1904 / 147 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Mannigfaltiges. Berlin, den 24. Zuni 1904.

Ein großer Pferdetransport nah Deutsh-Südwe st- afrika wird zur Zeit von dem vom Reih gecharterten Dampfer „Palatia“ der Hamburg-Amerika-Linie ausgeführt. Der Dampfer nahm am 17. Juni 930 Militärpferde an Bord, außerdem 700 Offiziere und Mannschaften, Material, Proviant, Kriegshunde usw. Aus den Tagen der Chinakämpfe ist no< in Erinnerung, mit wie großen Schwierigkeiten bei der Beförderung so vieler Pferde über den Ozean zu rehnen ist, daß es aber fon damals den vereinten Bemühungen der Militärbehörden und der Reedereien

gelang, Einrichtungen für die re<t empfindlichen Tiere zu \{<afen, die nur wenig Verluste zu beklagen gaben und die \{<ließli<h ge- landeten Tiere durhaus kriegstüchtig erhielten. Die Erfahrungen der damaligen Transporte kommen den gegenwärtigen natürli zugute, und es ist zu hoffen, daß die fast dreiwöchige Seereise nah Swakopmund auch diesmal gut vonstatten gehen wird. Die Uebernahme der Pferde begann, wie wir den „Hamburger Beiträgen“ entnehmen, bereits in frühester Morgenstunde. Ueber drei breite Stege wurden“ die meist gut- willig folgenden Pferde einzeln hintereinander an Bord geleitet. Vom Dek führten s{<wachgeneigte hölzerne Wendeltreppen, die mit hölzernen Schwellen versehen waren, in die tiefer gelegenen Ställe. Teilweise wurden die Tiere in vier Etagen übereinander untergebra<ht; in dem durhlaufenden Oberde> fanden 300 Pferde neben und hintereinander Play. Die Stalleinrihtung stammt no<h von der „Alesia“, einem Schiff der Hamburg-Amerika-Linie, das den best- gelungenen Pferdetransport bei der ostafiatis<hen Expedition ausgeführt hatte. Die Ställe bestehen aus Verschlägen, die nur so viel Naum für die Tiere lassen, daß sie bequem stehen und sih na allen Seiten süßen können, sobald das Schiff auf See Schwankungen macht. Nieder- legen dürfen sih die Pferde in den Verschlägen nicht; die Seekrankheit tritt sonst nur |<limmer in ihr Neht. Wenn ein Pferd s<wa< werden e find Vorbereitungen getroffen, um es mit Gurten unter setnem Leibe o zu halten, daß es die Beine ausruhen kann. Wenn Pferde fürchten, ihre Beine könnten in Unordnung geraten, so pflegen sie sih zuerst und zumeist na< hinten zu \temmen; die Teri Pa auf der E zeigen daher an der hinteren Wand überall Polsterungen. m übrigen ist altes, ungestrihenes Holz zum Bau verwandt, was fih den Tieren am zuträglihften erwiesen hat. Die Balken in der Kopfnähe der Pferde find geteert, um das Benagen der Ställe zu verhüten. Eigenartig ist für die Ventilation der Räume gesorgt. Am Kopfende der reihenweise einander gegenüberstehenden Tiere führen hölzerne vierkantige Kanäle hin, die mit Schiebern zu regulieren find und frishe Luft von außen zuführen. Eine große Dynamomaschine zum Saugen und Drü>en wurde an De>k der Palatia“ fris< erbaut, um Ventilation für die Pferdede>s zu liefern; außerdem befinden sih in jedem Abteil der De>s selbsttätige Ventilationseinrihtungen, so daß selbst bei Versagen der Dynamomaschine für glei<hmäßig frishe Luft gesorgt ist. In jedem Naum befindet si< ferner eine Frishwasserleitung, aus der Wasser zum Tränken der Pferde entnommen wird, und eine Spülleitung (Salzwasser). Erleuchtet sind die Pferdede>s elektris<; als Reserve befinden fh eine genügende Anzahl Stallampen an Bord, die vorläufig allerdings wegen der damit verbundenen Feuersgefahr in den Ställen niht aufgehängt sind. So sicher die Pferde in den beschriebenen Ställen unter- gebraht scheinen, i es do< unmögli<h, während der ganzen 21tägigen Seereise, die bei dem Transport nah Swakopmund bevor- steht, Tier bei Tier stehen zu lassen. Der bayerische Artillerieoffizier, Hauptmann Graf von Zech, der bereits den Pferdetransport auf der „Alesia“ im <inesishen Feldzuge mitgemaht hat und zur Leitung dieses neuen Pferdetransports von der Militärbehörde abkommandiert wurde, hat ein Hauptaugenmerk auf gute Führbahnen an De> ges richtet ; denn, wie er sagt, beruht auf der Möglichkeit, den Tieren Bewegung zu verschaffen und sie im Moment, wo sie ankommen, kfriegsbereit zu haben, der gute Pferdetransport. Rund um das Schiff führend, sind an Bord der „Palatia“ drei breite Führbahnen auf dem Vorde>, auf einem De>k im Schiff und im Hintershiff angelegt worden, breit genug, daß drei Pferde nebeneinander spazieren geführt werden können. Mehrere Dampfwinden mußten entfernt werden, um Plaß für diese Anlage zu schaffen. Wie die De>ks sind auch die Bahnen mit besonderen Bohlen belegt worden. Dabei läuft der Bretterbelag quer zur Führbahn und bietet den Tieren besseren Halt als die längslaufenden Dielen der eigentlihen De>s. Den neuesten Erfahrungen entspri<ht es au<h, daß die Pferde nur an den Vorderbeinen Hufbeschlag erhielten, an den Hinterbeinen ni<ht. Bemerkenswert ist in bezug auf die Einrichtungen für die Pferde ferner ein regulärer Lift, der an Bord angelegt wurde, um je zwei Pferde gleichzeitig aus unteren Räumen nah oben schaffen zu können. Man sieht, daß die Tiere an Bord der „Palatia“ wie in einem vornehmen Stadthause mit Beigabe aller modernen Bequem- lichkeiten wohnen. Für die Verpflegung der Pferde find 1600 cbm Heu, 200 cbm Hafer, ferner Futterkleie 2c. bestimmt. 1700 Tons Wasser wurden vorläufiz mitgenommen und werden unterwegs das Schiff läuft nur einen einzigen Zwischenhafen, nämli<h Las Palmas an zusammen mit Kohlen, frishem Gemüse 2c. ergänzt werden.

