1883 / 123 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E L O V na v e S E E E

E E S S P E Es) E s B gn

zum weitaus größten Theil bequem aus diesen Bezugéquellen gedeckt und nur wenig übersecishes Getreide bezogen. war in Quantität, besonders aber in Oualität, mangelhaft, Frankreichs Ernte war mittelmäßig, während Amerika, Rußland und Un gute Ernten batten. Großbritannier bedurfte sehr großer Zufubren und

Die englische Ernte

garn sehr

gabe, dafür Fracht zu finden und telegraphirt ihr, nachdem er __ Als zeitigem Rektor obliegt & thir nunmehr auszu- seine Liste geschlossen, sowohl die belegte Tonnenzahl wie den | sprechen, was feiner Aussprahe bedarf, wovon unser Dampfer, mit welchem die betreffenden Güter nah London ! Herz voll ist. Ew. Excellenz, als Vertreter der König- expedirt werden. Daher die Möalichkeit, deutshe Waaren

liben Staatsregierung ersude ih im Namen der Universität

, : : ; ; Ret: deren tiefempfundenen Dank für das Standkild Wilhelms von Hum- wenn au de: Ueberschuß der ganzenWelt anBrodstoffen daselbst zusammen | *!2 London mit fast derselben Sicherheit und Präzision, x O

kommt, überdies im leßten Jahre ganz besonders starke Zufuhren von | wie wenn sie aus England selbst kämer, zu beziehen, daher

fene Daure gan besonders fi Zusud das Resultat, daß wenigstens diejenigen Waaren, bei welchen d | jener Punkt in Betracht kommt, lieber auf dem indirekten Wege als dem direkten besördert werden. Ein anderer Grund, der für die Bevorzugung der englischen Linie geltend gemacht wird, ist ihre Kulanz bei dem Ersaß beschädigter oder be- , | raubter Güter. JZsst eine Kiste aufgeshnitten und etwa nur

amerifanischem Mekbl stattfanden, so hat do das Neumünster Eta- bliffement daneben seinen Platz behaupten können und bleibt Englan na wie vor das Hauptabsfatgebiet für Weizenmehl, während nur ein kleiner Theil nah Deutsbland, Schweden und Norwegen ging. Die Konkurrenz war unter folde1 Umständen nicht leicht, seßte das Neu-

aber außer der Güte des Fabrifkats mühler Ctablissement namentlich die Bel ken, wele seit Jahren eingeführt sind, Erfolg konkurriren zu können. Au der

titätsnahweises des Getreides bei der Ausfuhr

welcher inzwishen von der Regierung ber

Konkurrenz erleichtert, indem der bisherige

orn

fonds außer den statutarischen 25 700 6 noch sind. Die Dividende ist auf 11 °%/ festgestellt. Eoudon, 28 Mai. (W. T B) Bei

Verkehrs-Anstalten.

iecbtheit sciner Mar in den Stand, mi Wegfall des Iden

54 300 M zugewiesen | Verkauf stets mit Schwierigkeiten verbunden ist, vollen Ersaß

' der am Sonnabend } die Erfüllung ihrer Frachtverbindlihkeiten und die Leistungs- stattgehabten Wollauktion waren Preise urverändert.

Bremen, 29. Var (V. T B) Dex Dampfer des

Norddeutschen Llovd „Graf Bisma

Babia eingetroffen. Der Dampfer des Norddeutschen

e n don in

Lloyd „Hannover" hat gestern auf der Heimreise St. Vincent

passirt.

Hamburg, 28. Mai. (W. T. B.) Dec Postdampfer

»Westphalia“ von der Hamburg-Ameri fahrt-Aktiengesellschaft ist heute Morgen eingetroffen.

Damobura, 29 Vai (W. T. B)

„Teutonia“der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrts- Aktiengesellschbaft hat, von Westindien kommend, gestern die

Scilly-ÎInseln passirt. New-York, 28 Mi (V. T. B)

„The Queen“ von derNationai-Dampfschiffs-Compvagnice (C. Messingsche Linie) ist heute hier angekommen.

kanishen Packet- 7 Uhr in Plymouth

Der Postdampfer

Der Dampfer

Berlin, 29. Mai 1883,

Konsulatsbericht

Jahresbericht aus Schanghai pro

Die deutshen Handelsinteressen (S{luß.)

Gesuche des deutshen Handelsstandes um Auskunft über einzelne Artikel behufs Anknüpfung von Geschäftsverbindungen

sind in dem BVerichtsjahre sehr zahlreih e

Dieselben betrafen folgende Gegenstände: Eisendraht, Ultra- . marin, Maschinen, insbesondere Nähmaschinen, Eisen-, Stahl-, Blech-, Messing- und Kurzwaaren, Oectanstrichfarben, Spiegel und Glaswaaren, Abdrucbilder, Orchestrions und Musik- werke, Schaumweine, Rheinweine und Bier, Kleidungsstoffe und Artikel für Herren und Damen, Sämereien, Papier, Bücher und eine ziemlihe Varietät anderer Waaren. Dem regelmäßigen hiesigen Jmportgeschäst gehören davon eigentli nur die beiden zuerst genannten Eisendraht und Ultramarin an, die gerade aus Deutschland vorzugsweise bezogen werden. Jn Kurzwaaren und ODelanstrihfarben beherrshci eriglishe oder amerikanishe Marken, die dur deutsche Konkurrenz- artikel shwer zu verdrängen sein werden, den Markt. Die

darauf folgenden Gegenstände gehören

welhe in der Regel auktionsweise verkauft werden,

während die lediglich für den Konsum d eigneten Kleidungsartikel, bessere Getränke

lih nur in verhältnißmäßig kleinen Quantitäten zu bes geben sind. Mehrere Anfragen betrafen den Export dine- sicher Produkte, aber auch nur solher von untergeordneter Bedeutung, wie Porzellan, Gold- und Silbergespinnste, Leder;

für die großen Artikel Seide, Thee, Drog1

auch hiesige deutshe Firmen mit aller Herren Länder arveiten, scheint sich gerade in Deutschland das Bedürfniß eines direkten Bezuges noch am wenigsten fühlbar zu machen, wenngleich der dortige Konsum darin bedeutend genug ist.

