1904 / 158 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Beamte der Militärverwaltung.

19. Juni. Maisch, Garn. Verwalt. Kontrolleur_ in Tübingen, zum Garn. Verwalt. Insp., Jehle, Kaserneninsp. in Stuttgart, zum Garn. Verwalt. Kontrolleur, ernannt.

928. Juni. Opitz, überzähl. Vizefeldw.,, zum Proviantamts- assistenten ernannt. S

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 29. Junt. Opitz, Proviantamtsassist., dem Proviantamt Stuttgart zugeteilt.

Abgereist: Seine Exzellenz der Königliche Staatsminister und Minister des Jnnern Freiherr von Hämmerstein, nah der Provinz Ostpreußen. Angekommen: der Staatssekretär des

Seine Exzellenz Neichspostamts

Kraetke.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 7. Juli.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen gestern nachmittag in Swinemünde an Bord der Jacht „Hohenzollern“ den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts, Wirklichen Geheimen Rats Dr. von Lucanus entgegen und traten heute morgen 7 Uhr die Nordlandsreise an.

JFhre Majestät die Kaiserin und Königin trafen heute vormittag in Cadinen ein.

Dex Königlih dänishe Gesandte von Hegermann Lindencrone hat Berlin verlassen. Während seiner Ab- wesenheit führt der Legationssekretär Graf Brockenhuus- Schack die Geschäfte der Gesandtschaft.

Der Regierungsrat Dr. Schnabel aus Düsseldorf ist der Königlichen Regierung in Posen, der Regierungsrat Serlo aus Oppeln der Königlichen Regierung in Düsseldorf, der Negierungsassessor Goldshmidt in Labiau der Königlichen Regierung in Oppeln zur weiteren dienstlihen Verwendung überwiesen und der Negierungsassessor Ag ric ola in Graudenz dem Landrat des Landkreises Graudenz zur Hilfeleistung in den landrätlihen Geschäften zugeteilt worden.

Gau MeloUna Des S S n S Sor „Taku“ und S. M. Tpdbt. „S 90“ am 3. Juli in Tsingtau eingetroffen.

S. M. S. „Panther“ ijt am 4. Juli in Port-au-Prince eingetroffen.

S. M.S. „FüLst Bismarck Und S. M. S, „Hertha“ sind am 6. Zuli in Kiukiang eingetroffen und gehen heute nah Hankau wieder in See. A :

S. M. S. „Habicht“ geht am 9. Juli don Kapstadt nah Angra Pequena in See. ;

Der Dampfer „Rhein“ mit dem Ablösungstransport für die Ostasiatishe Besaßungsbrigade ist gestern wohlbehalten in Singapore eingetroffen und ging am selben Tage weiter nah Hongkong.

Meeklenburg-Schwerin.

Seine Kaiserlihe und Königlihe Hoheit der Kronprinz Wilhelm nahm gestern nahmittag am Diner bei der Großherzogin Marie teil und wohnte später dem Hof- konzert bei, wo Höchstderselbe Jhre Königliche Hoheit die Königin Wilhelmina der Niederlande führte. Nah Beendigung des Konzerts begab Sich der Kronprinz, begleitet von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog, zum Bahnhof und reiste nach herzliher Verabschiedung nah Berlin zurü.

Hamburg.

In der gestrigen Sizung der Bürgerschaft wurde, „W. T. B.“ zufolge, die Senatsvorlage, betreffend die Schaffung gesunder Zustände in einem Teile der Neustadt, wofür etwa 9 Millionen Mark aufgewendet werden follen, genehmigt.

Deutsche Kolonien.

Ueber die Grundsteuer der chinesischen Grund- eigentümer im Schußgebiet Kiautschou wird in den „Mitteilungen der Deutschen Kolonialgesellshaft“ folgendes berichtet : L

Seit der Besitergreifung des Kiautshougebietes zahlen die cinesischen Grundeigentümer die Grundsteuer, die sie bis dahin an die cinesishen Behörden entrichtet hatten, an das Gouvernement. Als Grundlagen dienten bisher die alten chinesishen Steuerlisten, die, ohne Aufs{luß über das steuerpflihtige Grundeigentum zu geben, nur die Gesamtzahlen der in den einzelnen Steuerbezirken aufzubringenden Steuerbeträge enthielten. Festgeseßt waren die Beträge in Silbertaels. Zur Einziehung der Steuer wurden für die verschiedenen Reviere Steuererheber bestellt, die die Steuer in Kupferkäsh eintrieben, dieses Geld dann in Dollars einwechselten und in dieser Münze den feste geseßten Taelsbetrag nach dem jeweiligen Kurse zahlten. Als dann später jene starke Entwertung des Silbers eintrat, fielen Tael und Dollar entsprehend im Käschkurse, sodaß es zur Aufbringung der Grundsteuer geringerer Käschbeträge bedurfte. Dem mit der Ver- waltung des Bezirksamtes Lißzun beauftragten Dolmetschereleven Dr. Michelsen gelang es nun festzustellen, daß das starke Fallen des Silberkurses niht dem fsteuerzahlenden Grundeigentümer zu- gute kam, fondern nur die Steuererheber bereiherte. Als der Tael noch hoch stand, zahlte ein Eigentümer von einem Mu Land (921 qm) jährlich etwa 260—280 kl. Käsch. Das Sinken des Taels hätte es bewirken müssen, daß der Grund- eigentümer nur noch 90 kl. Käsh zu entrihten brauhte. Die Steuer- echeber erhoben indessen nach wie vor denselben Käschbetrag und von den 300—400 fl. Käsh, die der Mu- Land ihnen zahlen mußte, führten sie, den niedrigen Silberkurs zunuße machend, nur 90—100 fkl. Käsch an das Gouvernement ab, die Uebershüsse, das Zwei- und Dreifahe der Steuer, flossen in ihre Tasche. Um diesem Mißstande abzuhelfen, wurden zunächst neue Steuerlisten aufgestellt, die den gegen- wärtigen Besißstand der Landbevölkerung des Scuygebietes, nah Dörfern geordnet, wiedergeben. Für jeden Grundeigentümer ift ein besonderes Blatt angelegt, auf dem die Größe seines Grund- eigentums in chinesishem Flächenmaß (grober Mu zu 921 qm, kleiner Mu zu 614 qm) verzeihnet steht. Außerdem erhielt jeder Grund-

ihre Sporteln ;

