1904 / 51 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

man über den Zwang, einen bestimmten Gerichtsvollzieher zu nehmen, sowie über den Uniformzwang. Diesen Klagen können si<h meine Freunde anschließen.

Abg. Rosenow (fr. Volksp.): Der Gerichtsvollzieher sollte etwas mehr an den Sachen, die er bearbeitet, interessiert werden ; denn seit der reuen Ordnung wird sehr viel über die Abwi>kelung der Geschäfte geklagt. Die Klage, daß jeßt das Gerichtsvollzieherwesen niht mehr richtig funktioniert, ist ganz allgemein. ,

Gebeimer Oberjustizrat Dr. Vierhaus: Ueber die Verschi-den- heit im Gehalt der Gerichtsvollzieher erster und zweiter Klosse müssen ers Erfahrungen gesammelt werden. Wir werden uns mit den Klagen in der Kommission no< auf Grund von Petitionen zu beschäftigen haben; i< gehe deshalb auf Einzelheiten nicht ein. Es fann der Regierung nur erwünscht sein, wenn thr Beschwerde- material geliefert wird. Die Mehrzahl der Oberlandes8gerichts- präsidenten hat si< entschieden für die Beibehaltung des Uniform- zwanges ausgesprochen. j

Abg. Cassel (fr. Volksp.) bittet, bei der Prüfung der Wirkungen der neuen Geri><tsvollzieherordnung besonders die Verhältnisse in Berlin zu prüfen. Gerade in der großen Stadt könne sich der b0s9- willige Schuldner leiht seinen Verpflihtungen entziehen. Früher set der Gerichtsvollzieher daran interefsiert gewesen, daß sein Auftrag mit Erfolg ausgeführt wurde; diese Möglichkeit sei jeßt ganz fort- gefallen; er werde der Regierung zahlreihes Beshwerdematerial über die Wirkungen der neuen Ordnung in Berlin zur Verfügung stellen.

Geheimer Oberjustizrat Dr. Vierhaus: Für dieses Material fönnten wir nur dankbar sein; es liegt uns daran, das Gerichtsvoll- zieherwesen mögli<st zu verbessern.

Bei den Besoldungen der Unterbeamten erklärt auf eine Anregung des Abg. von Hagen (Zentr.)

Geheimer Oberjustizrat Fritze, daß sh hoffentli<h ein Weg da- für finden werde, den Wünschen der Unterbeamten betreffs Beschaffung der Dienstfleidung Nechnung zu tragen.

Zu dem Kapitel „Besondere Gefängnisse“ bemerkt

Abg. Dr. Fervers (Zentr.): Die Frage muß ernsthaft geprüft werden, ob niht das Gefängniswesen in einer Verwaltung vereinigt werden kann, sei es beim Ministerium des Innern oder bei der Justizs erwaltung. Nur auf diese Weise könnte in Preußen ein einheitlicher Strafvollzug herbeigeführt werden. Die Stellung der Gefängnis- direktoren muß so gestaltet werden, daß sie ihren Lebensberuf in dieser Stellung erfüllen können. Bei den größeren Gefängnissen sollten Irrenstationen eingerihtet werden.

Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Moriß (Zentr.) erwidert

Geheimer Oberjustizrat Fritze, daß man der Einrichtung eines Gerichtstages in der nordöstlihen Gegend des Kreises Nybnik näher treten werde. e

Die ordentlichen Ausgaben werden bewilligt.

Bei den einmaligen Ausgaben wünscht

Abg. Keruth (fr. Volksp.) eine Vergrößerung des neuen Justiz- gebäudes in Danzig.

Geheimer Justizrat Frit\< s\priht die Hoffnung aus, daß es gelingen werde, das Justizgebäude in Danzig zu vergrößern und bis 1906 fertigzustellen.

Abz. Wiersdorff (nl.) wüns<t eine Erweiterung des Amts- gerichtsgebäudes in Halberstadt.

Geheimer Justizrat Frit \< erwidert, eine Nevision beim dortigen Sc<{hwurgericht habe“ ergeben, daß die Verhältnisse geändert werden müßten.

Abg. Freiherr von Zedliß und Neukirch (freikons.) dankt der Justizverwaltung für die Errichtung einer Amtsrichterdienstwohnung in Treffurt.

Abg Jürgensen (nl.): Ich bitte um einen bes{leunigten Neu- bau des Amtsgerichtsgebäudes in Husum. Ich fühle das Alter nahen und möchte do<h no< gern in das neue Gebäude einziehen.

Geheimer Justizrat Frits< erwidert, daß die Erfüllung -des Wunsches bevorstehe. Auh dem Abg. Hansen (Däne) stellt der Kommissar die Erfüllung der bezüglih der Stadt Apenrade aus- gesprochenen Wünsche in Aussicht.

Auf eine Anregung des Abg. Dr. Nöchling (nl.) erklärt

Geheimer Justizrat Frit \<, daß die erste Rate zum Bau eines neuen Amtsgerichtsgebäudes in Hannover voraussichtlih im Etat des nächsten Jahres erscheinen werde.

Dem Abg. Marr (Zentr.) erwidert auf eine Anfrage

Geheimer Justizrat F1it\<, daß für die Wahl des Bauplagtzes für das Amtsgericht in Grevenbroih gewichtige Gründe maßgebend gemesen seien. Die geshenkten Baupläte seien meist Danaergeschenke. Der dortige Bauplayt sei der beste, der nur habe gewäblt werden können.

Abg. Marx (Zentr.) dankt für die Einstellung der Kosten des Erwerbs eines Bauplaßes zum Neubau eines Amtsgerichtsgebäudes in Elberfeld in den Etat.

Der Rest der einmaligen Ausgaben wird ohne Debatte bewilligt. Eine Petition um Errichtung eines neuen Geschäfts- gebäudes für das Amtsgericht in Mayen in der Nähe des dortigen Westbahnhofcs wird der Regierung als Material überwiesen.

Schluß 5 Uhr. Nächste Sißung: Montag 11 Uhr. (Gesetz über die Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Unter- beamten und Arbeitern in Staatsbetrieben; Etat der Bau- verwaltung.)

Literatur.

