1904 / 168 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E verg R

Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind, und von Ga besoldeten Staatsbeamten, vom 15. Juni 1904; unter r. 10 523 das Geseß über die Bildung von Parochial- verbänden im Geltungsbereiche der revidierten R Ls für Westfalen zund die Rheinprovinz, vom 4. Juli 1904; un unter Nr. 10524 die Verfügung des Justizministers, betreffend die Anlegung des Grundbuchs für einen Teil der Bezirke der Amtsgerichte Diez, Hachenburg, Hadamar, Homburg v. d. H., S Langenshwalbah, Marienberg, Rennerod, Selters, Wallmerod und Weilburg, vom 6. Juli 1904.

Berlin W., den 19. Juli 1904. Königliches Geseßsammlungsamt.

Schwarß.

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Fähnriche 2c. Ernennungen, Beförderungen

und ene, D Fm aktiven Heere. Bergen, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“, 11. Juli. Aus dem Heere scheiden am 11. Juli d. J. aus und werden mit dem 12. Sult d, D, in dev Schußtruppe für Südwestafrika angestellt: Grube, Hauptm. und Komp. Chef im 8. Rhein. Inf. Regt. Nr. 70, v. Krüger, Nittm. und Eskadr. Chef im Thüring. Hus. Regt. Nr. 12, dieser als Hauptm. und Komp. Chef; die Oberlts.: Wil> im 6. Westpreuß. ZLNf, Negt. Nr. 149, v. Baehr (Leo) im as Regt. König Albert von Sachsen (Ostpreußiswen) Nr. 10, ommandiert bei der Kriegs\hule in Danzig, Erdmann im Füs. Regt. Prinz Heinrich von Preußen (Brandenburg.) Nr. 35; die Lts.: v. Usedom im 5. Garderegt. z. F., Hohl an der Hauptkadettenanstalt, Kra hmer- Mösöllenberg, Erzieher am Kadettenhause in Plön, v. Petersdorff- Campen im Westfäl. Iägerbat. Nr. 7, v. Mi laff im 3. Garde- ulan. Neat., Frhr. v. Malyahn im_Königin Elisabeth Gardegren. Mio Mr, 3 Db Ke Oberarzt bêim Inf. Negt. Fürst Leopold von Anhalt - Dessau (1. Magdeburg.) Nr. 26, Hannemann, Assist. Arzt beim 7. Thüring. Inf. Regt. Nr. 96, sämtlich bei den Ersaßkompagnien des 1. Feldregts.; v. Livonius, Oberlt. im Inf. Negt. von Lützow (1. Rhein.) Nr. 25; die Lts. : v. Alten im Kaiser Alexander Gardegren. Regt. Nr. 1, v. der Marwitz im 2. Großherzogl. Me>lenburg. Drag. Regt. Nr. 18, Trenk, Erzieher am Kadettenhause in Potsdam, Charles de Beaulieu im 8. Thüring. Inf. Regt. Nr. 153, Erhart, Assist. Arzt beim Meyer Inf. Regt. Nr. 98, diese bei den Ersatz- fompagnien des 2. Feldregts. : |

Ferner in der Schußtruppe für Südwestafrika angestellt nach er- folgtem Auss{eiden aus der Königl. Sächs. Armee: Roßbach, Königl. äs. Lt. im 6. Inf. Regt. Nr. 105 König Wilhelm IT. von Württemberg, mit Patent vom 21. August 1898 als Lt. bei den Ersatz- fompagnien des 1. Feldregts., Raabe, Königl. sächs. Lt. im 12. Inf. Regt. Nr. 177, mit Patent vom 21. August 1899 als Lt. bei den Ersaßkompagnien des 2. Feldregts. Epp, Oberlt. im 1. Feldregt. der Schutztruppe für Südwestafrika, unter Beförderung zum Hauptm., vorläufig ohne Patent, und Ernennung zum Komp. Chef zu den Ersaßkompagnien dieses Regts. übergetreten.

Königlich Bayerische Armee.

Offiziere, Fähnriche 2c. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Im pen Meere 23. Juni. Friedri < Gr. zu Castell - Castell, Lt. der Res. des 1. Ulan. Regts. Kaiser Wilhelm 11.,, König von Preußen, mit der Uniform dieses Negts. à la suite der Armee gestellt. :

5. Juli. Nachgenannte Zöglinge der 6. Klasse des Kadetten- korys zu Fähnrichen ernannt: die Fahnenkadetten: v. Glaß im 8. Feldart. Regt, Gränzer im 1. Feldart. Regt. Prinz-Regent Luitpold, Müller im 1. Inf. Regt. König, Kir<hmair im 4. Feld- art. Regt. König, Köhl im 1. Fußart. Regt. vakant Bothmer, Dreßler im 9. Inf. Regt. Wrede, Kurz im 1. Pion. Bat., Kleinhenne im 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, el im 14. Inf. Negt. Hartmann, ÉEgger im 12. Inf. Regt. Prinz Arnulf, Liftl im 9. Feldart. Negt., Fehn im 2. Chev. Regt. Taris, Ruchti im 16. Inf. Regt. Großherzog Ferdinand von Toskana, Gipsec im 2. Ulan. Regt. König, Horadam im 2. Inf. Regt. Kronprinz, Schneider im 3. Pion. Bat, IWtrth Un 20. Inf. Regt., v. Oelhafen im 7. Inf. Regt. Prinz Leopold.

9. Juli. Zu Fähnrihhen mit einem Patent vom 5. d. M. er- nannt die Königlichen Edelknaben: Reisner Frhr. v. Lichtenstern im Inf. Leibregt., Frhr. v. Speidel im 1. Schweren Reiterregt. Prinz Karl von Bayern, Frhr. v. u. zu der Tann-Nathsam- hausen im Inf. Leibregt., Frhr. v. Feiliß\< im 1. Ulan. Regt.

