1883 / 119 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E N S p D E H Di T E E S R R E

E E E I S Es E - a A 7

Abgereist: Se. Excellenz der Unter-Staats'ekretär im Finanz-Ministerium, Wirkliche Geheime Rath Meine>e nah der Schweiz.

Angekommen: Se. Excellenz der kommandirende General des VI. Armee-Corps, General der Kavallerie, von Tümpling, von Breslau.

66. Plenarsißung des Hauses der Aktgeordneten am Freitag, den 25. Mai 1883, Vormittags 9 Uhr.

Tagesordnung:

Zweite Berathung des Entwurfs eines Geseßes, betreffend die Zwangsvollstredung in das unbeweglid e Vermögen. Qweite Berathung des Entwurss eines Geseßcs, betreffend die

erihtskosten bei Zwangsversteigerungen und Zwangsverwal- tungen von Gegenständen des unbeweglihen Vermögens.

Nichtamlliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 24. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute die Vorträge des Kriegs- Ministers und des Chefs des Militär-Kabinets sowie zahl- reie militärishe Meldungen entgegen und empfingen den General der Kavallerie voa Tümpling.

Um 5 Uhr findet zur Feier des Geburtstages Jhrer Majestät der Königin von Großbritannien und Jriand im Palais ein größeres Diner statt.

Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz kam gestern mit dem um 9 Uhrc von der Sta- tion Wildpark abfahrenden Zuge nah Berlin. stieg bei Wärter- bude 4 zu Pferde und begab Sich zur Besichtigung der kom- binirten Garde-Jnfanterie-Brigade na dem Tempelhofer Felde. Nach S<hluß derselben fuhr Höchstderselbe in das Königliche Schloß und nahm dort das im Weißen Saale aufgestellte Städtegeshenk in Augenschein.

Später begab Sich Höchstderselbe na< dem Palais und nahm dort militärisGe Meldungen entgegen.

Mit dem 1 Vhr-Zuge kehrte Se. Kaiserliche Hoheit nach dem Neuen Palais bei Potsdam zurü.

Das Diner nahm Höchstderseibe bei dem 1, Garbe-Re- giment z. F. ein.

Die vereinigten Auss{hüsse des Bundesraths für Handel und Verkehr und für Justizwesen traten heute zu einer Sißung zusammen,

Der Sezlußbericht über die gestrige Sißung des Reichstages befindet sih in der Ersten Beilage.

Das Programm für die am 28, d. Mts. statt- findende feierliche Enthüllung dex Denkmäler Wil: helms und Alexanders von Humboldt ist in folgender

Meise festgestellt :

1) Einleitung der Feier dur JFnfirumentalmusik vom

Balkon des Universitätsgebäudes.

Am Schlusse dieser Jntroduktion, während welcher vie Festversammlung si geordnet hai, fällt die Hülle gleichzeitig

von beiden Denkmälern ;

2) Rede des Ministers der geisilihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten auf Wilhelm von Humboldt: Uebergabe des aus Staatsmitteln ercichieten Denkmals an die Universität ;

3) Rede des Geheimen Medizinal-Raths Professors Dr. Vir%ow Namens des Comités für das aus freiwilligen Be“: trägen hergestellte National-Denkmal Alexanders von Humboldt und Uebergabe desselben an die Universität ;

4) Antwort des Rektors der Universität Geheimen Me- dizinal-Raths Professors Dr. du Bois-Reymond und Ueber- nahme der Denkmäler ; as Sthluß: Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und

önig.

5) Gesang der Volkshymne unter JInstrumentalbegleitung.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Großherzoglich

me>lenburg-\<werins<e Ober-Zolldirektor ldenburg ist

hier wieder eingetroffen.

S. M.S. „Elisabeth“, 19 Geschüße, Kommandant Kapitän zur See Hollmann, ist am 6. April cr. in Kobe eingetroffen und am 7. dess. Mts. na<h Nagasa!i in See gegangen.

S. M. Kanonenboot „JFltis“, 4 Geshüßze, Kommandant Korvetten-Kapitän Klauja, ist am 16. April cr., von den Paracel-Jnseln kommend, in Hongkong eingetroffen.

S, M. Kanonenboot „Wo lf“, 4 Geschüße, Kommandant

Kapitän-Lieutenant von Raven, ist am 10. April in Hongkong eingetroffen. S. M

Korvetten-Kapitän Dietert, ist am 16, Mai cr. von Malta nah Neapel in See gegangen.

Niederlande. Luxemburg, 21. Mai. (Köln. Ztg.) Heute hielten der König-Großherzog und seine Ge- mahlin, welche seit dem 2. d. auf Schloß Berg residiren, ihren feierlihen Einzug in die Landeshauptstadt. Jn den nächsten Tagen wird der König:Groß herzog die ehemaligen Festungswerk2 besichtigen und de r Regierung über deren Ab- tragung die Shlußbescheinigung a usstellen, wie sie der Lon-

doner Vertrag verlangt hat.

Frankreih. Paris, 22. Mai. (Fr. C.) Der heu- tige Ministerrath unter dem Vorsig des Präsidenten der Republik beschäftigte sicy mit ciner Reihe von Fragen, die im Parlament auf die Tagesordnung fommen w erden, und zwar zu- nächst mit der Tonkingf\ra ge, welche in der Senatskommission, obschon dieselbe der Vorlage günstig ist, insofern einigen Ein- wendungen begegnet, als die Kommission dagegen ist, einen Civilkommissar mit der Organisirung des französischen Pro- tektorats über Tonking zu betrauen und denselben dem militä- rischen Kom mandanten der Expedition zu unterstellen, Der Ministerrath bes&loß, vor der Senatskommission klarzustellen, daß der Civilkommissar nich: auch den eigentlichen Dberbefehl über die Truppen haben solle, im Nebrigen aver aus der even:

«l

morgen mit der- Stadtheilen von Die drei Tage hindur, während welcher Kaiserin in Zurü>gezogenheit die vorge- bungen verrichten, finden keine öffent- Die Bevölkerung nimmt die täg- und die Stadt wird daher dis ßmäßig ruhiges Aussehen dar- Botschafter erledigen währenddessen

(W. T. B.) Se. König- lbre<t von Preußen is} Krönungsmission

und Paukenshall begonnen und wird Feierlichkeit Moskau fortgeseßt. der Kaiser und die schriebenen Andachtsü lichen Festlichkeiten statt. lichen Arbeiten wieder auf, zum Sonntag ein verhäl bieten. Die fremden ihre Besuche.