Die Zahl der im Berichtsjahre angekommenen und aus- gegangenen deutshen Schiffe hat gegenüber dem Vorjahre er- heblich zugenommen ; sie verhält sich zu der vorjährigen deut-

shen Schiffahrt wie folgt : angekoinmen und wiederausgegangen 1382 1881

gehalt gehalt

Segelschiffe 50 24474 50 18415 Dampf\cbife 82 54 500 39 28484 +47 —- 26016

Zusammen

Scbiffe 132 78 974 82 46899 +47 +- 32075 In obigen nah und von Shanghai im Jahre 1882 unter deutscher Flagge ausgeführten 264 Schiffsreisen waren 17 verschiedene Dampfschiffe, darunter 8 der deutschen Dampf-

schifferhederei in Hamburg gehörige, und

Segelschiffe beschästigt, zusammen 54 Fahrzeuge.

Abgenommen hat der direkte Verkehr

(Hamburg). Derselbe betrug Einklarirungen 1882 1881

Anzahl Tonnen- Anzahl Tonnen-

gehalt gehalt

Segelschiffen 2 810 6 2746

Dampfschiffen 8 8887 7 1252

Zus. Schiffen 10 96597 13 9998

_ Ausflarirungen nah Deutschland kamen in diesem wie Un vergangenen Jahre nicht vor. Die deutsche Danmpfschiffs- rhederei in Hamburg hat die Zahl ihrer Schiffe vermehrt und seit vorigem Sommer feste tari mäßige Abfahrten am 30. jeden

Monats, resp. 28. Februar, von Hamburg eingeführt, wodur dem bestehenden Bedürsni aber noch lange nit ausreichend abgeholfen w

rachtverkehr niht genügen.

Auf der anderen Seite ist, wie hiesige Kausleute an-

führen, die geschästlihe Kulanz bewunderns- u

i L S An, auf R s Linien es verstehen, b en Hamburgern, auf 1)rem eigensten Gebiete, siegreihe Kon- s Le Bea i 1

; : i zusammenhängen, da es in Deutschland an einer reichsgeseßlichen Be- kurrenz zu machen. Die Peninsular und Oriental (Post) stimmung, wie England sle besißt, über die nothwendige Zahl der gewisse Anzahl | von cinew Schiffe je nah seiner Größe zu führenden Mannschaft

Linie z. B. hält in jedem ihrer Dampfer eine Tonnen für Hamburg offen, Jhr dortiger Age

Zu- oder Abnahme Anzahl Tonnen- Anzahl Tonnen- q, ¿abl Tonnense-

e. 1882 (Auszug). in Shanghai.

ingesandt worden,

zu denjenigen,

er Europäer ge- u. dergl, natür-

ien, in denen ja

aehalt +— 6059

37 verschiedene

mit Deutschland

von

Zu- od. Ahnahme

Anzahl Tonnen- gehalt

von Mehl villiat ist, hat die | nah sorgfältiger Untersuhung genau den gehabten 1 E, J é f Ee an Zoll | Schaden. Die englische Gesellschaft dagegen {ick ohne si Cripart wurde. Bon Roggen wurde nur etn unbedeutendes YLuantum | mit zeitraubenden Besichti ungen abzugeben, die ganze be- vermahlen, da die Frage na Roggeumebl fortwährend {wach war z sihtigun; zug ch ganz us FrRE 2E Rechnung liefen. Zur Bilanz ist zu bemerken, daß in dem Fahre 1882/83, begünstigt und veranlaßt durh das gute vet L E A

Resultat, 261 000 auf Abscreibungen verwandt und dem Reserve- hat und jedenfalls au für den unversehrten Fnhalt, dessen

{ | ein Stück herausgenommen oder, wie es nicht selten

- | vorkömmit, von mchreren Stücken etwas abgeschnitten,

, [so vergüten die Agenten der deutshen Gesellschaft

schädiate Kiste auf Auktion und zahlt die Differenz zwischen dem Erlös und Marktwerth, wobei der Empfänger eher Profit

erhält. Jm Ueb:igen erfreut sih die Han:burger Linie, was

fähigkeit ihrer Schiffe und Schiffer angeht, durhaus der Bil- ligung der betheiligten Kreise. Daß die hiesigen Versicherungs- gesellshaften die mit ihr verschifften Waaren noch immer unter 1/4 Prozent ungünstiger stellen,*) wie es selbst bei den unbedeutenderen englishen Rhedereien geschieht, ist eine Ungerechtigkeit, die mit der Einhaltung regelmäßicer Fahrten und weiterer Ausdehnung, wohin namentlich die jo lange ge- wünschte Einführung torifwäßiger direkter Rückr-zisen nah Hamburg zu renen wäre, hoffentlih bald vershwinden wird. Erfreulich ist die diesseits wiederholt empfohlene und im Berichtsjahre zum ersten Male zu bemerkende größere Bethei- ligung der deutshen Dampfschiffahrt an der früher von unseren Segelschiffen, jeßt von einigen englischen und einer cinesishen Dampferlinie fast monopolisirten Kalotage in China. Die bezüglichen Einklarirungen sind von 27 auf 64 gestiegen, die sich auf 9 verschiedene, größere und kleinere meist einzelnen Rhedern gehörige Dan!pfer veriheilen. Dagegen sind die früher theilweise unter deut- scher Flagge fahrenden Schiffe der Siemßen'’shen Küsten- linie sämmtlih in englishen Besiß übergegangen und eine organisirte deutsche Linie zur Betreibung der Küstenfahrt be- steht bis jeyt noch nicht. Die über kurz oder lang bevor- stehende Eröffnung Koreas sollte Belegenheit bieten können, eine folhe auf neuem Felde, vielleiht von hier über Chefoo nah Koreanischen Häfen und von dort nah Wladiwostock und Nikolajewsk zu etabliren.

Die Rede, welche der Rektor magnificus Geh. Medizinal-Rath Professor Dr. du Bois-Neymond gestern bei der feierlichen En t- hüllung der Humboldt - Denkmäler gchalten hat, lautete

wie folgt:

Hothgebietender Herr Staats-Minister,

Berchrter Herr Kollege, Meine Damen und Herren !

