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b. in genügender Höhe, |

2) der veterinäre Grenzshuß niht abgeschwächt, sondern eher noch | verstärkt werde, und insbsondere Viehseuchenkonventionen, wie die zur Zeit mit Oesterreih-Ungarn bestehende Konvention, nicht wieder ab- geschlossen werden, / |

3) das Schlahhtvieh- und Fleishbeschaugeseß im § 12 Abs. 2 über die Einfuhr des zubereiteten Fleisches dahin- abgeändert werde, daß Pökelfleisch und Schmalz von der Einfuhr ausgeschlossen werden.“

um. Schluß berihtete der Geheime Regierungsrat, Professor Dr. Delbrück-Berlin über die Kartoffeltrocknerei und Korn- trockdenapparate in betriebs- und volkswirtschaftlicher Hinsicht. Ohne Diskussion wurde der folgende von ibm gestellte Antrag einstimmig angenommen : 8

„Der Deutsche Landwirtschaftsrat beschließt :

1. Betreffend Kartoffeltrocknerei. 1) Die Technik des Kar- toffeltrocknens i eine so durchgebildete, die Verwertung der Trockenkartoffeln zur Fütterung oder zur Spiritus- und Preß- befefabrikation, ferner in Form von gemüllertem Kartoffel- mehl als MRoggenmehlersaß eine so günstige, daß die Er- ridtung von Kartoffeltrocknereien empfohlen werden kann. 2) Vermöge der Einrichtung von KartoffeltroEnereien und des in er- freuliher Weise steigenden Bedarfs der Spiritus- und Stärkeindustrie wird der Markt in Frischkartoffeln so zu regeln sein, daß die im Snteresse der Landeskultur und der Nationalwirtshaft dringend er- wünschte. Erweiterung des Kartoffelbaus befürwortet werden kann.

11. Betreffend Korntrocknerei 1) Durch die Arbeiten des Versuchskornhauses is die Korntrocknerei als tehnisch gelöst und wirtschaftlih durchführbar und erwünscht nahgewiesen. 2) Die Auf- stellung von Korntrocknern ist jedoch nur lohnend an Umschlags- oder großen Verbrauchspläßen. An Klein- oder Einzelbetrieb kann in der Korntrocknerei nur bei Gewinnung eines Universaltrockenapparats gedacht werden. 3) Obgleich die getrocknete Ware lagerfest und in der Qualität erheblih verbessert aus dem Trockner hervor-

eht, besteht keine große Neigung, auch dur Nässe fehr ge- ährdetes Getreide trocknen zu lassen, weil die Inhaber nicht gewillt sind, den beim Trocktnen entstehenden Gewichtsverlust, der 5 9/0 und darüber beträgt, auf fch zu nehmen; an eine Einführung der Trocknung im großen Maßstabe ist daher nur dann zu denken, wenn gleichzeitig auh für gesunde Ware das Getreide nah Gehalt an Tro enfubstanz 1 ges wird. 4) Die Einführung des Handels nah Trockensubstanz bedingt aber eine so große Umwälzung, a. daß zuvor dur eine mehrjährige Statistik nachzuweisen sein wird, mit welhem dur(schnittlichhen Wassergehalt das heimishe Getreide an den Markt gebraht wird, b. daß ferner eine Statistik auf- genommen wird über die durchschnittlich in Deutschland jährli ein- tretenden Schädigungen durch Verderben des Getreides nah der Ernte, c. daß endlich die Arbeiten der neuen Anstalt für Brot- getreide abgewartet werden, um den Einfluß des Trocknens auf Mehl und Balkfähigkeit des Getreides festzustellen.“ i Damit war die Tagesordnung für die gestrige Siyung erledigt.

Die Krebspe st hat seit 1830 bekanntlich den N Teil der Gewässer der Provinz Brandenburg ihres Krebsbestandes beraubt. Die Ursache dieser unheimlihen Seuche ist lange unbekannt geblieben. Gine Reibe von Forshern hat vershiedene Organismen als die Gr- reger angesprohen; eine Vereinigung der‘ sh zum Teil entgegen- stehenden Ansichten is auch bis heute niht erfolgt. Das all- mählihe Vorschreiten von bestimmten Entstehungszentren aus, sowie das oft schnelle Umsichgreifen der Krankheit ließen aber ihre infektiöse Natur ziemlich fiher annehmen, d. h. eine Ucber- tragung durch niedere Lebewesen. Im Jahre 1898 gelang es Professor Hofer in München, in den Geweben pestkranker Krebse einen Bazillus zu finden, der bei anderen Krebsen, diesen in Rein- kultur einverleibt, deutlihe Zeichen der Krebspest auslöste. Es hätte nun der Annahme, daß dieser Bazillus in allen den zahlreih auf- tretenden Krebspestfällen in den freien Gewässern allein der Erreger ewesen sei, nihts entgegenge\tanden, wenn niht namhafte Krebspest- Ptsegee, wie Harz in München, Leuckart und Rauber in Leipzig das vollständige Fehlen von Bakterien in pestkranken Krebfen hon fra festgestellt hätten. Es war hier in den Forschungs8ergebnissen isher eine Lücke geblieben, die eine vollkommene Aufklärung der Erscheinung nit zustande kommen ließ. Auch außerhalb der zu- nächst berufenen Kreise stehende Fishkundige sahen fih veranlaßt, jahrelange ernste Studien über die Krebspest zu treiben. pa as laubt F. Schikora-Haynau i. Schl., den Erreger der großen Krebs8- ace in einem den Sayprolegnien nahestehenden, aber von diesen durch streng parasitäre Lebensweise sich untersheidenden, fast mikro- \fopishen Fadenpilze gefunden zu haben, der au unter vollständiger Abwesenheit des Hoferschen Spaltpilzes, wie große und ausgesprochene Krebspestseuhen in Schlesien 1902 bewiesen® haben, dem Krebse sicheren Untergang bringt. ur eine lange Versuchsreihe, unter Einhaltung der in der freien Natur gebotenen Bedingungen, durh Schikora von Krebs auf Krebs übertragen wirkte dieser Pilz in jedem Falle tödlich. Auch an zahlreihen pestkranken Krebsen aus Mecklenburg, Preußen, Nußland 2c. wurde er festgestellt, während er gesunden Tieren durchaus fehlte. In einem Falle wurde dur die Auffindung des Pilzes an einer Sen- dung vermeintlih gesunder Krebse erst die Aufmerksamkeit der Be- teiligten auf die in ihrem Gewässer hausende Krebêpest hingelenkt, die dann im weiteren Verlaufe das Gewässer auch vollkommen verödete. Die Feststellungen Scikoras sind ernster Erwägung wert und bisher nur dur eine vorläufige Mitteilung in einem Fachblatte bekannt ge- geben worden. _ Der Fischereiverein für die Provinz Brandenburg hat \ih mit Nücksicht auf die Tatsache, daß gerade die märkischen Gewässer unter der Krebspest mehr als die jeder anderen Provinz gelitten haben, in dankenswerter Weise veranlaßt gesehen, Herrn Schikora zu einem ausführlichen Vortrage über die Ergebnisse seiner durch eine Reihe von Jahren eraetenten Untersuchungen einzuladen. Daß leßterer auch über die Wiederbevölkerung verödeter Krebsgewässer auf Grund seiner Beobachtungen Fingerzeige zu geben vermag, soll hier nicht unerwähnt bleiben. Der Vortrag findet in einer Sißung statt, die der Fischereiverein für die Provinz Brandenburg zu Berlin für den 13. Februar, Nahmittags 5 Uhr, im großen Saale des Landeshauses, Mattk;äikirhstraße 20/21, anberaumt hat. Der Besuch des Vortrags steht jedem Interessenten frei. Eintrittskarten find unentgeltlich von der Geschäftsstelle des Fischereivereins für die Fron Brandenburg, z. H. des Herrn Dr. L. Brühl, Berlin W. 62, utherstr. 47, zu beziehen und werden auf Verlangen auch dur die Post zugesandt.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln,

