1904 / 37 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Pensionsversicherung für weiblihe Angesiellte ist bei dem heutigen Stand des Versicherungswesens ein berehtigter Wunsch, da ältere erwerböunfähige Mädchen eine Aussicht auf eine Versorgung dur Eheschließung nur in den seltensten Fällen haben. Die bekannte Reederei C. Woermann in Hamburg hat nit nur ihre männlichen, sondern E weiblihen Angestellten bei der Versorgungskasse der vereinigten Needereien in Hamburg versichert. Die Rente n nah fünf Jahren mit 139% des pensionsfähigen Gehalts und steigt mit jedem Jahre um 1%. Im 55. Lebensjahre beträgt die Pension auf jeden Fall 40 9/9 des letztbezogenen Einkommens. Zu den Ver- siherungsbeträgen, die im ganzen 11 9/% des Gehalts ausmachen, trägt die Firma 6 9/6, die versiherte Person 5 9/0 bet.

Zur Arbeiterbewegung.

Der Ausstand der Berliner Bautischler (Einsegzer) ist der „Deutschen Warte“ zufolge als beendet anzusehen. (Vgl. Nr. 28 d. Bl.) Zur Zeit s{hrwoeben Verhandlungen zwischen Organisationen der Meister und Arbeiter zur Schaffung einer Tarifgemeinfschaft.

Der Ausstand des Personals der Straßenbahn Paris- Oft ist dem „W.: T. B.° zufolge, na<hdem die Wünsche der Aus- ständigen erfüllt worden find, beendet (vgl. Nr. 26 d. BL.).

Die Diamantarbeiter in Antwerpen sind na< einem Telegramm des „Berl. Tagebl.*“ seit Mittwoch ausftändig. Ans- \hreitungen sind bis jeßt niht vorgekommen. In Amsterdam wird der Streik am Montag erwartet.

Kunst und Wissenschaft.

Die Königliche Akademie! der Wissenschaften hielt am 4. Februar eine Gesamtsizung unter tem Vorsiß ihres Sekretars Herrn Auwers. Herr Stumpf las über die Abgrenzung der Willenshandlungen. - Hierunter is sowohl ihre begriffliche Abgrenzung gegenüber den willenlosen Handlungen verstanden als ihre reale Ab- grenzung (Einheit oder Mehrheit) im Flusse des psychischen Lebens. Diese Fragen hängen zusammen. Es werden Kriterien aufgestellt und an einer Anzahl von Typen menschlicher Willenshandlungen durchgeführt. Herr Quin>e, korr. Mitglied, übersendet eine Mitteilung über Doppelbrehung der Gallerte beim Quellen und Schrumpfen. —- Herr Diels legte eine Mitteilung des wissenschaftlihen Beamten der Akademie, Herrn Professors H. Dessau zu den P Ge Kalender- fragmenten vor. In dem Fr. 84 (re<hte Spalte; f. oben S. 96) läßt sih na< Pseudogemin. c. $8 die Erwähnung des 76jährigen Zyklus des Kallippos ergänzen. Das Intervall, das in der linken Spalte zwischen der Solstitialbeobachtung des Meton (432) und der neuen Milesischen (109) fh berechnen läßt, beträgt 323 Jahre, also genau 17 Metonische Zyklen.

Die zur 100. Wiederkehr des Todestags Kants von der hiesigen Buchhandlung Gräfe und Unzer veranstaltete Kant-Aus- stellu ag wurde heute dur< den Rektor der Universität Jeep er - offnet. Die Ausstellung umfaßt eine Sammlung von Kant- Porträts, Manuskripten, Buchausgaben, Andenken und bildlihen Darstellungen aus dem Besiß von Bibliotheken, Museen sowie aus Privatbesig.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten uud Absverrungs- maßregeln.

Schlachtungen und Ergebnis der Fleis<hbeshau in den öffentlihen S<hlachthäusern Preußens im Jahre 1902.

