1883 / 163 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Bu(es zerfällt in drei Hauptabschnitte, die sich mit dem Dolus, der Fahrlässigkeit und dem Geltungsbereih der Willenëshuld besdäftigen End wiederum in Kapitel getheilt sind. Nachdem Verfasser im 1. Kapitel des I. Abschnitts den Dolus in der Theorie (all- gemeinen Dolusbegriff; Vorsaß, Absicht, Zweck, Beweggrund, Grundregeln und Eintheilung des Dolus, dolus even- tualis, dolus generalis, dolus indirectus oder culpa dolo determinata, aberratio ictus, error in objecio. $S. 1—7) erörtert und im 2. den Dolus im Reichs-Strafgeseßbuch (Vorsat, Absicht, Zweck und Beweggrund, Dolus als eventueller, die praktische Bedeu- tung der Lehre vom dolus eventualis, dolus generalis, culpa dolo determivata. S8. 8—13) zur Darstellung gebraczt hat, behandelt er im 3. den Dolus und die Recbtéwidrigkeit (die objektive Rehtéwidrig- keit der Strafthat mit einer Polemik gegen die Bindingsche Theorie, welche die den Strafgeseßen zu Grunde liegenden, den verscbiedenen Ge- bieten der staatlichen und gesellschaftlihen Ordrung angehörigen Normen mit wirkliben Rehténormen verwecsele S. 64, das Bewußtsein der Rebt8widrigkeit als allgemeine Voraussetzung des Dolus mit ein- chender Prüfung der diese Materie behande!nden Literatur, die Wir- ung des Rechtsirrthums auf den Dolus, den Dolus in scinem Ver- bâltniß zu den sogenannten Strafagusschließungsgründen und den Dolus bei Unterlassungsvergeben sowie denjenigen des Theilnehmers. £8, 14—18). Im 11. Abschnitt wendet si der Verfasser zur Fahr- lässigkeit und verbreitet sih in dem denselben cusmachenden einzigen Kapitel nach Voranstellung einer geschichtliden Einleitung & 19 über den modernen Begriff der Fahrlässigkeit in der Theorie und im Reichs - Strafgeseßbuhe $8. 20, 21, Der 111. Abscbnitt: Geltungsbereib der Willensschuld, zerfällt in 2 Kapitel. 1) Das Verhältniß von Dolus und Culpa zu einander mit Bezug auf den Geltungébereih $. 22 und 2) das Herr scbastsgebiet der subjektiven Verschuldung überhaupt (Auffassung der Wissenschaft, des preußisben Strafgeseßbuchs, Stellung des Reichs-Strafgesetzbuchs, praktische Veispiele $8. 23— 26). In einem Anhange 8. 27 werden sch{ließlich noch einige Grund?äte betreffs der proz sualisckcen Behandlung der Verschuldung aufgestellt. Daß Verfasser bei den einzelnen Materien und Rechtsfragen die gesammte Literatur, sowie Recbtsprewung mit kritisher Schärfe benußt und seine Darstellung in klare und gewandte Form gekleidet hat, dürfte \chließlich ein nicht zu untersdätendes Empfehlungsmoment diefes Buches bilten, wclches einen wicbtigen Beitrag zu der Lehre von der Zurcchnung liefert. Auf die äußere Autstattung hat die Verlags- buchhandlung ebenfalls große Sorgfalt verwendet.

Lem Berit über die Veiwaltung der König- lichen Universitäts-Bibliothek zu Kiel im Etatsjahr 1882/83 entnehmen wir Folgendes: Wie im vorjährigen Bericht, fo ist au dieses Mal an erster Stelle des Neubaues für die Univer- sitäts- Bibliothek zu gedenken, zu dessen energischer Fortführung die Mittel durÞ den Staatshaushalts-Etat pro 1. April 1882/83 als zweite Rate bereitgestelit worden sind. Den Termin der Uebersiede- lung der Bibliothek hat die Fürsorge des Ministers auf den März nächsten Jahres festgeseßt, damit während des Winters 1883/84 die Austrocknung des Neubaues bewirkt werden kann. Für die Vermehrung der Bibliothek war von Wichtigkeit das Cir- fular der Minister des Innern und der Finanzen vom 1. Juli 1882, wonach „sämmtlichen Universitäts - Bibliotheken Preußens von allen auf öffentlichen Kosten hergestellten Werken ein Exemplar unentgeltlich zu überweisen ist“; dieser Fürsorge verdankt die Kieler Bibliothek eine Reibe werthvoller amtlicher Publi- fationen. Außerdem empfing die Bibliothek Geschenke und Austaush- schriften von vielen Behörden und Instituten, sowie Publikatior.en von gelehrten Körperschaften und Geschenke oon Privatpersonen. Der gesammte Zuwachs an gedruckten Büchern (ohne die Dissertaticnen und Programme) betrug 2281 Nummern (volle Bände) gegenüber 92022 Nummern im Vorjahre. Dazu kamen 149 Dissertationen- und Programm-Bände, Der am Schluß des Etatsjahres 1882/83 na(h- gewiesene Bestand ist mithin von 177159 auf 179440 Bände sepa- rater Bücher, von 5142 auf 5291 Dissertationen- und Programm- Bände, und die Summe der Manuskripte um eines von 2316 auf 9317 Bânde vermehrt. Hieraus ergiebt sich die Totalsumme von 187048 Bänden gedruckter Bücher und Manuskripte (nebst 73 Ur- funden). Die Benutung der Bibliotk;ek, welche seit dem Jahre 1875 fort und fort gewachsen ist, hat sich seitdem verdreisacht.

