1904 / 49 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Bozent —-: Beuteünus!chre des Prérdes und spezielle Pferde- zut eins{ließlid Gestätkunde mit Uebungen und Exkursionen.

riedri ch8, Profektor: Histologishe Uebungen, in Gèmeinschaft mit Professor Dr. S{chmal hz. -Finleitung in die Anatomie.

MRepetitor der medizinishen Klinik.

Repetitor des pathologishen Instituts: Pathologis(-histologische Vebungen, in Gemeinschaft mit Geheimem Negierungsrat, Professor Dr. Schüß.

Nepetitor der chirurgishen Klinik.

Dr. Franz, Repetitor am chemis@Gen Laboratorium: Chemische Uebungen, in Gemeinschaft mit Geheimem Regierungsrat, Professor Dr. Pinner.

r. Du Bois-Reymond, Assistent des þhysiologishen Instituts: NRepetitionen über Physiologie.

Assistent der Poliklinik: Uebungen am Hufe, in Gemeinschaft mit Doz:e»yt Dr. Kärn ba ch.

Dr. Eshbaum, Apotheker: Pharimazeutishe Uebungen.

Zur Aufnahme als Studierender is der Nachweis des Reifezeugnisses eines Gymnasiums, eines Realgymnasiums oder einer Oberrealshule oder einer dur die zuständige Zentralbe hörde als gleidchs stehend anerkannten höheren Lehranstalt erforderli.

Berlin, den 23. Februar 1904 Der Rektor der Tierärztlichen Hochschule. Or. Fröhner.

Nichtamtliches. Deutsches Rei. Preußen. Berlin, 26. Februar Seine Majestät der Kaiser und König hatten

H „W. T. B.“ zufolge, heute vormittag eine Besprehung mit dem Reichskanzler Grafen von Bülow.

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Bundesrat versammelte ih heute zu einer Plenar sthung ; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Rechnungs wesen und für Handel und Verkehr eine Sißung

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Der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Königlich preußische ent und Landesdirektor des Fürstentums Waldeck und Pyrmont von Saldern ist von Berlin abgereist.

Der Regierungsassessor Graf Finck von Finckenstein in Schleswig ist dem Königlichen Oberpräsidium in Königs berg und der Regierungsassessor Dr. F t

A a9 a n As 4 4 1 retherr von Hamme T 2 Tck + V Aa S B /y 4 (Gesmold in Komasberag det

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S T T aa VD ace Daten L armes d dienstlichen Verwendung überwiesen

Königlihen Regierung weiteren

in Koblenz zur worden

Q+ Ma! 7 5 N T 44 24 fo N Remptra# Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Vineta n O Lol y in Trutil Gand I ns atvAntton A am D) FeDruart Lai ch4 Ui 10 {( DONdUrag CINnaciro T Ui

demselben Tage von dort nah Kingston (Jamaica) in See ge

gangen. —_ p (D A n b Va adi Ti - 4 O E R 4 e S. M. S. „Panther“ is am 23. Februar in Truzillo

cingetroffen und an demselben Tage von dort nah Port Limon (Costarica) in See gegangen.

S. M. S. „Gagzelle ist am 24. Februar in Kingston (Jamaica) eingetroffen und geht am 7. März von dort nah Cartagena (Columbia) in Sec

an e anes La Had Q oH un H AA A4 Q AACT LAUC UVCC ag OCnnten VCS nh uanonBhonO Wage d r Hai 4 Son) ausgegebene Bericht laut et, dem tag traten unter erhebliher Steigerung des Fiebers die noÞ fortdauern. von Stark. Siemerliîi: E c s a T\p I R mp r As p“ A Vannover, 24. Februar. Der 37. hannoversche Pro- pinztalla ag verhbantelte în seiner heutigen, siebenten Sitzung

wieder über den von einer Kommission vorberatenen Entwurf eines Vertrages zwischen Preußen und Bremen wegen einer Erweiterung der Hafen- und Verkehrsanstalten zu Bremerhaven und eines aus diesem Anlaß vorzunehmenden Austausches von Gebieten bei Bremer- haven und Fischerhude, ohne die Diskussion zu Ende zu fübren

Bayern.

Die Kammer der Abgeordneten begann Spezialberatung des Candtagöwahlgeseßes. Bei Art. 2, betreffend die Wahlkreiseinteilung, legte, wie „W. T. B.* meldet, der Minister Freiherr von Feiliß\ch nochmals dar, daß die Ein- teilung der Wahlkreise genau nah den Grundsäßen erfolgt sei, die der Landtag früher gebilligt habe. Sel bstverständlich lönnte das platte Land nicht so weit berücksichtigt werden, wie es die Freie Bereinigung wünsche, andererseits könnten die Städte niht jene volle Berück- sichtigung finden, die die Sozialdemokraten verlangen. Die Regierung müsse auëgleihen, gerade wie das auch jene vom Landtage gebilligten Grundsäße wollten. Die Negierung sei gereh! verfahren. Verschiedene Nedner des Zentrums und der Sozialdemokraten \prahen nochmals ihre Zustimmung aus, während Redner der Freien Vereinigung und der Liberalen an der Ablehnung der vorgeschlagenen Wahlkreisein- teilung festhielten. Nach weiterer lebhafter Polemik zwischen Zentrum und Liberalen wurde die Weiterberatung auf heute vertagt.

Deutsche Kolonien.

Der Kaiserlihe Gouverneur von Deutsh-Südwestafrika, Oberst Leutwein meldet unter dem 24. d. M. in vollständigung und Ergänzung der leßten Verlustli ste noch folgendes:

gestern die

VPer- |

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Am 13. Januar am Otjotunderivier: Ermordet: Tischler

Herbst, Karibib. Ansiedler Hoth, Orutjiwa. Bur Mar Donald, Okombahe. Lehrke, Orutjiwa. Farmer Bochme, Obomperera. Aschinger, Johannes Meinz, Okandtji. Müller und Frau.

Matrose

Gefallen am 14. Februar: Karl e; See-

soldaten Mahnke aus Tespe; Luttermüller aus Bra- !

wede, Westfalen; Schneider aus Weiden, Oberpfalz; Land- |

wehrmann Berleth.

