1883 / 153 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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44397 45078 45787 47069 48441 49745 50801 51139 52396 59596 58249 58464 59705 59792 60277 61417 61819 65446 65852 67251 68357 68688 68970 71153 72111 75214 75347 75393 75439 75710 75994 76285 76291 76839 78063 78362 80452 81706 83041 84371 a./b. 84491 84838 85079 86390 86425 86855 87035 87321 87807 87881 89413 89876 91307 91350 91470 91651 92202 92608 92950 93158 93684 94428 95340 95602 95877 96357 96628 97135 98411 99529 99746 99966 100052 101777 101906 103158 103344 103354 103749 104522 104547 105729 105798 106359 107817 107950 108143 108175 108191 108296 109044 109612 109677 109919 110204 110371 110520 110562 110932 111159 111492 111767 111995 112011 112042 112455 112727 115159 115450 115981 115982 116635 116809,

c. Restanten für drei Termiac, welche exkludirt worden sind:

37720 64382 65797 71034 73211 79266 82294 83148 85414 86565 86660 88181 88612 $9149 89217 93827 95811 97466 97741 98247 99536 99963 101210 101631 101872 102165 102390 102577 103547 103767 104544 105243 105277 106160 107383 108235 108494 109684 110107 111131 111493 112396 114006 114227 114435 114901 114977.

Ministerium der geisilihen, Unterrihts- un Medizinal-Ängelegenheiten.

Den Obexrlehrern Schaeffer am Gymnasium zu Prenzlau, Dr. Kallius am Königstädtishen Gymnasium zu Berlin, Levisseur am Leibniz-Gymnasium daselbst, Dr. Emsmann am Real-Gymnasium zu Frankfurt a. O. und Dr, Scholle am A, zu Berlin ist das Prädikat Professor beigelegt worden.

Der Oberlehrer vom Gymnasium zu Mörs, Johannes Hollenbera, ist in gleihec Eigenschaft an das Gym- nasium zu Bielefeld berufen worden. :

Bei dem Friedrihs: Gymnasium zu Frankfurt a. O. ist dem ordentlihen Lehrer Max Sonntag der Titel Ober- lehrer verliehen und der ordentliche Lehrer Þr. Theodor Sieb‘ert zum Oberlehrer befördert worden.

Der prafktishe Arzt Dr. med. Emil Siern zu Breslau ist O Kreis-Wundarzt des Stadtkreises Breslau ernannt worden,

Abgereist: Se. Durchlaucht der Reichskanzler und Präsident des Staats-Ministeriums Fürst von Bismarck nach Friedrichsruh ;

der Direktor im Reichsamt des Jnnern Bosse nach Kisfingen.

Bekanntmachungen auf Grund des Reihsgeseßes vom 21. Oktober 1878,

Die Königliche Kreishauptmannschast als Landespolizei- behörde hat die nihtperiodishen Druckschriften: 1) „Der Deserteur. Dramatisches Zeitgemälde. Ein Beitrag zur Charakteristik der stehenden Heere. Den Freunden des Friedens und der Freiheit gewidmet von einein ehemaligen Soldaten. Zürich, 1870. Ver- lags: Magazin.“ 2) „Die Nihilisten. Festspiel in vier Aufzügen. Na historishen Quellen für die Bühne bearbeitet von **, Für die Commune-Feier in der Nordseite Turnhalle, Chicago, am 18. März1882 verfaßt und bei dieser Gelegenheit zum ersten Male aufgeführt. Chicago, 2 MENSUIGENON von der 8oc. Publishing Society, 87 5 AYES auf Grund von $8. 11 und 12 des Reichsgeseßes gegen die gemeingefährlihen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten. Leipzig, den 28. Juni 1883. Königliche Kreishauptmannschast. Graf ¿zu Münster.

VNichtamfkliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 3. Juli. Gestern Mittag nahmen Se. Majestät der Kaiser in Ems, wie „W. T. B.“ meldet, den Vortrag des Wirklichen Geheimen Legations- Raths von Bülow entgegen. An dem Diner nahmen Theil : Fürst Dolgoruki, Graf zu Dohna-Sqlobitten, Ober-Landes- pre Heiwsöth aus Cöln, Bischof Evert aus

arshau, Konsistorial-Rath Korten, Kammerherr Graf Wedel und Graf Keßler.

Abends erschienen Se. Majestät im Theater.

Heute Vormittag nahmen der Kaiser nah beendeter Trink- kur und Promenade die Vorträge des Hofmarschalls, Grafen Perponcher, und des Chefs des Militärkabinets, General- Lieutenants von Albedyll, entgegen.