Als die „Palatia“, wie bestimmt, am Freitag Punkt $6 Uhr aus

dem Hafen dampfte, war ein gewaltiges Stü>k Arbeit geleistet. In

neun Tagen ist das Schiff, das mit 5000 Tons Ladung von der E !

Reise zurü>gekehrt war, vollständig entlös{<t und inklusive Kohlen neu beladen worden und hat alle dur den Truppen- und Pferde- transport nötigen zahlreihen Neuanlagen erhalten. Tag und Nacht ift ununterbrochen, ohne eine Stunde, ja cine Minute Pause gearbeitet worden, um diese Listung fertig zu bringen. Alle Ladung, die für die Swakopmundreise an Bord genommen wurde, war natürli<h für die Reise, für die Truppen und für den Kriegsbedarf bestimmt. Futter wurde genügend mitgenommen, um s{<limmsten Falls no< 20 Tage auf der Neede von Swakopmund liegen zu körnen. Acht Geschüße wurden mitgeführt und die dazu nötigen Utensilien. 50 Kriegshunde, große und kleine und von den verschiedensten Rassen, vervollständigten

Theater.

Neues Königliches Operntheater. Unter Leitung des Direktors: Gastspiel des Joss Ferenczy- Ensembles. Sonnabend: 35. Vorstellung. Das üße Müädel. Operette in 3 Akten von Alex | Fledermaus.

andôberg und Leo Stein. Musik von Heinrich Strauß. Reinhardt. Regie: Emil Albes. Dirigent: Kapell- meister Arthur Peisker. Anfang 7} Uhr.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen : Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Akten. Musik von Johann Strauß. Abends 77 Uhr: 36. Vor- stellung. Das süße Mädel. Operette in 3 Akten von Alex Landéberg und Leo Stein. Musik von Heinrih Reinhardt.

Granada.

Blatt. Wolzogen.

Deutsches Theater. Sonnabend: Der Meister. Anfang 7# Uhr.

Sonntag, Nachmittags 2} Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Abends 74 Uhr: Die Weber.

Montag: Mouna Vanna.

Blatt.

Der jüngste Leutnaut. Sonntag, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche. Montag, Abends 8 Uhr: Der jüngste Leutnant, Dienstag, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche.

reisen : aterkfant.

Donnerstag: Leßte Vorstellung vor den Ferien: Mamzelle Nitouche.

Schillertheater. (Morwitz-Oper.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Die Operette in 3 Akten von Johann

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Oberon, Köuig der Elfen. Heinrich Bötel. Der Postillion von Lougjumeau.