Veber die Versammlung der Tuberkuloseärzte, die fürzlih, vom Deutschen Zentralkomitee veranstaltet, im Kultus- ministerium und Kaiserlihen Gesundheitêamt abgehalten wurde, ift der Bericht erschienen. Er is von dem Generalsekretär Professor Dr. Bs herausgegeben und enthält u. a. Referate von Geheimrat B. Fränkel, Geheimrat Heubner, Ben Köhler, Stadtrat Samter, Professor Jacob- Berlin, irektor Petruschky- Danzig, Direktor Bühl-Hauaburg über {chwebende Fragen in der Tuberkulose- bekämpfung, namentlich über Einrichtung von Fürsorgestellen für Lungenkranke und Kinderheilstätten. Ueber die neuesten Tuberkulose- forshungen berihtet Oberstabsarzt Nietner vom Internationalen Tuberkulosebureau. Der Bericht wird niht nur den Mitgliedern des Zentralkomitees, deren Zahl sich z. Zt. auf etwa 1500 beläuft, sondern au zahlreihen Behörden, insbesondere auch den Kreisärzten von der Geschäftsstelle tes Zentralkomitees (Charlottenburg, Hardenberg- straße 1) zugestellt werden.

Gesundbeitsstand und Gang der Volkskrankheiten.

(Aus den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts", Nr. 6 vom 10. Februar 1904.)

P eft.

Rußland. Im „Regierungsanzeiger“ vom 3. Februar ist folgendes bekannt gemacht: | j Da die im Fort Kaiser Alexander I. bei Kronstadt befindliden Personen sich voller Gesundheit erfreuen, und nah wiederholter gründ- liher Desinfektion aller Räume des Laboratoriums zur Herstellung von Präparaten gegen die Bubonenpest, wird das genannte Fort für pestfrei erklärt und die aus Anlaß des vorgekommenen Pestfalls unter- brochene ungchinderte Verbindung mit dem Ufer wieder bergestèllt. Negypten. Außer dem bereits erwähnten Pestfalle am 21. Ja- nuar ist in Alexandrien bis zum 30. Januar noch ein weiterer Fall am 24. Januar festgestellt worden; beide sind tödlich verlaufen. British-Ostindien. Während der am 16. Januar abge- laufenen Woche Be nach cinem unvollständig eingegangenen Aus- weise des Präsidentschaft Bombay mehr als 4864 Er- krankungen (und 3645 Todesfälle) an der Pest zur Anzeige gelangt, davon 206 (184) in der Stadt Bombay, 12 (11) im Stadt- und Hafengebiet von Karachi und 6 (6) im Hafenbezirk von Broach. :

Nach einem amerikanischen Berichte über die Pest in Bombay vom 19. Dezember haben fich dort die Verhältnisse, verglihen mit denjenigen des Vorjahres, bereits sehr gebessert, und Berichte der die Impfungen ausführenden Personen lassen angeblich ersehen, daß die Leute si weit bereitwilliger als je zuvor den Schußimpfungen gegen

die Pest unterziehen. i : British-Südafrika. In der Kapkolonie ist während der

am 9. Januar abgelaufenen Woche ein neuer Pestfall zu Gast auch ist daselbst in dem Pesthospital ein

London festgestellt worden, : i, Kranker der Pest erlegen. Pestkranke und pestverdächtige Nagetiere

O noch in Port Elizabeth, Knysna und East London gefunden.

Vereinigte Staaten von Amerika. In San Francisco ist am 10. Januar 1 Person nah vorläufiger Feststellung an der Pest gestorben. Die Gesamtzahl der während des Jahres 1903 (vom 1. Januar bis 25. Dezember) dort festgestellten Pestfälle wird nun- mehr auf 17 beziffert gegen 41 im gleihen Zeitraum des Jahres 1902. Argentinien. Im Laufe des Dezember v. J. sollen zu Tucuman 120 Pestfälle beobachtet, davon aber nur 2 bis zum 25. Dezember tödlih verlaufen sein. Da die Seuche während des Hauptmarktes zum Ausbruh kam, wurden behördlicherseits sämtliche Verkäufer festgehalten und unter strenger Isolierung mehrere Tage beobachtet. Gegen die Krankheit wurden Einsprißzungen mit Pestserum

angeroendet. Gelbfieber.

Zur Anzeige gelangten im Staate Mexiko vom 183. bis 19. De- zember v. I. in Ciudad Victoria 1 Erkrankung, in Merida 6 Erkrankungen und in Tehuantepec 1 Todesfall, ferner in Gr yaquil (Ecuador) vom 6. bis 12. Dezember 1 Todesfall.

Unterleibstyphus.

Niederlande Nachdem im Wasser der städtischen Leitung zu Notterdam bei fortgeseßter Untersuhung Typhusbazillen gefunden waren, hat die dortige Gemeindeverwaltung im „Nieuwe Notter- damsche Courant“ vom 26. Januar erneut dringend vor dem Gebrauche

nicht abgekochten Leitungswassers gewarnt. Verschiedene Krankheiten.