24. Mai, Nachmittags. lihe Hoheit der Prinz den Mitgliedern Vormittag 10 Uhr offizieller Empfang verbeten Mitglieder der deutshen Botschaft,

fommissars na< Tonking keine Sodann beschästigte sih der idgetkommission in Aussicht Bekanntlich hat welche eine N <t ratifizirt und Doch auch

tuellen Entsendung eines Civil Kabinetsfrage zu machen. Ministerrath mit genommenen Ab die Budgetk duzirung von cir nur eine solhe von 500 000 gegen diesen Abstrih wird die dec Justiz- und Kultus-Minister tragt, von der Budgetkommission die Kultusbudgets, wie die Ne Der Bischof von energischen Briefe Dominikanerkapelle in M Der Pariser Gemein einmal genöthigt gesehen, Tadelsvotum auszusprechen, nisters des Jnnern den scher Versammlungen Benußung der Höfe und \{<ulen gestatten will. Der neue österreichisch-unga ist heute Morgen in Paris an Beglaubigungsschreiben dem n überreihen und demn denkt erst in einigen Woch

den von der B1 stri<henamKultusbudget. ssion die Proposition Roché, ca 6 Millionen beantraate, Frcs. zugelassen. Regierung si erklären, und Martin-Feuillée wurde beauf- Annahme des integralen gelegt, zu verlangen. Marseille hat in einem bereits gemeldete Schließung einer arseille protestirt. derath hat si< gestern wieder

Seinepräfekten ein ieser auf Befehl des Mi- satoren radikaler politi- fernerhin hierzu nich Räumlichkeiten der Gemeinde-

rische Botschafter Graf Hoy 0s fommen. Derselbe wird seine nten der Republik ächst na< Wien zurü>- en definitiv von seinem

gierung es vor

preußischen eingetroffen. hatten si<h nur die der deulshe Konsul deutshen Kolonie auf eingefunden ;

gegen die

gegen den

außerdem Kommandant Behörden

zum Empfange waren no< der General-Gouverneur,

t mehr die des Kaiserlichen Hauptquar

tiers, die Spitzen der Mecklenburg - Streliß Se. Königliche Hoheit der Prinz seines Mitaushen Dragoner- zur Begrüßung Botschafter, General von für denselben im Hause

auf dem Bahnhofe anwesend. Albrecht trug die Uniform Regiments. Nach der Vorstellung der Erschienenen geleitete der deutsche den Prinzen Twerskoi - Boulevard woselbst bald darauf sämmtliche Groß preußisher Regimenter Bewillkommnung des Prinzen ung des Prinzen und der Groß- Das Diner

einigen Tage kehren; er ge Posten Besiß zu nehmen.

Spanien. Journal „Dia“ verò langt wird, Spanien Selbständigkeit aufzu bilden, welcher abwe König von Portugal präsidiren würde.

Konstantinopel, Jn der Nähe von Smyrna darunter mehrere Beamte und Ausländer, ein enormes Lösegeld für deren hat die Pforte den Gou abgeseßt und den Ministe provisorischen Stellve

Schweiniß, Skarjatin Wohnung, und zwar, soweit sie Chefs in preußischer Uniform, Die Begrüß cine außerordentlih herzliche. <t bei dem Großfürsten Michael ein. ttags fand durh Herolde, wzlhe von theilung und Ceremonienmeistern begleitet Verkündigung der Krönung < die Stadt und verlasen Bevölkerung hörte überall Wortlaut des Manifestes < in die von dem begleiten- Diese Ver- n Freitag und

Madrid, 23. Mai. ffentliht einen Artikel, und Portugal sollten, ohne ihr? eine iberis<he Konföderation <selnd der König von Spanien

(W. T. B.) Das in welchem ver-

erschienen. fürsten war nchm Prinz Albre Während des L einer Kavallerie-Ab waren, die öffentliche Die Herolde ritten dur laut die Proklamation.

Ehrerbictung an und stimmte dann enthusiastif den Trompétercorps intonirte Nationalhymne ei kündigung wird mit gleichen Sonnabend stattfinden. Den vie bevorstehende Krönung

vorfahrende Ceremonienmeister angezeigt.

Dänemark. Kopenhagen, 24. Mai Sonntag oder Montag über Lübe>

93. Mai, (W. D, B) haben Räuber 15 Personen, aufgehoben und Freilassung. Jn verneur von Smyrna, r der Evkafs, Kiamil rtretung und zugleich den sofort die entsprechenden und für die

verlangen Folge dessen Ali Pascha, Pascha, mit der General Hilmi Pascha beauftragt, Maßnahmen gegen Sicherheit in der Provinz zu sorge. Nusbland uad Polen. mittags 3 Uhr im Waffensaale der Kaiserin, den lihen Familie und staats des RNeichsbanners

1 Ceremoniell au< am Botschastern und Gesandten wurde dur<h in vergoldeten Galawagen

die Briganten zu ergreifen

Moskau, 23. Mai, Nah- (W. T. B.) Heute Mi des Kremlpalastes vor dem Kaiser, Prinzen und Prinzessinnen der Kaiser- in Gegenwart des militärishen Hof- Einweihung des

itag fand i (W. T. B.) Der König reist am

nah Wicsbaden.