Kaiser Wilhelm 11.,, König von Preußen, Frhr. v. RNiedheim im Inf. Leibregt. Í

10. Fuli. Schmidhuber, Oberstlt. z. D., zum Kommandeur des Landw. Bezirks 11 München zum 20. d. M., Meyer, Oberlt. des 2. Ulan. Regt. König, Shönhammer, Oberlt. des 5. Chev. Regts. Erzherzog Albreht von Oesterreich, beide in ihren Truppen- teilen unter Beförderung zu Rittmeistern ohne Patent zu Eskädr. Chefs, Apfelstedt, Oberlt. des 2. Fußart. Negts. zum Direktions- offizier bei der Oberfeuerwerkershule zum 18. August d. J., ernannt. Frhr. v. Gumppenberg-Pöttmeß-Oberbrennberg, Major und Eskadr. Chef im 2. Ulan. Regt. König, zum Stabe des 1. Ulan. Negts. Kaiser Wilhelm 11., König von Preußen, Weippert, Oberlt. und Direktionsoffizier bei der Oberfeuerwerkershule, zum 2. Fußart. Regt., dieser zum 18. August d. J., Dinglreiter, Lt. vom 13. Inf. Regt. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich, zum 4. Inf. Regt. König Wilhelm von Württemberg, v. Huber-Liebenau, Fähnr. vom 2. Feldart. Regt. Horn, zum 6. Chev. Regt. Prinz Albre<t von reußen, verseßt. Frhr. v. Imh off, Lt. im 14. Inf. Regt. Hartmann, Frhr. v. Feury auf Hilling, Lt. im 2. Ulan. Regt. König,

rombetta, Lt. bei der Eskadr. Zger zu Pferde des I11I. Armee- korps, Vollrath, Lt. im 2. Fußart. Negt, zu Oberlts. befördert. Edler v. Germersheim, Major z. D. und Kommandeur des Landw. Bezirks Aschaffenburg, als Oberstlt. harakterisiert.

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 14. Juli. Bezzel, Oberlt. des 4. Inf. Regts. König Wilhelm von Württem- berg, das Kommando zum Kriegsarchiv bis 31. Juli 1905 verlängert.

Abschiedsbewilligungen. JImaktiven Heere. 10. Juli. Frhrn. v. Thüngen, Oberstlt. beim Stabe des 1. Ulan. Regts. Kaiser Wilhelm 11, König von Preußen, Be>, Nittm. und Eskadr. Chef im 5. Chev. Negt. Erzherzog Albre<ht von Oesterreich, Martini, Oberlt. des 22. Inf. Negts, sämtlichen mit der Er- laubnis zum Forttragen der bisherigen Uniform mit den für Ver-

abschiedete vorgeshriebenen Abzeichen mit der geseßlichen Pension, Frhrn. v. u. zu Fraunberg, Oberstlt. z. D. und Kommandeur des Landw. Bezirks 11 München, mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf. Leibregts. mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen | Abzeichen, unter Fortgewährung der Pension, zum 20. d. M., der Abschied bewilligt. Für st, Lt. im 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, Sondermann, Lt. dcs 20. Inf. Regts, kommandiert zum Topo- raphishen Bureau èes Generalstabes, Schenk Frhrnv. Stauffen- erg, Lt. des 1. Schweren Reiterregts. Prinz Karl von_ Bayern, behufs Uebertritts in die Kaiserlihe Shußtruppe für Südwestafrika das Ausscheiden aus dem Heere zum 20. d. M. bewilligt. List, Lt. des 2. Ulan. Regts. König, zu den Res. Offizieren dieses Regts. verseßt.

XIIx. (Königlich Württembergisches) Armeekorps.

Offiziere, Fähnriche . Abschiedsbewilligungen. &m aktiven Heere. 11. Juli. Behufs Uebertritts zur Shhuß- trupp: für Südwestafrika scheiden aus: Frhr. v. Watter, Lt. im Gren. Regt. Königin Olga Nr. 119, mit dem 20. d. M., v. Neu-

Dr. Fr bi Assist. Arzt im Trainbat. Nr. 13, mit dem 20. d. M., Mee: y. Malchus, Hauptm. a. D., zuleßt Komp. Chef im Inf. egt. Kaiser Wil elm, ónig von Preußen Nr. 120, mit seiner Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform dieses Negts. zur Disp. gene Im Sanitätskorps. 30. Juni. Dr. Holle, Assist. Arzt im 4. Feldart. Negt. Nr. 65, zum Oberarzt befördert. Dr. Holz- äuer, Assist. Arzt in demselben Negt., zum Sanitätsamt des rmeekorps, Dr. Mayer, Assist. Arzt im Inf. Regt. König Wil- belm 1. Nr. 124, in das 8. Inf. Negt. Nr. 126 Großherzog Friedrich

von Baden, verseßt. 4 Zu Assist. Aerzten befördert die Unterärzte: Dr. Shöffler der

Nes. (Ludwigsburg), Dr. Schrenk der Landw. 1. Aufgebots (Reut- lingen), Leopold der Res. (Reutlingen), Dr. Frey der Landw. 1. Aufgebots (Reutlingen).

Beamte der Militärverwaltung.

30. Funi. Schurr, Kaserneninsp. in Stuttgart, seinem An- suchen entsprehend A 1. Oktober d. F. mit der geseßlihen Pension in den Nuhestand verseßt. /

6. Ful P (Reutlingen), Dr. F ild (Ehingen), Dr. B erg (Us urg), Unterapotheker der Res, zu Dberapothekern ernannt.

Angekommen: der Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats Voigts, aus Westfalen. Abgereist: der Ministerialdirektor im Ministerium der geistlichen,

Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten, Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Förster, mit Urlaub nah Tirol.

Niqcztamllicßes.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 19. Juli.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen gestern in Molde die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, Generalleutnants Grafen von Hülsen-Haeseler und des Chefs des Marinekabinetts, Admirals Freiherrn von Senden-Bibran entgegen. Heute sind Seine Majestät an Bord der Jacht „Hohenzollern“ nah Bergen in See gegangen.

Ü E E

Die Verkehrseinnahmen deutscher Eisenbahnen für Juni 1904 betrugen nah der im Reichseisenbahnamt aufgestellten Uebersicht :

: [ T gegen das Vorjahr im auf D h (mehr, weniger) ganzen 1 km im ganzen | auf 1 km M. M M. | M | Proz.

für alle Bahgen im Monat Juni 1904: Personen- / g Letfehr . | 61 8234833] 1128|— 101474 18— 1,57 üter- verkehr . | 99 986489] 2 184|+5 712917|4+ 91|+ 445 für die Bahnen mit dem Rechnungsjahre April—März in der Zeit vom 1. April 1904 bis Ende Zuni 1904:

Persfonen- : |

E . 1133 734 6351 3 350|-+6 987 526+ 127+ 3,94 üter- | |

verkehr . [266 620 531] 6 554|+10348805/+ 153+ 2,39

für die Bahnen mit dem Rechnungsjahre

Januar—Dezember in der Zeit vom 1. Januar 1904

bis Ende Juni 1904:

Personen-

verkehr . | 36 867 927] 6 152[+41 753 336+ 266+ 4,52

Güter- |

verkehr . | 68 667 170] 11 188|4-3 693 547|+ 511+ 4,79

_ Gesamtlänge der Bahnen: 47 030,84 km, gegen das Vor-

jahr + 691,07 km.