Pocken: Glasgow 3, Moskau 4, Paris 3, St. Petersburg 4, Warschau (Krankenhäuser) 11, Konstantinopel (18. bis 31. Januar) 9 Todesfälle; Edinburg 9, London (Krankenhäuser) 4, Paris 34, S. Petersburg 4 Warshau (Krankenhäuser) 41 Erkrankungen; Narizellen: Budapest 29, Kopenhagen 9, New York 181, S. Petersburg 30, Prag 3, ien. 183 Erkrankungen; Fle dck- fieber: Petersburg 3, Warschau (Krankenhäuser) 4 Er- franfungen; Rückfallfieber: Moskau 5 Todesfälle; St. Petersburg 91 Erkrankungen; Rotlau f: London (Krankenhäuser) 3, Moskau 9, Wien 2 Todesfälle; Nürnberg 5, Budapest 19, Edinburg 6, Kopenhagen .13, Warshau (Krankenhäuser) 4, Wien 33 Er- franflungen; epidemische Ohrspeicheldrüsenentzündung: Wien 90 Erkrankungen; Influenza: Berlin 11, Braun- \chweig 3, Hannover 3, Hamburg 4, Amsterdam 2, Buda- pest 3, London (Krankenhäuser) 12, Moskau 5, New Vork 12, Paris 10 Todesfälle; Nürnberg 40, Hamburg 11, Kopenhagen 165, Stockholm 49, Warschau (Krankenhäuser) 4 Erkrankungen ; Keuch- husten: Magdeburg 2, Budapest, Edinburg, Kopenhagen, Paris, St. Petersburg, Venedig, Wien je 3, Liverpool 14, London (Kranken- häuser) 43, Prag 5, Warschau (Krankenhäuser) 10 Todesfälle; Neg.- Bez. Schleswig 67, Nürnberg 22, Hamburg 29, Budapest 37, Kopen- hagen 69, New Vork 15, Prag, Stockholm je 11, Wien 66 Erkrankungen; Lungenentzündung: Kopenhagen 6, Lemberg 8, Moskau 20, St. Petersburg 23 Todesfälle; Ne Posen 5, Schleswig 58, in Nürnberg 24, Kopenhagen 16 Erkrankungen; kontagiösfe Augen- entzündung:/Reg.-Bez. Arnsberg 6 Erkrankungen ; Krebs: Altona 6, Berlin 44, Danzig 5 Todesfälle; Ankylostomiasis: Reg.-Bez. Arns- berg 103 Grfkrankungen. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Masern (Durchschnitt aller deutschen Berichtsorte 1886/95: 1,15 9/0): in Münster, Fürth, Ludwigshafen Erkrankungen wurden gemeldet in Breslau 23, in den Reg.-Bezirken Arnsberg 131, Düsseldorf 192, Hildesheim 318, Königsberg 162, Stade 40, Stettin 105, in Nürnberg 57, Budapest 117, Kopen- hagen 33, New York 878, Paris 184, St. Petersburg 120, Prag 40, Wien 199; desgl. an Scharlach (1886/95: 0,91 9/0): in Heilbronn Erkrankungen wurden gemeldet in Berlin 27, in den Reg. Bezirken Arnsberg 72, Düsseldorf 98, in Nürnberg 17, Hamburg 22, Budapest 72, Edinburg 30, Kopenhagen 38, London (Krankenhäuser) 168, New Vork 365, Paris 76, St. Petersburg 60, Stockholm 22, Wien 21; desgl. an Dip h- therie und Krupp (1886/95: 4,279/0): in Gleiwiß, Mülheim a. Nh., Remsheid Erkrankungen wurden gemeldet in Berlin 44, in den Reg.-Bezirken Düsseldorf 152, Königsberg 115, in Hamburg 3, Budapest 46, Christiania 24, Edinburg 23, Kopenhagen 26, London (Krankenhäuser) 112, New York 425, Paris 89, St. Petersburg 5%, Stockholm 27, Wien 64; ferner wurden Erkrankungen angezeigt an Unterleibstyphus: in New Vork 29, Paris, St. Petersburg je 51.

Im Monat Dezember 1903 (für die deutschen Orte) find nachstehende Todesfälle gemeldet worden: oden: Barcelona 14, Bordeaux 1, &enua 2, Lille 1, Madrid 235, Marseille 79, Murcia 1, Toulon 7, Alexandrien, Kairo je 1, Nio de SFaneiro 97; Fleckfieber: Graudenz 3, Graz 1, Madrid 10, Kairo 38; Rückfallfieber (einschl. biliösen Typhoïds): Kairo 3; Genickstarre: Athen 1, Genua 5, Baltimore 2; Tollwut: Athen, Bukarest je 2; Influenza: Berlin 32, Braunschweig 4, Breslau, Stettin, Hamburg je 3, Frankfurt ck M., Köslin, Soest, Leipzig, Bremen je 2, 14 deutsche Orte je 1, Athen 2, Barcelona 3, Bordeaux 4, Le Hûvre, Lille je 1, Madrid 17, Malaga 9, Marseille 5, Murcia 2, Nancy, Toulon je 1, Baltimore 2, Detroit 1, New Orleans 6, Havana 2, Nio de Janeiro 69; Keuchhusten: Altona, Braunschweig je 8, Halle a. S. 4, Barmen, Dortmund, Lipine, Hamburg je 3, 9 deutsche Orte je 1; Lepra: Hamburg 1, Rio de Janeiro 2; Beri-Beri: Nio de Janeiro 3:

Im übrigen war in nachstehenden Orten die Ster b- lihfeit an einzelnen Krankheiten im Vergleih mit der Ge- samtsterblichkeit eine besonders große, nämlich höher als ein Zehntel: an Masern (1886/99 erlagen denselben 1,15 von je 100 in sämtlihen deutshen Berichtsorten O in Bielefeld, Bocholt, Hagen, Königshütte, Meiderih, Paderborn, Styrum, Zaborze, Bamberg, Bayreuth, Erlangen, Frankenthal,

Gnesen, Rotthausen, Weitmar, Heilbronn; an Diphtherie und Krupp (1886/95: 4,27 9%/ in allen deutshen Orten): in Bottroy Burg, Katernberg, Hörde, Neunkirchen, Neuruppin, Siegburg, Stenda Unna, Offenburg, Detroit; an Unterleibstyphus (1886/95 : 0,750/6 in allen deutshen Orten): in Kolberg. Mehr als ein Fünftel aller Gestorbenen ist ferner nachstehenden Krankheiten erlegen : der Lungenshwindsucht (1886/95: 12,38% in allen deutschen Orten): in Dtsch.-Wilmersdorf, NReinickendorf, Eschweiler, Forst, Höchst, Iserlohn, Quedlinburg, Schneidemühl, Lehhausen, Schwein- furt, Würzburg, Gmünd, Ludwigsburg, Delmenhorst, Brünn, Graz, Le Hüvre, Linz; akuten Erkrankungen der Atmungs- organe (1886/95: 11,98% in allen deutshen Orten): in 72 deutschen Orten, darunter sogar mehr als ein Drittel in Beeck, Bielefeld, Bocholt, Katernberg, Luckenwalde, Siegen, Styrum; akuten Darmkrankheiten (1886/95: 11,72 9/9 in allen deutschen Orten): in Katernberg, Ingolstadt, Alexandrien, Kairo.

