1904 / 170 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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D. Alle diesem Gesey und dem anliegenden Kirchengeseß entgegenstehenden Bestimmungen werden aufgehoben. Urkundlich unter Unserer E Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Jnstegel. Gegeben Travemünde, den 4. Zuli 1904 an Bord M. J.

„Hohenzollern“.

9 (Li S:) Wilhelm.

Graf von Bülow. Schönstedt. Graf von Posadowsky.

Studt. Freiherr von Rheinbaben. von Podbielski.

Freiherr von Hammerstein. Moller. von BUdde. von Einem.

EirPBen ge 0B über die Bildung von Parochialverbänden im Geltungs- bereiche der revidierten Kirhenordnung für Westfalen und die Nheinprovinz. BYom 4. Juli 1904.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König vo1. Preußen 2c. verordnen unter Zustimmung der Provinzialsynoden von Westfalen und der Rheinprovinz für den Umfang der genannten Provinzen, was folgt:

8 1.

Werden Kirchengemeinden in mehrere unter einem gemeinsamen Pfarramte nicht verbundene Einzelgemeinden geteilt, so können die in Artikel 1 des Kirchengeseßes, betreffend die Berliner Stadtsynode und die Parochialverbände in größeren Orten, vom 17. Mai 1895 (Kirch- lihes Gesetz- und Nerordnungsblatt S. 37), dem Berliner Synodal- verband übertragenen Rechte und Pflichten ganz oder teilweise einem aus den gedachten Einzelgemeinden gebilteten Gesamtverband übers tragen werden / |

Fn Ortschaften, welche mehrere unter einem gemeinsamen Pfarramte nicht verbundene Kirchengemeinden umfassen, können die gleihen Rechte und Pflichten ganz oder teilweise einem aus sämtlichen oder einigen Kirchengemeinden der Ortschaft, geeignetenfalls unter Ein- beziehung angrenzender Kirchengemeinden gebildeten Gesamtverband übertragen werden. i:

Einem bereits gebildeten Verbande fönnen weitere Kirchen- gemeinden derselben Ortschaft oder angrenzende angeschlossen werden.

Erfolgt die Bildung eines \folchen Verbandes, so werden die er- wähnten Befugnisse und Verpflichtungen von einer besonderen Ver- bandsvertretung ausgeübt, die aus den Vorsitzenden der Presbyterien sämtlicher Verbandsgemeinden und mindestens dreißig weiteren Mit- gliedern gebildet wird. Diese Mitglieder sind nach Verhältnis der Zahl der in den einzelnen Gemeinden vorhandenen Pfarrstellen von den größeren Vertretungen der Einzelgemeinden aus den. Presbytern und Repräsentanten der betreffenden Gemeinde auf die Dauer ihres Hauptamts zu wählen. : ;

Unter den zu wählenden Mitgliedern dürfen sich auch Pfarrer befinden. ,

Die Amtsdauer beträgt in diesem Fall vier Jahre. L

Ein von der Verbandsvertretung gewählter geschäftsführender Aus\uß vertritt den Gesamtverband in vermögensrechtliher Beziehung in streitigen wie nicht streitigen Nechtssachen nach aufen und verwaltet dessen Vermögen nah Maßgabe der Beschlüsse der Verbandêvertretung.

Urkunden über Nechtsgeschäfte, welhe den Gesamtverband gegen Dritte verpflichten sollen, insbesondere Vollmachten, müssen unter Anführung des betreffenden Beschlusses der Berbandsvertretung be- ziehungs8weise des Ausschusses von dem Vorsitzenden und zwei Mit- liedern des Aus\husses unterschrieben und mit dem Siegel des Ver- andes versehen sein. Hierdurch wird Dritten gegenüber die ordnungs- mäßige Sessuns der Beschlüsse der Verbandsvertretung sowie ihres Ausscuf es festgestellt, sodaß es eines Nachweises der einzelnen Er- fordernisse derselben nit bedarf.

8 4.

Die näheren Bestimmungen über die Einrichtung und Geschäfts- führung der Verbandsrertretung und ihres Ausschusses werden im einzelnen Falle durch ein vom Konsistorium unter Teilnahme des Provinzialsynodalvorstandes zu erláfsendes Regulativ festgeseßt.

Ueber Aenderungen des Regulativs beschließt die Verbands- vertretung unter Genehmigung des dur den Provinzialsynodal- vorstand verstärkten Konsistoriums.

S D,

Die Anordnung über die Bildung eines Gesamtverbandes erfolgt durch das Konsistorium unter Teilnahme des Provinzialsynodal- vorstandes. :

Im Falle des $1 Abs. 1 muß die Anordnung vor dem Inkraft-

‘treten der Gemeindeteilung erfolgen und tritt zugleih mit der [eßteren

in Kraft. Sie erfordert die Zustimmung der größeren Vertretung der

zu teilenden Kirhengemeinde. / j i Fm Falle des $ 1 Abs. 2 erfordert die Anordnung die Zu-

stimmung der arößeren Vertretungen aller zu dem Verbande zu ver-

einigenden Kirchengemeinden. : E S Im Falle des 8 1 Abs. 3 erfordert die Anordnung die Zu- stimmung der Vertretung des Gesamtverbandes und der größeren

Vertretungen der anzuschließenden De, )

Die Zahl der Repräsentanten der zu einem Gesamtverbande ge- hörigen Einzelgemeinden kann durch Beschluß der größeren Vertretung derselben unter Genehmigung des Konsistoriums bei einer Seelenzahl von 2000 bis 5000 auf 24 und bei einer Seelenzahl von über 5000

auf 40 beshränkt werden. Im Falle des $ 1 Abs. 1 kann vor dem Inkrafttreten der

Gemeindeteilung eine leihe Beschränkung für die zukünftigen Einzel- gemeinden {hon durch Beschluß der größeren Vertretung der zu teilenden Kirchengemeinde unter Genehmigung des Konsistoriums fest-

gesett werden.