Nach der „Uebersicht über den Betrieb der öffentlichen Schlacht- häuser und Roßshlächtereien in Preußen für das Jahr 1902* sind in den 418 Orten mit öffentlihen S<hlachthä usern während des Berichtsjahres 1206 132 Rinder, 1 181896 Kälber unter 6 Wochen, 1264269 Schafe, 43 333 Ziegen, 3 600879 Schweine ges{<lachtet worden. Hiervon waren behaftet mit T uberkulose 219 059 Rinder, 2296 Kälber unter 6 Wochen, 925 Schafe, 141 Ziegen, 102 309 Schweine (aus dem Auslande waren eingeführt 6427 Rinder, 926 Schweine), mit Finnen 9050 Rinder, 2480 Schweire, mit Trichinen 404 Schweine. Von den mit Tuberkulose behafteten Ticren wurden als zur mens<h- liden Nahrung ungeeignet verworfen 4734 Rinder, 189 Kälber unter 6 Wochen, 58 Swhafe, 18 Ziegen, 4541 S<{weine, nah Be- seitigung der erkrankten Organe als menshli<hes Nahrungemittel ganz zugelassen 206966 Rinder, 1876 Kälber unter 6 Wochen, 816 Schafe, 115 Ziegen, 92 669 Schweine, teilweise zugelassen 7339 Rinder, 221 Kälber unter 6 Wochen, 51 Schafe, 8 Ziegen, 5098 Schweire.

Von auswärts ges<hla<htetem Vieh wurden in die Orte mit öffentlihen S<lachthäusern eingeführt 158 214 Rinder, 23% 792 Kälber unter 6 Wochen, 99 160 Schafe, 14571 Ziegen, 308 899 Schweine. Davcen wurden behaftet befunden mit Tuberkulose 4178 Rinder, 124 Kälber unter 6 Wochen, 33 Schafe, 4 Ziegen, 1283 Schweine (aus dem Auslande waren ein- geführi 556 Ninder, 7 Kälber unter 6 Wochen, 257 Schweine),

R T6 A D T N A 7 K L L NLCH A O n t E R R E A Gta DiA B G A R G As C S R t G E aile E:

Theater. Königliche ZSchaguspiele. Sonnabend: Neues

Operntheater. Keine Vorstellung.

Schauspielhaus. 44. Vorftellung. Wann wir altern. Dramatische Plauderei in 1 Aufzug von Osfar Blumenthal. In Szene geseßt vom Re- gisseur Oskar Keßler. Die Romautischen. Bers- lustspiel in 3 Anfzügen von Edmond Mostand. Deutsch von Ludwig Fulda. Anfang 74 Uhr.

Sonntag: Neues Opecntheater. VBorsiellung außer Abonnement (Billettreservesaß Nr. 29). Manon. Over ia 4 Akten und 6 Bildern von J. Massenet. Text von H. Meilhac und Ph. Gille. Deutsch von Ferd. Gumbert. Anfang 74 Uhr.

Schauspielhaus. 45. Vorstellung. Zum 300. Male : Don Carlos, Jufant von Spanien. Ein dra- matishes Gedicht in 5 Aufzügen von Friedri von Schiller. Anfang 7 Uhr.

Colonibine.

Helena.

Barnhelm.

Secnnabend: Nitouche.) S

und Mars

Deutsches Theater. Sonnabend: Zum ersten Male: Der eiunsame Wcg. Swhauspiel in 5 Akten von Arthur Schnigler. Anfang 74 Uhr.

Sonntag, Nachmittags 25 Uhr: Rosenmontag. “tbents 73 Uhr: Der ecinsame Weg.

Montag: Rose Bernd.

; 7 Z tourift.

Berliner Theater. Sonnabend: Zum ersten Malc: Waterkant.

Sonntag, Nachmittags 28 Uhr: Verlichingen. Abents Uhr: Antouie.

Montag: Waterkaut,

DSchillertheater. O. (Wallnertheater.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Hedda Gabler. Schavspiel in 4 Aufzügen von Henrik Ibsen. Deutsch | von V¿. von Borch.

Sonntag, Nachmittags 3 Ubr: Der Kompaguon. —- Abends 8 Uhr: König Lear.

Piontag, Abends 8 Uhr: Vasautasena.

N. (Friedri<WilhelmstädtishesTheater.) | (in Sonnabend, Abends 8 Uhr: Uriel Acosta. Trauexrpiel in 5 Aufzügen von Karl Gußkow.

Göß vou Am Stella und | Duncan.,

Operette in Herblay.

erster

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der Bibliothekar. Abends 8 Uhr: Montag, Abends 3 Uhr: Uriel Acofta.

