1904 / 37 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Berg der Reste noch viel mehr anwadsen als bisher. Ich glaube deshalb, es muß Aufgabe einer zukünftigen Gesegebung sein, das

Verfahren wesentlich zu vereinfachen.

Darauf wird um 7 Uhr die Forlsezung der Beratung

auf Freitag 1 Uhr vertagt.

Preußischer Landtag, Herrenhaus. 3. Sißung vom 11. Februar 1904, 2 Uhr.

Der Präsident Fürst zu Jnn- und Kny phausen über- mittelt dem Hause den Dank Seiner Majestät des Kaisers und Königs für die anläßlich Allerhöchstdessen Geburtstags darge he, spricht sodann dem Staatsministerium den Dank des Hauses für die reichliche Versorgung mit Be-

brachten Glücfwün}

ratungsmaterial aus und fährt dann fort:

Fh habe den Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses gebeten, tunlidst die Geschäfte jenes Hauses so weit zu fördern, daß bis zum 15. März das Budget an uns gelangt. Geschähe dies nicht, so wären wir bier genötigt, überstürzt das Budget zu beraten, was meiner Ueberzeugung nah nit in unserem Interesse liegt. Es wäre das sehr zu beklagen, und wir müßten die Schuld von uns abwälzen. Sodann muß ih mitteilen, daß wir wahrs{einlid auch am Sonnabend

eine Sitzung abhalten müssen.

Das Haus ehrt hierauf das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Grafen von Droste-Vischering in der üblichen Weise. Generaloberst von Wirklicher Geheimer Rat Dr. Hinzpeter, Bankier Dr. von Meßgler, Generalsuperintendent

Neu berufen sind in das Herrenhaus: Mittih , Admiral Hollmann ,

D. Faber und Kardinal Fischer.

Nach Eintritt in die Tagesordnung berichtet Herr von namens der Matrikelkommission über die in der Zusammenseßung des Herrenhauses seit Er- stattung des lezten Matrikelberichts vorgekommenen Personal veränderungen. Das Haus beschließt, die aestorbenen und die ausgeschiedenen Mitglieder dem Antrage der Matrikelkommission

Winterfeldt-Menkin

gemäß zu löschen.

Darauf werden die Nachrichten von dem Betriebe der unter der preußischen Berg=z, Hütten- und Salinenverwaltung tebendenStaatswerke während

z Etatsjahres 1902 für dur Kenntnisnahme erledigt

Kommission für Handels- und Gewerbe- 1 * UVeL in1ager

ichtet alsdann Herr Dr. Wachler betreffend die Ausdehnung el Allgemeinen Bergge]eßes

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Zur Gewährung von Verwaltungszuschüssen für ein in Berlin errichtetes Versuchskornlagerhaus sind als siebente Nate 10 000 # ausgeworfen, zum Neubau eines Labora- toriums für Müllereierzeugnisse, einer Versu chchs- mühle und Versuchsbäckerei als erste Rate 120 000 M. neu eingestellt.

Berichterstatter Abg. von Arnim teilt mit, daß die Kommission diesen Plan genehmigt habe.

Abg. Reini ck e - Mansfeld (konf.): Die Erfahrungen, die mit dieser Versuchsanlage gemacht werden können, werden niht nur unserer Landwirtschaft, sondern auch unserer Volksernährung® nüßen. Wir hoffen, daß dadurch das Publikum über den Wert unserer beimis@en Produktion aufgeklärt werden wird. Es wird sich zeigen, daß unser heimischer MWeizenbau ein sehr gutes Backinehl gibt. Möge die Versuchsstation der deutshen Landwirtschaft zum Nugten

* gereichen.

Abg. Meßner (Zentr.): In den beteiligten gewerbetreibenden Kreisen herrsht große Besorgnis, daß die geplante Bersuchsbäkerei als großkapitalistishes Unternehmen dem kleinen Gewerbe große Kon- furrenz machen könne. Jch möchte den Minister bitten, uns eine be-

rubigende Erklärung darüber zu geben, daß nur eine Bersuchsanstalt

beabsichtigt ist.