Die Geschäftsordnung des Preußischen Abgeordneten- hauses, ihre Geshihte und ihre Anwendung. Unter Be- rücksichtigung der Geschäftsordnung und der Gewohnheiten des Deutschen Reichs1ages. Mit Terxtabdrücken der Geschäftsordnungen des Deutschen Neichstages und des Preußischen Herrenhauses. Von A. Plate, Bureaudirektor des Abgeordnetenhaßi)es. Berlin. Verlag von Mar Pa‘ch, Königlicher Hofbuchdruer,

Die Geschäftéordnung des Preußischen Abgeordnetenhauses, das seit 55 Jahren besteht, ift in den leßten 25 Jahren fast unverändert ge- blieben. Bei dieser Stetigkeit inden Führung8normen der parlamentarischen Geschäfte, war zweifellos der Zeitpunkt gekommen, an eine authentische Zusammenstellung der Ges{äftsordnung heranzutreten, und der Verfasser war in seiner Eigenschaft als Bureaudirektor des Abgeordnetenhauses sicher die berufenste Persörlichkeit, diese Arbeit auszuführen. Sein handlides Buch beginnt mit einer zusammenhängenden Geschichte der geschriebenen Geschäftsordnung, deren Wortlaut dann den Hauptinhalt bildet. Vor jedem Paragraphen ift seine Entwi>- lung dargestellt; auf den Text des Paragraphen folgen Anmerkungen, di: niht nur aus der 55 jährigen Praxis des Abgeordnetenhauses, sondern au< aus den 36jährigen Verhandlungen des MReichs- tages ges{<höpft find. Die Anmerkungen aus der Reichötags- praxis find dazu angetan, die Auslegung zu erleichtern und zu unterstützen, wenngleich ihnen eine präjudizielle Kraft für das Ab- geordnetenhaus nicht zukommt, ebensowenig wie den hier und da ein- gestreuten Anführungen aus dem Geschäftsordnungsreht ausländischer Parlamente. Es folgen verschiedene Mitteilungen über Gegenstände, die bei dem Tert der Geschäftsordnung aus Raumrücksihten ni<t erörtert werden konnten, z. B. über die Auslegung der Geschäftsordnung, die “Begriffe Session und Legiélaturperiode, über die Vertagung und die Auflösung, über die Beschlußfähigkeit, über den Seniorenkonvent, fowie über die Zuständigkeit des Hauses. Den Abs{luß bilden Verzeichnisse der Legislaturperioden und Sessionen des Abgeordnetenhauses und des Neichstages, sowie Tertabdrü>ke der Geschäftsordnungen des Reichs- tages und des Preußischen Herrenhauses.

Das Buch wird über den engeren Kreis der Parlamentarier felbst, allen denen ein zuverlässiger Ratgeber sein, die sh aus Beruf oder Neigung mit den parlamentarishen Vorgängen näher beschäftigen.

Einen Beweis, daß es einem bestehenden Bedürfnis entgegenkam, liefert der Umstand, daß, erst wenige Monate nah dem Erscheinen der ersten, bereits eine zweite Auflage nötig geworden ist.

Land- und Forftwirtschaft. Reisernte Italiens. im Jahre 1903.

Der Kaiserliche Generalkonsul in Mailand berihtet unterm 10. d. M.: Nach amtlichen Nachrichten hat die Reisernte Italiens im Jahre 1903 rund 9 660 000 11 ungeshälten Reis ergeben, mithin 1 180 000 hl mehr als im Jahre 1902, 780000 hl mehr als im Jahre 1901 und 180 000 h1 mehr als eine gewöhnlihe Durhschnitts- ernte. Die Fröste im Spätfrühling hatten zwar das Keimen des Samens behindert, die günstige Sommerwitterung, die bis nah Einbringung der Ernte anhielt, war aber für den \{ließlihen Ertrag von sehr großem Nußen. Die Ernte fiel reihli< aus und lieferte eine Fruht von ausgezeihneter Güte. Die mit Reis angebaute Fläche betrug im Berichtsjahre 186 000 ha, alfo 15 000 ha mehr als im Jahre 1902, aber 3000 ha weniger als im Jahre 1901 und 1000 ha weniger als die dur<s{<nittli<h mit Reis angebaute Fläche. Die Reisfelder dehnen \i< in den Provinzen Novara, Pavia und Mantova aus, während sie in allen anderen Reis erzeugenden Provinzen zurü>- gehen. Die Reisernte ergab im Jahre 1903 im Durchschnitt auf das Hektar 51,94 þ1 unges{hälten Neis, demna<h 2,35 hl mehr als im Jahre 1902, 4,96 h1 mehr als im Jahre 1901 und 1,24 þ1 mehr als bei einer dur<s<nittlicen Ernte. Die Neiéproduktion nimmt von Jahr zu Jahr zu infolge besserer Düngung des Bodens und besserer Auswahl des Samens. Die Provinzen, die im Jahre 1903 den größten Neisertrag im Verhältnis zu den angebauten Flächen erzielt haben, find: Mailand . mit 76,92 h1 von einem Hektar Mantua . 73,49 Cremona E T2. T2 Alessandria . . 70,00 Reggio (Emilia) . 64,35 Üdiné. ¿4 62,50 Ravenna 60,00 Bologna . 54,90 Siracus . 53,33 Pavia s 51/11 á Im Verhältnis zu ihrer geographis<hen Ausdehnung haben die Pravinzen Pavia, Novara, Mailand, Mantua und Verona am meisten Neis produziert, während sich die absolut höchsten Erträge in den

Provinzen Novara mit 3600000 h1 Pavia 3 000 000 , Mailand 1 000 000 ,„ PYtantua 463 000 , Verona 400 000 ,„ 274500

Bologna j Alefssandria 210 000 , 204 000 ,

u i " - r” -

E A e S Le 25 GE AO T Qm D 0a E G L T

Reggio (Emilia) 60 000 1

(Cremona E ai E 120 000 finden. Nach Landschaften geordnet, verteilt isi< die Reiserntè Italiens im Jahre 1903 auf:

Piemont 3 810 000 h1

Lombardei 4 636 000

Venetien L 554 840

Guld 631 000

Da 17 000

Süditalien (östlihe Seite) . 160

Sizilien E 110 000

zusammen 9 660 000

Ernteaus sichten in Chile.