Zoologischer Garten berzoglicher Hoftheaterintendant a. D.) (17. Borslellung im Abonnement): Zum ersten Male: Hierauf: Die Taute s\chläft.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen : Dex Trompeter voa Säckingen. 77 Uhr: Die schöne Helena.

Montag (außer Abonnement): Die schöue Helena.

Dienstag (außer

Ueues Theater. Sonnabend: Miuna von

Residenztheater. (Direktion: S. Lautenburg.) Der wank in 3 Afïten von Desvallières Deuts von Max Schönau. Die Empfehlung. Anfang 74 Uhr.

Thaligtheater. Direktion Jean Kren und Alfred Schönfeld. Sonnabend und folgende Tage: Der Hoh- (Guido Thiel\<er in der Anfang 7| Uhr.

Sonntag, Nachmittags 34 Uhr: Charleys Tante. 67A 17. und 19. Februar : A

Bentraltheater. stellungen. Nachmittags 4 Uhr: Zu halben Preisen: Kindervorstellung (jeder Erwachsene ein Kind mit einem Erxtraplay frei) : Märchenspiel mit Gesang und Lanz in 4 Bildern. Abends 7&4 Uhr: 3 Akten von deuts< von M. Nappaport.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen Besetzung): Abends 75 Uhr: Das ScZwalbeanefst.

Montag, Abends 75 Uhr: Das Schwalbeuuest.

mit Finnen 219 Rinder, 63 Schweine, mit Trichinen 10 S@weine. Von den mit Tuberkulose behafteten Tieren wurden als zur menshli<hen Nahrung ungeeignet verworfen 118 Rinder 6 Kälber unter 6 Wochen, 2 Schafe, 1 Ziege, 63 Schweine, na Beseitigung der erkrankten Organe als mens{lides Nahrungsmittel ganz zugelassen 3871 Rinder, 108 ‘Kälber unter 6 Wocben, 30 Schafe, 3 Ziegen, 1166 Schweine, teilweise zugelassen 186 Rinder, 10 Kälber unter 6 Wochen, 67 Schweine.

Die Zahl der mit Tuberkulose behäafsteten, ge- fEta® teten bezw. im geshlachteten Zustande eingeführten

inder betrug in Preußen 223 217 = 16,49/o gegen 15,2 9/0, 15 9/0,

14,4% in den Jahren 1901, 1900 und 1899.

Fn 396 von den 418 Orten, in denen si>< öffentlihe Sclacht- häuser befinden, ist mit dem Schlachthause eine F reiba n? verbunden.

In den Roßschlächtereien von 407 Sc<hlachtorten sind 85 820 Pferde ges{<lahtet und davon 76 tuberkulös und 20 roßkrank befunden worden. Als ungeeignet zur menshlihen Nahrung wurden verworfen a. wegen Tuberkulose ganz 29 Pferde, teil- weise 21, b. aus anderenGründen einschließli der Noßkrankheit ganz 59d, teilweise 1075.

Aerztlihe Studienreisen werden in diesem Jahre nah den {lesis<hen Bädern gemaht werden. Das Zentralkomitee für das ärzlihe Fortbildungswesen in Preußen hat das vorläufige Programm festgestellt. Von Görliy ausgehend, sollen folgende Bade- und Kurorte in die Reise einbezogen werden: Flinsberg, Warmbrunn, Johannisbad, Cudowa, Reinerz, Lande>, Ckharlottenbrunn, Salzbrunn. Außerdem werden das Erholungsheim Hohenwiese und die Lungenheilstätten Görbersdorf besuht und der Waldenburgishe Hüttenbezirk mit feinen bygienishen Einrichtungen einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Zum Scluß der Reise, die in Breslau, dem Ort der diesjährigen Naturforsherversammlung, endet, wird sh au< Gelegenheit bieten, n bygienisGe Institut der Königlichen Universität in Augenschein zu nehmen.

Theater und Musik.

Im Königlichen Schauspielhause werden morgen „Die Nomantishen“ von Roftand, mit Fräulein Arnftädt, den Herren Vollmer, Boettcher, Pobl und Kraußne> besetzt, aufgeführt. Den Abend eröffnet Blumenthals Einakter „Wann wir altern“ mit den Lerren Christians und Keßler und Fräulein Lindner in den Haupt- rollen.