Der große König, welcher dort in Erz auf uns herabblickt, hatte wohl vermocht, cin halbes Jahrhundert lang die Augen der Welt auf Berlin gerichtet zu halten. Dur Neubecgründung ter Akademie der Wissenschaften hatte er auch einigen Wissenszweigen eine Stätte bereitet. Aber zu einem Sitze deutschen Geisteëlebens hate er feine Hauptstadt niht gemaht. Ganz wo anders “lammte die Leuchte nationalen Geisteslebens auf, in cinem unscheinbaren mittel deutshen Städtchen, und wie {on Ew. Excellenz mit Bezug auf Wilhelm von Humboldt es bemerkten, wurzelt in der Weirnar- Jenaischen Zeit au die Größe der Dioskuren deutscher Wissenschaft, von deren Standbildern \oeben die Hülle fiel. Wenn Berlin seitdem, wie es politis Deutschlands Hauptstadk ward, auch in Wißsenschaft und Kunst den deutschen Städten voran \chritt, so war dics natürlich nicht die Wirkung Einer Ursache, nichc das Werk eines einzigen Mannes. Obenan aber in de: Reihe d-r Umstände, welcbe dazu führter, steht unstreitig die Schöpfung dex Berlirer Universiät durch Wilhelm von Humboldt. Neben der allgemeinen Weyzr- pflicht, der Steinscken Gesetzgebung, ursprünglich als ein Glied gedach: im Verjünçgungsprozeß, des preußischen Staates, wickie diese Schöpfung weit über das ihr im Augenblick scheinbar zukommende Maß h:naus. Von ihrer Entstehung an ward die Berliner Universität im (Zroßen und Ganzen der voraehmste Mittelpunkt deutscher Wisfsenschcft und man kann fagen, daß Wilhelm von Humboldt dur) fie Ber!in zur geistiger Hauptstadt Deutschlands erhob. Dieser Beziehungen eingedenk, durften Rektor und Senat der Universität dem Wunsche des Comités für Errichtung eines Nationaldenkmales Aleranders von Huwboldt, auf ihrem Grunt und Boden dies Denkmal zu errichten, nur willfahren, wenn gleid zeitig die Crrichtung einer Parallelstatue ihres geistigen Urhebers, W:l- helms von Humkholdt, gesichert würde; doh bedurfte es nur etnes Seitens des Comités an den erhabenen Sinn Sr. Majestät des Kaisers und Königs gericbteten ehrerbietigen Gesucbes und dies: Be- dingung wurde in der herrlihea Art erfüllt, die uns nun vor Avgen fieht.

rung erhält, der Staatsmann von perikleisher Hoheit, wie Boeckh Bilhelm von Humboldt nannte, war zuzlcih in Aefsthetik und Sprach- wissenschaft ein Denker und Forscher sclhen Ranges, daß er den Ehrenplaß dort auch als Vertreter der Geisteswissenschaften ein- nehmen darf. Vermöge des seltensten Zusammentrefens erscheint dann sein jüngerer Bruder Alexander auf dem Gebiete der Natur-

die Universität mit freudizem Stolz fein Standbild als

A i zum S n ( s D s ite) p - ; S «ms*) bis zum 21, Mai (nebst 495 Durchr.) . (Kurgäste 6 forschung und Betrachtung als ein folcer Heros, daß S Lis zum 25, M (4379 M ( 5

das des würdigsten Verireters dieser Richtung zu eigen empfängt, ae U d Ma O o:\{en Alexanders persönliche Beziehungen zu ir nur darin bestanden, | Neuenahr bis zum 16. Mai . daß cer seinen Einsuß für Berufung der ausgezeichnetsten Gelebrten j

uenahr bis zur I S N geltend machte, und daß er noch alé siebzigiähriger Greis hier Vor. Deynhaufen**) bis zum 25. Mai (nebst 138 Durchr.) (Nrn.) 671

boldt entgegennehmen zu wollen. Sie, verehrter Herr Kollege, als Vertreter des Comités für das Denkmal Alexanders von Humboldt, zu weldbem Sie einst dir erste Anregung gaben, bitte ih in gleicher Weise, den Dank der Universität zu empfangen.

Was aber wäre diese Stunde ohne ein Gefühl, dessen wir uns faum bewußt werden, weil der Mens, a, fo leiht an das Glü, an den Zustand der Befriedigung seiner Wünsche sih gewöhnt ? Was wäre diese Feier, dürften wir niht mit gehobener Empfindung Tagen : sie ist eine Feier der deutschen Nation, nit blos in dem Sinne, den das Wort in der Weimar-Jenaischen Zeit hatte, sondern in dem, welchen Kaiser Wilhelm ihm gab. Die Brüder von Humboldt stan- den ihren Köniaen als vertraute Rathgeber fo nah, wie es Wenigen vergönnt ift. Mit welcher Begeisterung wären sie Zeuge gewesen des von uns erlebten Umsbwunges in den Gescbicken des Vaterlan- des, hâtten sie Kaiser Wilhelms glorreichen Erfolgen beigewohnt ; hätten sie eingestimmt in den Ruf, mit welchen wir diese Feter, wie jede preußische Feier beschließen: Se. Maje\tät der Kaiser und König lebe hoch!

Im weiteren Verlauf der gestrigen Sitzung der Vereinigten Kreisfynoden Berlins erhob sich über die einzelnen Etats- positionen eine längere Debatte. Ganz besonders wurden Betreffs der Beibülfen zu Bauten und Reparaturen und Betreffs der Zu- {üsse zur Deckung von Gehaltsauétfällen an die einzelnen Kirchen- fassen Ausstellungen gemacbt, Diese Positionen wurden jedoch \chließ- lih sämmtlich bewilligt. Eine lebhafte Debatte veranlaßte au noch die Erklärung des geshäftsführenden Ausschusses, das Verfahren ein- zelner Gomeindekirchenräthe, Uebershüsse zu Remunerationen und Gratifikationen zu verwenden, als unzulässig zu erachten und in Zu- funft die so ausgegebenen Summen als nicht verausgabt anzusehen. Die Synode stimmte jedoch \chließlich für die Erklärung. Ln wurde die Sitzung gegen 4 Uhr Nathmittags auf heute vertagt.