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eigentümer ein Duplikat seines Steuerblattes. Nach der neuen Steuer- verordnung vom 5. Mai 1904 soll nun die Steuer in Zukunft nach diesem Steuerregisier aufgebraht werden, und zwar ist die Höhe der jährlihen Steuer für einen Mu von 614 qm Größe auf 200 fl. Käsch festgeseßt worden. Die Grundsteuer wird halbjährlich von dem Orts- ältesten des Dorfes, zu dessen Bezirk der steuerpflihtige Boden gehört, nah Käschwährung erhoben und an das Gouvernement nach einem jedesmal vorher festzuseßenden Kurse in Dollars abgeführt. Als Ent- \hädigung für ihre Mühewaltung haben die Ortsältesten das Recht, außer der Grundsteuer eine Gebühr von fünf vom Hundert der Grundsteuer für sih zu erheben. Damit das Steuerregister stets ein neues Bild des jeweiligen Besißstandes sei, ist jeder Eigentümerwechsel zum Register anzumelden. : s E

Durch das neue System der Steuererhebung ift somit erst ein zweckmäßiges Landregister geschaffen worden. Nunmehr wissen die einzelnen Grundeigentümer genau, wieviel Steuer sie zu zahlen haben, und haben nicht mehr unter der Willkür der Steuererheber zu leiden. Jett is auch die Möglichkeit einer Umschreibung der Grundsteuer gegeben, es fann die Grundsteuer direkt von dem gegenwärtigen Eigentümer erhoben werden im Gegensaye zu früher, wo der ursprüng- liche Eigentümer, dessen Name in den alten Steuerbüchern stand, noch immer zur Grundsteuer herangezogen wurde, auch wenn ihm längst nicht mehr der steuerpflichtige Boden gehörte. Endlich wird der Er- trag der Grundsteuer, die bis jeßt etwa 6000 Doll. jährlich betrug, auf etwa 20 000 Doll., also über das Dreifache steigen, ohne daß die Grundeigentümer {werer als bisher belastet werden ein Erfolg, der nur dadurch erreicht ist, daß das Institut der Bezirks\teuererheber ab- ge\{hafft und damit eine ungeseßlihe Aneignung kommunaler Gelder unmögli gemacht ist.

Oesterreich-Ungarn. r M4

Gestern nahmittag veranstalteten, ‘„W. T. B.“ zufolge, auf der Universität in Jnnsbruck die italienischen Studenten wegen der Zusaramenseßung der Prüfungs- kommission lärmende Kundgebungen gegen den Prä- sidenten der Staatsprüfungskommission. Abends hielten sie eine Versammlung in einem Gasthofe ab. Da sih vor dem Lokale viele Menschen ansammelten, löste die Polizei die Ver- sammlung auf und räumte den Plaß. Nunmehr zogen die italienishen Studenten, gefolgt von einer großen Volksmenge, nach einem Café, das jedoh von der Polizei geschlossen wurde. Dem energischen Eingreifen der Polizei gelang es bisher, ernstlihe Zusammenstöße hintanzuhalten. Jm Verlaufe der Kundgebungen wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Großbritannien und Frland.

Im Unterhause erklärte gestern nah Meldung des ,W. T. B.“ der Unterstaatssekretär Earl Percy auf eine Anfrage, daß die Ne- gierung keine bestimmte Nachricht über die gegenwärtige Lage des Mullah und die Stärke seiner Streitkräfte empfangen habe. Das Gerücht, wonach der Mullah in das Nogaltal zurückgekehrt sei, habe sih nicht bestätigt. Die Regierung beabsichtige niht, eine unmittelbare Grenzabsteckung des Schußtzgebiets im Somalilande vor- zunehmen. Das Haus beendete sodann die Spezialdebatte über Artikel 1 der Vorlage, betreffend die Schankwirtschaften, unter stürmischen Protesten der Opposition. Der Artikel wurde mit 281 gegen 194 Stimmen angenommen. Gibson Bowles fragte an, wann die Re- gierung die Natifikationen der englisch-französishen Kon- vention auszutaushen gedenke. Balfour ersuchte Bowles, die Anfrage um 14 Tage zu verschieben; er glaube, daß es dem öffentlichen úInteresse widerstreiten würde, die Anfrage gegenwärtig zu beantworten. Zum Schluß der Sitzung ersuhte Me Neill um Auskunft über die Tibetmission. Der Staatssekretär für Indien Brod ri erwiderte, die Regierung habe eine Bestätigung des Neutershen Telegramms über die Erstürmung des tibetanishen Forts noch nicht erhalten: die Politik der Negierung sei unverändert; die Unterhanolungen könnten eingeletiet werden, fobald die Tibetaner einen kompetenten Beamten ent\enden, der zum Unterhandeln ermächtigt sei.

Auf einem gestern von Mitgliedern der Regierungspartei veranstalteten Diner erklärte der Premierminister Balfour, die Regierung beabsichtige durhaus nit, ihre Entlassung zu geben. Jndes sei der Mangel an Loyalität seitens einiger Mitglieder der Unionisten gefährlicher wie die Ergebnisse der leßten Ersaßwahlen, die hauptsächlih durch falsche Ausstreuungen über chinesishe Arbeiter in Transvaal herbeigeführt worden seien. Sollte aber die Partei meinen, daß das allgemeine Interesse darunter leide, wenn die Re- gierung am Nuder bliebe, so würde diese sofort ihre Ent- lassung einreichen.