Von den im Verlage von Franz Ebhardt, Berlin W., Ring- straße 8/9 (gegenüber dem Joachimsthalsden Gymnasium) erscheinen- den Bildern aus dem Vogelleben Norddeutschlands und seiner Nabbarländer, nah Skizzcn von Paul M. Röper bearbeitet von W. Lackowi 1, liegen dic Hefte 7—12 50 4) vor, Dieselben behandeln den Kreuzshnabel, das Rothkelhen, die Tauben, den Staar, die Goldammer, Sperlinge, den Cormoran, Kiebitz vnd Zaunkönig, den Eisvogel, die Schwarzdrosseln, Steinschmeyer und (Enten. Was wir sÞbon früher gelegentlich der ersten Lieferungen sagten, das gilt auch für diese. Nicht ein Lehrbuch haben wir vor uns, weder im wissenscaftlihen, noch im populären Sinne, fsonbern cin Werk, welches die Liebe zur Natur erwecken, aub dem Unkundigen die Augen öffnen will für die Wunder, die ihn überall umgeben, wenn er hinaus- tritt in Gottes herrliche Schöpfung. Die Gestalten der Vögel bilden nur den Mittelpunkt, um den sih das Leben und Treiben, das Wirken und Schaffen, das Werden und Vergeben im Wesel der Jahreszeiten konzentrirt. Und nach diesem Gesichtspunkte ist die Auëwahl vorzüglich getroffen. In jeder Skizze eröffnen sich dem Leser neue interessante Seiten des so unershöpflih reien Natur- lebens der Heimath, die dur gelegentliche, vergleichende Blicke in die Ferne an Interesse noch gewinnen. Auch die trefflichen Holzschnitte legen den Nachdruck nit sowohl auf die carakteristishen Gestalten der geschilderten Vögel , als vielmehr auf die Situation in Feld und Wald, Sumpf und Wasser zu jeder Jahreszeit. Die Ausstattung des “Ade ist des getigenen Inhalts, ungeactet des billigen Preises, würdig.

—- Von der mit Abb:ldungen uad Karten reih ausgestaiteten 13, Auflage des Brockhaus\hen Konversations-Lexikons find wiederum 5 Hefte, Heft 72—76, erschienen. Dieselben reichen von „Eberhard I.“ bis „Ellesmere“ und enthalten 6 Bildertafeln (Säugethierreste aus dem Diluvium, Eisenbahnen 11, Eisengießerei, Eisenerzeugung, Elecktrishe Entladung und Elektrisirmaschinen, Elfenbeinarbeiten) sowie 2 folorirte Karten (Industriekarte von Deutschland; Berg- und Flußkarte von Deutschland und den Nachbar- ländern). Mit dem 75. Hefte ist der 5. Band dieser 13. Auflage von Brockthaus Konversationé-Lexikon zum Abs{luß gelangt. Der- selbe führt den Tcxt von „Deidesheim“ bis „Elektra“ fort und ent- hält 4643 YUrtikel, während in der vorigen Auflage Her 5. Band nyr 2028 Artikel brahie, Im Buchstaben D. nehmen die Zusammensezungen mit „Deuts“, deren Mittel- punkt „Deutschland und Deutsches Reich" bildet, das Haupt- interesse in Anspru; ihrer Wichtigkeit angemessen ist ihnen auch der größte Raum, mehc als ein Sechstel des ganzen Bandes, gewidmet. Die wichtigsten Artikel im Buchstaben E., soweit derselbe hier vorliegt, sind „Cisen“ und die damit zusammengeseßten Worte, wie Eiseninduîtrie, Cisenerzeugung, Eisengießerei, an erster Stelle die „Eisenbahnen“, welhe in Bezug auf Vau und Betrieb, auf ihre nationalöfonomishe und militärishe Bedeutung, ihre Geschichte, Statistik, Literatur, kurz nach allen Seiten mit achkenntniß behandelt sind. Außerdem finden sih au auf den übrigen Wissensgebieten durch Neuheit des Stoffs oder durch ihre Darstellung hervor- ragende Artikel; so die Biographie von Edison, dem Erfinder des Telephon und des elektrishen Glühlichts ; die Städtebilder Dresden, Dublin, Evinburgh, die Artikel Demo- kratie, Che, Eid, Destillation, Detinfektion, Dränirung, Dünger, Dreschmascbine, Domänen, Docks u. a. Die Iliustrationen des 5, Bandes bestehen aus 8 chromolithographirten Karten, die, sämmtlich zu dem Artikel Deutschland und Deutsches Reich gehörend, ein an- \chaulides Bild vom neuen wie vom alten Deutschland darbieten, aus 12 Tafeln mit mehr als 100 Abbildungen in Holzschnitt und aus 60 in den Text gedruckten Figuren, Kärthen und Plänen. Mit tem 5. Bande i} beinahe der dritte Theil der neuen Auflage, die 16 Bände umfassen soll, zur Vollendung gelangt.

Verkehrs-Anstalten.

Bremen, 14. Juli. (W. T. B.) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Straßburg“ ist gestern in Baltimore, und der Dampfer „Rhein“ gestern Nachmittag 5 Uhr in New- York eingetroffen.

Hamburg, 13. Juli. (W. T. B.) Der Postdampfer „Suevia* von der Hamburg-AmerikanishenPadcketfahrts- MEILSRSETEI R t ift heute Morgen 8 Uhr in New-York ein- getroffen.

Berlin, 14. Juli 1883.

Die „Allgemeine Brauer- und Hopsen- Zeitung“ enthält folgenden Artikel über die Allgemeine deutshe Aus- stellung auf dem Gebiete der Hygieine und des Ret- tungswesens in Berlin:

Das Bier hat nit nur eine große volkswirthschaftliche, es hat auch eine hygieinishe Bedeutung, und die Hygieine der Getränke ift einer der entwickeltsten Zweige der gesammten Nahrung8mittelhvgieine. Man hat deshalb auch dem Bier mit den übrigen Getränken eiren der besten Pläße in der Hygieine-Ausftellung reservict. Aber der Werth der wissenschaftli&en Getränkehygieine für das saniiäre Wohl wird im Allgemeinen noch nicht gewürdigt, sons wäre auch diese Ab- theilung der Hygieine-Auéstellung sowohl von Seite wissenschaftlicher Institute, als auch von Seite der Brauer reichlicher besckchickt worden.