Die heutige Sißung wurde gegen 10 Uhr Vormittags mit einem von dem Superintendenten Dryander gesprochenen Gebete eröffnet. Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete der Titel V1 des Etats: Beiträge zu den Synodalkosten und dem landesfirhliwen Pensionéfonds in Höhe von 150629 M 59 „Z. Der Veitrog der Stadt Berlin zum landeskirblihen Pensionsfonds figurirt unter diesem Titel mit 98054 4 Prediger Rhode stellte den Antrag: „Synode wolle erklären: 1) Wir bedauern durch die be- träbilicbbe Höhe des von den evangelishen Gemeinden Berlins ein- gcforderten Beitrages zu dem landeskir{lihen Pensionsfonds außer Stande zu sein, einer Reihe von an uns Seitens der ärmeren Gemeinden herangetretenen berechtigten Forderungen, deren Dringlich- teit wir anerkennen, zu genügen. 2) Wir bitten den Ev. Ober- Kircenrath, zunächst im kommenden Jahre, wenn irgend möglich, von der Ausschreibung für den landeskirlichen Pensionsfonds absehen und später den Prozentsatz für dieselbe auf das nah dem Zustande der Kasse irgend zulässige Minimum beschränken zu wollen.“ Prediger Bitthorn beantragte: „Synode beschließt: den Beitrag für den landesfirchlichen Pensionsfonds von 98054 A für 1883/84 vit aus der Kasse der vereinigten Kreissynoden, sondern aus der Kasse der einzelnen Gemeinden nah Maßgabe der in den einzelnen Gemeinden votirten Predigerstelen zu zahlen. Syn, Prof. Dr. Weber beantragte, den Antrag Bitthorn nebst einem Amendement des Predigers Distelkamp (, nah Maßgabe der Einnahmen und Ausgaben der einzelnen Kirchenkassen“) dem gescchäftsführenden Ausfcbusse zur Berücksichtigung zu überweisen. Die Anträge Rhode und Weber gelangten unter Ablehnung aller anderen Aniräge zur Annahme.

Wie uns mitgetheilt wird, ist Baurath Kyllmann mit der Her- rihtung des fogenannten Lobschen Pavillons beschäftigt, in welchem die vom zweiten Schriftführer der Hygiene-Ausftellung, Dr. Paul Boerner, ins Leben gerufenen Vortragscyklen aus den Ge- bieten der öffentlihen Gesundheitspflege und des Rettung8wesens ge- halten werden sollen. Die Vorträge finden Nachmittags von 5 bis 6 Uhr ftatt und beginnen am 2. Junt; sie werden populär gehalten sein und auf mitanwesende Damen Rüksiht nehmen. Am 2. Juni fpriht Geheimer Medizinal - Rath Professor Dr. Csmarch über Samariterschulen. Hieran \chließen sich an späteren Lagen Vorträge des Dr. Baron von Mündy über das Rettungswesen und feine Erfolge in Europa. Bauinspektor zur Nieden spriht über die Improvisirung der Pslegestätten im Kriege und über den Eisen- bahntransport verwundeter und erkrankter Krieger; Professor Dr. F König, Vorsteher der agrichemischen Versuchsstation zu Münster in Westf. über die Wichtigkeit der Lebensmittel-Kontrole und ihre Aus- führung in Deutschland und außerdeutschen Staaten; Hofrath Fleck aus Dresden über die Chemie in ihrer Bedeutung für die Gesund- heitspflege; Dr. Paul Boerner über die Entwicklung der öffent- lihen Gesundheitspflege in Deutschland im Vergleih mit Frankrei, England und den Vereinigten Staaten; Professor Dr. Œ. Küster, dirigirender Arzt des Augusta - Hospitals, über antiseptische Wundbehandlung; Prof. Dr, Wittmaak über Krankheiten

der Nährpflanzen; Geh. Ober-Medizinal-Rath Dr. von Kerschen- steiner aus München über die Verbreitung von Masern und Schar- la, ein wichtiges Kapitel zur Schul-Hygiene ; Dx. Vladan Gjorgge- wicz, Sektionschef im serbishen Ministerium, über die öffentliche Gesundheitspflege in Serbien ; Prof. Dr. Wollny aus München über die Thätigkeit niederer Organismen im Boden. An den ersten Cyklus werden sich drei weitere ansbließen, über die ein ausführ- liches Programm erscheinen wird. Der Eintrittspreis ist für je cinen Cyklus auf 8 M, für jeden einzelnen Vortrag auf 1 4 fest- Es ist ein wunderbares Geschick, welcbes heute hier sein: Krö- gesezt. Die Einnahmen sollen ledigli die Kosten decken.

Bäder-Statistik.

Personen. 379

O (Kurgäste) 845

119

R »4 sw** : 99 x V R d 21936 lesungen hören kam. Wie beider Brüder Lebea die größten (Begen- E s Uin 22, Mat (nebst 94 Durchr.) (Aurgätte) n

L , Nl Cd S e M E S säße, den Glanz der Höfe und Kongresse die Stille des Arbeitszimmers, S ck 4h ; z ; » s 1636 die Gefahren tropishec Entdeckungsreisen umfaßte und zu einem Tepliß und Schönau bis zum 25. Mai (außer 179 Pers. 301 | harmonishen Ganzen verband, fo spiezelte sich in ihren Köpfen gleich- sam die ganze antike und moderne Gedankenwe!t: sie bildeten zusam- N B litteraria.. N L sind die Standbilder der ei en Humboldt wie in einer eutschen Universität, in welchen stihen. Darmst. 1858. Panthel, C, Bad Ems, seine Heilmittel die Richtungen des mens{lien Geistes auzeinanderfielen und doh | und Umgebungen. In gedrängter Darstellung aesdildert, Mit Karte der Umgegend. 4. Aufl. Ems 1882, Pfeffer.

nach Shanghai ß einigermaßen,

[ orden ist. Denn | bauses galt v jeb es fann keinem Zweifel unterliegen, daß diese 12 jährlichen Ea G

O für den zwischen Deutschland und China vorhandenen

nd nahahmens-

vereinigt waren, ver sinnigste derkbare Schmuck unseres Universitäts- gebäudes. Noch mehr.

liner Universität immerdar bleiben solle und werde eine Stätte idealen Strebens freier Forsbung und freier Lehre !

Die Lage dieses Gebäudes gegenüber den Palästen des Herrscher-

Militärbadehause) .