Non den 305 deutshen Orten hatten 2 im Bericht8monat eine verhältnismäßig hohe Sterblichkeit (über 35,0 auf je 1000 Ein- wohner und aufs Jahr berechnet): Tübingen 36,7 (—), Bocholt 42,3 (1895/99: 24,0). Im Vormonat betrug das Sterblichkeits- maxrimum 40,1°/00. Die Säuglingssterblihkeit war in 3 Orten eine beträchtliche, d. h. höher als ein Drittel aller Lebendgeborenen, in: Fürstenwalde 341 9/00 (Gesamtsterblichkeit 18,4), Merane 367 (21,3), Hirschberg 478 (29,3).

Die Gesamtsterblichke it war während des Berihtsmonats geringer als 15,0 (auf je 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet) in 50 Orten. Unter 11,0 °/)o betrug sie in: Malstatt-Burbah 10,9 (1887/96: 20,6), Wilhelmshaven 10,8 (1890/99: 13,5), Wurzen 10,4 (1895/99: 21,3), Baden-Baden 10,4 (1898/1900: 20,3), Stargard i. P. 10,1 (1886/95: 22,7), Hagenau 9,8 (1895/99: 15,6), Katernberg 9,3 (—), Dtsh.-Wilmersdorf 8,8 (1898/1900: 13,0). Die Säuglings- sterblihkeit betrug in 40 Orten weniger als ein Zehntel der Lebendgeborenen. Unter einem Siebentel derselben blieb fie außerdem in 77, unter einem Fünftel in 124 Orten.

Im ganzen scheint fich der Gesundheitszustand der Säuge- linge gegenüber dem Vormonat wenig geändert, derjenige der Gesamt- bevölkerung aber etwas verschlechtert zu haben. Eine höhere Sterb- lichkeit als 35,0 °/00 hatten zwei Ortschaften gegen zwei im November, eine geringere als 15,0 °/0o 50 gegen 116. Mehr Säuglinge als 333,3 auf je 1000 Lebendgeborene starben in drei Orten gegen fünf, weniger als 200,0 in 241 gegen 236 im Vormonat.

Das Gris [en der Maul- und Klauenseuche ift dem Kaiserlihen Gesundheitsamt gemeldet vom Schlahthofe zu Ma inz am 9. Februar 1904,

Aegypten.

Der internationale Gesundheitsrat in Alexandrien hat die bei der Abfahrt der Schiffe angeordneten Vorsichtsmaß- regeln (ärztlihe Untersulhung der Passagiere und Desinfektion der \chmutigen Wäsche) wieder aufgehoben. (Vergl. „Reichsanzeiger“ vom 28. v. M., Nr. 24.)

Kunst und Wissenschaft.

Eine Kunstausstellung in Nothenburg o. d. T. foll vom 15. Mai bis Ende Oktober dieses Jahres in dem Unterhause der Ge- werbehalle (altes Rathaus) am Marktplatz daselbst stattfinden. Die Ausstellung wird von dem eigens für diesen Zweck gegründeten Nerein „Rothenburger Kunstausstellung“ veranstaltet und dient den Interessen der in Rothenburg dauernd oder vorübergehend tätigen Künstler. Zugelassen werden Werke von in Rothenburg dauernd ansässigen [Künstlern und Werke auswärtiger Künstler, die Rothenburger oder fränkishe Motive behandeln, und zwar Oel- und Temperagemälde niht zu großen Umfangs, Aqguarelle, Gouache, Pastelle, Zeichnungen, Originalradierungen und -lithographien. An- meldungen haben bis zum 10. April und Einlieferungen in der Zeit vom 15. bis 30. April zu erfolgen. Näheres ist durch den Verein „Rothenburger Kunstausstellung“ in Rothenburg o. d. T. zu erfragen.

Der zweite internationale Kongreß zur Förderung des Zeichenunterrihts findet in der ersten Woche des Monats August 1904 in der \chweizerischen Bundesstadt Bern statt. Auf dem Kongreß werden die auf dem ersten Kongreß gelegentlichß der Welt- aus\tellung in Paris im Jahre 1900 gefaßten Beschlüsse und Wünsche und deren Erfolge in den verschiedenen Ländern zur Besprehung kommen. Der pädagogishe Teil des Kongresses wird das Zeichnen als allgemeines Fah (den fozialen Wert und die Unterrihtsmethoden des Zeichnens) und das A als Fach- unterricht (gewerbliches, technishes und künstlerishes Zeichnen) be- handeln. Als Beweis und zur Anschauung der zu besprehenden Fragen soll während des Kongresses eine Ausstellung der Methoden und Lehrmittel veranstaltet werden. Außerdem wird gesondert von dieser Ausstellung unter der Aufsicht des s{chweizerischen Organisations- aus\husses eine besondere öffentliche Ausstellung von Modellen und Arbeiten veranstaltet, die den Grundstock zu einem internationalen Museum für Zeichenunterricht bilden könnten.

Theater und Musik.

Neues Theater.

Zwei dramatische Arbeiten von ret ungleicher Art brachte gestern das Neue Theater zur erstmaligen Aufführung. Den Abend eröffnete „Der Schlachtenlenker*, Komödie in einem Aufzug von Bernard Shaw (deutsch von Siegfried Trebitsch), eine frei er- fundene Episode aus dem Leben Napoleons I. aus der Zeit, da er als junger General in Italien für die erste Republik Krieg führte, während seine Gattin Josephine in Paris mit dem damals auf der Höhe seiner Macht stehenden Barras jene nur ihrem Gemahl unbekannten Beziehungen anknüpfte. Ein Brief, der dem General alles verraten foll, ist unterwegs; es gilt zu verhindern, daß ex in seine Hände kommt, und eine Freundin Josephines („cine fremde Dame* heißt sie auf dem Zettel) ist dem Ueberbringer bis auf den Kriegsshauplaß nahgereist, wo es ihr verkleidct und dur List gelingt, das Schreiben in ihre Hände zu bringen. Aber das Unglück will, daß sie in dasselbe Quartier kommt wie Napoleon und daß er aus den verworrenen Reden des übrigens als unerlaubt töricht gezeihneten Ordonnanzoffiziers, dem der Brief abhanden kam, be- gründeten Verdacht \{öpft, daß die fremde Dame die Täterin war. Es entspinnt sich nun zwischen Napoleon und der Dame ein mit geistigen Waffen geführter Kleinkrieg in Scribesher Manier, der damit endet, daß Napoleon das ihm nun doch ausgelieferte Schreiben ungelesen großmütig zurückgibt. Aber nur angeblich ungelesen und nur angebli tobmütia, wie seine Gegnerin und Besiegerin ihm flipp und flar beweist; in Wahrheit hat er den Brief heimlich ge- lesen, will aber von ihm offiziell keine Kenntnis haben, um nicht mit Barras brehex zu müssen, dessen Ub ihm für seine ehr- geizigen Pläne unentbehrlich ist. Darin liegt die fatirishe Spitze des stellenweise unterhaltenden, im wesentlichen aber weitschweifigen, in der Charakteristik übertriebenen und in der Technik seine Scribe|hen Vor- bilder nicht erreichenden Stückes. Gespielt wurde es von Herrn Reinhardt (Napoleon), Frau Sorma (fremde Dame), Herrn Waßmann (Ordonnanzoffizier) und Heren Arnold (Wirt) vortrefflich.