Es wird, wie Dr. L. von Stein in feinem vortrefflidben BuDe (Das Gesundheitéwesen) sagt, noch lange dauern, bis wir begreifen, daß die Gesundheit, die gerade auf dem Gebiete der Getränke so nacb- drücklich gesbäßt werden kann, jedein Volke mehr werth ift," alé fie kostet. Die Hygieine-Ausstellung ist geeignet, diese Einsicht unt die öffentlide Meinung insofern günstig zu beeinflussen, als fie zum ersten Male ein ziemlich umfassendes und imposantes Bild von den Er- rungenschaften entwirft, welbe wir der praktishen Anwendung hygieinischer Lehrsätze durch die Gesundheitstehnik verdanken

Wir wenden uns zuerst zum wissenschaftlihen Theil der A 18s- stellung, welcher derselben eine Art hsherer Weihe giebt und uns die Wege zeigt, auf welchen die wissenschaftlihe Forschung gegenwärtig vorwärts \cbreitet.

Den Fortschritten der Pilzkunde, den Arbeiten Pasteurs, von Nägeli's u. A. verdankt auch die Brauindustrie und béfonders die Gährungsphvsiologie mannihfahe Förderung. Die Bedeutung der Forschungen über die niedersten Organiëmen ist auch von Denen, welche ihr Interesse und ihre Thätigkeit der rattonellen Vusbildung des Brauwesens widmen, längst anerkannt, und die abstrakte Wissen- chaft hat bereits vielfa au von jenen Untersuchungen Nuten gezogen, welhe über die Mikrooraanismen im Interesse des Brauwesens neuerdings ausgeführt wurden. Ich er- innere beispielsweise an die Versuhe von Hansen in Carls- bera, welhe seit Jahren angestellt werden, um die in der Luft vorkommenden Pilze, welche sich in der Bierwürze entwickeln, zu studiren. Während die Sprofpilze, speziell die Hefe, als unermüd- lih thätige Arbeiter für den Brauprozceß unerseßlih sind, hat man in gewissen Schimm:l- und Spaltpilzen gefährliche Feinde der Hefe und der Brauerei erkannt. Die Methoden der Züchtung dieser Pilze ist daher von Jateresse, und es lohnt sih deren nähere Betrach- tung, wozu uns das vom Reichsgesundheit2amt ausgestellte Labora- torium für Untersubungen über Mikro-Organismen, Infektion8- krankheiten und Desinfektion reichlich Gelegenheit bietet. Die Fülle von wissenschaftlihen Forschungêresultaten, welcbe sich bier dem Besuber dOavrbielel, 1 das Werl des Gehen» Rath Dr. Koch, dessen Namen durch die Entdeckung der die Lungen- \chwindsucht verursacwenden Bacillen (Stäbchenbacterien) weltbekannt ist, Die mykologischen Untersuchung8methoden Kochs sind haupt- \äcblic durch die Verwendung eines festen Nährbodens charakterisirt. Während man bisher nur Flüssigkeiten (Fleischertrakt-, Malzertrafkt-, Pepton-Lösungen u. dgl.) zur Züchtung der Mikro-Organismen an- gewendet hat, arbeitet Koch fast ausscließliÞch mit Gelatine. Diese wird dur Auflösen von Gelatine in Wasser bereitet und dann mit Fleischextraktlösung, Weizeninfus u. dgl. in bestimmtem Verhältniß ver- setzt, gewöhnlich so, daß die Mischung 25 bis 3% Gelatine und 19/6 Fleisch- ertraft enthält. Diese Näbrgelatine wird nun in cinem Kochkolben durd im Verlauf einer Woche mehrfach wiederholtes Aufkochen \terilisirt, d. h. die cia varin befindlichen Pilzkeime zerstört und dec Hals der Kocbflasche mit Watte wohl verschlossen. Das so zubereit-te Nährsubstrat hat vor den flüssigen Nährmedien große Vorzüge, von denen der wesentlichste darin besteht. daß die einzelnen Keime, welche man ausfäet, getrennt in eigenen Kolonieen oder Pilzrafen nah der Entwickelung ch repröôösentiren, nicht aber im bunten Durchein ander, wie es bei Nöhrflüssigkeiten der Fall ift.

Will man Pilze bei der Körpertemperatur (35 - 40 Grad C.) zücbten, bet weler die Gelatine flüssig ist, dann wendet man Vlut- serum an, welches durch wiederholtes GCrhigen auf 57 Grad C. (dur intermittirende Stecilisirung) von Keimen befceit wurde und einea für Krankheitsorganismen besonders geeigneten festen Nährboden dar- tellt. Die auf erstarrtem Blutserum gezüchteten Tuberkelbacillen sehen wir als punktförmige weißlie Kolonien cuf diesem Substrat, wöhrend die cbenfalls ausgestellten Roßzbacillez, welhe die Notzkrank- heit der Pferde verursachen, als gelblihe Häutchen auf dem Blut- ferum sichtbar sind, auch den Bacillus der Rose (Gesichtsrofe, Erysipel) und einige andere Krankheiten erzeugende Pilze finden wir W : e U R nében zahlreichen anderen sehr interessanten

jeften.

