1904 / 162 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Graf Waldersee (Schleswig.) Nr. 9, unter Belassung in dem Kom- mando zum kombinierten Jägerregt. zu Pferde, Bruhn, Bureau- diâtar E der Intend. des XVIII. Armeekorps, zu der der 21. Div., versetzt.

59 Sun. Wodarg, Oberveterinär der Gardelandw. 1. Auf- gebots (Rawitsch), der Abschieo bewilligt.

Abgereist:

Seine Exzellenz der Staats- und Justizminister Dr. Schö n- stedt, mit Urlaub nach Tirol.

Angekommen:

Seine Exzellenz der Königliche Staatsminister und Minister des Junnern Freiherr von Hammerstein, aus der Provinz Ostpreußen.

Nichtamlliches.

Deutsches Reich.

Preufßfßen. Berlin, 12. Juli.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Königlich bayerische Ministerialdirektor Ritter von Geiger ist von Berlin ab- gereist.

Laut Meldung des W, D. B Uit S. M S Ztg“ am 9. Juli auf Takureede eingetroffen. /

S. M. S. „Luchs“ ist am 10. Juli in Wusung ein- getroffen und geht heute nah Tsingtau in See.

S. M. S. „Jaguar“ ist gestern in Wusung eingetroffen und geht am 14. Juli nah Nanking in See.

S. M. S. „Falke“ geht morgen von Port of Spain nah Marañfhao (S. Luiz) in See. H

Das erste Geshwader ist am 10. Juli in Plymouth eingetroffen und geht morgen von dort wieder in Se.

S. M. S. „Zieten“ ist am 22. Juni in Reykiawik (Jsland) eingetroffen und am 30. Juni wieder in See ge- gangen.

S. MS. „Hohenzollern S. M S. „Hamburg“ Uno S. M. Dpdbt, „Sleipner“ find am 8 Zuli n Christiansand eingetroffen und am 9. Juli nah Bergen ge- gangen.

Bayern.

Die Kammer der Abgeordneten begann heute die vorläufige Beratung des Antrags Hammerschmidt (liberal) auf Einführung des direkten Landtagswahlrechts unter Zugrundelegung des Proportionalwahlsystems sowie des Antrags Andreae (liberal), der die Staatsregierung ersuht, die endgültige Beratung des Antrags Hammerschmidt noch im Laufe der jeßigen Landtagssession zu ermöglichen. Der Präfident von DILIeret ertlutle, wle L. B. meldet; ah er unter , Beobachtung der für diese Anträge geltenden Verfassungs- bestinimungen doch eine Debatte im. weitesten Umfange zulassen werde. Der Abg. Hammerschmidt begründete darauf seinen Antrag und be- tonte, daß die Proportionalwahl \chon seit 1869 wiederholt in der Kammer empfohlen, und daß 1897 auch ein Mehrheitsbeschluß der Kammer der Abgeordneten zu Gunsten dieses Systems gefaßt worden sei. Der Redner schilderte das System als das gerechteste und legte die Einzelheiten der von ihm in der Form eines vollständigen Geseßz- entwurfs beantragten Verhältniswahl dar, die sich durhwegs den in der Schweiz und in Belgien bewährten Grundsäßen anshlössen. Der Abg. Hammerschmidt begründete sodann auch den Antrag Andreae. Frank (Zentr.) machte gegen die endgültige Beratung des Antrags Hammershmidt verfassungsrehtlihe Bedenken geltend. Die Verfassung bestimme, daß Gegenstände, über die beide Häuser des Land- tags sich nicht einigten, in derselben Sißzungsperiode nicht wieder verhandelt werden dürfen. Eine endgültige Beratung des Antrags Hammerschmidt sei daher nicht zulässig, weil bei der Beratung des jüngst abgelehnten Wahlgeseßes auch über das Proportionalwahl- system verhandelt worden fei.

Baden.

In der gestrigen Sißung der Zweiten Kammer erklärte, wie „W. T. B.“ meldet, der Staatsminister von Brauer über die Frage der Verfassungsrevision, die Regierung sei mit den letzten Beschlüssen der Verfassungëskommission einverstanden. Die Beschlüsse wurden darauf mit 48 gegen 14 Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten und Freisinnigen angenommen. Die leßte Entscheidung hängt von dem Votum der Ersten Kammer ab. Va die noh vor- handenen strittigen Punkte, wie Staatsminister von Brauer ausführte, von geringer Bedeutung sind, hofft man auf das Zustandekommen der Verfassungsreform.

Sachsen-Altenburg.

Seine Hoheit der Herzog Ernst von Sachsen-Alten- Ga hat sih zum Gebrauch einer vierwöchigen Badekur nach Gastein begeben.

Hamburg.

Der Senat hat, „W. T. B.“ zufolge, gestern für den Rest des Jahres 1904 und für das Jahr 1905 den Bürger- méister Dr. Mönckeberg zum Ersten und den Senator Dr. Burchard zum Zweiten Bürgermeister gewählt.

Deutsche Kolonien.

Aus dem Hauptquartier des Generalleutnants von Trotha ist gestern, „W. T. B.“ zufolge, die telegraphische Meldung eingetrofsca, daß der Gefreite Otto Hoffmann aus Läßwiß, Kreis Liegniy, am 8. Zuli im Lazarett Okahandja an Darmtyphus verstorben ist.

Ueber die Ergebnisse einer Expedition in die gesunden Hochländer an und hinter dem Manengubagebirge in Kamerun berichtet der Regierungsarzt Dr. Ziemann, wie das „Deutsche Koloniaiblatt“ mitteilt, kurz zusammenfassend IOgenes 7

K gemeines. Es gelang, einen Vorstoß in das noch nit bekannte Plateau hinter dem S machen n h diefe Weise auf dem kürzesten Wege das Grasland zu erreichen, welches bei einer durchschnittlihen Höhe von 1200—1500 m völlig malariafrei und für jeden Europäer be- wohnbar ist. Bei Benußung des zweitägigen Wasser- weges von Duala bis Nyanga ist das Grasland in weiteren 24 Lagen Fußmarsh bequem zu erreihen. Der Zugang zur Station Fontem dürfte durch diese Noute um mindestens 24 Tage abgekürzt werden, noch mehr der Zugang zum eigentlihen Adamaua; der Zugang ¿u dem wichtigen Bamum höchstwahrsheinlich um etwa