Bei den Mindereinnahmen des Berichtsmonats aus dem

Personenverkehr kommt in Betracht, daß das Pfingstfest 1904

ganz in den Monat Mai, 1903 aber mit dem zweiten Festtage

in den Juni fiel.

Der Präsident der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse Dr. Heiligensiadt hat Berlin mit Urlaub verlassen.

Laut Meldung . des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Fürst Bismar>“, mit dem Chef des Kreuzergeschwaders an Bord, am 17. Zuli in Wusung eingetroffen und geht am 25. Juli von dort na< Nimrodsund in See.

S. M. S. „Hertha“ ist am 17. Juli in Wusung ein- getroffen und am 18. Juli von dort nah Tsingtau in See gegangen.

S. M, S. „Luhs* Und S. M. S. „Iltis ind am 17. Juli in Tsingtau eingetroffen.

S. M. Flußkanonenboot „Vaterland“ ist am 16. Juli in Changhar eingetroffen und am 18. Juli von dort ab- gegangen.

S. M. S. „Vineta“ ist am 16. Juli in St. Thomas en) eingetroffen und geht am 23. Juli nach Trinidad in See.

S. M. S. „Gazelle“ ist am 16. Juli von Vlissingen nah Brunsbüttel in See gegangen.

S. M. S. „Habicht“ ist am 17. Juli in Swakopmund eingetroffen und geht am 21. Juli von dort nah Mossamedes in See.

S. M. S. „Loreley“ ist am 17. Juli in Trapezunt ein- getroffen und geht heute nah Batum weiter.

Der Transport der abgelösten Besaßung S. M. S. „Condor“ is auf dem Dampfer „Gera“ am 17. Juli in Colombo (Sepiee, eingetroffen und hat am 18. Juli die Reise nach Suez fortge})eßt.

Oas Erste Geshwader sowie S. M. SS. „Prinz

bronner, Lt. im Drag. Regt. König Nr. 26, mit dem 25. d. M,,

Heinrih“, „Bliß“ und „Pfeil“ und S. M. Tpdbte.

„S 13“ und „S 38“ gehen morgen von Vlissingen nag Lerwi>k (Shetlandinseln) in See.

Der Dampfer „Rhein“ mit dem Ablösungstransport für die Ostasiatishe Besaßungsbrigade ist auf der Ausreise am 17. d. M. in Tsingtau angekommen und am 18. nach Tal weitergegangen.

Bayern.

In dem Finanzaus\<huß der Kammer der Abgeordneten sprah der Verkehrsministec von Frauendorfer seine Anerkennung aus über das Entgegenkommen der pfälzis<hen Eisenbahn, gesell\<aft in bezug auf die Stärkung des Pensionsfonds und die Amortisation. Der Minister erklärte, wie „W. T. B.“ meldet die Beschlüsse der Generalversammlung der Eisenbahngesellschaft für annehmbar und stellte unter Vorbehalt der Zustimmung des Ministerratz

für die nähste Session des Landtags eine auf die Uebernahme k

der Eisenbahnen bezügliche Geseßesvorlage in Aussicht.

Großbritannien und JFrland.

Im Unterhause erklärte gestern, „W. T. B.“ zufolge, in Beantwortung einer Anfrage der Staatssekretär für Indien Brodrif>: die russische Regierung sei, um Mißverständnissen vorzubeugen, Anfang Juni benachrichtigt worden, daß die britis<he Regierung an ihrer in der Depesche vom 6. November 1903 erklärten Politik bezügli Tibets festhalte. Es sei aber augenscheinlih, daß ihr Vorgehen von der Haltung der Tibetaner selbst bis zu einem gewissen Grade ah. hängig sei, und die Negierung \si< daher nicht verpflichten könne, nit gegebenenfalls von der am 6. November 1903 dargelegten Politik abzu, weichen. Die Regierung habe jedo< erklärt, solange sich keine andere Macht in die tibetanis<hen Angelegenheiten einzumishen versuche werde die britishe Regierung keinen Versu<h machen, Tibet jy annektieren, ein LOLARS über Tibet zu erri<ten oder die innere Verwaltung von Tibet zu kontrollieren. Die Regierung beabsichtige nicht, dem Hause den weiteren Schriftwehsel gegenwärtig zu unterbreiten, Laurie (konf.) fragte an, ob die Regierung ihre Aufmerksamkeit auf die Durchsuchung engli)<her Schiffe dur< das russis<he Schiff „Petersburg“ gelenkt habe, und ob die „Petersburg“ das-

selbe Schiff sei, das dur< den Boétporus unter russisher Handels. |

flagge gegangen ist. Der Unterstaatssekretär Carl Percy erwiderte auf die Anfrage, daß der Gegenstand von größter Wichtigkeit sei und die Regierung ihm ihre besondere Aufmerksamkeit zuwende; da sie aber no< ni<t volle Kenntnis von dem Tatbestand erlangt habe, so möchte er bitten, daß Laurie seine Anfrage bis Donnerstag vertage, McNeill (iris{er Nationalist) fragte an, ob die Regierung die Erfüllung des Wunsches des früheren Präsidenten von Tranêbaal, Krüger, gestatten werde, die Leiche in der Familiengruft zu Transvaal zu beerdigen. Der Ministerpräsident Balfour er- widerte, bis jeyt habe die Regterung ein solhes Gesuh von der Familie Krügers no< nicht erhalten; es sei aber kaum nôtig zu erklären, daß, falls ein sol<hes Gesu<h einginge, die Regierung ihr mögli<stes tun werde, um ihm zu willfahren. Auf eine Anfrage von Bowles (konf.) über die english-franzöfis<he Konvention erklärte der Premierminister Balfour: fo, bald die notwendigen Geseßze von beiden Ländern erlassen seien, roûürden Schritte zur MNatififation der Konvention getan werden. Von der Negierung Neufundlands seien keine Vorstellungen wegen der Konvention echoben worden; die Regierung der Kolonie habe im Gegenteil im Laufe der Verbandlungen ihre Zustimmung zu der Konvention erklärt. Campbell Bannerman (lib.) rihtete an den Premierminister die Anfrage, ob er Gelegenheit zur Erörterung des Antrages geben wolle, in dem das Verhalten gewisser Minister getadelt werde, die eine amtlihe Stellung in der liberal unionistis<hen Vereinigung angenommen und damit ihre Zustimmung zur Politik Chamberlains ausgedrü>t haben. Balfour erklärte ih bereit, Gelegenheit zur Debatte über den Antrag zu geben; er könne einen Tag dafür aber no< nit bestimmen.

