1883 / 148 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

nit zur Abänderuna der Handelsverträge gezwungen zu sein, bezw. um die bestehenden Handelsverträge umgehen zu können, hat nämlich die französise Regierung einen Vertrag mit den CEisen- bahngesellshaften abgeslossen, wodur ter Staat das Recht erhält, die Einfuhrtarife zu ändern, um sie mit dem neuen allgemeinen Zolltarif in Einklang zu seßen und der französishen In- dustrie zu gestatten, gegen die fremde Konkurrenz zu kämpfen. Also die Bahnen der Regierung erhalten das Ret, die Fraht auf die na< Franfkrei< eingeführten Waaren zu erhöben, falls die Zollfäße die betreffende französishe Industrie nit genug beshüßzen. Die deutschen Freihär.dler verlangen überall Herabse'zung der Eisenbahn- tarife für auëländishe Erzeugnisse.

Die „Darmstädter Zeitung“ theilt einen Auszug aus dem Jahresbericht der Handelskamwer pro 1881 und 1882 mit, und zwar den Passus über die allgemeine wirthschaft- bei Lage in den genannten Jahren. Am Schlusse desselben

ißt es:

Jedenfalls können wir, wenn auch gerade gegen Scluß des Jahres 1882 auf dem mehrfach speziell hervorgehobenen Eisenmarkt eine nit willkommene Ruhe des Verkehrs herrs<t und der Umsatz jeder Leb- haftigkeit entbehrt, mit der besten Hoffnung ‘ür das Gedeihen und Vlühen deutscher Produktions- und Vermittlungsthätigkeit in das Jahr 1883 bezwo. die Zukunft bli>en. „Es is mir nicht zweifel- haft, daß, wenn die Industrie auf diesem Wege fortfährt, Deutsch» land, wozu es politis und dur seine Irtelligenz auch berechtigt ift, dereinst der erste Industriestaat der Welt sein wird“ so stolz diese Worte klingen, welche der Staats-Minister von Boet- ticher zur Begrüßung des letztjährigen deutschen Handelstags sprach, die Thatsacken zwingen da:u, thre Bercchtigqung anzuerkennen. Von allen Ländern der alten Welt hat Deutschland, wie sich ziffermäßig nachweisen läßt, an dem ungeheueren materiellen Aufschwung, der sich seit dem Beginne des Zeitalters des Dampfs vollzogen hat, und der an Bedeutung und Umfang in der ganzen bisherigen Kulturgeschichte civzig dastcht, verhältnißmäßig den größten und intensivsten Antheil genommen.

Skarbina auf leßteren beiden Gebieten dur< brillante Farbe und Feinheit der te<nis{en Bebandlung anerkannter Meister. Noch gediegenere, tiefere Wirkungen aber erreidt R. Werner in Rom mit seinem großen Blatt „Singende Nonnen an der Orgel“ und einem mit sorgfältig gaemalter Staffage ausgefülltem Interieur der Basilia S. Maria in Vialata zu Rom. Als gewandte, fein <arakterisirende Porträtistin in Pastellmalerei zeichnet sih wieder Rosa Petzel aus, der si<h Marie Crelinger mit ähnlichen Arbeiten anschließt. Dann hätten wir cine Reihe von Land- \c<afts-Aquarellisten zu nennen, die mchr oder minder beatenêwertbe Blätter ausgestellt haben, jedo bes<ränken wir uns auf die Namen ; Albert Hertel, Wilhelm Stre>kfuß, Carl Hummel (Weimar), Julius Jacob, Hermann Krabbes (Karlsruhe), Hermann Dietrichs, Askan Lutteroth (Hamburg), H. Scbnee,® Emil Teschendorff. Jhnen reihen ih die Arcbitekturmaler in Wafsserfarben an, unter denen neben Anderen Friedrich Perlberg (München) mit dem malerischen Motiv eines alten Renaifsanceportals aus dem altertbümlichen Städten Rothenburg a. d. Tauber und ciner stimmungsvollen An- siht von Sant Anastasia in Verona, Robert Stieler (Stuttgart) mit Straßenpartien aus Nürnberg und Basel, Paul Graeb jr. und E. Reuter (Lübe>) zu nennen sind. Zum Theil re<t poetisb und <araktervoll gcstimmt ist die Kollektion von 30 Blatt landschaftlichen Tuschzeihnungen von G. Pflugradt.

In der den Mitteln nach einfabsten und do cdelsten Kunft des erfindenden und komponirenden Zeichners is C. G. Pfannscbmidt mit dem ergreifenden Entwurf der „Verklärung Christi“ (zu seinem Altargemälde in der Kirche zu Bärwalde in der Neumark) wieder rect vereinzelt geblieben, wie denn diesem Meister für die Entsagungsfreudigkeit, mit der er die hehre Tradition des unsterblichen Cornelius rflegt, ganz besonderen Dank gebübrt, Daß übrigens die moderne Art der Kunstübung auch in den Kreisen der Künstler selbst keineswegs unbedingte Billigung findet, bewcisen drei mit feiner Jronie durhtränkte Federzeihnungen von Fischer-Cörlin, welcher die antiken Künstlerlegenden, die sich an den Namen des Apellecs, des Zeuxis und Parrhasios, und des Pygmalion knüpfen, gesci>t zur humoristischen Persisflage der heut: gen Kunstthätigkeit verwandt hat.

vorgetreten, indem sie aub dem Herrenhause eine Petition zu Gunsten dieses Kanals resp. der Regierungsvorlage unterbreitet haben.

Bremen, 27. Juni. (W. T. B.) Der Dampfer des Nord- deutschen Lloyd „Salier“ ift heute früh 4 Ukr in Southamp- ton eingetroffen. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Berlin“ ist am 23 d. M. in Montevideo angekommen.

- Hamburg, 26. Juni. (W. T. B.) Der Postdampfer „Allemann ia“ von der Hamburg-Amerikanischen Padet- fahrt-Aktiengesellschaft ift, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas angekommen und der Postdampfer „Frisia*“ derselben Gesellschaft heute Morgen 4 Uhr in New-York ein- getroffen.

27. Juni. (W. T. B.) Der Postdampfer „Holsatia“* der Hamburg-Amerikanischen Pa>ketfahrt-Aktiengesell- schaft ist am 26. d. M. in Vera-Cruz eingetroffen.

Sanitätswesen und Quarantänewesen.

Nach amtlicher Mittheilung aus Alexandrien ist ein epidemisces Auftreten der Cholera in Damiette konstatirt. Zwei Erkran- fungsfälle find in Manfurah vorgekommen.