Minister für Landwirischaft 2c. von Podbielski:

Meine Herren! Die genannte Anstalt ist ledigli eine Versuchs- anstalt, die wissenschaftliche Aufgaben lösen soll ; ih kann mich auf meine in der Budgelkommission nach dieser Richtung abgegebenen Er- flärungen nur beziehen. (Bravo !)

Abg. Hirt (kons.): Ein großkapitalistishes Unternehmen liegt hier in keiner Weise vor. Das Unternehmen is mit Freude zu begrüßen.

Die Titel werden bewilligt.

Zu dem Ausgabetitel „22400 A6 zur Erbauung eines Flügeldeihs auf dem rechten Gilgeufer bei Kastaunen im Kreise Niederung“ liegt eine Petition von Deichhauptmann Kerßes und Genossen in Tilsit um Gewährung - von Staats- mitteln an den Linkuhnen:-Seckenburger Deichverband zur Normalisierung des linksseitigen Gilgedammes vor.

Referent Äbg. von Arnim {lägt vor, diese Petition der Staatsregierung zur Erwägung zu überweisen.

Abg. Spilgies (kon].) \Mildert die lokalen Verhältnisse und spricht fi im Sinne der Petition aus.

Abg: Glatel (nl.) empfiehlt gleihfalls die Ueberweisung der Petition zur Erwägung ; im vouigen Jahre sei bereits die Gefahr eines Dammbruchs vorhanden gewesen, der Schaden im Betrage von Millionen gemaht haben würde. Menn der Staat eine Beihilfe gewähre, könnte die Normalisierung des Dammes \{leunigst vor- genommen werden. l

Die Petition wird der Regierung zur Erwägung über- wiesen. E

Zu dem Titel „Beihilfe zur Melioration der Niederung von Werder und Pritter im Kreise Usedom-Wollin, 40 000 M6“ liegt cine Petition von Gemeindevorsteher Spiegelberg und Genossen in Pritter um Gewährung von Staatsmitteln zur Melioration der Niederung von Werder und Pritter vor, die der Berichterstatter Abg. von Arnim der Regierung als Material zu überweisen beantragt.

; Haus beschließt ohne Debatte nach dicsem Antrage. it ist der Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung folgt der Etat der Gestütverwaltung. i den Einnahmen der Haupt- und Landgestüte referiert zunächst

Berichterstatier Abg. von Arnim über die Neueinstellung von Henagsten und weist auf die große Zunahme des Pferdeimports bin. Der Regierung gibt er anheim, die im Etat der landwirtschaftlichen Rerwaltung enthaltenen Positionen zur Förderung der Pferdezucht in

Etat der Gestütverwaltung einzustellen, damit eine einheitliche

¡ber im Hause stattfinden könne. Treiberr von Dobeneck (konf.): Einen großen Teil der 1 der Haupt- und Landgestüte, nämli 35 9/6, bilden die Deck- und Füllgelder. Die Zunahme dieser Einnahmen zeigt ein sendes Interesse der Landwitshaft für unsere Staatsgestüte; e en immer mehr Stuten den staatlichen Hengsten zugeführt. Sowoh Facbvresse wie in der Tagespresse gibt ih das Walhsen diese 6 fu amit wächst au die Kritik. Die Neuforde- na in diesem Etat stellt, find durhaus erfreulick, ina von 32 neuen Hengsten in die Landgestüte, um Pferdeankauf um 250 000 # und die ter. Die Angriffe auf den Totalisator wirtschaftsminister zurückgewiesen worden. ; die Wettbureaus und die Buhmacher ¡e mit dem Totalisator an sich nichts zu ¿ler müssen noch vermehrt werden, fie von Arabern mit englischen und es dürfte sih auch m Pferdema Im Westen mit dem die Kaltblutzuht getrieben werden, und dort erstflaisiger dänisher Hengste; aber wir im \ viesen. Wenn wir