Selbstverständliß fehlen nicht die von Tuberkeln bedeckten und durchwuchertea Organe der mit dem Tuberkelbaciliu3 infizirten Thiere,

Azuch diejenigen Pilze, welche die Milch sauer, und solche, weich? fe blcu maten, sind ausgestellt und wir sehen die durch dieselben infizi:te Milch in verschiedenen Stadien der Veränderung. In zu- vorkommender und aufopfernder Weise sind die im Reich8gesundheits- amt thätigen Herren unablässig bemüht, Jedermann, ob Fahmann oder Laie, diese Züchtungsmethoden, die für dieselben nothwendigen Materialien und deren Bereitung, sowie die hierzu gehörigen Aphpci- cate zu erklären. Man demonstrirt uns die Bestimmung der im Brunnen- oder Flußwasser vorkommenden Pilze nah Zahl und Art. Diese ge\{chteht dadur, daß man 1/10 cem von dem zu untersuchenden Wasser mit Nährgelatine vermisht auf einer Glas- platte ausbreitet, diese vor Luftzutritt geschüßt aufbewahrt und die Pilze na ihrer Entwickelung zählt. In ähnlicher Weise wird die Lust auf thren Gehalt an Pilzen dadurch untersuchi, daß man ein be- stimmtes Luftvolumen durch eine 1 m lange und circa 4 cm weite Glasröhre, deren Wandungen auf der Janenfläche mit Gelatine übcr- zoge: sind, langsam aspirirt. Auch ein sinnrei konstruirter Apparat zum Photographiren der Pilze und dic dur denselben gewonnenen Photogrammne von Mikro-Organismen verdienen besondere Er- wähnunga.

An den Wänden des eben erwähnten Laboratoriums und des Ganges sind 11 chromographische Karten befestigt, welche die Kinder- sterblichkeit der verschiedenen deutschen Länder zur klarcn Anschauung bringen und 15 graphische Darstellungen der Morbidität und Morta- lität der größeren Städte Deutschlands und Europas während der ahre 1877 bis 1882, wobei der Vergleich der meteorologischen Beob- actungsresultate der Boder- und Grundwasserverhältnisse mit der Sterblichkeit an Infektionskrankheiten insoferne besonderes Interresse erregt, als ganz neues, zum Theil no nicht bekanntes Material ber. üßt ist. Durch diesen, rit so werthvollem Schmuck dekorirten Gang gelangen wir in das mit aïlen nothwendigen Apparaten ausgestattete Labora- torium zur Untersuchung von Nahrungsmitteln, Getränken und Gebrauchsgegenständen. Von größeren Apparaten sind Heispielsweise ausgestellt: ein Destillirapparat von Salleron zur Bestimmung des Alkoholgehaltes in Wein und Bier, diz Reagentien_ und Uten“ilien für die Maltosebestimmung, Lactodensimeter von Sorhlet & Reck- nagel, Sorxhlets treffliher Apparat, welcher den Fettgehalt der Milch in kurzer Zeit aus dem specifishen Gewicht der

Acetherfettlösung zu ermitteln ermöglicht: leßtere wird bekanntli dur Scütteln von 200 cem Milch mit Kalilauge und wafferhaltigem Aether erbalten. Diese Methode, welbe noch genauer als die gewictsanalitishe ist und die Bestimmung des Fettgehaltes von 50—100 Milcproben im Tag ermöglicht, hat unstreitig eine Zu- kunft und ift jeßt {on allgemein acceptirt. Mit ca. 5—6000 könnte sih jede Stadt in den Besiß eines solchen Laboratoriums seßen, für welches ein jährliher Etat von 8000 #, die Besoldung des Vorstandes und eines Dieners inbegriffen, mehr als ausreichend wäre. Diese Summe würde si aufs Beste rentiren, wenn diese Anstalt gleizeitig mit der Lebensmittelkontrole betraut würde. Die Milch in Städten hat in Folge von Wasserzusaß oder Abrahmung \elten über 2,5 %/9 Fett und entsprechend geringen Gehalt an Casfeïn, Albu- min 2c. Durch eine streng durgeführte Milchkontrole könnte leiht cin Fettgehalt von 3/9 gesichert werden, wodur eine Stadt von 150 000 Einwohnern, unter der Annahme, daß jeder Bewohner einen halben Liter Milch täglich konsumirt, die Summe von 1 Million Mark pro Jahr, welche sonst verloren geht, gewonnen würde.

Also ein Laboratorium für Leben8mitteluntersubungen rationell betrieben, erspart einer jeden Stadt Geld, viel Geld!

Wir begeben uns nun ins Hauptgebäude der Ausftellung, in welchem rechts neben dem Haupteingang die Gruppe 2, nämlich dic Nahrungs- und Genußmittel, si repräsentiren.

Auch hier finden wir cin Stück Wissenschaft, nämlich die plastische Darstellung der Zusammenseßung der Nahrungsmittel und Getränke von Professor König (Agrikultur-chemishe Versuchéstation Münster).

Da steht z. B, ein Liter Bier und nebenan in Glaëcylindern befindet si in natura die Menge Wasser, Alkohol, Extrakt, Asche, Säure, Maltose 2c., welche ein Liter Bier enthält. So entrollt fi vor unseren Blicken ein wahres Bild von der Zusammenseßung des Bieres, das sih nit so leiht wieder in unserem Gedächtniß ver- wischen twoird.

Auch die NRokb,toffe, aus welchen die verschiedenen Biersorten des In- und Auslandes bereitet werden, und die Biersurrogate, die zahl- reichen Stoffe, welche man thatsählich oder angeblich zur Fälschung des Bieres verwendet, finden wir hier: Proben von Malz, Hopfen, Neis, Mais, Kartoffelzucker, Glyzerin, hochfeine Zuercouleur, Hopfen-Aroma, Wermuthkraut (Artemisia, Absynth), Bitterklee (Menyantus trifol.), Quasfiaholz, Enzian (Gentiata lutea), Aloe yul- garis, Koloquinthe, Kokfelskörner, Krähenaugen, Herbstzeitlose, Sali- cylsäure, Borsäure, Borax 2c.

Ebenfolce plastische Darstellungen der chemischen Zusammenseßung find für den Wein, die Hülsenfrüchte, Mehl, Fleisch, Fische 2c. vor- handen. Da steht z. B. ein Glasgesäß mit 1 kg Erbsen, daneben in Cylindergläsern die chemischen Bestandtheile der Erbsen, nämlich: 138 g Wasser, 495 g Stärke, 88 g Cellulose (letztere in Form kleiner Stücke von Filtrirpapier dargestellt), 20 g Fett, 235 & Ciweiß. Neben diesem lieat 1 kg Karpfen, wenn auch nit in natura, so voch sehr treu aus Wachsmasse geformt, und in Neagensgläsern die einzelnen Näkrstoffe, welche in cinem Kilo Karpfen enthalter sind.