Berlin, 27. Juni 1883.

In der am 15, Februar d. I. ausgegebenen Nr. 11 der Ver- handlungen der hiesigen Polytechnishen Gesellschaft ist die demnäcbst auc in andere öffentlibe Blätter übergegangenc Mittheilung enthalten, daß die Centralheizung der Reichs- druckerci übermäßig viel Rauch absondere.

Diese Angabe war, wie die mit der Untersuchung von Heizein- richtungen beauftragte Kommission der Polytechnishen Gesellschaft in der Sitzung vom 10, Mai nah vorheriger Besichtigung der Heiz- anlagen der Reichsdruckerei anerkannt hat, lediglib dur einen Irr- thum hervorgerufen worden. In dem bezüglichen Kommissionsbericht wird die Heizanlage der Reichsdruckerei vielmehr als eine vollkommen on Nauch freie Centralfeuerung mit musterhaft geführtem und ein-

zum Deutschen Reichs-

A2 148,

Erste Beilage

--

Berlin, Mittwoh, den 27. Juni

Anzeiger und Königlich Preußischeu Slaals- Auzeiger.

1m;

Inserate für den Deutschen Reichs- und Ks

Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expedition des Deutschen Reihs-Anzeigers und Königlih

Preußischen Staats-Anzeigers: Berliú 8W., Wilhelm-Straße Nr. 32.

_— I nigl

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen.

a. dergl.

3. Verkäufe, Verpachtungen, Sabmissionen ate. 7. Literarische Anzeigen

4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung

Steckbrief,

Gegen den unten besriebenen angeblicen Mezger | Sollani & Co. zu Berlin, vertreten dur den Rec18-

und Bierbrauer Wilhelm Bodensky von Polangen in Curland, welcher flüchtig ist, ist die Unter- subungshaft wegen {weren Diebstahls im Sinne des N. St. G. B, $. 243 Ziff. 2 verhängt. Es wird ersucht, denselben festzunehmen und in das Amtsgerichtegefängniß zu Kirchheim u./T. ab- zuliefern. Z Kirchheim, den 23. Juni 1883,

Königliches Württbg. Amtsgericht,

gez. Gmelin.

Beschreibung : Alter 25 bis 30 Jahre, Größe 1,72 m, Statur bager, Haare dunkel, Stirn kann nit angegeben

u. 8. W. von öffentlichen Papieren.

Oeffeutlicher Auzeiger. 7

2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen

. Industrielle Etablissements , Fabriken und Grosshandel. $. Verschiedene Bekanntmachungen.

8. Theater-Anzeigen. In der Börsea- 9. Familien-Nachrichten. | beilage. W

[28390] 0s Die Handelsgesellschaft in Firma L. H. Berger

anwalt Dr. Töplißz bier, klagt gegen den Lieutenant a. D. Alexander Krohn, zuletzt zu Dresden aufhält- lic, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen 754,05 M Restforderung für die in den Jahren 1878 bis 1880 gelieferten Militäreffekten, Kleidungsstücke und Ar- beiten, mit bem Antrage auf kostenpflichtige Verur- theilung des Beklagten zur Bezahlung von 754 M 9 H lammt Zinsen zu 6 9/5 seit 21 August 1880 und ladet den Beklagten zur mündlichen Berhand- lung des Recbtsstreits vor die dcitte ivilkammer des Königlichen Landgerichts zu Dresden auf den ®, November 1883, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge-

[28398] Oeffentli he A

Die Wittwe Juliane Jourdan, geb. Friebel, zu Grünberg, vertreten dur< den Rebtsanwalt Kleckow daselbst, klagt gegen den Handelsmann Aron, früher zu Grünberg, jeßt unbekannten Aufenthalts, wegen eines vom Beklagten für Klägerin beim hiesigen Banquier Pincus S. Abraham gegen Hinterlegung zweier von Klägerin dem Beklagten übergebenen der Grsteren gehörigen 5 prozentigen Russischen Boden- Credit-Pfandbr:iefe Nr. 21,721 und 104,843 über je 100 Rubel erhobenen aber an Klägerin nit abge- ns M von 300 M mit dem Antrage

den Beklagten zu verurtheilen, an Klägerin irte 300 Æ zu zahlen und das Urtheil für voriifia R Sud vollstre>bar zu erklären, N

[28395]

na des Dermö gens des Bars bollenen uit genommen werden foll. Hildesheim, den 1. Juni 1883. Königliches Amtsgericht. T.

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expeditionen des „Fuvalidendank“, & Vogler, G. L, Daube & Co., €, Ehlotte, Büttuer & Wiuter, sowie alle übrigen größeren Aunoneen - Bureaux.

Rudolf Mosse, Haafseustzin

auf fie keing

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_Zwangsverkaufsproklan:,

4 Auf Antrag der Wittwe Maria Catharina Ley in Schnabe> sowie des Magistrats der Stadt Sonderburg ift wegen einer vollstre>baren For- derung der erfteren von 36 Zinsen einer vroto-

sowie wegen 17 4A 46 „5 rüd-

ger Kommunalsteuern der Zwangsverkauf de 2 E + 2 - 142 V es dem Tischlermeister Peter Shristensen zu Sonder-

geri<htetem Kesselhaus bezeichnet, deren guter Zustand sowoh! der werden, Bart Anflug eines Schnurrbarts, Augen- rite zugelassenen Anwalt zu bestellen. und ladet den Beklagten zur mürdlichen Verhand- burg gehörig daselbst im II g gehortgen, dajelbst im Il, Quartier sub