Schwer verwundet: Von der Shußtruppe: Friedrich Ranzau, Lazarett Gobabis. Wilhelm Lorenz, rehter Obter- schenkel, Windhuk. Josef Glaßzel, linker Oberarm, Outzo. August Wiederholf, linke Brust, Okahandja. Außerdem:

Kriegsfreiwilliger Nißsche, 2 Schüsse in den Unterleib, Groot- |

fontein. Bur Duplessis, Lunge, Grootfontein. Landwehr: mann Modler, linker Fuß, Windhuk. Heizer Feldmann, beide Oberschenkel und Unterleib, Windhuk. Zivilpolizist Dientrich,

| [luer Ari, Karibib, Kelegsöfreiwilliger Roesemann, rechter , Arm, Karibib. Kötegsfreiwilliger Liebe, 2 Schüsse Unterarm. Leicht verwundet: Von der Schußtruppe: Karl zeidenreich, rechtèe Schulter, Windhuk. Robert Bredow, | Streifsck uß, Gobäbis, Hauptmann Kliefoth, Fleishshuß in der Achselhöhe, Outjo, Walter Kaul, Fleishshuß in den | rechten Obérschenkel, Omaruru. Paul Kiel, Gobabis. | Paul Pilaczyk, Gobabis. Außerdem: Reservist Kru ß- wiß, Unterschenkel, Windhuk. Landwehrmann Meyburg, rechte Hand, Windhuk. Kriegsfreiwilliger Schmiedel,

| Streifschuß und Schuß rechte Hand, Grootfontein. | Kriegsfreiwilliger Halberstadt, Grootfontein. Schlosser | Dräger, Kriegsfreiwilliger Duewel, linker Unterschenkel. l

Gefreiter Arndt der 1. Marineinfanterielompagnie, Schuß

rechte Hand. Fee Hesse, linke Wange. Landsturm- ' mann Guder, linkéx Oberarm. Kriegsfreiwilliger Meßler, | Hals. Landwehrmann Rudath, linke Hüfte. Reservist

Frau Vervoll-

Heizer Albèrt Ferme.

Behrent, linkes Ohr. Müller. Weitere

Lañngèe, Kopf. Fräulein ständigung zur Zeit unmöglich

Oesterreich-Ungarn.

Jn der Wiener Hofburg fand, wie „W. T. B.“ meldet, gestern zu Ehren des Königs von Shweden und Nor- wegen eine Galatafel statt, an der außer beiden Majestäten die Mitglieder des Kaiserlichen Hauses, das Gefolge des Königs und die obersten Hofe und Staatswürdenträger teilnahmen. Während der Tafel brachte der Kaiser Franz Joseph cinen Trinkspruch aus, în dem er dem Könige für seinen Besuch dankte, der ein neuer Beweis der Freundschaft des Königs sei und dazu deitragen werde, die zwischen beiden Monarchen und beiden Ländern in so olücklicher Weise be- stehenden Beziehungen noch mehr zu festigen. Der Kaiser äußerte sodann feine besten Wünsche für das Wohlergehen des Königs und der Königin und trank auf deren Wohl. König Oscar dankte und sprah den Wunsch aus, daß die zwischen beiden Ländern bestehenden ausgezeichneten Beziehungen auf- rehterhalten und, falls dies überhaupt möglih, noch enger gestaltet würden. Er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser Franz Joseph.

Bei der gestern fortgesetzten Verhandlung der Refolutions- anträge in der ungarischen Delegatton vertrat der Minister-

präsident Graf Tis za in Erwiderung auf die Angriffe des Delegierten Szentivany (Apponyi Anhänger) nochmals dice Ausführungen, die er in seiner vorgestrigen Rede gemaht. Er habe, führte der Ministerpräsident, wie ,W. T. B.“ 3, leinen Angriff be- zweckt weder gegen Apponyi noch gegen die chemalige nationale Partei, jondern nur nachweisen wollen, daß alle, die dem Militärprogramm der liberalen Partei ün Oktober zugestimmt hätten, jeßt dur die H J Ed A ; E a C v

geplanten Reformen befriedigt sein zte r über die

nzen der Objektivität hinausgzer dan 8 lebhaft. Bei der Resolution über Truppenverlegunge! Iechbefa- lussy auf Anregung des Delegierten Ugrot die Ver- stärkung der Vertcidigung der Nordoflgre Z

lat er Tônne versichern, daß alle Vorkehrungen zur ung der Grenzen des Neths getroffen seien. Er bitte, von dem langen nach näheren Mitteilungea und Zahlen abzusehen, da fe für die Verhandlung in öffentlicher Sizung mcht geeiznet seien. Dic Delegation nahm sodann das Vrdinarium und das Ertraordinarium des Heeres sowie einen Kredit von 15 Millionen für die neuen Feldgeshüße an.

Jm Komitat Belovar-Kreuz (Kroatien) kamen in leßter Zeit îin mehreren Ortschaften Unruhen wegen der Ge

meindefelder vor. Am Donnerstag nahm, wie „W. T. B“ meldet, die Bewegung în der Ortschaft Pitomaca einen ernsten Charakter an. Ein großer Teil der Ortsbewohner habe das Gemeindeamt angegriffen, worauf die Gendarmerie von der Waffe Gebrauch gemacht ha Hierbei sei eine Person ge tôtct, drei hätten Verlcßung Die Bchörden hätten Vorkchrungen zur Abwehr weiterer Ausschreitungen getroffen

e D P As 4 De CT na ctner ad 4 1 », M «r du L 100 Von 1 14C1 PAriclen mit (X Kol E A n Lo S wis Hu aueh O amPbeli-VD nerman zur 1 M Ht

zte Gibson Bowle s bei M d 4 Dr +0 e Ronrra »Ê P 1 (aGri@ten tin bezug auf die Wahr- 4 c S 4 Mm Ey A Krteges auf dem Balkan er- f den Gegenstand bezüzlide Schrift- Dow Vorn iebe Ta CT Premiermintiicr WWaisovur