Viele, welche in der Deutung analytischer Zahblenbefunde nicht geübt sind und sich in Folge dessen von der chemischen Zusammen- seßung und dem Nährwerth der Nahrungsmittel und Getränke nur {wer richtige Vorstellungen zu bilden vermögen, werden in dem befriedigenden Bewußtsein, genaue Einsicht in die Beschaffenheit der wichtigsten Nahrungsmittel und Getränke gewonnen zu haben, diesen Tisch verlassen.

Wein und Bier sind nicht gerade reihlid vertreten. Sehr er- freulid und durhaus nacahmensrerth ist die Angabe der Analysen- resultate auf der Aufschrift der betrefe-den Flaschen, so z. V. bei Hollacks (Dresden) „Malz-Extrakt-Gesundheitsbier".

(öln, 13. Juli. (Köln, Ztg.) Die Stadtverordnetenversamm- ‘ung faßte in ihrer gestrigen Sitzung den Beschluß, den Ausfall an Steuern, welcher der Stadtkasse durch den mit Beginn des nächsten Ctatsjahres eintretenden Wegfall der Kommunalzuschläge zu den beiden untersten Stufen der Klassensteuer erwabsen wird, d1rch einen Zuschlag zu den übrigen Steuerstufen zu deken. Dieser Z 1sclag ist ein verhältnißmäßig geringer, er wird in der 3. Klasse 400 S inder 4 C4 A in dero 1/6 inder 0. 190 E U 1, D, VeIragen.

Die deutsch{e anthropologishe Gesellschaft hat Trier als Ort der dicsjährigen am 9., 19. und 11, August stattfindenden all zemeincu Versammlung erwählt und die Herren DDr. Hettner und D'ouke um Uebernahme der lokalen Geschäftsführung ersucht. Die Tc gesordnung lautet: Mittwoch den 8. August. Von Vormittags 11 hi3 Abends 8 Uhr: Anmeldung der Theilnehmer an der Versamm- lng im Burcau der Geschäftsführung (Stadthaus am Kornmarkt). Kon Abends 6 Uhr ab: Begrüßung im Kasino am Kornmarkt. Donncrstag, den 9. August. Vormittags von 7—9 Uhr: Anmeldung der Theilnehmer im Bureau (Stadthaus am Kornma:kt), Vormit- tags von 9—12 Uhr: Erste Sihung im Justizpalaste: Eröffnungsrede

* durch den Vorsitzenden Hrn. Geheimrath R. Virchow. Begrüßung | dur Hrn. Ober-Bürgermeister de Nys als Vertreter der Stadt Trier.

Begrüßungsrede des Lokalgeschäftsführers Hrn. Museum-Direftor Dr. Hettner über: „Trier und Umgegend bis zur Herrschaft der Franken“. Wissenschaftliher Jahresbericht des Generolsekretärs. Rechen schafts- beridt des Schatmeisters und Wahl des Rechnungsauë schusses. Berichterstattung der wissenschaftlihen Kommissionen. Nachmittags von 2—4 Ubr: Zweite Sitzung im Justizpalaste: Wissenschaftliche Vorträge. (Bis jetzt angemeldete Vorträge: 1) „Militärisbe Bau- reste längs des röômish-germanishen Grenzwalls“ von v. Cohausen. 9) „Die vorgeschichtlihe Ansiedelung in Andernah“ von Schaaff- hau‘en. 3) „Zur anthropometrischen Methodik“ von I. Manke. 4) „Neue Funde in Eisenberg und auf der Limburg" von C. Mehlis.) Nocbmittags von 4—6 Uhr: Besichtigung der Porta nigra, Dom, Liebfrauenkirhe, Basilika, Stadtbibliothek. Abends 65 Uhr: Festessen im Kasino. Freitag, den 10, August. Vormittags von 8 UÜhr an: Besichtigung des Museums (im Gymnasialgebäude). _BVormittags von 10 Uhr an: Dritte Sißung im Justizpalaste: Wissenschaftliche Vorträge. Berichterstattung des Rechnungeaus\cusses. Decharge. Neue Anträge. Feststellung des Etats für 1883/84. Neuwahl des Vorstandes, des Ortes und des Zeitpunktes für die XV. Versammlung. Mittags 2 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagessen Nachmiitags von 3 Uhr: Besichtigung des römischen Kaiserpalastes, Amphitheaters, Ausgrabungen der römischen Bäder in St. Barbara. Abends 6 Uhr: Von der Stadt veranstaltetes Fest auf Schneidershof. Nah Dunkel- werden Beleuchtung der Porta nigra. Samstag, den 11. August: Vormittags von 9 Uhr an: Vierte Sißung im Justizpalafte : Wissenschaftlihe Vorträge. Mittags 2 Uhr: Gemeinschastliches Meittagessen. Nachmittags 4 Uhr: Fahrt nach Igel zur Besichtigung des römischen Grabdenkmals der Familie der Secundinier, je nach dem Wasserstand auf Dampfschiff oder Eisenbahn. Abends: Concert im Kasino. Sonntag, den 12. August: Fahrt zum Steinring nach Otenhausen. Extrazug nah Türkismühl und nach dem Ring. Mittagessen daselbst.

Bei dem morgen stattfindenden Concert in dem Sommergarten des Belle-Alliance-Theaters verabschiedet sh die LTiroler- gesellshaft Hans Lehner. Dieselbe wird von Montag an durch die vom vorigen Jahre noch in gutem Anvenken stel,ende Tiroler Gesell- \chaft Pitzinger jun, erseßt werden.

Redacteur: Ried el.