Wesentlich tiefer war aber der Eindruck, den die zweite Gabe des Abends, Maeterlincks dreiaktige Legende „Schwester Beatrix*, hinterließ. Sie behandelt die u. a. auch von Gottfried Keller episch verwendete fromme Sage von der Nonne, die aus dem Kloster entweicht, während ihrer Mlbwelenbeit aber von der Muttergottes, die Gestalt und Wesen der Entflohenen angenommen hat, vertreten wird, bis die Reuige zurückkehrt. Jene gedämpfte, weltfremde, mystische Stimmung, in der Maeterlin® Meister ist, jene Eigenart, die er

ürth, Kaiserslautern, Schweinfurt, Heilbronn, Freiburg, Greiz; an

harlach (1886/95: 0,919 in allen deutschen Orten): in Celle,

nicht eben zu seinem Vorteil in „Monna Vanna“ verleugnete, herrscht

E E E E E E E E E E R C E E E s E C a L E S E E E RESSTRO: N E

E S C

I E R at an, L L

T S E

R E E i

hier vor und übt im Verein mit dem Zauber des von ihm Bühnenbildes und unter Mithilfe der Musik, der 2 ele inen breiten Naum in der Handlung zugewiesen wissen wollte, eine stark fuggestive Wirkung auf den AfBaua und Zuhörer aus. Die Schicksale der Schwester Beatrix sind nur in den Umrissen an- gedeutet, Man erblickt sie, die als Schließerin und Küstertn des Klosters den Dienst zu verrichten hat, im ersten Akt zu Füßen des Muttergottesbildes, Segen und Vergebung dafür erflehend, weil sie dem Geliebten folgen will. Erst im leßten Akt sieht man sie wieder; nach fünfundzwanzigjähriger Abwesenheit kehrt sie gealtert, sieh und sterbend, nah einem Leben der bitteren Enttäushung, der Not und der Schande zurück. Den Mittelakt, den weihevollsten, immt das Wunderecin. Das mit kostbaren Gewändern angetane Gnadenbild der Muttergottes wird lebendig, steigt herab und nimmt Gestalt und Tracht der Beatrix an, und als die Oberin diese wegen des Fehlens der Statue zur NRede stellt, geschieht ein weiteres Wunder: Gewölbe und Kirche füllen fich mit Blumen. Beatrix wird im Kloster fortan als eilige verehrt, bis cines Tages das Muttergottesbild wieder an seinem He steht und die heimgekehrte Nonne ohnmähti ihm zu Füßen gefunden wird. Umsonst klagt sie fich an, beteuert ihre Schuld, die Schwestern halten ihre Reden nur für Fieberwahn, für Versuhungen des Bösen den die Heilige im Todeskampfe noch überwinden müsse. Dem Neuen Theater bot das Werk wiederum Gelegenheit, seine Meisterschaft in der Inszenierungskunst zu beweisen. Die von Mar Kruse entworfene das dâmmerige Klostergewölbe darstellende Dekoration mit dem [ebens- großen, reihgeschmüdckten Muttergottesbilde verseßte den Zuschauer glei in die rehte, aufnahmefähige Stimmung. Die Musik, die dem anzen Werk auch nah des Dichters Absicht ein fast opern- aftes Gepräge gibt, ist von Mar Marschalk. Sie besteht aus orcesiralen Vor- und Natspielen zum Ganzen und den einzelnen Akten, melodramatischer Begleitung einzelner Vor- gänge, Chorsäßen und einer liederartigen Weise, die einige halb gesprochene, halb gesfungene Worte der Muttergottes verklärend hebt. Die sih vollziehende Transsubstantiation wird in einem das Ganze durcziehenden einfahen Motiv angedeutet, das bei dem Blumenwunder im Hosianna seinen höchsten, freudigsten Aus- druck findet. Leider war die Ausführung seitens des Orchesters zum Teil so mangelhaft, daß die beabsihtigte Wirkung nur unvollkommen erzielt wurde. Der Rolle der Beatrix bezw. der ihre Gestalt annehmenden Muttergottes verlieh Frau Sorma jenes P N waar und jene Innigkeit des Ausdrucks, die man an ihr schon früher oft kennen und s{äten gelernt hat. ‘Sie traf ebensogut den Ton_ der {lichten Gläubigkeit am Anfang, wie den der fürhterlihen Selbstanklage am Schluß des Werkes. Im alle L E E Wort ip zurücktritt, brachte sie die it9volle Lieblichke es zum Leben erwache i fl Gnadenbildes vortreffliß zur Anschauung. SeRTe A

_ Das Neue Königliche Operntheater bleibt morgen Sonnabend ges{lossen. Am Sonntag wird als Vorstellung auiSee Sond ment (BVillett-Reservesaß Nr. 29) „Manon“, Oper in vier Akten und sech8s Bildern von Massenet, leßtmalig für diese Spielzeit mit Fräulein Star in der Titelrolle gegeben, da die Künstlerin einen längeren astspielurlaub antritt. Der Kammersänger Paul Kalisch vom Königlichen Theater in Wiesbaden, der, von der Generalintendantur zu einem mehrmaligen Gastspiel eingeladen, dieses zunächst wegen Schließung des Opernhauses hinausshieben mußte, wird dies Gastspiel im Laufe des Frühjahrs nunmehr überhaupt nicht geben r gi S E U Eo E des Wiesbadener Hof-

( ne Beurlaubung des Künstler : n i

ent ermöglichen. A g stlers nah dem ersten März nicht Im Königlichen Schauspielhause werden morgen i Journalisten“ von Gustav Freytag aufgeführt. urt E die Herren Keßler, Christians, Vollmer, Oberländer, Arndt, Boettcher Herßer und Eichholz sowie die Damen von Mayburg und Sghramm. A is, Mor Sgr e O unter ihrem genten Sh ulze am 26. d. M. ein V äti its- S A der ea, aal Wohltätigkeits rau Anna Führin g veranstaltet als Nacfeier des ( - tags Seiner Majestät des Kaisers am Sonntag, Mittags 12 Ube is Konzertsaal der Hohschule für Musik in Charlottenburg eine Matinee. Sie wird „Hohenzollernlieder aus dem 19. Jahr- hundert , melodramatishe Skizzen von Frau Professor Gustav-Amberg En i Bats BrEia M & L 1 Æ (Sdülerfarten 50 A) nd bei Bote u. Bock (Leipziger Straße) sowie bei der V stalteri der Matinee, Bleibtreustraße 35, zu Pen f N

Handel und Gewerbe.