Frankreich.

Die Kommission für die Kartäuserangelegenheit ver- nahm gestern zwei Zeugen über die von Cendre gemachten Auss\agen ; das Verhör ergab jedo, wie ,W. T. B." aus Paris berichtet, nichts Neues. Außerdem faßte die Kommission den Beschluß, zu erklären, daß Maëêcuraud an der ganzen Sache unbeteiligt sei. Die Kommission hat nämlich festgestellt, daß die Zeugenausfagen den bei den Kartäusern unternommenen Schritt auf den 5. März 1903 verlegen, zuglei aber als erwiesen erklärt, daß Mascuraud an diesem Tage den Vorsitz in einer Gewerbegerichtsfizung führte. ¿

Rußland.

Die Geseßsammlung veröffentlicht, wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg berichtet, einen Kaiserlihen Ukas, durch den gemäß dem Mobilmachungsplane zur Vervollständigung des Mannschaftsstandes der baltischen Kriegshäfen alle noch nicht einberufenen Marinereservisten der Gouvernements des europäischen Rußlands mit Ausnahme Orenburgs und Finn- lands zum aktiven Dienst einberufen werden. Ferner werden für die Bedürfnisse von Sewastopol die Neservisten der Don- gebietsbezirke Taganrog und Nostow und von vier Kreisen des Gouvernements Cherson einberufen.

JFtalien.

Der Senat genehmigte, wie „W. T. B.* aus Nom meldet, eine Reihe von Vorlagen, darunter das französi \ch- italienische Abkommen, betreffend die Verhältnisse der Arbeiter, sowie betreffend die Ermächtigung der Regierung zum Abschluß von Handelsverträgen mit der Shweiz und Oesterreich- Ungarn, und vertagte ih sodann auf unbestimmte Zeit.

Türkei.

Wie das „Wiener K. K. Telegr.-Korr.-Bureau“ meldet, hat die Pforte die heute ablaufende Frist für die Re- patriierung der bulgarishen Emigranten um einen Monat verlängert. "Die SGMhiffe der russischen Freiwilligenflotte „Petersburg“ und „Orel“ passierten, aus dem Schwarzen Meer kommend, den Bosporus und die Straße der Dardanellen. Ebenso e das Schiff „Smo- lensk“ den Bosporus und die Straße der Dardanellen. Die Bestimmung der Schiffe ist unbekannt.

Amerika.

Der demokra tishe Nationalkonvent hielt gestern in Saint Louis seine erfte Sihung ab. Der ftellvertretende Vorsißende Williams erklärte, „W. T. B.“ zufolge, in seiner Eröffnungsrede, die demokratishe Partei

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werde für eine |

Revision und Herabseßung des Zolltarifs eintreten, namentlig in bezug auf Waren, die im Auslande von Amerikaner billiger als daheim verkauft werden. Die Demokratey Bheten Europa darauf aufmerksam machen, daß sie Hecr un) Flotte niht zur Eintreibung von Schuldforderungen fremde f Mächte von mittel- oder südamerikanischen Republiken ye, wenden würden, und daß es nicht die Aufgabe der Vereinigte, Staaten sei, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Lände, einzumischen, noch auch Völkern von schwa1zer Hautfarbe ode gemischten Blutes die weiße Zivilisation aufzuzwingen. Yj Demokraten würden mehr für regelmäßige Handelsbeziehungey als Vergeltungsmaßnahmen der ganzen Welt gegenüber ein. treten,

Partei zur Macht gelange, werde sie den Vau des Panam| fanals rasch, chrlih und billig durchführen.

Die Leitung von Tammany Hall hat angeklündig F

daß diese Organisation den Widerstand gegen die Auf. stellung Parkers als demokratishen Präsidentschaftskandi: daten au fgeb e.

Jn Jackson, im Staate Michigan, wurde gestern de 50. Jahrestag der Gründung der republikanischen Partei festlih begangen. 5000 Personen wohnten de Feier bel. Der Hauptreoner, Stagisierrelar Ha e L D uo aus ineria Uns halte nichtverpflihtende, jedoch freundschaftlihe Beziehung mit der ganzen Welt, es habe weder Verbündete, not Feinde. Die Politik McKinleys und NRoosevelts sei haupt: \ächlih auf die Wahrung der amerikanischen Jnteressen im Stillen Ozean gerichtet, an dessen weiten Gestaden die Wel noch viele Arbeit zu leisten haben werde. Beide hätten andauern) |

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und namentlih für ein groyherziges Reziprozitätz, verhältnis mit Canada. Den Ausbau der Handelsmarin würden sie sih angelegen sein lassen. Wenn die demokratisq,

die gewaltige Bedeutung dieses Arbeitsfeldes im Auge gehabt |

das sih der Tätigkeit öffne. Die Verhandlungen wegen dez | Clayton Bulwervertrages, die sie einleiteten, und der Bau dez ZJsthmuskanals bildeten einen Teil des allgemeinen Planes der bezwecke, im fernen Orient ein Feld für Unternehmungen zu öffnen.

Asien.

Aus Liaujang in der Mandschurei wird der „Russischen Telegraphenagentur“ vom 6. Juli berichtet: Die Japaner begannen, unsere Truppen auf beiden Flanken zu umgehen, mußten aber ihre Absicht aufgeben, da der General Kuropatkin durh mehrere geschikte Bewegungen eine vor teilhafte strategishe und taktishe Stellung eingenommen hat die es ihm ermöglicht, von den verschiedenèn feindlichen Armeen jede einzeln längs ihrer inneren Operationslinien anzugreifen | Um dieser Möglichkeit zu entgehen, sahen sich die Fapane| genötigt, ihren östlichen und westlichen Flügel zurückzuztehen | Nach einer Meldung des „Daily Telegraph“ aus Liaujan| von demselben Tage soll 25 Meilen von Liaujang seit zwi Tagen ein heftiges Gefecht stattfinden. Eine Anzahl Ver: wundeter werde auf Maultieren und Karren aus den Berger nach der Stadt gebracht.