Montag, Abends $8 Uhr: Das Nachtlager in

N. (Friedri<Wilhelmstädtishes Theater.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Ein uubeschriebenes Lustspiel in 3 Aufzügen von Ernst von

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Wildente. Abends 8 Uhr: Ein unbeschriebenes Blatt. Montag, Abends 8 Uhr: Ein unbeschriebeues

Im Garten tägli<h: Großes Militärkonzert.

: Theater des Westens. Kantstr. 12. Bahnhof Berliner Theater. Sonnabend, Abends 8 Uhr : goologischer Garten. Sonnabend: Zu volkstümlichen reisen : Heidelberg. Sonntag, Nachmittags 24 Uhr : lt-Heidelberg.

Montag: Maria Therefia.

die Kriegsausrüstung. Für die Ernährung der Truppen sind außer den E Vorrâten, die in den Kühlräumen mitgeführt werden, 24 Ochsen lebend eingeschifft worden, um während der Ueberfahrt geshlahtet zu werden. Der Truppentransport auf der „Palatia“ 8 der bei weitem größte, der bis jeßt der Hamburg-Amerika-Linte übertragen wurde, Truppen, Pferde und Geschüße zusammen- genommen. Als Leiter des Transports fungiert Major Meister. Speziell für den Pferdetransport if, wie s{<hon erwähnt, Graf von Zeh wegen seiner Leistungen und Erfahrungen bei der gleichen Aufgabe gelegentli<h der ostasiatishen Expedition beigegeben worden; thm steht Oberleutnant Kirsten, der ebenfalls den früheren Mustertransport auf der „Alesia® der Hamburg-Amerialinie mitgemacht hatte, zur Seite. Vier Hauptleute und eine Anzahl weiterer Offiztere, Aerzte und Veterinäre, im ganzen 40 Offiziere, 13 De>ksoffiziere, 666 Mann, und zwar ein Teil Artillerie und ein Teil berittene Fnfanterie, vervollständigten den LCTransport. Das Kommando über die „Palatia“ hat die Hamburg-Amerika-Linie an Kapitän Knuth übertragen, der bereits bei der <inesis<hen Expedition einen großen Pferdetransport unter besonders schwierigen Umständen von San Francisco nah Ostasien geführt hat.

Zu dem am Sonntag, den 26. Junt, im Sportpark Friedenau stattfindenden Gauverbandfahren des Gau 20 (Berlin) des Deutschen Nadfahrer-Bundes sind im ganzen 104 Meldungen ein- gegangen. Die Meisterschaft wird der vorjährige Sieger, Martens vom „Sport Berolina“, verteidigen. Die Rennen beginnen um 3 Uhr Nachmittags. Der Eintritt beträgt zu allen Pläßen 1

Die „Automobil-Welt" hat ihrer Gordon-Bennett- Nummer nunmehr cin weiteres, dem großen Nennen gewidmetes Heft folgen laffen, das den auëführlihen Bericht und einen reihen Schaß von Illustrationen enthält. Auh das Frankfurter Nennen ift in Wort und Bild dargestellt. Das Heft ist für 30 Z (Porto 10 4) von der Expedition, Lindenstr. 16/17, oder dur< die Buchhandlungen zu beziehen. n

Eine neue Karte der Umgegend von Berlin im Um- kreise von 88 Quadratmeilen ist soeben im Straubeshen Ver- lage ershienen. Bearbeitet im Maßstabe 1 : 130 000 und ausgeführt in Fünffarbendru>, bietet sie ein gutes und zuverlässiges Orientierungs- mittel, das allen Wanderern und Nadfahrern empfohlen werden kann. Sämtliche Entfernungen von Ort zu Ort find auf der Karte, die E kostet, in Zahlen, leiht ablesbar und doch nicht störend, an- gegeben.

Kiel, 22 Iun (W.L.B.)“ Jhre Majestät die Vaiferin wohnte gestern vormittag mit Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Eitel. Friedrih in einer Pinasse dem Start zur Wettfahrt der Kriegs\<iff8boote und um 12 Uhr dem Start der Sonder- klasse bei. An der Wettfahrt der Sonderklasse nahm Seine Kaiser- liche und Königliche Hoheit der Kronprinz auf setner Jaht „Angela“ teil. Bei der Wettfahrt der Kriegs|chiffsboote kam cs infolge der außerordentlih f\teifen Brise zu verschiedenen Unfällen. Mehrere Barkassen und Kutter stießen aneinander und kenterten. Jedoch wurden die Insassen der Boote dur< Dampfpinafsen gerettet. Von der gekenterten Gig der Kommandantur von Friedrihsort werden zwei Mann vermißt. Bei dem Kentern der Barkasse Medklenburg I ertrank der Obermatrose Hachmeiler. Beim Nennen der Jachten er Sonderklasse erhielt , Georg“ den 1. Preis, „Wannsee“ den 2. Preis, „Molch<h“ den 3. Preis, „Tilly V“ den 4. Preis, «Windspiel 1V *“ den 5. Preis, „Président Lönglez“ den 6. Preis, „Charly“ den 7. Preis. d