(Aus den im Neihsamt des Innern zusammengestellt «Nachrichten für Handel und O inge! G

Großbritannien.

Zollrückvergütung für ausländishen Zucker. Generalorder (Nr. 2/1904) ift bestimmt O daß Tire r ues ¡ollten ausländischen Zucker, welcher im Vereinigten Königreich zerstoßen und gefärbt ist, bei der Ausfuhr Zollrückvergütung gewährt wird.

(The Board of Trade Journal.)

Rußland.

Ergänzung der Instruktion, betreffend die 2

ollämtern in den Häfen zu erhebe ha Shiff s. 268 Pudabgabe. Laut Vereinbarung zwischen dem Oberdirigierenden ür Handels\{iffahrt und Häfen, dem Reichskontrolleur und dem Ver- weser des Finanzministeriums ist der Art. 18 der Instruktion vom L S elten bie Erhebung der Schiffs- und Pud-

gabe durch die Zollämter in den Häfen, durch di s Me as worden : Gi Ae An __ Für Waren, die aus dem Ausland nah Rostow a. - stimmt sind und infolge des niedrigen Wasser]tantes A U A S auf der Neede von Tagung in Leichterfahrzeuge umgeladen werden ist die Pudabgabe nur für die Anfuhr, d. h. im Betrage von 1 Kopeke für das Pud, zu entrihten. (Zirkular des Zolldepartements an die Hafenzollämtec vom 8. Dezember 1903, Nr. 34712.)

Zolltarifieruug von Waren. Trag- and-) S aus Eisenblech, gefärbt oder mit einem ag Pen Mell fe: zogen; sind nah dem entsprehenden Punkt des Art. 154 zu verzollen. (Zirkular des Zolldepartements vom 13. Dezember 1903, Nr. 35 335.) Glimmer in Pulverform ist nach Art. 66 Punkt 7 Lit. a des Tarifs zu verzollen. (Desgl. Nr. 35 336.)

Einfuhr von Milzbrand- und Antirotlauflymy Auf Grund des vom Gehilfen des Ministers des Innern efügt Beschlusses des Veterinärkomitees ist die Einfuhr der von dem Pariser Laboratorium „Laboratoire des Vaccins Pasteur pour l’étranger“ hergestellten Milzbrand- und Antirotlauflympbe nah Nußland unter der Bedingung gestattet worden, daß das Laboratorium in NRuß- land eine besondere Agentur mit einer Niederlage der genannten Mittel errihtet und die Lymphe nur auf Verlangen von Veterinär-

Vernichtung des Stempels in diejenige Probieranstalt, welche Z sltempelt hat; nach Vernichtung der Stempel gehen die Pre j die olliuiter zurück, von denen sie nah Prüfung des Inhalts auf

rund der allgemeinen Vorschriften zur Wiederausfuhr ins Ausland (Zirkular des Zolldepartements an die

auf die Post gegeben werden. von Postpaketen stattfindet, vom

Zollämter, bei denen der Einla 13. Dezember 1903, Nr. 35 391.)

Verlängerung gewisser Zollerleihterungen Kaiser hat unterm 12, Dezember 1903 Befoblen vorläufig bis An Erledigung dieser Angelegenheit in vor Jeschriebener Weise die Wirk- samkeit folgender Bestimmungen zu verlängern : a. derjenigen Bestimmungen des allgemeinen Zolltarifs für den europäishen Handel (vom Jahre 1891) und des am 13. Januar 1903 bestätigten allgemeinen Zolltarifs für den europäischen Handel deren Wirksamkeit mit dem 18./31. Dezember 1903 abgelaufen wäre; b. der Bestimmungen über die Vergünstigungen für die Zulassung von Eisenblech und Weißblech zur Herstellung von Geschirr für die E t e e nend) c... des vom Kaiser bestätigten Gutachtens des Mini i vom 15. Februar 1902, betreffend die zollfreie Wiedereinfubr ber Be Pans gewiser S (5 E ursprünglichen Einfuhr nah ußlan erzo worden til. trfular an das \ 15. Dezember 1903, Nr. 35 514.) S O

Griechenland.

Neue Zolltarifausgabe. Der griehishe Zolltarif amtlihen Ausgabe vom Jahre 1903 Mee Bericst na a seitherigen Aenderungen ist in dem soeben erschienenen Januarheft des „Deutschen Handelsarchivs" mitgeteilt. Sonderabdrücke können im Wege. des Buchhandels sowie von dem Verlag der genannten Zeit- chrift, der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler u. Sohn hierselbst, Kochstraße 68—71, zum Preise von 1 Æ bezogen werden.

Die Textilindustrie der Vereinigten Staaten v ; Amerika im Jahre 1903. i N

Das bedeutendste Ereignis im Bereih der Textili i Vereinigten Staaten von Amerika während des Slbris T0 L die Preissteigerung der Nohbaumwolle, die niht nur im vergangenen Jahre die Lage der Baumwollindustrie sehr kritisch gestaltete sondern voraussichtlih auch noch im neuen Jahre auf dem Baum- wollmarkt der Union und der ganzen Welt eine große und ver- hängnisvolle Rolle spielen wird. Troßdem genug Baumwolle vor- handen war, um die Nachfrage des Weltmarkts befriedigen zu können, war ihr Besiß so verteilt, daß es den Spekulanten der Baumwollbörse ermögliht wurde, mit großen Gewinnen bei ihren Geschäften den Preis des Rohstoffes von Cent für das Pfund im Anfang bis auf 14 Cent im September des Jahres hinaufzutreiben : dabei vermochte man aber den Preis für Druckzeuge nur mühsam von 3 Cent auf 35 Cent für das Yard zu steigern, und der leßtere Preis den man erst in den Endmonaten des Jabres forderte, wurde zudem von den Käufern nicht bewilligt. Den Webereien brachte der Ver- kauf zu Preisen, die einen Nohstoffpreis von 8 bis höchstens 10 Cent für das Pfund entsprahen, bei den tat\ächlichen Kosten der Nohbaumwolle von 12 bis 14 Cent natürli \tarke Verluste. Die Fabrikanten sahen ich infolge dessen gezwungen, den Betrieb ein- zuschränken, zum Teil ganz einzustellen und in Neu-England auch die Löhne um 1009/9 herunterzudrücken. Zu Anfang 1904 tautte der Plan auf, ein Abkommen für eine allgemeine längere Betriebs- einstellung der Baumwollfabriken sowohl in den Vereinigten Staaten als im Auslande herbeizuführen. Auch {hon vor den Aus- shreitungen der Spekulation war die amerikanische Baumwollindustrie in wenig günstiger Lage. Die Spinner im Süden hatten viele Mühe ihr Garn an den Mann zu bringen, und die Zeugfabrikanten fahen ihren Absaß bedeutend zusammenschrumpfen, da die Ausfuhr nach China in den, ersten zehn Monaten auf 13,3 Millionen Doll. gegen- über 20,1 Millionen Doll. im Vorjahre zurückging und sich auch in den übrigen Wochen des Jahres niht besserte. Im Norden waren die Baumwollfabriken ebenfalls niht stark mit Aufträgen versehen was namentlich daraus hervorging, daß die Fabrikanten in Lowell sih weigerten, mit ihren Arbeitern in Verhandlungen einzutreten als diese eine Lohnerhöhung um 10 0/6 forderten. Sie {lossen ihre Betriebsanstalten und sperrten so 17 500 Arbeitec aus, die nah einem dreizehnwöchigen Lohnverluft von 128 000 Doll. für die Woche die Arbeit zu den alten Lohnsäßen wieder aufnahmen. Dagegen waren die Feinwebereien während des Jahres vollauf und mit Gewinn be- schäftigt. Die Errichtung neuer Fabriken mahte auch Fortschritte. In Neu-England wurde eine erheblihe Zahl großer Webereien zur Herstellung feiner Waren gebaut. Jm Süden erfuhr die Spindelzahl eine bedeutende Vergrößerung. Viele Fabriken Neu-Englands wurden in ihrer Ausrüstung verbessert, manche ganz und gar neu ausgestattet da sie von der Herstellung grober zu derjeniger feiner Zeuge übergingen. Im großen und ganzen kann man sagen, daß in der Baumwoll- slrie eien von der verhängnisvollen Preisbewegung des Roh-