Wie dem genannten Blatt aus Tokio berichtet wird, meld der General Kuroki über das Vorpostengefeht bei Motienpaß:

paß aufgestellten Wachtposten. Es entspann sih ein verzweifelter Kampf mit dem Bajonett. - Der Feind zog sih zurüt und wurde von der Hauptabteilung unserer Vorposten verfolgt. \

Ungefähr zu derselben Zeit griff der Feind unser

Vorposten westlih von Shiakoolin an, wurde aber hier eben l j falls zurückgetrieben. Wir hatten einen Verlust von 13 Toten;

außerdem wurden 2 Offiziere und 36 Mann verwundet. Der Feind ließ 53 Tote und 40 Verwundete zurück und erlitt während der Verfolgung noch größere Verluste.

Einer Meldung des „Reutershen Bureaus“ aus zufolge ist gestern der Marschall Dyama, der Oberbefehl haber der japanischen Streitkräfte, mit den Generalen Kodama und Fukuschima sowie zahlreichen Stabsoffizieren zur Armee abgegangen und wird sich in Shimonoseki einschiffen.

Das russishe Torpedoboot „Leutnant Burnkoff

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das in der vergangenen Woche unbehelligt von Port Arthur F

nach Niutschwang gelangt war, ist, wie dem genannten Burea! | aus Tientsin berichtet Arthur eingetroffen. machten 4 japanische Torpedoboote Hafen von Port Arthur zu gelangen, wurden jedo von den Seitenbatterien bemerkt. Ein Torpedobod! wurde am Fuße des Goldenen Hügels und ein zweite unterhalb der Batterie 22 zum Sinken gebracht; cinen dritten wurde der Schornstein fortgeshossen; das leßte Bod! zog sih zurück. Am Sonnabend wurden 50 japanische Spion! an einem bisher nicht genannten Orte verhaftet. Die Züg! verkehren bis 16 Meilen von Port Arthur.

Nach einer Meldung des „Neutershen Bureaus“ au} Gyangtse haben die englishen Truppen das tibt| tanishe Fort gestern gestürmt. Die Verluste sollen un erheblih sein. Soweit bekannt, sei ein Offizier gefallen.

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Am Sonntagabend um 9 Uh den Versuch, in det]

Nr. 13 des „Ministerialblatts für Medizinal- un medizinishe Unterrichtsangelegenheiten“, herausgegeben in Ministerium der geistlihen, Unterrihts- und Medizinalangelegenheiten, vom 1. Juli 1904, hat folgenden Inhalt: 1. Personalien. 11. All

gemeine Verwaltungssachen : Erlaß vom 2. Juni 1904, betreffend dai

Berhältnis der Medizinalbeamten zu den von den Aerztekammer1i ein geseßten Vertragsprüfungs- und Vertrauenskommissionen. I[1. Ver Febr mit Nahrungsmitteln : 1) Erlaß vom 14. April 1904, betreffen) die Durchführung des Geseßes über den Verkehr mit Wein vot 24. Mai 1901 ; 2) Bekanntmachung vom 14. Juni 1904, betreffen die Zusammensetzung der Kommissionen für die Prüfung der Nahrung? mittelhemiker. 1V. Gewerbehygiene: Bekanntmachung vom 10. Jun! 1904, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen (i! Meiereien (Molkereien) und Betrieben zur Ssteriliskeruni der Mil. - V. Impfwesen: : 1)“ Vebersiht über der Verlauf des öffentlihen Impfgeshäfts im Jahre 1902 2) Bericht über die Königlih preußishen Anstalten zur Gewinnun( tierishen Impfstoffes für das Jahr 1903. V1. Fürsorge Kranke: Erlaubnisbescheinigung vom 17. Mai 1904 für die Sanität- folonne vom Noten Kreuz in Warendorf zum Gebrauche des Rote! Kreuzes. VII. Fürforge für Geisteskranke : Erlaß vom 7. Jun 1904, betreffend die Aufnahme ungarischer Staatsangehöriger i" deutshe Heilanstalten. VIII. Seuchenbekämpfung: 1) Erlaß vow 13. Juni 1904, betreffend Se Wunaes von Menschen durch toll

oder tollwutverdächtige Tiere im Jahre 1903, 2) Nachrichten übe! |

den Stand gemeingefährlicher Krankheiten.

dem Am 4. d. M. um 4 Uhr Morgens umzingelten 2 Kompagnien Russen unsere 2 km nordwestlih vom Motien: F

wird, am Sonntag wieder in Pott ß

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Statistik und Volkswirtschaft.

Die Hypothekenbewegung in den preußischen Provinzen 1901 und 1902. N

: Im Anschluß an die Miiteilungen über die Hypothekenbewegung im Gesamtstaate*) teilen wir heute die entsprehenden Ziffern für die Stadt- und Landbezirke der einzelnen Landesteile mit. Fn diesen sind

seit Beginn der Erhebung im allgemeinen die Eintragungen in \chneller

Zunahme, hingegen die Lösungen überhaupt wie im Verhältnisse zu den Eintragungen in ziemlich stetiger allmähliher Abnahme begriffen. Demgemäß ist au in den meisten städtischen wie ländlihen Gebieten die buhmäßige Mehrvershuldung sehr bedeutend gestiegen.