N T e A E E E N E dia L E A t U E E

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E E ti E T O

E p E Le E T

M E E N D E E S ein iti E E E E E ic E n E E

Es stcht zu hoffen, vaß die politishe Machtstellung des geeinten Vaterlar des bei Erhaltung ruhiger und friedlicher Zustände dazu bei- trogen wird, die wirthschaftlibe Entwickelung und Entfaltung zu einer immer kräftigeren und leisturssfähigeren zu gestalten. Es wird und kann dies nit fehlen, wenn leitenden und maßgebeiden Ortes die Erkenntniß; si< Bahn bricht und befestigt, daf unser Vaterland ein vorzugsweise auf den Export angewiesener Staat ist, und sein Empor- blühen wesentli davon abhängig erscheint, daß diesem erportgünstige Unterlagen und Bedingungen gegeben werden. Wir verlangen Schutz der nationalen Arbeit auch insofern, als mit allen Mitteln dahin gewirkt werden muß, unserer nationalen exportirenden Industrie die Möglichkeit möglichst ungehinderten Absatzes zu erhalten und bezw. zu

verschaffen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

50, Nüusfellung der KöntaliGen Ulademie der Künste. V. Unter den Porträts nehmen, den räumlicwen Dimensionen wie den malerisben Qualitäten nab, zwei große Gemälde von dem Belgier Emile Wauters, welche an der Rückwand des großen Licht- bofs die Augen des Besuchers auf sich ziehen, einen besonders hohen Rang ein. Troy der stumpfen Farbe, welhe namcntli<h auf demi Bildniß des Knaben mit seinem Ponny nichts weniger als bestehend genannt werden kann, verleugnet sih nirgends dvie sichere Hand und der feine Geshmac® eines vorzüglichen Künstlers, desse: kühne an Frans Hals erinnernde Technik bereits auf früher hier ausgestellten Porträts Bewunderung erregte. Von unseren hei- mischen Meistern ist Gustav Richter wieder mit zwei distinguirten Damen-Porträts so glänzend vertreten wie früher, und ohne daß sich Tix förperlihen Leiden des Künstlers in scinem Schaffen geltend ge- mat hätten. Noch mehr BVewunderer als sonst findet Car! Gussow, indessen accentuirt der Künstlee in neuerer Zeit das Koftüm (namentli< den Ailas, dessen Lichtreflexe er mit stuperder Virtuosität behandelt) in bedenklider Weise. Die Porträtstudie dcs Austermädhens ist aber freilich, wie man zu- gestehen muß, in beider Hinsicht so vollendet und überhaupt ia der Farbe so geistreiÞ und virtuos behandelt, daß der Künstler d in dieser seiner Eigenart kaum no< überbieten dürfte, Knaus haken wir bereits erwähnt. Von Defregger sehen wir eine Kindergruppe von köstlicher Frische und 2Lebenswahrheit, und andere vortrefflihe L ildnisse haben A. von Werner, Dêcar Begas und Albert Baur (Düsseldorf) aufzuweisen. Norbert Schrödl hai die ebenso seltene wie ehrenvolle Aufgabe, Ihre Majestät die Kaiserin zu porträtircn, mit sorgfältiger, glücklicher Hand gelöst ; das Bildniß ist in libtem zartem Grau in Grau und Sepia mit wenigen farbigen Tönen gehalten und errciht eine dem erhabenen Vorbilde entspreGende äußerst vornehme Wirkung. Das große Gruppenbild der Kronprinzlichen Familie, von Ernst Hildebrandt, übt hier eine ebenso starke Anzichungs- fraft auf die Besucher wie seiner Zeit in der Ausstellung des Künstlervcreins. Freyberg malte die Reiterporträts des Kronprinzen und des ver- ewigten Prinzen Carl. Weitere beahtenswerthe Porträtwerke sind vor- handen von Biermann, Breitbac, Helene Bühmann, Paul Vülow, Bür>, Dieliy, Knut Ekwall (mit dem auch bereits vom Künstler- verein her bekannten, lievevoll gemalten Bilde seiner Familie), Ene, Feckert, Otto Heyden (Fcamiliendiner), Jacobides (München), Jebens, Ferdinand Keller (Karlsruhe), Kolitz, Leon Pohle (Dresden); Scheuren- berg, Paul Spangenberg, Stauffer von Bern, Steffe>, Theodor Ziege ler (mit cincm fein ausgeführten Reiterbildniß des Grafen Redern) u. A. Unter den Poiträtisten begegnen wir auch cinem der seltensten Gâste, cinem Franzosen. Paul Bertier (Paris) hat zwei Bildnisse hergeiaudt: einen mit cnergis{cm Mealismus gemalten, treffend charaktéerisirten Land- geistlichen und eine vornehme junge Dame, dereu {ônes, s{<melz- gleiches Incarnat und brünettes Haar si< wirkangsvoll von dem Hintergrunde einer hochrothen Portiere abhebt. Leider wird diese Wirkung aber dur< das, nur um eine leichte Nüance davon abgetönte Roth des Atlaëmieders dermaßen paralysirt, daß das Auge dadur< geradezu beleidigt wird und der fühne Effekt in sein Gegentheil umshlägt. Der dar- gestellten Persönlichkeit wie der maleris{en AuLführung nah glei anziehend ist cine coup d'’oeil benannte Porträtstudie von Helene Müßlthalcr, einer offenbar re<t talentvollen Schülerin von Eduard Grützner in München. Der Zoologe, den uns der vielseitige Fritz Werner mit feinem Auge und subtiler Te<nik inmitten feinec gesammelten Raritäten vor Augen führt, hat trotz der genreartigen Kleinbeit auch den Charakter cines Bildnisses, und auch der Lessing, den der Künstler, mit dem Begleiter in lebhafter Unterhaltung begriffen, seinem Wohnhause zuschreitend, gemalt hat, gehört zum Theil dem Gebiet der Porträt-, zum Theil (wegen der gewissenhaften Wiedergabe des Dichterhauscs in Wolfenbüttel) der Landschafts- und {wegen der sonstigen Staffage) der Genre-Malerei an, weshalb er hier nachgetragen scin möge.

Mit einew flüchtigen Bli>k mustern wir no< die Werke der Thiermalerei und des Stilllebens. Auf dem Felde der ersteren {reiten no< immer Steffe> und Paul Meyerheim voran, während

Christian Kröner Jagdthierstük und Landschaft in stimmungsvoller Weise zu vereinigen versteht. Mit beachtenswerthen Werken folgen ibnen Hallak, Georg Koch, Aurel Zimmermann (mit dem efffeltvollen Bilde des durchgehenden Pferdes einer Staffette), Sperling u. A. Das Stillleben wird seit lärgerer Zeit auf unseren Auëftellungen besonders glänzend dur Hermine Schmidt von Preuschen (z. Z. in Rom) repräsentirt, der sh René Grönland, Anna Peters (Stutt- gart) und cine Reihe anderer Moler und Malerinnen mit liebevoU behandelten Bildern anscließen.