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D Dies Geseh tritt am 1. Aust dieses Jahres in Kraft. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und bei- gedrucktem Königlichen Insiegel. Gegeben Travemünde an Bord M. F. „Hohenzollern“, den

4. Juli 1904. (L. S.) Wilhelm. Voigts.

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten.

Dem Privatdozenten in der medizinishen Fakultät der riedrich Wilhelms - Universität zu Berlin Dr. Friedrich els-Leusden ist das Prädikat „Professor“ beigelegt worden.

Der mit der Kaiserin Auguste Viktoria: Schule in Stettin verbundenen städtischen Lehrerinnenbildungsanstalt ist auf Grund des $ 3 der Prüfungsordnung vom 24. April 1874 die jederzeit widerrufliche Berechtigung zur Abhaltung von Entlassunasprüfungen von Ostern 1905 ab verliehen

worden.

Bekanntmachung.

Nachdêm das Königliche Oberverwaltungsgericht dahin Entscheidung getroffen a daß den Zuschüssen, welhe von Dritten an eine Aktiengesellshaft zu dem Zwee der Gewährung

einer Dividende von gewisser Höhe und mit der Maßgabe geleistet

931 335 M, sondern nur 22500 M beträgt.

sind, daß die Gesellschast diese Zuschüsse zu diesem weck ver- wenden muß und nid frei über sie verfügen fann, die Eigen- haft einkommensteuerpflichtigen Einkommens bezw. gewerbe- steuerpflihtigen Ertrages niht innewohne, und auch der Herr Finanzminister dieser Entscheidung beigetreten ist, wird meine Bekanntmachung vom 26. Oktober 1903 im „Deutschen Reichs- und Königlich Areußishen Staatsanzeiger“ zu Berlin, Stück Nr. 257 vom 31. Oktober Abends, aufgehoben.

Auf Grund dieses und des Z 46 des Kommunalabgaben- geseßzes vom 14. Juli 1893 (G.-S. S. 166) bringe ih nun- mehr zur öffentlihen Kenntnis, daß das für 1903 zu den Kommunalabgaben einshäßbare Einkommen aus dem Betriebs- jahre 1902/03 bei der Niederlausißer Eisenbahn nicht

. Halle a. Saale, den 15. Zuli 1904. i: Der Königliche Eisenbahnkommissar. Seydel.

Beta m agung;

Die in Gemäßheit der Bekanntmachung vom 13. JUU 1889 (Zentralblatt für das Deutsche Reih S. 421) nach Schluß des laufenden Sommersemesters an der hiesigen Hoch- \{hule abzuhaltende tierärztlihe Fahprüfung beginnt am Sonnabend, den 15. Oktober d. J.

Die Meldungen dazu sind bis zum 30. September d. Z. an mich einzureichen.

Hannover, den 20. Juli 1904.

Der Direktor der Tierärztlichen Hochschule.

Dr. Dammann.

Nichtamtliches. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 21. Juli:

Der Nachweisung über die auf den größeren deutschen Eisenbahnen (ausschließlih der bayerischen) während der Dauer des Winterfahrplans (Oktober 1903 April 1904) bei den fahrplanmäßigen Zügen mit Personen- beförderung vorgekommenen Verspätungen ist folgendes zu entnehmen : '

Anzahl der in Vergleichung gezogenen Bahn- Gebtete. O

dercn Gesamtlänge Ende April 1904

davon zweigleisig . O Befördert wurden :

Schnellzüge .

Personenzüge

gemischte Züge . Geleistet wurden:

44, 44 195 km, 1G 271 876,

LSCC 000, . 1.089 726.

aut .1 km

7 j fs S | im Tages | Betriebslänge im 0 p i l "\\, durchschnitt \Durdsnitt 14 74141 702 132 h 8338 j Zugfkilometer. Ÿ

Von den fahrplanmäßigen Zügen mit Personenbeförderung haben sih verspätet :

gegen das

im ganzen | “Vorjahr Züge i 14 426 1 889 und zwar : durch Abwarten verspäteter An- E N 8 322 193 durch Vorkommnisse bei den ver- späteten Zügen jelbst . . . 6 104 1 196.

Von den Verspätungen der leßteren Art entfallen auf: 1 oute E 1,9 | 5

| » »

1 Million Zugkilometer . s 40,8 | 10,3. Die Anzahl der versäumten An- De a S3 t 208;

Der Seehandlungspräsident Havenstein ist mit Urlaub abgereilt:

Der Senatspräsident beim Reichsmilitärgericht, Professor Dr. Weiffenbach ist mit Urlaub nach Thüringen abgereist.

Die heutige Nummer des „Reichs- und Staatsanzeigers“ enthält als besondere Beilage den stenographischen Bericht der Verhandlungen über den Verband deutsher Drahtwalzwerke und den Verband deutscher Drahtstiftfabrikanten am 30. Juni d. F,

Jn der Ersten und Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reihs- und Staatsanzeigers“ wird die vom Reichs- eisenbahnamt aufgestellte tabellarishe Uebersicht der Be- aen deutsher Eisenbahnen für den Monat Juni 1904 veröffentlicht, auf die am Dienstag an dieser Stelle auszüglih hingewiesen worden ist.

Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. J. „Hohen- zollern“, S. M. S. „Hamburg“ und S. M. Tpdbt. „Sleipner“/ am 19. Juli in Drontheim eingetroffen.