Im Laufe der Spezialdebatte über dic Finanzbill erklärte der Scaßtkanzler Austen Chamberlain, der Extrazoll von 3 Pence für das Pfund auf entrippten Tabak solle auf 14 Penny für Tabak, der vor dem 20. April im Zollspeiher war, herabgesezt werden. Dadurh gingen dem Staats\ä>:l wahrs<cinli< 200 000 Pfd. Sterl. verloren.

Frankreich.

Nach halbamtlicher Mitteilung über die Angelegenheit der Bischöfe von Laval und Dijon ist, wie „W. T. Y“ meldet, der Sekretär bei der französishen Botschaft beim Vatikan, de Courcel, beauftragt worden, dem Kardinal: staats\sekretär Merry del Val einen Protest der französischen Regierung und das Ersuchen um Aufklärungen über diese An- gelegenheit zu überreichen und eine prompte Antwort zu ver langen. Die Antwort dürfte jedo< kaum vor Ende dieser Woche eintreffen.

Nußland.

Der Kaiser ist, nah einer Meldung des „W. T. V.“, gestern wieder von St. Petersburg abgereist, um in Stanja Nussa, Nowgorod und Tshudowo die nah dem Kriegs shauplaÿ abgehenden Truppen zu besichtigen.

Die „Russische Telegraphenagentur“ is von zuftändiger Seite zu nachfolgender Mitteilung ermächtigt :

Um den \{le<ten Gindru>k zu beseitigen, den die dur< Protokolle gehörig bezeugten Greueltaten von Japanern gegen auf dem Schlaht- felde gekliebene verwündete Russen in Europa hervorgerufen haben, hat ein in Paris von russishen Revolutionäâren heraut gegebenes Blatt vor etwa einer Woche die Nachricht von angeblichen G reuottatén in Umlauf gebracht, die russishe Soldaten în Kal is< (Nufsish-Polen) bei ciner Schlägerei, die sih im verflossenen März im Gefängnisse zu Kalisch ereignete, begangen hätten. Eine derartige Lüge verdiente, da sie in einem revolutionären Blatt ersten und von der überlegten Absicht ausging, Rußlands Anseben im Aus- lande zu schädigen, keine Widerlegung. Leider aber ist die ia allen Stü>en erfundene Geschichte ganz neuerdings von sozialistischen Blättern weitergetragen worden, woraus uns die Pflicht er wächst, diese so unpassenderweise in die Welt gesetzte vhantastische Nahhriht zu dementieren: E sind im März in Kalish keine Unruhen vorgekommen. Wenn gleihwobl die Revolutionäre von folhen unter diesem Datum erzählt haben, so ges<ah dies offenbar nur, um die Vorgänge, die sh vom 5. bis 18. Juni ded Jahres ereigneten, besser entstellen zu können. Am ersteren Tage be- gannen einige Gefangene, um dem Widerspru<h gegen das im Ge- fängnis herrs{hende Regime Ausdru>k zu geben, Türen und Fenster #1

zershlagen. Die Verwaltung berichtete in der Befürchtung, daß dic N

Ruhestörungen gefährlihe Ausdehnung gewinnen könnten, an den Gouverneur der Provinz wie au< an den Staatéanwalt

Bezirks, die si<, von einer S#wadron Soldaten begleitet, an den Tatort begaben. Die Unruhen haben sofort aufgehört, ohne daß man nôtig gehabt hätte, die bewaffnete Macht in Anspruch zu nehmen. Es hat ni<ht ein einziges Ovfer gegeben, aus dem guten Grunde, weil gar fein Zusammenstoß mit den Truppen vorgetommen ist, Wenn die Feinde Rußlands ihrer Einbildungskraft freien Lauf gelassen haben, so hatten sie wohl irgend einen guten Grund, dies zu tun.

Schweiz. : Jn der Angelegenheit der Nü>kberufung der \<welzt- rishen Militärmission vom russischen General- quartier in Ostasien teilt „W. T. B.“ zufolge das Militar departement amilih mit: Der Oberst Audeoud ist Freitag, del

15. d. M., aus Rußland E und hat dem Militär- departement über die mutmaßlihe Veranlassung der Rükberufung Bericht erstattet. Er bestreitet mit aller Entschiedenheit den Vorwurf, eine beleidigende Aeußerung über die russishe Armee etan zu haben, und erklärt des bestimmtesten, daß er nie die Absicht gehabt habe, etwas Unangenehmes oder gar Beleidigendes über die russishe Armee zu sagen. Aus Mitteilungen fremder Offiziere im russischen Hauptquartier glaubt der Oberst Audeoud hließen zu können, daß es sih wahrscheinli<h um eine miß=- verstandene oder entstellt weitergegebene Us handelt, an die er selbst si< nicht erinnert, die aber jeden- falls keinen beleidigenden Sinn haben konnte. Da dem Obersten Audeoud im russischen Generalquartier keine Gelegenheit ge- eben wurde, sih über die gegen ihn e Anschuldigung u äußern, da ihm darüber von russisher Seite überhaupt nichts mitgeteilt worden is, wird es erst nah Eintreffen der vom Bundesrat sofort von Rußland gewünschten nähern Aufschlüsse möglich sein festzustellen, ob es sich um ein Miß- A bris, eine unrichtige Jnterpretation oder ähnliches handelt, oder wie sonst der Oberst Audeoud gemachte Vor- wurf entstanden ist. Gegenüber einzelnen Meldungen is zu berichtigen, daß der Oberst Audeoud in St. Petersburg keinen chriftlihen Protest gegen die Abberufung abgegeben, sondern sich wegen Abwesenheit des Kriegsministers {riftli verabschiedet und bei diesem Anlaß für die den shweizerishen Offizieren gewährte Aufnahme bedankt hat.