Auch unter den Aquarellen und Tuschzeichnungen wiegen, wie €s bei diesen der unmittelbaren Aufnahme und Skizzirung mit ihren leiten Mitteln leiht entgegen®ommenden Kunsttechnik erklärlich ist, die Landschaften und Architekturen stark vor, jedoch fehlt es auch nicht an Künsilern, welche den weitergehenden Anforderungen des Genres

Die Kupferstib- und Radirku»st ift in diesem Jahre reicher ver- treten denn fon. Vor Allem seben wir hier den {on gelegentlich der Nekrolog- Ausstellung in dec National-Galerie crwähnten und ge- würdigten Stich der Madonna di San Sisto von dem im Herbst vorigen Jahres verstorbenen Eduard Mandel. Auch den schönen Stich des Eoldshmieds Heinri<hs VIIl., Hubert Morett, na Holbein, von Qutav Ellers, haben wie bexeits an dieser Stelle besprochen. Der Künstler bat dem seiner Zeit im Salon des Künst!ervereins ausgestellt gewesenen Blatk hier auch nocb zwei vor- zügliche Nadirungen nah J. Ravesteyn und P. P. Rubens hinzugefügt Eine sorgfältige Arbeit ist der von Hermann Römer im Staatsauf- trage ausgeführte Kupferstich (Linienmanier) nach der Lautenspielerin von Metsu, in der Galerie zu Cassel. Andere becmerkensroerthe Blätter haben ferner N. Barthelmeß, Hermann Dröhmer sen. und Paul Habelmann eingesandt.

Unter den Radierern erregt namentli<h Wilh. Hecht in München mit eirer vorzüglichen, lebensvollen Original-

vollen Ornat des Ordens vom heiligen Georg, viel Aufsehen. Dieser Künstler macht uns mittels seiner Radiernadel au<h mit cinem in Ober - Vellah in Kärnthen verborgenen, kunsthistoris<h fehr interessanten Gemälde der heiligen Familie, von Schoreel, bckannt. Weitere beachten8werthe Vlätter sehen wir von Carl Röhling (der seinen hübs< erfundenen Z3theiligen Karton nah dem Spru<h „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang 2c.“ zum Vorwurf gewählt hat), Robert Trossin (Königsberg), Hans Meyer u. A. Dagegen O O V Se (n senn vem Gend Und moralischen S<hmuß der Großstadt entlehnten riefigen Original- radirungen, die er pathetish zu „Dramen“ aufpußzt, bis zur Skur- rilität im Kultus des Häßlichen und Widerwärtigen.

Auf dem Gebiet des Holzscbnitts haben endlich sich besonders Richard Bong, mit rylographischen Arbeiten nah Gemälden von Böcklin, Gebhardt, Lenbach und Zeichnungen von Franz Krüger und Meyer- heim, sowie Albert Vogel, mit künstlerisch behandelten Blättern nach Menzel und Gent, ausgezeichnet.

=— Le DrOIt 1ternational de I Hurone pay A G. Heffter, traduit par Jules Bergson. Quatrième édition française. augmentée et annotée par F. Heinrich Geffken, Berlin, H. W. Müller; Paris, A, Cotillon et Cie. Das von dem Ober-Tcibunals-RNath und ordentlichen Professor der Rechte Dr, August Wilhelm Heffter herausgegebene europäische Bölkerreht der Gegenwart ist im Jahre 1857, von M. Bergson überseßt, zum erten Male in französis her Sprache ers<ienen, Die zweite und ritte französis<e Auêëgabe hat, 1866 und 1873, der Verfasser selbst mit Unterstüßung des Professors, späteren Direktors M. Swnattec zu Berlin besorgt. Die vorliegende Ausgabe ist ebenso wie die im Jahre 1881 erschienene sicbente deutsche, von tem Professor des öffentlichen Rechts, früheren Minister-Residenten Geffken zu Straßburg bearbeitet worden. Die zahlreichen Auflagen und mehrfachen Üebertragungen in fremde Sp::achen 18609 und 1864 sind au<h solche in nev- arie<iscer und polnischer Sprache erschienen bezeugen die vorzügliche Brauchbarkeit des Werkes, dessen Verdienst hauptiächlich darin be- steht. in kuapxer Form und mit juristischer Präzision cin Bild des wirklich geltenden Völkerrechts zu geben. In der vorliegenden Aus- gabe hat der Herausgeber den Text des Werkes prinzipiell unverändert gelassen und si< darauf beschränkt, cinzelne veraltete Stellen zu unterdrücken bezw. die literarischen Nachweise und Daten bis auf die Gegentvart fortzufühcen. Die von ihm für angemessen erachteten Ergänzungen, seine cigenen Ansichten und Abweichungen von Heffter sind in selbständigen, dur< ein 6. bezcibneten Ausführungen des Herausgebers hinzugefügt worden. Um für dic Erweiterung des Werkes Raurn zu gewinnen, hat derselbe die bisherigen Anlagen, welche einige größere völkerre<tlice Aktenstücke unfaßten und in den betreffenten Sammlungen leicht eingesehen werden können, fortgzelassen. Der Preis des Werkes beträgt 13 4, elegant gebunden 15 M

Gewerbe und Hande!

„Glü>fauf“ (Essen) schreibt: Je mehr die CEisen- und Stahlproduktion Deutschlands si< vergrößert, ist es von Interesse, die Absaßgebiete desselben zu verfolgen. Nach unserer heutigen Einrichtung der Statistik bezw. bei der Handhabung derselben Seitens des dafür interessircen Publikums hält es s{<wer, die Absaßtzgebiete genau anzugeben. WBerhälcnißmäßig große Zahlen figuriren in den Tabellen bei ten Zollausshlüssen fowie an den Hafen- pläßen Belgiens und der Niederlande, während diesc Pläße do nur zum Transit dienen. Würden unsere Exporteure gehalten sein, das wirkli: Bestimmungsland anzugeben und den Tranfit nur nebenbe! zu bertimmen, z. B. aach Spanien, nah New-York via Hamburg, via Blissingen, Antwerpen 2c., so würder. wir ein zuverlässigeres Bilk über unsere Handelsbeziehungen erhalten. Jadessen au<h mit dieser Unvollkommenheit ist das Bild kein unerfreuliches. Es folgt dann die genaue Uebersicht über vie Absatwerhältnifse. i

Ludwigslust, 26. Juni. (W. T. B,) In der heutigen Ge- neralversammlung der Berlin-Hambvurger Eisenbahngesell- \<0a ft wurden die Punkte der Tagesordnung erledigt. Ueber die Vexrstaatlichungsofferte fand keine Verhandlung statt. y

New-York, 25. Juni. (W. T. B) Weizenverschif- fungen der legten Woche von den atlantischen Häfen der Ber- einigten Staaten nah Großbritannien 64 000, do. nah Franks» reidz 7000, do. na< anderen Häfen des Kontinents 12 000, do. von Kalifcrnien und Oregon nah Großbritannien 18 (00 Qrtrs., do. nah Frankrei<h Qrtrs.