Verlag ver Ervedition (Kessel). Druck: W. Elsner.

Sechs Beilagen (einshließli4 Börsen-Beilage).

Berlir:

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen

2 163.

der Einnabme an Wefelstempelsteuer im Deutschen Reiche für die Zeit vom 1. April 1883 bis zum S{lusse des Monats Juni 1883.

L,

Einnahme

Ha im Monate Ober-Post-Direktions-Bezirke. Juni.

A. | t. | S Át.

Erste Beilage

Berlin, Sonnabend, den 14. Juli

Deutsches Neich. Nachweisung

2. i 3. S

Hierzu Einnahme

/ f ¡ in den Vormonaten. Zusammen

Einnahme in dem- selben Zeitraume des Vorjah-es (Spalte 4)

Centralbl Snhalt: Die L der Hyagtiene und 5, 6. \{chnittzeibnungen. in 1883/84

+ mehr aus 54 Städten tveniger M. A

I. Im Reichs-Postgebiete.

1 Königsberg 2) Gumbinnen

S) Dorodamt . - - 6) Frankfurt a./D. . 7) Stettin . 8) Köslin .

9) Posen

10) Bromberg . 4 11 E 6A j! 12) Liegniß . i De O O . e 1 15) Halle a./S. E O. 1 17) Kiel . ; E

18) Hannover . 19) Münster e D 1 22) Cassel

23) Frankfurt a/M. . L, 96 469 | 55 417 | 40

24) Cöln 1

25) Aachen . 26) Coblenz 27) Düsseldorf . 28) Trier

99) Dresden . i , ; ; | i : / : O2 | (O 4 20) A 36 326 10 70 1/0 | 00 111 501 |

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Weltpost.

Camillo Stolle.

Salobro, Prov.

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Illustrationen

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Summe 1.

I, Württemberg . « ; 1

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117983 | 54 033 |

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Veberhaupt Berlin, im Juli 1883.

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539 127 | 45 |

1125 814 | 15 6 10 |

Haupt-Buchhalterei des Reichs\hatz-Amis.

Jiu Auftrage: Schaede.

B P Inserate für den Deutschen Reichs- und Königl.

Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Han

register nimmt an: die Königliche Expedition des Deutschen leihs-Anzeigers und Königtich

Preußischen Staats-Anzeigers : Berlin 8W., Wilhelm-Straße Nr. 22. E

De}

. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen. 2, Subhastationen, Autgebote, Vorladungen u. dergl.

dels»

. Verkänfe, Verpachtungen, Submissionen etc. | 7, Literarische Anzeigen.

. Verloosung , Amortisatiecn. Zinszahlung u. s. w. von öffentlichen Papieren,

1621014

entlicher Anzeiger. 7

Ausstellung für

räumen. Von Dr. e Hol weisung über Krankenaufnahme und Bestand in den Krankenhäusern

gungen von Rob.

Staats- Auzeiger.

1883,

E —-

Literarishe Neuigkeiten und periodifheSchriften,.

att für allgemeine Gefnndheitspflege. allgemeine Deutsche Ausftellung auf dem Gebiete der Rettungswesen. Originaibericht von Dr. K.

Krankenhaus in Goslar. Bon Professor Henrici. Mit drei Holz-

CEinfa%e Prüfung der Luftreinbeit in Wohn- Wolpert. Mit zwet Hol;schnittzeichnzngen. Nach»

der Provinzen Weftfalen, Rheinland und Hessen-

Nassau pro Monat April 18853. Sterblichkeits-Statistik vore 57 Städten der Provinzen Westfalen, Rheinland und Heffen-Nafsawr pro Monat April 1883. Kleinere Mittheilungen: Maßregeln zunr Schutze der Sehkraft der Schüler und Schülerinnen im Groß- berzogthum Hessen. Zeitschrift des Königlichen preußischen Stati-

Literaturbericbte.

Dr. A. Petermanns Mittheilungen aus Justus

raphischer Anftalt. Herausgegeben von Dr. E. d, 1883. VII. Inhalt: Rob. Ed. Flegels Reise

nab Adamaua, März 1882 bis März 1883. Allgemeine Bemer- fungen über die Flora von Australien. Bortrag gehalten in der Schnol of Mines and Industries zu Ballaarat von Baron Ferd. v. Mueller. Rundreise durch die Mudirië Robl. Von Dr. Eiin-

der egyptishen Aeguatorial-Provinzen: 1) Vom Nil durch Niambara nab Kediba im KederúeLande.

2) Von Kediba na Bitt; Zustände im Bezirke Amadi. Geo- graphisher Monatsberiht: Europa. Asien. Afrika. Amerika. Polarregionen. Oceane. Allgemeines. Geographische Literatur : Amerika. Polarregionen. Oceane. f bücher, Methodik. Mathemathisbe und physikalische Geographie, Kartographie. Weltreisen, Sammelwerke, Verschiedenes. Atkanten, Weltkarten, Globen. Karten unter Redaktion von B. Haffenstein- Tafel 8. Originalfkarte der Reise des Dr. Emin-Bey durch die Mudirië Rohl, September bis Dezember 1881. Entw. und gez, von

Allgemeines: Lehr- und Hand-

Maßstab 1: 1090009. Vorläufige Kartenskizze Süden des Benuë nach den Reisen und Erkundi- Ed. Flegel. Maßstab 1: 6 000 000.

13. Heft. Inhalt: Das deutsche Element im

Kongreß der Vereinigten Staaten. Chile und Peru. 1, Bon

Das Weinland Kalifornien. Von Paul Alexan-

der. Das deutshe West-Teras. 1. Vom Konful Theod. Hery- berg. Brasilianiscbe Reiseskizzen eines deutshen Ingenieurs. = 1 ind 2 Kabitel, Von M0 Koe Bie Diamantminen tn

Bahia, Brasilien. Von Richard Lange. Die

NRiesen-Hängebrücke zwischen New-York und Brooklyn. Um die Welt ohne zu wollen. Südafrikanische Pofî. Berichte ‘eines Leipziger. 1. Von Dtto Uhlemann. Von der Kolonie Cerrito in Argentinien. Deutsches Liebeëwerk. Echo aus allen Welttheilen..