œutoreo Ttopon noenonmArti en Intere] C LUegen, gcgentr arg

inc Erklärun erüber tere Schriftstücke zu veröffent- lihen. Gibson Bowles 1h Da die Frage, was es mit der angeblihen Mobilmachung spanisher Truppen auf sich habe, und verlangte die Versfiherung, daß die englis svanishen Beziebungen

na wie vor frez1 Ter Vallours Antwort lautete, die Ge-

rüchte, daß die îp ing Truppen mobilisiere, {ienen nicht wahr zu sein, o be, doß Fe einzelne Garnisonen ver- stärke. Er sei erfreut, sagen zu Tönnen, daß die Beziehungen zwischen England und Spanien freundshaftlitfer Natur feien und wahrscheinli) bleiben werden. InBrcantwortung ciner Anfrage bezüglich der angeblichen Absicht. auf Ceylon 32% 1ussische Matrosen, die nah der Seeshlacht von Tschemulpo ht auf «inem britishen Kriegs\chiff suchten, zurückzuhalte der Unterstaatssekretär Earl

t halte Percy, daß unter den gegenw n Umftländen und bis irgend ein auderes Ueberei 1 dur gegenseiti immung getroffen sei, die Negierung r das Befte hielte, die Verpflihtungen einer neutralen Macht zu erfüllen, indem man diese Leute auf englishem Gebiet inter- niere, bis der Krieg zu Gride geführt sei. Die japanische Regierung habe indessen mitgeteilt, fie sei gern bereit, zu gestatten, daß die Leute nach Rußland zurück&kchren wenn fe ibr Chrenwort gäben, daß sie an dem Kriege nicht mehr teilnehmen würden. Die britische Regierung unterhandle mit der russishen hinsichtliÞd der Möglichkeit, die Sache auf dieser ‘Srundlage zu regeln. Gibson Bowles fragte sodann, ob die Regierung Nachricht darliber hätte, daß zwischen Deuishland und Nußland zur Zeit Verhandlungen bezligliÞ eines Atkowmmens s\{ch{webten, nach dem als Gegenletftung für gewiffe BVorteile, die Rußland scitens Deutschland während der Dauer des Kriezes eingeräumt würden, Ruß- land. sih verpflichtet hütte, Deutsland Hinsichtlich des Baues der Bagdad - Eisenbahn und hinfichtlich der allgemeinen Aus- t

dehnung einer deutschen Vorherrschaft in Kleinasien zu unterstüßen. Der Unterfigatssekictär Percy antwortete: Nein.

In der Sitzung des Ober bauses an demselbea Tage e1klärte „W. T. B.* zufolge, der Erste Lord der Admiralität Earl of

Selborne auf Anf!age des Lord Spencer, er fürchte, daß irgend ein Einfluß mit Bemühungen am We-ke sei, die Haltung Englands falsch darzustellen, und zu zeigen, daß die englishe Flotte nicht die Haltung strenger Neutralität bewahre. Gs sei fein wahres Wort an der Geschihte, daß die Kreuzer „Näfhin“ und „Kasuga" Erlaubnis gehabt hutten, Genua unter englischer Flagge zu verlassen. Ein au den englt\chen Konsul in Genua gerichtetes Gesuch, daß fie Erlaubais erhalten sollten, die englishe Flagge zu führen, sei sofort abgelehnt worten. Ebenso sei es unwahr, daß die

8 5 D s e L f as Unterbaus |

englische Admiralität zwei Marineoffiziere gestellt habe, um die

befebligen. Die in Frage stehenden Offiziere seien filher bei der Marine gewesen und hätten auf der Liste der im Notfalle zur Verfügun stehenden ehemaligen Offiziere (es standen. Sie hätten aber weder Gehalt noŸ Pension bezogen und der Admiralität niht unterstanden. Als die Adwiralität er, fuhr, daß sle von der japanisWen Regierung ausgewählt worden seien, habe sie sofort beschlossen, sie von jener Liste streihen. Earl of Sellborne stellte ferner nacdrüdlidh in Abrede daß die Kreuzer auf ihrer Fahrt dur das Mittelländise Meer von englishen Kriegsschiffen begleitet worden feien. Die Behauptung, daß England bezüglich des Dockens hon russischen Torpedobootzerstörern in Malta die Cou, toisie verlegt hätte, beruhe auf einem bedauerlihen Mißverständnig Der Sachverhalt sei der rufsis@en Regierung dargelegt worden. Nichta widerspräche der Praxis der englishen Flotte mehr als Ungafllichkit aegen fremde Schie. Was die Nachricht betreffe, daß die S a paas Weihaiwei als Operattonsbasis benuyt hätten, so sei dies eine bö8willig verbreitete Unwahrheit. Gerade zu der Zeit, wo diese Ge, shihte mit der Absicht in Umlauf gefeßt wurde, die russische öffent, lie Meinung gegen England zu entflammen, habe der englische Krewer „Talbot" in Tschemulpo gelegen und seine Einrichtungen und seine Gastfreundschaft den russishen Matrosen gewidmet, die bei dem dortigen Gefecht in Not geraten waren. Der Kreuzer „, Talbot“ würde das gleihe wie für die Russen in aen Falle für die Japaner getan haben. da die Haltung der britischen Flotte gegenüber der russishen und der japanischen Flotte die der Bewunderung und der Hochachtung seil. Vas Ziel, das die Flotte im Auge habe, sei, sowohl den Geist als den Buchstaben der VBerpflihtungen der strengen Neu- tralität zu erfüllen.

Kreuzer p

Fraukreich.,

Der Kriegsminister, General André hat, nach Meldung des „W. T. B.“, angeordnet, daß die Seminaristen, die das Seminar in Dijon cigenmächtig verlassen haben, sofort zur Erfüllung threr Militärpfliht angehalten und den Negimentern als gewöhnlihe Soldaten und nicht als Krankenpfleger einverleibt werden sollen.

Ruftland.

Der Kaiser verlich, wie „W. T. B,“ aus St. Peters- burg meldet, dem sih nach Ostasien begebenden Kriegsminister, General Kuropatkin die Brillanten zum Alexander-Newsky: Orden. Die Verleihung war von einem huldvollen Hand- schreiben begleitet, in dem der selbstaufopfernden Bereitwilligkeit des Ministers gedacht wird, den s{chweren Posten des Qber- befehlshabers in der Mandschurei anzunehmen

Der Gehilfe des Warschauer Generalgouverneurs, Genecral- leutnant Fullon wurde zum Stadthauptmann von St. Peters: burg ernannt.

Jtalien.