Verkehrs-Anstalten.

Die preußischen Handelskammern, welhe im April in seltener Ginmütßigkeit ausgeschlossen hatten si< nur Minden, Altena, Neuß, Stollberg b. Aachen und Saarbrücken cine Kuud- gebung zu Gunsten der Megiecungsvorlage, betreffend den Kar.al Dortmund-Emshäfen, veceinigt hatte, find in Folge der Be- ‘<lü}e dec Komnission des Herrenhauscs auf Aaregung der Handels-

und des Porträts damit zu genügen wissen. Namentlih i Franz

fammer zu Dortmunv abermals mit eirer analogen Kundgebung her-

Radierung, darstellend König Ludwig T1. von Bayern, in dem pracht- |

zweckmäßigen Mischung des Brennmaterials, als aub der guten Schulung der Bedienungsmannschaft zuzuschreiben ist.

__ Durch Photographien na< einzelnen Theilen der in Holz ge- s{hnißten Kassettendecke im Schlosse zu Jever in Oldenburg Wurde vor clwa SahresTrt (Veral. Mr, 10 d, Bl v v, S) um ersten Mal in wirksamer Weise die Aufmerksamkeit auf ein seltenes Werk der Renaissance hingelenkt, das bis dahin selbst in aut unter- richteten Kreisen nahezu unbekannt geblieben war. Den vereinigten Bemühungen des Ober-Kammerherrn von Alten und des Bildhauers Boschen zu Oldenburg war es zu danken, daß die in ihrec Art viel- leiht einzig dastehende Arbeit endli<h wiedec gebührend ans Licht gezogen und weiteren FKreisen die Bekanntschaft mit ihr vermittelr wurde. Se. Königlihe Hoheit der Großherzog von Oldeaburg ertheilte die Genehmigung zur Abformung der Decke, und der Bildhauer Boschen unterzog sich mit danfenswerthem Eifer und gewissenhaftester Sorgfalt der \{<wierigen Arbeit, die Monate hindurch seine volle Thätigkeit in Anspruh nahm. Sie hat nunmehr zu dem erfreulichen Resultat geführt, daß die ganze Decke in treffli< gelungenen, nah Auswahl zusammen oder einzeln abzugebenden Abgüssen säm:ntlicher Theile vorliegt uad damit für Samnmlungen und Kunstfreunde bequem zugänglih gemacht ist. Cin eben ershienenes Verzeichniß dieser Abgüsse, die als anregende Vorbilder für den ausübenden Künstler und Kunsthandwerker dieselbe Beachtung verbvienen wie als Material cines eingehenden Studiums des in jeder Hinsiht bewundernswerthen Originals, giebt von leßterem eine no< ungleich zutreffendere Vor- stellung, als die ersten photographis< aufgenommenen Proben sie ge- währen konnten. Auf vier Lichtdruktafeln sind die einzelnen Fries- streifen, die großen Mittelfelder und die kleinen Kreuzungskafsetten, aus denen das Ganze fich zusammenseßt, in ciner troß des kleinen Maßstabes fast durdcweg scharfen und klar erkennbaren MRe- prcc duktion aneinandergereiht und einige der das Gebälk tra- genden Konsolen nebst verschiedenen Profilen der kleineren Kassettenknäufe beigefüat. Eine fünfte Tafel gesellt dazu in erheblich größerem Maßstab eine vollständige Kassette nebst dem Prcefil derselben und einen der breiten Friesstreifen des Gebälks; cin Situationéplan endlich orientict über die gesammte Komposition der Deike, die bei einer Breite von 6,75 und einer Länge von 11,55 m auí 28 Kafsetten bestehi, deren jede etwa 1 m im Quadrat mißt. Grwägt man, daß die Decke in dieser ganzen Ausdehnung nicht eine Stelle zeigt, die nicht mit dem zierlihsten Schnitwerk geschmü>t pre, so gewinnt man eine Vorftellung von der Fülle von Kunst und Fleiß, die auf diese cine Arbeit verwendet wurde. Ein Llick auf die Abbildungen aber läßt diese Leistung nur noch erstaunlicher erscheiren, Die sich kreuzenden Balken der Declle weisen gleichmäßig je cinen breiten mittleren und zwei \{male, ihn beiderseits einfassende Streifen auf, urrd no% reicher gestaltet si< die Gliederung der zwischen ihnen vertieften Kassetten, die von Eierstäben und s{malen, mit Blattwerk ornamentirten Leisten sowie von je einem breiteren Friesf\treifen umrchmt werden, während aus dem Scnitzwerk des quadratischen Mittelfeldes fich der gleichfalls reich geschnitzte ftattliche Knauf entwickelt. Die den Kreuzungen des Gebälks aufgeseßten fleineren Kasseten endli sind abermals mit je einem anfehnlicben Mittelknauf und an den Ecken mit vier zierlichen Zapfen ges{<müdt, zwischen denen wieder flach ornamentirte Füllungen die ÜUmrahmung bilden. In allen diesen Theilen, mit alleiniger Ausnahme der BVlatt- leisten und Eierstäbe, ist die ornamentale Komposition, ob auch viel- fa<h von einander verwandtem Gepräge, doch niemals eine bloße Wiederholung der {bon an entsprehender Stelle benußten Formen. So unecs<öpfli<, wie die Fülle der Einzelmotive, ist die gestaltende Kraft der Phantasie, die immer wieder neue, reizvolle Bildungen produzirt und in der originellen Kombination der mannigfachsten Elemente des gesammten ornamentalen Schatzes der Zeit schroerlih übertroffen werden fann. In dem Figürlichen, wie in den rein ornamentalen Theilen, in den Masken und Thiergestalten, ven Hermen und Putten, in den umrahmenden Cartouchen, den Festons und Blätter- gewinden, tem bekannten Beschlagartigen und dem über die \{mäleren Leisten sih in kettenförmiger Verschlingung hinspannenden Zierrath verbindet sib dabei mit der Frische und dem Reichthum vhantastiscer Erfindung eine auf absoluter Höhe stehende te<nishe Meisterschaft der Schniuerei und eine Feinheit der Zeichnung, die in einzelnen Partien dem Besten gleichsteht, was der dekorativen Kunst der Re- naissance gelungen ist. Dur die Abformung des ausgezeichneten Werkes in seinem ganzen Umfange hat sih der genannte Bildhauer jedenfalls ein Verdienst erworben, das au< von denjenigen funstgewerblichen Sammlungen, Unterrichteanstalten und Werkstätten, die fi mit einer Auswahl des Dargebotenen begnügen, dankbar an- erkannt werden wird, und auf dieselbe Beachtung wird bei Kunst- freunden eine würdig ausgestattete Publikation der De>ke rechnen dürfen, die unter dem Titel „Die Renaissancede>e im Schloß zu Jever, 25 Tafeln in Lichtdru> mit Text von Friedrich von Alten, Leipztg, Verlag von E. A. Seemann®" soeben als cin auf fünf Hefte berechnetes Lieferungswerk zu erscheinen beginnt.