Im neunten Philharmonischen Konzert unter Professor Arthur Nikish? Leitung am 22. d. M. wirkt der Violozcell- vintuose Jean Gé6rardy als Solist mit. Der Künstler bringt ein Konzert von Jongen, einem jungen belgishen Komponisten, zum ersten Male zum Vortrag. Den Schluß des Programms bildet das große Straußsche Orchesterwerk „Also sprah Zarathustra”".

(Der Konzertbericht befindet sih in der Dritten Beilage.)

Mannigfaltiges. Berlin, den 12. Februar 1904.

Zum Besten der Verwundeten- und Krankenpflege des Deutschen Erxpeditionskorps in Südwestafrika ver- austaltet das Zentralkomitee der Deuts(en Vereine vom Roten Kreuz im greßen Saale der Philharmonie (Bernburger Straße 22 a) am 28. Februar, Mittags um 12 Uhr, cin Liederfonzert. Herrorragende Kräfte find für die Veranstaltung gewonnea worden. Die Preise der Plätze betragen 3 44, 2 A. und 1 M

Der Verein zur Errichtung von adeligen Damen- heimen, Schadowstraße 8 Il, veranstaltct am 29. Februar d. J., Abends, im Künstlerhause, Belleyuestraße 3, eine Wohltätigkeits- vorstellung, durch Thcateraufführung, musikalis<he Darbietungen und Tanzvorstelung. Ihre Hoheit die Herzogin zu Schleswig-Holstein hat das Protétktorat übernommen.

Der Deutsche Verein für ländlihe Wohlfahrt3- und Heimatpflege, Berlin SW. 11, Deffauer Straße 14, hält am 17. d. Mts. im Künstlerhause, Berlin, Bellerueitraße 3, seine achte Hauptversammlung mit na<hstehender Tagesordnung ab. 1) An- sprache dcs Vorsißenden. 2) Jahreébericht, erstattet dur den Ge- schäftsführer Sohnrey-Bexlin. 3) Ländliche Krankenpflege. Bericht- erstatter Königlicher Landrat v. Pufendorf-Fsenhagen. 4) Ländliche Haubsfleißarbeiten (Weberei) im Kreise Wittlage, ausgestellt vom Königlichen Landrat Prinzen zu Schoenaich-Carolath. 5) Bemalte Bauernhäuser im bayerischen Hochlaud. Berichterstatter Architekt Zell, München. Der Vortrag wird dur< Lichtbilder vcranschaulicht. Einladungen stehen in beliebiger Anzahl zur Verfügung.

T * 7 fo

Die Kinder der Exzellenz. Trianontheater.

dame X. Anfang 8 Uhr. Sonntag: Madame X.

Theater des Westens. Kantstr. 12. Bahnhof A0 e Leilealliancetheater. (Unter der Direktion von VFean Kren und Alfred Schönfeld vom Thaliatheater.) Sonnabend und folgende Tage: Götteriveiber. Aus- mit Gesang und Tanz von Curt Kraaß und Wilh. Jacoby, bearbeitet Musik von Einödshofer. (Gerda Walde und Fritz Anfang 74 Uhr. Sonntag, Nachmittags 3 Ubr: Gastspiel des König- lichen Schauspielers Herrn Josevh Neêper. Die

(Direktion: A. Pras, Sroß- Sonnabend

stattungsburlesfke in 3 Aufzügen

s Abends von Kren und Schönfeld. Dirigent: M. Schmidt.

Heltnerding in den Hauptrollen.)

Abonnement): Die schöne

bezähmte Widerspenuftige. Konzerte.

Konzert dér norwegischen

teusche (Maîtroe Walle - Haufen mit dem

Cafimir.

Borher :

(Georgenstra#e,

Friebri%- und Universitätsftraße.) Sonnabend: Ma-

Singakademie. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Pianistin Philharmonischen Orchester (O. Marienhagen).

Saal Bechstein. Sonnabend, Abends 74 Uhr: Liederabend von Hauna Schütz.