(Kurgäste) 293

in Militär- und Civilbadehospitälern, bezw. im K. K. Í ._. (607 Parteien) 791

*) Val. Henninger, A., Bad Ems und Umgebung. Mit 18 Stahl-

**) Bad Oeynhausen (Rehme) von Sanitäts-Rath Dr. Lehmann.

N ; : . Aufl. Götti , denhc ._ R: l n jeber für ein Wchrzeichen der Hohenzollern-Haut:tstadt. % Vei E O, Sandengord) 1, MUPr Heute wurde diese Signatur bestätigt und vervollständigt. Die Standbilder der Brüder von Humboldt an dieser Stelle bedeuten, daß die Ber-

“**) Führer für Reinerz von De. Hohaus. 1881.

*) Anmerkung: Theilweise soll diese Prämiendifferenz mit der auf eutsben Schiffen nicht selten vorkomnenden ungenügenden Beraannung

nt hat die Auf- | h

Berkin:

Redacteur: Nied el.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner. Sechs Beilagen

is jeßi mangelt.

(einschließlich Börsen-Beilage).

M Nichtamtliches.

é erlin, 29. Mai. Jn der gestrigen (88 E s Reichs tags trat das Haus in die dritte Berathung des Entrvurfs eines Geseßes, betreffend die S änderung der Gewerbeordnung, auf Grund Jet 2usammenstellung der in zweiter Berathung über denselben gefaßten Beschlüsse. Das Haus trat sofort in die Spezial- disfussion ein, da auf eine Generaldisfkussion verzichtet war. Die Artikel 1 und 1a, welhe die §§. 6 und 21. der Ge- werbeordnung unwesentlich modifiziren, wurden ohne r rere genehmigt. Ebenso Artikel 2, welcher für dgs Oa gewerbe eine Prüfung einführte, nahdem Abg. Dr. Née E erklärt hatte, daß die Sachverständigen ihm O e- stätigt hätten, dan nas en der zweiten Lesung gemachten usführungen vollstäudig zuträsen. _ i S niate M 3 vi ear ne È: 33a., welcher e der zweiten Lesung et: 2 n d E Singspiele, Gesangs- und deklamatorische Vorträge, Schaustellungen, theatralisce oder andere Vorstellungen, ohne daß ein höheres Interesse der Kunst oder Oa e obwaltet, in seinen Wirthschafts- oder sonstigen Räumen öffentlic veranstalten oder zu deren Veranstaltung seine Räume es lassen will, bedarf zum Betriebe dieses Gewerbes der Grlau s ohne Rückficht auf die etwa bereits erwirkte Erlaubniß zum Be- triebe des Gewerbes Ls E ie C riß ist nur dann z1 gen: / E den Nachsuchenden Thatsachen vorliegen, welche die Annahme tectferiten, das Oa Heseß en Sitten zuwiderlausen werden ; s E M “a Betriebe des Gewerbes bestimmte Lokal wegen seiner Beschaffenheit oder Lage den polizeilichen Anforderun- N E A den Verhältnissen pa e E aus d [ vou en die Erlaubniß bereits ertheilt ist. E N oe E 1 angeführten Gründen kann Zie Er- laubniß zurückgenommen und Personen, welche vor dem A treten diescs Gesetzes den Gewerbehetrieb begonnen haben, derselbe unte verden. - , S L n die Abgg. Dr. Baumbach, Richter (Hagen) und Genossen beantragt: Der Reichstag wolle beschließen : dem 8. 33a. folgende Fassung zu geben: i 1) im Absatz 1 nah dem Worte „Schaustellungen“ die Worte i ugen : onen oder“ ; r e T Worte „oder andere“ zu streichen 3) desgleichen im Absatz 1 die Worte „Oder sonstigen L 4) im Absatz 1 hinter „deren“ das Wort „öffentlicher“ etn- O Absatz 2 Nr. 1 die Worte „Gesetzen oder" zu streichen; 6) im Absatz 2 Nr. 2 statt der Worte „den polizeilichen Un- forderungen“ zu sagen: „den sicherheitspolizeilichen Meer ; 7) im Absay 2 Nr. 3 hinter „wenn“ die Worte einzuscalien : „beim Nachsuchen um die Erlaubniß zu Singspielen (Tingeltangel), ‘és chantants)“, - / En den Fall der Ablehnung der vorstehenden Nr. 7 soll nah venselbven Antragstellern dem §. 33a. hinzugefügt M „FÜLr E e S aus dem Ziffer 3 angeführten Grunde nic agt werden. y E Abg De, Vanidas bemerkte, die Stellung seiner Partei zu dem vorliegenden Geseßentwurf sei bereits in n zweiten Lesung in eingehender Weise flargelegt worden, R wenn seine Partei heute mit einer Reihe von O s zu 8. 33a, hervorgetreten sei, so sei dies nur geschehen, wei e Partci eine Verbesserung dieses Paragraphen unter s en Umständen für dringend nöthig halte. n ester cinie würde er allerdings für die Ablehnung. des Para- graphen zu plaidiren haben, da er die Bestimmungen absolut nicht für erforderlih halte. Er stehe auch : gu! dem Standpunkt, daß er in Bezug auf das Tingeltangel- A die energishste Remedur eintreten lassen möchte, E I e aber, daß dies hon jeßt mit Hülfe der bestehenden Po V Verordnungen geschehen könne, wie dies der Abg. Richter 4 reits bei Gelegenheit der zweiten Lesung nah den O - nungen des hiesigen Polizei-Präsidium nachgewiesen ha f Er müsse diesen Paragraphen nun aber nicht allein n überflüssig, sondern auch als sehr N M höchst bedenklich bezeichnen, insofern, als derse be id) niht allein gegen die Tingeltangel , 7 sondern N gegen Concerte, deklamatorische Vorträge / 2c. oA e. Man müsse den Begriff der Tingeltangel durhaus \ A fixiren; die Fassung der Vorlage lasse eine viel zu M E legung zu, und es könnten, wenn die Amendements abge a würden, Valkslustbarkeiten aller Art durch die Polizei M / kfürlih unterdrüdckdt werden. Gerade die öffentlichen U) 104 keiten seien aber der Gradmesser für die Kultur eines Bo es. Der Abg. Dr. Blum erklärte sich mit der Mehrzahl der O bachshen Anträge einverstanden, ersuhte aber um Able g einiger derselben ; insbesondere führe das Amendement, O statt von „polizeilichen“ Anforderungen, von „sicherheitspolizet- lien“ spreche, A h M die Gewerbeordnung ein, der mit derselben armonire. E . - * Der Abg. Mo plaidirte für sämmtliche Anträge Baumbach. Es handele sich hier um eine Deklaration des Paragraphen, entsprehend den ursprünglichen Absichten pas Geseßgebers, der über die Tingeltangel und Cafés chantants nicht habe hinausgehen wollen. Erst vor wenigen Jahren habe man auf diesem Gebiet Beschränkungen in der Gewerbeordnung getroffen ; jeßt wolle man schon wieder andere, man follte do eiwas mehr Vertrauen in das gesunde Urtheil der Gesell: schaft seßen, und die Geseßgebung nicht auf einzelne Fälle ein- rihten. Wenn man den §8. 33a, in der Fassung der zweiten Lesung annehme, werde man gerade die besseren Elemente aus den betreffenden Ständen hinaustreiben, denn dieselben würden sih niht unter eine so scharfe Polizeiaufsicht stellen lassen. l i 1 Hierauf ergriff der Bundeskommissar Geheime Regierungs- Rath Boediker das Wort: Meine Herren! Von hier aus kann nur die dringende Bitte aus- gesprochen werden, die Anträge auf Nr. 324 der Drucksachen sämmtlich ablehnen zu wollen. Diese Anträge bezwecken theils eine Beschränkung der Vorlage, die weit über das zurückgeht, was in der Kommissions- berathung von der linken Seite der Kommission beantragt worden