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Zunahme eingestellt, und Aber dem Be es müssen noch immer Kalt- f vor allem dem provinzialen Fn Brandenburg müßen elgier eingestellt werden. Leider ie Zuchtgenofsenschaften für Kalt- fie wirft ibnen geradezu entgegen j lien Gebrau l[teber Vollblutzucht ¿ubt für die Landwirtschaîït notwendig gt, daß es in Ostpreuf ( mit dem guten erfreulih, wenn t hat, aber wir im Westen sind noch igt, wir müssen für unseren {weren ten. Der Redner bemängelt ferner die g, welche die Zuchtgenofssen- el Zuchtgenossenshaften hätten [ogar ß fie von der K nmission nicht vorurteilsfrei be- n seien; jedenfalls solle es vorgekommen sein, daß Hengstl ofznschaften abgekört seien, ehe sie überhaupt gesehen vie Bebvingungen der Körordnung seien sehr Benn ein Hengst für ganz Brandenburg ] ol müsse er von 32 Kommissionen besichtigt wer? nast sei innerhalb sechs Monaten einmal für tauglid, untauglich und dann wiede für tavuglih erklärt worden iifisde Bauer werde i durch strenge Behandlung und trafen nit zu einer Aenderung seiner Gesinnung zwingen [lieber Derzidte er auf Ie Pferdezucht, und diese Zustände zu einer Beschränkung der Zucht von Stuten geführt nsere Remontenzu@t sei nit genugenD geiorgt, fie werte nit tigt ¡ wenn wehr Kaltblüter gef würden, Merdeausfubr stehe bedeutend hinter der Ginfuhr z id; im 902 habe die Differenz im Werte zu unseren Ungunsten ¡Mark betragen Anders fiche in dieser Beziehung das Aus- von Brandenburg mlisse nah ‘den Wünschen

21e ROrorbnun!g ¡chtgenofsenschasten abgeändert werden ; e? heiße jeyt: alle \taat-

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erhaltenden Kräfte sollten zusammenhalten. Die Bauern sagten si: wir sind gut genug, Abgaben zu zahlen, unsere Söhne für das Heer zu stellen, die Städte zu bevölfern, aber wein wir etwas von der Ne- gierung wollen, ist sie {wer sür uns zu finden. Erfreulich sei, daß die Gestütverwaltungen sih im Landesöfonomiekollegium am 6. d. V. endli einmal klar darüber ausgesprochen hätten, in welchen Provinzen sie Kaltblutzucht zulassen und in welchen Provinzen sie diese auf keinen Fall gestatten wollten. Das sei wenigstens ein klares Programm, über das sich werde reden lassen. Statt der provinzialen Regelung sollte eine Körordnung für die ganze Monarchie durh Gesetz ein- geführt werden. Der Redner {ließt mit der Mahnung: Geben Sie Körsfretheit!