In der italienischen Kammer forderte, wie „W. T. B.* meldet, gestern bei der Beratung über die Einseßung eines Unte: suhungLausschusses für die Kriegsmarine der Minifter

scin müsse, und stellte zu diesem Punkte die Vertrauensfrage. In namentlicher Abstimmung wurde darauf mit 217 gegen 52 Stimmen der Antrag angenommen, daß fünf Mitglieder dur Königliches Dekret erwählt werden, und gemäß dem Vorschlage Giolittis etnen Teil des Untersuchung8aus\&ufsses bilden müßten. Die Vorlage, betreffend die Unter- \uchungtkommission für die Kricgsmarine, wurde {ließlich in geheimer Abstimmung uit 205 gegen 15 Stimmen angenommen. Im Laufe der Debaîte hatte Giolitti erklärt, es gäbe nihts, was die Ehre oder den Ruf der italienishen Marine berühren könnte. Es handele h lediglih um die Art der Zusammensezung des Untersuchungs- aus\hufses. Eine parlamentaris(e Untersuchung stände durchaus nit in Frage. Man wollte nur seben, ob in dem Verwaltungssvstem irgend etwas vorhanden sci, was verbessert oder beseitigt werden Spanien.

Nach ciner Meldung der „Agence Havas“ empfing der König gestern den neuernarnten englishen Botschafter Egerton. Der Jotschafter habe bei der Audienz erklärt, er werde alles tun um die Bande der beide Monarchien verbindenden alten Freundschaft enger zu knüpfen und jeden Vorwand zu einem Mißverständnisse in den diplomatischen Beziehungen vermeiden. Der König habe hierauf erwidert, er und die Regierung würden

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na ch nter Rass ammel d zins No A By {41 "7 J dabei mitwirken, die zwischen beiden Ländern bestehenden Be- hn AA ... Tbon m d annt t Á ° ziehungen zu erhalten und weiter zu entwickeln.

L L: Serbien. «r Wo 4A ai mir D a4 s 4 N c M aba O G Das Amtsblatt veröffentliht „W. T. B.“ zufolge im nicht ls o T oel 1. Donn ten n d » (Cc L G H ht amtlichen Teil eine Bekanntmachung der russishen Gesandt- D A c s 5 1E AABEAS g S. 0 S. J @ d jchaft, in der mitgeteilt wird, daß Kaiser Nikolaus den zahlreichen fe E e s 3 V B P 1 Q Aida zahlreichen ferdljckchen Freiwilligen fur 1hr Anerbieten : » uier B M2900 09 c ; 7 c 5 Bn in der ruhen Armee am russish-japanishen Kriege

a Ant D k 91a 0; „Pi 2s wb dankte, in der aber zugleich erklärt wird, daß

d f s D G rotmillinon An A A t nrtin i reiwilligen an dem Kriege nmcht nötig

teilzunehmen,

i060 T ilnahme A ein€ Lelinahme von

Amerika. Die Regierung der Vereinigten Staaten von ) » Q [5 Q ck M s ç Mieponruig! Amerika hat nah einer Meldung dcs „Reuterschen Bureaus

aus Washington beschlossen, die Legung eines neucn Kabels zwishen Japan, der Insel Guam und den Philippinen mit Anschluß an das Pacifickabel zu aecnehmigen, um den Handelsverkehr zu erleihtern, was feinen Bruch der Neutralität bedeute. Der Zweck des geplanten Kabcls bestehe darin, die Jsolierung Japans für den Fall zu verhindern, doß Rußland die beiden vorhandenen Kabel zwishen Japan und Schanghai durhshneiden sollte.

Auf der Reise nach London ift der frühere japanische Minister für die auswärtigen Angelegenheiten Baron Snye€- matsei gestern in Viktoria (British-Columbien) angekommen

N 11f-

Es verlautet dort, daß der 23weck seines Besuches die Au

nahme einer Kriegsanleihe sei. Asien. Ueber den am Morgen des 24. Februar von den Japar.ern unternommenen Versu, die Einfahrt in den Hafen von Port Arthur zu sperren, berichtet, die gestrige

Meldung des russishen Statthalters ergänzend, der Korrespondent der „Russishen Tclearaptencgentur“ in

Port Arthur folgendes: Etwa um 1 Uhr Nachts machten die Japaner einen Versuch, den Eingang der inneren Reede und des Beckens zU versperren. Zu diesem Zwecke Maren vier Handelsdampfer mit Torpedobooten gegen den Eingang der Durchfahrt von beiden Seiten gerichtet. Der erwähnte Versuh wurde von dem Panzerschiff „Retwisan“ bemerkt, der sih in der Durchfahrt befand. Dieser eröffnete sofor! das Feuer, ebenso das Fort auf der Halbinsel Tigre, das- jenige auf dem Golden Hill und die Batterie áuf dem Vor: iprung, wo der Scheinwerfer aufgestellt is. Die Kanonade dauerte bis 5 Uhr Morgens; später wurden nur vereinzelie Schüsse abgegeben. Der Versuch der Japaner glückte nit. Sämtliche vier Dampfer sanken, einer hinter dem Golden

ill, ein anderer in der Nähe des „Retwisan“, zroei zwischen der

Einfahrt und Liaotiaschan. Zwei brennen noch. Die Kreuzer Hajan“ und „Novik” verfolgten die Torpedoboote. Es heißt, ein Torpedoboot sei gesunken. Gegen 9 Uhr Vormittags näherte sih das japanische Geschwader, das sehr stark war, Port Arthur. „Novik“ und „Bajan“ erhielten darauf Befehl, urüczulehren. Das japanische Geschwader entfernte sih, ohne Feuer zu geben, in der Nichtung auf Dalny. Die „Pallada“ ing in das Dock zurü,

“Gestern früh von 1 bis 31/2 Uhr sollen die Japaner nah einem Bericht des russischen Generals Pflug von neuem Port Arthur angegriffen haben, aber auf der ganzen Linie abgeshlagen worden sein. Eine Meldung der „Nussischen Telegraphenagentur“ aus Port Arthur besagt, daß gestecn ein japa nishesGesch wader langeam Horizont sichtbar gewesen sei, ohne sich L nähern, wo die Trümmer der unter- gegangenen japanishen Schiffe brennend herumshwömmen. Die Japaner seien anscheinend durch ihren nächtlihen Miß- erfolg entmutigt. Jn Peking würden, wie der „Courrier de Tientsin“ mitteile, unwahre japanische Berichte in der Absicht verbreitet, die Chinesen zum Kriege zu reizen.