Amerika. Schwere Gußregen haben, den Schneemassen, \{<wemmungen verursacht. ergoß si über die in einer Bergleuten bewohnte Stadt un onden Gebäude fort,

New-York, in Verbindung mit den \{<melzen- Dakota) große U ebe r- Eine ungeheuere Wassermasse Bergschlucht liegende, meist von d s<hwemmte alle in der Nie- nahdem früher hon der eil von Anchor City und Golden Gate dem ver- Elemente zum Ovfer gefallen war. angten telegraphif einige Menschenleben zu Brunde. wird auf 700 000 Doll. ges

—22 Ma Hochfluth in zers1ört worden. allein der Verlust Anhaltende starke Regengüsse die Ursacye der Ÿ

feierliche Vormittag in Deadwood( von dem Alexanderpalais nah dem von Aosta ist hier avge- en und glüclichen Verlauf man si überall ist nur ein 4 Kammerherr Pferde und zog sih dadurch cinige

(W. T. B.) Erzherzog hier ein-

und ohne alle Eskorte Kreml begeben. Der Herzog Ueber den glänzend des gestrigen feierlihen Einzuges spricht mit höchster Befriedigung aus ; Unfall vorgekommen :

Stürmer stürzte mit dem

derung steh größere Th heerenden

rechtzeitig angel

so viel betfaunt,

Kaiserliche Troy der

hen Warnung gingen Der angerichteie Schaden

93, Mai, Nach ittags. Karl Ludwig Und auf dent weilenden Großfürsten und de owie der hier anwesenden Generalitä Großfürsten trugen österreichif n ebenfalls ihre österzei

(Allg. Corr. Deadwood

) Neueren Berichten über die folge sind dort 100 Häuser Soviel man weiß, sind fünf Personen ertrunken, an Méenszenleben soll bei Weitem größer

während des vorigen ohfluth. Die hiesige Reihe von Berichten über die 1 und Süden, wonach dieselben dies im Frühjahr von 1882 der

Vormittags Bahnhofe von sämmtlichen hier r Großfürstin Maria Pawlowna t begrüßt worden. formen und Orden, die chischen Orden angelegt. si< vom Bahnhof in seine Wohnung, Besuch des Kaisers empfing.

23. Mai, Abends 6 Uhr 30 Minute Nordischen Telegraphen - Agentur“). Neichsbanners |

Anwesend waren der Kaiser, die der Herzog von Edinburg, Dänemark, der Fürst von Montenegro mit ihrem militärischen

Monats bilden veröffentlicht eine sichten im Wesle1 nicht so befriedigend sind, wie Fc.ll war.

Mittel - Amerika. Der Präsident hat eine gerichtet und den zu verlängern, um e Schuld zu berathen.

A hatte eal er Crzherzog begab E wo er ba!d danach den Erateaus (Telegraram Die feierl-<e and heute Mittag Mexiko, 23. Mai. (W. T. B.) Botschaft an den Kongreß die Session bis zum 15, Juni äußeren

Einweihung des gegen 1 Uhr ftatt. Kaiserin, Prinz Waldemar von hiec weilenden Prinzen

ale Großfürsten, selben ersucht,

n Arrangement wegen der

jodoxem Ritus

Dié Einweihung wurde nach ort Veichtvater des Kaisers, Probst B Das Reichsbanner is aus goldgelder Mitte gesti>tem s{hwarzem Reich si<h die Wappen

Generäle. von dn! ashanoff, voll-

Zeitungsstimmen.

Die bevorstehende Entscheidung“ überschriebe- Düsseldorfer Anzeigers“ heißt es:

sicht man gegenwärtig der Der Reichstag aufender Geschäfte und na- gesctz in dritter Be- ub no<h wichtige Entscheidungen zu nhalt der Kaiserlichen

8adler, umgeben von aller Gouvernements Kaiser hatte si<h zur Einweihung nem offenen Wagen ohne Eskorte in die Laufe des Tages stattete der Kaiser den fremdländishen Prinzen das Sommersh!oß im

(W. T. B.) Alle heutigen Zeitungen ent- ungen des gestrigen feier- Alle konstatiren dabei

Fa einem, „„ nen Artikel des Mit größerer Spannung wie je der Reichstagsarbeiten entgegen.

Zweigen, in welchen Rußlands befinden. des Vanners iti ei Stadt begeben. hier eingetroffenen jodar.n in

Wiederaufnahme : } t t nur noch eine größere Reihe l :werbenovelle und Krankenkassen

Besuche ab und

ili no< G NatlulsGnvVark | valhuna

rcthung zu erledigen, sondern a treffen über seine Bots{<at aiseriiche Bo Ihr Inhalt hat überall im im Parlament selbs war bedeutender; das Wort un Herz des Reichstags gewandt und es schien auch, gute Statt gcfunden hätte.

Daß diese l-ochherzige, mit arbeitenden Klassen erfüllte Botschaft einer Aber nur eine Antwort ist mög Reichstags in Wort und er ihm ans Herz gelegt. .

altung gegenüber dem J

{schaft ist no< in Aller Herzen und Gedächtniß. Volke lebhaften Wiederhall gefunden und der erste Eindru>k der Botschaft cin sehr Monarchen hatte fich on das als ob es dort eine

23. Mai. halten ausführlich lichen Einzuge die gehobene Stim ves Volkes. reihen Artikel, bevorstehenden Ceremonie d durch die Go!

e Beschreib 3 der Majestäten. mung, den Jubel urd die Befriedigurg Moskauer Zeitung“ bringt einen umfang- sie die religióje Bedeutung der ec Krönung und Salhung hervorhebt. tes Gnade auf den väterlichen Thron ber, um seine Allcinherrs

eres greifen S. „Nymphe“, 9 Geschüße, Kommandant ] | greil in welchem mit so großer Sorge sür das Woll der Antwort bedarf, is un- : nämlich die volle Zu- That zu den Vorschlägen,

Rathschlägen der so würde er damit der welche beweist, daß die eßte Verständ- ber würde cs wohl im Lande der allenthalben mit Freude den Frieden des Volkes und aiserlichen Bot-

Der Kaiser, verufen, komme hier religiösen Alt e die Krönung ni

ast dur einen Rußland werde leben, so lange

sondern auc) ihre rel‘- Der russische Kaiser sei sondern auch der Be- jeder weltlihen Macht des Gesalbten des Herrn der Kaiser

stimmung des deren Befolgung der Kais Wenn der Reichstag \<ließli< w ition si< zugänglih erweisen sollte, aft cine Antwort ertheilen, Reichstage nicht das vorausges en. Welchen Eindru>k a - Neichsiag gegenüber n, von fo treuer Fürsorge für l der arbeitenden Klassen zeugenden K schaft falt und taub bliebe! Käme es im Parlame1 unv würde hiernach allein d ß die große Majorit {en Botschaft auf den darin v So aber geben meist umstände, mit eincm andern Wort, die Umwegen Vortheile zu erzielen, giebt an fich vernünftiger Wenn auc an diesen parlamentarischen ige ändern fein wird, und wenn man si Kauf nchmen müssen, fo die Kaiserliche Botschaft, Wege cin Opfer der Fraktionstaktik w aber werden die Parte etwas höheren Standpunkt stellen, als

inzurzethen. <t nur ihre staatliche, gióöse Bedeutung bewahren werde. nid blos das Oberhaupt des Re \chüzer der griechischen Kirche, entsagt und si< dem Schuße anvertraut habe. eigenen Herzen