Abg. von Saldern-Plattenburg (kons.): Die Körordnung für die Provinz Brandenburg ist auf Wunsch und unker Mitwirkung der Landwirtschaft erlassen worden. Auf die Einzelheiten gehe ich nit ein, da die Frage eigentlich nit vor dieses Haus, sondern vor die Landwirtschaftöskammern gehört. Die Pferdezuchtgenossenschaften, die wir vertrèten, haben {on größere Erfolge erzielt, als die Ge- nossenschaften, die unter dem Herrn bon Naßmer \tehen, auf dessen Broschüre sich der Vorredner beruft. Wir können der Verwaliung nur dankbar dafür sein, daß sie die Wünsche nah Cinstellung von MWarmblut- und Kaltblutheng\ten erfüllt hat. Die Fcage der Zucht- richtung ist \trittig, hon vor 50 Fahren hat sih Herr von Nathusius eingehend damit beschäftigt, und doch is die Frage noch immer fontrovers, welhe Zuchtrichtung die richtige ist. Wenn auch unsere Remoöntezut den Bedarf deckt, |o müssen wir doch datür sorgen, daß sie niht infolge der Kaltblutzucht in Zukunft zurückgeht. Die Körordnungen können nicht für die ganze Monarchie einheitlich gemaht werden; denn dazu sind die Verschiedenheiten zu groß. Die Remontezuht muß gehoben werden; das Neih muß für die Nemonten höhere Preise zahlen; für die jeßigen Preise kann man keine Pferde ziehen. Gewiß fan au für die Kaltblutzuht noch mehr getan werden, aber für unseren ganzen Staat eignet fich tiese Zuchtrichtung niht. Der Engländer zieht kein Kaltblut, che er nicht die Gewißheit hat, daß die Nasse Bestand hat. Deshalb muß auch das Stutenmaterial für die Kaltblutzuht immer wieder aus dem Warmblut ergänzt werden.

Minister für Landwirtschaft 2c. von Podbielski:

Meine Herren! Jch muß auf einige Ausführungen des Herrn von Dirksen zurückkommen. Jch kann sie nicht unwidersprochen hinaus- gehen lassen; ih hâtte gewünsht, der Herr Abgeordnete hätte erst sih unsere Gesetzgebung Üar gemacht, wie die Organe incinander- greifen, ehe er jeßt eine Menge von Angriffen sich zu eigen gemacht hätte, die ein Herr in einer Broschüre dem Hause unterbreitet hat. Wie liegen die Verhältnisse? Zunächst die Frage: Brandenburg Remonteprovinz? Der Antrag, von BVeitretern ter Provinz Branden- burg gestellt, war Veranlassung, daß Brandenburg unter die Nemonte- provinzen aufgenommen wurde. Es stellten sich später Schwierigkeiten beraus: für die Gestütverwaltung lag fein Grund vor, deshalb wurde die Stellung Brandenburgs8 als Rcmonteprovinz aufgegeben. Nicht von der Gestütverwaltung, sondern von der Landespferdezuhlkommisfion wurde also dieser Beshluß im Jahre 1888 gefaßt.

Weiter: die Vertretung unserer landwirtshaftlihen Angelegen- beiten in den Provinzen liegt den Landwirtschaftskammern ob. Sie sind die Träger auch der K»rordnungen; von ihnen werden sie aus- gearbeitet und beschlossen, sie bedürfen nur der Bestätigung des Ober- präsidenten. Es ist also unrichtig, meine Herren, daß die Gestüt- verwaltung die Körordnungen veranlaßt hätte! Ih kann nur darauf binweisen: in Ostpreußen z. B. ist noch nicht einmal in der ganzen Provinz die Körordnung dur{geführt worden. Meiner Ansicht nach liegt hier eine VerweWfelung vor zwischen der Gestütverwaltung und der Staatsaufsicht, eine Verweselung, die dur die ganzen Aus- einandersezungen bindurchginga, die immer darauf hinausging: die Gestütverwaltung ist daran s{uld! ih weiß nicht, meine Herren, wie die Gestütverwaltung dazu kommen foll! Neulich hatten in der Kommission der Herr Oberlandstallmeister und ih {on Gelegenheit, zu erklären: die Körordnungen sind Sache der Provinzen; die Land- wirts{aftskammern als berechtigte und verpflihtete Vertreter der Beteiligten müssen die Ausarbeitung und Ausgestaltung dieser Körordnungen vornehmen. Daß naturgemäß an allen Stellen, wo es sich um Körordnungen für Pferde oder auch für Stiere handelt, wie fie vielfach in den Provinzen sind, auh úInterefsen verleßt! werden, daß es dann dort auch Leute gibt, die böse darüber sind, das ist mir aie zweifelhaft gewesen. Und, meine Herren, Sie würden, selbft wenn in den Landwirtschaftskammern ie idealsten Männer vären, die alles derartig ausfeilen könnten, daß alle Interessen wahr- genommen würden, do immer noch einen finden, der sich durch die Bestimmungen getroffen und verleßt fühlte.