Einer Meldung des „Reutershen Bureaus“ aus Tientsin zufolge haben die Russen cine bewaffnete Wache an der Eisenbahnstation Finkau aufgestelt, 300 Nussen ständen mit zwei Kanonen außerhalb von Hsinmintun, wie pie Chinesen behaupteten, mit der Absicht, es zu besehen. Ein dem Generaldirektor der chinesischen Eisenbahnen in Peking zugegangener amtlicher Bericht teile mit, daß die mand- \hurishe Bahn streng bewacht werde. Jede Meile weit befinde sih an geeigneter Stelle ein mit 30 Kosaken belegter hoher Wachtturm.

Die Frage, ob das vor Schanghai liegende russi sche fanonenboot „Mandschur“ dort verbleiben darf, soll nach einer Meldung des genannten Bureaus aus Tokio noch nicht erledigt sein. Der russishe Gesandte in Peking Lessar suche die cinesishe Negierung einzushüchtern, indem er auf die geringe Wahrscheinlichkeit eines japanischen Erfolgs gegen die 500 000 Mann starke russishe Armee hinweise. Der Hof in Peking shwanke noch. Rußland dränge auch China, die Neutralität bezüglih des von Rußland besetzten Teils der Mandschurei zu erklären.

Die Gesamtstärke der zur Zeit in

T h Korea stehenden russischen Truppen soll, wie dem

„Standard“ aus

Tokio berichtet wird, niht mehr als 1000 Mann be- tragen. Die Nussen wihen vor dem japanishen Vor- marsch allmählich nah dem Jalu zurück. Ein aus Söul

in New York eingetroffenes, vom „Neutershen Bureau“ übermitteltes Telegramm meldet, daß russische berittene Posten die Telegraphendrähte zwishen Andschu und Phjöngjang durhschnitten hätten. Ferner wird berichtet,

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dag der frühere fkforeanishe Minister Yi-Yonk - Jk auf einem japanischen Kriegsschiff nah Japan geschickt worden

sei, Der italienishe Kreuzer „Elba“ hat, wie die „Tribuna“ aus Nagasaki erfährt, den Hafen von Tshemulpo verlassen, um verwundete Nussen von den Kreuzern „Warjag“ und „Korjeß“ nach Hongkong zu bringen. Er wird

die Verwundeten einein Dampfer der Navigazione Generale JFtaliana übergeben.

In Nagasaki wurde nah einer Meldung des „Reuter- schen Bureaus“ cine große Menge Pökelrindfleisch, das für die russishe Negierung mit dem Dampfer „Korea“ von San Francisco nah Wladiwostok gehen sollte, mit Beschlag

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Parlamentarische Nachrichten.

__ Dic Schlußberichte üb 1 Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinden nh in der Ersten und Zweitcn Beilage.

Jn der heutigen (43.) Sißung des Reichstags, welher der Staatssekretär des Reichsjustizamis Dr. Nieber- ing beiwohnte, wurde die zweite Beratung des Reichs- haushaltsetats für 1904 bei dem Etat der Reichs- justizverwaltung fortgeseßt. Zur Verhandlung kommen zunächst die drei auf den Automobilverkehr bezüglichen Ketolutionen:

Die Abgg. Gröber (Zentr.) und Genossen beantragen : je verbündeten Regierungen um Einbringung eines Gesetz- rtœurfs zu ersuhen, nah welchem für den bei dem Betrieb von bilen auf öffentlihen Straßen und Plätzen entstandenen en- und Sachschaden der Betriebsunternebmer zu haften hat, fern er niht beweist, daß der Unfall durch höhere Gewalt oder dur cigenes Verschulden des Beschädigten oder Sachinhabers ver- rat, wurde ;" _Die Abgg. Freiherr von Malßtzan (d. kons.) und Ge- n0)jen beantragen :

«im Falle der Annahme des Antrags Gröber die verbündeten gierungen um gleidzeitige Einbringung eines Gefeßzentwurfs zu

tuen, nah tem zur größeren Sicherung der beim Betriebe von Kraftfabrzeugen Verunglückten gegenüber mittellosen Kraftfahrern, die Kraftfahrer zu einer Genofsenshaft nach Vorbild der Unfall« cerufsgenossenschaft vereinigt und vertragspflihtig erklärt werden, und diese Genossenschaft den Verunglückten für den Schaden auf- itommen bat.*

Die Abgg. Prinz zu Schönaich-Carolath (nl.) und Senofsen beantragen : L

„die verbündeten Regierungen zu ersuchen, einen Gesehentwurf dorzulezen, durch welchen die Verbindlichkeit zum Schadencrsaßz für dite dur Automobile herbeigeführten Tötungen, Körperverlezungen und

G 2&beshädigungen analog den Bestimmungen des Haftpflichtgeseßes om 7. Juni 1871 geregelt wird.“ | :

. Abg. Prinz zu Shönaih-Carolath: Nichts wäre verfehlter, meinen Antrag aus einer Feindschaft gegen die Automobile her- Das Automobil hat eine große Zukunft, eine größere, überzeugtesten Anhänger des Automobils selbst ver- Wie die Pferdebahnen die Omunibusse erscht haben, so

über die gestrigen Sißungen des

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eren die Automobile vielleiht den größten Teil des Personen-, Wen- und Frachtenverkehrs übernehmen Jch bin mir auch der Be- Tung der Jndustrie bewußt, die sih der Herstellung dieser eredrêmittel widmet, und die den Markt so behauptet, daß sie der

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n des Auslandes vielfah überlegen ist. Jch wünsche, se Industrie, în der viele Millionen Ma!k jährlih umgesept n, ih in der alten Blüte erhalte, umsomehr, als ade von Arbeitern in ihr eine Beschäftigung finden. Andererseits a „N ein allgemeiner großer Unwille über die Nücksichtslosigkeit und das exen sefährdende Treiben vieler Automobilisten. Gewiß gibt es Auto- nehme ten, die vollen Schadensersaß leisten und Rücksicht auf das Publikum Publi. Wir wollen nur die Audschreitungen treffen, die Sicherheit des Aikums, des Sußgängers, des Wagenverkehrs mehr sichern. Jeßt

agg e, als ob die Automobilfahrer ein gewisses Herren-

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uz œanspruhen und es gebrauchen. Im vorigen Jahre wurde Landgericht in Bredlau ein Automobilfahrer, der einen