Kaiserlichen Bo1s Kaiserlichen niß gefunden hab

verirauen fommenden | für das Wol

@ c 1“ Jmpul)en - t nur immer auf sachliche Prüfung an

ie Entscheidung gefällt, so würde es sicher ät sich angelegen sein ließ orgescblagenen Nebenri>sichten und Taktik ovec das Streben, auf ven Auts{lag über und fahgemäßer V nartigfeiten | stets wird mit in den zu beklagen seîn, von ihr empfo erden würden. fen1 r sih auf einen

aktionsinteresses

eme wechsele; alle TFFdeen, die

Der Unterschied daß vort

sei, wenn man verschiedene Syf Boden aufsgewachsen, ds verhindern und flören. d bestehe darin, gen beruhe, hier jedo Volke die Freiheit, Das sei das

e, die Ziele der qu N Wegen verwirk- wi>lung Rußlan zwishen dem Weslen und Hußlan Alles auf vertrogsmäßigen Beziehun uben und der Kirche.

olute Allein herrschaft“!

) Die feierlihe Ler- stattfindenden

lichen zu helfen.

auf dem Gla das Schisal dem Kaiser aber die abs dem man folgen müsse.

(W. T. B würde es doch sehr

24. Mai. ihre Ziele und die

fündigung der Krönung hat heute,

dem Programm dur< Herolde

ien dieser L otschaf!

unter Trompeten- den des Fr

Fe mögen der Botschaft gegenüber dieses do< immerhin geringe In- teresse einmal in den Hintergrund stellen und \i< ganz_von den er- babenen Gedanfen dur<dringen lassen, welchen die Kaiserliche Bot- {chaft Auêëdru>k verleiht. : :

„Steins deutsche Correspondenz“ schreibt :

Zwischen den Liberalen Deutschlands und Oesterreichs bestehen zwei Hauptunterschiede. Erstens daß letztere sich ni<t in so viele Parteischattirungen spalten, sodann daß dieselben in Sacen der praktishen Volkswirthschaft das Mancbesterthum abges<woren haben.

.… . So haben u. A. die Ungarn {nell begriffen, daß selbst der reiste A>erbaustaat verarmen muß, wenn er h keine eigene In- dustrie schafft, und daß aber diese cigene Industrie niemals zur Ent- wid>elung gelangen kann, insolange sie von den Erzeugnissen fremder, folcher Länder niedergedrü>kt und todtgesclagen wird, welche z. B. bil- ligeres Geid, billigere Kohlen, vervollkommnetere Maschinen, erfahrenere Arbeiter u. \. f. u. \. f. zur Verfügung haben. Sobald sie dies erkannt hatten, waren sie es, welche die graue Theorie vom freien Spiel der Kräfte über Bord warfen und den Sirenengesängen der Engländer, Franzosen 2c. von der allein beglücenden Freizügigkeit der MWeltwirth\<haft ihr Ohr verstopften.

Zu gleicher Zeit gewahrte man in Cisleithanien, daß alle Aus- Tagen der Verkauf8magazine bios mit englischen und französischen aaren garnirt waren, und man frug warum das so sei, nachdem man do< über alle jene Bodensdätße im reichsten Maße verfüge, welde mit zu den Grundtagen einer gesunden Entfaltung der In- dustrie gehören. Auch hier waren es die Liberalen, welche erkannten, man könne in Sachen der inneren Verwaltungöpolitik, namentli in Beziehung auf Entfesselung des Individuums von unvernüftigen polizeiliben Handschellen, zwar Herrliches leisten, aber dieses 2nt- fesselte Individuum werde wahrscheinlich Hungers sterben, wenn ran länger zusche, daß selbst die reichfie Getreideausfuhr nit hinreicht, um die eingeführten fremden Erzeugnisse und no> dazu die schulvigen Staatsschuldzinsen an das Ausland zu bezahlen.

Auf der näbsten Delegirtenversammlung der Parlameute von GCis- und Transleithanien waren es wieder die Liberalen, welche höhere Zölle auf fremde Erzeugnisse forderten und durcseßten, und seitdem ijt Oesterreich wirthschaftlih nicht weiter gesunken, sondern hat si sogar erholt. Die Konservativen und Ustramontanen stimmten aus Gründen, die wir ein anderes Mal beleuchten, damals dagegen. Dem österreichischen Staat ist aber wohler beim Schußzoll geworden, und das ist die Hauptsache.

Wir Deutschen aber, die wir irgend einmal etwas von Adam Smith gelejen haben, der zu ciner ganz anderen Zeit lebte, für ein Voik mit ganz anders gearteten Verhältnissen rieb, und fich heure im Grabe umdrehen würde, wenn er wüßte, vaß ein Deutscher ihn zitirt, um zu beweisen, daß seine Lehren auch auf Deutschland an- geweridet werden müßten oder die wir das Werk des Franzosen Johana Baptist Say gelesen haben, wel<her ein Großindustrieller war, die höchste Stufe der damaligen industriellen Bervoll- ?ommnung von Werkzeugen erklettert Gatte, mit seinen Erzeugnissen zollfrei ins Ausland wolite, und daher ven Freihandel prediate, haben einmal irgendwo gehört, es sei „liberal*, diesen beiden Ausländern ungeprüfi nachzubeten. Wir verstciften uns derart darauf, daß das ganze Land dabei zu Grunde gegangen wäre, venn nicht Fürst Bismark eingegriffen hätte. Er bot vor Allem uns Liberalen an, diese Reform mit ihm zu machen. Wir sagten Nein! Gr mußte si<h an unsere Gegner wenden , ibren erst be- trächtlihe Konzessionen machen, dann erst gingen sie darauf ein. Seitdem haben wir uns erst re<t in die Idee hincingelebt, jeder Schutzoll sei nicht „liberal“. Das Volk meinte aber in seinem richtigen Instinkte wir hätten Unrecht. Wir verloren daher Etappe um Etappe, und heute müssen wir \chamroth eingestehen, daß der Schutz- zoll hier in Deutschland so wenig mit dem Liberalismus zu thun hat wie in Oesterreich und Ungarn, nur wollen wir dies nicht öffentlich bekennen. Kehren wir daher do<h um! und bleiben wir fo liberal wie seither in allen inneren Fragen. Sobald wir dem Volke zeigen, dc:ß wir für wirthschafiliche Fragen ein richtiges Verständniß haben, wird es uns auch wieder die Majorität bei seinen Wahlen geben, weil es nicht blos in wirthschaftlichen Fragen gut regiert jetn will, sondern au< nach geistigen Freiheiten dürstet.