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Zur Verhütung von Flurbeshädigungen durch das Publikum 2c. bei den größeren Truppenübungen ist Allerhöhstenorts unterm 8. Mai d. J. eine Jnstruktion ge- nehmigt worden, welhe das „Armee-Verordnungs-Blatt“ veröffentlicht. Nach dieser werden zur Unterstüßung der Landgensd’armen bei Gelegenheit der größeren Truppen- übungen Unteroffiziere und Gefreite der Kavallecie zur Bildung von Gensd'armerie-Patrouillen kommandirt. Der Zweck dieser Patrouillen ist zunächst, das den Truppen- übungen zushauende Publikum von dem Betreten bestellter Fluren zurüczuhalten, beziehungsweise dem- selben geeignete Aufstelungspunkte anzuweisen. Außerdem liegt den Patrouillen ob, die Ordnung der marschirenden Truppenbagage, der Wagenkolonnen mit Bivouaksbedürfnissen zu kontroliren und sonstige, dem Feldverhältnisse entsprechende Polizeidienste zu verrihten. Dieje Patrouillen bestehen in der Regel aus 3 Mann, und zwar aus: 1 berittenen Landgensd'armen als Führer, sowie 1 Unteroffizier und 1 Gefreiten der an den Truppenübungen theilnehmenden Kavallerie-Regimenter als Be- gleiter des Ersteren. Als besondercs Dienstabzeichen legen die kom- mandirten Mannschasten zum Waffenro 2c. wie zum Mantel einen Ringkragen von weißem Metall an, auf welchem ih zwei heraldishe Adler in Gelb befinden. Die Mannschaften haben, sobald sie zur Wahrnehmung des Polizeidienstes auf- treten, stets im Dienstanzug mit obigem Ringkragen zu erscheinen. Die kommandirten Mannschaften haben diejenigen polizeilichen Anordnungen mit zu befolgen, welche der Landrath den zu diesen Patrouillen kommandirten Gensd’armen innerhalb seiner Kompetenz zu ertheilen für nöthig erachtet. Werden, wie bci den großen Herbstübungen, Gensd'armen aus ver- schiedenen Kreisen kommandirt, und unter Aufsicht von Gensd'armerie-Offizieren verwendet, so gchen die den Patrouillen zu ertheilenden Anordnungen von diesen Gensd'armerie:ODffi- zieren aus; hat aber eine solhe Abkommandirung von Gensd'armen für Manöverzwecke nicht stattgefunden, verbleiben leßtere vielmehr in den von den Manövern berührten Kreisen zur Verfügung der betreffenden Landräthe, so haben auch die zur Unterstüßung dieser Gensd'armen kommandirten Unter- offiziere und Gefreiten den Seitens des betreffenden Land- raths an sie ergehenden Weisungen nachzukommen. VBezüg- lih des Einschreitens gegen Unordnungen der marschirenden Truppenbagagen 2c. sind indessen lediglich die mili- tärischerseits gegebenen Weisungen maßgebend. Nach Schluß der täglihen Uebungen treien in der Regel die zur Unterstüßung der Gensd’'armen kommandirten Mann- schaften unter den direkten Befehl des leitenden Truppen- commandeurs zurück, um erforderlichen Falls noch zu militär- polizeilihen Diensten in den Bivouaks und Kantonnements verwendet zu werden. Eine Verwendung zu Ordonnanz- diensten bleibt indessen ausgeschlo}sen.

Der Reihs-Stempelabgabe aus Nr. 4a. des Tarifs zu dem Geseg, betressend die Erhebung von Reichs: Stempelabgaben vom 1. Juli 1881, unterliegen nach cinem Urtheil des Reihsgerichts, 111. Strafsenats, von 2. Mai V L auch die Schriftstücke von Geschäftsagenten (Unter: händlern) jeder Art über die im Geseße bezeichneten Geschäfts- abshlüsse an ihre Auftraggever, sobald diefe Schriftstücke den Beweis des betreffenden Geschästsabschlusses auch nur im Verhältniß zwishen dem Unterhändler und Austraggeter, wenn auch niht dem Gegenkontrahenten gegenüber, liefern

sollen.

S. M.S. „Nymphe“, 9 Geshüße, Kommandant Korv. Kapt. Dietert, ist am 25, v. Mts. in Port Mahon eingetroffen und an demselben Tage nah Cartagena in See gegangen.

S, M. Kanonenboot „Jltis“, 4 Geschüße, Komniandart Korv. Kapt. Kiausa, ist am 8. Mai cr. in Nagajaki ein- getroffen.

Das „Marine-Ver.-Bl.“ veröffentlicht folgende Nach- cihten über Schiffs8bewegungen (das Datum vor dem Orte bedeutet Ankunft daselbst, nah dem Orte Abgang von dort). S. M. Knbt, „Albatroß“ 19./3. Montevideo. Leßte Nachricht von dort 26./5. (Poststation: Montevideo [UÜruguay]). S. M. S. „Arcona“ 18./6. Kiel. (Poststation Kie.) S. M. S. „Carola“ 31./3. Auckland. Leßte Nachricht von dort vom 12./4.; ist von Auckland nah Apia gegangen und beabsich- tigte Mitte Mai die Heimreise über Matupi, Hermit und event. Batavia anzutreten. (Posts;ation : Suez.) S. M. Knbt, „Cyclop“ 14./4, Alexandria 31./5. —- 9./6. Catania. 10./6. 11./6 Malta 16./6. 25./éi Gibraltar 26./6. (Post- station: Plymouth.) S. M. S. „Elisabeth“ 29./4. Castle RockX (behuss Abhaltung der Schießübungen) 29./4 8,/6. Saigon 9./6. 13./5, Singapore 16./5. (Poststation : St. Vincent [Kap Verds8].) S. M. S. „Freya“ 9./6. Neufahrwasser. (Poststation: Neufahrwasser.) S. M. Knbt. „Hyäne“ 22./3. Auckland. Lehte Nachricht ron dort 24./4, (Poststation: Sidney [Australien].) S. M. Knbt. „Jltis“ 16./4. Hongkong 26./4. über Swatow und Amoy nach Nagasaki. (Poststation: Hongkong.) S, M. S. „Leipzig“ 22./5. Yokobama. (Poststation : Hongkong.) S. M. Av. „Loreley“ 25./5. Buyukdere. 18./6 2wöchent- lihe Uebungsfahrt behufs Abholtung der Schießübungen an- getreten. (Pojtstation : Konstantinopel.) S. M.S. „Marie“ 3,/6. Funchal (Madeira.) Beabsichtigte am 4./6. die Reise nah Rio de Janeiro foctzusezen. (Posistation: Montevideo [Uruguay].) S. M. „Moltke“ %24./4. Callao. -— Leßte Nagzriht von dort 12./5. ( Poststation: Plymouth [England].) S. M. Brigg „Musquito“ Kiel 93/6. 2M7./6. Swinemünde (Poststation: Swine- münde). S. M. S. „Niobe“ 5./6. Edindurgh. 13./6. 23./6. Dartmouth. (Poststation Dartmouth [England].) S. M. S. „Ngomphe“ 5./6. Palermo 18./6. nach Port Mahon (Post- station: Cartagena [Spanien].) S. M. S. „Olga“ 30./4. Pernambuco. -—— Letzte Nachricht von dort 8./6. (Poststation : Bahia [Brasilien].) S. M. Brigg „Rooer“ Kiel 23./6. 24./6. Swinemünde. (Poststation : Swinemünde.) S. M. S. „Stosch“ 30./4. Amoy 1/5. 6./5, Shanghai. Lette Nach- riht von dort 10./5. (Poststation: Hongkong.) S. M. Knbt. „Wolf“ 19./4. Hongkong 26./4. nah den Suluinseln. (Post- station: Hongkong.) Uebungsgeshwader 18./6. Kiel 25./6. zu Kreuzsahrten in der Nordsee. (Poststation : Cuchaven.)