Menschen totgefabren hatte, nur zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Ich ‘bebe Ln Fall im Herrenhause seinerzeit zur Sprache ge- braht, und ih wundere mih, daß der Zustizminister im NAbge- ordnetenhause gemeint hat, daß die Sache wesentlich milder aufgefaßt werden müsse. Jch hatte mich sehr milde ausgedrüdt und mi auf eine Aeußerung des Abg. Dr. Shädler vom 9. Dezember bezogen. Ich habe den Eindruck, daß man fih an manqen Stellen bemüht, diese Sache \tillchweigend zu übergehen. Ih kenne eine ganze Menge von {weren Unfällen, die die öffentliche Meinung lebhaft beschäftigt haben. In meinem Wablkceise fuhr ein Bauer in die Stadt, er stieg vom Wagen und wurde in demselben Augenblick vom Automobil erfaßt; er 1tarb nach 14 Tagen im Krankenhause. Heute geht derjenige, der einen Überfährt, beinahe straflos oder vollfommen straflos aus. Wie foll Abhilfe geshehen? Ich dachte zuerst daran, daß das Deutshe Reih eine allgemeine Verordnung erlassen könnte. Wenn das nit geht, so müßte wenigstens in den deutschen Bundesstaaten eine Verfügung auf einheitlicher (Grundlage erlassen werden. Es könnten besondere Verordnungen Ae über die Kenntlihmachung der Automobile bei Tag und bei Nacht, obwohl das nicht leiht ist, über eine Prüfung der Fahrer,

die gewährleistet, daß diese technisch geshult find. Es ift ja jeßt eine Schule für Automobilfaßrer gegründet worden.

Die Entziehung der Fahrlicenz würde dann um so empfindlicher wirken. Wie foll nun aber die Schnelligkeit der Automobile geregelt und bestimmt werden? Es würde die Industrie wesentlich eins schränken, wenn man bestimmte Pferdekräfte vorshriebe. Wie wäre der Geshwindigkeitsmesser einzurichten? Iffft es rätlih, eine be-

stimmte Fahrgeshwindigkeit überhaupt vorzushreiben? Dieselbe FahrgesGwindigleit fann ja bei belebten, bevölkerten Straßen,

bei Straßen, die sch durch Dörfer winden, das größte Unheil anrichten, während sie si auf glatter Chaussee ohne großen Verkehr noch durhaus anwenden ließe. Die Automobilindustrie zu sehr ein- zuengen, würde ebenfalls dem gewollten Zweckde widersprechen. Es bleibt also nah der zivilrechtlichen Seite nihts übrig als die Auédehnung des Hastpflichtaesezes. Der (Figentümer als solcher soll neben dem Fahrer oder Leiter haftbar gemacht werden können nach Analogie der Haftyfliht der Eisenbahnen. Einige \s{hweizer Kantone sind - bereits in derselben Richtung vorgegangen; einen gleichen Weg hat der deutshe Juristentg empfohlen. Man sieht also hon in weiteren Kreisen diesen Weg als den rihtigsten an, dem Unfug und den Belästigungen entgegenzutreten, die durch Automobile verursacht werden. Die prafktischen Engländer, die fi nit lange bei der Vorrede aufhalten, haben ziemlich drakonishe Vor- {riften erlassen, in denen allerdings eine Art Geschwindigkeitsmaß von 16 bezw. 32 km enthalten ift. L i Bei Schluß des Blattes spricht der Redner fort.

Das Haus der Abgeordneten seßte in der heutigen (28.) Sigung, welcher der Justizminister Dr. Schönstedt bei- wohnte, die zweite Beratung des Staatshaushaltsetats für das Rechnungsjahr 1904 im Etat der Justiz- verwaltung bei dem Ausgabetitel „Gehalt des Ministers“ fort.

Nbg. Oeser (freis. Volksp.) bes{chwert fich über die große Zahl der Hilfssrichter im Bezirke Frankfurt a. M. Beim Landgericht in Franffurt kämen 10 Assefsoren auf 14 ständige Richter. Die Straf- fammer sei vielfach mit 1 Landrichter und 4 Assefsoren, nicht etwa älteren, beseßt gewesen. i ; e

Justizminister Dr. Schönstedt: Die dortigen Zustände sind ja niht erfreulih. Beim Landgeriht in Franffurt sind sechs8 Strafkammern; davon find nur zwei mit fünf Beisigern beseßt, die übrigen vier mit drei Richtern, tas find aber dieselben, die auch in den größeren Kammern sigen. Jch werde mich bemühen, den Uebel- ständen nah Möglichkeit abzuhelfen, wie es auch sonst geschieht.

Abg. Dr. Loticius (nl.) befürwortet eine Entlastung des Ge- fängnisses im Kloster Eberbach. j ;

Justizminister Dr. Sh önstedt: Ih habe mich mit dem Finanz- minister in Verbindung gesetzt, um eine Entlasturg herbeizuführen.

Abg. Strosser (kons.): Wenn in dem Falle Barth-Köslin ein öfentlides Intereffe hätte vorliegen follen, dann dürfte wohl jedem Flugblatte ein solhes beiwohnen. (Zuruf links: Beleidigung!) Wir könnten berghoch Flugblätter beibringen. die voll von Beleidigungen sind. Herr Cassel sprah von einem unwürdigen Flugblatt. Wir würden sehr zufrieden sein, wenn ein öffentlihes Interesse anerkannt winde, denn dann würden diese Beleidigungen ihre Sühne finden; dann müßte aber au allseitig eingeshritten werden. Für die Schaffung von Kautelen gegen die Wiederkehr folher Erscheinungen, für die Besserung dieser bdôffentlihen Zustände werden wir immer zu haben sein. Keine bürgerlihe Partei würde es nicht als Beleidigung empfinden, wenn ihr etwas Derartiges unterstellt wird. Wie aber gerade Dr. Barth tazu kommt, fih {wer beleidigt zu fühlen, ist mir unerfindlich, nahdem er fich in so vielen Versamm- lungen für das Zusammengehen mit den Sozialdemokraten aus- gesprochen hat. Wir anderen sind doch nit so empfindlich gewesen bezüalih solher Beleidigungen. Beim Landgericht T Berlin sind 16 Afsessoren als Hilfsrichter beschäftigt, die aber nur ganz unzu- länglih mit Gerichtéshreibereien versehen find. Mancher derselben muß bei dreimaliger wöchentliher Tagung je 40 bis 50 Termine wahrnehmen; da muß doch eine gleihmäßigere Verteilung und eine Ent- latung eintreten. Sie werden auch nur ganz unzulänglich ents{chädigt. Die Gerichtéschreiber sind mit ihrem guten alten deutschen Titel nicht zufrieden. Der Ausdruck Schreiber hat ja wohl etwas Gewöhnliches an sich; die Herren möchten gern ihren alten Titel „Sekretär“ er- halten. Herr Cassel hat gestern den Staatsanwalt Müller wegen seiner im Kwileckiprozeß getanen Aeußerungen getadelt, und auch der Minister hat sich ja niht ganz mit dem Verhalten des Herrn Müller einverstanden erklärt. Aber auch das Verhalt:zn der Verteidiger gegenüber Herrn Müller und in dem ganzen Prozesse bietet angreifbare Punkte. Die Behandlung der a in diesem Prozeß hat in der Bevölkerung lebhafte Beun- rubigung erregt. Es herrscht geradezu eine Angst davor, als Zeuge vor Gericht vorgeladen zu werden, und durch das Sichdrücken von