Der Kaiserli@e Generalkonsul in Valparaiso berihtet unterm 19. v. M.: Die Aussichten für die Getreideernte sind, den ungleichen Witterungs- und Bewässerungsverhältnissen entsprehend, sehr ver- \cieden. Im ganzen erwartet man für Weizen hinsihtli<h der Menge höchstens cine Mittelernte. In dem bewässerten, zwischen den beiden Kordillerenketten fi< von Santiago füdlih ziehenden Längs- tal stehen die Saaten gut, dagegen haben sie an den Berghängen und an der Küste dur<h die Tro>kenheit gelitten. Die Güte is im allgemeinen befriedigend. Im südlichen Teile dieses Längstales gibt es neben guten Saaten mittelmäßige und \{le<te; die Aus\aaten find hier infolge der günstigen Herbst- witterung etwas umfassender als im Vorjahre. In der Frontera stehen die Saaten gleihmäßiger. Es ist hier dur<weg eine Mittel- ernte zu erwarten. In den südlihsten für den Getreidebau in Betracht fommenden Departements Llanquihue und Carelmapu find die Aus- sihten no<h geringer als im Vorjahre. Die Gerste ist bereits zum großen Teile geerntet. Der Ertrag soll auf den bewässerten Ländereien befriedigen, dagegen bei den an den Höhen gelegenen Feldern infolge der großen Trockenheit in bezug auf Ertrag und Güte zu wünschen übrig lafsen. Ausfuhr von Getreide aus Argentinien und die Preise

desfelben für die Zeit vom 16. bis 31. Dezember 1903.

Mengen

Verschiffungsziel S

Getreideart

England Frankreich Deutschland Ftalien Südafrika Spanien Belgien Brafilien Order

zusammen

Brasilien England Order

zusammen

Deutschland Enc land Holland Frankreich rder zusammen

Mais

Leinfaat

Südafrika

Gegenwert der bösten und niedrigsten Preise in Mark nah dem Durchschnittskurse von $ m/n 1 = M 1,82

Preise im Großhandel für 1 dz

$ m/n bis $ m/n 80. G9 350, 356

Mais: gelber . weißer Wo: guter und feiner Leinsaat Hafer .

6,82

12,74 14 01 7,83,

680 . O, A 380 , 3

R

Ueber den Stand der Obstbäume am Zürichsee wird des „Schweizerischen Landwirtschaftlichen Zeitschrift“ unterm 20. d. M geschrieben: Aus allen Gegenden laufen Berichte ein über den \{öne Stand der Obstbäume. Man rühmt dur<hwegs ihren reichliche Fruchtansaß. Die Zwerg- und Spalierobstbäume in den Gärten uny YNnlagen sind vielerorts ganz überhangen und vollgepfropft mit Frucht augen. Sogar diejenigen Bäume, die leßtes Jahr no< ordentlig Früchte getragen haben, weisen abermals einen ordent lihen Bestand an Fruchtaugen auf. Wenn die Witterun während der Blütezeit günstig ist und feine Naturereignif während der Sommermonate eintreten, ist in den meiste Gegenden ein rei<li<es Obstjahr in Ausficht. Als ein erfreuliches Zeichen melden wir, daß seit einigen Jahren immer mehr ältere unF unfru<tbare Bäume mit bewährten Sorten umgepfropft werden. Es wird in neuerer Zeit immer mehr darauf Bedacht genommen, die un rentablen Sorten dur< bessere, bewährte und für die betreffend Gegend tauglihe Obstsorten zu erscßen. Nachdem die Landwirte dur eigene Erfahrung überzeugt sind, daß fi< fogar no< ältere Frust bäume, votausgeseßt, daß sie gesund und im Wachstum nod befriedigend sind, mit Vorteil veredeln lassen, ist der Eifer auf diese Gebiet vielerorts lebhaft.

Veber die Entwickelung der Verkehrsmittel und did landwirtschaftlihe Konkurrenz des Auslandes im letzte Menschenalter enthält die „Zeitschuft für Agrarpolitik*“ da Organ des Deutschen Landwirtschaftsrats, einen größeren, de Zusammenhang der beiden Erscheinungen darlegenden Aufsaß von Dr. Wiedenfeld, Professor der Staattwissenschaften g der Königlichen Akademie zu Posen. In den beiden ersten Ab schnitten wird der Zustand geschildert, in dem si<h um das Jahr 1876 die Verkehrsorganisation und der Handel mit landwirtschaftliche Produkten befanden. Weil die Eisenbahnen auf dem Fesilany Furoyas und in Nordamerika, namentlih aber in den übrigen Erd teilen sich no< ni<t zu eigentlihen Netzen verdihtet hatten und wei zur See die regelmäßige Linienschiffahrt no< ganz im Hintergrun stand, fiel die De>ung des mähtig gesteigerten Nahbrungébedarfs Westeuropas ledigli<h den osfteuropäischen, în erster Linie den oft deutschen Landwirten zu, und die notwendige Folge war für dies eine Art Monopolstellung, die in den stark steigenden Preise aller landwirtshaftlihen Produkte ihren Auéëdru> fand. Von diese günstigen Konjunktur hatten die Produzenten um fo größeren Vortei als das Telegraphenwesen und vollends das Kabelwesen no< gan unentwi>elt war, daher auf den lokalen Märkten die örtlichen Ver hältnisse den Ausschlag gaben. In dem folgenden Menschenalter if dieser glückliche Zustand völlig vers<wunden. Eisenbahnen, Binnen- und Seeschiffahrt, Land- und Meerestelegraphie haben die Welt zu eine wirtschaftlichen Einheit zusammengeshweißt, und auf diesem Weltmarkf dessen Wesen anschaulih dargelegt wird, ist ein gegenseitiges Unter bieten an die Stelle der früheren Monopolstellung getreten, soda niht mehr die Preise von den Produfktionskosten abhängen, sonderi diese sh na<h den Preisen zu richten haben. Die Tatsache de allseitigen Verbindung, die riesfige Steigerang des Angebots erklär Wiedenfeld für die Ursahe des Preisfalls; er bestreitet, daß tie Minderung der Transportkosten als eine sol<e Ursa anzusehen sei, s<hon vor 1870 hätten fi< diese beträ lih verringert, die Ersparnis sei aber troy steigender Preise dess Produzenten zugeflossen. Eine Herabseßung der Transportkosten be deute vielmehr beutzutage, daß s< in die Aufgabe, die Gestehungs kosten dem Gange des Weltmarktpreises anzupassen, mit den Produ zenten die Verkehr8unternehmungen teilten. Weil dem so sei, hält Wiede feld es nicht für richtig, daß die vreußishen Bahnen für das wictigs Produkt der deutschen Landwirtschaft, das Getreide, im allgemeine no immer den Frachtsatz erhöben, den sie hon in den se<ziger Jahre erreiht hätten; in den Vereinigten Staaten von Amerika, selbst i Nußland feien viel niedrigere Sätze in dieser Zeit eingeführt worde Wiedenfeld befürwortet, daß die Außenhandelspolitik, die auf ein Sicherung des hbeimishen Marktes abziele, dur< eine entsprechend Gütertarifpolitik der Staatsbahnen ergänzt werde. Besonder hervorzuheben ist no<, daß der Verfasser die Entwi>kelung der Ver fehrs-, Handels- und Preiétverhältnifse in einer einzigen Tabelle seh übersihtli< zur Anschauung bringt.