I habe mi aber umsomehr gewundert ich muß das offen sagen daß ein Herr wie Herr von Dirksen claubte, hier im Namen der Vertreter der Pferdezuchtgenossenschaften der Provinz Brandenburg \prehen zu müssen. Ih meine, es war doch seine erste Aufgabe, sich zu fragen: kannst du das wirklich tun? Denn, meine Herren, daß ih jemand das Recht beilegt, das mag sonst oratorishe Auss{chmücckung sein. Aber wenn hier die Sache verlreten wird, dann müßte ih doch meinen, daß man erst sich einmal nah der Legitimation fragk. Dann hätte er herausgefunden, daß es sich in der Broschüre nur um einen Protest handelt. Wir kaben soeben von Herrn von Saldern gehört: wir sind gar nicht die Genossenschaften, wir wollen nit den Weg mitgehen, den Herr von Dirksen bezeichnet hat. Es ist leider nur ein lokaler Streit aus einer Provinz, der hier vor das Forum gezogen ist, der aber seine (Erledigung innerhalb der Lani wirlshafts- fammern finden müßte und niht hier, wo wir beim . besten Willen nit darüber zu Gericht sigen können, ob die Landwirtscha|tskammer ver Provinz Brandenburg ihre Schuldigkeit getan hat oder nicht. (Sebr richtig!) Das ist unmöglich, und jede audere Landwirtschasts- fammer würde sh wehren, wenn man plöulich im Abgeordnetenhaule ihr Vorwürfe machen wollte, während das Forum für diese Sachen do sie selbst ist und nicht das Abgeordnetenhaus.

Nun hat Herr von Saldern s{chon darau] hingewiesen und das ift ja einer der springendsten Punkte —: es werden jährli rund 93 000 Nemonten der Kommission yorgesteUt, und nu1 etwa 10 000 Pferde wecden genommen ; folglich bleiben etwa 13 000 liberschießend Nemonten. Ich möhte voh sehr warnen, au] diesen Pferden die yreußishe oder die deutsche Ka! illecie beritten machen zu wollen, C8 wird immer nur ein Prozentsay dafür geeignet sein Yan fann mit Herru von Saldern zugeben: es ist bevaueclih, haß nth! mehr genommen werben, uny daß pte Landwirte niht einen guten Preis bekommen. Aber die Mehrzahl isk nun einmal nit geeignet für die ; Armce, Genau so ist es ja auch bet unseren Mushebhungen ! } stellen ich Hunderttaulente Von jungen PVéännern, aber nur em

irh genommen, Das find die Brauchbaren (Fs bleibt ein

oingt Brauchbarer, aber haraus fann man doch nit weitere

(Schluß in her Zweiten Betlage.)

(S{luß aus der Ersten Beilage.)

Weiter ist es ja zweifellos unendlih zu bedauern, daß auf vielen Gebieten der Landwirtschaft das Ausland billiger produzieren kann als wir. Niemand kann das mehr beklagen als ich. Aber wir werden

es nicht verhindern können, daß in anderen Teilen der Erde billiger

produziert wird und daß wir infolge davon, daß die Kosten für die

( ,

Aufzucht der Pferde bei uns höhere sind, eine Ginfuhr von Pferden haben. Ich bedaure die Einfuhr sehr. Jh bedaure auch die Einfuhr

der Eier und des Geflügels sehr. Wir führen

160 Millionen Mark Eier und Geflügel ein. Aber wenn ih mich hier hinstellen und den Landwirten empfehlen wollte: zieht Hühner,

legt euch auf die Eierzucht, die wird euch etwas bringen —, ih nah meiner ehrlihen Ueberzeugung ein falscher Prophet.