Niederlande.

Die Regierung hat, „W. T. B.“ zufolge, die Auflösung der Ersten Kammer der Generalstaaten wegen der Ab- lchnung der Unterrichtsvorlage beschlossen. Die Neuwahlen

nden Mitte August statt; die neugewählte Erste Kammer el am 20. September zusammentreten.

Zu Ehren der deutshen Marineoffiziere fand gestern abend auf Schloß Loo ein Diner statt, bei dem die Königin und der Prinz Heinrich der Niederlande zugegen waren. Die Königin brachte einen Trinkspruch auf den Kaiser Wilhelm und die deutsde Flotte aus, worauf der Admiral von Köster für die dem Geschwader bercitete gastlihe Auf- nahme dankte und auf das Wohl der Königin und des König- lihen Hauses trank.

Asien.

Ueber einen vorgestern bei Tagesanbruh unternommenen Angriff eines russishen Armeekorps auf die Stellungen der Armee des japanischen Generals Kuroki, der aber mit dem Rückzug der Russen endete, berichtet ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 17. d. M, wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg meldet, folgendes:

Nachdem die Armee Kurokis auf der östlihen Front die Pässe des Fenschuilingebirges beseßt hatte, hatten wir im allgemeinen nur ungenügende Nachrichten über die Stärke und die Stellungen dieser Armee. Nah Angaben von einer Seite hatte sie Verstärkungen erhalten, und Kuroki sollte sogar einen Seil der Truppen, die sich bei Saimatsi befanden, herangezogen haben. Nach anderen Angaben wären Truppen nah dem Dalinpaß und nah Siujan dirigiert worden. Es lief sogar eine Meldung ein, nach der Kuroki sein Hauptquartier aus Pschachegou nah Tuinpu verlegt habea sollte. Auf Grund verschiedener Nachrichten und auf Grund von Rekognoszierungen durfte man die Vermutung hegen, daß die Hauptstreitkräfte des Gegners in der Umgebung von Liauschanguan zusammengezogen worden sind, und daß die vantgarden auf dem Siaokaolin-, dem Ufanguan-, dem Sinkailin-, dem Laholin-, dem Papanlin- und dem Syveilinpaß Stellung genommen haben. Um die Kräfte des Gegners fest- zustellen, wurde für den 17. Juli ein BVormars<h gegen die feindlihen Stellungen in der Richtung auf Liauschanguan angeordnet. Der General Graf Keller wurde angewiesen, < ni<t unter allen Umständen der Pässe zu bemächtigen, fondern entsprehend den Streitkräften des Gegners zu handeln. Die linke Kolonne in Stärke von drei Bataillonen wurde gegen den Sybeilin- paß gesandt. Die mittlere Kolonne in einer Stärke von 14 Bataillonen und 12 Geschüßen unter dem Befehl des General- majors Kaschtalinski erhielt den Befehl, den Siaokaolinpaß, die Höhen beim Götßentempel und den Ufanguanpaß anzugreifen. Die re<hte, aus einem Bataillon bestehende Kolonne sollte den Kreuzpunkt der na< dem Sinkailin- und dem Laholinpaß führenden Wege beseßén, um den rechten Flügel der Kolonne des Generals Kashtalinski zu de>en. Die Gesamtreserve wurde bei Thawuan zurü>gelassen, und ein Teil der Truppen hielt die Stellung bei Thawuan tee Am 16. Juli um 10 Uhr Abeuds verließ die Spitze der Kolonnen Thawuan. Gegen 11 Uhr Abends vertrieb ein Bataillon des 22. Regiments in einem Bajonettkampf die japanishe Feldwache beim Kreuzpunkt der Wege nah dem Laholin- und dem Sinkailinpaß. Weitere genaue Einzelheiten des hierauf folgenden Kampfes sind bisher nit festgestellt, der allgemeine Verlauf desfelben war nach den telegraphishen Berichten des Generals Grafen Keller folgender: Die Japaner räumten die, Pässe, den Gößentempel und Siaokaolin und ließen während der Nacht dort nur Feldwachen zurü. Bei Tagesanbruch beseßte die Kolonne des Generals Kaschtalinski diese Pâsse, nachdem sie die feindlihen Feldwachen zurückgeworfen hatte. Gegen 54 Uhr Morgens beseßten die Japaner mit bedeuten- den Streitkräften und zahlreiher Artillerie den UÜfanguanpaß und die Höhen südlih desselben. Der Feind eröffnete auf den Flügel der Kolonne des Generals Kaschtalinski sowohl von dieser Stellung als au< vom Gebirgskamm im Osten des Göhtentempels aus ein äußerst starkes Artilleriefeuer. Der General Kaschtalinski shob, um die Höhen südli< des Passes zu beseßen, aus seiner Re- serve zuerst ein und hierauf no< drei Bataillone vor. Aber der Versuch, sih der Höhen zu bemähtigen, gelang nicht, troß des Feuers einer Gebirgsbatterie, da Feldgeshüße des Geländes wegen nicht ver- wendet werden konnten. Gegen 8 Ühr Morgens hielt es der General Graf Keller, der den Verlauf des Kampfes vom Wachtturm bei Thawuan aus vcrfolgte, für notwendig, zur Kolonne des Generals Kaschtalinski zu stoßen. Er {hob aus der Gesamtreserve 3 Bataillone auf die Höhen beim Göß:ntempel vor, um die bereits beseßten Stellungen zu behaupten. Der Ansturm des Feindes mahte cine weitcre sofortige Unterstüßung der im Kampfe befindlihen Truppen dur<h Reserven notwendig. Diese Stellungen waren indessen ihrer Lage us niht günstig. Als der General Graf Keller in das Vordertreffen gelangt war, erschienen ihm die Streitkräfte des Gegners als so bedeutend im Vergleich zu den unsrigen, daß er ih ents<loß, den Kampf nicht fortzusezen und weder seine no< die allgemeine Reserve aufs Spiel zu segen, umsomehr als ein weiterer Angriff ohne die Feldartillerie hâtte geführt werden müssen. Der General Graf Keller beschloß daher um 10} Uhr Morgens, die Truppen auf die Stellungen beim Janselinpaß zurü>zuziehen. Die Truppen zogen sihlangsam Schritt für