Hessen. Darmstadt, 1. Juli. Die „Darmst. Ztg.“ meldet: Wir befinden uns in der erfreulichen Lage, die Nach- riht von der Verlobung Jhrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Victoria von Hessen und bei Rhein, ältesten Tochter Sr. Königlichen Hoheit des Groß- NgE, mit Sr. Durchlaucht dem Prinzen Ludwig von attenberg, bestätigen zu können.

Anhalt. Dessau, 30. Juni. (Leipz. Ztg.) Der Herzogliche Hof verweilt gegenwärtig in seiner Sommer- residenz zu Wörliß. Se. Hoheit der Erbp rinz hat vor- gestern Wörlig verlassen, um sih zur Kur nah Karlsbad zu begeben.

Lübe, 29. zuni. (Wes. Ztg.) Die Bürgerschafts- wahlen sind vorgestern beendet und nunmehr sind sämmt- lihe 42 Kandidaten des vaterstädtishen Vereins als Sieger über diejenigen der Fortschrittspartei hervorgegangen. Jn den vorgestrigen Wahlen hatte die Fortschrittspartei, um sih wei- tere Niederlagen zu ersparen, Wahlenthaltung proklamirt ; daher wurde bei eingeschriebenen 779 Wählern mit 492 gegen 5 Stimmen der leßte Sieg errungen. Den Versuch, in.unjere Bürgerschaft einzubrehen , dürfte die Fortschrittspartei sobald nit Lust tragen zu wiederholen, hoffentlich ermannen sich, durch diesen Sieg gestärkt, nun auch unsere gemäßigten Ele- mente bei den nächsten Reichstagswahlen und erobern den ihnen entrissenen Siß zurück.

Hesterreich:Ungarn. Wien, 2. Juli. (W. T. B.)

Das „Fremdenkblatt“ erklärt das Communiqué des rumä- nishen Amtsblattes, welches den Toast Gradisteanu's auf dem Bankett in Jassy verurtheilt, für vollkommen unzureichend. Die rumänische Regierung müsse sih offen und unumwunden zu der Verpflichtung bekenncn, Tendenzen, welche die Sicherheit und den Frieden des Nachbarreiches ge- fährden, offen entgegenzutreten und dieselben auszurotten. Eine solche bündige und unzweideutige Erklärung scheine un- erläßlih, damit die Schatten, welche die unqualifizirbaren Aeußerungen Gradisteanu's auf Rumäniens Beziehungen zu Oesterreich geworfen, wirklich wieder vershwinden. _ Triest, 2. Juli. (W.T. B.) Der Statthalter ver- fügte wirksame prophylaktishe Maßregeln gegen vie Cholera. Der leßte aus Alexandrien mit 89 Passa- gieren angekommene Dampser wird einer siebentägigen Qua- rantäne unterzogen.

Graz, 2. Juli. (W. T. B.) Der Kaiser empfing heute verschiedene Deputationen und besichtigte die anläßlich der Feier der 600 jährigen Regierung des Hauses Habsburg veranstaltete kulturhistorishe Ausstellung, überall von der Volksmenge enthusiastisch vegrüßt.

Belgien. Brüssel, 2. Juli. (W. T. B.) Heute Abend fand bier eine ziemlih lebhaste von verschiedenen fortshrittlihen Vereinen Brüssels und der Provinz veranstaltete Kundgebung der Bevölkerung zu Gunsten der Nevision des Art. 47 der Verfassung (Ausdehnung des Stimmrechtes) statt. Dem Präsidenten der Kammer wurde eine Petition zugestellt und dem Deputirten Janson, welcher eine beifällig aufgenommene Rede hielt, eine Adresse. Nach einer Demonstration vor den Ministererien zerstreute sih die Menge wieder. Jrgend welche Ruhestörungen fanden nicht statt. j

Grofßbritaunien und Jrland. London, 30, Juni. (Allg. Corr.) Die Königin empfing gestern im Schloß Windsor den serbishen Gesandten, welher der Monarchin den ihr von seinem Souverän verliehenen Weißen Adler - Orden überreichte. Hierauf hatten Lord Ampthill, und Lord Dufferin Audienzen bei Jhrer Majzjestät.

Die ministerielle Partei hat einen wihtigen Wahl- sieg in Hastings errungen, wo gestern ai Stelle des zurück- getretenen bisherigen konservativen Vertreters Mr. Murray der liberale Kandidat Mr. Jnunce (ein Jurist) in das Unter- haus gewählt wurde. Der siegreihe Kandidat erhielt 2138. Stimmen odex 37 mehr als der von der fonservativen Partei aufgestellte Kandidat Mr. Warner. Die liberale Partei hat somit den Sig wieder eingenommen, den sie bei der leßten allgemeinen Parlamentswahl eingebüßt hatte.

