennberg erwiesen. Auf

U iegelfelde Tann nur im Sommer vorübergehend ein

bs lonsherd entstehen, wenn die Ziegler, wie dies in ein-

zelnen Landern der Fall ist, im Winter in einer infizierten

den Infektionsstoff mitbri

G 1 1 ort den onsstoff mitbringen.

Dann können si<h au< die Frauen auf der gemeinsamen

Aber s{hwankende Temperatur der

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der N E E « T > A - L d Ver. FOENIEAZEs über Tage besondere Vorsicht walten laffen | muß, und daß man auch diese Leute dahin zu bringen suchen

gefährlich |

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wurmkranken Arbeiter durch berg- | 5 des Musters |

An- |

t | Kuren Gefahren für den Behandelten in fih berge, und dann weil die Erfolge in der Behandlung der Wurmträger do immerhin mangelhaft wären, die Kur zu oft wiederholt werden müsse und die Wurmträger anscheinend eine größere Wider- standsfähigkeit zeigten, als die wirkli< {hon Wurmkranken . | Für die legtere Anschauung habe ih aus den von ihm ge- machten Mitteilungen einen Beweis noch nit entnehmen fönnen Was die schädliche Nebenwirkung des Abtreibemittels betrifft, so möchte ih doch darauf hinweisen, daß nach den Erfahrungen des Allgemeinen Knappschaftsvereins fi< die bei weitem größte Zahl der Leute, die eine Abtreibungskur durhgeanacht haben, sofort wieder der Arbeit zuwendet, daß ferner zwar in mehreren Fällen eine Rekonvalenszenz erforderlih gewesen ist daß aber infolge der nahteiligen Nebenwirkungen des Ab- treibemittels meines Wissens, abgesehen von den ganz ver- einzelten schon erwähnten Fällen der Schädigung des Seh- vermögens, bis jegt no<h fein einziger Jnvalidisierungsfall vorgekommen ist. Es werden wohl solche Anträge eingehen aber nur deshalb, weil die Leute, welhe von den Würmern nicht befreit werden fonnten, infolge der bestehenden berg- polizeilichen Vorschriften nicht mehr rein bergmännische Arbeit unter Tage verrihten dürfen, ni<ht aber deshalb, weil sie überhaupt an fh invalide find. Unsere Erfahrungen nah allen diesen Richtungen hin stüßen \sih auf die verschiedensten Quellen, auf Gespräche mit Aerzten, auf die Mitteilungen des Beamtenpersonals der Grube, auf Mitteilungen der Heilgehilfen e Demanderen Gesichtspunkte des Herrn Tenholt, daß die Mißerfolge der Abtreibungskuren zu häufige seien, als daß man die Kuren den an und für fich noch gesunden Wurm- trägern zumuten fönnte, fann ih nah den oberbergamtlichen Ermittelungen der lezten Wochen auch nicht ohne Einschränkun beipflihten. Aus dem umfangreichen Material des Ober- bergamts habe i< den Eindru> gewonnen, daß das pro- zentuale Verhältnis der sogenannten rüfälligen Wurmkranken nacgerade ganz wesentli< im Schwinden begriffen ist Früher waren es etwa 20 °/%, jeßt sind es übershläglih nur noh etwa 10 bis 15 °/, der Nachuntersuchten, die sich 5 wieder oder no<h mit dem Wurm behaftet herausstellten. Eine Wiederholung der Kur nah längerer Pause hat an- scheinend also guten Erfolg. Vielleicht rechnet man unter die Zahl der Nückfälligen häufig auch Leute ein, die si< neu infiziert haben. Zu dieser Auffassung komme ih durch fol- gende Beobachtung. Wir haben im Bezirke hinsichtlich des SEERes Dex Verseuhung der Zechen mit Wurmkrankheit große Verschiedenheiten. Die eine Zeche ist offenbar vollständig mit dem Anste>ungsstoffe durchsezt, bei der anderen sind nur einzelne Brutherde vorhanden. Auf den weniger verseuchten | Zechen ist nun die Zahl der Rüffälle verhältnismäßig bei