S. M S. „Stosch“ ist am 19. Juli in Stockholm ein- getroffen und geht am 23. Juli von dort nah Bergen in See.

S. M. S. „Loreley“ ist am 19. Juli in Batum ein- getroffen und geht am 24. Juli von dort nach Noworos\isk

in See. / i S. M. S. „Seeadler“ ist am 19. Juli und S, M. S.

S. M. Tpdbte. „S8 90" und „Taku“ sind am 19. Zuli von Tsingtau nah Wusung in See gegangen.

Das zweite Geschwader sowie die erste Torpedo- bootsflottille und S. M.SS. „Amazone“, Aviadne Medusa!, E Nvcona Und „Ntobe“ sind am 20. Juli von Helder nach Lerwick (Shetlandinseln) in See gegangen.

Baden. Der Landtag ist gestern in Anwesenheit der Minister und Mit-

glieder der Ersten und Zweiten Kammer auf Befehl Seiner König- lichen Hoheit des Großherzogs durch den Staatéminister von Brauer eshlossen worden. Nach Verlesung des Allerhöchsten Entschlusses hielt der Staatsminister von Brauer eine Ansprache an die Mitglieder der Landstände, in der er, „W. T. B.* zufolge, den freundlichen Gruß und fürstlihen Dank Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs für die andauernde erfolgreihe Arbeit übermittelte und einen Rüdkblick auf die Ergebnisse der abgeschlossenen Session warf, unter besonderem Hinweis auf die Verfassungsreform. Dieses neue Gesetz verwirkliche, anknüpfend an die der Verfassung von Anbegtnn eingeflößten und durch jede Reform entschiedener ausgeprägten [rei- heitlichen Grundsäße, fruchtbare Gedanken, die eine wesentlihe Er- weiterung der Volfêrechte bedeuteten, zugleih aber auch eine Gewähr dafür schaften, daß auch die in der Minderzahl befindlichen, für das Vélksleben tätigen Kräfte eine ihrer Bedeutung ent- \sprehente Vertretung im Landtage erhalten. Als der Lande?- berr nah reihliher Grwägung zur Aenderung der Verfassung seine Zustimmung gegeben, habe ihn das Nertrauen erfüllt, daß die neuen Rechte in einem auf das Gefamtwohl gerihteten Geiste ausgeübt werden würden. Wenn in den neuen Formen der alte gute Geist erhalten bleibe, werde es der Negierung auch in Zukunft gelingen, mit einer nah den neuen Grundsäßen gebildeten Volksvertretung erfolgreich zusammen zu wüfken.

Großbritannien und Frland.

Dem Vizekönig von Jndien Lord Curzon ist gestern das Ehrenbürgerreht der Londoner City verliehen worden. Die Guildhall war, „W. T. B.“ zufolge, von einer großen Zuschauermenge und hervorragenden Perjönlichkeiten angefüllt. Die Kabinettsminister konnten wegen der langen Dauer der Sißung des Unterhauses nicht an der Feter teil- nehmen. Als Lord Curzon nach der Verleihung des Ehrenbürger- rechts eine Ansprache hielt, wurde er mit lebhaftem Beifall be grüßt. Jn seiner Rede bemerkte der Vizekönig, Jndien werde in der Weltpolitik eine Rolle von zunehmender Bedeutung spielen. Jn Asien werde wahrscheinlih über die Zukunft des Reichs entschieden werden. Lord Curzon verweilte dann ausführlich bei dem inneren Fortschritt Indiens und der ständigen ZUu- nahme der Loyalität gegen England. Er empfinde keine Be- denken darüber, daß er der Regierung die Tibetp olitif cmpfohlen habe, besonders nicht, nachdem Tibet auf den Schuß seitens einer anderen Macht rehne. Die Befürchtungen wegen Tibets seien nicht eingebildet, sondern tatsächlih und dringend. Er hoffe, Klarheit zu verbreiten, Mißbehagen und Ränke zu bescitigen und harmonische Beziehungen zwischen den Tibetanern und den Engländern herzustellen.

Die auf Anregung Chamberlains Ende vorigen Jahres zusammengetretene, nicht offizielle, aus Vertretern des Handels und der Industrie zusammengesehßte K ommission, die sih mit Vorschlägen für etwaige zw eckmäßige Aenderungen des Zollta rifs AUE sollte, hat jegt ihren ersten Bericht erscheinen lassen, der sich mit der Eisen- und Stahlindustrie beschäftigt. Die Kommission schlägt, wie „W. D. B.“ meldet, 1) einen allgemeinen Tarif mit niedrigen Zollsäßen für dasjenige Ausland vor, welches britishe Waren zu billigen Bedingungen zuläßt, 2) einen Vorzugstarif, der niedriger ist als der all gemeine Tarif, für diejenigen Kolonien, die Großbritannien einen angemessenen Vorzug gewähren, und 3) einen Marimal- tarif mit verhältnismäßig höheren Zöllen für solhe Länder, welche britishe Waren durch Tarife ausschließen, die Prohibitiv- zöllen gleihkommen. Doch foll hierbei die Möglichkeit gegeben werden, die Zölle auf dem Wege von Verhandlungen auf die Stufe des allgemeinen Tarifs herabzuseßen.

Das Unterhaus hielt seit vorgestern abend eine Sihung von ungewöhnlicher Dauer, in der das Finanzgeseß beraten wurde. Im Laufe der Debatte erklärte der Unterstaatssefretär des Aeußern Earl of Percy auf eine Anfrage, betreffend das Anhalten britisher Dampfer durch rusfische Schiffe, die Regierung erkenne an, daß die Angelegenheit von großer Wichtigkeit sei: es finde eine ershöpfende Untersuchung statt. Um 34 Uhr vertagte i das Haus nach einer Sizung von 25 Stunden und 38 Minuten.