Hamburg, 28. Juni. (W. T. B.) Heute ging der Dircktion der internationalen landwirths<haftli<hen Thier-Aus- stellung die telegraphische Anzeige zu, daß au< ver Großherzogs von Oldenburg die Ausstellung besuchen werde.

Redacteur: Riedel. Be - Verlag der Ervedition (Kessel). Dru>: W, Elsner

Fünf Beilagen

(cins<li{li< Börsen-Beilage)

brauen dunkel, Augen grau, Nase gewöhnli, Mund gewöhnlih. Besondere Kennzeihen : Keine. Kleidung \{<warzer Filzhut, dunkle bis an die Schenkel reichende Juppe, Beinkleider dunkel, trägt wahrscheinli<h über den Kleidern ein blaues, von ihm entwendetes Ueberhemd. Ist im Besiße außer zwei 3 MÆ-Stücken und zwei 2 Æ-Stü>en, die er gestohlen hat, au< von einer silbernen von ihm gleichfalls gestohlenen Cylinder-Uhr, welche auf dem Staubdekel ein Häuschen eingravirt zeigt und in cinem weißmetallenen Gehäuse enthalten ist. Dieses Gehäuse ist vornen ofen, so daß das Zifferublatt der Uhr sichtbar ist; entsprechend den Ziffern auf dem Ziffernblatt sind am Rande des Gehäuscs die Ziffern gleichfalls eingravirt. Die Uhr zeigt im Fnnecz des Staubdeckels die Reparatur-Nummer 4581 eingeritt. Außer dem trägt er wahrscheinli< 5 oder 6 theils Zimmer-, theils Kasten- oder Kommode-Schlüssel

bei sich.

Subhastationen, 2Nufgebote, Vor- ladungen u. dergl.

[28384] Oeffentliche Zustellung.

Die verehelichte Inspektor Weyher, Emilie Auguste Amalie, geb. Lamprebt, zu Grunewald bei Groß- Dölln, vertreten dur< den Rechtsanwalt Meißner zu Prenzlau, klagt gegen ihren Ehemann, den Wirth- ¡hafts-Inspektor Friedrih Wilhelm Weyher, zuletzt in Grunewald, jetzt in Amerika unbekannten Aufent- halts, wegen Löslicher Verlassung mit dem Antrage auf Chetrennung: das Band der zwischen den Par- teien bestehenden Cbe zu trennen, und den Beklagten für den allein huldigen Theil zu erklären und lad:t den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die 11. Civilfkammer des König- lihen Landgerich1s zu Prenzlau auf den 8, November 1883, Vormittc gs 9: Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- ribte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zun1 Zwecke der öffentliczen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Prenzlau, den 13. Juni 1883.

Radnit, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[2836 î 1332 Oeffentliche Zustellung.

Der Kaufmann Gustav Klipsch zu Kirchhain N.-L, vertreten dur< den Justiz-Rath Kupfer zu Cottbus, Tlagt gegen den Kaufmann Carl Riechen, früher zu Dobrilugk, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen einer aus dem Wechsel vom 31. Oktober 1882 herrühren- den, Ende November 1882 fällig gewesenen Wech\el- forderung von 140 6 nebst 6% Verzugszinsen seit dem 2. Dezember 1882 und 1,25 #4 Protestkosten mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten im Wechselprozesse zur Zahlung von 141,25 4 nebst 6% Berzugs8zinsen von 140 M. seit 2. Dezember 1882 und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand- lung des Rechtsstreits vor das Königlihe Amts- gericht zu Kirbhain N.-L, auf

den 27. September 1883, Vormittags 10 Uhr. Zum Zwecke der öffentlihen Zustellung wird diejer Auszug der Klage bekannt gemacht. Kirchhain, den 9. April 1883, / : Graue, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

[28387] Oeffentliche Zustellung.

Die Armenverwaltung der Stadt Mülhei:n a. Nh, fowie soweit erforderliÞ die Stadtgemeinde Mül- heim a. Rh., vertceten dur< den Bürgermeister Steinkopp zu Mülheim a. Rh., vertreten durch Rechtsanwalt Carstaajen, klagt gegen den Seiden- weber Albert Jöreßen, früher und zuleßt zu Mül- heim a. Rh. wohnend, jeßt ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltsort, wegen 739 4 mit dem Antrage: Königliches Landgericht wolle ven Beklagten kosten- fällig verurtheilen, an Klägerin Siebenhundert neun und achtzig Mark nebst 50/6 Zinsen seit der Klage zu zahlen, au< das zu erlassende Urtheil vorläufig vollstre>bar erklären event. gegen Sicherheit und ladet den Beklagten zur mündlihen Verhandlung des Rechtsfireits vor die Zweite Civilkamrzer des Königlichen Landgerichts zu Cöln auf

den 18, Dezember 1883, Vormittags 9 Uhr, mit der Ausforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwe>e der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Cöln, den 22. Juni 1883.

Breuer,

Zum Zwecke der öffentlicen Zustellung wird dieer Auszug der Klage bekannt gemacht. Dresden, am 25. Juni 1883, L Kohlmann, Gcrichts\{hreiber des Königlichen Landgerichts.

[28405] Hall.

- Oeffentliche Ladung. Lisette Scbwenninger von Niederstozingen, Ehe- frau des Station8meisters Schwenninger daselbst, vertceten dur< Rechtsanwalt Hirschmann dahier ladet den Johann Heinrih Weidner von Ectarté- haufen, O. A. Hall, mit unbekanntem Aufenthalt in Amerika abwesend, gegen welchen sie gerichtliche Klage auf Ungültigkeitserklärung des Testamentes der Marie Rosine, aeb. Weidner, Ehefrau des Aus- dingers Christian Wagner von Lorenzenzimmern, und des in diesem Testamente enthaltenen Ver- mäctnisses an Katharine Hofmann von Lorenzen- zimmern erhoben hat, zur mündlichen Verhandlung des Necbtsstreits vor die Civilkammer des Kal, Württemb. Landgerichtes in Hall auf Samstag, den 1. Dezember 1883, e Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem genannten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Weitere Beklagte sind: Georg Christian Weidner von Lorenzenzimmern und die Legatarin Katharine Hofmann von da. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieer Auszug der Ladung bekannt gemacht. Den 23. Junt 1883. Gerichtsschreiber des Kgl. Württ. Landgerichts :

Günther.