Es betrug der Ueberschuß der Eintragungen über die Löschungen

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; een N in den ländlichen

n den ‘städti \chen Bezirken Bezirken 1886 bis

1886 bis 1902 1902 : 1901 1902-1902 durchs{chnittl. durchs{chnittl. A jährlich : jährlich Millionen Mark Millionen Mark 24,90 928,65 19,84 2491 16,35 1542 2142 1477 291 9/80 98,46 178,87 152,68

in der

Provinz 1901

Ostpreußen . Westpreußen Berlin Branden- Burg Pommern Posen Schlesien . . Sachsen Schleswig- Holstein: . Hannover . . Westfalen . Hessen- Nassau . . Rheinland Hohen-

203,96 21,44 26,66 83,79 51,58

294,51 44,90 37,44 72,78 60,36

152,25 29,38 21,89 94,71 ( 4 980 16,04 | 92 O8 C6 58,30 4 4389 2406) 49,85 32,14 925,41

01,93 41,67 HnOMI

29,41 48,48

AS 19 00,12

30 81 43,41 56,07

85,41 253,10

58,01 150,65

14,06 77,88

zollern... 0,29 O8 O02 037 —021 5009 imStaate 1089,32 1249,75 833,13 | 405/88 409,25 256,75.

Die einzelnen Landesteile sind hiernach sehr ungleihmäßig an dem Uebershuß der Eintragungen beteiligt. Die höchste Mehr- vershuldung war 1902 (wie übrigens auch s{chon in den Jahren 1891—94) im Stadtgebiete der Provinz Brandenburg, 190 vorzugs- weise die hypothekarishe Belastung von Neubauten, Fabriken und zu Spekulation8zwecken angekauften Baugrundstücken in den Vororten Berlins in Frage kommt, zu verzeichnen, während bis dahin eine Reihe von Jahren hindur (seit 1895) die städtischen Bezirke des Nbeinlandes und zu Beginn der Erhebungszeit (1886-——90) der {hon seit 1897 den dritten Plaß einnehmende Stadtkreis Berlin an erster Stelle stand. Im Gesamfzeitraume 1886—1902 war der Ueberschuß der Eintragungen noch in Berlin am größten; es folgen in geringen Abständen die Stadt- bezirke Brandenburgs und des Rheinlantes. Auf dem Lande war in der Berichtszeit die buchmäßige Mehrbelastung im allgemeinen da am bedeutendsten, wo auch die Gemeinden von noh überwiegend ländlicem Charakter {on stark mit industriellen Aulagen beseßt sind, \o vor allem in der Rheinprovinz und Westfalen. Jn diesen beiden haupt- {ächlihsten Industriegebieten ist bereits seit geraumer Zeit der jährliche Uebers{uß der „ländlihen“ Eintragungen größer als in der früher die höchsten Ziffern ausweisenden Provinz Schlesien.

In Stadt wie Land tritt die Mehrvershuldung im Jahresdurch- nitt 1886—1902 fast durhweg hinter diejenige der Berichts- zeit, und zwar zumeist recht erheblich, zurück. Ausnahmen finden ih nur im Jahre 1901 in Berlin, in den Stadt- und Landbezirken Pommerns fowie im Stadtgebiete Hannovers. Im Landgebiete der Provinzen Posen und Westpreußen war das durchschnittlihe Ueber- gewiht der Eintragungen in den Jahren 1886—1902 verhältnis- mäßig gering, weil hier die Käufe der Königlichen Ansiedelungs- kommisfion fowie privater Parzellierungsgesellshaften, welche letzteren neuerdings auch in anderen östlihen Landesteilen, namentlich in Pommern und Brandenburg, eine rege Tätigkeit entfalten, viele Löschungen herbeigeführt haben. Ein Ueberschuß der Löschungen zeigt sih nur in Hohenzollern, wo, wie übrigens auch in Hessen - Nassau, während der Erhebungszeit anläßlichß der Grundbuchregulierung zahl- reiche alte, tatsählih {hon früher abgetragene Hypotheken gelöst worden find. Stellenweise maht sich beim geringeren Grundbesiße au \chon der Einfluß der mit dem 1. Januar 1900 in Kraft getretenen Geseßtzesbestimmung, wonach Eintragungen von Sicherungshypotheken auf Grund von Vollstreckungsbefehlen überhaupt niht mehr, auf Grund anderer S btuldtitel nur noch für eine den Betrag von 300 46 über- steigende Forderung erfolgen dürfen, bemerkbar. (Stat. Korr.)

__ Der Geheime Medizinalrat, Professor Dr. Eulenburg hat auf Grund amtlichen Materials eine UÜntersuhung über Schüler- jelbstmorde angestellt, die er in der „Umschau“ (Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik, H. Behhold Verlag, Frankfurt a. M.) veröffentliht. Danach beträgt die Gesamtzahl dieser Selbstmorde in Deutschland für die Zeit von 1883—1900 nicht weniger als 950. Eulenburg {ließt den Aufsatz mit den Worten: Versuchen wir, das vorläufige Gesamtergebnis zusammenzufassen, um den Anteil, den Haus und Shule an dem Zustandekommen der Schülerselbstmorde haben mögen, ohne Voreingenommenkheit abzuschäten, fo’ muß si die Wagschale unzweifelhaft tief zu Ungunsten des Hauses herabsenken. Gewiß ist auh die Schule nit von Mitschuld freizu- [prehen; mit ihren shematischen, in mancher Hinsicht veralteten und rüdckständigen Einrichtungen, mit ihrem naiven Konservatismus, der immer gutgläubig überzeugt ift, daß, was vergangenen Generationen getaugt habe, auch der neuen, so ganz anders beschaffenen Generation in gleiher Weise tauglich sein müsse; mit ihrer viel zu geringen Berüksihtigung der Scülerindivi- dualitäten und diesen gegenüber vielfah versagenden erziehe- rishen Leistung. Indessen das sind Mängel und Uebel- stände, die zum großen Teil dem Betrieb der Schule als öffentlicher, den allgemeinen Staatsnotwendigkeiten angepaßter Institution unver- meidlih anhaften, und deren nachteilige Folgen überdies viel weniger zur Geltung kommen würden, wenn der Schule niht {on vielfa ein von vornherein ungeeignetes, minderwertiges und belastetes Schüler- material zuginge, und wenn ihre Bemühungen niht durch die \chädigenden Einflüsse in Haus und Familie oft in so hroffer Weise durkreuzt und lahmgelegt wünden. Von dieser Seite müssen auch die Hebel zur Verhütung und Abhilfe wesentlih angeseßt werden.