*) Der ausführliche Bericht erscheint im nähsten Heft der „Mit-

fünf Tage. Bei einem event. Eisenbahnbau von Jabafsi nah Bamum wären sieben Tage Urwald zu passieren. Dagegen ist der Aufstieg zum Plateau auf der Route Nyanga—Ninong ein überraschend allmählicher, au der Abstieg nah dem Mungo- bezw. Kidetal mit einer Ausnahme bei Ngambo ein ¿llmäblier, Die e troßdem noch gar keine Kunststraße angelegt ist, sind meist sehr gute. Der Boden von einer erstaunlihen Fruchtbarkeit, tiefgründig, fast ganz ohne Steine, kurz, durdschnittlih dem des Kamerungebirges weit überlegen, da die Verwitterung der Lavasteine viel weiter borgeschritten." Die volkreihen Stämme des hocgelegenen Hinterlandes, zum Teil dur Mangel an guten Verkehrsmitteln mit der Küste und dur Feindseligkeit abgeschlossen, könnten in ae Verbindung zur Küste gebraht werden. Sie brauchten, was sehr wesentlich ist, nur wenige Tage, um das ihnen Malaria bringende, tiesgelegene Land zu passieren, bei Benußung der viel tiefer gelegenen, viel längeren, malartiaverseuchten V Dea das Doppelte und Dret- fache an Zeit. Die meisten Teile des durchreisten Gebiets von Nyanga bis Ninong (event. auch Elong usw.) dürften sih für Einführung von Cingeborenenkulturen, wie Erdnüsse, Baumwolle, zum Teil vor- trefflih eignen. Die Anlage einer Station in Ninong, der auch das Gebiet von Nyanga unterstände, ist dringend zu empfehlen, um mög- lichst {nell die Verbindung zwishen Fontem, Bamenda und Bakossi herzustellen, da zum Viehtransport usw. aus dem Innern meine Noute die beste sein dürfte. Hier müßte auch Chinin an die Ge- birgs\öhne abgegeben werden können, welhe in die Malarialänder der Küste gehen wollen. f

II. Spezielles. A. Bezüglich der Bevölkerung. Die Bevölkerung der Urwaldgegend ist, wie im ganzen westafrikanishen Urwald, zum Teil zu dünn und zu unkultiviert, um die oft ko- lossalen Reichtümer an Oel und Kernen im Urwalde rihtig ausnußzgen zu können. Die Gründe liegen zum Teil in der Natur des Landes, anderseits in äußeren, schr wohl der Beseitigung fähigen Gründen. Wir müssen alles tun, um die Bevölkerung zu vermehren; nur dadur kann die Kauf- und Konsumtionskraft des Landes gesteigert werden. Diese Forderung kann nicht oft und intensiv genug an jedes Bezirksamt und jede Station gerihtet werden. Was nüßen uns Hunderttausende der herrlichsten Oelpalmen, wenn die Früchte nußlos vermodern.

Gründe für den Bevölkerungsmangel: a. Natur des Landes (dihtec Urwald). Der Urwald hemmt rein ms die Ausbreitung der Bevölkerung, welche mit thren primitiven Werkzeugen nur {wer die Urwaldbäume bezwingen kann. b. Krankheiten der Eingeborenen : Malaria, Pocken, Dysenterie, Lepra usw. Dur Aus- rottung von Sümpfen, Freishlagen der Vegetation in den Dörfern, immer wiederholte Belehrung der Eingeborenen über Wesen und Bekämpfung der Malaria läßt sich, wie in Duala si zeigt, Außerordentlihes erreihen. Schaffung gesaßter Brunnen oder Quellen, um Verunreinigungen des Wassers zu verhüten, am besten allgemeine Wasserleitung, ist nötig. Massen- impfungen im Hinterlande müssen den Pocken begegnen, und habe ih sämtlihe Missionen dafür interessiert. Lanzetten und Lympbe werden übersandt, damit dann später von Arm zu Arm geimpysft werden kann. Diese Massenimpfungen sind in viel größerem Maßstabe als hisher durhzuführen. In Duala find bis jeßt in einem halben Jahre bereits etwa 20 000 Neger von mir geimpit. Regelung der Bestattung außerhalb der Dörfer. Negelung des Straßennetzes, Entfernen der unnüßen Vegetation aus den Ort- haften. Mit der Anlegung von Geburts- und Sterbelisten müßte an Dn der Steuecrlisten möglihs| umgehend begonnen werden in Duala, Viktoria, Kribi. Der Kampf. gegen die Lepra ist bereits. jeßt eröffnet. Die Frage des Alkoholismus hat durch- aus niht die große Bedeutung, die ihr von einigen Seiten beigemessen wird, da besonders im „Busch“ der importierte Alkohol durch die Händler immer mehr verdünnt wird. Außerdem könnten an allen größeren Pläßen, wie in Buëa und Duala auf meine An- regung bereits gesehen, Sodawasser und Limonaden künstlih erzeugt werden ; - der Neger trinkt Limonade sehr gern. c. Mißbräuche bei Eheschließungen und Inzuht. Aberglaube, daß nie natürlicher Tod möglich. Heiraten oft mit sech3 bis sieben Jahren (Bakundus). Künstlihe Aborte in Bakossi und Ninong find abzustellen durch Belehrung und \härfste Strafen. Ständiges Vor- gehen gegen die ausfchließlihe Frauenarbeit. Hinweise auf die zahlreihen Togoneger, wo die Frauen die leichtere Arbeit verrihten. d. Mißstände bei der Ernährung der Kinder. Einführung der Suppenernährung für Kinder: Kassada-,