Verdingungen im Auslande,

Spanien.

21. März 1904. Direccion General de Correos y Telegrafo in Madrid oder Gobierno Civil de la Provincia de Gerona Errichtung eines Telephonnetzes in Figueras (Provinz Gerona). Anf gebote auf spanishem Stempelpapier. Sicherheitsleistung 1000 Peseta

Belgien.

14. März 1904, 12 Ubr. Station Lüttih-Guillemins Lieferung von 80 000 kg Zement auf der Station Bleyberg. Siderf heitsleistung 250 Fr. Cahier des charges spécial Nr. 18 fottenf frei. Eingeschriebene Angebote zum 10. März. 4 18. März, 11 Uhr. Direction générale des ponts et chanss 38 Nue de Louvain in Brüssel: Bau eines Gebäudes für da Schagzamt. Sicherheitsleistung 10000 Fr. Cahier des charge Nr. 4 und die Pläne für 90 Cent. b¿w. 24,20 Fr. in Brüssel, Ku des Augustins 15. Eingeschriebene Angebote zum 14. März, F

Nächstens. Börse zu Brüssel: Lieferung verschiedener Gege stände für die belgishen Staatsbahnen. Stählerne und gußetjern Stützen für Brem}en, Türschlöfser, Eisen zu Schrauben usw. ;

Nächstens. Lieferung von Kohlen und Briketts. wöhnlihe Steinkohlen, 6 Lose zu je 20 Lose ¿zu je 5200 Tonnen Briketts,

Lieferung von Mineralöl! zu

Würfelkoblen.

Nächstens. Börse in Brüssel: l Gasfabrikation: 1. Los 920 000 kg in Schaerbeek zu liefern, 2. 20 440 000 kg in Gent-Sud zu liefern, 3. Los 520 kg in Brüfsel-Vli zu liefern, 4. Lcs 190 000 kg in Jemelle zu liefern.

Nächstens. Station Lüttih-Guillemins: Bau eims metallenen Viadukts. 1. 2. Teil 40611 F Sicherheitsleistung 70093 Fr. i

Nächstens. Ebenda: Erneuerung metallener Beläge ® Brücken über die Ourthe bei Chansche und über den Kanal zwi|@ Poulseur und Rivage. 1. Teil 4201 Fr., 2. Teil 84 568 Sicherheitsleifiung 7000 Fr. j

Nächstens. Börse in Brüssel: Lieferung verschiedener Gege: stände aus Eisen, Stahl und Gußeisen für die belgishen Staa! bahnen. 25 Lose. Bolzen, Schienenstühle, Rollen für Barrier= Achsen, Teile hydraulisher Säulen, Unterlagen für Weichen usw.

Numänien.

7. März 1904. Generaldirektion der Regie der Staatémonopcs in Bukarest: Lieferung von 4400 ke rotem (amorphem) Photdc 500 kg Schella>, 14100 kg Kolophonium, 500 kg Terpentin (er! reft.), 100 kg feinem Oel.

_7. März 1904. Post- : eft e Lieferung von 2500 kg 5 mm sftarkfem, galvaniesiertem Eise

Sicherheitsleistung 20 9/6.

80 Lose zu je 5200 Tonnen g 4000 Tonnen Würfel kodler 1 Los zu 400 Tonnen fie

Teil 61050 Fr.,

Serbien. und Telegraphendirektion in Belgra?

Dra

Norwegen. 4. März 1904, 3 Uhr. Verwaltung ter Norwegischen Sta® bahnen in Christiania: Lieferung von 89500 t Steinkohlen Lokomotivfeuerung. é

Stationen Charleroti und Lüttih-Guillemin i

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich

2 Df.

Dritte Beilage

Berlin, Montag, den 29. Februar

Preußischen Staatsanzeiger.

1904,

Techuik. s

A. F. Die Mitglieder des , Zentralvyereins für Hebun- der deutshen Fluß- und Kanalschiffahrt“ besuhten ai Sonnabendvormittag die seit kurzem ibrer. Bestimmung übergebene Königlihe Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiff- bau in der Nähe der Station Tiergacten. Das im deuts><hen Binnen- lande bisher einzige Institut dieser Art dient niht nur den Unter- rihtszwe>en der benachbarten Hochschule, sondern au< wichtigen praktishen Versuchen und Feststellungen dur< die Wasserbautechniker des Ministeriums der öffentlihen Arbeiten sowie dur die Ingenieure des Reichsmarineamts. Außerdem is der Privatindustrie die Be- nußung der vorhandenen ausgezeichneten wissenschaftli<ßen Hilfsmittel gegen mäßige Gebühren gestattet, eine Erlaubnis, von der die Schiffs- werften bereits ausgiebigen Gebrauh zu machen beginnen.