Kunst und Wissenschaft.

__ Nach den „Amtlichen Berichten aus den Königlichen Kunst- sammlungen“ wurden den Königlichen Museen im ersten Viertel- jahr 1904 u. a. folgende Neuerwerbungen und Geschenke einverleibt :

Für die Sammlung der Skulpturen und Giysabgüsse wurde aus dem Kunsthandel ein überlebensgroßer weiblicher Idealkopf erworben, der durch seine gute Erhaltung und die eigentümliche Haar- tracht sich auszeichnet. Das Haar ist am Hinterkopf in etnem großen Knoten aufgebunden, dessen Enden lang herabhängen, Der nicht ger nige Puy reiht möglicherweise noch in das 1V. Jahrhundert

. Chr. zurü.

_ Die Abteilung der Bildwerke der christlichen Epoche hat eine größere Zahl von Geshenken erhalten, u. a. von dem Geheimen Zustizrat N. Lessing die in Holz geshnißte Statue eines Propheten, eine {chwäbishe Arbeit aus der Zeit um 1500, mit besonders feiner und gut erhaltener Bemalung ; von Herrn James Simon die Marmorstatue einer Madonna, eine niederrheinishe Arbeit aus der Zeit um 1480, aus der Sammlung Chewalt, die im vorigen Herbst zur Versteigerung kam; von

*) Vergl. Nr. 150 des

28, ZUnt p V, „Reihs - und Staatsanzeigers“ vom

dem Kommerzienrat Dr. Eduard Simon ein in Holz geschnißtes Altärchen mit Statuetten von Heiligen im mittleren Shrein und mit bemalten Flügeln, von vortreffliher Erhaltung, \{wäbis{he Arbeit aus der Zeit um 1500; ferner die Statue eines hl. Georg, vom Anfang des XV. Jahrhunderts, süddeutsh, mit vollkommen erhaltener Polychromie. Von Gönnern, die niht genannt zu sein wünschen, O die Sammlung eine Anzahl wertvoller Bronzen und Marmor- ilder.

Im Antiquarium ist für die Sammlung der Vasen ein aroßer, rotfiguriger Krater mit der Darstellung des Herakles und der Nike auf Viergespann, umgeben von Poseidon, Eroten, Mänaden und Satyrn aus Filacciano erworben. Das Gefäß entspricht stilistis{ durhaus dem ebenda gefundenen Krater, der in den Monumenti dell’ Instituto X Taf. 41 abgebildet ist.

Das Kupferstihkabinett wurde durch Neuerwerbungen an Büchern mit Holzschnitten, Zeihnungen, Nadierungen, Holzschnitten, Lithographien usw. vermehrt. f: :

Dem Münzkabinett hat Herr James Simon 2 hervorragende Siegelstempel von Bronze geschenkt. Der ältere i der des Mark- grafen Azzo VIII. von Este aus den Jahren 1293—1308 und trägt das Bild eines \{chwebenden Adlers; der jüngere, ehemals vergoldete Stempel nennt als Inhaber Karl von Malatesta, den Herrn von Rimini in den Jahren 1386 —- 1439, und zeigt auf gemustertem Felde das redende Wappen des Geschlechts, den Kopf (testa). Derartige alte dynastische Stempel gehören zu den äußersten Seltenheiten, sodaß sie der Berliner {önen Sammlung bisher gänslih gefehlt haben, und sie sind um fo wertvoller, wenn sie außerdem folch {öne Zeichnung und \charfen Schnitt aufzuweisen haben wie namentlih der estensishe. Der Bildhauer, Professor Vogel hat eine Anzahl seiner Medaillen und Pla- ketten geschenkt, unter denen besonders ein Bronzeabguß des Modells zu einer Medaille auf den Hamburger Bürgermeister Burchard hervorzuheben ist. Gleihfalls einen Bronzeabguß eines Modells, und zwar zu der Medaille mit dem zweifahen Bildnis Menzels hat der Sammlung der Bildhauer Kowarzik in Frankfurt a. M. in Fortseßung zahlreicher früherer Geschenke, der Mehrzahl seiner Werke, gestiftet.

_ Weitere Geschenke verdankt das Kabinett der deutshen Orient- gesellschaft zu Berlin, dem Vorstande der deutshen Städteausstellung in Dresden und mehreren Privaten. Auf diese Weise sind die Samm- lungen vermehrt um 6 griehis{che, 2 römische, 1 mittelalterlice, 2 neuzeitlihe, 4 orientalische Münzen, 8 Medaillen, 2 Siegelstemyel und 1 Glaspasfte, insgesamt 26 Stück.

Die ägyptische Abteilung hat in dem Vierteljahr nur eine, aber um so wertvollere Erwerbung zu verzeihnen. Es ist ein zwei Meter langes und einen Meter hohes Relief aus feinem Kalkstein, das aus einem der großen Tempel des mittleren Reichs im Faijum stammt. Zwar enthält es nur die Namen des Königs Amenemhôt 111. (um 1800 v. Chr.) und des fkrokodilgestaltigen Wossergotts Sobk, aber das feine Gefühl, mit dem die Bilder der Schriftzeichen über die Fläche verteilt sind, die Sicherheit in der Zeihnung der einzelnen Figuren und in der tehnishen Ausführung des Neliefs machen das vortrefflich erhaltene Werk zu etnem der edelsten Erzeugnisse der ägyptischen dekorativen Temyvelskulytur.

Literatur.