2 ODeffentlihe Ladung.

Nachdem der Königliche Forstfiskus, vertreten dur< die Königliche Regierung, Abth. für direkte Steuern, Domänen u. Forsten, zu Caffel die Eintragung des in der Gemarkung von Goßmannsrode belegenen Grundeigenthums, als: E Kartenbl. 5 Parz. 18/1 Dürre Nü,

Holzung 17 h 15 ar 32 qm, Kartenkl, 5 Parz. 20/4 Heddersbach,

Holzung 34 h 24 ar 39 gra, unter glaubhafier Nachweisung eines zehnjährigen ununterbrocenen Eigenthumsbesißzes in das Grund- bu< von Goßmannsrode beantragt hat, so werden alle diejenigen Personen, welhe Rechte an jenem Grundvcrmögen zu haben vermeinen, aufgefordert, fsolcbe spätestens ia dem auf Dönnerstag, den 20. September 1883,

Morgens 10 Uhr, anberaumten Termine bei der ur.terzeihneten Be- hörde anzumelden, widrigenfalls ra Ablauf dieser Frist der bisherige Besitzer als Eigenthümer in dem Grundbuche einge:ragen werten wird, und der die ihm obliegende Anmeldung unterlassende Berech- tigte ni<t nur mit seinen Ansprüchen gegen jeden Dritten, welcher im redlihen Elauben an dic Rich- tigkeit des Grundbuchs das obenerwähnte Grund- vermögen erwirbt, fondern auc mit einem Vorzugs- recht gegenüber Denjenigen, deren Rechte in Folge der innerhalb der oben gesetzten Frist erfolgten An- meldung eingetragen sind, ausges{los}sen wird. Niederaula, den 19. Juni 1883.

Königliches Amtsgericht.

gez. Rumpf. Wird veröffentlicht : 5 &loret, Gerichts\{reiber Königlichen Amtsgerichts.

05331 Bekanntmathung. Auf den Antrag des Sneiders Paul Neumann zu Patschkau als Vormund der beiden minderjährigen | teren Wittwe Burgdorf zu Hildesheim, aufgefoxdert

Geschwister Neumann, Anna Hedwig und Joseph Paul, welche die alleinigen Erben ihres am 17, Ok- tober 1882 zu Patschkau verstorbenen Vaters, des

find, werden alle Diejenigen, welche als Nacblaß- des Wilhelm Neumann Ansprüche oder Rechte

spätestens in dem auf den 13. September 1883, Vormittags 10 Uhr,

soweit geltend machen können, als der Nachlaß mit Auss\{luß aller scit dem Tode des Erbe aufgekommenen Nuzungen dur< Befriedigung der etwa angemeldeten Ansprüche nit ers{<öpft wird. Patschkau, den 11. Juni 1883.

Gerihts\<reiber des Königlichen Landgerichts.

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Königliches Amtsgericht.

hier der

[28393]

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Conto B. beantragt. 6 gefordert, spätestens in dem auf

28377] Auf Antrag des Handelsmanns Wilhel. Krüger in Hildesheim, nachdem dieser seine Becechtigung zum Antrag in Gemäßheit des $. 5 des Gesetzes | Über Todeserklärung Verschollener vom 23. Mai 1848 ? [28401] nachgewiesen, den in Y. 7 desselben Gesetzes be- stimmten Eid geleistet, und die zur Begründung des

iung des Rechtêstreits vor das Königliche Amts- | 5 h

R d t Dey V S (/88 olon0n0e on \ geriht zu Grünberg, Zimmer Nr. 26, zu dem von E (/89 belegenen Geweses, b demselben auf S

den 30, Oktober 1883, Vormittags 9 Uhr, beraumten Termine.

Zum Zwecke der öffentliden Zustellung wir! ç j 4 e 4 di ¿2 L g wr ird p E - ins y If 5 5 dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. U Eo durch Beschluß des

Grünberg, den 14. Juni 1883. Fiedler,

Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgeri<ts. IY.

Verkaufsanzeige nebsi Ediktalladung.

In Sachen der Wittwe des

ier zu Hildesheim, Gläubigerin, gegen

die Vormünder der minderjährigen Kiader des wei- land Maurermeisters Wittwe Bayer und Kohlenhändler Böker zu Hildes-

Andreas Bayer daselbst

m, Schuldner,

soll das den Schuldnern angebli gehörige, in

Q en der Will weiland Bürsten- fabrikanten Friedri Voß, Auguste, geborene Haupt- | anberaumten Termin, in welchem das Aus\chluß-

i estchend aus Wohn- C mit Hofraum und abgesondertem Abtritt Nebengebäude, Halbdah, ¡jährlicher Nutzungs- werth 325 4 Hofraum groß 1 ar 68 qm Art. 194 der Gebäudesteuerrolle, Art. Nr. 207 der Grundfsteuer- nut! n unterzeichneten Gerichts verfügt worden. its

Vemnach werden Alle, wel<e an das bezet : ¡na werden Alle, wel<e as bezeichnete Grundstück nit protokolirte dingliche, insbesondere pr vilegirte dinglihe Ansprüche geltend machen woller, aufgefordert, dieselben bei Vermeidung des anspruchsfreien Verkaufes und des Ausschlusses bei der Vertheilung des Erlöses spätestens in dem auf den

23. August d. Zs., Vormittags 10 Uhr,

urtheil verkündet wird, im unterzeichneten Gericht anzumelden.

„Fermin zur Zwangsversteigerung des Geweses wird auf den

Ld -

25. August d. Js,, Vormittags 19 VBr, an Geritsstelle anberaumt.

Die Verkaufsbedingungen können 14 Tage vor

,

[iger Stadt unter Hauënummer 723 C, an der | dem Termin auf der Gerichtsschreiberei eingesehen [M4 «je j /\

Dounerstag, den 11. Oftober d. Js,, Morgens 11 Uhr,

Annenftraße belegene Wohnhaus mit allen Zubehs- | werden. rungen, beschrieben in der Grundsteuermutterrolle, w. den Grundsteuerforts{reibung8verhandlungen des Gemeindebezirk Hildesheim, Artikelnummer 2435, Kartenblatt 47, Parzelle 302/77 zur Größe von 1a 67 qm zwangsweise in dem dazu auf

Sonderburg, den 16. Juni 1883, Königliches Amtsgericht, I. Abtheilung.