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Stritt in voller Ordnung unter dem Schuße des Feuers einer Feldbatterie zurü>. Um die Mittazszeit ging der Feind gegen den reten Flügel der Stellung beim Janselinpaß zum Angriff vor. Beim Dorfe Tscudjapura, etwa 4 Werst südlih von Thawuan, wurde hierbei eine japanische Gebirgsbatterie nah 34 Schüssen der dritten Batterie der u Lt endgültig zum Schweigen gebraht. Diese unsere Batterie befand sich in einem Gebirgssattel im Süden des Janselin- Eses, Gegen 3 Uhr Nachmittags hörte der Kampf auf. Die ruppen kehrten na< Thawuan zurü>k. Dem Vorrü>en der Ja- paner wurde vor dem Tal des Lanhe auf einer von uns ein- genommenen und behaupteten Stellung Einhalt getan. Infolge r ohne S(hlaf verbrahten Nacht und des drückend heißen Tages

waren unsere Truppen sehr ermüdet. Sie waren mehr als 15 Stunden ununterbrochen au den Beinen gewesen. Die Verluste sind nicht genau festgestellt, do<h berihtet der General Graf Keller, daß fie mehr als 1000 Mann betragen. Besonders hat das 24. Regiment gelitten. Der General Graf Keller rühmt namentli<h das Verhalten der Kommandeure des 24. Regiments und des Regiments JIelez, dessen Kommandeur am Fuße ernstli<h verwundet wurde, aber bis zum Schlusse am Kampfe teilnahm.

Jn Tokio is über dieses Gefeht, wie „W. T. B.“ von dort meldet, folgendes amtli<h bekannt gegeben worden: Der General Kuroki berichtet, daß am 17. d. M. gegen 3 Uhr Morgens der Kommandeur eines russischen Armeekorps, General Keller, mit über zwei Divisionen unter dem Schuße dichten Nebels einen heftigen Angriff auf den Motienpaß und die benahbarten Positionen zu machen begann, die von einem Teile der japanischen Armee beseßt waren. Die Japaner leisteten hartnä>igen Widerstand, warfen den Feind allerorten zurü> und verfolgten ihn bis Kunkeapaotzu. Ueber die Verluste werden Erhebungen angestellt. : /

Ueber die in Tokio für unbegründet erklärte russische Meldung von einem Verlust von 30000 Mann, den die Japaner bei einem Angriffe auf Port Arthur erlitten haben sollten, hat die „Russische Telegraphenagentur“ am 13. d. M. eine Anfrage nah Mufkden gerichtet, auf die folgendes Tele- gramm vom 15. d. M. eingegangen ist: Hier liegen Nach- rihten aus japanischer Quelle vor, die bestätigen, dak die Japaner am 10. d. M. einen Angriff auf Port Arthur gemaht und im Anfang auch einigen Erfolg gehabt haben, dann aber unter großen Verlusten mit Unterstüßung unserer Flotte zurückgeshlagen worden sind. Auf eine Anfrage in Liaujan über die Verluste der Japaner in dem angeblichen Kampfe vom 10./11. Juli vor Port Arthur wird der genannten Agentur gemeldet, daß positive Nach- richten nicht vorliegen. Jhr Berichterstatter in D er: hielt aus Port Arthur einen Brief folgenden Jnhalts: „Wir vertrauen hier dem General Stössel. Seine Zuversicht auf dea Sieg teilt sih_ allen Truppen und der Bevölkerung mit. Der General Fo>, der gegenwärtig auf den vorderen Positionen troy des Andranges der Japaner aushält, schiebt dadur<h auf lange Zeit die Blockade Pe“t Arthurs hinaus. Der General Kondratjew befestigt Port Arthur mit jedem Tage stärker. Auf den Bergen, wo unlängst no<h Befestigungen für unmöglih gehalten wurden, sind jeßt Batterien und SIOR errihtet und Geschüße großen und kleinen Kalibers aufgestellt worden. Das Zu- sammenwirken der Generale maht Port Arthur zu einer un- zugänglichen Festung.“ Der Brief eines anderen Offiziers lautet noch zuversichtlicher. 2 i

Der japanische Torpebobbptszerförer „Hayatori“ hat, wie dem „Reutershhen Bureau“ aus Tokio vom gestrigen Tage berichtet wird, eine Dschunke beshlagnahmt, welche die Post von Port Arthur nah Tschifu bringen sollte. Briefe, die sich auf Angelegenheiten des Heeres oder der Marine in Port Arthur bezogen und die wertvolle Nachrichten enthielten, wurden einbehalten; Briefe, die sih niht mit militärischen Angelegenheiten beschäftigten, wurden nah St. Petersburg aufgegeben mit dem Ersuchen, sie den Adressaten zu über- mitteln.

Die gestern wiedergegebene Meldung des „Reuterschen Bureaus“, daß Frankreich in der südchinesishen Provinz Kwangsi zur Ünterdrü>ung des dortigen Aufstandes Truppen zu landen beabsichtige, wird, wie das genannte Bureau heute berichtet, von der französishen Gesandtschaft in

Gebiets.

Meere abgenommene Post ist einer Meldung des „W.'T. B.“

waltsam eine Stunde auf.

nicht deutlih aus dem Ladungsverzeichnis ersichtlich ist. Afrika.

griff gegen die diht bei Tanger gelegene Farm

der Farm ab.

Peking für durchaus unbegründet erklärt. Der Aufstand sei im Norden der Provinz, niht in der Nähe des französischen

Die vom russishen Kreuzer „Smolensk“ dem Norddeutschen Lloyddampfer „Prinz Heinrich“ im Roten

aus Aden zufolge dem na<h Bombay gehenden Dampfer „Persia“ der „Peninsular and Oriental Line“ übergeben worden. Wie jedo<h dem „Reutershen Bureau“ aus Aden berichtet wird, sind zwei für Nagasaki bestimmte Po st - sä>e des Dampfers „Prinz Heinrih“ mit Beschlag belegt worden. Der Kreuzer „Smolensk“ hielt den britishen Dampfer „Persia“ zum Zwecke der Uebergabe der deutschen Post ge-

Die britischen politishen Vertreter in Aden ließ der Kapitän des russishen Kreuzers „St. Petersburg“, wie der „Daily Mail“ von dort gemeldet wird, durh<h den Kapitän der „Weipara“ auffordern, den Konsuln in Suez und Port Said telegraphis<h mitzuteilen, daß er jedes englische Schiff beshlagnahmen werde, auf dem der Jnhalt der Pakete

Wie der „Kölnischen Zeitung“ aus Tanger gemeldet wird, zogen Leute vom Beni-Messauer-Stamm leßte Nacht vor das auf dem Wege nah Tschun bei Tanger gelegene Haus des „Times“-Korrespondenten Harris, fanden es aber stark bewacht. Daraufhin wandten sie sich m An-

ubana des Engländers Lewison, wurden aber nah längerem Feuer- gefeht von den die Farm bewachenden zwanzig Askaris zurü>- geschlagen. Der Vertreter des Sultans, Muhammed-el-Torres, sandte darauf cine starke Truppenabteilung zur Bewachung

Statiftik und Volkswirtschaft.