Die in einem Stadtbahnbogen, den sie rollständig ausfüllt, untergebrahte Wasserbauabteilung zeigt als wichtigstes Mittel für die hier anzustellenden Untersuhungen eine aus starkem Eisenble< hergestellte, horizontale, über einen Meter breite, flawe Rinne von etner Länge, die nahezu der Tiefe des Stadtbahnbogens gleih ist. In dieser Rinne ist zunächst, etwa im ersten Drittel ihrer Breite, eine mit den Seitenwänden parallele Scheidewand gezogen und der Boden der fo hergestellten s<mäleren Ninne mit einer starken Lage von Flußsand bede>t. In den anderen zwei Dritteln dagegen ist kunstreih das Bett eines Flusses dargestellt, der den Verhältnissen der norddeutschen Tiefebene entspricht ; ein Flußlauf, bald gerade, bald sich in flacheren und weiteren Krümmungen windend, bald breiter, bald {mäler, bald dur Buhnen eingeengt, bald fih seeartig erweiternd. Die Sohle des Flußbettes besteht aus Flußsand, die Ufer find gleih den Buhnen durh mit Schrot angefüllte, tmprägnierte Leinwandsä>kchen gebildet, an sie {ließt si<, den natürlihen Borbildern entsprehend, langsam ansteigendes, aus Sand aufgeshüttetes Terrain an. Nun ift an dieser Rinne die Einrichtung getroffen, daß ihr dur<h Emporschrauben an einem Ende verschiedenes, in jedem Fall genau festzu- stellendes Gefälle gegeben werden fkann, außerdem fann der Flußsohle ein besonderes Gefälle erteilt werden. Mit dieser Anordnung wird es mögli, inden man Wasser in sorg- fältig gemessenen Mengen fowohl in das ein ganz glattes Rinnsal bildende erste Diuittel der Ninne als in den künsillihen Flußlauf in den anderen zwei Dritteln einläßt, dur< Vergleih und Messung genau festzustellen, wel<he Aenderungen die Wasserbewegung, unter Umständen auch die Sandbewegung in leßterem bei vecshiedenem Gefälle, bet vershiedenen Wassermengen sowie bei we<selndem Sohlengefälle erfährt, ebenso wel<he Einflüsse in den verschiedensten Kombinationen auf Ufer, Buhnen 2c. je nah der Strombreite und Wassertiefe ausgeübt werden. Auf folche Art können alfo beabsichtigte Wasserbauten und Strotwmkorrektionen erst am Modell erprobt werden, ehe dafür, wie es bisher geschah, große Summen, vielleicht ohne den na< der Theorie erwarteten durh- \{<lagenden Erfolg, ausgegeben werden. Dieser treffliße Gedanke ift zuerst vom Echeimrat Engels in Dresden gefaßt, praktis< gestaltet und feine Ausführbarkeit in einem Versuch im großen in Uebigau bei Dresden im dortigen Etablissement der Schleppschiffahrtsgesell haft „Kette“ praktis< dargetan worden. Seitdem sind an mehreren Stellen in Deutschland ähnliße Veranstaltungen getroffen worden, zunächst aber keine in der Gcöße und mit dem Präzisionsapparat ausgerüstet, wie er hier zur Verfügung steht. Während diese Erfindung einem Deutschen zu danken ist, beruht die Einrichtung der zweiten Abteilung der Versuch8anstalt, die sich aus\<ließli< die Aufgabe stellt, Modelle ven Schiffen auf den Wider- stand zu prüfen, dem fie bei der Fortbewegung im Wasser begegnen, auf der Erfindung des englishen Ingenieurs Froude, der bereits in den 70er Jahren des leßten Jahrhunderts in England eine sol<e Versuchs8anstalt im kleinen \{<uf. Der Gedaxke, den Widerstand verschieden gestalteter Schiffskörper im Wasser zu bestimmen, um hierdurch auf die geeignetsten Sh; ffs- formen zu kommen, ift ni<t neu, sondern bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Frarkreih zum Ausgangéëpunkt von Versuchen mit hölzernen Modellen gemaht worden, Versuche, denen eine mathe- matische Feststellung Newtons zu Grunde lag, wona< irgendwelche mechanishen Wirkungen auf lebendige Körper proportionaler Vermehrung oder Verminderung bei „ähnlihen®* Körpern von größeren oder geringeren Abmessungen unterliegen. Man ließ in Frankreih jedo< später den Versu<h am Motell als zu kostspielig fallen und versuhte am Ende des 18. Jahrhunderts, den Widerstand an den verschiedenen Schiffskörpern selbst auf der Neede von Boulogne und in der Gironde dur<h Schleppversuche, deren Kraft- inanspru<nahme leiht zu ermitteln war, zu bestimmen. Doch auch dies Verfahren erwies sich als unpraktis<, hauptsächlich deshalb, weil es post festum ermittelte, was vor der Entscheidung über die dem Schiffs- Förper zu gebende Form hätte festgestellt werden sollen. Durch die Ginführung der Dampfkraft als bewegende Kraft von Schiffen wurde die Lösung der Frage cines prafktishen Systems zur Ermittelung des Wasserwiderstands im Laufe der Zeit immer dringender; denn für die einem neuen Schiffslyp mitzugebende Maschinenkraft war es begreifliher Weise von höchster Wichtigkeit, im vor- aus zu wissen, welhen Wasserwiderstand das Schiff zu über winden haben werde, namentli<h als man in den leßten Jahr- zehnten genau vorauszubestimmen unternahm, welhe Geschwindigkeit ein neu zu erbauendes Schiff entwi>eln folle. Bei dieser Sachlage wurde von den Schiffbautechnikern der glü>lihe Gedanke Froudes freudigst begrüßt, den von den Franzosen als zu kostspielig und zeit- raubend verlassenen Weg des Versuchs am Modeil wieder aufzunehmen, aber an Kosten und Zeit dur<h die Wahl des Paraffins als Material für die Modelle zu sparen. Die Berliner Versuchsanstalt beruht glei<h anderen ähnlihen, deren es {on in Bremen und Ham- burg, in England, Frankrei<h und Rußland gibt, auf dem System der Verwendung des Paraffins, das mindestens die gleihen Borteile der Haltbarkeit, bei genügend zuverlässiger Festhaltung und Unvcränderlichkeit der Form bietet, wie Holz, vor diesem aber den großen Vorzug besißt, daß alles zu cinem Modell verwandte Material mit geringem Verlust zu weiterem Gebrauch dur< Ein- \{<mel;en wiedergewonnen werden kann. Daß biermit au ein großer Zeitgewinn in der Modellherstellung verbunden ift, liegt nahe. Vie praftishe Ausführung ist folgende: Ein viere>iger hölzerner Kasten von den 2—3 m langen Modellen entsprehenden Abmessungen wird mit knetbarem Ton gefüllt und von leßterem aus der Kastenmitte fo viel und in solcher Art dur Ausëraffen wieder entfernt, daß ein rohes Negativ des zu formenden Modells im Ton entsteht. In diese Oeffnung bringt man von oben ein aus hölzernen Latten hergest:lltes, mit starkem Papter befleidetes und außen glattes Modell hinein, das genau dem Înnen- raum des herzustellenden Paraffinmodells entspriht. Zwischen dem Negativ und diesem Modell bleibt somit ein Zwischenraum, entfpre> end der Wandstärke des anzufertigendea Modells. Nunmehr füut man diesen Zwischenraum mit flüssigem Paraffin von 800° C. und läßt dieses während 10—15 Stunden erstarren. Es genügt dann, nah Entfernung der neuen Form Einlassen von Wasser, um das leichtere Paraffin von dem Thon zu trennen. Das so gewonnene rohe Modell aber bedarf nc< einer sorgfältigen Bearbeitung und Adjustierung, um es in genaue Uebereinstimmung mit der Zeichnung zu bringen. Das geschieht mittels ciner Maschine, an dec das Modell auf einem horizontal beweglichen, vertifal verstellbaren Schlitten zwischen zwei Fräsern hindurhgeführt wird, deren Entfernung voneinander in sinn- reicher ‘Art dadurch sicher geregelt wird, daß auf der über der Maschine