BULrnev, i. V,

3 Bekanntmahung.

In der Zwangsvollstre>ungss\ache des Breanerei-

allhicr anberaumten Termine öffentlich versteigert | besißers Mackensen in Badenhausen, Klägers, wider werden. d, Bet rar fliebhaber werden damit geladen. Alle, welche daran Eigenthumsê-, Näher-, lehen- | dert, ihre Forderungen unter Angabe des Betrages

den Shreiber Lampe in Walkenried, Beflagten, wegen Forderung, werden die Gläubiger aufgefor-

J

rechtlicze, fideikoimisfarische, _Hfand- und sonstige | an Kapital, Zinsen, Kosten und Nebeuforderungen dingliche Rechte, insbefondere Servituten und Real- | binnen zwei Wochen bei Vermeidung des Ausschlusses

echtigungen zu haben vermeinen, werden aufge- | hier anzumelden.

fordert, selbige im obigen Termine anzumelden und die darüber lautenden Urkunden vorzulegen, unter | zur Vertheilung der Kaufgelder wird Termin auf dem Verwarncn, daß im Nichtanmeldungsfalle das S Verhältniß zum neuen Erwerber des

undstü>8s verloren gehe.

Hildes8heim, den 19. Juni 1883.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung T.

249] Aufgebot.

Der Schuhmacher Albect Moeller zu Berlin hat

des hiesigen Vorscbußvereins E. G,, Der Inhaber der Urkunde wird auf-

Aufgebot des Sparecinlagenbuches Nr, 5261,

Donnerstag, den 28. Februar 1884, Vormittags 11 Uhr, dem unterzeihneten Gerichte, Zimmer Nr. 11 eraumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu- den und die Uckunde vorzulegen, wid: igenfalls Kraftloëerklärung der Urkunde erfolgen wird.

RostoX, den 31. Mai 1883. Großherzogl. Me>klenburg-Scwerin\{hes Amtsgericht.

Civil-Abtheilung B. Zur Beglaubigung: Rudolf Krauel, Amtsgeri<ts-Sekretär.

Aufgebot.

rags erforderlihen Thatsachen zlaubhaft gemacht wird Louis Burgdorf aus Hildesheim, früßer

Kellner dasclbst, geboren am 1. April 1851 von der Wilhelmine Caroline Cäcilie Sophie Sievers, spä-

beim unterzeichneten Gerichte bis zu dem auf den 16. September 1884, Morgens 10 Uhr,

iters Wilhe i s i in di Schuhmachermeisters Wilßelm Neumann geworden | hier angesetzten Termine oder in di-fem zu melden,

d, tejeni unter Andcohen des Rechtsnachtheils, daf i

gläubiger oder Vernächtnißnehmer an den Nachlaß | Nichtanme".dungsfalle für O ea U h 1 i ann ud)e Ver haben, aufgefordert, diese ihre Ausprüche und Rette | folgern werde überwiesen iverden.

möge’, den nächsten bekannten Erben oder Nas

Ferner werden

temb 1) Alle, welche über das Fortleben des Verschol anberaumten Termine anzumelden, widrigenfalls sie | lener1 Kun 6 en Mi at h gegen die Benefizialerben ihre Ansprüche nur i e A E A

) für den Fall demnähstiger Todeserklärung

etwaige Erb- oder Nachfolgeberebtigte zur Anmel-

g ihrer Ansprüche in dem vorstehend auf den 16. September 1884, Morgens 10 Uhr,

Zur Erklärung über den Vertheilunaëplan, sowie

Donnerstag, den 19. Juli 1883, Morgens 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Amtsgericßte anberaumt, wozu die Betheiligten und der Ersteher hiermit: vorgeladen worden. Walkenried, den 22, Juni 1883, Herzogliches Amtsgezicht. Hartwieg.

[28400] m Namen des Königs? Auf den Antrag des Arbeiters Garl Schulze und dessen Chefrau, Friederike, geb. Ballhczn, zu Ern1s- leben, erkennt das Königliche Amtsgericht zu Erzns= leben dur< der Gerichtsassessor Pfannkuchen am. 22. Juni 1883 auf Grund des $, $48 Givil-Prozeß= Ordnung

i für Recht: Die Urkunde, wel<he über diejerègen 52 Thaler: 2 Sgr. 3 Pf. väterliche Erbegelder der 3 Geschwister: Giesede, Johanne Sophie Margarethe, Gottfried. August und Andreas Martin: Friedrich, lautet, welwe auf dem zu Ermsleben. sub Nr. 159 bes legenen, im Grundbuche von Gzmsleben Band IV- Biatt 457 eingetragenen. Hausgrundstü® Abtheie- lig T1, su» Nr. 2 eingetragzn stehen, twird- für: lraitlos ertläzt, und die Kosten des Verfzhrens den. Äntrazstellenza zur Last gelegt. Königliches Anzt3gericht.

4 Im Namen da3 Königs2: Zan der Voß'schen Aufgebotsfache (V. 3./83) erkennt das Königliche Amtsgericht zu Meyenburg 2

da pp.

E für Recht: , 1) die Hypothetenurkunde über 509 (6. Darlehn, eingetragen aus der Shuldurkunte vom 25. März 1854 an demselven Tage für den Altsizer Wilhelm GHriftoph Revher zu, Shmolde in Abtheilung 11. Nr. 6 des dem Bauer Frietzih Voß gehörigen Grundstüks S<hmolde Band 1V. Vlatt Nr. 88, gebildet aus der Schuldurkunde vom 15, März 1854, dein Hypothekenschein und der. Ingroßationsaote wind S s Aut 2) die Kostea des Aufgebot8verfahreas werden dem Bauer Friedri Voß auferlegt. R Meyenburg, den 19. Juni 1883.

Königliches Amtsgericht.

[28521] : Berichtigung. _ «In der Bekanntmachung des Amtsgerichts zu Hamburg vom 21. d. Mts., abaedru>t in Nr. 146, 11. Beil. d. Bl, betr. Erlaß des Aufgebots: War=« ne>e, befindet ih ein Druckfehler. Es muß in der 11. Zeile veu oben heißen: „grob Dänisch Ct. K 500“,

angeseßten Termine, oder bis zu diesein, unter | und nichi, wie inserirt: grob Dänisch Ct, Sh, 500

Verwarnung aufgefordert, daß bei der Nebecrwei-