links.) Es fann Distrikte geben, in denen wohl die Hühnerzuht rentabel ist. Aber in dem Umfange wird bei uns die Hühnerzucht nie ein gewinnbringendes Gewerbe der Landwirtschaft fein, \{chon um desroillen nit, weil infolge des Klimas bei uns Schwierigkeiten ob- reszeit an

walten; bei uns fangen die Hühner erst zu einer Jah legen, zu welcher man in Italien {hon längst fris (Heiterkeit. )

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Genau steht es mit der Pferdezucht. Es wird eine ganze

Menge von Pferden im Ausland billiger produziert, als es

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möglich ist. Der großen Entrüstung wegen des Pferdeimports, dic

von der linken Seite gezeigt wurde, kann ih nit folgen. Sodann sagt der Herr Abg. von Dir

glaube im Landesökonomiekollegium vor. Ich glaube,

einer Reihe von Jahren der Herr Oberlandstallmeisier unaut

ih in dem gleichen Sinne ausgesprochen hat wie neulich

Î Etat i glaube zum 1. April 227 staatliche Hengste; |

83 faltblütige. Das ist beinahe {hon die Hälfte. Also die Wünsd ,

die Vorschläge der Herren find doch wahrlich von

waltung berücksihtigt. Ich kann nur das, was ih neull mission hervorgehoben habe, wiederholen : wenn

\ich darüber klar ist, daß man ein eres 9 i

soll wahrlih die Gestütverwaltung diesen Wünschen

dafür Sorge tragen, daß den Beschlüssen, die innerh

Lantwirtschaftskammer gefaßt find, auch Folge

meine Herren, privaten Wünschen nach irgend welcher Richtu1

fann die Gestütverwaltung niht nag

in früherer Zeit richtete fih in einem Bezir i ¡uht lediglih darauf, eine Spezialität, sogenannte pferde für Belgien zu ziehen; das waren Pferde waren, wenn eine Decke darüber lag. (Heiterkcit.) war in der Grafschaft Bentheim an der Ems. waren Spezialia, und so find die Wünsche des Herrn au Spezialia aus der Provinz Brandenburg. dahin aussprechen: ih würde es für das größte 1 wirtschaft halten, wenn man für Westfalen dasfelbe wie für Posen; es ist das eine Unmöglichkeit; unsere Tandwirtschaftlihen Verhältnisse fo

einen Rot haben, der richtig vaßt, und

Nod ift. Ih muß mich unbedingt

ordnung für das ganze Land zu

und die Verantwortung für

aufbürden; die Körordnung ist ledi

kammer, einer Interessenvertretung innerhalb de mögen si die Herren wenden ; folche

Y P ( r L N Abgeordnetenhaus. (Bravo!)

I

Abg. Gleim (nl.) führt Klage darüber, f Deckstation mebrere Stutén durh einen krank zum Teil erblindet und i ; geworden seien. Wenn der verpflichtet sei, so müsse \hwersten betroffenen Besi stüßung gewähren.

Auf eine Anfrage des ( landstallmeister Graf von Lehnd kaltblütigen Hengste für die Provinz

Abg. von O nf Liebbaberei verme mäßig die Vollbluts-

)

te Oldenburg (1 den werden

Î Ù die War nl

die Negierung, auch das Hengstmaterial

mehren und vor allem uns mit n

Dringend muß ich aber darum

werder verlegt wird. Es li

die Pferde nur mit Mühe

der Pferde ist nur ein $ Obkerlandstallmeister Graf i Le

lange nach einem geeigneten Terrain ge Nbg. Hen ning (kons.) stimm

in der Zuchtrihtung nicht |ch

nisse der verschiedenen Landest

Nusland billiger produziere

geringeren Kosten auf geeignetem

Unsere Pferdezucht müsse so gehoben

unabbängig würden

: Nach) einigen weileren V

Grafen von Lebndorff und des Abi Abg. von Dirksen nohmals das à

Herx von Saldern könne nur einen Teil d

treten. Wenn die landwirtschastlichen &

der Provinz Braudendurg nicht genügen

even geändert werden

»