: Der Pali bei Honolulu. Eine Schule im

Busch. An der Werft von Honolulw A Suite BDeruinor Wochenschrift? eDer Bar. Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. Nr. 41 9. Jahrgangs.

Nbenteurer am Hofe König Friedrich Wilhelms kI.,

vaterländische Erzählung von Th. L. M. (Fortjetzung), uit dem Porträt König Friedri Wilhelm 1. Jakob Paul Freiherr von Gundling, der zu Bornstädt in einem Weinfasse begrabene Dber-Ceremonien- meister und Prâf d : on D. (w Porträt). Die Ghibellinenstadt in der Mark von Oskar Shwebel (mit den Illustrationen: Rathhaus and Marienkirbe zu Frankfurt a. O.). Berlin im Jahre 183d von F. H. Deuts{h-österreichische-

¡dent der Akademie der Wissenschafte# von D. (mit

1885 in Berlin. Eduard Daege. —- Schloße-

apotheke. Uniformirung der Schußzmannsaft.

| 5, Industrielle Etabliszements, Fabriïien und Grosshandel. | 6. Verschiedene Bekanntmachungen.

8. Theater-Anzeigen. | Tu der Börsez-

ÊFnserate nehmen an: die Annoncen-Exnyeditionen de3 „Juvatidendank“, Nuvolf Mosse, Haasenfstzin & Voglez, G. L, Daube & Co, E- SchloËte, Büttw22 & Winter, sowie alle übvigeu gröforeun

Annoncen - Brvrogux- Y

| 9, Familien-Nachrichten.| beilage.

Ste&briefe und Untersuchungs - Sachen

[31364] Steckbrief.

« | [31365] Steckbrief. Gegen die verehelihte Schneider Peshmann, Ernestine Marie Louise, geb. Jän, aus Grünberg,

Gegen die unten bescriebene unverehelite Auguste eboren daselbst am 13. November 1850, katholisch, Charlotte Dorothee Hinkfuß, welche flüchtig ift, ist U flûcbtia i ist die Untersuchungs8haft wegen

die Untersuhungshast wegen Diebstahls in den

Betruges in 6 Fällen und wezen versuchten Betruges

Akten V. R. I. 491, 83 verhängt. Es wird ersucht, verhängt. Es wird ersucht, die p. Peschmann im

dieselbe zu verhaften und in das Untersuchungs

Betretungsfalle zu verhaften und in das hiefige

acfängniß zu Alt-Moabit 11/12 abzuliefern. Berlin, ¿acutbtäactänantf abzuliefern, rünberg, den Alt-Moabit Nr. 11/12 (NW.), den 9. Juli 1883. | L} 1080 Kdnieliches O a

Der Untersuchungsrichter bei dem Königlichen Land

gerichte I. Ioh. Beschreibung : Alter 24 Jahre, [31366]

geb. 5./2. 59 zu Gatow, Größe 158 cm, Statu

e

Stectörtef.

x Gegen den Arbeitsbucsben Wilhelm Foth aus

mittel, Haare blond, Augenbrauen blond, Nase ge- Naumburg a. S., welche: flüchtig ist, sollen mehrere

wöhulid, Mund gewöhnli, Zähne defekt, Kinn

gegen ihn erkannte Gefängnißstrafen von 3 rep.

pi, Gesit \{hmal, Gesichtsfarbe blaß. Besondere | f oche und cine Haftstrafe von 2 Tagen voll- Kennzeichen: Beide Vorderzähne auffallend breit, Hredliverben, Es M l riucbt, denselben zu ver-

rechts und links davon fehlt ein Zahn, beim Lachen aften und in das Gerichts8gefängniß zu Naumburg tritt das ganze Gebiß sehr weit vor; hat auffallend L E abzuliefern. Naumburg a.S., den 10. Juli

eingefallene Backen.

{31363] Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen Kutscher, auch Der bintec den Kaufmann Franz Meyhöfer

Arbeiter Frarz Friedrih Herrmann, am 11. Juli | yon Tilsit unterm 1, März 1881 erlassene Ste-

1883. Königliches Amtsgericht.

[31361]

1857 zu Tornau, Kreis Bitterfeld, geboren, | brief wird hierdurch in Erinnerung gebracht.

welcher flüchtig ist und sih verborgen hält, ist die haft wegen Diebstchls nab F. 242 | Königliches Landgericht. Strafgesezbuchs in den Akten 88 D. 1325, 81 ver-

Untersuc:ungs

hängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften un in das Untersuchungs-Gefängniß zu Berlin,

Moabit 11/12, abzuliefern. Berlin, Alt-Moabit 11/12 (NW.), den 9. Juli 1883. Königliches Amts- geriht I., Abtheilung 88, Bardua. Beschrei- dolt

Tilsit, den 9. Juli 1883.

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Alt- | [31249] E Bekanntmachung. Unser offenes Strafvoll- streckungsgesub vom 11. Januar 1882 in Stück 12 Jahrgang 1882 dieser Zeitung wird bierdurch wieder- Schweiniy (Neg.-Bez. Merseburg), den

n

bung: Alter 25 Iodre, Größe 1m 67 em, Statur | h, Zuli 1883, Königliches Amtsgericht.

klein und unterseßgt, Haare dunkelblond, Stir

niedrig, Bart, keinen, Augenbrauen dunkelblond, 26559] Augen dunkelbraun, Nase gewöhnlich, Mund, etwas [ dicke Lippen, Zähne gut, Kinn rund, Gesicht rund,

Gesichtsfarbe gesund, Sprache deutsch.

[31362] Steckbriefs-Erneuerung.