Während des Jahres 1903 sind 1494 EChejubiläums, medaillen verliehen worden. Davon entfallen auf die Provinzen: Ostpreußen 36, Westpreußen 33, Brandenburg mit Berlin 207 Pommern 96, Posen 55, Schlesien 132, Sachsen 171, Shleswig- MLLON 98, Hannover 175, Westfalen 144, Hessen-Nassau 77 und

heinland 270. Von den mit der Medaille belichenen Ehepaaren gehörten 1125 der evangelisen, 309 der katholischen Konfession an 17 lebten in evangelish-katholish- gemischter Ghe, 1 Ehepaar war altfatholish, 1 gehörte der Mennoniten-, 1 der wallonis{-reformierten 1 der Baptisten-Sekte, 1 der Gemeinschaft der Adventisten vom siebenten Tage, 38 der E Religion an; 15 Jubelpaare feierten das 69 jährige Ghejubiläum.

Frankfurt a. M., 12, Febkuar. (W. T. B.) Die Flüsse der südlihen Wetterau, die Wetter, Use, Nidder und Nidda sind teilweise ausgetreten und verursahen Ueb er- s<wemmungen, namentli in der Gegend von Vilbel.

Cassel, 11. Februar. (W. T. B.) Die Fulda ist ans ihren Ufern getreten und beginnt die tieferliegenden Teile zu über- s{<wemmen.

Cöln, 12. Februar. um 1,17 m gestiegen.

(W. T. B.) Der Nhein ift seit gestern Der Wasserbestand beträgt 5,45 m. München, 12. Februar. (W. T. B.) Amtlih wird gemeldet: Der Frankfurter Schnellzug 90, der fahrplanmäßig um 7 Uhr 48 Minuten hier eintreffen follte, kam erst mit mehrstündiger Verspätung auf dem Münchener P an. Die Verspätung hat ihren Ord in. der: GEntalel[Un0 Der Tevten 0 Wagen in der Station Tauberfeld (Véittelfranken) infolge Damm- rutshes. Ein Reisender und zwei Postbedienstete wunden leiht ver- legt. Einige andere Personen erlitten leihte Kontusionen. Der Betrieb wird eingleisig aufrehterhalten.

Stuttgart, 12. Februar. (W. T. B.) Infolge fortgeseßter Negenfälle haben Donau, Ne>kar, Nagold und andere Flüsse an zahlreichen Stellen weite Strecken Landes übers<hwemmt.

Bremen, 11. Februar. Von Seiner Majestät dem Kaiser ging dem Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd Dri Wiegand heute folgendes Telegramm zu:

«Nachdem die deutsche Hilfsaktion für Aalesund ihre Aufgabe an der Brandstätte beendigt hat, kann Ich es Mic nicht versagen, Ihnen und Ihrer Gesellschaft wie Bremens mittätigen Bürgern für die großartige Organisation des Hilfswerks, den beteiligten Beamten, Offizieren und Mannschaften des Norddeutschen Lloyd für ihre rastlose Arbeitsfreudigkeit, Umsicht und selbstlose Dpferwilligkeit Meinen Kaiserlichen Dank auszusprechen. Wien L R?

“Bremen, 11. Februar. (W. D. B) Der Nevtundampfer „Ari on“, auf der Reise vom Nkein und Rotterdam na< Bremen, Ur beute Tru mit bem Oolner Dampfer ¿Snouitrte* in Kollision gewesen. Der „Arion“ ist bei Vlaardingen ge- funken. 4 QDambura, 11 Fern. (W'E D) Cin Delegvamm Seiner Majestät des Kaisers gleihen Wortlauts wie dasjenige an Generaldirektor Dr. Wiegand ist heute au<h an den Generaldirektor der Hamburg- Amerika. Linie Ballin ergangen. In dem Telegramm wird au< Hamburgs mittätigen Bürgern sowie den Beamten, Offizieren und Mannschaften der Hamburg-Amerika-Linie der Kaiserliche Dank ausgesprochen. :

Madrid, 12, Februar. (W-T. B) Ver englische Dämbvfer „Veoman“, mit Salz nah Kalkutta unterwecs, ist bei der Nia de Corcubión (Kap Finistecrre) gestrauder. Zehn Mann der Besatzung ertranken, 72 Personen werden ver mißt. Vier Neifende kaben sich gerettet.