Landtags- Angelegenheiten.

Der Gencral-Landschastsdirektor von Pommern, Wirkliche Ge- heime Nath Ernst Matik:ias von Köller, in das Herrenhaus auf Bräsentation des Nerbandes des alten und des befestigten Grund- besizes im Landschaftsbezirk Cammin und Hinterpommern dur Aller- höchsten Erlaß vom 21. November 1854 auf Lebenszeit berufen, ift om 23. d. M. in Stettin verstorben.

Statistische Nachrichten.

Von der „Zeitschrift des Königlich preußischen Statistishen Bureaus“ ist das Schlußheft (1IL./1V.,) des XXI1I. Sahrgangs (1882) soeben zur Ausgabe gelangt. Dasselbe hat folgenden Inhalt: Die britischen Lebensversiberungt-Gesellschaften. Von K. Brämer. Ueber die gesundheitlichen Verhältnisse ländlicher Bevölkerung Von Dr. F. Falk. Die Geburten, Cheschließungen und Sterbesälle im preußishen Staate während des Jahres 1881. Von A. Frhrn. v. Fir>k8. Die preußischen Sparkassen im Jahre 1881. Von Dr. Conrad Bößow. —- Die Brände im preußischen Staate während des Jahres 1881. Religionsbekenntniß, Alter und Familicnstand der Bevölkerung Preußens na deni Ergebnisse der Bolkszählung vom 1. Dezember 1880. Mit drei Kartogrammen und zwei Diagrammen. Die vorläufigen Ergebnisse der Vieh- zählung vom 10. Januar 1883 in Preußen. Bücheranzeigen. Statitishe Correspondenz mit folgendem Inhalt: Bewegung der Be- völkerung der Schweiz im Jahre 1880. Stand der österreichischen Staatéschuld am Ende des Jahres 1881, Britischer Post- und Telegraphenverkehr. Die preußishen Veteranen aus den Freihcits- kfriegean. Die \<wedishe Reichsbank. Frankreichs s<webende Schuld. Schiffsunfälle an der deutschen Küste und Thätigkeit der deutschen Gesellschaft zur Rettung Scbiffbrüchiger im Jahre 1881. Dec Seidenbau in Ungarn. Cinnabmen und Ausgaben Algiers. Die Staktl- und Eisenproduktion der Vereinigten Staaten im Jahre 1880. Die Volksvermehrung in Finnland und Norwegen. Die Eisenbahnen Schwedens und Norwegens im Jahre 1880. -— Die wichtigsten Industriestädte der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Schiffsunfälle britischer Schiffe an den Küsten des Vereinigten Königreiches im Jahre 1880/81. Der Wildabschuß in den cisleithaniscben Ländern Oesterreichs im Jahre 1880. Der Sceeschiffsverkehr Italiens im Jahre oe Die Che- \cließungen in Oesterreich. Die französische Quittungs-Stempel- steuer. Die belgishen Eisenbahnen im Jahre 1880. Die Eisen- bahnen in Großbritannien und Irland. Die \{wedische Volks- vertretung nah dem bitrgerlihen Berufe. Auswandecung aus der Schweiz 1879/81. Die Ernteaussichten des Jahres 1882 in Preußen. Der Außenhandel der Vereinigten Staaten von Amerika im Icahre 1881/82. Schadenbrände in Oesterreich. Der Seeschiffsverkehr in den inesischen Vertragshäfen im Jahre 1881. Die Ergebnisse des Poft- verkehrs Oesterreicb-Ungarns im Jahre 1881. Die britische Staats- \{pld. Die Hagelschäden in den ciéleithanischen Ländern Oesterreichs. Die Finanzen Cyperns. Der Weg des Blitzes, Ergebnisse der Strafrecbtépflege im Königreiche Portugal. Die französischen Gisenbahnen ain Scblusse des Jahres 1880, Verbrechen und Vergehen in Frankrei. Die Post der Vereinigten Staaten von Amerika. Finanzen Japans. Die Bevölkerung Oesterreich- Ungarns. Die Gold- und Silberproduktion der Vereinigten Staaten 1881. Zur Krankenhaus-Statistik für Preußen im Jahre 1881. Die Hypothekenshuld Jtaliens. Der Hanktel Japans. Die Rübenzu>er-Fabrikation Rußlands während der Campagne 1880/81. Die Kupferproduktion von Chile. Tödtungen und Verwundungen

beim Forst- und Jagt schuße in dea preußisen Staatsforsten 1837—1880. Die preußische Strafrehtspflege im Jahre 1881. Bauten im Land- kreise Boum. Die preußischen Vorsuß- und Kreditgenossen\chaf- ten im Jahre 1881. Schwedens Ernteerirag im Jahre 1882. Der Ein- und Ausfuhrhandel Frankreichs. Rheinübers{wemmungen und Hohwasserwarnungen. Die Hausthiere Rußlands. Die französishe Auswanderung. Als besondere Beilagen sind dem Hefte beigegeben: Stand und Bewegung der Bevölkerung in den landräthlichen Kreisen bezw. Oberamtsébezirken und sclbständigen Städten des preußishen Staates während des Jahres 1881. Wirk- lie und Mittelpreise der wichtigsten Lebensmittel für Menschen und Thiere in den bedeutendsten Marktorten der preußischen Monarchie wäh- rend des Kalenderjahres 1882 bezw des Erntejahres 1881/82. Auf Grund der Marktberichte von 165 preußischen Marktorten bearbeitet vom König- liden Satistishen Bureau. Ergebnisse der von den landwirthschaftlicben Ncreinen im Oktober 1882 fkreisweise bewi-kten Ermittelung des Ecrnteertrages der wichtigsten feldmäßig angebauten Früchte im Jahre 1882, verglichen mit den endgültigen Ergebnissen der in den einzelnen Gemeinden und Gutsbezirken vorgenommenen Ermittelung des Ernte- ertrags von 1881 und den Schêtzungszahlen einer Mittelernte. Im Am Auftrage des Königlichen Ministeriums für Landwirthscbaft, Domänen und Forsten zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. Inserate.