Der zur Prüfung des Kanaltunnelprojekts ein- gesezte Ausschuß der beiden Häuser des Parlaments wird, wie es heißt, seinen Bericht aegen Ende Juli zur Vor- lage bringen. Die Majorität des Ausschusses ist entschieden gegen den Bau des Tunnels und wird, wenn man sih im Ausschusse nicht einigen würde, einen eigenen Bericht abfassen und dem Parlament vorlegen. Es ist jedo keinem Zweifel mehr unterworfen, daß die nachgesuchten Konzessionen (eine durch Sir Edward Watkins, die andere durch Lord Richard Grosvenor) in diesem Jahre niht mehr zur Berathung kommen werden.

In Folge der Verwerfung der Schwägerehe-Bill dur das Oberhaus wird im Hause der Gemeinen so bald als mögli eine Resolution zu Gunsten der Legalisirung der Schwägerehe eingebraht werden. S

Die Einzelnheiten des Planes für die Verthei- digung von British-Beludschistan sind, wie ein Tele- gramm aus Calcutta meldet, nunmehr endgültig festgestellt worden. Die äußerste Grenze wird von eingeborenen Mann- schasten, in kleine Forts postirt, beseßt werden. Diesen Sta- tionen werden centrale Militärposten von betcächhtlicher Stärke als Stütze dienen. Die Garnison von Ouetta wird eine europäische Beorgbatterie, eine europäische Garnisonsbatterie, zwei Schwadronen eingeborener Kavallerie, ein Bataillon britischer Fnfanterie und zwei Regimenter eingeborener Jn- fanterie umfassen. Die übrigen Garnisonen werden 1n New- Bazaar, Sharigh, Thall-Chotiali, Sibb und Sai placirt werden. Die Verstärkungen werden nicht vor nächsten Winter vorgeschoben werden. |

2. Juli. (W. T, B.) Unterhaus. Der ‘Pres micr Gladstone theilte mit, die Regierung habe eine Note nach Queensland gesandt, in welcher erklärt wird, daß die Annexion von Neu-Guinea vom Nechtéstandpunkte aus nicht zu rechtfertigen sei. Die Regierung könne diesen Akt nicht bestätigen ; jedenfalls müßte ein solher Schritt von: der englishen Regierung ausgehen. Die Regierung sürchte nicht die Absicht einer fremden Macht, Neu-Guinea zu beseßen, indessen würde ein solches Vorgehen einer fremden Macht nicht außerhalb der Jateressensphäre Englands liegen. Gladstone fügte hinzu, dem Staatssekretär der Kolonien seien andere Vorschläge wegen Annexionen in jenen Ge genden mündlih gemacht worden, er habe aber vor Beantwortung derselben schriftlihe Vorschläge erbeten. Unter-Staatss ckretär Figmaurice erwiderte auf eine Anfrage, der Han dels- vertrag mit Ftalien sei am Sonnabend ratifizirt w orden.

Das Oberhaus nahm in dritter Lesung die B ill über. die Seefischerei an.

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Dim „Standard“ wird aus Tamatave vom 14. Juni berichtet, daß eine Abtheilung Franzosen in Stärke von 500 Mann als Garnison in Tamatave zurückgelassen wurde und daß die übrigen Truppen auf dem Vormarsch in das Jnnere begriffen sind. Die Hovas hätten sih in die Gebirge zurückgezogen, wo sie Verstärkungen von Antanana- rivo erwarteten. Ein Zusammenstoß stehe bevor.

Frankreich. Paris, 1. Juli. (Köln. Ztg.) Nach den leßten Nachrichten aus Alexandrien scheint es gelungen zu sein, die Cholera örtlich zu beschränken, da bis jeßt nur die Gebiete von Damietta, Rosette, Port Said und Mansurah von der Seuche ergriffen find; in Damietta sind fast nur Eingeborene gestorben, zu Mansuraÿ starb der italic- nische Vizekonsul und eine europäishe Dame. Jn Alexan- drien ist indeß die Panik noch immer groß; 2000 Europäer haben die Stadt bereits verlassen. ;

92. Juli. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer seßte die Berathung der Interpellation wegen der Tonkin- Angelegenheit auf den 10. d. M. fest. Der „Temp“ meint, die Pourparlers zwischen Tricou und Li-Hung-Chang häiten nur den Charakter eines Austausches der Ansichten gehabt, niht den wirklicher Unterhandlungen. Der Marine- Minister wird demnähst aus Gesundheitsrücksichten Paris auf einige Zeit verlassen. Der Graf von Paris ist heute Morgen angekommen, alle Prinzen von Orleans sind zum Familienrath zusammengetreten. Abends reiste der Graf mit den Herzögen von Nemours und Alençon nah Frohsdorf ab. Nach einer Depesche aus Frohsdorf von 11/2 Vhr Vormittags, war das Befinden des Grafen Chambord am Ende des gestrigen Tages s{hlecht, heute Morg?n ruhiger, wenig Veränderung im Allgemeinzustande bemerkbar. Die Krankheit desselben besteht in einem sehr ernsten Magenleiden, doch soll eine unmittelbare Gefahr für das Leben desselben nah den Versicherungen der Aerzte ausgeschlossen sein.

Türkei. Konstantinopel, 3. Juli. (W. T. B.) Die Pforte hat ein Rundschreiben versandt, in welchem für alle nah der Türkei kommenden Schiffe die Visirung ihrer Papiere durch die türkishen Konsuln verlangt wird. Ein Reglement, welches für Zuwiderhandelnde verhältnißmäßige Geldstrafen festseßt, liegt dem Rundschreiben bei.

Amerika. Washington, 3. Juli. (W. T. B.) Die Schuld der Vereinigten Staaten hat im Monat Juni um 18 190 000 Doll. abgenommen, Bis ultimo Juni befanden sich in der Staatskasse 345 390 000 Doll.