Die heutige Wettfahrt auf der Kieler Föhrde, ver- anstaltet vom Kaiserlihen Jachtklub, wurde von herrlichem westlichen Segelwinde begünstigt. Die großen Schunerkreuzer waren vollzählig am Start. Gemeldet hatten 57 Jachten. „Meteor" ging als erster Schunerkreuzer dur< den Start, gefolgt von „Hamburg“, „Ingomar“ und „Jduna“.

Nom, 23. Juni. Heute nahmittag wurde das von Seiner Majestät dem Kaiser Wilhelm der Stadt Rom geschenkte Goethe- Denkmal im Park der Villa Borghese feierlich ent- hüllt. Auf dem Festplate, der mit Fahnen rei ges{mü>t war und auf dem Truppen sowie Munizipalgardisten Spalier bildeten, versammelten sid, wie ,W. T. B.“ meldet, die deutshe Kolonie, die Minister Giolitti, Tittoni, Orlando, Luzzatti und NRava mit den Spitzen der Behörden, zahlreiße Senatoren und Deputierte, an ihrer Spitze Biancheri, fowie viele Mitglieder der Gesellshaft Roms. Gegen 6 Uhr traf, von Kürassieren geleitet, der König Viktor Emanuel auf dem Platz ein und wurde von dem deutschen Botschafter Grafen Monts sowie den Ministern empfangen. Nachdem der König in einem reih ausgestatteten Pavillon Play genommen, hielt der deutsche Bot- hafter Graf Monts, der zur Rechten des Königs stand, fol- gende Rede :

„Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm, wmeines erbabenen Monarchen, habe ih die Ehre, der Stadt Nom das Marmor- bild des größten deutshen Dichters als Kaiserlihes Geschenk zu über- geben. Goethe verlebte vielleicht eines feiner glüdlihsten Jahre in den Mauern dieser Stadt, und unter diesen immergrünen Bäumen dichtete er die „Iphigenie“, eines seiner herrlihsten Werke. Möge das Denkma!, welches wir in der erlau<hten Gegenwart Seiner Majestät des Königs Viktor Emanuel jeßt enthüllen, in ferne Zeiten hinüber- ragen als Wahrzeichen, wie Germaniens Kaiser Deutschlands Dank zum Ausdru> brachte für die Anregungen, die Goethes Genius \<öpfte aus der Geschichte, Natur und Kunst des Landes Italien.“

Graf Monts {loß seine in deutsher Sprache gehaltene Rede, indem er auf italienis<h den König um die Erlaubnis zur Enthüllung des Denkmals bat. Auf ein Dien des Königs fiel hierauf die Hülle des Denkmals, die Versammlung brach in jubelnden Beifall aus, und die Musik spielte die deuts<he und die italienishe Nationalhymne.

Dienstag: Waterkaut. Mittwoch: Alt-Heidelberg.

O0. (Wallnertheater.)

will er sich machen.

Abends 8 Uhr: Gastspiel von

Sonnabend, Abends 8 Uhr:

Nichard und Josefine Dora. Lustspiel in 4 Akten von Fri Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

u volkstümlichen

bends 8 Uhr: | Tegernseer.

in 4 Akten von Herm. Leitner.

ierauf wurden von ver Munizipalität Roms und den deutsh, ereinen Kränze am Denkmal niedergelegt. L