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Siaals-Anzeiger.

Berlin, Dienstag, den 29. Mai

denkliche Hue e Gs a t ehen und die Einwirkung der Pollzel 5 E. uen. E ih nun zu den einzelnen Punkten mi wende, es ae M mir zu Nr. 1 vorzutragen, daß, man die Sa! ge! auf Scbaustellungen von Personen beschränken wik, Ban er zurüctgeht hinter die analoge Bestimmung des § 2 Jes Gas E T e E E Gel erkeit ‘die Bemerkung ziehen handelt. Ich knüpfe bei diejer S-lege e ß es außerordentli s{wierig ist, in_der dritten Verathung m s Tateñacn so minutiöfer Art Stellung zu E, für wohl für die Vertreter des Es Mae, e zus Lie das hohe Haus, gegenüber ‘An rägen, E Non e n D rathung im Plenum vertheilt werden, nad em doc D e Y e zwischen der zweiten und dritten Berathung gelegen haben. Me N Es ift ein Mosaikgese, um das es sich hier adelt ein Gefeß, welches in der Weise aufgestellt sein will, daß Ag at Best, ris b 5 Gesammtgesetzes in Uebereinstim- ie einzelnen Bestimmungen des Ge]ammäige]eße2 U e- ie Heiben. Wie läßt es sich da, binnen fünf Minen, Mgr sehen, wie alle diese Anträge in das Geseß pahen ? Ftehme L E den Antrag unter Nr. 1 an, so schaffen Sie eine Diskrepanz zwihd en & 33 a. und §. 59, denn dieser spricht „sWlehthin von ea stellungen“. Dieser Begriff ift durch die S eggeri und in der Praris fixirt; von gewöhnlichen Schaufen} ern Ee feine Rede. Ih möchte doch bitten, die REEAU Ne E d werbe-Ordnung beizubehalten, „gerade wenn man Mi e Ds will, was dee Hr. Abg, Bücbtemann . will, nâm ic O! flaren Wortlaut, mit dem die Behörden „Ee “q Modeln Sie aber hier wieder den Begriff, um, d ehen a L hörden vor dem Zweifel“ Was gilt in diefem Fa t s B jenem Falle? Ich bitte Sie also, den Wortlaut O O hier anwenden zu wollen. Dann wurde sub Ar. 1A S l „oder andere” des Reichstagsbefschlusses deng und pes E a \eantragt. Der Herr Abgeordnete fragt: Las | as E Die Antwort Q M Putrag Darmbas, N N i ommission gestellt ist. Nach dem Inh [es Antrags A ardt idi lo 10A s afrobatishe“ Borstellungen unter die N - deren Vorstellungen. Streichen Sie also die Worte un e ; wo bleiben dann diese akrobatischen und pantomimmiscwen Borslei ung h Es fann vielleicht die Frege ausgeworsea werde, ob B s Wi diese den Paragraphen anwenden kann. Sub Nr. s R N die Streichung der Worte „oder fonstigen“. Ver Hr. E eis hat bereits hervorgehoben, daß das soviel bedeute, wie: M p E dung des Paragraphen in die Lust stellen ; „denn E i A treffende Gewerbetreibende stets sagen: Wo ich dte betreffenden chc