Die X11. Informationsreise der Zentralstelle für A rbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen wird, etwaige unwesentliche Aenderungen vorbehalten, in der Zeit vom 2. bis 14. September d. I. stattfinden. Als Hauptstationen für die Reise sind Berlin, Danzig und Posen in Aussiht genommen. In Berlin und Um- gebung wird beabsichtigt, in den Tagen vom 2. bis etwa 7. September u. a. folgende Veranstaltungen in Augenschein zu nehmen: die | Versorgung dur< China mit allerlei Dingen des Verbrauchs an- ständige Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt in Charlottenburg, vershiedene Wohnhausanlagen des Berliner Spar- und Bauvereins | unserer alten Büttenpapierbereitung aus zerkleinerter Bambusfaser und des Beamten-Wohnungsvereins, die Einrichtungen des Zentral- vereins für Arbeitsnachweis, die Tuberkuloseheilstätten und Rekonvales- | Reisenden auf dem kahlen Hochplateau des östlichen Teiles zentenanstalten der Landesversicherungtanstalt Berlin in Belzig, das | von Chinesish - Tibet anlangten. Da es inzwishen Dezember (bygienis< bemerkens8werte) Männerasyl des Asylvereins für Obdach- lose, das Lettehaus des Lettevereins (Verein zur Förderung der Er- werbstätigkeit der Frauen), die städtishe Lesehalle in Charlottenburg | say zu China. Dr. Aßmy hat in der Aufnahme von Volkstypen ein sowie die Wohlfahrtseinrihtungen einer Anzahl Großbetriebe. In | großes Geschi>k bekundet. Seine Photographien tibetisher Volks- Danzig ist u. a. die Besichtigung der Wohlfahrtseinrihtungen der ruppen sind in ihrer Art Kunstwerke. Wunderlich an diesen Menschen Kaiserlichen Werft, der Arbeiterwohnhäuser der Abegg-Stiftung in K Tlei Aussicht genommen, in Posen und Umgebung die Besichtigung der | Steinhaufen aufzurichten, wodurch sih jeder Gläubige gezwungen sch Walderholungsstätten des Vereins zur Fürsorge für kranke Arbeiter, | beim Vorübergehen, Gebete fagend, einen Stein hinzuzufügen, sondern au

\{hule, der Ansiedlerherberge (zur vorläufigen Unterbringung in dosen eintreffender Ansiedler) der Königlichen Ansiedelungskommission ür Westpreußen und Posen in Solacz sowie der Musteransiedelung Golenczewo, des Gemeindehauses und der sonstigen Wohlfahrts4 einrihtungen daselbst. Die Einzelheiten des Reiseprogramms werden den Neiseteilnehmern im August bekannt gegeben werden. Anmeldungen find an das Bureau der Zentralstelle für Arbeiter-Wohlfahrts- einrihtungen in Berlin SW., Dessauer Straße 14, zu richten.

Zur Arbeiterbewegung. __ Die Stkeinseterinnung hat si, der „Voss. Ztg." zufolge, damit einverstanden erklärt, vor dem Berliner Einigungs8amt roegen des Ausstandes der Steinseßergesellen (vgl. Nr. 166 d. Bl) zu unterhandeln, jedo< nur mit den Altgesellen der Innung. Die Aus- ständigen haben sih hiermit einverstanden erklärt. Das Eiriauo aat dürfte voraussihtili< Ende dieser Woche zusammentreten. Da die Mehrzahl der Forderungen der Dockarbeiter in Marseille (vgl. Nr. 167 d. Bl.) von den Arbeitgebern bewilligt worden ist, wird, wie „W. T. B.“ meldet, morgen die Arbeit auf den Werften der Messageries Maritimes wieder aufgenommen werden. Infolgedessen haben die Offiziere der Handelsmarine bes<lossen, ihre Absicht, in den Ausstand zu treten, niht auszuführen. __ In Cluses (Dep. Haute-Savoie) sind, wie ¿W. T: B." be- richtet, die Uhrmacher ausftändig. Als gestern eine Anzahl Aué- ständige, die mit Erlaubnis des Maires einen Umzug veranstaltet hatten, bei der Uhr2nfabrif Crettiez vorüberkamen, fielen plôß- liÞ Schüsse, dur< die drei der Ausftändigen getôötet und etwa 15 verwundet wurden, darunter mehrere s{<wer. Die Ausständigen \{leuderten hierauf Steine gegen die Fabrik und legten Feuer bei derselben an. Die Bevölkerung is gegen die Söhne des Eigentümers der Fabrik Crettiez aunerk erbittert, weil man annimmt, daß diese die Schüsse abgegeben haben. Der Ausstand der Bä>kergesellen in Nom (vgl. Nr. 161 d. Bl.) ist, wie „W. T. B." erfährt, beigelegt worden. Heute sollte die Arbeit wieder aufgenommen werden. Aus Barcelona wird dem „W. T. B.* telegraphiert: Jn der großen industriellen Fabrik España ruht jede Arbeit; mehr als 1500 Familien find dadurch brotlos.

Kunst und Wissenschaft.