lanten- und Maissuppe, nachdem die Entwöhnung von der Mutterbrust stattgefunden, während jeßt der kindliße Magen mit ‘großen Mengen fester Kassada vollgestopft wird, bezw. mit Bananen oder Pisang, welche leiht Verstopfung herbeiführen. Bei den Bakossis systematishes literweises Einpumpen von Wasser in den Magen der kleinen Kinder, um ihn „stark“ zu machen. Weitergehend Einführung neuer Kulturen unb Früchte, wo solle noch nicht vorhanden. Z. B. systematische weitere Einführung der europäi- schen Kartoffel im Graslande, wo dieses mögli, Einführung der Erd- nuß und Baumwolle als Eingeborenenkultur. An vielen Orten fehlen noch Papayas, Mangos, Ananas, Orangen usw. Jn Orten, wo, wie z. B. in Bombe am Mungo, die Buschneger troß fruchtbarster Gegend Hunger leiden wegen Faulheit bei Anlage von Kulturen, könnten dieselben gezwungen werden, jedes Jahr eine bestimmte Anzahl Planten, Oelpalmen usw. neu zu pflanzen, was zur Hebung der Steuer- kraft beiträgt. Die von mir in Suellaba eingeführte venezuelanishe Busch- bohne dürfte ebenfalls wegen ihrer außerordentlichen Bedürfnislosigkeit hie wächst wie Unkraut eine Zukunft haben. Weiterführung des Borschlages, die Heerstraßen mit Planten, Ananas und Papayas, die fich selbst weiter vermehren, zu bepflanzen, um die Eingeborenen bei der Verpflegung durhziehender Soldaten usw. zu entlasten. Vgl. Bericht über \ystematishes Sammeln aller den einzelnen Stämmen bekannten Vegetabilien und Früchte. 0. Weitere Beaufsichtigung der Arbeiteranwerbungen dur die Stationen, damit nit dünn be- völkerten Landstrihen arbeitsfähige Männer entzogen werden. Vor allem keine Gebirgsneger in die Niederungen senden als Arbeiter wegen der Malariagefahr. f. Uebergriffe gegen friedlihe Eingeborene, durch gelegentliche Wegelagerei, Verbannung der Duala aus dem ganzen Lande von Nyanga bis Bakossi und dem linken Mungoufer, wo die- selben eine direkte Landplage für die Buschneger sind. Ferner syste- matische allmählihe Beseitigung des Prinzips der Missionen, die Dualasprache immer mehr im Innern einzuführen, was den Einfluß dieses verlommenen, aus\hließlihen Handelsvolkes nur \tärken hilft. Verbot, einzelne farbige Soldaten in Uniform dur friedlihes Ge- biet ziehen zu lassen. Strengste Gerechtigkeit beim Ausheben von Trägerkolonnen. B. Ergebnisse bezüglich Viehhaltung und Viehkrank- heiten. Die große Vieharmut des westafrikanishen Urwaldes wird bedingt 1) dur die Natur des Landes, Urwald, welcher keine genügende Weide gibt; 2) durch die dünne Bevölkerung. Mittel gegen die Entvölkerung werden auch zum Teil gegen die Tierarmut helfen 3) durch Naubtiere. Leoparden sind in den meisten Gegenden, wie Nyanga, Bakossi und Mungo eine roße Landplage, der auch viele Ninder zum Opfer fallen. Der Abschuß ift sehr gering. Ich empfehle dringend, in jedem Bezirk eine Raubtierfalle zur Verfügung zu stellen, welhe bei den periodishen Häuptlingsversammlungen den Häuptlingen gezeigt wird. Der starke Nachahmungésinn der Neger wird ganz vortrefflihe Fallen zutage fördern, wie ih selber in Old Calabar sah. Schießprämien für jeden Leoparden zu zahlen in Geld oder Geldes8wert. In Suellaba wurden dur einen einzigen Leoparden in aht Tagen 16 Schafe getötet; 4) durh das sinnlose Massenmorden von Tieren bei TCTotenfeiern bei den VBakwiri und Bakofsi. Diese kaufen für die Totenfeiern zu ganz wahnsinnigen Preisen überall die Tiere auf. Die Duala z. B. bringen neuerdings viel Vieh nah Tiko für die Bakwiri. Hier müßten strenge Strafen auf diese Tieropser geseßt werden ; 5) durch die finn- lose Art des Weideganges bei den Bakossi, indem das Vieh auh in der Regenzeit ohne Unterstände im Freien bleibt,

teilungen von Forshungsreisenden aus den deutshen Schutzgebieten“.

wodurh über 500% der jungen Zucht eingeht. Dur Be-

Kohlen niht zu Fahrten

einer Aenderung Hierin gebracht werden. Allmählihe Einführung! von Gemeindehirten L von viehkundigen NUeS, Dringend® empfehlenswert ist au, durch eindringlihe Belehrung die Einführung * von Salzkrippen für das Vieh bei den Eingeborenen zu erwirken; ! 6) dur Viehkrankheiten. i 4 Me Tierkrankheiten sind: a. Räude, Klauenkrankheit des! Kleinviehs, Nasenkrankheit der Pferde und Maultiere, welch® leßtere ich bis jeßt nur im Kamerungebirge fand, eine Art Frambösia® der Rinder, bis jeyt nur cinmal gesehèn. Von diesen Krankheiten" kommen die beiden erstgenannten scheinbar äußerst verbreitet im ganzen" Urwaldgebiet bis an die Graslandzone hinauf vor und sind, wenn! rechtzeitig behandelt, nicht zu fürchten. Betreffs der Räude? O Erkebüngen über ein angeblich äußerst wirksames F flanzenheilmittel der Eingeborenen in Lolodorf eingeleitet. ® Auh oft wiederholte Waschungen mit 59% Lysollösung sind sehr wirksam. Die beste Po gegen die Klauen- F krankheit find absolut trockene Ställe, die das Abfließen der Jauche F gestatten. Die Bakossi haben daher für Kleinvieh erhöhte Ställe. E