: I f Sha F Bo stellungen vornehme, das sind nicht meine AOIOI A Team, Le das sind meine „sonstigen“ Räume! Sub Nr. 4 wird vors agen, das Wort „öffentlicher“ zu streihen. Das Bedenken ves O O Dry. Blum in dieser Beziehung zerstreuk d, ad der 0E e e die ersten Worte des §8. 33 a, ansehen will, wo es Hell? „el U ln Lokal für derartige Borstellungen bergiebt L Dat es doch auf der Hand liegend, daß e'n er S M zu theatraliswWen Vorstellungen 2c. ausschließlih „Privater s e wie gar nit stattfindet, und, wenn es denno E a is nicht gut daran thut, um diejer einzelnen Ausnahme wi E Das Zweifel in das Gesetz hinein zu bringen, für den Fall A es ih um sogenannte geschlossene Gesell)aften, die E e nichts weniger als geschlossen sind, handelt. Unter dem ec mante der „geschlossenen Gesellschaften“, zu denen Hunderte von fremden Per- fonen gehören fönnen, wird der §. 33, tve.cher die A a Gastwirthschaften betrifft, bekanatlich täglich umgangen. N fer1 d sub Nr. 5 bemängelt worden der Ausdru: Seen o F M ? Sitten“. Auch hier weise ih dc.rauf hin, daß dieser Ausdruc Ü e einstimmt mit der Ausdrucksweisc des S. 1 der Fonass er Ne auc sonst in unseren Besetzen findet und ursprünglich @ E aus dem corpus juris, wo von Landlungen „contra, u H f s mores“ die Rede ist: cin Ausdruc?, den wohl S i aufgenommen haben. Die Annah:ne der Nr. 6 kommt der Luna der betreffenden Ziffer beinahe gle:ch, denn die «C Epe d e Anforderungen“ pflegen auf diejem Gebiete vom E q Vorlage aus die untergeordneten zu sein; da fann man E O Hülfe der allgemeinen baupolizeilichen Vorschriften „ohnehin ¡us n men. Unter Nr. 7 A A A Bedürfnißsrage nur aus i ( Zingsviele beschränkt wissen. - | S : die A a fängt das Singspiel an und ware es E (Heiterkeit links.) Also, meine Herren, wo fängt das Singspie an und h hört es auf im Verhältniß!zu Gesang8- und deklamatoriscen n zu Schaustellungen, zu theatralishen und anderen Vorstellungen è s möchte einmal den Kritikus sehen, der in jedem &alle eine M E Unterscheidung zu machen weiß, : ob ein Singspiel H E F E sangs- und deklamatoriscer Bortrag oder cine bd ae F L stellung in Frage ist. Diese Dinge ‘aufen 1a non er Ü N ist nit möglich, hier feste Kriterten aufzustellen, un Ee u finder Sie die mehrfachen, zum Theil ähnlich a L E nymen Ausdrücke nebeneinander gesielit, um dur ¡ese O a Gesammtheit von Gewerbebetrieben zu bezeichnen und E heit hervorzurufen. Der Ausdruck „Singspiel für A0 allcin stellt Sie in conereto nur zu „leicht _ vor D elicei Gerade bei Anwendung dieses Worts allein bringen Sie die F / e in Gefahr, ihre Entscheidung nicht mit Sicherheit treffen zu u t ch fasse veéhalb den Hrn. Abg. Büchtemann, der einen klaren Wor s îaut in das Geseß hinecinbriagen will, beim Wort. Dieser E Wortlaut ist hier dur ein einziges Wort nicht immer N Ma fondera nur dur eine Kumulation der ongewandten n te A Wörter. Unter Nr. 8 endlich verlangen Sie: „Ür A Vorstellungen kann die Erlaubniß au8 dem unter Diffffer ¿ E ten Grunde nicht versagt werden. Meine Herren. Es n A Aa hier, wie zu bemerken ist, um theatralishe Vorstellungen, 7 me n ein höheres Interesse der Kunst und Wissenschaft nicht obwalt? 5 S nun diese anders gestellt werden, wie die übrigen im Absaß 1 es R Aufführungen u. st. w., von denen sie sich ihrem Werth E ha nihts unterscheiden? Soll hier die Konzession stets erthe! M auch wenn keinerlei Bedürfniß mehr vorliegt, sondern Konzeil! nen der Art vielleicht mchr als genug bestehen? Aus diesen Gründen möchte ih bitten, niht noch weiter zu gehen, als die os bezw. der Reichétag be: der zweiten Berathung in I a der Vorlage schon gegangen ift, und zwar mit Zustimmung der Derrer von der nationalliberalen Partei. Damals haben sich die A mit der Vorlage im Wesentlichen einverstanden ecklärt, E möôhte an die Herren die Frage richten, in welches p hältniß Sie den Paragraphen zu den übrigen von e girten Paragrarheu bringen, wenn Sie die JeBl Ble 0A Anträge annehmen? Dann hat der Hr. Abg. 4 en as bei dieser Gelegenheit wieder gesagt, es würde n guten ehrlihen Gewerbt:eibenden der Betrieb ershwert A solche Sre stimmungen; der Stand derselben würde degradirt. die ee t ! mente würden aus demselben herausgedrängt, und was die Be E ten selbst besorgten: die s{leckchteren „lemente_ fern M E e würde dann aufhören, weil sie kein Interesse mehr E ütten. Wo in aller Welt haben denn die Gast- und S S besondere die Tingeltangelwirthe, \{lechte Elemente von ihrem E Ute fern gehalten? Im Gegentheil, die allerslechtesten da N zum großen Theil hier vertreten; der Stand als folcher ift in kte

Thatsade vorliegt, daß diese Glemente nicht fern aehalten BRIR dur die Gesellschaft oder den Stand selbst, muß, not iden e Gesetzgebung eingreifen. Jch bitte Sie, die Anträge abzule nen E die Regierungsvorlage, wenn auch in der abgeschwächten Fassung der Beschlüsse in zweiter Lesung, anzunehmen.

Der Abg. von Kleist-Reßow trat den Anträgen Baumbach entgegen, indem er namentlich auf die entsittlichenden Wir- kungen der Tingeltangel, fowie gewisser S hin- wies, und die eer gp B va Wera Ausschreitungen f diesem Gebiete energi)ch enitgegenz .

auf fa Abg. von Schalscha erklärte, er werde ebenfalls gegen die Amendements Baumbach stimmen, wesentli aus dense e Gründen, wie der Vorredner. Es müßten insbesondere aus in Zukunft alle solche Schaustellungen untersagt sein , ge C eine Gefahr für die öffentliche Sittlihkeit A E Iten, z. B. gewisse anatomische Figurenkabinets und derg E as Der Abg. Richter (Hagen) erklärte, wenn die : s des Abg. Baumbach nicht angenommen würden, so N der 8. 33a, nicht nux auf die T:ngeltangel, Cafés chantants 2c, sondern auf alle Wirthschasten ausgedehnt werden C pee Wirklihß unsittlihe Schaustellungen aber könne die Po e {hon auf Grund der jeßt geltenden Ge}eße E vie q sah sei sie darin nur sehr lax gewesen. Daß, der Abg. E Kleist gegen die liberalen Amendements | stimme, sei fein Wunder; walle doch heute noch jeder echte Rheinländer zormg auf, wenn derselbe an die Zeit zurückdenke, wo der Abg. ven Kleist-Neßow Ober-Präsident der Rheinprovinz gewesen jet. Damals sei beispielsweise für das Wupperthal_ von M Staatsanwaltschaft selbst konstatirt, daß die Zahl r Schlägereien und Verbrehen gegen die E deshalb außerordentlich zugenommen have, wel DeT Bevölkerung die Gelegenheit zu erlaubten öffentlichen Lustbarkeiten genommen worden jet. Als der Abg. von Kleist zur Disposition gestelli sei, sei ein Jubel durch E Rheinprovinz gegangen; der erste Schritt der neuen E tung sei denn auch die Konzessionirung eines S ers gewesen, welche der Abg. von Kleist seinerzeit PERS ges habt habe. (Unterbrehungen rechts.) g E ea: 0, 0 viel ste wolle, Ur ote Erhaltung der Tinge E habe au er durhaus kein Jnleresse; man habe „ihn is noch nie gesehen. Aber er wolle vechindecn, daß dieser ÿ. pr auch folide Unternehmungen bedrohen, und aue Bo E belustigungen beseitigen könne, welhe nur nüßlich und segen ' reih für das Volk seien. _Der Paragraph solle even Laage gegen die Tingeltangel seine Spiße fehren ; es solle e E niht möglich sein, wie es ohne die Anträge Baum T er Fall wäre, dem Paragraphen eine unbegrenzte Auszlegung zu geben. 4 L Demnähst nahm der Bundeskommissar Geheime Regie- rungs-Rath Boediker das Wort: 2 :