Frankreich.

In dem gçestern vormittag abgehaltenen M inisterrat machte, „W. T. B.“ zufolge, der Minister Delcassé Mitteilung von der an den Vatikan gerichteten Note, in der Jurückziehung der vom Vatikan direkt an die Bischöfe von Dijon und Laval gerichteten Schreiben verlangt und erklärt wird, daß, wenn diese Zurückziehung nicht erfolge, die Ve- ziehungen Frankreichs zum Vatikan würden abgebrochen werden. Der Minister Delcasé hat dem Sekretär des Nuntius in Paris hiervon mündlih Mitteilung gemacht.

Rußland.

Der britische Botschafter in St. Petersburg hat, wie dem „Reutershen Bureau“ von dort gemeldet wird, gestern wegen der Wegnahme des Dampfers „Malakka“ an die russische Regierung eine energishe Protestnote gerichtet. Jn dieser werde die sofortige Freigabe des Dampfers g fordert mit dem Hinweise darauf, daß die russische Regierung sih nicht auf rehtlichem Boden befunden habe, daß die an Bord der „Malakka“ befindlihe Munition der britischen Re- gierung gehöre und für das in den chinesishen Gewähetn befindliche englische Geshwadcr bestimmt sei, und daß ferntr die Kisten mit einem deutlichen Pfeil gezeichnet gewe)en Jeten, mit dem Zeichen, das als offizielle Viarke der englischen Re- gierung bekannt sei. Schließlich werde Rußland in der Note auf die volle Schwere der etwaigen Folgen hingewiesen.

Ftalien. F

Gestern vormittag wurde in der Peterskirche en [cler liher Fürbittgottesdienst für Leo XIII. abgehaltet, dem der Papst, die Neffen Leos XIIL., das diplomatisht Korps, zahlreiche Kardinäle und an 5000 Personen beiwohnten. Der Kardinal Agliardi zelebrierte die Messe. Der Pap! segnete den Katafalk und sprah an dem vorläusgen Grabe Leos XIII. ein kurzes Gebet.

Niederlande.

„Hertha“ am 20. Juli in Tfingtau eingetroffen.

Das „Amtsblatt“ veröffentlicht ein Königliches Deter, durch das die Erste Kammer mit dem 23. Juli aufg? of

p die Neuwahlen dur die Provinzialräte für den 3. August geseht werden. |

Asien.

Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den jiser von Rußland vom 19. d. M. meldet, wie „W. T. B.“ g St. Petersburg, erfährt: Vorx der Südfront traten vom

his 19. Juli keine besonderen Veränderungen ein. Am ; quli wurde um 5 Uhr Nachmittags bemerkt, daß be- utende japanische Streitkräfte nah Sihejan (auf der iraße Liaujang—Saimatsi) gegen unsere Abteilung vor- ften. Nach zweitägigem Kampfe zog sih die leßtere in r Richtung auf das Dorf Guntsiatsy östlih von Anpin

uüd,

“Mit bezug auf die Meldung, daß die japanische Re- erung China einen Vorschlag für die Verwaltung derjenigen vile der Mandschurei, die von japanischen Truppen beseßt d, gemacht habe, wird, ciner Meldung des genannten reaus aus Tokio zufolge, dort amtlich erklärt, daß nie ein [cher Vorshlag von der Jjapanishen Regierung gemacht

orden Ut und daß jene Meldung vollständig auf Erfindung

ht. Wi /:

F Das russishe Wladiwostok-Geschwader hat sich, je dem „Reuterschen Bureau“ aus Tokio vom gestrigen Tage P ichtet wird, durh die Tsugaru - Straße nah dem Fiillen Ozean begeben. Gestern mittag traf der japanische mpfer „Takaschima Maru“ in Mororan ein, nachdem er her von einem Besaßungsteil des russischen Wladiwostok- shwaders durchsucht worden war. Der Dampfer berichtet, ß die russische Flotte ihre Fahrt mit äußerster Kraft nach idosten fortgeseßt habe, als ob sie nah Saigon fahren wolle. s sei möglich, daß dies nur eine List sei, um japanische Schiffe zuspüren. An die an der Ostküste Japans verkehrenden quffahrteischiffe ist eine amtliche Warnung ergangen. Die iffe suchen eiligst Schußhäfen auf. E

Der vot ruischen Hilfskreuzern im Roten leere beshlagnahmte britishe Dampfer „Ma- ffa“ traf nah einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ g Port Said, gestern früh dort ein. Er führte die siche Kriegsflagge und hatte einen Kapitän, vier Offiziere d 45 Matrosen und Heizer von der russischen Kriegs- arine an Bord. Die Mannschaft der „Malakka“ war r friegsgefangen erklärt und jeder Verkehr mit der Küste x untersagt worden. Eine bewaffnete Wache betvachte das qllreep. Dem englischen Kapitän des Schiffes, der gegen è ihm zuteil gewordene Behandlung Einspruch erhob, war ehrere Male mit der Verhaftung gedroht worden. Jm Laufe s gestrigen Tages soll er sih auf dem Dampfer „Osiris“ ch Brindisi eingeschifft haben, um den britishen Behörden her die Angelegenheit Bericht zu erstatten. Heute ist die Malakka“, wie das genannte Bureau weiter berihtet, von hort Said abgegangen; ihr Bestimmungsort sei niht an- geben worden, wahrscheinlich sei es Cherbourg und Libau. z habe sih herausgestellt, daß die russishen Hilfskreuzer Smolensk“ und „St. Petersburg“ nicht nur die Dardanellen d auch den Suezkanal unter der Handelsflagge passiert De

Nr. 31 des „Zentralblatts für das Deutsche Neich“ ausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 15. Juli, hat folgenden halt: 1) Konsulatwesen: Ernennunaen; Exequaturerteilungen.