Lämmern, bis ins Grasland hinein vorkommend, indes ohne erhebliche F praktishe Bedeutung, da eine hochgradige JImmunität bereits in der F Jugend erworben wird. 8. bei Kaßen und Hunden im Gebirge und F in der Ebene vorkommend, unter Krämpfen und Lähmungen öfter zum Tode führend, namen!lich bei Kaßen. Insbesondere sind bet den Katzen t die Blutparasiten denen der menshlichen tropishen Malaria zum F Teil sehr ähnlich. Die Malaria der Rinder, Schweine, Esel, # Maultiere und Pferde, bis ins Grasland hinein verbreitet. Die Malaria der einheimischen Rinder relativ sehr ungefährlih, da die F Tiere meist in der Jugend bereits hochgradige Immunität erlangen. 2 Es kommt bei dem hier einheimishen Vieh auch nie zum Blutharnen, wie ih es in Deutschland und Italien gesehen, in Venezuela bei dem E Terxasfieber der Rinder, dort Lomadera genannt. Der Import jungen europäischen NRindviehs kann in tsetsefreier Gegend unbedenklih erfolgen F bei Befolgung der von mir als erstem in Deutschland bereits geübten F Immunisierungsmethode. Die Krankheitserreger chmaroßen als kleinste ? E S in den roten Blutzellen und zeigen sich in den Jugend- k tadien meist als helle winzige, oft lebhaft beweglihe Pünktchen, ent- weder zu einem oder mehreren. Die für das echte Texasfieber typische Birnenform wurde nur einmal gesehen. Die größeren Formen waren | rundlih, oval, zuweilen auch ringförmig, größter Durchmesser | 1-2//00 mm. Die Malaria der Esel verläuft bei weitem am | bösartigsten, soweit das bisherige Beobachtungsmaterial ergibt, besonders in der Regenzeit. Charakteristish waren bei den Eseln außer Krämpfen Lungenerscheinungen wie Husten und bei der Sektion vereinzelte kleine pneunomishe Herde in den Lungen, Diese Verbreitung der Tiermalaria, die ich bei allen Haustieren, k speziel bei den Jungen, feststellte, findet eine beachtêns- werte Parallele in der menshliGhen Malaria. Diese be- fällt bekanntlich auch in erster Linie die Kinder der Ein- | geborenen. ec. Tsetsekrankheit. Hier mit Ausnahme der Schweine bis jeßt bei sämtlihen Haustieren von mir ge- funden, sowohl in Togo, wie in Lagos bis nach Abeokuta, wie in Kamerun im ganzen mächtigen Urwaldgebiet, besonders in der Nähe der großen Flüsse also im Tale des Croß- flusses, des Mungo-, Wuri-, Kribi-, Nyong-, Sanaga, im Süden a in Batta (spanishes Gebiet). Grenze der Krankheit nach dem Hinterlande zu lag auf meiner Tour bei Lum, in 230 m Höhe. Sie tommt aber nach meinen früheren Beobachtungen au in Lolodorf und in Jaunde vor. Das ganze Kamerungebirge ist \icherlich von einer Höhe von 650 m an tsetsefrei, desgleihen das Bakossigebirge und das Grasland. Die Krankheit tritt chronisch und akut auf In ersterem Falle kann es zur Heilung kommen oder au zum erneuten akuten Auftreten bei Zutritt von äußeren Schädlichkeiten wie Erkältung usw. Das an Ort und Stelle geborene Vieh zeigt zum Teil eine erworbene relative Immunität, be- sonders die Schafe und Ziegen. Als Erreger waren hier zwei verschiedene Trypanosomen zu beschuldigen, eine seltener vor- kommende, plumpere, weniger beweglihe Art, welhe dem aus Süd- afrika hon bekannten und von mir auch in Togo gefundenen Nagana- parasiten entsprehen dürfte, und eine außerst \{chlanke, ungemein be- wegliche Art, wel leßtere meines Wissen noh nicht beschrieben worden ist und die wir vorläufig trypanosoma vivax nennen wollen. Beim ferde bis jeßt noch nicht gefunden. Dieselbe ähnelt in Gestalt und Beweglichkeit im lebenden Präparat den Rattentrypanosomen und chießt wie ein Fish durch die Blutflüssigkeit. Während indes beim Nattentrypanosoma im gefärbten Präparat das hintere Chro- matinkorn (Centrosoma) typisch etwa !/z bis !/, der Körperlänge vom Körperende entfernt liegt, liegt dasselbe bei trypanosoma vivax im hinteren Körperviertel, meist ziemlih oder ganz in der Nähe des Körperendes. Wie {hon früher berichtet, alaubt ich bet dem plumpen Naganaparasiten männlihe und weiblihe Formen unterschieden zu haben, welch leßtere si durch dunklere Färbung im gefärbten Präparat von den ersteren untetsheiden. Nah weiteren Beobachtungen haben wir, wie ih glaube, au indifferente ungeshlechtlihe Formen zu unterscheiden. Wir hätten dann eine Parallele zu den Parasiten der menschlihen Malaria. Wie im Anopheles die Kopulation der männ- lichen und weiblichen Malariaparasiten stattfindet, würde A möôg- liherweise auch im Körper bestimmter Stechfliegen bezüglich der Naganaparasiten stattfinden. Beim Nattentryvanosoma und trypa- nosoma vivax tonnte ih dagegen bis jeßt noch feine Differenzierung | nah Geschlechtern im Tierblut fest|tellen. Es erkrankten nun Schafe an Infektion mit den s\{lankeren Trypanosomen, nah dem sie eine Infektion mit den plumperen Trypanosomen bereits überstanden. Es ist diese Feststellung von der allergrößten Bedeutung. Sie bedeutet nichts anderes, als daß in cinem Lande, in welhem zwei verschiedene Trypanosomen vorkommen, gegen beide e pailidn werden müßte, wenn praktishe Resultate erzielt werden ollen. i

Oesterreich-Ungarn.

___ Gestern abend sammelten sich in Triest mehrere Hundert junge Leute vor einem Kaffechause an, veranstalteten eine Kundgebung gegen die Jnnsbrucker Vorgänge und stießen deutschfeindlihe sowie österreichishfeindliche Rufe aus und s{hrien: Wir wollen eine italienische Universität in Triest. Die Polizei trieb, wie „W. T. B.“ meldet, die Menge aus- einander, wobei 13 Verhaftungen vorgenommen wurden. Nach zwei Stunden wurde die Nuhe wieder hergestellt. /

Großbritannien und Jrland.

Im Unterhause erwiderte gestern auf eine Anfrage, ob die Regierung über das jüngst erfolgte Anhalten eines englischen Poltdampsers im Roten Meer durch ein russishes Kriegs\cchiff Srkundigungen eingezogen habe, der Unterstaatssefretäc des Aeußern Carl R die Regierung habe hierüber keine Nachricht erbalten. Jm ebruar seien drei Dampfer durch ein russishes Geschwader im Roten Meere angehalten und in zwei Fällen die Dampfer durchsucht und die Schiffspapiere geprüft worden, aber in allen Fällen sei den Dampfern nah kurzer Zeit gestattet worden, ihre Neise fortzuseßen. Die Fälle hätten der englischen Regierung kein Necht zu einem Cin- rue gegeben. Hierauf fragte Gibson Bowles an, ob die Negterung erwogen habe, unter welhen Bedingungen den Schiffen der fkfriegführenden Mächte während der Dauer des Krieges erlaubt lein solle, an britischen Koblenstationen Kohlen zu nehmen, und ob die Vorbedingung für eine solche | Grlaubniserteilung die Uebernahme einer ausreihenden Verpflichtung sei, daß das friegführende Schiff, nachdem es mit einer hin- reichenden Kohlenmenge versehen ist, um damit in den nächsten Hafen seiner Nation zu gelangen, tatsählich nach diesem Hafen gehe und die zu Kriegszwecken verwende... Der Premier-

lehrung und gewissen sanften Zwang müßten die Bakossi zu

minister Balfour erwiderte, die Regierung habe diesen Fragen ihre

b. Tiermalaria : a. bei Schafen und Ziegen, hauptsächlich bei den F

n s fallen r E der Dal larrgesei werde. Jnfolge- Auf eine weitere Anfrage erwiderte der Premierminister, die Regierung dessen wurden die Arbeiten einge]telt. / : beabsichtige, in der náhfen Session die Vorlage über die Ein- | Nachrichten aus dem Jnnern zufolge hat Raisulis wanderung von Fremden wieder einzubringen. | Stamm einen Raubzug in das Ge iet eines anderen Frankreich. | Stammes unternommen. Nach zweitägigem heftigen Kampfe