Æfrika. Egypten. Alexandrien, 2, Juli. (W. T. B.) Jn Port Said starben gestern 5 Personen an der Cholera. Auch hier ist ein Todesfall vorgekommen, den man der Cholera zuschreibt. Der Sanitätskordon wurde unter die Kontrole des Obersten Clarke und anderer englischer Offiziere gestellt.

Zeituugsstimmen.

Die „Germania“ schreibt:

In das Gefühl der Befriedigung, mit welcher wir den Schluß dieser arbeits- und erfolgreichen Session zu begehen gedaten, hat das Herrenhaus einen bitteren Tropfen fallen lassen. Die Kanalvor- lage isl mit fünf Stimmen in der Minderheit geblieben Wir be- dauern das im Interesse des Landestheils, dem die erste Kanalstrecke zugedaht war im Interesse der andern Landestheile, welche auf die ferneren Routen hofften und im Interesse des Herrenhauses felbst. Der Kanalbau ist mindestens auf ein Jahr verschoben worden, vielleicht aufgehoben. Die erstere Eventualität würde vorausseßen, daß die Regierung an die Resolution. des Herrenhauses, welche die be- fannte unmögliche Forderung der baldigen Proponirung eines allum- fassenden Kanalnetes stellt, sich nicht kehrt, sondern nächstes Jahr die jeßige Vorlage wiederholt; anderenfalls ist gar nicht abzu- sehen, wann wir zum ersten Spatenstiche kommen sollen. Wir würden es für verständlicher halten, wenn die Mehrheit, welche die jetzige Vorlage zu Fall gebracht, sich auf_den Standpunkt Stumm stellte: Keine Wasserstraßen nur Swienenwege! Das ift ein Grundsaß, der wenigstens Hand und Fuß hat. Aber diesen Kanal, der unbedingt der erste sein muß, zu Falle zu bringen und dabet durch die Forderung eines gewaltigen allgemeinen Kanalnetzes sih zugleich für die Nüßlichkeit der Kanäle in ausgedehntester Weise zu engagiren das will uns nicht als ein reiner Reim erscbeinen!

Das Herrenhaus hat gewiß das Recht, als Bremse am Wagen der Regierung zu wirken. Aber wenn das Haus in so vielen Fragen, wclche Dinge von ungleich größerem Werthe, als das Risiko dieses Baues, betrafen, auf die Autorität und die Verantwortlichkeit der Regierung hin das Experiment gestattete, dann hâttecs nach unserer Ansicht hier erst recht dem Wunsche der Regierung folgen sollen, Es handelte sich um ein bedeutendes Interesse und einen lebhaften Wunsch des Westens der Monarchie. Die Enttäushung wird nicht ohne allgemeine politische Konsequenzen sein, und gerade das Herrenhaus follte au wenigsten Neigung haben, die unmuthige Kritik des Westens herauszufordern, Wenn die Kanalfrage niht nah dem Stummschen Prinzip behandelt wird, sondern die Priorität und damit die Rivalität der verschiedenen Landestheile in den Vordergrund tritt, dann wird sih nicht ver- meiden !assen, daß man die Frage aufwirft, ob denn au die Zu- sammenschung des Herrenhauses eine derartige ist, daß es als gere{ter Richter zwischen den einzelnen Theilen des Staates gelten kann, Wir sind keineswegs gewillt, die folgenreihe Frage der rationellen Zasammenseßung der Ersten Kammer auf die Tagesordnung zu seyen und gegen das sehr bedeutende Uebergewiht der östlichen Provinzen den Kampf zu eröffnen. Aber es wird diese Frage naturgemäß brennend werden müssen, wenn das Uebergewicht ni{ht in diskreter Weise sich selbst zu beschränken weiß. Denn die Thatsache wird si nicht bestreiten lassen, daß die fünf Stimmen, welche den Kanal zu Fall brachten, blos dem Mißverhältniß in der Veriretung der öste lichen und westlichen Provinzen ihr Dasein verdanken.

_Veber dieselbe Angelegenheit bemerkt die „Weser- Zeitung“:

Die Entscheidung des Le ist in hohem Grade zu be- dauern. - Sie stellt das Zustandekommen des Kanals aufs Neue einer ungewissen Zukuzft anheim. Die eben erreihte Billigung der Vor- lage durch Zweidrittelmehrheit des Abgeordnetenhauses is wieder hin- fällig geworden. Das ganze Spiel der lokalen Interessen an der Route des Kanals beginnt aufs Neue; wer weiß, wie es endet und ob es nicht mit einer unentwirrbaren Verschlingung endet. Ganz be- sonders hedauern wir die (Fntscheidung im Interesse der Emshäfen, die sih schon großer Freude über das Zustandekommen hingegeben hatten, die allerdings auf eins nicht gerechnet hatten: die Macht und he I Interessenveriretung des verkehrsfcindlichen Agrarier-

ms.

Ferner der „Hamburgische Correspondent“:

„, Es ist sehr bedauerlih, daß ein Werk, welches von der Natur selber vorgezeichnet ist, und dessen Ausführung deshald, wie wir dies fürzlih authentisch mittheilen konnten, {on alsbald vom ersten Napoleon ins Auge gefaßt war, nachdem er Hamburg in seine Ge- walt genommen hatte, wieder hinausgeshoben wird, Für weitere wichtige Kanalvorlagen wäre die Annahme der Vorlage außerdem ein wichtiges prinzipielles Präjudiz gewesen.