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der Zeugenpfliht wird viel Schaden angerichtet; die Fest- stellung des Tatbestandes wird verhindert oder sehr in die Länge gezogen. In den Sensationsprozefsen der leßten Zeit

haben dic Verteidiger das erlaubte Maß weit überschritten. Es ist do in bohem Maße bedenklih, wenn die Glaubwürdigkeit der Zeugen in jeder Weise in Zweifel gezogen und der Zeuge dis- freditiert wird. Der Justizminister meinte, Herr Müller werde nicht wieder über die Stränge hauen; das is sehr dankens- wert, aber wer refktifiziert denn nun einen solchen Verteidiger ? Niemand. Diese Dinge bier auch einmal zur Sprache zu bringen, habe ich für notwendig gehalten.

Darauf wird ein Antrag, die allgemeine Diskussion zu \{chließen, angenommen. i

Abg. Peltasohn (fr. Vgg.) stellt fest, daß ihm dadurch die Möglichkeit, auf die Ausführungen des Abg. Strosser zu erwidern, ab- geschnitten sei. ed i O

Das Gehalt des Justizministers wird bewilligt, ebenso die übrigen Besoldungen für das Ministerium. B

Bei den Ausgaben für die Justizprüfungskommission hemertkt

Abg. Fieiherr von Zedliß und Neukirch (freikons.): Die Vorbildung unserer Juristen ist nah der stagtewi en en Seite lückenhaft. Bei den Beratungen über die geseßgeberischen Vorschläge, welche die Regierung in dieser Beziehung gemacht hat, war die Stimmung immer ungünstiger geworden; dagegen wurde eine Reibe von Vorschlägen gemacht, die tatsächlih geeignct waren, wirkliche Besserung zu bringen. Der Zustand, daß zu dem Referendartats- examen jeyt alle zugelassen werden müssen, die 6 Semester studiert haben, auch wenn sie nicht das volle Maß der wissenschaftlihen Durch- bildung besißen, das zur Wahrnehmung des Justizdienftes notwendig ist, ist unhaltbar ; wir dürfen dem nicht länger mit offenen Augen zusehen.

Justizminister Dr. Schönftedt: Die Staatêregierung Hätte einen Gesetzentwurf vorgelegt, wenn sie sich nit davon überzeugt bätte,

daß die Meinungen darüber, wo die bessernde Hand anzulegen ift, in

diesem und in dem anderen Hause weit auseinandergehen. Sie hält dafür, daß diese Fragen noch nicht so vollständig ausgereift find, um sie jeßt {hon zur Grundlage eines neuen geseßgeberischen Vor- gehens zu mahen. Es {weben zur Zeit Verhandlungen der be- teiligten Ressorts darüber, wie gewährleistet werden kann, daß in jedem Prüfungstermin das öffentlihe Recht und die volkswirtschaftlihe Disziplin genügende Berücksitiguig erfahren. Die Sorg ng geht doch wohl zu weit, daß kein Kandidat die

Prüfung bestehen dürfe, der nicht nahweisen würde, daß er ih auf diesen Gebieten eine vollständige Kenntnis angeeignet hal. Auch bei andern Prüfungen gilt doch, daß ein gewisser Aus-

gleich stattfinden kann, baß der Kandidat, der auf einem Gebiet ein wirklih tühtiges Wissen als erworben an den Tag gelegt hat, nicht eine Versagung des Bestehens des Examens erfährt, wenn er auf einem andern sih nit dasselbe volle Maß der Vorbildung angeeignet hat. Abg. Freiherr von Zedliß und Neukirch: Ih bin so weit aud) gar nit gegangen, wie es der Minister jeßt angenommen hat. Weun man das Examen im übrigen so läßt, wie bisher, und nur diese kleine Aenderung vornimmt, so entsteht der größere Nachteil, daß der Uebelstand beibebalten wird, daß ein Teil der jungen Juristen in den Justiz- dienst eintritt ohne selbsterworbenes Wissen oder nur mit einem dur Einpauken erworbenen Wissen Die Justizverwaltung wird die Ver- antwortung für diese Uebelstände niht abweisen können, wenn der Zu- stand so bleibt wie bisher. n

Das Kapitel wird bewilligt. i /

Bei den Ausgaben für die Oberlandesgerichte berichtet

Abg Dr. von Savigüy (Zentr.) über die Kommissionsverhand- lungen, die sh auch auf die Frage der Einführung einer Alter?grenze von 70 Jahren für die rihterlichen Beamten erstreckt hätten.

Bei den Ausgaben für die Gerichts\hreiber begrüßt

Abg. Faltin (Zentr.) die Vermehrung der Gerichtsschreiberstellen, wodurch es ermöglicht werde, daß mehr Aktuare zur Anstellung gelangten. Die Anstellungsverbältnisse im Bezirk Breslau ließen aber noch zu wünschen übrig; dort gelangten die Aftuare erst in 9 bis 94 Jahren zur etatsmäßigen Anstellung. Der Minister möge sein Wohlwollen für diese Beamten durch eine weitere Vermehrung der etatsmäßigen Stellen an den Tag legen.

(Schluß des Blattes.)

Statiftik und Volkswirtschaft.

Deutschlands Außenhandel im Januar 1904.