In der Deputiertenkammer wünschte Chaumet (radik. | blieb Raisuli siegreich und raubte eine große Menge Vieh.

blik.) die Regierung über die Organisation der Marine g rein Pr 8 dabei nachzuweisen, daß Minister Pelletan Fehler | und grobe Nachlässigkeiten begangen habe. Der Ministerpräsident Combes forderte die Vertagung der Interpellation; seinem Verlangen

Aufmerksamkeit geschenkt und stets entsprehende Anweisungen gegeben.

Nr. 30 des „Zentralblatts für das Deutsche Reich“, | herausgegeben im Neichsamt des Innern, , vom 8. Juli, hat folgenden

wurde mit 315 gegen 242 Stimmen entsprochen. SFnhalt: 1) Konsulatwesen: Ermächtigung zur Vornahme von Zipil- tandsalten; Exequaturerteilung. 2) Zoll- und Steuerwesen :

Rußland. j | ; e ; d Stande oder den Befugnissen der Zoll- un

Der Kaiser und der Grobfürst-Thronfolger nahmen, wie | Siräelete "Wene "ter Lebediuine in’ U: Nachweisung dee dem „W. T. B.“ aus St. N e iris bof | zu B gewonnen Spistoutentn zu een FONEAEN lde, ormittag kurzen Aufenthalt in Pensa. Auf dem Bahnhofe | 3) Äuswanderungswesen: Erweiterung der der Zocióts Anonym Hwiberie, der aiser e eine Ansorarhe des Adelsmarschalls, | do DOgallon Belge-Américaine (Red Star Line) in Antwerpen er weile jeßt hier, um die in den Krieg ziehenden Truppen p | R E E E eni e O ait Loene ° f . . G o . L 7 . s er Tr 3 -

segnen, damit der Krieg zu einem günstigen und Ruß- | a N M Gen M U E on A N T tue Ms n E | D Belem “AUDcisuna von Ausländern aus dem Reichsgebiete. Truppen ab. Darauf trat Allerhöchstderselbe vor die Front |

der Soldaten, wünschte ihnen glücklihe Fahrt und segnete sie mit Heiligenbildern, e r n C a p ie hte, v möchten gesund und wohlbehalten zu ihren Heim|liälten zurud- | | V E Nbein Am Nachmittag trafen der Kaiser und der Großfürst- | Lebensmittelpreise im Kleinverkauf. i | Thronfolger in Kusnezk (Gouvernement Saratow) ein und | E Wb gegenwärti A ga Sai ilber hle Beuigs- seßten nah kurzem Aufenthalte unter begeisterten Kundgebungen | geschäften. Einerseits atn O eei Nee Sind der Der MOVNITErimg E Moe T Me ; Krämer gegen die Konsumvereine, anderseits die Frage nah

Nach einer in Kopenhagen eingegangenen brieflichen Mit- der Zweckmäßigkeit der Warenhausbesteuerung Anlaß ge- teilung aus Helsingfors wurde der Bankdirektor und Stadt- geben. Die Entscheidung darüber, welhe Geschäftsform verordnete Emil Schybergson, nachdem eine Haussuchung: bei | wohl am zweckmäßigsten, d. h. am wohlfeilsten und ihm abgehalten worden war, am 7. Juli verhaftet und über | besten die Versorgung der Konsumenten mit Lebensmitteln bewerk- Wyborg nah St. Petersburg deporticrt. Bei dem Professor | stelligt, läßt sich nun {on von allgemeinen Gesichtspunkten aus be- für vergleichende Sprachforshung Otto Donner, bei dessen antworten; aber lehrreich und interessant ist es, wenn guy oten Eltern und j M dem Professor der Astronomie Anders Donner | untersuhungen, auf allerhand systematisch gesammelte Daten gestüßt, wurden in der Nacht vom 4. Juli ebenfalls Haussuchungen

überall da angestellt werden, wo die Ansichten miteinander im Streite vorgenommen. Professor Homen und Dozent Estlander werden |

| liegen. Denn örtlihe Einflüsse wirken allerdings wesentlih mit- ! s L bestimmend auf das Urteil der öffentlißen Meinung ein. : in St. Petersburg in strenger Untersuchungshaft gehalten. ch der Mühe Ftalien.

Nun hat F. Wetlar-Kilzer in Frankfurt a. M. sich der Mi

unterzogen, eine kleine Probeerhebung anzustellen, die sfich freilich nit Auf gerihtlihe Anordnung ist, „W. T. B.“ zufolge, der frühere Bersaglierihauptmann Mancinelli unter dem

auf Massenbeobachtung stüßen kann, aber den Weg zu zeigen versucht, Verdacht, ein Mitschuldiger des wegen Spionage verhafteten

auf dem durh größere Enqueten unanfehtbare Ergebnisse gewonnen werden könnten. Der Verfasser veröffentliht die gewonnenen Zahlen Kapitäns Ercolessi zu sein, in Nom festgenommen worden. Schweiz.

mit Erläuterungen im leßten Heft des „Archivs für Sozial- wissenschaft und Sozialpolitik“ (XIX. Band, 2. Heft; Ver- Nah Meldung der „Schweizerischen Depeschenagentur“ hat der Bundesrat die \{chweizerische Militärmission

lag von J. C. B. Mohr, Tübingen). Er hat von 9 Warengattungen (Gerste, Linsen, Sago, grüne und gelbe Erbsen, weiße Bohnen, ge- bei der russishen Armee in Ostasien, bestehend aus dem Obersten Audeoud und dem Hauptmann Bardet, abberufen.

mahlener Zucker, Hafergrüße, Grieß und Reis) je 4 oder s kg âus den Läden von drei Krämern verschiedener Stadtgegenden, einen