Nunmehr nahm der Bürgermeister Roms Fürst Colonng Wort zu folgender Rede: „Der Akt erhabener Munifüzenz dy Deutschen Kaisers, den die Schenkung der Statue des größt deutshen Dichters an die Stadt Nom darstellt, wird von der Beo völkerung Roms mit unauslöshliher Dankbarkeit aufgenom, Roms Bürger sind tief bewegt von dem neuen, zu ihren He, \prehenden Pfande einer Sympathie, die mit aus8etlesen Courtoisie das Teuerste herausfindet, was die Seelen zweier Bilk fest aneinanderknüpft. Die große Gestalt Goethes stellt iy würdigsten Weise das geistige Band dar, das das junge Deuts{lyy mit der Größe Roms verknüpft. Es gereiht mir zur höchsten Ch in Anwesenheit Seiner Majestät des Königs namens der Stadt Roy das Marmorbild Goethes in meine Obhut zu nehmen. Cs yjj Rom immer an einen seiner größten Adoptivsöhne und die Italie daran erinnern, wie in genialer Weise von erhabener Stelle ut Ade SEUNDIGONI und geistige Brüdershaft zum Ausdru> V racht ist." /

Nach der Rede des Fürsten Colonna nahm der Unterrichtsminis ODrlando das Wort zu einer Ansprache, in der er ausführte, M Fest habe die Bedeutung einer historishen Tatsache. Der Minis ging dann ausführliÞh auf Goethes Entwi>klung ein und schildert wie sih die Bewegung der Sturm- und Drangperiode in Goeths Seele widergespielt : einer Periode, in der das nationale deutsche Y, wußtsein seine politishe und intellektuelle Mission für eine neue uh ruhmrei@e Kultur zur Neife gebra<ßt habe. Diese Kultur bab sich in dauernder und fruchtbringender Weise auf die nah deut dey Boden gebrachte grie<is< - lateinishe Renaissance stüßen können, Gocthe sei in dieser Hinsicht der Vorgänger Savignys und Mommsett der größten Forscher auf dem Gebiete des rômischen Nets und tet römischen Geschichte, gewesen. Die Ursache der Beziehungen ¿wide Goethe und Jtalien bilde no< heute die unershütterliche Grund, lage des treuen Bündnisses beider Völker. Die Poesie Goethez id der goldene Reif, der die lateinishe und die deutshe Seele ber: binde. Der Minister schilderte dann den Aufenthalt Goethe j, Rom und Roms Einfluß auf seinen Geist und fuhr dann sg, „In seiem Geiste vers<molzen zu einem harmonishen Afty die Wissenschaft und die Poesie, antikes und modernes Denken, wi deutsche und die lateinis<he Seele. Das Bildnis des großen Didier wird tin dem Herzen Italiens Zeugnis ablegen von dem Glü> und der Größe dieser Vereinigung. Quod bonum, felix faustumqug git für die Mission des Friedens und der Zivilisation, welche di beiden großen Völker in der Welt erfüllen follen. Das war det geniale und tiefe Gedanke des erhabenen Spenders, und das ist Zj Gedanke, Sire, und der des italienis<en Volkes. Den Waffen Ron glü>te es nicht, dauernd in den deutshen Wäldern das Uebergewitt zu haben, und der Name Hermanns, den Tacitus ehrend erwäht hallt no< wider als Rächer der verleßten Freiheit; aber die ey und vielgestaltige lateinis{<e Tugend hat die größten Geister Deut, lands erobert und Dich insbesondere, Goethe, Du neuer Bür Roms! Möchten, wie der befreundete und Jtalien verbünd Souverän es durch sein hochherziges Geschenk gewollt hat, die beid Völker in voller Harmonie der Geister und der Bestrebungen j Deinem Namen, o Dichter, zum Ideal der Schönheit und d Nuhmes, das Dir hier \trahlend erschien, vorgehen !“

Nachdem die Reden beendigt waren, machte der König in Y, gleitung des Professors Eberlein einen Nundgang um das Denk] und beglü>kwünschte den Künstler in herzliher Weise. Der Könj verließ unter den Klängen des Königsmarsches und den lebhaften du rufen der Mengen um E7 Uhr die Villa Borghese.

Saragossa, 23. Juni. (W. T. B.) Zwischen Calamot und Luco entgleiste cin Schnellzug, der dann in Brand s riet. Viele Personen follen das Leben cingebüßt haben und vil verleßt sein. Ein Eisenbahnzug ist mit allen verfügbaren Kräfte von Teruel an den Ort des Eisenbahnzusammenstoßes abgegan, Die Opfer, nah neueren Meldungen dreißig an Zahl, sind fast sämt li<h Gendarmen.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Paris, 24. Juni. (W. T. B.) Der Vorsitzende de Kommission zur Untersuchung der Kartäuser-Angelegen: heit hat den Generalprior der Kartäuser und den Pater 1 telegraphisch A am nächsten Dienstag vormittag j erscheinen, und ihnen gleichzeitig den Geleitbrief zugesandt.