, die Unzeichen einer günstigen diejeni ine îinsti videlimg weit berwogen günstigen diejenigen einer ungünstigen Ent- __F&ür die Wolkindustrie der Vereinigten Staate ¡te dc Jahr 1903 wenig bemerkenswerte Ereignisse. Nur L aua m Philadelphia war für die Beteiligten von großer Bedeutung, weil er einen erheblichen Umfang annahm und lange Zeit anhielt. Er zog 100 000 Arbeiter in Mitleidenschaft, dauerte 11 Wochen und entstand infolge der Weigerung der Fabrikanten, auf eine Erhöhung des Lohnes um 100% und eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 99 Stunden einzugehen. Der Verlust der Fabrikanten und Arbeiter bei diesem Streik wurde auf 20 Millionen Doll. geschäßt, manche Webereien büßten dabei ihr ganzes Saisongeshäft ein. Abgesehen von diefer Arbeitsunterbrehung hatte das Wollgeschäft einen glei- mäßigen Verlauf, allerdings bei Preisen, die um ungefähr 7L 9% hinter den vorjährigen zurückstanden. Im Rohwollenpreis war ein Le Lo CaNI zu Fen der sich ae nicht auf Kreuzungs- î 0g, die im Gegenteil im amerikani u !/y veréeuerten g nishen Markte sich um n der Strumpfwarenbranhe und in der ih - industrie brate das vergangene Jahr keine É B Ge va auffälligen Veränderungen. Zwar blieben auch hier im Laufe des Jahres Störungen eines gleihmäßigen glatten Geshäftsganges nicht aus, aber, im ganzen genommen, war das Jahr für diese Zweige der las Ne E Die “age ‘ad Fabrikanten jusoweit ¿ p le thre Maschinen stetig und mit pi i O V E N konnten. : S

n das Jahr 1904 traten die Textilindustriellen der Vereini Staaten mit günstigen Ausfihten hinüber. Die B fabrikanten werden allerdings nur dann aus der Gunst der zu er- wartenden allgemeinen Geschäftslage ebenso wie die Woll-, Strumyf- waren- und _ Teppichfabrikanten Nutzen ziehen können, wenn es gelingt, die Spekulation im Rohbaumwollhandel lahmzulegen. Nach allgemeinem „Urteil der eingeweihten Kreise - sind die Vorräte der Lertilwarenhändler infolge des zurückhaltenden Einkaufs im Vorjahre ziemlich erheblih gelihtet, und das Angebot der Fäbrikanten müßte

ärzten versendet, sowie daß in der Agentur ein besonderes Buch ü

die abgegebenen Posten von Lymphe geführt und die Mente 2E

i wien Ar E de A ann zuständigen Behörden ird. irftular des Zolldepartements b 0.

1903, Nr. 35 337.) N E

Wiederausfuhr von Postpaketen mit Gold- un Silberwaren. Für die Wiederausfuhr von Postpaketen mit Gd und Silberwaren, die in den Probieranstalten gestempelt worden sind und infolge Annahmeverweizerung oder Nichtabbolung durch den Adressaten der Wiederausfuhr unterliegen, is im Einvernehmen mit der Abteilung für Industrie das nachfolgende Verfahren angeordnet

um den durch den amerikanis{h-cubani ursahten Einnahmeausfall zu deen. Journal.)

daher im Jahre 1904 ein williges E sei da ges Cntgegenkommen auf seiten der Berbraucher finden. (Nach Textile Manufacturers Mute

Cuba. Erhöhung der Zölle. Der Präsident der Republik i Srhô lle. D e if ist vo dem cubanischen engres ermächtigt worden, die L Zolle säße nah seinem Ermessen um E bis zu 30 v. H. zu erhôhen, hen Gegenseitigkeitsvertrag ver-

(The Board of Trade

worden: Die Zollämter übersenden die genannten Waren behufs

(enera

d ; Brasilien.

Zolltarifänderungen. In dem im „Diario official“

L Januar d. J. veröffentlichten Einnahmebudget der Republik Tee Bereinigten Staaten von Brasilien für 1904 (Geseß Nr. 1144 vom 30. Dezember 1903) find folgende Zolltarifänderungen enthalten :

Erhöht sind die Zölle auf Dörrfleisch (Xarque), Nr. 53 des Zolltarifs, von 120 auf 140 Neis für 1 kg, auf lebendes Nindvieh, Nr. 1 des Tarifs, von 15 auf 30 Milreis für 1 Stück Der Zoll auf Reis, Nr. 93 des Tarifs, ist um 50 v. H., also für ungeschälten von 40 auf 60 und für ges{älten von 60 auf 90 Reis für 1 kg erhöht. Außerdem ist auf Neis, Gerste, Kleie, Bohnen und Mais, Nr. 93, 95, 96, 98 und 100 des Tarifs, welche über die Zoll- ämter in den Einzelstaaten, abgesehen vom Bundesdistrikt, eingeführt werden, ein Zuschlagszoll von 2 v. H. in Gold eingeführt.