Wie wir aus einer Bemer?ung auf dem Umslage ersehen, wird für den XXIII. Jahrgang der für den XXII. Jahrgang auf 72 Bogen erhöhte Umfang wieder auf 60 Bogen Imperial-Quart und der für dasselbe Jahr auf 12 M. gesteigerte Jahres-Abonnementspreis wieder auf 10 4 ermäßigt werden,

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Geschichte des Dragoner - Regiments Prinz Albrecht von Preußen (Litthauisches) Nr. 1. 1867—1881. Dar- gestellt von Sieg, Rittmeister und Eseadron-(Thef im Regiment. Mit einem Porträt, Illustrationen in Farbent-ru>, Holzschnitten, und ciner Uebersichtskarte. Berlin. Ernst Siegfrizd Mittler u. Sohn, Königliche Hofbuchhandlung. Preis 12 H Die vorliegende Arbeit bildet eine Fortsetzung der von dem Rittmeistec Kähler unter dem Titel: „150 Jahre des Königlicb preußischen Litthauischen Dragoner- Reaiments Nr. 1 (Prinz Albre<t von Preußen)“ verfaßten Geschichte, welhe mit dem Jabre 1866 abschließt. Das Buch ist mit großer Liebe zur Sache und zur vaterländischen Rrmce wie speziell zu dem Regimente geschrieben, dessen ruhmreice Geschichte während der creignißreichen Jahre seit 1866 an es schildert. Es wird allen alten und jungen Regimentskameraden eine will- fommene Gabe sein. Sachgemäß nimmt den größeren Theil der Arbeit die Darstellung der Theilnahme des Regiments an den Feld- zügen gegen Franfreih in den Jahren 1870 und 71 ein. Das Ver- hältniß des Regiments als Divisions-Kavallerie während des Kriezes 1870/71 hat nothwendigerwei?e eine ganz besondere Zersplitterung der Kräfte desselben zur Folge gehabt, so daß wir es nur in kleinen Abtheilungen die Kämpse der Infanterie, welche zur 1, Division gehört hat, unterstüßen sehen. Aus diesem Grunde war geboten, auch in eingehender Weise dieser zu gedenken. Als Anhang ift ein kurzer Abriß der Thätigkeit des 1. Reserve - Dragoner - Regiments in dem Kriege 1870/71 mit einigen Beilagen hinzugefügt. Ver- anlassung hierzu gaben die verwandtschaftliben Beziehungen, die dieses Regiment zu dem Litthauishen Dragoner-Regiment Nr. 1 hat. Mit befonderer Anerkennung ist der reichen Auêstattung zu gedenken, mit wel<er das Berk von der verdienten Nerlagé handlung ausgestattet worden ist. Als trefflicher Titel schmu>k dient das wohlgetroffene Bildniß des früheren Hohen Chefs des Re- giments, weiland Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Albre<ht. Außerdem is das Buch mit einer Anzahl von re<t gelungenen JIllu- strationen in Farbendru> und von Holzschnitten ges{müd>t und am Schluÿse ist cine vorzüglich ausgeführte Vebersichtskfarte zu den Be- roegungen des Regiments im Feldzuge 1870/71 beigefügt.

In demselben Verlage erschien die zweite vervollständigte Auflage von: Worin besteht der Unterschied und die Gleichheit der Armee Friedrihs des Großen mit dexr heultgen Armee unseres Vaterlandes? Von v. Dlle, General. Der Preis der Broschüre beträgt 1