Die „Karlsruher Zeitung“ theilt aus dem See LTR der Handelskammer des Kreises Freiburg für das Jahr 1882 Folgendes mit:

Zur allgemeinen Geschäftslage wird bezüglich der Industrie fkon- statirt, daß bei vielen Zweigen derselben, besonders denjenigen in welchen theilweise für den Erport gearbeitet wird, eine fortschreitende Besserung sich zeigt, wogegen beim Handel, der mehr von den lokalen Verbältnissen abhängig ist, leider nicht dasselbe gesagt werden kann. Diese Besserung bei der Industrie besteht hauptsächlich in der stärkeren Beschäftigung, was sich auch aus der größeren Zahl von Arbeitern ergiebt, dagegen wird mit wenig Ausnahmen geklagt, daß dte Preise gedrückt seien und daher wenig verdient werde. Der Handel leidet hauptsäblich an den Folgen der seit cinigen Jahren ungünstigen Erträge der Landwirthschaft und haben sich hier die Ver- hältnisse gegen das Vorjahr in vielen Gescbäftszweigen eher noch ver- \{limmert. Auch cine Reihe anderer Ursachen werden in dieser Hinsicht geltend gemacht. :

Das „Centralblatt für den deutschen Holz- handel“ (Stuttgart) veröffentlicht zinen dem „Forstwissenschaft- lichen Centralblatt“ entnommenen Aufsaß über die Bedeutung der Holz verarbeitenden Jndustriezroeige, von dem Oberförfter und Dozenten Dr. R. Weber in Aschaffenburg. Jn diesem Aufsaß heißt es:

Alle Forstleute sind zur Zeit darüber einig, daß es mit der reinen Brennholzwirth\haft in unseren Waldungen wohl für immer vorbei ist. Aber mit der Kohlenförderung bielt auch der Aufs{wung der Eisenindustrie fast çleihen Schritt. Obgleich nun dieser Industrie- zweig für den Betrieb der Bergwerke, für Bau und Unterhaltung der Hüttenwerke erhebliche Quantitäten Nußholz kfonsumirt, so erwies er sich doch mit der Zeit als ein gefährlicher Kcnkurrent der Holzproduzenten, indem Eisen das Holz bald von bedeutenden Absatzgebieten, z. B. Schiffsbau, Brückenbau, Hocbbau u. f. w. verdrängte. So lange jedo der Eisenbahnkau für Schwellen alljährlich beträchtliche Massen Nutholz absorbirte, gli sih obiger Verlust an Nacbfrage aus, seit- dem aber die Bahnverwaltungen auf den eisernen Oberbau und die Verwendung eiserner Längs\chwellen überzugehen beginnen, vird das für unsere Nußbol,wirthshaft gleichfalls verhängnißvoll. Hierzu fommt nun noch die großartige Zufuhr von Nuyßhölzern vom Auslande her, welde in steigender Progression unsern Markt über- fluthen. Dieser durch Differentialtarife und Refaktien theilweise großgezogene Holzimport überwiegt unsere Ausfuhr gegenwärtig um rund 22 Mill. Festneter pro Jahr, repräsentirt mithin den Ertrag von ca. 400 000 ha Nadelholzwald oder annähernd der halben Flächen- größe der Staatéforste Bayerns und besteht vorwiegend aus Nuß- hölzern verschiedensler Gattungen. Fassen wir das Gesagte zusammen, so muß uns das rapide Sinken der Waldrente als nothwendige Folge dieser Umstände erscheinen. In der That weisen die Budgets sämmtlicher deutschen Staaten seit 1876 einen Rückgang der jähr- lien Einnahmen aut Forsten auf, welcher für das ganze Reich gegen- wärtig auf ca. 28 Millionen Mark pro Jahr taxirt wird und der im Einzelnen um so stärker war, je näher die betreffenden Gebiete an den Kohlenbecken liegen . ... . E

Die „Berliner Börsen-Zeitung“ schreibt :

Tas Köntgreih Sachsen is wohl derjenige deutsche Staat, welcher in Bezug auf seine Finanzlage am meisten voa der Situation berührt wird, in welcher sich die industriellen und gewerblichen Betriebe befinden, da entgegen anderen Staaten die industrielle und die landwirthschaftliche Thätigkeit in ziemlih gleiher Vertheilung sich über tas ganze Land verbreiten. Die sfoeben bekannt gewordenen (Ergebnisse der sächsisben Finanzverwaltung für die zweijährige Etatsperiove 1880—1881 gewähren daher einen Anhalt für die Lage der gewerblichen Thätigkeit im Vergleich mit der vorhergehenden Periode. Der Ertrag der Ueberschußverwaltungen war abgeschäßt nach den Grundsäßen der Etatsveranlagung auf 127 519 174 M, derselbe belief sich jedoch auf 140 413 848 #, also ein Mehr von 12 894 674 4 Von diesem Mehrergebnisse entfielen auf Forsten 308 487 #, Porzellanmanufaktur 456 254 4, Stein- fohlenbergwerk 501 087 M, fisfalishe Hüttenwerke 659 228 Æ, Blau- farbenwerk 114665 #4, Staateeisenbahnen 7 594 075 Æ, direkte Steuern 1 939 702 4, zus1mmen ca. 113 Millionen Mark. Diese Zahlen ergeben sehr deutlich, daß dies gegen die BVorperiode günstige Abschlußresultat ganz wesentlich auf der eingetre- tenen Besserung der wirthsHaftlihen und namentli industriellen Verhältnisse beruht. WBesoners hervortretend ist das Mehrergebniß der Staatseisenbahnverwaltung ; dasselbe hatte 1880 schon 3 289 712 betragen und stieg 1881 auf 4304 363 #, damit stieg zugleih die Gesammtverzinsung des Staaishahnnetzes von 4,438 9/9 auf 4,571 %o, während dieselbe 1878 nur 3,870 %/o9, 1879 nur 3,950 °/9 betragen hatte. Diese steigenden Eifenbahnüberschüsse sprechen gerade am deut- lichsten für die seit 1879 eingetretene und seitdem langfaw aber stetig fortschreitende Gesundung der wirths{haftlichen Verhältnisse im König- rei Sachsen.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Alexandrien, 3. Juli. (Telegramm des „Reuterschen Bureaus.) Gestern sind in Damiette 130, in Mansurah 12 und in Samanud 4 Personen an der Cholera gestorben.