Tokio, 24. Juni. (Meldung des „RNeuterschen Bureaus!) Am Dienstag griff eine 4000 Mann starke, aus Jnfanteri, Kavallerie und Artillerie bestehende russis<he Streitmadt Ayangpionmen an, wurde aber zurü>kges<hlagen und gin bei Sonnenuntergang gegen Schinkailing zu zurü>k. N Russen verloren fünf Tote und zwanzig Verwundete; di japanischen Verluste sind no<h nicht bekannt.

Niutshwang, 24. Juni. (Meldung des „Reutershtt Bureaus“.) Seit gestern werden östli<h vom Liauflusst neue Verschanzungen aufgeworfen. Chinesen müssen ih Häuser verlassen, die für russishe Truppen verwendet werdet. Es ist cine neue Proklamation erlassen worden, welche di Ausfuhr von Lebensmitteln nordwärts von Niutschwang unt sagt. Große Truppenkörper sollen unter dem General Kurt patkin 8 Meilen von hier stehen und, wie man anni nah Kaitschou zu marschieren.

(Fortseyung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Donnerstag: Jm bunten Roe.

Neues Theater. Sonnabend: Einen Jux Sonntag: Einen Jux will er fich machen.

Residenztheater. (Direktion: S. Lautenburg.)

Die 300 Tage. (L’enfant du Miracle.) S<wank in 3 Aften von Un Gavault und R. Charecy. Deuts von Alfred

mm. Sonntag und folgende Tage: Die 300 Tage.

Bentraltheater. Sonnabend, Abends 8 Ubr: Gastspiel des Königlichen Hofshauspielens Emil

Reuter.

« Bellealliancetheater. (Unter der Direktion von ean Kren und Alfred S<hönfeld vom Thaliatheater. Sonnabend, watt 71 Lr : Eer E Original

V. anger a t . Bauernposse mit Nationatarlängen Jag! pubplattler

Sonntag : Dieselbe Vorstellung. ;

Vom 1. Juli ab: Gastspiel von Wint Tymian mit 16 Humoristen und Sänger.

Im Sommergarten: Von 6 Uhr ab: Konz von Curt Goldmaun.

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Familiennachrichten,

Verehelicht: Hr. Oberleutnant Oskar von Ex! genannt Gaza mit Frl. Elsa Meyer (Berli- Groß-Görschen i. S.). J

Gestorben: Hr. Wirklicher Geheimer Rat Dr 5 Carl von Stremayr (Pottshach, Nieder-Oestertt! ) Hr. Rittergutsbesißer Albert Goerl (Hohenb bei Drawehn i. Pomm.). Hr. Oberregierun0 n Albert Buhlers (Danzig). Verw. Fr. Gebt Regierungêrat Elisabeth Meitzen, geb. (Blankenburg a. H.).

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Onkel Bräfig.

Verantwortlicher Redakteur Dr. Tyrol in Charlottenburg.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin |

Dru> der Norddeutschen Buchdru>teret und Vet Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 8 |

Acht Beilagen

<uhplattlern (einshließli<h Börsen-Beilage).

zum Deulshen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staalsanzeiger.

M 147.

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Erste Beilage

Berlin, Freitag, den 24. Juni

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

Qualität mittel

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Außerdem wurden am Markttage g bershläglicher nach übershläg Ss verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

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Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.

Bemerkungen. : r E Ein laraber Siri (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis niht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den leßten se<s Spalten, daß entsprehender Bericht fehlt.

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Preußischer Landtag. Herrenhaus. 18. Sizung vom 23. Juni 1904, 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Geseh -

entwurfs, betreffend die Erweiterung und Vervoll-

ständigung des Staatseisenbahnneßes und die

Beteiligung des Staats an zwei Privatunter-

nehmungen sowie an dem Bau von Kleinbahnen. Ueber den Beginn der Verhandlungen ist bereits in der