Zeihnung des betreffenden Querschnitts dessen einem Stift verfolgt werden. Diese Operation wird unter entsprehender vertikaler Verstellung des Sthlittens so oft fortgeseßt, als Profile auf das Modell über- tragen werden sollen. Es entstchen dadur so viel horizontale Furchen am Modell, als Profile übertragen wurden, und es bedarf nur dec Beseitigung der zwischen den Furchen ehen gebliebenen Paraffinstege, um das Modell \ymmetrish, der Zeichnung getreu und mit glatter Oberfläche herzustellen. Nunmehr ist das Versuhsobjekt zur An- stellung der Widerstandsprobe in dem 170 m langen, 6 m breiten, mit Wasser gefüllten Bassin bereit. Ueber leßteres hinweg fährt auf re<ts und links angelegten Schienen, dur einen Elektromotor bewegt, ein 6 m breiter, 12 m langer Wagen, der die felbstregistrierenden Meß- instrumente trägt. Diese bestehen im wesentlihen aus einer mit Papierstreisen belegten, si< drehenden Trommel, auf der eine Tintenfeder die B:wegungen des kurzen Armes eines zweiarmigen, vertikalen Hebels verzeichnet, dessen fehr viel längerer unterer Arm bis dicht über die Oberflähz des Wassers hinabreiht und hier in feste Verbindung mit dem auf dem Wasser {<wimmenden Modell gebracht ist, über das man zu diesem Zwe> vom Vorder- zum Hinterrande einen hölzernen Bügel gespannt hat. Da bei der Fortbewegung des Wagens das Modell im Wasser Widerstand findet, wird auf den Hebel ein von dem Widerstande abhängiger arößerer oder geringerer Dru> ausgeübt, der, wie oben angedeutet, in Form einer leiht in Ziffern zu über- tragenden Kurve zur Aufzeichhnung gelangt. Aus der Aufzeihnung ist zugleih die Geschwindigkeit des Wagens zu ersehen. Mit jedem Modell werden mehrere Versuche gemacht, sodaß den Ergebnissen große Zuverlässigkeit beiwohnt. Die gesamte maschinelle Einrichtung und Apparatur der Versuchsanftalt ift deutshe Arbeit.

ausgebreiteten Umrisse mit

Handel und Gewerbe.

Têgliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Nuhr und in Oberschlesien.

An der Ruhr sind_am 27. d. M. gestellt 18 674, nit reht- ¡zeitig gestellt ketne Wagen. In Oberschlesien sind am 26. d. M. gestellt 5530. nit re<t: zeitig gestellt keine Wagen; am 27. d. M. sind gestellt 5423 bezw. keine Wagen.

Laut Verordnung des Gouverneurs von Deuts<h-Neu-Guinex vom 5. Dezember 1903 ist es, wie die Aeltesten der Kaufmann- haft von Berlin von amtliher Stelle erfahren, verboten, getragene Stoffe und getragene Kleidungsstücke aller Art, gebrauhte Matten, De>ken und Bettstüclke sowie gebrauhtes Füllmatertal Zu Bettstücken n das Schußgebiet Deutsch - Neu - Guinea mit Auss{hluß des Inselgebiets der Karolinen, Palau und Marianen, einzuführen oder im Wege des Handels daselbst weiter zu vertreiben. Die das Maß des persönlihen Bedarfs nit übersteigende Mitführung an Bekleidungsstücken, Matten, De>ken und Bettstü>ken von Reisenden und Einwanderern fällt niht unter dieses Ginfuhrverbot. Die Quarantänebehörde ist zur Anordnung von Desinfektions8maßregeln für folhe Gegenstände des persönlichen Be- darfs ermächtigt worden. Bestellungen, die vor dem 1. Oktober 1903 aufgegeben worden sind, können mit der Erlaubnis der Polizeibehörde des Einfuhrorts zur Einfuhr und zum Betriebe zugelassen werden. A Erteilung der Erlaubnis kann von Bedingungen abhängig gemacht werden.