Theoretis<h-prcfktishe3 Handbuch über das ehe- lie Güterrewt in Westfal2n und den rheinishen Kreisen Essen (Stadt), Essen (Lani:), Duisburg, Rees und Mülheim a. d. Nuhr nach den alten Provinzialgeseßzen, Statuten und Gewohnheiten, und nah dem Gesetz voni 16, April 1860 nebst der Lehre von der Ginkindschaft in Verbindung mit der Provinzialgütergemeinschaft von A. C. Welter, Königlich Preu zien Appellation8gerichts-Vize- Präsidenten in Paderborn. Zweite Ausgabe, na< des Ver fassers Tode im Anschluß an die Judikatur b-arbeitet und mit einer Karte der alten westfälishen Territorien verseken von Ferdinand Schultz, Rechtsanwalt beim Königlichen Ober-Landesgericht zu Hamm und Notar. Paderborr.. Druck und Verlag von Ferdinand Schöningh. Preis 7,20 M. Melters westfälisches eheliches Güter- re<t, unseres Wissens die einzige vollständige Darftellung dieses Rechts\tofes, war und ist für die Rechtspflege in Westfalen von hoher Bedeutung. Wenn ungeachtet dieser Vorzüge des Bucbes in der vorliegenden Neubearbeitung an verhältnißmäßig vielen Stellen Umänderungen gemacht sind, so ist das nothwendig geworden durch die Thatsacde, daß Weltecs Darstellung in vielen wichtigen Punkten abwicl) von dem feit einem Menschenalter dur< die Praxis fest- gestellten Rechte. Jn Vebereinstimmung mit der früheren Ansicht der meisten provinziellen Gerichte hielt Welter dafür, daß die unter der Fremdberrschaft aufgehobenen statutarischen ebelihen Güterrechte durch die Verordnung vom 8. Januar 1816 in ihrem ganzen, mög- list weit ausgedehnten Umfange wieder hergestellt seien. Im Gegen- fatze hierzu führte das Ober-Tribunal und zwar seit 1340 in einer ganzen Reihe von Entscheidungen den Grunkfa8 dur, daß die sta- tutarischen Güterre<hte dur die Verordnung von 1816 nur in so weit toteder zur Geltung gefommen seien, als es die aanz eigentliche Gütergemeinschaft betraf. Diese Grundanschauung des Ober-Tribunals, nunmehr in der Praxis vollständig rezipirt, er- gab vielfach, inétbesondere bezüglih der Schichttheile Resultate, zu welchem die Weltershe Darstellung im s{<rofen Gegensatze steht. Eine weitere erhebliche Differenz licgt vor bezüglich des Paderdorner und der mit diesem verwandten ehelichen Güterrechte, indem von Welter das Konsolidationsprinzip, vom Ober-Tribunal aber das Kondominialprinzip vertreten wird. Die von Beiden gezogenen re<tlichen Konsequenzen sind selbstverständlich sehr von einander ver- chieden. In der vorliegenden Ausgabe is nun im Anschluß au die Auffassung des Ober-Tribunals überall das jekt als endgültig fest- gestellt zu betrawtende Recht zum Ausdru> gebraht. Au sind die neuen Gesetze, Hypotheken- und Civilstandsgeseze, Vormundschasts- Ordnung, Gerichtsorganisations - Geseß , Civil - Prozeß - Ordnung und Konkurs-Ordnung bei den einschlägigen Gegenständen be- rü>sichtigt worden und ist die Westfälische Landgüterordnung mit Kommentar beigegeben. Eine beigefügte Landkarte giebt die Ver- hältnisse vom Anfange dieses Jahrhunderts, vor dem Frieden von Lüneville, 8. Februar 1801. Auf der Karte sind alle Amtsgerichts- siße angegeben. Da die alten Territorialgrenzen fast ausnahmslcs mit Grenzen der heutigen Amtsgericbtébezirke zusammenfallen, so wird die Karte zur Orientirung über die natürlichen Grenzen der Recht8gebiete dienen.

Der Preußische Förster, Darstellung der wichtigsten Bestimmungen der Verwaltung und Gesetzgebung für preußische Förster und die es werden wollen, unter Berücksichtigung des Staats-, Gemeinde- und Instituten-Forstdienstes. Von Julius Theodor Grunert, Königliw Preußishem Obcr-Forstmeister a. D. Zweite umgearbeitete Auflage. Trier, Verlag der Fr. Linßshen Buh- handlung. Preis 4,50 e Seit dem Erscheinen der ersten Auflage dieses Bu(bes im Jahre 1869 hat die S unseres engeren und weiteren Naterlandes Vieles um- gestaltet und die obere Forstverwaltung Preußens Veranlassung ge- nommen, eine größere Anzadl neuer, zeitgemäßiger Bestimmungen zu erlassen, wenn sih anch sonst in den Grundzügen unserer wohl-

beroährten preußisben Forstorganisation, namentli au< in Bezug auf das Grundsäßlihe der Stellung unserer Förster und Forstschuß- beamten überhaupt ni<ts Wesentliches geändert hat. Alle jene im Laufe der Zeit seit 1869 gleihwohl vorgekommenen vielfahen Ab- änderungen baben in der vorliegenden Umarbeitung des „Preußischen Försters“ gebührende Berü>sichtigung gefunden, so daß auch diese zweite umgearbeitete Auflage in den Kreisen der Forstleute einer freundliden Aufnahme gewiß sein dürfte.

Die in Leipzig den 26. Mai d. I. erscheinende Nr. 2082 der „JFllustrirten Zeitung“ enthält folgende Abbildungen : Die Krönungsfeierlickeiten in Moskau: Das Innere der Mariä Himmelfahrts- (Krönungs-) Kathedrale. Maria Feodorowna, Kaiserin von Rußland, im Krönungsornat. Alexander III, Alexandrowits<, Kaiser von Rußland, im Krönungsornat. Die Marià Himmelfahrts- (Krönungs-) Kathedrale in Moskau. Der Kreml in Moskau. Nach einer photographisen Aufnahme gezeichnet von L. E. Petrovits. Das Maifest des heil. Evermar ¿zu Rufsson in Belgien. Nach einer Zeichnung von Leo von Elliot. Natur- aeschichtliches über unsere Honigbiene. August Wilhelrij. Die beiden Philosophen. Gemälde von August Süs. Antike und Renaissance-Gläser. Frauenzeitung : Hoczeitsgeschenk der Damen Roms für die Herzogin Isabella von Genua. Moden: Lawntennis- Kostüm für ein junges Mädcben. Polytechnishe Mittheilungen: Dynamo-elektrishe Maschine für Handbetrieb.

Gewerbe und Handel. Die näcbste Börsenversammlung zu Essen findet am 28. Mai cr. im Hotel Höltgen statt. Londou, 28, Mai. (W. T. B.) Bei der gestrigen Woll- auktion waren Preise fester.

Verkehrs-Anstalten.

Bremen, 23. Mai. (W. T. B.) Der Dampfer desNord- deutshen Lloyd „Hohenzollern“ ift heute Morgen 4 Uhr in New- York eingetroffen.

Hamburg, 23. Mai. (W. T. B.) Der Postdampfer Fhuetngia de Hambueg T age Laer Res Paetfahrts- Aktiengesellshaft ist am 16. d. M. in Haiti, der Post- dampser „Wieland der Hamburg-Amerikanischen Patdet- [absr Bttien-Se elta heute Morgen 8 Uhr in New-York eingetroffen.

Verlín, 24. Mai 1883.