Meine Herren! Der Herr Vorredner begann seine Ausführungen damit, der Vertreter der verbündeten Regierungen hätte mit dankens- werther Offenheit erklärt, wo finge das Singspiel an, wo hörte es auf, um auf diese Weise die Latitüde, die tin den Bestimmungen der Vorlage liege, klar zu machen und von vornherein der Polizeï, dic Möglichkeit zu schafffen in weitestgehender Weise cinzugreifen. Meine Herren! Ich habe diese dankenswerthe „Offenheit geübt gegenüber dem Beschlusse des Reichstags. Die Vorlage der verbündeten Regierungen kannte die „Singspiele“ überhaupt nicht, sondern operirte mit den bisher in die Gesetzgebung aufgenommenen Worten und Begriffen. Nachdem nun aber durch den Reichstagso beschluß zweiter Lesung ein neues Wort in die Gesetzgebung eingeführt worden ist, ist von hier aus behufs der |päteren Interpretation der Meinung Ausdruck gegeben worden, daß erst dur das Ensemble der vom Reichstag gewählten Ausdrücke klar gelegt werde, um was es si handelt. Insoweit also, meine Herren, glaubte ich verpflichtet zu sein, diese Offenheit hier zu üben, um keinen Zweifel über die diesseitige Auffassung der Sacbe aufïommen zu lassen. Dann hob der Herr Borreds ner mit besonderem Nachdruck wiederum hervor, das Wort „öffentlich ' set, vor „Veranstaltungen“ einzuschieben. Ich wiederhole, was ih schon gesagt habe: eine gewerbömäßige Hergabe der Näume ledigli an gele Gesellschaften zu den Zwecken, welche hier genannt sind: Singspie le, Gesanç§- und theatralishe Vorstellungen u. |. w., bet denen ein éberes Interesse der Kunst und Wissenschaft niht waltet, ohne daß der Gastwirth jemals öffentliche Vorstellungen veranstaltete oder seine Näume dafür hergäbe, eine solche Hergabe, mit Ausschluß alles An- dercn dürfte kaum jemalë vorkommen. An die Hergabe cines Zim- meré an einen: privaten Gesangverein ist bei „der Vorlage nicht qe- dat, ebensowenig an einen Gesellenverein mit seinen Aufführungen innert alb des Vereinskreises. i

Eine solche Jnterprectation des 8. 33 a., wie der Hr. Abg. Richter He hier gegeben, ist nah meiner Meinung nicht möglich, R glaube, es wird au feincr Behörde einfallen, auf Grund des Fe A. von einem Wirthc Konzession zu verlangen, der in diejer Yelse ein Zimmer für einen privaten Gesangverein hergiebt und. aller weitcren Beranstaltungen der vorliegenden Art sib enthält. Was verhinderk werden foll our die Auslassung des Wortes „öffentlich“, ift S vaß nih1 ad hoc z, B. jeden Sonntag Nacmittag oder Abend ch von Neuem eine fogenannte geschlossene Ge- sellschaft in \o einem Loïal zusammenfindet und, nun sagt, es ist bier keine öffentliche Vecanstaltung, es isi cs \chlossene Gesellschaft, obgleich vielleicht an jedem Hag, an wetchem das passirt, ganz verschiedene Leute versammelt sind, A in A so» genannte geschlossene Gesellschaft eintreten, inan, Ne E N an cine Tafel, welhe an der Wand hängt, [reiven. 7 N in einem Dorfe von hundert Seelen eine gelclossene Gesell[Gaft ans wachsen, wie ich selbst gesehen habe, von 895 Personen. Meine E ! Der Herr Abgeordnete hat uns au hier wiederum auf das Ausrei ende, dec Repressivvorschriften verweisen wollen und hat gesagt: analog war es au mit den Ausstellungen lasziver Bildwerke in den Berliner Schaufenstern; warum is die Polizei nicht viel früher gegen diese eingeschritten? So heißt es jeßt, nachdem die Polizet vor a: 40 Zeit vorgegangen ist ; als die Polizei aber eben vorging, wurde Yeter und Mordio geklagt über die Sittenrichterei der Polizeî. So me immer der Mantel nah dem jeweilig wehenden Winde gedreht, geht die Polizei vor, da wird geklagt, iîl sie vorgegangen, dann heißt e3 nach ciner Weil: das bätte längst geschehen sollen, macht Ä aus hier so! Jch erinnere den Herrn Abgeordneten, an einen Artike einer ihm nahe: stehenden Zeitung (der „Berliner Zeitung“) wn gestrigen Tage, wo es fih um einen eben vorgekommenen i angeblicher Theaterzensur handelt. Dieser Artikel greift die eue dieserhalb heftig an, klagt über Censur und Vergewaltigung p A i nächst wird es vielleicht wiederum heißen, warum geht die Pollz

fönnen wir uns nur darauf zurücßziehen, zu bitten, daß Sie geseßliche

ist, theils aber eröffnen sie den betreffenden Gewerbetreibenden be-

Weise im Stande, diese Elemente abzustoßen, und gerade weil die

Bestimmungen bewilligen, an der Hand deren die Polizei zweifellos

A " o A F111 nit besser vor? Meine Herren, gegenüber all diesen _Ausflüchten .

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