Klassiker der Kunst in Gesamtausgaben. 3. Band. Tizian. Des Meisters Gemälde in 230 Abbildungen. Mit einer biographishen Einleitung von Dr. Oskar Fischel. Geb. 6 M (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Die beiden ersten Bände dieses neuen Unternehmens haben, als sie im vergangenen Winter er- schienen, mit Recht eine überaus freundlihe Aufnahme gefunden. Man mußte das Prinzip dieser eigenartigen Klassikerausgaben, die großen Künstler in ihrem Gesamtwerk vorzuführen und sie selbst zur Anschauung des Kunstfreundes \prehen zu lassen, als rihtig und fruhtbringend anerkennen und es begrüßen, daß wirkliÞh gute Reproduktionen von dem Gesamtschaffen der größten Maler weiten Kreisen zu- gänglih gemaht wurden. Den beiden ersten Bänden, Raffael und Rembrandt, ist nun “der dritte gefolgt, der uns Tizians Schöpfungen in 230 Abbildungen vorführt. Er enthält die Arbeit eines Künsilerlebens, das fast ein "volles Jahrhundert umfaßte. Neben weltbekannten Meisterwerken von unversiegliher Popularität vieles, was dem größeren Publikum bisher verborgen blieb das großartig konzipierte Bild eines auferstandenen Christus erscheint hier überhaupt zum ersten Male in Abbildung und was do nit minder Bewunderung verdient und finden wird. Oskar Fiscels biographishe Einleitung schildert Leben und Wirken des Meisters, die ästhetishen Urteile immer aus der Analyse der einzelnen Bilder felbst entwickelnd. Sehr willkommen find auch die knavp gefaßten An- merkungen sachlichen und kunfstkritischen Inhalts.

Im Verlage der Schlesishen Verlagsanstalt (S. Schott- länder) in Breslau beginnt als Lieferungs8werk unter dem Titel „Das Festland am Südpol“, ein Beriht über die Expedition zum Südpolarland in den Jahren 1898—1900 von Carsten Borch- grevink zu ersheinen. Das Buch ist nah Skizzen und Zeichnungen Borchgrevinks verfaßt und von Otto Sinding und E. Ditlevsen illustriert und mit Nachbildungen photographischer Originalaufnahmen versehen. Es ist auf etwa 20 Lieferungen in Lerikonoktay von je 24 Seiten zu je 60 berechnet.

Kurze Ae igen neu erschienener Schriften, deren Besprehung vorbehalten bletbt.

Die Kunft unserer Zeit. Eine Chronik des modernen Kunst- lebens. XV. Jahrg. Lief. 9. Abonnementspreis für die Lieferung 3 f Preis der einzelnen Lieferung 4 Jährlih 12 Lieferungen. München, Franz Hanfstaengl.

Werden und Vergehen. Von Carus Sterne. Bearbeitet von Wilhelm Bölsche. Heft 2. 0,50 M Gebr. Bornträger.

Die Offenbarung des Johannes, Christen erklärt von B. Keller. 3K Verlag. C. Ludwig Ungelenk.

Die Bibel als deutshes Volksbuh. Vortrag von Friedrih Doerne. 0,20 \( Leipzig, Fr. Richters Verlag. C Ludwig Üngelenk.

6. Aufl. Berlin,

für bibelforschende Leipzig, Fr. Richters

Land- und Forftwirtschaft.

Stand der Hopfenanlagen in Oesterreih Ende Juni 1904. Dem Adckerbauministerium sind über den Stand der Hovfenanlagen zu Ende Juni folgende Nachrichten zugekommen: In Ober- österreih ist die Entwickelung der Hopfenpflanzungen infolge der herrshenden günstigen Witterung sehr befriedigend. Die Pflanze erreiht beinahe die volle Stangenhöhe, seßt reihlich Seitentriebe an und ist bisher vom Ungeziefer verschont geblieben, sodaß der gegenwärtige Stand zu guten Erntehoffnungen berechtigt. Auch in Steiermark be- günstigte der Witterungsverlauf die Entwickelung der Pflanzungen, und es kann im Mittellande und in Untersteiermark eine gute Ernte er- wartet werden. Mitunter sind einzelne Gärten infolge kalter Nächte in der Entwickelung zurückgeblieben. Die Pflanze ist überall gesund und frei vom Ungeziefer. Leider ist der Hopfenbau im Mittellande im Nückgange begriffen. Jn Untersteiermark erreiht der Spät- bopfen die volle Stangenhöhe und zeigt reihlihe Seitentriebe. Frühhopfen seßt bereits Dolden an, während die mittelfrühen Sorten in Blüte stehen. In Böhmen ist die Entwickelung der Hopfen- pflanze troß der in den leßten Wochen herrschenden Trockenheit befriedigend. Die Pflanzungen sind fast überall gesund und frei vom Ungeziefer. Im Saazer Hopfengebiete sind die Aussihten im Bezirke Saaz am günstigsten. Gegenüber anderen Jahren ist ein Vegeta- tionsvorfprung von aht bis zehn Tagen zu verzeihnen, und es haben viele Pflanzungen {hon die Stangenhöhe, beziehung8weise die Höhe der Drahtanlagen erreiht. Wenn au die Ausfihten bei normalem Witterungsverlaufe als günstig bezeihnet werden müssen, kann

doch keinesfalls auf eine große Ernte gerechnet werden, weil zahl-

reihe Gärten infolge der ungünstigen Verhältnisse der Vorjahres r ges{chwächt find; die Blüte dürfte bereits in den tes : agen eintreten Im NRakonißer Hopfengebiete wurden die Pflanzungen in einigen Gegenden dur die ungünstige Witterung der leßten Zeit im Wachstum beeinträchtigt, und es sind namentli jene Anlagen, die im Vorjahre durch Rußtau gelitten haben, häufi