Der hinter den Graveur Carl August Paul Marx Wedel, geboren am 3. Juli 1852 in Berlin, wegen

in Löwendorcf wohnhaft,

Der Untersuchungsrichier.

1) Der Wehrmann, Handschuhmawer: Heinrich Emil Hermann Michaelis, am 23. Mai 1852 zu Cuckenwalde geboren und zuleßt dort wohnhaft,

) der Reservist Knecht Johann Gustav Theodor Behm, am 5. Januar 1857 zu Leplow, Ver- waltungébbezirk Franzburg, geboren und zuleßt

wehr ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein. Ueber- tretung gegen $. 360 Nr. 3 des Strafgcfeßduchs. Dieselben werden auf Anordnung des Königlichen Amtsgerichts hierselbst auf

den 18. Oktober 1883, Vormittags 9 Uhr, vor das Königliche Schöffengericht zur Hauxtverhand- luna geladen. =

Lei unentschuldigtem Ausklciben werden dieselben ; auf Grund der nach $. 472 der Strafzrozeßordnung von den Königlichen Bezirkskommandoës z2 Jüterbog | und Bernau ausgesteten Erklärungeæ verurtheilä | werden.

LuckEenwalde, den 12. Juni 1883.

ulz, Gerichtsschreiber des Königlichen Aratögerichts.

—-

Subhastationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl.

A Aufgebot.

Auf Grund der Sculd- und Pfandverschreibumgen vom 29./30. Aprik 1850 und com 22. Mai 1861 sud für den Leineweber Andreas Keidel zu Gittelde zwei Hypothekkapitale zu rzst. 200 Thla. und 50 Thlr. auf dzm zu Windhaujen sub No. 288, 90 belegenen Anbauerwesen der Chefrau des _Logerbers | Spôörer, Christiane, geb. Shrader, zu Windhausen

nenen Police der Lebe-röversiczerungs-Xtiengesell=- {chaft Germanta zu Stettin Nr. 202-248 vom *& Auaust 1863, inhalts welche die Gez:uania dem Nntragsteller 4000 Tha'ær Pr. Crt., zehibar naci 2m Tode des Herrn Léfer: Sicwon Löses, versichert- hat, beantragt. Der ‘Jnhabes der Uzúunde tuird

| aufgefordert, spätestens in dem auf

den f. Mai 1834, Bittags 12: Uhr.. vor dem unZcoxzeicnete!in Gerichte, Zimmer Na 9356 anberaumten, Aufgebotdtermine feine Rechte anzus melden unck die Urkznve worzulegen, widrigenfaUs.

' die Kraftloserklärung der Útrfunde exfolgen ziird.

Stetti:2;. den 10. Juli: 13883. Königliches Amts8gertZW

(3136) Aufgebot.

Der Sézuhnracher Carl Heer in der Obeigrüne . hat des Aufgebot des unter der Nr. 3665 au? einen Namea über 1288,95 #6 von der Sparkasse zu Hohenlimburg ausgestzüten Spaakassenbuchs, welbes am 23. März 1883 bi einem in deu Hause des Schaubmacbers Diedrich Heer, zu Odargrüne ents stardenen Feuer zerbrannt jcir, soll, beautragt. Der Inhaber des Svarkassenbu{3 wird aufgefordert svätestens in demn auf l baut 19. Februar 1884, Vormitiags 10 Uhr. ver vem unterzeichneten Garichte anberaumten Auf-

eingetragen. i E i:

Die bereits im Jahre 1368 erfolgte Ru@&zahlung der Hypothe?kapitale ist glaubhaft gemaGu. :

Der Inhabex der bezeichneten Schuld- und Pfand» urkunden èft unbekannt.

Auf den Antrag dex 2. Spörer werden Ali, welche auf die obigen Hypotheken Ansprüche machèn, aufgefordert, folche Anjvrüche spätestens in dem

am 22. Januar 12384,

Morgeus 11 Uhr, y anstehenden Aufgebotstermine anzumelden, cue die qu. Urkunden vorzulegen, widrigenfalls Lelztere der Cigenthümerin gegenüber für kraftlos ertlärt, die Hypotheken aber gelösht werden sollen.

Sceseu, dena 11. Juli 18838.

Herzogliches Amtsgericht.

\chwerer Ürkundenfälschung in den Akten Läitt. W. 3) der Wehrmann, Tuchwacber Gustav Schöy, am Haars.

Nr. 254 de 1879 J. LV.ec. 487. 80 unter dera 28. Juli 1879 erlassene Steckbrief wird, hiermit erneuert. Berlin, den 7. Juli 1883. Königliche

Staatsanwaltschaft beim Landgericht 1.

94. September 1849 zu Puls8berg, Kreis Sprem-

berg, geboren und zuleßt in Luckenwalde wohn- [31374] j p O E Der Rechtsanwalt und Notar Löser Simon

haft, : U : den beschuldigt, zu Nr. 2 als beurlaubter Re- } Löser, früher zu Shwarzenfels, jegt zu Fulda, hat servift, ¡u Nr. L Unt 3 als Wehrmänner der Land- 1 das Aufgebot der ihm angebli abhanden geloms

Ausgebot.

gebotstermine seine Rechte anzumelden und do3 | Sparkafsenbu vorzulegez, widrigenfalls die Frafts ! Lo? erklärung desselben exfolgen wird. j Hohenlimburg, den 10. Juli 1883,

Königlides Amtsgericht.

| d Aufruf! Am 4. d. Mts. ist die verwittwete Fuau Professor Emilie Artus, geb. Wirsing, hier verstorben. Da deren Erben nicht bekannt sind, werden dieselben andurch öffentli geladen in dem auf Dienstag. den 18. September d. Fes Vormittags 11 Uhr, : anberaumten Aum«clduangstermin an unterzeichneter Stelle zu ersézeinea und ihre Erbrechte geltend zu machen. Jena, den 8. Juli 1883. i Großherzoglich Sächs. Amtsgericht, II. Abtheilung. R. Pabst.