Ia bon H Bebra Q O) Die e Duro, Deondego Und Tao And Uber. thre Ufer aetreten. In Oporto ist eine Person umgekommen. In Caldas de Moledo béi Oporto ist ein Wassersammelbe>en geborsten; dabei wurde ein Teil der Duroeisenbahn zerstört. 17 Menschen find umgekommen. i

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

cFamiliennahri<ten.

Verlobt: Marie Freiin Mayr von Melnhof mit Hrn. Leutnant Friß Wend Grafen zu Eulenburg (Wien—Potsdaem). Frl. Erica von Prefsentin mit Hrn. Oscar von Laffert-Dersekow (Schwerin i. M.). Beatrice Freiin von der Osten-Sa>en und von Nhein mit Hrn. Verlagébuhhändler Alfred Scholz (Berlin). -—— Frl. Emma Arnold mit Hrn. Landwirt Richard Thomsen (Berlin). Frl. Gerda von Zerboni vi Spofetti mit Hrn. Leutnant Hans- Georg Pannes (Breslau). Frl. Helene Gerlich init Hrn. Gymnasialoberlehrer Dr. Sylvius von Monsterberg-Plünckenau (Breslau). Frl. Lotte Bernhardi mit Hrn. Bergafsessor Hermann Heine (Zalenze O.-S.—Bretlau). Frl. Käthe Luther mit Hrn. Amtsrichter Dr. jur. Carl Martini (Oftrowo bei Amsee—Strelno).

Verehelicht: Hr. Rittergutsbesißer Joahim von Loes<h mit Frl. Maria von Goßler (Gabel bei Tschirnau Berlin). Hr. Dr. med. Max Lewa mit der Königlichen Hofschauspielerin Frl. Rosa Poppe (Berlin)

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Oberleutnant Hans von Einem (Saarburg, Lothr.) Hrn. Pfarrer Steinheil (Kleinbottwar). Eine Tochter: Hrn. Kriegsgerihtsrat Dresen (Trier). Hrn.

zwischen

Dagmar

Titelrolle.)

Gastspiel Jsadora

Sonnabend: Zwei Vor-

Der gestiefelte Kater.

Das S>hwalbennest. Maurice Ordonneau, j Musil von Henry

GChimpanse. 25 Der Bettelstudent,

Birkus Schumünn. Sonnabend, Abends 74Uhr:

Nur noch kurze Zeit: Das einzig und allein- dastchende Naiurwundbder: Konsul, der menschliche Chimvanse. Die dreffierten 25 Löwen des Herrn Seeth. Fräulein Dora Schumann, jugendliße Sczulreciterin. Babe, V phänomenale Ausflattungs- a L pantomime. Sonntag, Nachmittags: Konsul, ver menschliche Löwen des Herrn Secth. Zum ersten Male: Kunst uud Liebe, mimisches Ballett. Zun S<hluß: Cake Walk, die Riesen- boubonuiere und der Boub onregeu.

Wilhelm von Bandemer (Weitenhagen). Gestorben: Kaiserl. Sktationehef Kurt Graf Pückler-Limpurg (Osfinolinge, Kamerun). Fr. lara von Unruh, geb. von Treskow (Lagiewnik). Fr. Marie Agnes Elisabeth von Klaeden, geb. von Haugwitz (Lugke bei Sorau N.-L.).

Verantwortlicher Nedakteur Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Dru> der Norddeutschen Buchdru>erei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Acht Beilagen (einshließli< Börsen-Beilage).

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1904 gering

Erste Beilage zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staalsanzeiger.

Berlin, Freitag, den 12. Februar

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

Qualität mittel | gut Verkaufte

Februar Marktort

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

höchster niedrigster | höchster

Menge

| niedrigster | höchster [Doppelzentner

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1904,

Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) na überschläglicher Schäßung verkauft dem Daboelzeutatt (Preis unbekannt)

Durhshnitts-| Am vorigen Berkaufs- preis Markttage la Durch-

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Bemerkungen.

Deutscher Reichstag. 30. Sißung vom 11. Februar 1904. 1 Uhr.

Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des Entwurfs eines Gesehes, betreffend Aenderung der Neichs\<huldenordnung.

Durch diese soll behufs der Wahrung tunlichster Be? wegungsfreiheit für die Finanzverwaltung bei der Ausnußung der Unleihekredite die durh die Reichs\chuldenordnung ge- \haffene Rechtslage dahin zweifelsfrei klargestellt werden, daß der Kredit erst dur<h die Begebung von Schuld- verschreibungen ershöpft wird, während Schaßanweisungen auf Grund dieses Kredits nah Bedarf wiederholt zur Ausgabe gelangen fönnen.