) Zoll, und Steuerwesen: Bestellung cines Stationskontrolleurs ) Versiherung8wesen: Bekanntmachung, betreffend die Befreiung von hrern an der Waifen-Erziehungs- und Bildungsanstalt Kemperhof i Koblenz von der Verpflichtung zur Invalidenversiherung; efanntmachung, betreffend die Beaufsichtigung etner privaten Ver- herungsunternehmung dur die Landesbehörde. 5) Polizeiwesen:: uêweijung von Ausländern aus dem NReichösgebiete. |

Nr. 58 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, heraus- geben im Ministerium der öffentlißen Arbeiten, vom 20. Juli, hat enden Inhalt: Die Architektur der Renaissance in Toskana. eber die Messung der Größe und Lage unbekannter Kräfte (Wind- ud, Erddruck), die auf ruhende Körper wirken. Vermischtes: r¿ebnisse der Prüfungen für den preußishen Staatsdienst im Bau- va Wettbewerb um Entwurfskizzen für ein Geschäftshaus der érüder Stollwerck in Cöln. Wettbewerb um Entwücfe zu einem raclitishen Tempel in Triest. Besuch der eidgenössishen poly- dnisden Schule in Zürich. Bücherschau. 4 :

Statistik und Volkswirtschaft.

le endgültigen Ausweise über Veschäftsbetrieb E preußischen Su arate, p O

„Ble Auf ereitung des auf das Rechnungsjahr 1902 bezüglichen Een Stoffs “über den Geschäftsbetrieb und die Ergebnisse dor En hen Sparkassen ist zu Ende geführt; die ausführlichen Tabellen N demnä in der „Zeitschrift des Königlich preußischen Sta- fnisse Uns veröffentliht werden. Die ersten vo:läufigen Er- , E L der Anlegung der Sparkafsengelder sind bereits in bie” ail S Korrespondenz“ vor ciniger Zeit veröffentliht worden. bo1. G er Sparkassen betrug 1902 1507 gegen 1505 im Jahre hl und Eigen waren 12 von den 1901 vorhandenen 185 Ver-

Amts oe parialien. _ Dagegen hatte sih die Zahl der Kreis- Lts e assen Von 407 auf 412 vermehrt; die der Landgemeinde- fparkassen A Mies auf 227 gestiegen; ebenfo hatten die städtischen en nod a 86 auf 689 Jugenommen. Zu den 1508 Sparkassen nnabmestel] 105 Filial- oder Nebenkassen und 2378 Sammel- oder f 77 65 n Somit entfiel zur fraglichen Zeit eine Sparstelle bewobner. | R der Fläche des preußischen Staats sowie auf 7942 gen 2686 E E E Vos E BS An L . n Sparkassenbüchern befan i 372 930 im Umlaufe. Davon lauteten auf Beträge Cs a

1902 v. H. 19011)

bis 60 M... . 2624046 | 2800 | 25148 Der 4s V hd 1 C 18 j R 160 .. 1377146 | 1469 | 1353054 A 300 1 239 027 13,22 | 1209785 L O. N * 14174388 15,12 | 1373151 , 3000_—10 000 , 2299931 | 2455 | 2165 230 : 10000 369 948 3,95 | 334859 , 45 394 048 | 40033.

Ae A 4 war geeamteinlagen am Jahres\{lusse betrugen 6727 707 642,80 4; dieser R ein Zugang von 500 450 585,70 (4 zu verzeichnen. insen nebst ergab sich aus 188 511 269,87 #4 gutgeschriebenen 465 779 416 S0 da 718 732,19 A neuen Einlagen weniger Rreußens ame Rückzahlungen. Auf jeden Kopf der Bevölkerung

U en M Einlagen 188,66 4 gegenüber 177,76 A im Vor-

| Bankwesen: Status der deutschen Notenbanken Ende Juni 1904. |

i E O. D G G i REESTONE

Es O

jahre und 166,46 A im Jahre 1900. Auf die einzelnen Arten der Sparkassen verteilen si die Einlagen folgendermaßen:

a A Betrag M. v. H. artloe Sparkassen N 3 433 515 920,12 B tf add usw. Sparkassen . 408 312 005,99 6,07 Kreis- v ¿ ; 9 122 142 427,33 31,54 5 Provinzial- D 939 647 892,78 3,96 Bereins- u. Privat- ü 524 089 396,58 7,79.

Die preußischen Sparkafs rfü ü i i M arkafsen verfügen über einen sehr erheblichen C der sih 1902 auf 427 073 139,40 4 oder 67s 4 Lo 210 762 agen belief. Im Vorjahre betrug der Reservefonds Er A er war also um 837 362 376,92 M gestiegen en g Gen es Zeugnis für die Umsicht und Vorsicht der Sparkassen- Les ungen. Das zinsbar angeleate Sparkassenvermögen (in dem eiae Neservefonds von 457 Mill. Mark mit inbegriffen ist) er- t A Schlusse des Berichtsjahres 7 038 284 507,67 #4; der bate