Neichstags - Angelegenheiten.

Marburg, 3, Juli, (W, L, B.) Der Reichstagsabgceordnete Prof. Dr. Arnold ift plôgli gestorben,

Landtags - Angelegenheiten.

Die durch Königliche Verordnung vom 2. November 1882 zum 14. November desselben Jahres einberufenen beiden Häuser des Landtags sind gestern auf Grund der Allerhöchsten Botschaft vom 27. Juni geschlossen worden. Während dieser Zeit haben im Herren- hause 19 Plenarsißungen, 21 Sitzungen der Abtheilungen und 64 Kommissionssißungen, im Hause der Abgeordneten 91 Plenar- situngen, 19 Sißungen der Abtheilungen und 244 Sißungen der verschiedenen Kommissionen stattgefunden.

Den beiden Häuser des Landtags gingen Seitens der Königl. Staatsregierung zu, und zwar:

J a, zunächst dem Herrenhause. __1) Ges.-Entw., detr. die Kirchenverfassung der evangelisch-refor-

mirten Kirche der Provinz Hannover.

2) Gesf.-Entw., betr. die Behandlung der Schulversäumnisse.

3) Entwurf einer Landgüterordnung für die Provinz Brandenburg.

4) Ges.-Entw., betr. die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen.

5) Ges.-Entw., betr. die nochmalige Verlängerung des in den S8. 9 und 12 des Gesetzes über die Auflösung des Lehnsverbcindes der dem sächsischen Lehnrechte, der Magdeburger Polizeiordnung und dem longobardischen Lehnrehte, sowie dem allgemeinen preußischen Landrechte unterworfenen Lehen in den Provinzen Sachsen und Brandenburg vom 28. März 1877 (Ges.-S. 1577 S. 111 ff.) den Lehnsbesitzern gestatteten vierjährigen, dur das Geseß vom 10. März 1880 (Ges.-S. 1880 S. 215) um zwei Jahre verlängerten ,Wabhl- rechts um fernere zwei Jahre.

6) Verordnung, betr. die Vertretung des Lauenburgischen Landes- Kommunalverbandes vom 24. August 1882.

b. Zunächst dem Hause der Abgeordneten.

7) Ges.-Entw., betr. die Feststellung des Staatshaushalts-Etats für das Jahr vom 1. April 1883/84.

8) Ges.-Entw., betr. die Ergänzung der Einnahmen in dem Staatshaushalts-Etat für das Jahr vom 1. April 1883/84.

9) Ges.-Entw., betr. dic Aufhebung der beiden untersten Stufen der Klafsensteuer.

10) Ges.-Entw., betr. die Erhebung einer Hundesfteuer.

11) Ges.-Entwürfe,

a. betr. die Beschaffung von Mitteln für die Erweiterung, Vervollständigung und bessere Ausrüstung des Staats-Cisen- bahnnetes und die Betheiligung des Staates bei dem Bau einer Eisenbahn von Za}onskowo nach Löbau.

b. betr. die Umgestaltung der Bahnanlagen innerhalb des Festungsgebiets der Stadt Cöln.

c, betr. Abänderungen des Gesetzes über die Erweiterung, Ver- vollständigung und Besserausribtung des Staats-Cisenbahn- netzes vom 15. Mai 1882 (Ges.-Samml. S. 280),

aus den Berathungen und dec Beschlußfassung beider Häuser des Landtags hervorgegangen als:

Ges.-Entw., betr. die Beschaffung von Mittein für die Erweite- rung, Vervollständigung und bessere Ausrüstuno des Staats-Cisen- bahnnetzes und die Betheiligung tes Staates bei dem Bau einer Eisenbahn von Zajonskowo nach Löbau.

12) Ges.-Entw., betr. den Erlaß polizeiliher Strafverfügungen wegen Uebertretungen.

13) Ges.-Entw., betr. die Abänderung des hannoverschen Gesetzes vom 30. Juni 1842 über das Verfahren in Gemeinheitstheilungs- und Verkoppelungssachen.

14) und 15) die Gesetzentwürfe

a. zur Abänderung des Gesetzes über die Organisation der allge- meinen Landesverwaltung vom 26. Juli 1880 (Ges. - S. S. 291),

b, zur Abänderung des Gesetzes, betr. die Verfassung der Verwal- tungsgerichte und des Verwaltung®streitverfahrens vom 23 Juli 1875/2. August 1880 (Ges.-S. 1880 S. 328),

e. zur Abänderung des Gesetzes über die Zuständigkeit der Ver- waltungs- und Verwaltungsgerichtsbehörden,

hervorgegangen aus den Berathungen und der Beschluß- fassung beider Häuser des Landtags als:

Gef.-Entw. über die allgemeine Landesverwaltung, und

Ges.-Entw. über die Zuständigkeit der Verwaltungs- und Ber- woaltungsgerihtsbehöürden.

16) Ges.-Entw. betr. die Verlängerung der im $. 16 Absaß 3 des Gesetzes über die Befähigung für den höheren NVerwaltungsdienfst vom 11. März 1879 (Ges.-S. S. 160) festgeseßten Frist.

17) Ges.-Entw., betr. die Gerichtskosten bei Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen von Gegenständen des unbeweglichen Ver- mögens.

18) Ges.-Entw. zur Abänderung des Gesetzes, betr, die Lande®- bank in Wiesbaden vom 25. Dezember 1869,

19) Ges.-Entw., betr. das Staatsschuldbuch.

20) Ges.-Entw., betr. den Bau cines Schiffahrtskanals von Dortmund über Henrichenburg, Münster, Bevergern, Neudörpen nach der untern Cms.