| weitem geringer als bei î ihwer s F | weitem p e bei den s{<wer verseuhten Gruben 4 PN E g . - a: M E | Waraus I1MLete 1 dan aut den lektter i ;z ; | Lee 1, daß au | en e Dele Der Ftnfzter 17 1 E L inie B O Die Gelegenheit r „Fnnzlerunga 1! Dogem Vicaye qegeber vieles Nit | E zCLeng (Ae QegeDen Ul, Dei 1 ( auf Neuanfste>un trüdzuführen nd Gerad j E e A L L U T1 LILD. PTANDE Q «o M caraaner uu d )erade nach dieser TLGiuUna vollen wir ms3alihf#t mehr M atorial Tams Í L : e 0G) IneUT cateriai tammein. Nedner weist dann noch auf 5 2 PE E 0 E. POERRO E A Ba a E S nn noc auf die Zee Steingatt hin, die <0) o9ne dag man es wußte zu einem folhen Wurm l, »ro f 18aebildet Rabs no its L 26440 10iMen <OUT Z erDe SaeDLLD A 4 5+ E S K” ° rde ausg t habe, daß man ¡e8t, wie das oberbergamtliche ( s t f L

en einmal d beschäftigt ge- nbehajtet ansehen müsse. Nach der Grube sei die Belegschaft über

an unzählige Stellen vershleppt,

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1% Q p 4 und deswegen schon stehe das Oberber chiede i s Oberbergamt ganz entschieden

au dem Standpunkte, daß zwischen bloßen Wurmträgern und den Zurmtranten in der Ergreifung von Maßregeln grund- säßlih kein Unterschied gemacht werden dürfe. : P Ls. DEU Nachdem wir uns dahin geeinigt haben, daß für die Bekämpfung der Krankheit ein Unterschied zwischen sogenannten „Wurmkranken“ und „Wurmbehafteten“ in keiner Weise mehr gemacht werden darf, glaube ih auf den Standpunkt, den ih immer vertreten habe, nur ganz kurz ein- | gehen zu sollen. E Vie Bekämpfung der Wurmkrankheit muß darauf hinaus- | laufen, das gefährliche Prinzip derselben zu eliminieren. Da | schien es mir, als ob der Begriff der Gefährlichkeit nicht \o | gefaßt worden wäre, wie er vielleicht gefaßt werden muß. Es wurde verglichen die Gefährlichkeit, die die einzelnen Würmer L den Kranken haben, mit der Gefährlichkeit der Abtreibungs- ur. So steht die Sache aber niht. Wenn wir vergleichen wollen, dann müssen wir die Gefährlichkeit der Abtreibungskur vergleichen mit der Gefährlichkeit, die der einzelne Wurm- träger für die gesamten Berufsgenossen der Zeche darstellt. Und wenn wir dann daran denken, daß unter Umständen von einem einzigen Wurmbehafteten die Verseuhung der ganzen Belegschaft einer Zeche ihren Ausgangspunkt nehmen kann, so N es, zumal au<h mit Rücksicht auf die vorher mitgeteilten | esultate der Abtreibungskur, nicht zweifelhaft sein, ob wir die dem Wurmträger drohende oder die von seiten des Wurm- trägers drohende Gefahr höher bewerten. Das gefährliche

Nyinzui g Gt 18 L al F | Prinzip der Krankheit ist die eingekapselte Larve, und eine

solche ift gleich gefährlih, mag sie nun von einem „Kranken“ oder von einem „Wurmbehafteten“ stammen.

__Die während des ganzen leßten Jahres angestellten Ex- perimente haben mi<h zu dem Schlusse gebraht, daß wir absolut daran festhalten müssen, daß eine höhere Temperatur, ein größerer Feuchtigkeitsgehalt und ein Abschluß des Sonnen- lihtes notwendig sind, um eine Entwickelung der Eier zu ein- gekapselten Larven zu ermöglichen. Bezüglich der Temperatur gilt die früher angegebene Grenze niht mehr. Wir können Eier auch weit unterhalb von 23° zur Entwickelung bringen. Bei einer Temperatur, die während 18 Tagen zwischen 20,2 und 20,8 ° schwankte, war es möglich, einige wenige Eier zu eingekapselten Larven zu bringen. Unter 20 ° ist es uns bis jet aber nicht gelungen. Es fand wohl bei niederer Tem- peratur (17—18 9) ein Auskriechen der Larven aus den Eiern statt, aber zu einer vollkommenen Entwickelung kam es nicht. Lambinet behauptet jedo<h, daß von ihm bei Temperaturen von 17—18 9°, ja sogar bei 14—15° einige wenige ein-