Zu Nr. 52 des Tarifs, Schweineschmalz betreffend, ist ein Zoll von 500 Neis für 1 kg auf pflarzlihe oder tierishe Fette, die als Erfaß für Schweineshmalz dienen, wie Gordpure, Vegetale A U. i ade / : erner find erhöht worden die Zölle auf gewöhnlihes Bi im Faß, Nr. 124 des Tarifs, auf 18 200 A Flaschen N T gs 1 kg, auf Oder und Erdfarben von 30 auf 100 Reis

Die im vorjährigen Etatsgeseß eingeführten Zollerh8hu Î Stühle aus gebogenem Holz sind aufgehoben | M Nr. D des N wiederhergestellt 18es E

„Dollermäßigungen treten ein für ausländishes Salz, Nr. 21 R ti i auf 2% iss fr 1 ke, Tür Mei, Nr. 95, n F au Nets für 1 kg und für Hopfen, : i 300 auf 150 Reis für 1 e. Hopfen, Nr. 114 des Tarifs, von

qi J Columbien. euer Zolltarif Zahlung der Zölle in Leuchtfeuer», Tonnen- und E alta Sas zotfenab gaben. In Columbien ist durch Gesey Nr. 63 vom 31. Oktober 1903 ein neuer Zolltarif erlassen. Neben verschiedenen Aenderungen des bisherigen Tarifs enthält das Gesetz die Bestimmung E E E N E Gold oder in Papier- enden Tagesfkurse ohne Zuschläge irgendw folgenden Klassen und Sätzen E l N Pefos (Gold) Pefos (Gold) für 1 kg für 1 kg Rohgewicht Nohgewicht frei Rae ¿70:30 C 00 10 Oa C O H. C 00A C OOS 12. 0,60 I O05 13. 0,70

. Klasse .

0,10 14. 0,80 0,15 15. 0,90 O 0,20 16. 2 eee 2 T O ie Zollämter, bet denen bisher die Zahlung der Zölle in Silber- E C EIERA Ee Ba F p in Slbeegelt —— n rhâltnis von 2X4 Pesos Sil iani Gold weitererheben. er zu 1 Peso columbianishem n Leuchtfeuergebühren werden soweit fie staatli 9 Centavos Gold für jede der ersten 100 und 2 Cicoas li jede der weiteren Registertons von Schiffen aller Flaggen erhoben. Die Tonnenabgaben werden nah Registertons oder nah Maßs gabe der gelösten Waren erhoben. Als Tonnengebühr werden er- hoben 10 Centavos Gold für jede Registerton, die der Schiffsmeß- brief nahweist, jedoch nur auf den Inseln San Andrés und Provi- dencia. Als Abgabe für die gelöschten Waren werden erhoben s L E gar T O die in einheimischen Frei- ( n Häfen gels werden und î i der Republik be timmt find. E usgenommen von der Entrichtung der Tonnengebühr sind : i 1) die Kriegsschiffe befreundeter Nationen, jedod E n sie feine Ladung für Privatpersonen haben: 3 A Schiffe, i m Ballaft einlaufen ; lejenigen, welhe Einwande i 9; bringen g inwanderer in größerer Zahl als 50 __4) diejenigen, welhe nur Kohle, Salz, Eis, Ziegelsteine, Stein- fliesen, Dachziegel, Zement sowie Waren, die in e E öffneten Hafen des Landes an Bord genommen sind, bringen. An Gebühren für Ballast, der an einheimischen Pläßen ein- genommen wird, sind 90 Centavos Gold für jede Tonne zu entrichten. : Die Lo tsen gebühren betragen, sofern ein Lotse begehrt wird, 5 Pesos Gold. Dieser Betrag is von den Schiffsreedern oder -Kapitänen zugleich mit den übrigen Hafenabgaben bei dem Zollamt zu entrichten. (Diario oficial vom 26. November 1903.)

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Ausschreibungen.

Der Bau eines Schlachthauses in Fiume soll i Zeit ausgeschrieben werden. Anschlag: 600 o K. (Vesterreititker Zentralanzeiger für das öffentliche Lieferungswesen.)

Wasser- und Hafenbauprojekte in Frankrei Fo Projekte sind vom Senat und der Dle ca E Verbesser ung des Deule-, Lens-, Aire-, Orleans-, Garonne- und Midi-Kanals : 29 170 000 Fr. ; Bau des Nord-, Loire-, Combleux— Orleans-, Cette—Rhône-, Marseille—Rhöône-Kanals fowie er- längerung des Ourcg-Kanals : 176 900 000 Fr.; Hafenanlagen in Dünkirchen 26 000 000 Fr., Boulogne 4500 000 Fr, Dieppe 5 820 000 Fr., Havre 8 500 000 Fr., Rouen 4 000 000 Fr., Saint B 3 e FNOE, E EE 000 000 Fr., Bordeaux 8 000 000 Fr Bayonne Fr., Cette 2 860 000 Fr. t fficiel de la Népublique Françaifse.) S O Es

Neugeplante Eisenbahnen in Spanien. Di i

Regierung ist zur Erteilung der Konzession Für nablichende Behn ermächtigt worden: 1) Eisenbahn mit 1 m Spurweite von Barcelona (San Adrian de Befos) nah Junquera, eventuell mit folgenden Zweigs linien: a. In zwishen San Adrian de Befos und der Shmalspurbahn Jgualada—Martorell sowie der Straßzen- bahn Man resa—Berga; b. Verbindungsbahn zwischen Lloret de Mar und der Schmalspurbahn Olot—Gerona; c. von b Os n M ogs und Olot. 2) Schmalspurbahn von

ja na gijar mit einer Zwei San j Board of Trade Journal.) E E L

Der Bau und Betrieb einer er in V i

unter dem Namen „Circunvalación Ta E 2 pr dee n Levante, en Valencia“ foll am 29. März 1904, Mittags, in der Diroección general de Obras públicas tin Madrid vergeben werden. Bietungskaution 2282 Pesetas. Rafael Mata y Sans (Wohnsiß nicht genannt), welcher um die Konzession für dieses Unternehmen einge- kommen ist, hat gewisse Vorrechte. (Gaceta de Madrid.)

Absaß von landwirtschaftlihen Geräten na u garien. W bulgarishe Minister für Handel und Su AE: durch Zirkular ausländishe Fabrikanten um Uebersendung geeigneter Modelle von Pflügen und Kornreinigungsvorrichtungen. Leßtere unterliegen der Prüfung seitens landwirtschaftliher In- spektoren, die ermdchtigt sind, für die Landwirte ihres Bezirks Be- stellungen zu machen. Die Geräte müssen einfah und stark sein, da g in den Landbezirken an geschulten Kräften zur Vornahme \{wieriger Reparaturen fehlt. (Commercial Intelligence.)

_ Die Einführung des elektrishen Betri Pin G act O Städte Meld Nee J , unds8h di ) ci Tate S all un efle wird geplant. (Commercial

Lieferung von 750 bis 800 Fässern Kreosot nach

Ghristiania an das Overbestyrerens Kontor, Norsk hoved-