A el and ergab gleidzeitig 124 328 556,41 s. Die Zinsbruttoein- nahme czifferte sih auf 276 905 637,73 A oder e1wa 4,08 v. H. des im Jahresmittel 1901/1902 zinsbar angelegten Vermögens; die Zins- guten machten 219 885 602,83 6 aus oder etwa 3,4 v. H. der Nen Spareinlagen für 1901/1902. Die Zinsübershüfse f Mi omit 57 020 034,906, die Verwaltungskosten 11 778 962,31 #4 ey ros y. H. der Zin®einnahme bez. 0,18 v. H. der Ginlagen, was e Me geor mäßige Summe gelten muß in Anbetracht der gewaltigen ibe 5 n mit dem Sparkassenbetriebe verbunden ist. Für öffent- L, DIE e sind im Rechnungsjahre 1902 von den Sparkassen B 3,40 M aufgewendet worden. Ohne die Rücklagen für den E und dte Aufwendungen für öffentlihe Zwecke hätten Ln Aen etwa 0,85 v. H. mehr an die Sparkasseneinleger be- ja len önnen, was aber aus verschiedenen sahlihen Gründen unslatt- haft S wars, z. B. {hon weil die gegenwärtigen Besißer von L MOSlSeru den Reservefonds, aus dessen Verzinsung etwa 4 e le ershüsse sammte, nur zu einem Teile haben bilden helfen. Don Ferie ist ferner, daß die Sparkassen seit ihrem Bestehen 27 99 475,91 M für öffentliche Zwecke aufgewendet haben. Das Sg Vermögen der Sparkassen betrug 4354 001,09 #, wovon Zan 2 666,10 M auf Geschäftshäuser und Grundbesiß entfallen, 707 (20,99 6. auf Zuwendungen und Garantien der Errichter. Von je 100 Æ der überhaupt angelegten Kapitalien kamen

h 1902 1901 1900 1899 1898 städtishe Hypotheken . ... 34,71 34,02 33,48 32,05 ¿10d ländlihe Hypotheken... 92303 23,69 2488 25,67 25,49

Inhaberpapiere (Bilanzwert)?) 27,02 26,43 26,00 26,68 2

Ses 4 ! 4 f e c L “t R 1 “I, 28, Schuldscheine (ohne Bürgschaft) 0,16 0,19 0,15 0,29 0 32 SMhuldscheine (mit Bürgschaft) 207 220 2837 2,75 2,83

Wel, O 144 163 02 Mut. E185 138 148 Anlagen bei öffentlichen j i : L E

„Silben... ... . 100 96 897 850 ontde Ma, O07 00 068 0,64 0/71.

Am bemerkenswertesten ist bei dieser Entwickelung der Nückgan der Darlehen auf ländlide, deren Zunahme auf städtische uvor E Dieses Ansteigen hat bei den leyteren Hypotheken seit 1898 etwa rund 12 v, H. betragen, während der Betrag der ländlihen Hypotheken im Verhältnis um rund 10 v. H. gesunken ist. Die Inhaberpapiere zeigen gegen 1898 einen Rückgang um etwa 4 v. H.; es ist jedoch zu beachten, daß diefer im Jahre 1900 weit erheblicher war und etwa 8 v. H. ausgemacht hat, sodaß das Jahr 1902 darin bereits einen Fortschritt zeigt. Eine günslige Entwickelung weisen endlih die An- lagen bei öôffentlihen Instituten auf, die seit 1898 um etwa 16 v. H. gestiegen sind. Was endlich die gesamte Entwickelung des Einlagen- bestandes seit 1887 anlangt, so war sie die folgende: Einlagen am Schlusse Einlagen am Schlusse des Rechnungsjahres | des Rechnungsjahres

E 6 727 707 642,80 1894 . . . . 4000671 650,59 1901. . .. 623645893218 | 1893. 3750251 523 22 1900 . . . . 5745 794973,76 | 1892 . 3 551 705 144 44 1899 . . . . 5577020 150,65 | 1891. . . . 3406545 546,02 1898. . . . 5287235057,41 | 1890. . . . 3281 571 002,95 1897 . . . , 4968 109 059,54 | 1889. 3101 746 304,41 1896 . . . . 4655 622410,88 |1888. . . . 2889 268 342,90 1895 4 345 497 330,97 | 1887. . . . 2672597 421/82.

Der Gesamtbetrag der Einlagen ift also in den leßten 15 Fah um 151,7 v. H angestiegen. Bemerken®wert ist nah A R adl mäßigen Anwachsen der Einlagen in den neunziger Jahren der Ein- schnitt im Jahre 1900. Während vorher die jährlihe Vermehrung etwa 300 Millionen betragen hatte, sank sie im Jahre 1900 auf 168 8 Millionen, was auf den wirtschaftlihen Niedergang des bes treffenden Jahres zurückgeführt werten kann; 1901 ist wieder eine er- heblihe Zunahme, um 490,7, 1902 um 491,2 Millionen erfolgt.

(Stat. Korr.)

Zur Arbeiterbewegung.

i Die auêständigen Steinseßer und Rammer Berlins

Nr. 168 d. Bl.) hielten, biefigen Blättern zufolge, L E Gas \chaftshause eine Versammlung ab, in der berihtet wurde, daß mehr als 30 Firmen sich bereit erklärt haben, zu den alten Lohn- und Arbeitsbedingungen weiter arbeiten zu lassen; infolge- dessen hätten über 500 Steinseßer und 200 Rammer die Arbeit wieder aufgenommen; die leßteren mit dem Vorbehalt abzuwarten, was bei den bevorstehenden Verhandlungen des Einigungs- amts für die Nammer erreicht werde, da diese ihre Forderungen nit Iurvegeogen hätten, N N per Innung behauptet werde. Die Verhandlungen vor dem Gewerbegeriht wer |

R io Tnatend stattfinden. gens erhe G a

Aus Budapest wird der „Voss. Ztg.“ telegraphiert 3 in de Annathaler Werken der Graner Rob eAM e band elelli schaft sämtlihe Arbeiter die Arbeit eingestellt haben, weil die Direktion zwei den Arbeitern mißliebige Aufseher niht ohne weiteres entlassen wollte. Zur Aufrehterhaltung der Ordnung wurden der Bergwerksleitung Gendarmen zur Verfügung gestellt.