A. V, Die Berliner Gesell\<aft [ir Anthropologie

hielt am legten Sonnabend vor Eintritt der Sommerpause no< eine

Sigzung ab. Vor Eintritt in die Tageëordnung machte Dr. Strauch

Mitteilung über ein neues, von einem Edinburger Forscher empfohlenes

Konservierungsverfahren für Leichenteile, das die bisherige Anwcndung

einer 40 prozentigen Formaldehydlösung, bei der die Farben sehr leiden,

sodaß sie dur<h Zugabe färbender Substanzen mehr oder weniger

willkfürli<h wiederhergestellt werden müssen, dur< ein tro>enes

Verfahren erseßt, das große Vorzüge besißt. Es besteht in der

Anwendung mit Formaldehyd getränfter Watte, womit man

den Boden des zur Aufnahme der zu- konservierenden

Teile bestimmten Glaëgefäßes bede>t. Nicht nur bleiben die Farben

dabei trefflich erhalten, sondern vor allem Haut und Haar nahezu in

der Beschaffenheit, wie am lebenden Körper, besonders dann, wenn man

eine längere Behandlung der Teile mit Alkoholdämpfen hat vorauf-

gehen lassen. Der Redner führte den Beweis für die Zuverlässigkeit des Verfahrens durch Verlegung cines fo behandelten weitlihen Kopfes, herrührend von einem im Herbst vorigen Jahres in der Provinz begangenen Morde, bei dem das Dpfer zerstü>kelt worden ist. Die Person der Ermordeten hat bisher nicht rekognos8ziert werden fönnen, weshalb das bejte der vorhandenen Konservierungsverfahren auf die in natürlihem Aussehen zu erhaltenden Teile angewandt werden sollte. Die Sektion der Leiche hat am 28. September v. I. stattgefunden, seit dem 8. November ist das Tralton- Koxservierungs- verfahren für den Kopf in Anwendung. Dieser erscheint so natür- lih in der Farbe und in so unveränderter Glätte der Haut des jugendlichen Opfers, besser, als es die sorgfältigst hergestellte Wachs- maske zu bewirken vermö><te. Den ersten Vortrag des Abends bielt Herr Meisner über Danewer> und Hedeby bei Schleswig. Der Vortragende hob mit Recht hervor, daß es wohl faum ein Befestigungs8werk gebe, das so mannigfaltige Aende- rungen und Zwe>kbestimmungen erfahren habe, wie jene einst berühmte Verteidigungétstelung des zwei Meilen langen, nur mit einem Tor versehenen Walles, ten 808 König Göttri> von Jütland zum Schutz gegen den großen Frankenkaiser Karl errihtete. Damals wurde seine Festigkeit niht erprobt, weil der 810 ges<lofsene Friede den Feind- seligkeiten zwishen Jüten und Deutschen eine Ende seßte. Später ist der 30—40 Fuß hohe, mit vielen hölzernen Türmen beseßte Wall aber wiederholt von den Deutschen überschritten worden: 934 durch Heinrich 1., 975 dur< Otto 11. In der Folgezeit, als Jütland unter eine Anzahl Wikingerfürsten geteilt war, haben Danewerk und die östlih davon bei Hedeby angelegten ähnlichen Befestigungen nicht als Grenzwälle, sondern in inneren Fehden eine Rolle gespielt.

Es sprach hierauf unter Begleitung vieler und ganz vorzüglicher Lihhtbilder der Oberstabsarzt Dr. Aßmy über eine Reise von Peking na< Rangoon durh China und Chinesich-Tibet. Teil- nehmer an dieser meist zu Pferde gemachten beshwerlihen Reise waren außer dem Vortragenden Leutnant Genshow und von Hankau ab Huptmann Diey. Zunächst wurde die von Peking nah Hankau im Bau begriffene Eisenbahn benußt. Sie endete noch diesseits des Hoangho, der auf einer Art fliegender Fähre überschritten wurde. Der Weitermars< gegen den Yangtsekiang führte, wie auch vorher die Eisenbahn, meist dur< ebenes, äußerst sorgfältig an- gebautes und mit Baumwolle, Indigofera, Mais und Reis be- standenes Land. Das Reisegeld wurde in Form von Silberbarren, zusammen $7 Pfund \{hwer, auf dem Nü>ken von Maultieren mit- geführt. Sechs Kilometer unterhalb Hankau war der hier zwei Kilometer breite Yangtsekiang auf Dschunken zu überschreiten, die bierfür 4 Stunden brauhten. Von Hankau, das am Eingang des Gebirges liegt, ging der Weg am Strom, und zwar an seinem Südufer, aufwärts. Da dem Yangtsekiang eine Menae Flüsse zustrômen, sind Flußübergänge auf s<hwankenden Brüdken sehr häufig. Es sind entweder Shwimm- oder Hängebrüc>ken. In beiden Fällen bilden starke Bambusseile, die re<ts und links des Flusses an Steinhaufen verankert sind, das Gerippe der Brücke. Im ersten Falle ver- bindet das Seil eine Anzabl in der Richtung der Strömung im Flusse \{<wimmender Balken, über die dünne Bretter gelegt sind. Im zweiten Falle find die Seile in beträchtlicher Höbe über den Fluß gespannt und tragen die an ihnen aufgaehängte Brü>kenbahn, aber es ist so wenig für Ve1steifung dieses Baues getan, daß die Ueber- schreitung einer \solhen hin und her \{wankenden Brü>e cine {were Aufgabe ist. Die Yangtfekiang aufwärts gelegene Provinz Sze- Tschuen ift ein großer Garten. Bambusgebüsche wechseln mit sorgfältig bewässerten Reisfeldern, in denen das Pflügen sogar im Waffer geschieht, mit Teepflanzungen und Apfelsinenplantagen. Hier ist die Straße auch besonders belebt von Teeträgern, die kleine, in einer Trage über- einander gehäufte Sä>ke mit Tee im Gesamtgewiht von 180 bis 220 Pfund nah Tibet schaffen, das bei sciner Höhenlage auf die

gewiesen is. Hier wird au< grobes Pa>papier etwa nah Art angefertigt. Diese Szenerie änderte ih gänzlih, als die

eworden, war die Kälte au< empfiadli<h, bis 25° C. o< auch in allen anderen Stücken bildet Tibet einen starken Gegen-

ind nicht nur ihre Gebetssfitten, die Gewohnheit, kleine Heiligtümer auf

der Königlihen Gewerbe- und Haushaltungsshule, der Kochschule, der | ihre Kleidertrahten, die für beide Geschlehter Hosen und {were Knabenhandfertigkeits{hule und der Badeeinrihtungen der 1, Stadt- | Stiefel vorschreiben, die Frauen aber zur Unterscheidung viele Zöpfe