Staatssekretär des Reichsshaßamts Dr. Freiherr von Stengel:

Meine Herren! Wenn auch diesem Gesetzentwurf cine ziemli ausführliche Begründung son beigegeben ist, so möchte ih mir doch gestatten, die Beratung des hohen Hauses über diesen Geseßentwurf no< mit einigen erläuternden Bemerkungen einzuleiten. Wie Sie, meine Herren, schon aus der Begründung haben entnehmen können, handelt es sih im wesentlihen hier um nichts anderes, als um eine authentishe Auslegung von zwei Bestimmungen der Neichs\{ulden- ordnung von 1900, nämli des $ 1 und des F 7.

Bei der Nealisierung von Anleihekrediten, die dur das Etats- gese einmal bewilligt sind, kann man zwei Wege einschlagen: man kann entweder fofort zu der Ausgabe definitiver Shuldvershreibungen schreiten oder man kann, {was in Nücksicht auf die Marktlage sich unter Umständen empfehlen mag, zunächst cin Provisorium schaffen, man kann zunä<hst verzinsliche Schatzanweisungen mit einem be- stimmten Fälligkeitstermin ausgeben unter den Vorbehalt der defi- nitiven Ordnung der Sache zu einem späteren, geeigneteren Zeitpunkt.

“Nun sind in Rücksicht auf die gegenwärtige Fassung der Reichs- [huldenordnung Zweifel darüber hervorgetreten, ob au {hon durc< eine fol<e provisorishe Maßnahme der dur< das Etatsgeseß

Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkauf3wert auf volle Cin liegender Strih (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis niht vorge

Weizenu. 15,50 15,90 16 50 16,39 15,50 16,90

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13,50 12,00 13,50 14,00

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11,80 12,60 13,10 11,80 13,20 13,70 14,60 13,20 14,25 14,00

H E Li —- 12,40 12,80 11,90 11,50 11,50 11,20 12,50 13,00 E220 11,90

11,70 11,90 12,40 11,50 13,20 13,50 14,60 13,00 14,2% 13,60

12,40 ¿ 12,80 5 11,70 50 11,80 n 11,60 20 11 20 830 12,50 i 13,50 70 | 12,20 120 1180 | 12,00 : 11,90 | 12,40 234 12,80 | E 111 12/20 4 —- 13 13,50 —. :

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| | 13,59 |

12,80 E

gewährte Kredit definitiv konsumiert wird, oder aber ob diese Konsumtion des Kredits nicht vielmehr erst dann eintritt, wenn zu einer definitiven Ausgabe von Reichsanleihen geschritten wird. Im ersteren Falle müßte bei Einlösung dieser Schaßanweisungen dur neue Schuldpapiere zu deren Ausgabe erst eine wieder- holte etatsgescßlihe Ermächtigung erwirkt werden, es müßte alfo zu dem Ende derselbe Betrag, der früherhin {hon Gegenstand einer etats- mäßigen Bewilligung war, neuerdings auf den Etat gebracht werden. Die verbündeten Regierungen waren nun mit dem Herrn Reichskanzler von Anfang an der Meinung, daß eine Konsumtion des Kredits erft dann eintreten würde, wenn definitive Schuldverschreibungen zur Aus- gabe gelangten. Unter dieser Vorausseßung würde sih eine Aenderung des Geseßes dur eine authentishe Interpretation überhaupt erübrigt haben.