Das „Neutershe Bureau“ meldet aus Chicago von gestern: Der Ausstand der Packhaus angestellten (vgl. Nr. 167 d. Bl.) ist beigelegt worden. Die Streitfrage wird einem Schiedsgericht unterbreitet werden. Die Unternehmer willigten ein, die Ausftändigen wieder anzustellen. Es verlautet, daß am Donnerstag an allen großen Pläßen der Schlachtindustrie die Arbeit wieder aufgenommen werden soll.

__In Essen tagte am 19. d. M. der 5. Kongreß der ift- lichen Gewerkschaften Deutschlands. Den ersten A der Tagesordnung bildeten Referate über den geseßliwen Schutz der Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen. Der erste er Rienecker-Düsseldorf, befürwortete, folgende Resolution „Der Kongreß sieht in einer geseßlihen Regelung der Haus industrie und eines ausreihenden Schutzes der darin - besbäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen eine der nächsten und wichtigsten Aufgaben der aeben Sohaireform und fordert :

: Baldigste Ausdehnung der Arbeiterversicherung8gesetzgebun auf die gesamte Hausindustrie unter Einfügun i L Versißertngtorganisationen, Eln}lgung, E e penven 2) Erlaß von Schutbestimmungen und Unterstellun ges samten Hausindustrie unter die aen rver ahe __ 3) Verpflichtung der Unternehmer und Zwischenmeister zur Listen- führung über die von ihnen beschäftigten Hausgewerbetreibenden und Einführung von Lohnbüchern für alle Zweige der Hausindustrie, aus denen Art und Umfang der Arbeit, die vereinbarten Lohnsäße und der Verdienst des Zwischenmeisters zu ersehen sind.

?) Als Bilanzwert muß entweder der Kurswert der betr. Papiere

, N 44 y N; , lut na n Se des Danziger Sparkassen-Aktienvereins konnten : öhe ihrer Einlagen angegeben werden.

bei Abschluß des Rehnungsjahres oder, wenn der Ank pap ist, dieser eingeseßt Sedan h oder, wenn aufswert niedriger

4) Geseßliche Vorschriften über die Besch i

t ; affenheit der Wohnun Un Ei En der Hausgewerbetreibenden unter Berücksichtig Gen Le M e ex Mens in Verbindung mit Kontrolle. gsinspektion und unter Ausübung einer regelmäßigen

5 erbot der Mitgabe von Heimarbei i

i / i it an Arbeiter Arbeiterinnen, „welche in erre und Werkstätten in einer üblichen regermaBigen anen Me ‘Mois beschäftigt sind.

er Herabdrückung der Löhne einerseits durch die Unter- Ee, andererseits durch die Konkurrenz der A nh

a eiterinnen untereinander entgegenzuwirken, find Institutionen zu JOglten AMeueR unter Anlehnung an die Gewerbegerichte), in denen s T s geber und Arbeitnehmer gleichmäßig vertreten find, durch welche ie indestlohn und die sonstigen Arbeitsbedingungen für be-

Ane Bezirke und Branchen rechtskräftig festgeseßt werden. gela 9 Die Ueberführung der Hausindustrie in Werkstätten und Fabrik- r e e überall da, wo fie sich unter \{chwerer Gefährdung der Ge- un Na L E Konsumenten vollzieht.

i ange diese Forderungen durch die Geseßzgebu i - N L der Kongreß: R E E der Bundesrat von den ihm zuslehenden Befugni Arbeiterversiherungs- und Schutbesti e S 1g8- mmungen auf d auszudehnen, baldigst Gebrauch macht; G Sonn E A daß bei Abschluß von Tarifverträgen zwischen den Gewerk- gal en und den Unternehmern mehr als bisher die in der betreffenden

ranche bestehende Heimarbeit berücksihtigt werde ; n e fordert der Kongreß die christlihen Arbeiter auf, mit vereinten L En für die Organisation der Heimarbeiter und “H eiterinnen in christlihen Gewerkschaften zu wirken, da eine

urchführung dec aufgestellten Forderungen um so eher und in sah- nter Weise zu erwarten ist, wenn die Heimarbeiter selbst dabei mit-

Die Korreferentin Fräulein Nagler-Beilin b /

entin in - emerkte, der H vorstand habe es freudig begrüßt, daß der gescßliße Schuß der mei Ad atelteL auf die Tagesordnung des Kongresses gebracht worden fei. an habe sih geeinigt, den Hauptnachdruck auf drei Punkte zu legen: 1) Abs{affung von Heimarbeit, soweit sie von Männern ausgeführt und soweit fie gesundheits\chädlich ist, 2) Beschränkung der Heim- arbeit, 3) Beibehaltung der Heimarbeit für die Hausfrau und Mutter, aber unter sehr zu bessernden wirtshaftlihen Bedingungen. Nach längerer Diskussion wurde die vorgeshlagene Resolution mit E E S gefaßt, von denen besonders die rderung der rets räftigen Festsetzu s Mi sts lohnes Vat tir Vet ist. A E eN _In der Nachmittagsfißung wurde über die Organisation de Heimarbeiterinnen und die geseßliche Safübrüná vou Arbeiteraus\chüssen in Fabriken beraten und nah längerer R A n vg iy einstimmig gefaßt:

„Der 9. Kongreß der christliGen Gewerkshaften Deutschlands betrachtet Arbeiteraus\chüsse als nüßlihe und notwendige terte, wert Da die Einrichtung von Arbeiterauss{hüssen bei einem großen Teile der Unternehmer leider noh immer energishem Widerstande begegnet, so erachtet der Kongreß die geseßliche Einführung der- selben füc Betriebe mit mehr als 20 Arbeitern als absolut geboten. N abg lbe Bedi, vor E Scheindasein zu bewahren

l nen praftische Bedeutung und Erfolge fi if L E g folge zu fichern, ift zu be

1) die Mitglieder der Arbeiteraus\{hüsse durch gehbei i

j [ieden ; 3 eime Wahl von den Arbeitern aus ihrer Mitte zu wäblen find A großen Betrieben aus den verschiedenen Arbeiterkategorien, E i

__2) Mitglieder der Arbeiteraus\{hüfse während ihrer Amtsdauer nicht entlassen werden dürfen, sofern niht die Bestimmungen des d 123 der Reichsgewerbeordnung und gleihe Bestimmungen von Landesgesezen, betreffend die Entlassung von Arbeitern vor Ablauf der vertrag8mäßigen Arbeitszeit und ohne Aufkündigung, Plag greifen

3) die Arbeiteraus\{chüsse die Befugnisse haben, i

A Anträ e, Wünsche und Beschwerden der Mitarbeiter der Be- triebe den Arbeitgebern vorzutragen und sih in Zusammenkünften mit A E E gutachtlih zu äußern; i :

». in diesen Zusammenkünften über \o:stige Fragen und Ange- legenheiten, welche das Lohn- und Arbeitsverhältnis, insbesondere die E und Abänderungen derselben betreffen, ihr Gutachten abzugeben ;

c. in diesen Zusammenkünften auch das Wohl der Arbeite esen 2 m ften au das ) r ihrer Angehörigen betreffende Verhältnisse und Fragen zu T talee und fd gutaGmaey paries zu äußern ; j

__ d. die regelmäßigen Zusammenkünfte der Auss{üsse mit den Arbeitgebern tunlichst monatlich, mindestens aber vierteljährlich ict finden zu lassen; im übrigen sind über die Tätigkeit und Zusammen- seßung der Arbeiteraus\chüsse statutarishe Bestimmungen zu treffen.

s Der Kongreß “ersucht die Staatsregierung und die gesetzgebenden Körperschaften im Sinne des Vorstehenden Arbeiteraus\chüsse geseßlich O nten Ÿ Se en er die On Cs auf, die

rbeitershaft zur lebhaften Unterstüßung di Bestre i ans- Aer, erstüßung dieser Bestrebungen an

Ein Antrag der Bauhilfsarbeiter von Hannov j f

u E a Bal er, der Kongreß 1vôge die Regierung auffordern, dur ch Reichsges et die Be schäftigung von Arbeiterinnen auf Bauten zu verbieten E S einstimmig angenommen. N

Weiter wurde zu dem im preußischen Landtag eingebrachten

Gesegentwurf zur Crshwerung des Nou trattirnRt Ee liher Arbeiter einstimmig beschloffen: O ¿Da T Behandlung der genannten Koutraktbruhvorlage keine Referate vorgesehen find und deshalb eine gründlihe Behandlung dieses Gegenstandes niht mebr mögli ist, da ferner das Komitee des Frankfurter Arbeiterkongresses bereits im Sinne der christlichen Gewerkschaften Stellung genommen hat, seht der Kongreß von einer Beratung der Kontraktbruhvorlage ab. Er verweist bezüglich seiner Stellung zur Landarbeiterfrage auf die vom 4. Kongreß der christ- lihen Gewerkshaften zu München im Jahre 1902 beschlossene Re- cli iu Ler u. a. gefordert wird: :

) Beseitigung der für die Landarbeiter bestehenden Koalitio

i | g L ) ns- E a La Lens Gesetzesbestimmungen ;

_2) Beseitigung der Ausnahmestellung der Landarbeiter in bezug auf den Arbeiterschuß und die Arbeiterverficherung; iu

3) Gewährung von Rehts\{uß beim Abschluß von Kontrakten

und Uebernahme von Akkordarbeiten durch Landarbeitervereine. U gg ntg E rue auf das lebhafteste gegen jede direkte oder auf Umwegen die Arbeitsfreiheit der Landarbei in- shränkende Gesetzesbestimmung.“ E E

Damit war die Tagesordnung erledigt.

Kunft und Wissenschaft.

__ Unter dem Namen: „Vereinigung bildender Künf für monumentalen Grabmalsbau* in Drrades M “de Reihe Künstler zusammengetreten, Mitglieder verschiedener Richtungen des Deutschen Künstlerbundes und anderer Vereinigungen, zu dem Zwe, Grabdenkmäler zu schaffen, bei denen Architekt, Maler und Bildhauer gemeinsam wirken und jeder im Rahmen der ganzen Idee das Vollendete seiner cigenen Kunst dazugibt. Zur Führung der Ge- schäfte wurde der Direktor Alfred Kuntze, Dresden, verpflihtet. Das Sekretariat befindet ch in Dresden, Kurfürstenstraße 1.

Land- und Forftwirtschaft. Weizenernte und Saatenstand in Oberitalien.

Der Kaiserliche Generalkonsul in Mailand berihtet unterm 9. d. M.: Die nahezu vollendete Weizenernte hat in der Lombardei und in der Emilia der Menge nach nur ein mittelmäßiges Ergebnis gs Der Ertrag in der Emilia wird sogar “im Vergleih zum Borjahre um etwa 20 9% geringer ge\häpt. In Venetien ist die Weizenernte hingegen da, wo die Fruht uiht durch Unwetter gelitten hat, sehr befriedigend ausgefallen. In Pirmont fol

Sai Fri imi lia a É EE d