Der Reichskanzler Fürst von Bis8mar> hat unter dem 17. d. M. an den Ausschuß der Hygiene-Ausstellung folgendes Schreiben gelangen lassen:

„Für die Einladung zum Besuche der Hyagiene- Ausstellung, welche mir aus dem gefälligen Schreiben vom 11. d. M. zugegangen ist, danke i verbindlich. Der Zustand meiner Gesundheit wird mir zu meinem Bevauern nicht gestatten, die Ausstellung zu besichtigen. Jch wünde 23 mir sonst nicht versagen, ein Werk in Augenschein zu nehmen, welches nit nur durch die in ihm vereinigten Leistungen der hygie- nis<en Technik das allgemeine Interesse auf sich zieht, sondern zuglei au von der Ausdauer, mit der es seine Ünternehmer aus den Trümmern des vorjährigen Brandes von Neuem haben erstehen lassen, ein ehrendes Zeugniß giebt. Der Minister für Handel und Gewerbe. von Bismarck.“

„Der Arbeiterfreund“, das Organ des Centralvereins für das Wohl der arbeitenden Klassen, welches von Prof. Dr. Victor Bö5hmert in Dresden in Verbindung mit Prof. Dr. Rudolf Gneist, als Vor- sitzenden des Centralverein®, herausgegeben wird, bringt in dem jüngst erschienenen ersten Vierteljahrsheft des XXYI. Jahrgangs einen Bericht über die Entroickelung und Thätigkeit des Centralvereins für das Wohl der arbeitenden K lassen während der Jahre 1844 bis 1883. Wir entnehmen diesem Berichte das Folgende : Die im Jahre 1844 in Berlin veranstaltete Ausstellung des deutschen Zoll- vercins, welche zum ersten Male einen Veberbli> über den Stand des deutswen Gewerbfleißes eröffnete nd ntr nur einen bedeutungsvollen Einfluß auf die Weiterent- wickelung der Jadustrie übte, sondern au den Anstoß zu einer Reihe volkswirthschaftlicher Fortschritte und Verbesserungen auf dem Gebiete der Gesetzgebung und Vercinsthätigkeit gab, bot auch die Beranlafsung zu einer Vereinigung höherer Beamten und hervor- ragender Gewerbtreibender zu dem ausgesprochenen Zweke, die arbei- tenden Klassen der Bevölkerung zu einem höheren Maße des Wohl- ergehens zu erheben. Ihr Aufruf vom 7, Oktober 1844 „zur Bil- dung eines Vereins für das Wohl der Hand- und Fabrikarbeiter betonte, daß die Verbesserung des sittlihen und wirthschaft- lichen Zustandes der Hand- und Fabrikarbeiter dur< Bil- dung von Provinzial-, Diftrikts- und Lokalvereinen ge- fördert und auch die Hand- und Fabrikarbeiter selbst zur Theil- nahme an diesen Bestrebungen herangezogen werden follten. Den Lokzlvereinen wurde besonders zur Berücksichtigung empfohlen : 2. die Errichtung von Spar- und Pcämtenkassen für die Arbeiter, b. die Bildung von Kranken- und Sterbeladen, Unterstützungs- und Pensionskassen, c. die Anlegung von Schulen für die Fortbiltung der in ven Fabriken beschäftigten Kinder und von Bewahranstalten für die Kinder der Fabrikarbeiter, d. die Verbreitung gemeinnüßiger Kenntnifie durÞ Schriften und mündlichen Vortrag, insbesondere Seitens der Vereinsmitglieder, e. die thätige Mitwirkung auch solcher Fabrik- und Handarbeiter, welcbe nicht Mitglieder des Vereins sind, bei Verwaltung der Institute desselben.

Diesem Aufruf wurde von vielen Seiten die freudigste Zustim- mung zu Theil. König Frietri< Wilhelm IV. selbst stellte dem Rerein eine Summe von 15090 Thalern für seine Zwecke zur Dis- vosition und sprach in einer Kabinetêordre vom 25. Oktober 1844 sein warmes Einverständniß mit den Bestrebungen des Vereins aus. Besonders hervorgehoben werden aus dieser Kabinetsordre folgende Worte: „Auf dem Wege des gemeinsamen hülfreihen Wirkens für vas Wohl der arbeitenden Klassen wird die vaterländische Fndustrie, vie so glänzend dur ihre Fortschritte fich aus- zeichnet, zugleih eine höhere Meihe erhalten und fi< am gewissesten cinen dauernden Segen sichern, I<h werde mich darum jeder Vergrößzerung und Stärkung des Bereins auf das innigste freuen und lebe der Hoffnung, daß er bald dur< den Hinzutritt aller ehrenhaften, edlen Männer unter dem Gewerbe- stande zu einern Baume erwachsen wird, der seine Zweige über das ganze Vaterland breitet.“ Am 12. April 1848 ertheilte der Minister »es Innern dem am 2. März 1847 revidirten „Statut des Central- vereins in Preußen für das Wohl der arbeitenden Klafsen“ seine Benehmigung. Durch die bestätigende, von den Ministern von Auers- wald und Hansemann gegengezeichnete Ordre vom 31. März 1848 wurden dem Ceatralverein zuglei die Korporationsre<te verliehen, und das {bon 1844 zugeführte Stiftungskapital. von 15 000 Thlrn. îberwiesen. Vornehmlich seit dem Jahre 1872 hat der Verein einen bedeutenden Aufschwung zu verzei<nen. Die Mitgliederzahl stieg im Fahre 1872 von 192 auf 461 und 1874 auf 644 Personen. Am An- fange des Jahres 1883 zählte der Verein rot. 700 Mitglieder. Die Statuten des Vercins vom 2. März 1847 sind später mehrfach ein Vorbild für andere foziale Verbindungen geworden. Der Verein hat seinen Siß in Berlia, Der Vorstand besteht aus ® Mit- glicdern, der Aus <uß au3 18 einheimischen und einer un- gefähr gleichen Zahl auswärtiger Mitglieder. Die Mit- gliedschaft ist dur einen Jahretbeitrag von 12 #6 bedingt. Dem Vorstand und Aus\{huß, welche in der Regel gemeinsam berathen und beschließen, ist es überlassen, in geeigneten Fällen Männer aus dem Arbeiterstande zur Berathang zuzuzichen. (Beshluß vom 2. Juni 1848.) Eine wichtige Veränderung der Statuten trat am 21. Fe- bruar 1872 ein. Dieselbe erstre>te den Wirkungskreis des Vereins über Preußen hinaus auf das ganze Deutsche Reich und \trich dem- gemäß die Worte „in Preußen“ aus dem Titel. Bis zum Jahre 1849 führte der Geheizne Ober-Finanz-Rath Dr. Georg von Viebahn

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