Nach dem vom Kaiserlihen Statistishen Amt herausgegebenen FJanuarhbest der „Monatlichhen Nachroeise über den auswärtigen Handel“ betrug im Januar 1904 die Cinfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 3 283 033 gegen 3 203 699 und 2 966 956 im Januar der beiden Vorjahre, daher 79334 und 316077 mehr; die Edelmetalleinfuhr 79 gegen 91 und 97. 23 von 43 Zolltarifnummern zeigen eine Zunahme, namentlih Holz (+ 115 331), ferner Erden, Erze (+ 62 106), Kohlen (4+ 15 880), Drogerie-, Apotheker- und Farbewaren (+ 11 941). Unter den 20 Nummern mit einer Einfuhrabnahme ragt Getreide mit einem Ausfall von 141 810 Tonnen bervor, in den fich Weizen, Noggen, Gerste, Hafer usw. teilen. Einen erhebliheren Ausfall zeigt nur noch Erdöl (— 11 381).

Die Ausfuhr betrug in Tonnen zu 1000 kg: 2955964 gegen 3149758 und 2 474258 im Januar der beiden Vorjahre, daher gegen 1903 ein Ausfall von 193 794 und gegen 1902 eine Zunahme von 481 706 ; die Edelmetallausfuhr 20 gegen 39 und 27. 16 von 43 Zolltarif- nurmamern zeigen eine höhere Ausfuhr als im Vorjahre, aber keine Zu- nahme ift erheblich. Erwähnenswert sind: Holz (4+ 5917), Instrumente, Maschinen usw. (+ 5838) und Getreide (+ 5822). Unter den 27 Zoll- tarifnummern mit einem Ausfall find die bedeutendsten: Matertal- waren usw. (— 70 060), Eisen und Eisenwaren (— 69012 gegen 1903, 48 742 gegen 1902) und Koblen usw. (— 63 308). Dabei ist jedo zu berüdcksihtiaen, daß die Eisenausfuhr in den beiden Bor- jahren eine ungewöhnlich hohe war.

Kunst und Wissenschaft.

A. F. In der zweiten Februarsitzung der Gesellschaft für Erdkunde sprach Dr. F. Erb über „die Geomorphologie von Südsumatra nah mehrjährigen eigenen Beobach- tungen“. Als Einleitung gab der Vortragende eine gedrängte Uebersiht über die* geologishe Geshihte Sumatras, wobei er im besonderen auf die wiederholten gebirgsbildenden Vorgänge und die Tätigkeit der Vulkane Nücksiht nahm. Dabei wurde au des Zu- sammenhanges gedacht, dr zwischen Sumatra und der benahbarten Zinn- VFnsel Bangka sowie Java besteht. Als wichtige Faktoren in der Ausgestaltung der südlihen Westküste wurden die einseitig gerihtete Küstenströmung und die starke Brandung geschildert. Ihre Wirkungen äußern sich besonders an den Flußmündungen, die entweder abgesperrt oder nordwestlich verschleppt werden. An der Hand von Photo- graphien wurden die Strandkorallenriffe der südlihen Wéstküste von Sumatra beschrieben, besonders von geologishem Gesichtspunkte aus. Aus gebogenem Riffkalk und aus Strandterrassen, die bis u 40 m Höhe über dem heutigen Niveau des Indischen Ozeans vorkommen, konnte auf mehrmaligen ruckwei!en Nückzug des Meeres bezw. Hebungen des Landes geschlossen werden. Die Form der Täler wurde besprohen und in Beziehung zu den geologischen Verhältnissen gebraht. Dabei wurde au dcs Einflusses gedacht, den die Eigenart der orographishen Verhältnisse der West- füste von Südsumatra auf die Bevölkerung gehabt hat, und des Unterschiedes in der Lebensweise dieser und der Malaven an der Ostküste. Den Schluß bildete eine Besprehung des zweitgrößtien Sees der Insel, des „Nanau“ in Südsumatra. Er stellt einen vulkanishen Einbruchékessel dar und verdankt seine Entstehung wahr- \cheinlih ähnlihen Vorgängen, wie fie sich am Krakatau im Iahre 1883 abgespielt haben. Der Vortrag wurde durch zahlreiche eigene photographisGe Aufnahmen und graphis{he Darstellungen iUustriert.

v. A. Im Künstlerhause hat die Dresdener Künstler- vereinigung der „Elbier“ eine Ausstellung eröffnet, deren Gesamt- ecindruck vortrefflih ist und die von einem feinen, auserlesenen Ge- \{mack ihrer Mitglieder Zeugnris ablegt. Dieser Geshmack, ein wohlabgewogenes, ftünstlerishes Empfinden, das Maß zu halten weiß und sch in der Beschränkung übt, verbunden mit einem oft sehr zarten, poetishen Gefühl iff das Kenn- zeihnende für diese Künstler. Sie zichen ohne viel Lärm stillen Schönheiten nah, die sie mit feinen, licbenswürdigen Kunst- mitteln herauszubringen wissen, fle verlieren sch gern in Träumercien, Erinnerungen an vergangene Zeiten, die sie mit einer gewissen JInnigkeit schildern. Dabei haben sie in ihrer Technik bei allem Mit- leben mit den modernen Bestrebungen eine zierliße Anmut, eincn graziöósfen Schwung, der wie aus einer anderen Zeit anmutet. Das belebte Bild, das die Ausstellung bietet, rührt zum großen Teil daher, daß die Künstler die verschiedenartigsten Motive behandeln. Wir finden da neben Landschaften alte Städtewinkel bei Mondschein, dekorative Arbeiten neben deutlichen, jahlihen Schilderungen. Nickts ist bloß Studie geblieben, sondern in allen Arbeiten ist das Bestreben zu er- kennen, ein abgeshlossencs Bild zu geben, keinen bhingeworfenen Ver- such, sondern die möglichst vollendete Gestaltung des Bildes. das den Künstler erfüllte. Auch das trägt zu dem harmonish ges{lossenen Eindruk, den man von dem Saal empfängt, ganz wesent- lih bei. Die einzelnen Künstler haben alle ihre wohl- ausgeprägte, eigene Physiognomie ; es- ist eine Gruppe abgesclossener, einzelner Persönlichkeiten, die nur durch ein gemeinsames Streben ver- bunden sind. Mit Landschaften vertreten ist zunähst Artbur

Bendrat, dessen Weichfelbilder durch die angenehme Reinheit und Kraft

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