In der vorgestrigen Sizung des Aufsichtsrats der Deutschen Bank wurde, wie „W. T. B.“ berichtet, die Bilanz am 31. De- zember 1903 geprüft. Der Generalversammlung wird die Verteilung einer Dividende von 11% in Vorschlag gebraht werden. Die Ge- famtumsäte beliefen sich auf 59 640 Millionen Mark (gegen 56 783 Millionen Mark im Jahre 1902); es betrugen am 31. Dezember 1903 die Hauptposten des Abschlusses eins{ließli<h der Filialen: Aktiva: Kasse, Sorten und Coupons 95 871 745 A. (1902: 75 704529 S), Wechsel 342 785 945 A (333 716 944 46), Guthaben bei auswärtigen Banken und Bankiers 43 788 489 4 (39 369 328 M), Neport und Darlehen 171092674 M (169554915 Æ), Lombardvorschüsse 12 908 723 Æ (15 087 412 6), Effekten 55 716 401 M (41 245 902 A), Konsortialbeteiligungen 33 058 426 M. (32 355 392 M), Kommanditen und dauernde Beteiligungen bei fremden Unternehmungen 97 826 690 M. (55 849 407 A4), Debitoren gede>te 292 729 777 M (247 374059 M), Debitoren ungede>te 59 339 213. M (57 5927137 A), Vorshüsse auf Waren bei der- Zentrale 39780697 - A (31156347 A, Immobilien in Berlin, Bremen, Dresden, Frankfurt a. M.,, Hamburg, Leipzig, München, London 13858787 M (12987226 M), Passiva: Kreditoren 5952 445 807 M (506 998 993 M), Depositengelder 236 928 574 M (213 477 434 M), Akzepte (Zentrale) 53 203 063 M (40 580 050 M), Akzepte (Filialen) 126 605 003 A (104721 455 4), Aktienkapital 160000000 A (160 000 000 A), Reserven 55 399 695, E (53970941 M), Der Cffektenbestand enthält für 38 Millionen Mark deutshe Staats- papiere. Die Vermehrung der Akzepte ist hauptsähli<h auf die höheren Baumwollpreise zurückzuführen. Der Gesamtgewinn betrug brutto 37 961 381 M (1902 33478 395 M), wozu der vorjährige Gewinnvortrag von 783 763 46. tritt. Für Gehälter, Gewinnanteile an Vorstand und Beamte, Steuern und sonstige Handlungsunkosten wurden verausgabt 13 159 065 A4 (im Vorjahre 12 382 460 M), dar- unter Steuern, Abgaben 2c. 1950160 A Es erbrahten 1903: Wechsel und Zinsen 15 520 358 (1902: 13 341 718 M), Sorten und Coupons 3544586 A (350565 s), Effekten und Konsortien 6879065 MAÆ (5836939 M), Provifion 10075978 M (9187257 6), Kommanditen und dauernde Beteiligungen bei fremden Unternehmungen 5 101 492 4 (4761 915 4). Der Gewinn auf dauernde Beteiligungen bei fremden Unternehmungen enthält die hierauf entfallenen Dividenden für das Jahr 1902, wogegen die Er- trägnisse für 1903 dem nächsten Jahre zu gute kommen. Nach Abzug der Unkosten sowie nah Abschreibungen von 1 036 144 4 auf Bank- gebäute und von 242334 4 auf Mobilien, verbleibt ein ver- teilbarer Veingewinn von 24307600 M (gegen 20623 536 A im Vorjahre). Es wird vorgeschlagen, 1630760 #4 (1902 1312393 4) der ordentlichen Reserve, ferner in Anbetracht der politishen Situation 2000000 einer Spezialreserve B zu überweisen, 11 0%/ Dividende (wie im Vorjahre) zu verteilen und 894299 M (1202 783 763 M) auf neue Nechnung vorzutragen. Für zurü>kerhaltene Agiosteuer flossen 116 400 A in die ordentliche Ieserve A. Die Reserven erhöhen sih dur< obige Zuweisungen auf 59 030 455 A glei 36,89 0/6 des mit 160 Millionen Mark voll ein- gezahlten Aktienkapitals. Jn den, gemäß den geseßlichen Vorschriften ¡um Anschaffungspreis aufgenommenen „Dauernden Beteiligungen" ruht gegenüber den Kursen am Bilanztage eine weitere Reserve von 58 Millionen Mark.

- In der vorgestrigen Sitzung des Aufsichtérats der Vereinigte Königs- und Laurahütte berichtete die Direktion über die Er- gebnisse des ersten Halbjahrs des Geschäftsjahrs 1903/04. Der Bruttogewinn stellte sich na< De>kung allec Unkosten einschließlich der Obligation8zinsen auf: 1. Quartal 1903/04 2129 408 4 gegen 2180403 A im Voijahr, d. i. 50995 6 weniger, Il. Quartal 1903/04 1734816 A gegen 1681782 A im Vorjahr, d. i. 53024 Æ mehr, zusammen im Halbjahr 3864224 f gegen

3862195 4 im Vorjahr, d. i. 2029 A mehr. Das Kohlen - ges<häft gestaltete s< ungünstiger als im Vorjahr. Der Wettbewerb englischer Gas- und Kesselkohle sowie die wa<hsende Ver- wendung böhmischer und inländischer Braunkohle, besonders beim Haus- brand, ers<hwerten den Absaß der {lesien Steinkohle umsomehr, als der äußerst milde Winter des laufenden Jahres den Gesamtver- brau<h an Hausbrandkohle in ungewöhnliher Weise herabminderte. Demgemäß ging ter Absatz zurü>, und die Preise mußten vom Ver- band z. T. herabgeseßt werden. Zudem hatte der im Herbst v J. eingetretene große Grubenunfall in seinen Nebenwirkungen e! 2 empfindlihe Störung des Betriebes auf Laurahüttegrube zur Folge, welche die Nesultate des IT. Vierteljahres beeinträhtigte. Die Aus- fälle bei den Gruben fonnten beim Hüttenbetrieb wieder eingeholt werden. Der steigende Inlandsverbrauch gab den sämtlichen Anlagen der Gesellschaft rei<li<e Beschäftigung und veranlaßte eine Steigerung der Produktion um 129/69 gegen den gleihen Zeitraum des Borjahrs. Dagegen blieb die Ausfuhr nah dem Ausland weiter zurück, da sowohl Desterreih als au< Rußland infolge Ausdehnung der eigenen Industrie bei hohen Zöllen si< derselben mehr und mebr vershlossen. In leyterem Lande erhtelt ih die “eit einiger Zeit ein- getretene Besserung der Eisenkonjunktur, sodaß die Katharinahütte mit besserem Ecfolg als im Vorjahr arbeitete. Ob, event. inwieweit ber russish-japanische Krieg hieran ctwas ändern wird, läßt sich zur Zeit niht übersehen, obwohl Wagenmangel und die Zurückziehung größerer Negierung8aufträge in Nußland befürhtet wird. Für den [<hlesishen Markt ist zur Zeit eine Einwirkung des Krieges niht zu bemeiken. Mit der Steigerung des Absatzes ging bei èen \{lesis<en Hütten leider keine dur<gängige Besserung der Preise Hand in Hand, weil die Beunrubigung, die der Handel besonders durh die mehrfa<h miß- glü>kten Versuhe zur Gründung eines Stahlwerksverbandes erfuhr, das dazu erforderliche Vertrauen auf dem Eisenmarkt nicht aufkommen ließ. Dessenungeachtet stellte sich der Beschäftigungsgrad der Werke 4 FUB des I. Halbjahrs riht wesentlih niedriger als im orjahr.