Asien. Ueber die Kämpfe bei Kaiping (Kaitschou) wird,

vornehmen Grofdetaillisten ohne Filialbetrieb, einer Filiale eines einer Meldung des „Reutershen Bureaus“ aus Tokio zufolge,

anderen Großdetaillisten, einem Universalbasar und einem Konsum- verein durch Dritte in unauffälliger Weise bezogen. Alle Lieferungen sind von japanischer Seite noch berichtet, daß erst nah erbittertem Kampfe und verzweifelten Stürmen,“ denen die Russen hart-

dann genau brutto und netto (mit und ohne Papierhülle) gewogen, die näckigen Widerstand geleistet hätten, es dem General Dku

Preise vermerkt und darauf von einem gewiegten Sachverständigen auf ihre Qualität und Preiswürdigkeit geprüft worden. Die Zahlen hat dann gelungen sei, am Sonnabendmittag Kaiping zu nehmen und die Russen zum Rückzuge auf Haitsheng zu zwingen. Die

der Verfasser tabellarish verarbeitet. Hinsichtlih des durchschnittlihen Gewichts ergab sich, daß bis auf einen Kleinhändler, der bei allen Lieferungen ein kleines Uebergewiht gab (durschnittlich 8,7 g auf Nussen hätten die Anhöhen halbkreisartig stark befestigt und mehr als 30 000 Mann an Ort und Stelle gehabt. Der General Sacharow míldet dem russishen General:

250 g), alle zu knapp gewogen hatten, und zwar um # bis 7 9/0; der Konsumverein * hielt mit etwa 30/9 gerade die Mitte. Am preis-

stabe, wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg erfährt, vom

i A

wertesten wurden die Artikel aus dem Warenhaus befunden. Sie

kosteten nur 88,5 9/9 des Normalpreises ; der Großdetaillist mit Filialen

lieferte ebenfalls etwas unter dem Normalpreis (zu 98,5 9/0), der

Konsumverein etwas über demselben (zu 1039/6); die anderen Klein-

händler waren alle erheblih teurer (115 bis 1389/9). Alle Waren

der sieben Lieferanten auf eine Werteinheit für das halbe Pfund ge-

. bracht zeigten folgende Sfala, zu der bemerkt fei, daß die Geschäfte

Am 9. Juli zogen sich unsere Truppen in voller Ordnung nah | der Kleinhändler 1 und 11 in unmittelbarer Nähe des Konsumsvereins- Kaitschou zurück, wobei sie den Feind aufhielten, der mit etwa 4 Divisionen vorrückte. Die Verluste sind noch nit genau festgestellt, betragen aber nicht mehr als 2C0 Mann an Toten und Verwundeten. Unter den Verwundeten befinden sih 5 Offiziere. Am Abend des 9. Juli blieb der Feind auf den Höhen im Norden Kaitshous. Die folgende Nacht verlief ruhig. Am Morgen wurde festgestellt, daß be- deutende feindlihe Streitkräfte in der Umgegend von Maolingou,

ladens sind: ] beim 10,35 S, 10,50 11,20 11,40 11,50 Kleinhändler 11. 11,66 8 Werst nordöstlich von Kaitshou, zusammengezogen worden waren. Soldat... C025 Bis zum Mittage des 10. Juli unternahm der Feind keinen Angriff. Die scheinbar eigentümliche Tatsache, daß der Großdetaillist der ___ Am Morgen des 9. Juli stellte ferner eine russische Stre teuerste war, erklärt sich aus dem Umstande, daß er einen sebr in einem Tale, südöftlih von dem Paß, der P E Lee eleganten Laden hat und nur Geschäfte mit feiner Kundschaft ih an- Siaohotan—Siandian befindet, felt, VaN Me rere E gelegen sein läßt, die befonderes Gewicht auf patente Bedienung und Kompagnien dort vorrückten. L Mittag U n A Ausstattung legt. Im übrigen zeigt sich aber sehr deutli, daß der bemerth dah eine iapanie e Süden her Sewaren | Grobbetrieb und das Filialgeshäft viel leisiungsfähiger find, S E E s ; : a er einbetr âmer. Betreffs i - Berge in uno ees S D R S id A aues s ga eros E L Baues i p s ] rie 9 f 9, 4 ¿den Artike fe Baitérien vom JIndalinpaß und von Erldagou konzentrisch auf E E a M ares dafür \hadlos hält. Die Siandian vor. Am Nahmittage begann At Gefecht, Me 4 Filialfirma und der Konsumverein, der natürli auch dur Zweig- zum Eintritt der Dunkelheit nee Daa O in | geschäfte seinen Umsaß macht, unterbieten aber die Krämer in fast rue E Nuf russischer Seits La, 2 Offiziere allen Punkten. Dabei ist in obiger Aufstellung die Dividende des einen Paß zurück. Au! \ t Offiz und 15 Mann verwundet und 4 Mann getötet. Auf der Linie Haitsheng—Siujan sind keine Veränderungen eingetreten. Einer Sotnie gelang es auf einer Rekognoszierung bei Siheian auf der Linie Liaujang—Satmatsi eine feindlihe Eskadron in einen Hinterhalt zu locken. Die Japaner verloren an Toten und Ver-

Konsumvereins noch nicht in Betracht gezogen ; freilich ist diese nicht wundeten gegen 20 Mann ; ein Mann wurde gefangen genommen.

sonderlich bo, fie betrug im leßten Jahre nur 309/09. Ueberhaupt treten die Vorteile, die ein Konsumverein seinen Mitgliedern zu bieten vermag, in der Frankfurter Grhebung niht recht deutlich zu Tage, da die dortige Konsumgenossenschaft nech zu jung ist und daher noch niht ausgedehnt und noch nicht erfahren genug is. (Sie zählt nur Die fremden Militäratta chés bei den Gesandtschaften in Tokio und die Kries *korrespondenten haben nach einer Meldung des „Reutershen Bureaus“ aus Söul jezt zum ersten Male seit dem Ausbruch des Krieges die Erlaubnis erhalten, an dem Vormarsch der japanischen Truppen teilzunehmen,

3500 Mitglieder und erzielte 1903 erst einen Umsaß von 377 000 4) Es wáâre sehr wünschenswert, wenn auch an anderen Orten ähn- während sie bisher beim Hauptquartier des Genera1s Kurofki zurückbleiben mußten.

i ntersubungen, womöglich auf breiterer Grundlage, veranstaltet Rae vir a da Aa Sil über die Preis- und Qualitäts- untershiede in den verschiedenen Ladenkategorien erhalten könnte. Die Frankfurter Erhebung leidet daran, daß sie nur aus einmal ent- nommenen Stichproben einzelner Waren besteht. Das Ergebnis trifft aber so ziemlih mit E mne, 08 der unbefangene Beobachter