gestrigen Nummer d. Bl. berichtet worden. E Nach der Annahme der $8 1—9 der Vorlage verbreitet sih _ Berithterstatter Herr von Graß über den Inhalt des $ 10, nah dem im ganzen 146 815000 Æ gefordert werden, und zwar 4555 000 4A zum Bau einer Saubtbalin von Soßniyza über Preiswiß na< Egerfeld, 100 764000 4 zum Bau von Nebenbahnen, 989 000 A zur De>ung der Mehrkosten des Baues der Bahnen von Gleiwiß na< Emanuelssegen und von Schweidniß na< Charlottenbrunn, 36 284 000 Æ zum Ausbau verschiedener Neben- bahnen, zur Herstellung einer zweiten Hauptbahn von Lehrte nah Wunstorf und einer neuen Verbindung zwischen Aachen und Hergenrath, 3 270 000 46 zur Einführung des staatseigenen Betriebes auf der oberschlesischen Shmalspurbahn und zum Erwerb der dem bisherigen Betriebsunter- nehmer gehörigen Anlagen und Betriebsmittel, 508 000 A zur Be- teiligung des Staats am Bau der Bahn Elmshorn—Dldesloe_ und zur weiteren Beteiligung des Staats an dem Unternehmen des Ober- hausener Wasserwerks, endli 5 000 000 ( zur Förderung des Baues von Kleinbahnen. : S Herr Dr. von Dziembowski weist darauf hin, daß für die Linien Bentshen—Birnbaum und Topper—Meseriß die Interessenten zu- sammen 569 000 A zu den Grunderwerbskosten beisteuern follen. Diese Zuschüsse müßten à fonds perdu gegeben werden, sie seien als reine Steuern anzusehen. Insgesamt habe die Provinz Posen bereits ohe Summen für die Nebenbahnen aufgewendet, daß die Kreise eine Mehrbelastung ihres Etats für Verzinsung und Tilgung dieser Kapitalien um 109% des Jahressolls der Steuern zu tragen hätten. Angesichts der steigenden Einnahmen des Staats aus den Nebenbahnen könne der Minister einen Ausgleih dafür durh die Be- rüdsihtigung der Verkehrswünshe niht von der Hand weisen. Der Minister müsse den Kreisen unter die Arme greifen und ihnen die Lasten erleihtern. Die Provinz Posen sei dem Minister vielen Dank sür ihre und überhaupt des Ostens Berücksichtigung *' in den leßten Jahren \{<uldig, es sei dort sehr viel projektiert und gebaut, und die Verkehrsverbindungen seien verbessert worden. Mit um fo mehr Ver- trauen glaubt der Redner den Minister bitten zu dürfen, die Leistungs- fähigkeit der Kreise für die Zukunft ins Auge zu fassen. Berichterstatter Herr von Graß bemerkt, daß in der Hergabe des Grund und Bodens oder Leistung eines Beitrages dafür seitens der Interessenten das Zeugnis gefunden werden müsse, daß für eine Bahn wirkli< ein öffentlihes Bedürfnis vorliege. Beide Arten der Beteiligung der Interessenten, die Hergabe des Terrains oder Zahlung

eines Geldbetrages dafür, hätten ihre Bedenken, aber zur Zeit sei eine andere Methode niht vorhanden. Als reine Steuern könnten diese Ueberweisungen nit angesehen werden, ein Aequivalent dafür sei in dem Vorteil der Cisenbahnverbindung gegeben.

Graf von Mirbach: In der Frage der Tragung der Grund- erwerbskosten stehe i< im wesentlihen auf dem Standpunkt des Herrn von Dziembowski. Durch die Uebernahme dieser Kosten auf den Kreis- und Kommunaletat entsteht eine ganz gewaltige Steigerung der Schuldenlast, während der wirtshaftlihe Effekt einer solchen Bahn in den meisten Fällen überhaupt zweifelhaft is. Bei der Linie Kruglanken—Marggrabowa haben die Kreise Lößen und Angerburg 280 000 A an Grunderwerbskosten zu übernehmen. Das ift eine außerordentlih empfindlihe Belastung, zu welher der Staatszuschuß in keinem Verhältnis steht. Sie ist um so empfindlicher, als die Kreise eher arm als wohlhabend sind. Nun wird die Staats- regierung sagen: wie kommt es, daß die Kreise sih zur Uebernahme derartiger, zum Teil unershwingliher Lasten verstehen? Das E im Rü>kgang der landwirtschaftlihen Verhältnisse; eine sehr große Anzahl von Gutsbesißern gerade der ärmeren Kreise will ihren Grundbesiß veräußern und sagt ih, daß sie im Falle des Baues einer Bahn sehr viel höhere Preise erzielen. Die Staats- regierung hat unbedingt die Pflicht, diese Verhältnisse außerordentlih sorgfältig zu prüfen und in sol<hen Kreisen, wo die kommunale Be- lastung so hoch ist, entweder größere Opfer zu bringen oder durch- zusetzen, daß die beteiligten Adjazenten das Terrain mehr in natura hergeben.