Minister für Landwirtschaf

Ih möchte nochGmals den Dirksen gegenüber konstatieren: ed ( ordnung bei dex Landwirtschaftsfkamme1 Stellung gegenüber einem ibr einen Juitlativantrag aus der licher Unterschied. (Es könnte die Staatsregierung der Landwirtscha gelegt hätte, und day diese 1

i Zweite Beilage zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußi

eitag, den 12. Februar

hen Staatsanzeiger. E

Berlin, Fr

So liegt die Sa®e nicht, sondern in der Körordnung sind Be- strebungen der Züchter innerhalb der Provinz zum Ausdruck gekommen.

Ich möchte dann aber au weiter, meine Herren, doch an dieser Stelle gegenüber der Bevorzugung der Kaltblutzuht betonen: i bes kenne selber, ih ziehe versönlih schwere Dänen, also meine pathien sind gewissermaßen auf seiten der Anhänger dieser aber, meine Herren, Sie wollen nicht vergessen, daß in der Kalt- Llutzuht eine große Gefahr liegt. {llheilmittel in dieser Zucht zu finden, und man wird die s{limmsten Verbildungen in kurzer Zeit sehen. (Sehr richtig!) Deswegen muß ich gerade diesen Herren gegenüber hervorheben: Ich fann mir sehr wohl eine Kaltblutzuht denken, wo wie am Rhein der f die Verhältnisse Foblen derart sind, daß die Zucht barauf gegründet Aber, meine Herren, {hon viel näher, in der Provinz Sa Sie auf der einen Seite die Zucht mit dem .belgishen {weren Pferde auf der andern Seite den Kampf für die

schwersten Vorwroürfe gegen die Gestütverwaltung wegen der s{lechten Arbeiter- und Lehrerwohnungen richtete. ganzen Verhältnissen liegt, zeigt der Fall des" \ih von dem Lehrer drei Jahren wartet dieser vergeblich ihn ia seiner Anstellung sichert. dur seinen Vorgesezten Becker ausgese gesagt: „Wie Sie mit diesem stehen, werden Sie an den Viktualien Bei ciner Beschwerde sagte 1 t hr Borgesetzter.“ i eri r Lehrer einen Verweis.

fonservativer, ruhiger Mann, wird Schenker fih qa

Derr von De

die Schuld an diefen rs Treskatis, der Seit mehr als auf eine Anstellungsurkunde, die ift allerhand Schikanen hatte ibm gleih

Nickel ganz ferngehalten hatte.

(Sehr richtig!) Jett glaub g!) Jeyt glaubt Auf eine Besch den Minister

_ E an ov den Tonlecrvai

Aufwachfen werden fann.

Rheinprovinz

Shirepferde derjenigen, Pferd zu besißen, we beiden Parteien nicht geho etwas damit

folches Pferd

ihnen helfen soll. fen werden ; beide werden fich nur cinbilden, Der Boden ist nicht dazu i

äIch glaube Y erwartet, daß

Verhältnisse Trakehnen

an den Grenzen ih glaube, von Herrn von We Herren aus der Gegend werden hier i bezeugen können, wohin diese Versuhe geführt haben. meidlih, daß ein Boden so falfkfhaltig ist, nit

10x A on ganzen FKnochena1

Brandenburg mit dem Percheron,

j fen: hier liegt jeßt eine »rogrammatishe Erklärung des Herrin Oberlandstallmeisters i io 4 Progr 1d) arung de erin Wberland|ilaumeillers ih ie in der Provinz ah wesentlich ‘Kalk gebraucht. ih: wenn ih meine Pferde nicht als HNemo iht der Unwille zut

mir nur um das