sehr zurückgeblieben. Jm allgemeinen kann jedoch der Stand no

als befriedigend gelten, und es haben die Pflanzungen an vielen Orten die Stangenhöhe erreiht. Im Auschaer Rotlande haben die Nanken, die kräftige Seitentriebe zeigen, nahezu die volle Stangen- höhe erreiht. Der Stand der Pflanzungen ist ein sehr befriedigender und läßt eine gute Ernte erwarten. Jn der Umgebung von Polepy ist der gegenwärtige Stand der Pflanzungen bis jeßt noch günsti

nur der fogenannte „erste Schnitt“ ist durchwegs im Wudchfe zurück- geblieben. Die Trokenheit hat \ich hier mitunter hon empfindlich fühlbar gemaht. In Mähren wurde die Entwickelung der Pflanze in manchen Lagen durch Trokenheit und kalte Nächte beeinträchtigt. Zon großen und ganzen hofft man jedoch auf eine gute Ernte. In ODstgalizien haben langandauernde Trockenheit und kalte Nächte die Entwickelung der Hopfenpflanze zum Teil stark beeinträchtigt. Man erwartet dort in zwölf Bezirken eine befriedigende, in elf Bezirken eine mittelmäßige und in drei Bezirken eine {lechte Ernte. In West- O sind die Aussichten dagegen größtenteils günstig. (Wiener Zeitung.

Saatenstand und Getreidehandel in Spanien.

- Der Kaiserliche Generalkonsul in Barcelona berichtet unterm 20,0, V Na den leßten vorliegenden Nachrichten wird die Getreideernte nicht so gleihmäßig befriedigend autfallen, wie früher gehofft wurde. Der Ertrag wird zwar in den bewässerten Geländen noch immer als gut und gesichert betrahtet, dagegen erscheint er im unbewässerbaren Ackerboden infolge Regenmangels und zu raschen Ausreifens der Körner zweifelhaft und wenig befriedigend. m ganzen glaubt man, daß die Getreideernte das Ergebnis einer Mittelernte nicht übersteigen wird.

_ Die Preise waren während der leßten vier Wochen durchaus fest, und das Marktgeshäft beshränkte sich auf das augenblicklihe Be- dürsnis des übrigens durch reihlihe Bezüge aus dem Auslande durchgängig mit Vorrat versehenen Mühlengeschäfts.

Die Einfuhr betrug: Weizen

im Monat April 1904: 172292 dz gegen 1903: 49697 dz und 1902: 35897 dz, | in den 4 erften Monaten 1904: 486 792 dz im Werte von 11 439 622 Pef. 1903: 216381, O 1902: 19880, é 0200606. : Gerste im Monat April 1904: 17 053 dz gegen 1903 : 6073 az und 1902: 301 dz, in den 4 ersten Monaten 1904: 167 433 dz im Werte von 2 678 935 Pes. 1908: 16.972 é y 271 549 1002 L 7 L 27 168 e Mais im Monat April 1904: 119 601 dz gegen 1903: 45 433 dz und 1902: 44 9(4 dz, in den 4 ersten Monaten 1904: 275 850 dz im Werte von 4 413 600 Pes. L903 402 5 5 G 748 030 ,„ 1902: 00806 2 L 5 908 899 : «a Andere Getreidearten in den 4 ersten Monaten 1904: 34795 dz im Werte von 556 7 1909: 2630 a ú 1902: da é Die Ausfuhr betrug in den ersten 4 Monaten : Reis « « L19041 41 381 Jz inm Wette voi 1903: 75 728 » : 1902: ‘11100 « T9046! . 2/903 1903: 569 1902: 1 §804 : L904: 520 1903: 40 1902: 144 andere Getreide- Len Od: 142 LOOO! 11106 1902: 100461 “,

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1 §801 303

Rotterdamer Getreidemarkt im Mai und Juni 1904. Das Kaiserlihe Konsulat in Rotterdam berichtet unterm 30. v. M.: Nachdem infolge der überaus günstigen Saatenstands- berihte aus allen Produktionsländern die Preise für sämtliche Artikel im Laufe des Monats Mai stark zurückgegangen waren, stiegen fie, als Südrußland, die Donauländer sowie Östdeutshland während des Monats Juni über Mangel an Regen ernstlih klagten, für Roggen, Gerste sowie für Hafer umso rascher, als es sh herausstellte, daß nirgend Vorräte von Bedeutung sichtbar sind. Bezahlt wurde cif Rotterdam: Weizen für 2400 kg:

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Roggen für 2100 kg: Schwarzmeer,. 73/74 kg, Abladung Mai 74 kg, Abladung Juni kg, Abladung Mai. Abladung Juni

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Befsarabischer, 73/74 3/74 kg,

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5 i 71/72 kg, Abladung Juni Petersburger, 70/71 kg, Abladung Juni/Juli Gerste für 2000 kg: Südrussishe, 60/61 kg, Abladung Mai 7 60/61 kg, Abladung Juni Í 60/61 kg, Abladung August/September Hafer für 1000 kg: Südrussischer, 46/47 kg, Abladung Mai . _ 46/47 kg, Abladung Mai . Mais für 2000 kg: Odessa, Abladung Mai/Juni E S T oran tan, Abladung Mai/Juni . La Plata, Abladung Zuni/Jult . . Mired, Amerikanischer, Abladung Mai/Juni

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101/99 100/98 105/101

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Schweiz. Durch Beschluß des Schweizerischen Bundesrats vom 1. d. M. sind Aden, Transvaal, Rio de Janeiro, Lima, Callao, Antofagasta und Valparaiso als pestverseucht erklärt

worden. i: Persien.

Nach einer Meldung der „Russishen Telegr. - Agentur“ aus Teberan ist die Cholera au an vershiedenen Orten an der Straße nah Hamadan aufgetreten. Die Verwaltung der Eisenbahnlinie Rescht—Teheran hat sanitäre Maßnahmen getroffen. Der kon- fularishe Vertreter Rußlands hat die Einrihtung einer Quarantäne- station in Ka8win gefordert, die unter der Aufsicht eines russischen.