Der Aufsichtsrat der Buderus\c<hen Eisenwerke be-

\{loß, laut Meldung des „W. T. B.*, von dem nah Abschreibung bon 750 000 Æ und Zuweisung von 250 000 4 an die Erneuerungs- rü>lage verbleibenden Reingewinn von 499 133,13 6 eine Dividende von 59% vorzuschlagen. ,— Der Aufsichtsrat der Neuen Dampfer-Compagnie be- \{loß, laut Meldung des „W. T. B.“ aus Stettin, in seiner vor- gestrigen Sißung, der Generalversammlung eine Dividende von 19% vorzuschlagen; im vergangenen Jahr wurde keine Dividende gezahlt.

Seitens des Bochumer Vereins für Bergbau und

Gußstahlfabrikation, Bochum, haben, laut Meldung des „W. T. B.“, in lezter Zeit mit benahbarten Zehen Verhandlungen stattgefunden, die auf cine Veräußerung und Betriebsübertragung der älteren Kohlenzehen der Gesellschaft abzielen. Um diese Verhandlungen zum Abschluß bringen zu können, beruft der Verwaltungsrat auf den 29. März d. J. cine außerordentliche Generalversammlung mit der Tagesordnung, ihm die dafür \tatutén- gemäß crforderlihze Genehmigung zu erteilen. Die aus der Durhh- führung der geplanten Trangaïtion dem Bochumer Verein zufließenden Mittel, deren Eingang sich teilweise auf eine Neihe von Jahren ver- teilen wird, werden den derzeitigen Buchwert der Zechen mit einem erheblichen Betrage übersteigen. _ Der in der vorgestrigen Bilanzsißung der Mitteldeutschen Kreditbank voraclegte Abschluß für 1903, ergab, laut Meldung des „W. T. B.*“, abzüglich des Vortrags von 473 064,16 4 einen Rein- gewinn von 3 170 666,03 4 gegen 2 929 421,89 Æ im Vorjahre. Es wurde auf Antrag des Vorstandes beschlossen, der auf den 23. März einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 9/9 wie für 1902 und die Zuweisung von 30000 M an die Pensionskasse der Bank vorzuschlagen, wobei der Vortrag ih auf 650 496,79 6 erhöht. Der Geschäftsberiht wird in den nächsten Tagen ausgegeben werden.

Wie laut Meldung des „W. T. B.“ aus Mannheim die Direktion der Oberrheinishen Bank der „Neuen Badischen Landeszeitung“ mitteilt, besteht die Absicht, eine Dividende von 12 9% zu verteilen.

Der Aufsichtsrat der Rheinishen Hypothekenbank beschloß, der Generalversammlung na< Vornahme der Rückstellungen die Verteilung einer Dividende von 909/% für das Geschäftsjahr 1903 (wie im Vorjahre) vorzuschlagen.

Der „Neuen Badischen Landeszeitung“ zufolge genehmigte, wie „W. T. B.“ berichtet, die vorgestrige Generalversammlung der Kredit- und Depositenbank in Zweibrüc>ken die Fusion mit der Nheinischen Kreditbank in Mannheim. Zu diesem Zwe>k wird die Rheinishe Kreditbank ihr Kapital um 4 Millionen Mark erhöhen. Der gegenseitige Austaush der Aktien wird derart erfolgen, daß gegen 8000 (A Aktien der Kredit- und Depositenbank 7000 M. Aktien der Nheinishen Kreditbank gegeben werden. Die Aktionäre der Kredit- und Depositenbank erhalten aus dem Fahres- gewinn von 1903 eine Dividende von 95 9%

Bern, 27. Februar. (W. T. B.) Der Verwaltungérat der Bundesbahnen hat die Verträge mit inländischen Firmen über die Lieferung von 69 Lokomotiven und 80 Personenwagen fowie die Ver- träge mit deutschen Cisenwerken über die Lieferung von Schienen und Eisenschwellen für die Jahre 1906 bis 1908 im Betrage von im ganzen ca. 7 000 000 Fr. genehmigt.

New York, 27. Februar Woche wurden 1 170 376 Doll.

(W. T. B.) In der vergangenen Silber und 65 622 Doll. Gold ausgeführt.

New York, 27. Februar. (W. T. B.) Der Wert der in der vergangenen Woche eingeführten Waren betrug 15 180 000 Doll. gegen 8 4(0 000 Doll. in der Vorwoche, davon Stoffe im Werte von 33.0000 Doll. gegen 2600 000 Doll. in der Vorwoche.

Kursberichte von den Fondsmärkten.

Hambuxg, 27. Februar. (W. T. B.) (S@hluß.) Gold in Barren : 04s Kilogramm 2790 Br., 2784 Gd., Silber in Barren: das Kilogramm 80,75 Br., 80,25 Gd.

Wien, 29 Februar, Vorm. 10 Uhr 50 Min. (W. T. B.) Ungar. Kreditaktien 736,00, Oesterr. Kreditakiten 629,00, Franzosen €30,50, Lombarden 76,590, Elbetalbahn —,—, Oesterreihis<he Papierrente 99 20, 49%/ Ungarishe Goldrente 116,45, Desterreihishe Kronen- anleihe 99,25, Ungarische Kronenanleibe 96,80, Márknoten 117,36, Bankverein 499,00, Länderbank 417,00, Buschtehrader Lit. B —,—, Türkische Lose 117,00, Brüxer —,—, Alpine Montan 392,00.

London, 27. Februar. (Schluß.) (W. T. B) 2209/6 Eg. Konf. 867/16, Platdiskont 32/5, Silber 26/54. Bankeingang 16 000 Pfd. Sterl.

Paris, 27. Februar. (W. T. B.) (S@)luf.) 30%/% Franz. Rente 95 37, Suezikanalaktien 3905.

Mad: d, 27. Februar. (W. T. B.) Wesel auf Paris 38,85.

Kissahon, 27. Februar. (W. T. B.) ‘Soldaato 24.

New York, 27. Februar. (Schluß). (W. T. B.) Der Umfang der Geschäfrétätigkeit war nur unerheblih. Vou der Spekulation bevorzugte Werte gingen auf mäßtge Nachfrage etwas in die Höhe, aber na< Erscheinen des Bank’ausweises, in dem in der Haupt- sache die Anhäufung von Geldern in Vorsorge für die Panama-