; e auch anderwärts vorzufiaden vermutek. Von dem japanishen Geschwader bei Port Arthur ist, d zufi E

wie „W. T. B.“ aus Tokio berichtet, dort die Meldung ein- B 2 :

getroffen, daß am Sonnabend die russishen Kreuzer | Gelehrten- und realistishe Schulen sowie Elementar-

„Bajan“, „Diana“, „Pallada“ und „Nowik“ mit zwei Kanonen- | \chulen (höhere Knaben- H B Ae 0a in Württem-

booten und sieben Torpedobootszerstörern aus dem Hafen von z berg im Schulja Ire [ i; ü

Port Arthur herausgefahren find. Das Geschwader, dem Am 1. Januar 1904 gab et in EttmbeR M L

eine größere Anzahl Dampfer zur Minenbeseitigung vorauf- lehrtenshulen“, d. h. Shulen mit _lateinishem Unterricht, u

fuhr, wurde von der japanischen Torpedobootsflottille

angegriffen und zog sich Nachmittags in den Le zurü.

Der Admiral Togo d As daß die japanische Flottille keine

Beschädigungen erlitten hat. i; :

L BA len Jeridit in Wladiwostok hat, der „Nowoze

Wremja“ unge, die Beschlagnahme des Dampfers

Statistik und Volkswirtschaft.

Warenhaus . Großdetaillisten mit Konsumverein .

SHLEINDONoIEE L. Kleinhändler in der Altstadt

Filialen

progymnasien, 61 Lateinschulen, 1 Neallateinshule und 1 Latein- abteilung einer Realshule. Davon zählten die 27 Schulen mit Ober- klassen, welhe allein den höheren Schulen in Preußen gleichgeseßt werden Fföônnen, zusammen 7036 Schüler, nämlih die niederen Afrika. lus! es 2 Ban A S een du erten

; ç ( “u ulen gehören 2148 den Klassen der Vberstufe an, sodaß für "Na einer N f M Reaieciaa Q i Mittel- und Unterstufe zusammen 7229 übrig bleiben. Dem MReligions- S M “iéieir Noltantis bei bet den Hafen be- bekenntnis nah befinden sich unter den Schülern 6169 Evangelische, e U E -

zwar 4 niedere evangelish-theologishe Seminare, welche den oberen i U ‘e i irt. Der Dampfer soll | Seminare 166, die Gymnasien 4262, das Progymnasium 133, die Ne A L i M Realgymnasien 1682 und va Realprogymnasien 793, während die ( ; 2906 Katholiken, 278 Israeliten und 20 Angehörige sonstiger Kon- herrshenden Batterie begonnen, als Briefe von den um- L tholi | wohnenden Stämmen und, wie verlautet, auch von

Die Zahl der Lehrerstellen an sämilihen Gelehrtenshulen oen 481 Ee Siu beeilen von 18 Vikars- und Repetentenstellen. Davon waren 447 Haupt- und 34 Hilfslehrerstellen. Geprüfte Kandidaten für das humanistische Lehramt waren am 1. Januar 1904 57 vorhanden, davon gelangten 45 zur Verwendung. . Realistishe Schulen zählte man in Württemberg während des Schuljahres 1903/04 88. Sie zerfallen in 10 Oberreals{ulen, 6 Realshulen mit 2 Oberklassen, 7 Realschulen mit 1 Obertlafse, 64 Realshulen ohne Oberklassen, von denen 55 nur 1 oder 2 Unter- rihtsflassen aufweisen, und 1 Oliogenaule, Davon wurden die 93 Real- bezw. Oberrealshulen mit Oberklassen von 8338 Schülern, die 64 Realschulen ohne Oberklassen und die Bürgerschule von 4331 Schülern besucht. Sämtliche realistishe Schulen zählten demnach 12 669 Schüler, von welchen nur 1488 auf die Klassen der Oberstufe entfallen. Dem Bekenntnis nah gehörten 10 035 Schüler zu den Evangelischen, 2307 zu den Katholiken, 303 zu den- Israeliten und 24 einer sonstigen Konfession an. Lehrerstellen ohne Ein- rechnung von 15 Vikarsstellen gab es an den realistishen Shulen 434, darunter 373 Hauptlehrerstellen und 61 Hilfélehrerstellen. Ge- prüfte Kandidaten des realistishen Lehramts gab es 105; davon wurden an Realschulen 71 verwendet i Die sogenannten „Elementarschulen“" bereiten Knaben zum Eintritt in die höheren Schulen vor. Sie umfassen nur 2 Jahrgänge, da diejenige Klasse, welhe in Preußen als 1. Vorschulklasse gilt, in Württemberg bereits als unterste Klasse den höheren Schulen zuge- rechnet wird. Solcher Elementarshulen zählte man am 1. Januar 1904 in Württemberg 18 mit 3393 Schülern und 84 Lehrerstellen, darunter 19 provisorishen. Unter den Schülern befanden sih 2846 Evangelische, 451 Katholiken, 87 Israeliten und 9 einem sonstigen Bekenntnisse Angehörige. (Stat. Korr.)

ession.

Zur Arbeiterbewegung.

Der Ausstand der Boryslawer Petroleumarbeiter (vergl. Nr. 161 d. Bl.) nimmt, „W. T. B." zufolge, einen ruhigen Verlauf. Ein Teil der Erdwachsarbetter hat sich den Ausständigen ange- \{lossen; Unterhandlungen zum Zwecke eines Ausgleihs sind eingeleitet worden.

In Chicago ist, wie „W. T. B.“ meldet, von 50 000 Pack- hausangestellten der Ausstand über das ganze Land erklärt worden, um das Inkrafttreten eines neuen Lohntarifs ficher zu stellen, da der alte Tarif am 28. Mai abgelaufen ist.

Land- und Forstwirtschaft.