Minister der öffentlichen Arbeiten von Budde:

Meine Herren! Jch will glei<h mit dem leßten Gegenstand der Wünsche beginnen, die von den Herren Vorrednern vorgetragen worden find. Herr von Dziembowski hat zunähst die Frage der Hergabe des Grunderwerbs dur die Interessenten angeshnitten und speziell die betrübenden Verhältnisse in der Provinz Posen dargestellt. Er sprach von einer „reinen Steuer“, die dur<h den Eisenbahnbau der Provinz auferlegt würde. Jch glaube, daß der Herr Finanzminister mit mir darin übereinstimmt, daß die Königlihe Staatsregierung gerade aus den Kreisen der Provinz Posen ein derartiges Urteil über den Ausbau der Nebenbahnen niht erwartet hätte; denn im vergangenen Jahre und au< in diesem Jahre hat die Staatse regierung mit vollem Bewußtsein und innerster Ueberzeugung von dem Werte, den die Eisenbahnen für die Erschließung des Landes haben, und im Hinbli> auf die Bedeutung, die namentli<h die Eisenbahnen au< für die Verbreitung des -Deutshtums in Posen haben werden, gerade diese Provinz mit dem Neubau von Neben- bahnen besonders reihli< bedaht, sodaß aus anderen Provinzen der Staatsregierung der Vorwurf gemacht worden ist, daß man darin zu weit gegangen wäre. Meine Herren, deshalb hat die Staatsregierung niht erwarten dürfen, daß sie diese Kritik hier hätte hören müssen.

Ich möchte ferner der Aeußerung des Herrn von Dziembowski, daß die Aufwendungen, die von den Kreisen für den Grunderwerb gemalt werden, eine reine Steuer wären, entgegentreten. Er hat angeführt, die Provinz sei dur< den Bau von Nebenbahnen mit 134 Millionen belastet und außerdem no< dur< den Bau von Kleinbahnen. Er hat aber ni<ht angeführt, wel<he Vorteile der Provinz Posen dur< die Nebenbahnen entstanden find und entftehen werden. Hier handelt es si< do< um Leistung und Gegenleistung, und wenn Herr von Dziembowski die Leistung der Provinz angeführt hat, fo hâtte ih geglaubt, daß er auch die Gegenleistungen hätte anführen müssen, um objektiv zu sein. Wenn aber die Herren immer davon sprechen, daß die Grunderwerbskosten erheblih zu hoch seien, so mödhte ich bitten, daß jeder an seinem Teile darauf hinwirkt, daß die Besiger, die den Grund und Boden in der Hand haben, niht mit dem Moment die Preise in die Höhe schnellen, wo ein Eisenbahnprojekt entsteht. Wir müssen ja mit Geheimhaltung vorgehen bei dem Entwurf der Linien, ja wir müssen man<mal mehrere Linien abste>en, um niht klar erkennen zu lassen, wo die Eisenbahn \{ließli< gebaut wird. So müssen wir uns {üen gegen die Spekulation in Grund- stüden. Meine Herren, das ift doch cin Zeichen, daß die Königliche Staatsregierung niht daran \{<uld is, wenn der Grunderwerb hier und da fo erhbeblih viel teurer wird, als er nah dem Anschlage, nah sachverständiger Shätzung eigentlih hätte sein müssen. Ich habe hier eine Statistik darüber, wie si< die Grunderwerbskosten im ganzen gestellt haben in denjenigen Fällen, wo seit dem Jahre 1896 die Staatsregierung si< mit einem Pauschquantum begnügt hat und im übrigen den Grunderwerb selbs wvornahm. Es hat si< dabei herausgestellt, daß in den allermeisten Fällen der Grunderwerb höher gewesen ift, als es angenommen werden konnte; nur in einem einzigen Falle ist bis jeßt no< niht festgestellt, daß der Grunderwerb die Summe ganz erreihen wird. Jn allen übrigen Fällen hat die Staatsregierung zu der Summe, die von den Interessenten hergegeben worden ist, zushießen müssen. In den meisten Fällen hat es sfih dann dur sparsame Wirtschaft ergeben, daß wir in dem Baufonds die Mittel dazu fanden; aber in manchen Fällen haben wir au<h erheblihe Ueberschreitungen des Bau- fonds gehabt. J< will Sie niht mit vielen Zahlen auf- halten; es . find ganz bedeutende Summen, - die der Staat hat zuschießen müssen, z. B. bei einer Summe von 398 000 M, die für Grunderwerb in Ausfiht genommen war, wurden 256 400 M zugeshossen. Dann ift au<h vom Herrn Grasen von Mirbach ange- - führt worden, daß die Leistungen des Staats er hat das mit