Im Schoße der Reichsshuldenverwaltung sind jedo< Bedenken hervorgetreten, ob diese Auslegung wohl die richtige sei, und ob es nicht do erforderli sein würde, folchenfalls erst eine neue Kredit- bewilligung herbeizuführen, und die Reichsshuldenverwaltung ist im Verfolg dieser Bedenken zu dem Ergebnis gelangt, daß sie bei der gegenwärtigen Fassung der Reichsshuldenordnung nih<t in der Lage wäre, in Fällen der vorliegenden Art auf Verlangen des Herrn Reichskanzlers neue Schuldpapiere auszufertigen. JI< will meinerseits vollständig dahingestellt sein lassen, ob und inwieweit diese Bedenken der Neichsshuldenverwaltung be- gründet sind. Die Frage muß “indessen in Bälde zur Entscheidung gebraht werden; denn sie gewinnt demnächst eine praktishe Be- deutung infofern, als von den 1900 begebenen 80 Millionen Mark zu 49/9 verzinslichen Schaßanweisungen die erste Rate mit 20 Millionen bereits am 1. April d. J. fällig wird. Wir stehen nun vor der Frage: wie sollen wir diese 20 Millionen, die am 1. April d. V. fällig werden, und die weiteren 20 Millionen, die am 1. Juli d. J. verfallen, ecinlôsen? Verfügbare Tilgungs fonds haben wir ni<t; es bleibt uns also ni<ts übrig, als diese fälligen Schatzanweisungen dur<h die Begebung neuer Schuld-

16,18 16,13 17,25 | 16,00

16,18 16,38 16,50 16,12 16,19 16,80 16,90

16,80 | 16,90 |

16,20 16,64 17,29 15,00

12,35 11,45

12,18 12,90

Do dO

DO Do Ho bD

15,00 13,00

13,80

do

11,80

11,43 13,58

13,14 14,25

64 12,80 575 11,50 929 11,43 9 296 11,20 920 13,14 1410 11,75 2 770 11,82 1 399 12 66 2,12 | 159 12,20 2,30 |

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Mark abgerundet mitgeteilt. Der DurWhschnitt3spreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berehnet. kommen ift, ein Punkt (.) in den leßten se<s Spalten, daß entsprehender Bericht feblt,

papiere einzulösen, und da steht nun die Reichs\{huldenverwaltung auf dem Standpunkt, daß, wie ih {hon bemerkt habe, fie ihrerseits nit in der Lage sei, uns nah der gegenwärtigen Fassung des Ge- seßes ohne vorgängige neue Kreditbewilligung neue Schulddokumente zu gedahtem Zwe>k auszufertigen. Danach bliebe uns, wenn wir nit das Gesetz ändern, bei diesem Standpunkte der Neichsschulden- verwaltung in der Tat nichts anderes ührig, als demnächst eine Er- gänzung des Neichshaushaltsetats für das Jahr 1904 in der Richtung herbeizuführen, daß wenigstens die im Jahre 1904 fälligen 40 Millionen Mark neuerdings auf den Etat für 1904 gebra<ht werden. Nur auf diesem Wege würden wir dann dur< das Etats- geseß für 1904 wiederum den nah der Auffassung der Neichsschulden- verwaltung erforderlichen erneuten Kredit erlangen können. Nun bitte ih aber si zu vergegenwärtigen, meine Herren, daß doch aller Vor- aussiht na< eine Verabschiedung des Etatsgeseßes vor Ende des Monats März kaum in Ausficht genommen werden kann. Wir geraten also, wenn wir diesen Weg betreten würden, aller Voraussicht nah {on demnächst hinsichtlih der Einlösung jener ersten Nate von Sdwayanweisungen in ni<ht geringe Schwierigkeiten. Denselben Sqwierigkeiten aber, mit denen wir im Jahre 1904 zu kämpfen hätten, würden wir au wieder begegnen im Jahïe 1905; denn die dritte Nate der Schaßanweisungen vou 1900 verfällt am 1. April 1905, die legte dann am 1. Juli 1905. Auch in künftigen Jahren würden wir aller Voraussicht na< ähnlichen Weiterungen stets wieder aus- geseht sein, so oft Schaßanweisungen, die zu Zwe>en der Kredit- realisierung provisorish ausgegeben find, zur Einlösung gebracht werden.

Die verbündeten Regierungen glaubten daher, daß es unter diesen Verhältnissen sh nit empfehle, den Weg der Etatsgeseßgebung hier wiederholt und immer wieder zu betreten, sondern daß es zwe>mäßiger sein würde, die Neichs\huldenordnung in diesem Punkte authentisch zu interpretieren, insoweit fie der Reichsf(uldenverwaltung zu Zweifeln hinsichtliß der Anwendung des Geseßes Veranlassung gegeben hat, Es sprehen übrigens, abgesehen von diesen von mir soeben erwähnten Erwägungen, au< no< andere finanzpolitis<e Rücksichten dafür, daß