Die russische Holzausfuhr im Jahre 1903. j ür die russische Holzausfuhr war das Jahr 1903 nicht ungünstig. Mit hs l Eve D von 65,3 Miltionen Rubel wurde das bisher an der Spitze stehende Exportjahr 1200, in welhem für 958,4 Millionen Rubel Holz ausgeführt wurde, um rund 7 Millionen Nubel übertroffen. Die Einnahmen des Kaiserli russischen Forstfiskus beliefen sih 1903 auf etwa 65 Millionen Rubel oder rund 10 9/6 mehr als im Vorjahre. Die Ausfuhr über Archangelsk verringerte sih gegen das Jahr 1902 um ca. 14,59%/4. Mit rund 135 000 Standard (von 165 cbf.) war die Ausfuhrmenge in gesägter Ware der von 1901 gleih. Der Ausfuhrwert für letztere Ware {stellte sih im Jahre 1903 auf 7,1 gegen 7,4 Millionen Rbl. im Jahre 1901. Den ersten Platz unter den Sägewerken hat vorläufig mit 20 000 Standard das Werk der Apanagenverwaltung inne. Die Ausfuhr von Nundholz und Schwellen nimmt langsam zu. Im Jahre 1903 wurden etwa 116 000 Stämme und 107 000 Schwellen verschifft. Von dem ge- sägten Holz nahm England rund 62 9/9 gegen 67 9/6 im Vorjahre auf. Durch erhebliche Zahlungsverfristungen suchte der russishe Forstfiskus den Sägemühlen das Geschäft mit England zu erleichtern. Ü St. Petersburg uud Kronstadt verluden 1903 in gesägter Ware 149 000 Standard gegen 147 000 im Vorjahre und 156 090 im Fahre 1901. Hiervon entfielen auf Kiefern rund 39 %%/o, UESEN ctwa 60 9/6 und auf verschiedene andere Holzsorten 5 9/9. Der usfuhrwert war mit 8,4 Millionen Rbl. dem des Jahres 1901 gleich. Von der Ausfuhr 1903 gingen rund 62 0/6 nah England, vor allem na Hull und London. Rotterdam empfing etwa 22 000 Standard, Lübeck und Bremen zusammen etwa die Hälfte. L i Die Ausfuhr über Riga hielt sfich annähernd in denselben Grenzen wie im Vorjahre. Auffallend stark ging dec Export von eihenen Dauben zurück. Der Wert des ausgeführten gesägten Holzes betrug rund 12,0 Millionen Rbl. gegen 10,2 in jedem der beiden Vorjahre. : / N 2 Die Holzausfuhr Finnlands erreihte in den leßten drei Jahren

Igende Höhe:

N 1901 1902 1903

Tausend Festmeter

1249 1013 199 Bearbeitet es . 2096 2382 2414 Brennholz ¿O 925 1095.

Eine besonders große Zunahme zeigte im Jahre 1903 die finn- ländishe Ausfuhr von Grubenhölzern. An dem Gesamtwert der englischen Einfuhr an bearbeitetem Holz waren Nußland und Finnland in den Jahren 1902 und 1903 mit rund 309/69 beteiligt. Rohholz brachten diese Länder ebenfalls etwa 3009/6 der gesamten Cinfuhrmenge auf den englishen Markt. (Bericht des landwirtschaftlichen Sach- verständigen beim Kaiserlihen Generalkonfulat in St. Petersburg.)

Rohholz A Holz

Erzeugung und Ausfuhr von Weizen in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Für die Ausfuhr der Vereinigten Staaten von Amerika ist Weizen die wichtigste Getreideart; Mais wird dort zwar in bes deutend größerer Menge als Weizen gewonnen, er wird jedoch zum großen Teil im Inlande verbrauht und gelangt erst mittelbar in lebendem Vieh oder in Fleishprodukten zur Versendung nah dem Auslande. Jn den leyten zwanzig Jahren s{chwankte der Prozentsaß der Ausfuhr von der Produktion bei Mais zwischen 2 und wenig über 100°/6, während er im Durchschnitt niht über 6%/o stieg. Die Größe der Maisausfuhr wurde von dem Ausfall der Ernte stark be- cinflußt, der gerade bei Mais wesentli größere Abweichungen als bei anderen Getreidesorten aufweist. Bei den übrigen Brotstoffen, außer Weizen, ist das Verhältnis des Exports zur Produktion noh kleiner. Dagegen wurden von der Weizenernte seit 1883 zwischen 91,31 und 41,47 9/6 nah dem Auslande verkauft; im Fiskaljahre bis Ende Juni 1903 waren €s 30,28 9/9 und 1900/01 41,36 0/0. Die statistishen Zusammenstellungen beweisen, daß eine gute Ernte nicht nur eine absolut größere, sondern auch eine im Verhältnis zur ge- wonnenen Menge bedeutendere Ausfuhr zur Folge hat, als ein weniger günstiger Herbst, und zwar wegen der Abnahme des Preises bei ‘großem Ertrag. Der Verdienst aus jeder Ernte ist wiederum maßgebend für Vergrößerung oder Einschränkung der Anbaufläche für das nähste Jahr. Eine Prüfung der Statistik läßt erkennen, daß sich die Ausdehnung des Weizenanbaus von Jahr zu Jahr annähernd im gleihen Verhältnis wie der Weizenpreis verändert. Zum Bei- spiel war im Jahre 1883 die Ernte klein; von 36 455 999 Acres Weizenland wurden nur 421 086 160 Bushels E der Preis stand im Dezember auf 91,1 Cent, und zur Ausfuhr gelangten weniger als 279% der Ernte. Im nächsten Jahre stieg die Saatfläche auf 39 475 885 Acres, der Ertrag auf 512 765 000 Bushels, sodaß der Preis auf 65,5 Cent herabging. Das Jahr darauf fiel wieder die Anbau- fläche auf 34 189 246 Acres, und weil das Wetter ungünstig war, wurden nur 360 Millionen Bushels geerntet. Derartige Beispiele lassen sih aus den leßten zwanzig Jahren noch mehrere anführen. Diese Erscheinung ist aber eine einfahe Folge des Gesetzes der Wechselwirkung zwischen Angebot und Nachfrage. e

Wichtiger ist die Frage, ob mit der Zunahme des inländischen Bedarfs und der Nahfrage vom Ausland die Vergrö erung der Weizenanbaufläche der Union Schritt gehalten hat. Im ahre 1884

Klassen eines Gymnasiums entsprehen, 14 Gymnasien mit je 10 aufsteigenden Klassen, 1 Progymnasium, 3 Realgymnasien, 5 Real- bereits von ‘den Japanern angekauft gewesen scin. An Bord übrigen 63 Schulen ohne Oberklassen, Lateinsulen usw., von denen hätten sih nur vier Engländer befunden. 53 nur 1 und 2 Unterrichtsklassen aufweisen, von 2337 Schülern be- , : *) Statistik des Unterrihts- und Erziehungswesens im Königreich

Raisuli eingingen, wonah diese Stämme Tanger über- | Württemberg für das Schuljahr 1902/03. Stuttgart 1904.

stand die Einwohnerzahl auf 54 911 000 Seelen, und die Weizen-