21) Ges.-Entw., betr. die Befugnisse der Strombauverwaltung gegenüber den Uferbesitßzern an öffentlichen Flüssen.

22) Ges.-Entw., betr. die Aufhebung. der Ufer-Ward- und Hegungsordnung für das Herzogthum Schlesien und die Grafschaft Glatz vom 12. September 1763.

23) Ges.-Entw., betr. Abänderung der kirhenpolitishen Gesetze.

24) Ges.-Entw., betr. die Ausübung des dem Staate zustehenden Stimmrechts bei dem Antrage auf Ausdehnung des Unternehmens der westholsteinshen Eisenbahngesellschaft auf dea Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Wesselburen nah Büsum. |

Außerdem ist dem Hause der Abgeordneten und gleichzeitig dem Herrenhause die unter Nr. 6 erwähnte Königliche Verordnung betr. die Vertretuna des Lauenburgischen Landes-Kommunaloerbandes vom 24. August 1882, zugesandt worden.

Bon diesen 24 Vorlagen haben die oorgedahte Königl. Verordn. vom 24. August 1882, sowie 20 Gesetzentwürfe die Zustimmung beider Häuser des Landtags erhalten. In Betreff derjenigen, welche eine folche nicht erlangten, ist zu bemerken, daß der Ges.-Entw., betr. den Bau eines Schiffahrtskanals von Dortmund über Henrichenburg, Münster, Bevergern, Neudörpen nah der unteren Ems bezw. zur Ver- bindung des Rheins mit der Ems, Weser und Elbe, zwar vom Hause der Abgeordneten angenommen, aber von dem Herrenhause abge - lehnt wurde, der Ges.-Entw., betr. die Behandlung der Schul- versäumnisse, vom Herrenhause berathen aber im Hause der Abge- ordneten nit erledigt worden, und der Ges.-Entw., betr. die Erhebung einer Hundesteuer, vom Hause der Abgeordneten berathen, aber im Herrenhause uncrledigt geblieben ist.

Außer diesen von der Königl. Staatsregierung vorgelegten Geseß- entwürfen is aus der Initiative des Abgeordnetenhauses der Ges.-Entw.,

betr. die Ausdehnung der Wirksamkeit des nassauischen evangelishen

Central-Kirchenfonds und der nafsauishen evangelischen Pfarr-

‘Wittwen- und Waisenkasse auf die vormals hessischen Theile des

Kousistorialbezirks Wiesbaden,

hervorgegangen und hat die Zustimmung des Herrenhauses erhalten.

Neben den vorangeführten Geseßentwürfen haben die beiden Häuser des Landtags, abgeschen von Legitimations- und Wahlprüfun- gen, za erledigen gehabt:

1) Uebersicht der von der Königl. Staatsregierung auf Anträge un Resolutionen des Herrenhauses bezw. des Hauses der Abgeord- neten aus der Session 1882 gefaßten Entschließungen.

_ 2) Viernnddreißigster Bericht der Staats\{hulden-Komnmission über die Verwaltung des Staatsshuldenwesens im Rechnungsjahre vom 1. April 1881/82.

3) Rechenschaftsb?eriht über die weitere Ausführung des Gesetzes Wo Een Dezember 1869, betr. die Konsolidation preußischer Staats- anleihen.

4) Vebersiht von den Staats-Cinnahmen und Ausgaben des Jahres vom 1. April 1881/82.

5) Bericht über die bisherige Ausführung des $. 4 im Gesetze vom 20. Dezember 1879, betr. den Erwerb mehrerer Privateisenbah- nen für den Staat (Ges. S. S. 635) des $. 5 im Gee vom 14. Februar 1880, betr. den Erwerb des Rheinischen und des Berlin- Potsdam-Magdeburger Cifenbahnunternehmens für den Staa:r (Ges. S, S. 20) des $. 5 im Gesetze vom 28 März 1882, betr. den weiteren Erwerb von Privateisenbahnen für den Staat (Ges. S. S. 21) und des $. 3 im Gejeße vom 13. Mai 1882, betr. ven Er- werb des Berlin-Änhaltischen Éisenbahnunternehmens für den Staat (Gef. S. S. 269).

6) Denkschrift, betr. die Bestreitung der Ausgaben dzr Kom- missionen für die praktishe Prüfung der Kandidaten des höheren Lehramts.

7) Bericht über die Verwendung des Erlöses für zum. Abbruch verkaufte Baulichkeiten einer Berliner Stadtbahnparzelle.

8) Vebersicht über die Verwaltung der fiskalischen Bergwerke, E uns Salinen im preußis{hen Staate während des Etatsjahres

1/82. ;

9) Bericht über die Ergebnisse des Betriebes der für Rechnung des Staats verwalteten Eisenbahnen im Jahre 1831/82 und Nach- traç zu diesem Bericht.

10) Bericht über dic Bauausführungen und Beschaffungen der Eisenbahnverwaltung während des Zeitraums vom !?. Oktober 1881 bis dahin 1882.

11) Allgemeine Rechnung über den Staatshauskalt des Jahres vom 1. April 1879/80, sowic bie Nechnung von den Fonds des che- maligen Staats\chaßes für 1. April 1879/80.

12) Rechen\chaftsberidt über die Verroendung der flüssig ge- machten Bestände der im $. 94 der Hinterlegungsordnung vom 14, März 1879 (Ges. S. S. 249) bezeichneten Fonds und der im

. 95 Abs. 3 daselbst erwähnten Gelder für die Zeit vom 1. Januar is 31, Dezember 1882.

13) Beglaubigie Abschrift der untec dem 1. Februar abge- \{lofsenen und unter dem 19. Mai l. J.“ ratifizirten Uebereinkunft der Regierungen der Mainuferstaaten über die Kanalisirung des unteren Mains.

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